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Laplace-Experimente

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Untersuche die folgenden Zufallsexperimente. Entscheide jeweils, ob die Laplace-Annahme gerechtfertigt ist, und begründe deine Antwort kurz. a) Werfen einer Reißzwecke. b) Ziehen einer Karte aus einem gut durchmischten Kartenspiel mit 32 Karten. c) Werfen eines herkömmlichen Spielwürfels, bei dem alle Kanten gleichmäßig leicht abgerundet sind. d) Drehen eines Glücksrads, das in vier gleich große Viertel (rot, gelb, grün, blau) unterteilt ist.

Denkanstöße

- Was ist die wichtigste Voraussetzung für ein Laplace-Experiment? - Überlege, ob die beteiligten Objekte vollkommen symmetrisch sind. - Hat jedes mögliche Ergebnis physikalisch gesehen die exakt gleiche Chance? - Könnte die Form eines Objekts ein bestimmtes Ergebnis bevorzugen?

Lösung

1. Teilaufgabe a): Keine Laplace-Annahme. Aufgrund der asymmetrischen Form (Kopf und Spitze) sind die Wahrscheinlichkeiten für die verschiedenen Lagen physikalisch nicht gleich groß. 2. Teilaufgabe b): Laplace-Annahme gerechtfertigt. Jede Karte ist identisch geformt und die Chance, eine bestimmte Karte zu ziehen, ist bei guter Durchmischung für alle 32 Karten gleich \(P = \frac{1}{32}\). 3. Teilaufgabe c): Laplace-Annahme gerechtfertigt. Ein herkömmlicher Spielwürfel ist hochgradig symmetrisch konstruiert. Die Rundungen betreffen alle Kanten gleichmäßig, sodass für jede Augenzahl näherungsweise \(P = \frac{1}{6}\) angenommen werden kann. 4. Teilaufgabe d): Laplace-Annahme gerechtfertigt. Da alle Sektoren den gleichen Mittelpunktswinkel von \(90^\circ\) haben, ist die Wahrscheinlichkeit für jede Farbe gleich \(P = \frac{1}{4}\).

Antwort

a) Nein, wegen mangelnder Symmetrie. b) Ja, da alle Karten die gleiche Ziehchance haben. c) Ja, da der Würfel symmetrisch bleibt. d) Ja, da die Sektoren gleich groß sind.
4135748
In einer Schachtel liegen 12 Pralinen: 7 mit Vollmilchschokolade, 4 mit Zartbitterschokolade und eine mit weißer Schokolade. Eine Praline wird blind entnommen. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für die Ergebnisse in der Ergebnismenge \(\Omega = \{\text{Vollmilch, Zartbitter, weiß}\}\). b) Begründe unter Verwendung deiner Ergebnisse aus Teilaufgabe a), warum die Entnahme bezüglich dieser Ergebnismenge kein Laplace-Experiment darstellt.

Denkanstöße

- Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit, wenn man die Anzahl der günstigen und die Anzahl der möglichen Fälle kennt? - Vergleiche die Wahrscheinlichkeiten der drei Pralinensorten. - Was müsste gelten, damit man von einem Laplace-Experiment spricht?

Lösung

1. Bestimmung der Gesamtzahl der Pralinen: \(7 + 4 + 1 = 12\). 2. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten: \(P(\text{Vollmilch}) = \frac{7}{12} \approx 0{,}583\), \(P(\text{Zartbitter}) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3} \approx 0{,}333\) und \(P(\text{weiß}) = \frac{1}{12} \approx 0{,}083\). 3. Vergleich der Wahrscheinlichkeiten: Die berechneten Werte \(\frac{7}{12}\), \(\frac{4}{12}\) und \(\frac{1}{12}\) sind alle voneinander verschieden. 4. Schlussfolgerung: Da für ein Laplace-Experiment alle Ergebnisse in \(\Omega\) die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen müssten (\(P = \frac{1}{3}\)), ist die Laplace-Annahme hier widerlegt.

