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In einem Beutel liegen \(5\) rote und \(5\) blaue Kugeln. Es werden zwei verschiedene Experimente betrachtet, bei denen jeweils bereits drei rote Kugeln hintereinander gezogen wurden.
Experiment A: Ziehen mit Zurücklegen.
Experiment B: Ziehen ohne Zurücklegen.
Untersuche für beide Experimente, wie sich die Wahrscheinlichkeit, im nächsten Zug eine blaue Kugel zu ziehen, durch die ersten drei Züge verändert hat. Vergleiche die Ergebnisse.
Denkanstöße
- Wie viele Kugeln jeder Farbe sind nach den drei Zügen jeweils noch im Beutel?
- In welchem Fall ändert sich die Grundmenge (die Gesamtzahl der Möglichkeiten)?
- Überlege, was „unabhängige Ereignisse“ für die Wahrscheinlichkeit bedeuten.
Lösung
1. Analyse Experiment A (mit Zurücklegen): Da die Kugeln zurückgelegt werden, bleibt die Zusammensetzung des Beutels immer gleich (\(5\) rote, \(5\) blaue). Die Wahrscheinlichkeit für eine blaue Kugel im 4. Zug ist unverändert \(P = \frac{5}{10} = 0{,}5\). Die Vorereignisse haben keinen Einfluss.
2. Analyse Experiment B (ohne Zurücklegen): Nach drei roten Zügen befinden sich nur noch \(10 - 3 = 7\) Kugeln im Beutel. Davon sind immer noch \(5\) blau, aber nur noch \(2\) rot. Die Wahrscheinlichkeit für eine blaue Kugel ist nun \(P = \frac{5}{7} \approx 0{,}714\).
3. Vergleich: In Experiment A ist das Ereignis „blaue Kugel“ unabhängig von den vorherigen Zügen. In Experiment B sind die Züge abhängig voneinander; hier hat die Serie von roten Kugeln die Wahrscheinlichkeit für eine blaue Kugel tatsächlich erhöht.
Antwort
In Experiment A bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine blaue Kugel konstant bei \(0{,}5\), da die Züge unabhängig sind. In Experiment B steigt die Wahrscheinlichkeit auf \(\frac{5}{7} \approx 0{,}714\), da durch das Nicht-Zurücklegen die Anzahl der roten Kugeln im Beutel abgenommen hat.
