Zu beweisen ist der Satz: Wenn in einem Dreieck \(ABC\) die Seiten \(AB\) und \(AC\) gleich lang sind, dann sind die Basiswinkel \(\angle ABC\) und \(\angle BCA\) gleich groß.
Vier Beweisbausteine stehen in falscher Reihenfolge. Die Formulierungen enthalten bewusst keine Wörter wie „damit“ oder „daraus“, an denen du die Reihenfolge nur sprachlich erkennen könntest.
I. Die Dreiecke \(\triangle ABD\) und \(\triangle ACD\) sind nach SWS kongruent.
II. Es gelten \(AB=AC\), \(AD=AD\) und \(\angle BAD=\angle DAC\).
III. Es gilt \(\angle ABC=\angle BCA\).
IV. Konstruiere die Winkelhalbierende \(AD\) von \(\angle BAC\), wobei \(D\) auf \(BC\) liegt.
a) Nenne Voraussetzung und Behauptung des Satzes.
b) Ordne die vier Beweisbausteine logisch. Begründe jeden Übergang mit dem mathematischen Grund, der den nächsten Baustein ermöglicht.
Denkanstöße
- Welcher Baustein erzeugt überhaupt erst die zusätzliche geometrische Information im Inneren des Dreiecks?
- In welchem Baustein stehen genau die drei Angaben, die für einen Kongruenzsatz gebraucht werden?
- Erst nach welchem Ergebnis darf man entsprechende Winkel der beiden Teildreiecke gleichsetzen?
Lösung
1. Die Voraussetzung lautet \(AB=AC\); die Behauptung lautet \(\angle ABC=\angle BCA\).
2. Zuerst kommt IV: Die Konstruktion der Winkelhalbierenden liefert \(\angle BAD=\angle DAC\).
3. Danach kommt II: \(AB=AC\) stammt aus der Voraussetzung, \(AD=AD\) ist die gemeinsame Seite und die Winkelgleichheit stammt aus IV.
4. Nun folgt I: Die drei in II genannten Übereinstimmungen sind zwei Seiten und der eingeschlossene Winkel, also SWS.
5. Zuletzt folgt III: Aus der Kongruenz sind entsprechende Winkel gleich groß; weil \(D\) auf \(BC\) liegt, sind dies die Basiswinkel des Ausgangsdreiecks. Die Reihenfolge ist IV, II, I, III.
Antwort
a) Voraussetzung: \(AB=AC\); Behauptung: \(\angle ABC=\angle BCA\).
b) IV, II, I, III. Begründung: IV liefert die gleiche Winkelhälfte; zusammen mit der Voraussetzung und der gemeinsamen Seite ergibt das II; II erlaubt SWS und damit I; aus der Kongruenz in I folgt die Winkelgleichheit III.