Antwort

a) \(P(\text{Vollmilch}) = \frac{7}{12}\), \(P(\text{Zartbitter}) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3}\), \(P(\text{weiß}) = \frac{1}{12}\). b) Es handelt sich nicht um ein Laplace-Experiment, da die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse unterschiedlich sind (\(\frac{7}{12} \neq \frac{4}{12} \neq \frac{1}{12}\)).
4136548
In einer Urne befinden sich 20 Kugeln, die sich nur in ihrer Farbe unterscheiden. Untersuche für die folgenden Fälle, ob es sich um ein Laplace-Experiment handelt, wenn man eine Kugel zieht und deren Farbe betrachtet. Gib jeweils die Ergebnismenge \(\Omega\) an. a) Es befinden sich jeweils 10 rote und 10 blaue Kugeln in der Urne. b) Es befinden sich 5 rote, 5 blaue, 5 grüne und 5 gelbe Kugeln in der Urne. c) Es befinden sich 2 rote, 8 blaue und 10 grüne Kugeln in der Urne.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche verschiedenen Ergebnisse überhaupt möglich sind. - Berechne für jedes mögliche Ergebnis die Wahrscheinlichkeit. - Vergleiche die berechneten Wahrscheinlichkeiten miteinander. - Was muss für die Wahrscheinlichkeiten gelten, damit man von einem Laplace-Experiment spricht?

Lösung

1. Ein Experiment ist ein Laplace-Experiment, wenn alle Ergebnisse in \(\Omega\) die gleiche Wahrscheinlichkeit haben. 2. Fall a): Die Ergebnismenge ist \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}\}\). Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(\text{rot}) = \frac{10}{20} = 0{,}5\) und \(P(\text{blau}) = \frac{10}{20} = 0{,}5\). Da die Wahrscheinlichkeiten gleich sind, ist es ein Laplace-Experiment. 3. Fall b): Die Ergebnismenge ist \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}, \text{grün}, \text{gelb}\}\). Jede Farbe hat eine Wahrscheinlichkeit von \(P = \frac{5}{20} = 0{,}25\). Da alle Ergebnisse gleichwahrscheinlich sind, ist es ein Laplace-Experiment. 4. Fall c): Die Ergebnismenge ist \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}, \text{grün}\}\). Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(\text{rot}) = \frac{2}{20} = 0{,}1\), \(P(\text{blau}) = \frac{8}{20} = 0{,}4\) und \(P(\text{grün}) = \frac{10}{20} = 0{,}5\). Da die Wahrscheinlichkeiten verschieden sind, ist es kein Laplace-Experiment.

Antwort

a) Ja, es ist ein Laplace-Experiment. \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}\}\). b) Ja, es ist ein Laplace-Experiment. \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}, \text{grün}, \text{gelb}\}\). c) Nein, es ist kein Laplace-Experiment. \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}, \text{grün}\}\).
4135628
In einer Lostrommel befinden sich 12 rote, 8 blaue und 4 grüne Kugeln. a) Begründe, warum das Ziehen einer Kugel (bezogen auf die Farbe) unter den gegebenen Bedingungen kein Laplace-Experiment ist. b) Wie viele Kugeln welcher Farbe müssen mindestens hinzugefügt werden, damit das Ziehen einer Farbe zu einem Laplace-Experiment wird? c) Berechne im neuen Laplace-Experiment die Wahrscheinlichkeit für jede der drei Farben.

Denkanstöße

- Vergleiche die Anzahl der Kugeln jeder Farbe. Was müsste gelten, damit jede Farbe die gleiche Chance hat? - Orientier dich an der Farbe, die am häufigsten vorkommt. - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit, wenn alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl und Wahrscheinlichkeiten: Gesamtzahl \(n = 12 + 8 + 4 = 24\). Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(\text{rot}) = \frac{12}{24} = 0{,}5\), \(P(\text{blau}) = \frac{8}{24} \approx 0{,}33\) und \(P(\text{grün}) = \frac{4}{24} \approx 0{,}17\). Da die Wahrscheinlichkeiten unterschiedlich sind, ist es kein Laplace-Experiment bezüglich der Farben. 2. Anpassung für Laplace-Bedingung: Alle Farben müssen die gleiche Anzahl an Kugeln haben. Die höchste Anzahl ist 12 (rot). 3. Berechnung der hinzuzufügenden Kugeln: Für Blau müssen \(12 - 8 = 4\) Kugeln hinzugefügt werden. Für Grün müssen \(12 - 4 = 8\) Kugeln hinzugefügt werden. 4. Neue Wahrscheinlichkeit: Die neue Gesamtzahl ist \(12 + 12 + 12 = 36\). Da es drei gleich wahrscheinliche Farben gibt, gilt für jede Farbe \(P = \frac{12}{36} = \frac{1}{3}\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeiten der Farben sind unterschiedlich (\(\frac{12}{24}\), \(\frac{8}{24}\), \(\frac{4}{24}\)). b) Es müssen 4 blaue und 8 grüne Kugeln hinzugefügt werden. c) Für jede der drei Farben beträgt die Wahrscheinlichkeit \(P = \frac{1}{3}\).
4135738
Ein Glücksrad ist in 10 gleich große Felder unterteilt. Von diesen Feldern sind 5 blau, 3 rot und 2 gelb. Das Rad wird einmal gedreht. a) Warum ist die Annahme eines Laplace-Experiments nicht gerechtfertigt, wenn die Ergebnismenge \(\Omega = \{\text{blau, rot, gelb}\}\) gewählt wird? b) Gib eine Ergebnismenge \(\Omega'\) an, für die die Laplace-Annahme gerechtfertigt ist.

Denkanstöße

- Was bedeutet der Begriff „Laplace-Experiment“ für die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Ergebnisse? - Schau dir an, wie viele Felder zu jeder Farbe gehören. Sind die Chancen für jede Farbe gleich? - Wie könnte man die Felder unterscheiden, damit jedes einzelne Feld als eigenes Ergebnis zählt?

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für die Farben: Da das Rad in 10 gleich große Felder unterteilt ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit für jedes Feld \(\frac{1}{10}\). 2. Bestimmung der Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse in \(\Omega\): \(P(\text{blau}) = \frac{5}{10} = 0{,}5\), \(P(\text{rot}) = \frac{3}{10} = 0{,}3\) und \(P(\text{gelb}) = \frac{2}{10} = 0{,}2\). 3. Überprüfung der Laplace-Bedingung: Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen. Da \(0{,}5 \neq 0{,}3 \neq 0{,}2\), ist die Bedingung für \(\Omega\) nicht erfüllt. 4. Konstruktion einer geeigneten Ergebnismenge \(\Omega'\): Um die Laplace-Annahme zu rechtfertigen, müssen die Ergebnisse gleich wahrscheinlich sein. Dies erreicht man, indem man jedes der 10 Felder einzeln betrachtet, z. B. durch Nummerierung: \(\Omega' = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}\). Jedes Feld hat dann die Wahrscheinlichkeit \(P(i) = \frac{1}{10}\).

Antwort

a) Die Ergebnisse sind nicht gleich wahrscheinlich: \(P(\text{blau}) = 0{,}5\), \(P(\text{rot}) = 0{,}3\) und \(P(\text{gelb}) = 0{,}2\). Bei einem Laplace-Experiment müssen jedoch alle Ergebnisse dieselbe Wahrscheinlichkeit haben. b) Eine mögliche Ergebnismenge ist die Menge der einzelnen Felder, zum Beispiel \(\Omega' = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}\).
4135768
Untersuche die folgenden drei Zufallsexperimente. Gib jeweils die Ergebnismenge \(\Omega\) an und entscheide mit Begründung, ob es sich um ein Laplace-Experiment handelt. a) Werfen einer fairen Münze (Wappen oder Zahl). b) Ziehen einer Kugel aus einer Urne, in der sich \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln befinden. Das Ergebnis ist die Farbe der Kugel. c) Drehen eines Glücksrads, das in \(8\) exakt gleich große Sektoren unterteilt ist, die von \(1\) bis \(8\) durchnummeriert sind.

Denkanstöße

- Was bedeutet der Begriff „Laplace-Experiment“ für die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Ergebnisse? - Schau dir an, ob alle möglichen Ergebnisse physikalisch oder durch die Anzahl die gleiche Chance haben, einzutreten. - Wie viele Elemente hat die Ergebnismenge in jedem Fall?

Lösung

1. Münze: Die Ergebnismenge ist \(\Omega = \{\text{Wappen}, \text{Zahl}\}\). Da die Münze fair ist, sind beide Ergebnisse gleich wahrscheinlich (\(P = 0{,}5\)), es liegt ein Laplace-Experiment vor. 2. Urne: Die Ergebnismenge ist \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}\}\). Es ist kein Laplace-Experiment, da die Wahrscheinlichkeiten aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der Kugeln ungleich sind (\(P(\text{rot}) = \frac{4}{10} = 0{,}4\) und \(P(\text{blau}) = \frac{6}{10} = 0{,}6\)). 3. Glücksrad: Die Ergebnismenge ist \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\). Da alle Sektoren gleich groß sind, ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Ergebnis identisch (\(P = \frac{1}{8}\)), es handelt sich um ein Laplace-Experiment.

Antwort

a) \(\Omega = \{\text{Wappen}, \text{Zahl}\}\); Laplace-Experiment, da beide Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind. b) \(\Omega = \{\text{rot}, \text{blau}\}\); kein Laplace-Experiment, da \(P(\text{rot}) = 0{,}4\) und \(P(\text{blau}) = 0{,}6\). c) \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\); Laplace-Experiment, da alle Sektoren die gleiche Fläche haben.
4136608
Ein Glücksrad ist in 10 gleich große Sektoren unterteilt. Davon sind 7 Sektoren blau und 3 Sektoren gelb gefärbt. Das Rad wird zweimal nacheinander gedreht. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis \((\text{blau}, \text{blau})\). b) Ein Schüler behauptet: „Es gibt vier mögliche Farbkombinationen: \((\text{blau}, \text{blau})\), \((\text{blau}, \text{gelb})\), \((\text{gelb}, \text{blau})\) und \((\text{gelb}, \text{gelb})\). Da es 4 Möglichkeiten sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit für jede Kombination genau \(25\,\%\).“ Erkläre, warum diese Überlegung falsch ist.

Denkanstöße

- Wie viele Felder gibt es insgesamt und wie viele davon haben die jeweilige Farbe? - Wann darf man die Formel für Laplace-Experimente (Anzahl günstiger durch Anzahl möglicher Ergebnisse) direkt auf die Ergebnismenge anwenden? - Unterscheiden sich die Chancen für die einzelnen Farben beim Drehen?

Lösung

1. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten: Da 7 von 10 Feldern blau sind, gilt \(P(\text{blau}) = \frac{7}{10} = 0{,}7\). Für gelb gilt \(P(\text{gelb}) = \frac{3}{10} = 0{,}3\). 2. Berechnung für \((\text{blau}, \text{blau})\): Nach der Pfadregel multipliziert man die Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades: \(P(\text{blau}, \text{blau}) = 0{,}7 \cdot 0{,}7 = 0{,}49\). Das entspricht \(49\,\%\). 3. Widerlegung der Behauptung: Die Laplace-Annahme (\(25\,\%\) für jedes Ergebnis) gilt nur, wenn alle Ergebnisse der Ergebnismenge \(\Omega = \{(\text{blau}, \text{blau}), (\text{blau}, \text{gelb}), (\text{gelb}, \text{blau}), (\text{gelb}, \text{gelb})\}\) gleich wahrscheinlich sind. Da die Anzahl der blauen und gelben Felder jedoch unterschiedlich ist, sind die Pfade im Baumdiagramm unterschiedlich gewichtet. So ist beispielsweise \(P(\text{gelb}, \text{gelb}) = 0{,}3 \cdot 0{,}3 = 0{,}09\) (\(9\,\%\)), was deutlich von \(49\,\%\) abweicht.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(49\,\%\) (oder \(0{,}49\)). b) Die Überlegung ist falsch, weil es sich nicht um ein Laplace-Experiment bezogen auf die Farbkombinationen handelt. Die Grundwahrscheinlichkeiten für Blau (\(0{,}7\)) und Gelb (\(0{,}3\)) sind unterschiedlich, weshalb die daraus resultierenden Kombinationen nicht die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen.
4135638
Ein spezieller Würfel hat die Form eines Quaders mit den Kantenlängen \(a = 3\,\text{cm}\), \(b = 3\,\text{cm}\) und \(c = 6\,\text{cm}\). Die sechs Seitenflächen sind mit den Zahlen 1 bis 6 beschriftet. Die beiden quadratischen Flächen tragen die Zahlen 1 und 6. Die vier rechteckigen Seitenflächen tragen die Zahlen 2, 3, 4 und 5. Ein Schüler behauptet: „Da der Körper 6 Flächen hat, ist die Wahrscheinlichkeit für jede Zahl genau \(\frac{1}{6}\).“ Nimm kritisch Stellung zu dieser Aussage. Nutze geometrische Argumente zur Begründung.

Denkanstöße

- Betrachte die Form des Quaders genau. Sind alle Seitenflächen identisch? - Berechne die Flächeninhalte der verschiedenen Seiten. - Glaubst du, dass ein solcher Körper beim Werfen auf jede Seite gleich oft fallen würde? - Was ist die Definition eines Laplace-Experiments?

Lösung

1. Die beiden quadratischen Flächen haben den Flächeninhalt \(A_{\text{Quadrat}} = 3\,\text{cm} \cdot 3\,\text{cm} = 9\,\text{cm}^2\). 2. Die vier rechteckigen Flächen haben den Flächeninhalt \(A_{\text{Rechteck}} = 3\,\text{cm} \cdot 6\,\text{cm} = 18\,\text{cm}^2\). 3. Der Quader ist damit nicht so symmetrisch wie ein Würfel: Die Flächen unterscheiden sich in Form und Größe, und auch die Lage des Schwerpunkts relativ zu den Auflageflächen ist verschieden. 4. Aus der bloßen Anzahl von sechs Flächen folgt deshalb nicht \(P(1)=\dots=P(6)=\frac{1}{6}\). Auch aus den Flächeninhalten allein lassen sich die Landewahrscheinlichkeiten nicht exakt berechnen; dazu wären ein geeignetes physikalisches Modell oder Versuchsdaten nötig. 5. Die Laplace-Annahme ist für diesen Körper daher nicht begründet.

Antwort

Die Aussage ist nicht begründet. Der Quader besitzt unterschiedlich geformte und unterschiedlich große Flächen und hat daher nicht die Symmetrie eines fairen Würfels. Aus sechs Flächen folgt nicht automatisch die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{6}\) für jede Zahl. Die tatsächlichen Landewahrscheinlichkeiten müssten experimentell bestimmt oder mit einem physikalischen Modell berechnet werden.
4135788
Ein Glücksrad ist in vier Sektoren \(A\), \(B\), \(C\) und \(D\) unterteilt. Die Mittelpunktswinkel der Sektoren betragen: \(A: 120^\circ\), \(B: 120^\circ\), \(C: 60^\circ\), \(D: 60^\circ\). a) Berechne für jeden Sektor die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad bei ihm stehen bleibt. b) Erkläre, warum dieses Zufallsexperiment bezüglich der Ergebnismenge \(\Omega = \{A, B, C, D\}\) kein Laplace-Experiment ist. c) Wie müssten die Winkel verändert werden, damit ein Laplace-Experiment mit der Ergebnismenge \(\Omega = \{A, B, C, D\}\) entsteht? Gib den neuen Winkel für die Sektoren an.

Denkanstöße

- Wie hängen der Anteil der Fläche (oder der Winkel) und die Wahrscheinlichkeit bei einem Glücksrad zusammen? - Ein ganzer Kreis entspricht immer \(360^\circ\). - Was müsste gelten, damit jedes der vier Felder die exakt gleiche Chance hat?

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten: Ein voller Kreis hat \(360^\circ\). \(P(A) = \frac{120^\circ}{360^\circ} = \frac{1}{3}\) \(P(B) = \frac{120^\circ}{360^\circ} = \frac{1}{3}\) \(P(C) = \frac{60^\circ}{360^\circ} = \frac{1}{6}\) \(P(D) = \frac{60^\circ}{360^\circ} = \frac{1}{6}\) 2. Begründung: Da die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse unterschiedlich sind (\(\frac{1}{3} \neq \frac{1}{6}\)), ist die Laplace-Bedingung (Gleichwahrscheinlichkeit) nicht erfüllt. 3. Anpassung für Laplace: Alle vier Ergebnisse müssen die gleiche Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{4}\) besitzen. Der zugehörige Winkel berechnet sich durch \(\frac{360^\circ}{4} = 90^\circ\). Jeder Sektor muss also einen Mittelpunktswinkel von \(90^\circ\) haben.

Antwort

a) \(P(A) = \frac{1}{3}\), \(P(B) = \frac{1}{3}\), \(P(C) = \frac{1}{6}\), \(P(D) = \frac{1}{6}\). b) Es ist kein Laplace-Experiment, da die Ergebnisse nicht gleich wahrscheinlich sind (die Sektoren sind unterschiedlich groß). c) Jeder der vier Sektoren müsste einen Mittelpunktswinkel von \(90^\circ\) haben.
4136558
Zwei faire sechsseitige Spielwürfel werden gleichzeitig geworfen. Wir betrachten zwei verschiedene Arten, das Ergebnis festzuhalten: a) Das Ergebnis ist die Summe der beiden Augenzahlen. Ist dies ein Laplace-Experiment? Begründe deine Entscheidung durch den Vergleich der Wahrscheinlichkeiten für die Summen 2 und 7. b) Das Ergebnis ist das Zahlenpaar \((x; y)\), wobei \(x\) die Zahl des ersten und \(y\) die Zahl des zweiten Würfels ist. Begründe, warum dies ein Laplace-Experiment ist, und gib die Anzahl der Elemente in der Ergebnismenge \(\Omega\) an.

Denkanstöße

- Wie viele Möglichkeiten gibt es, eine bestimmte Augensumme zu erhalten? Sind das bei jeder Summe gleich viele? - Überlege dir, wie viele Kombinationen es insgesamt gibt, wenn man die Würfel unterscheidet. - Wenn man die Würfel als Paar betrachtet, hat jede einzelne Kombination die gleiche Chance?

Lösung

1. Fall a): Die möglichen Summen liegen zwischen 2 und 12. Die Wahrscheinlichkeit für die Summe 2 ist \(P(2) = \frac{1}{36}\) (nur die Kombination \((1; 1)\)). Die Wahrscheinlichkeit für die Summe 7 ist \(P(7) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6}\) (Kombinationen \((1; 6), (2; 5), (3; 4), (4; 3), (5; 2), (6; 1)\)). Da \(\frac{1}{36} \neq \frac{6}{36}\), sind die Ergebnisse nicht gleichwahrscheinlich. Es ist kein Laplace-Experiment. 2. Fall b): Bei einem fairen Würfel ist jede Zahl von 1 bis 6 gleichwahrscheinlich (\(P = \frac{1}{6}\)). Da die Würfe unabhängig sind, hat jedes Paar \((x; y)\) die gleiche Wahrscheinlichkeit von \(P = \frac{1}{6} \cdot \frac{1}{6} = \frac{1}{36}\). Da alle Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, ist es ein Laplace-Experiment. 3. Die Ergebnismenge \(\Omega\) enthält alle Paare von \((1; 1)\) bis \((6; 6)\). Die Anzahl der Elemente ist \(6 \cdot 6 = 36\).

Antwort

a) Nein, es ist kein Laplace-Experiment, da z. B. \(P(2) = \frac{1}{36}\) und \(P(7) = \frac{6}{36}\) gilt. b) Ja, es ist ein Laplace-Experiment, da jedes der 36 möglichen Paare die gleiche Wahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{36}\) besitzt. \(\Omega\) hat 36 Elemente.
4136568
Ein Glücksrad ist in 12 exakt gleich große Felder unterteilt. Die Felder sind mit den Zahlen 1, 2 oder 3 beschriftet. a) Wie viele Felder müssen jeweils mit der 1, der 2 und der 3 beschriftet sein, damit das Drehen des Rades ein Laplace-Experiment bezüglich der Ergebnismenge \(\Omega = \{1, 2, 3\}\) ist? b) Das Rad wird nun so beschriftet: Zwei Felder mit der 1, vier Felder mit der 2 und sechs Felder mit der 3. Berechne für dieses Experiment die Wahrscheinlichkeiten \(P(1)\), \(P(2)\) und \(P(3)\). Ist es ein Laplace-Experiment? c) Jemand behauptet: „Wenn ich das Rad aus Aufgabenteil b) drehe und nur wissen will, ob die Zahl ungerade oder gerade ist, dann ist das ein Laplace-Experiment.“ Prüfe diese Aussage mathematisch.

Denkanstöße

- Wie viele Felder gibt es insgesamt und wie viele davon entfallen auf ein bestimmtes Ergebnis? - Ein Laplace-Experiment erfordert immer die exakt gleiche Wahrscheinlichkeit für alle möglichen Ausgänge. - Fasse bei Teilaufgabe c) die Ergebnisse „1“ und „3“ zu einer Gruppe zusammen.

Lösung

1. Zu a): Damit das Experiment bezüglich \(\Omega = \{1, 2, 3\}\) ein Laplace-Experiment ist, muss jedes Ergebnis die Wahrscheinlichkeit \(P = \frac{1}{3}\) haben. Bei 12 Feldern entspricht das \(\frac{1}{3} \cdot 12 = 4\) Feldern pro Zahl. 2. Zu b): Die Gesamtzahl der Felder ist 12. Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(1) = \frac{2}{12} = \frac{1}{6}\), \(P(2) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3}\) und \(P(3) = \frac{6}{12} = \frac{1}{2}\). Da die Wahrscheinlichkeiten unterschiedlich sind (\(\frac{1}{6} \neq \frac{1}{3} \neq \frac{1}{2}\)), ist es kein Laplace-Experiment. 3. Zu c): Die Ergebnismenge ist \(\Omega' = \{\text{gerade}, \text{ungerade}\}\). Gerade Zahlen auf dem Rad sind nur die 2 (4 Felder). Ungerade Zahlen sind die 1 und die 3 (zusammen \(2 + 6 = 8\) Felder). 4. Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(\text{gerade}) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3}\) und \(P(\text{ungerade}) = \frac{8}{12} = \frac{2}{3}\). Da \(\frac{1}{3} \neq \frac{2}{3}\), ist die Aussage falsch; es ist kein Laplace-Experiment.

Antwort

a) Es müssen jeweils genau 4 Felder mit jeder der Zahlen 1, 2 und 3 beschriftet sein. b) \(P(1) = \frac{1}{6}\), \(P(2) = \frac{1}{3}\), \(P(3) = \frac{1}{2}\). Es ist kein Laplace-Experiment. c) Die Aussage ist falsch. Da \(P(\text{gerade}) = \frac{1}{3}\) und \(P(\text{ungerade}) = \frac{2}{3}\) gilt, sind die Wahrscheinlichkeiten nicht gleich.

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