Für eine synthetische Messreihe über einen Tag wurde das Näherungsmodell
\(m(t)=18+4\sin\left(\frac{\pi}{12}(t-2)\right)\)
aufgestellt. Dabei ist \(t\) die Zeit in Stunden und \(m(t)\) die Messgröße.
<table><tr><th>\(t\) in \(\text{h}\)</th><th>\(0\)</th><th>\(4\)</th><th>\(8\)</th><th>\(12\)</th><th>\(16\)</th><th>\(20\)</th><th>\(24\)</th></tr><tr><th>Messwert</th><td>\(16{,}2\)</td><td>\(19{,}8\)</td><td>\(22{,}1\)</td><td>\(20{,}2\)</td><td>\(15{,}9\)</td><td>\(14{,}1\)</td><td>\(16{,}0\)</td></tr></table>
a) Bestimme mithilfe des Modells innerhalb von \([0;24]\) den Zeitraum, in dem \(m(t)\ge20\) gilt.
b) Bestimme für die sieben Tabellenzeitpunkte die größte absolute Abweichung zwischen Modell und Messwert.
c) Begründe, warum eine Vorhersage mit demselben Modell für \(t=120\,\text{h}\) deutlich unsicherer wäre als die Verwendung des Modells innerhalb des beobachteten Tages.
Denkanstöße
- Forme die Schwellenbedingung so um, dass nur noch der Sinusausdruck mit einer Zahl verglichen wird.
- Nutze für die Grenzzeiten bekannte Winkel, bei denen der Sinus den Schwellenwert annimmt.
- Für die Modellgüte in b) brauchst du Modell- und Messwert jeweils am selben Zeitpunkt.
- Unterscheide bei c) zwischen einer Aussage im beobachteten Bereich und einer weit darüber hinausgehenden Vorhersage.
Lösung
1. Die Bedingung \(m(t)\ge20\) ist gleichbedeutend mit \(\sin\left(\frac{\pi}{12}(t-2)\right)\ge\frac12\).
2. Im betrachteten Zeitraum ist diese Bedingung für Argumente von \(\frac{\pi}{6}\) bis \(\frac{5\pi}{6}\) erfüllt. Daraus folgen \(t=4\) und \(t=12\) als Randzeiten, also \(t\in[4;12]\).
3. Das Modell liefert bei \(t=0,4,8,12,16,20,24\) die Werte \(16,20,22,20,16,14,16\). Die absoluten Abweichungen zu den Messwerten sind \(0{,}2,0{,}2,0{,}1,0{,}2,0{,}1,0{,}1,0\). Die größte Abweichung beträgt \(0{,}2\).
4. Die Daten decken nur den beobachteten Zeitraum von \(24\,\text{h}\) ab. Für \(120\,\text{h}\) müsste man annehmen, dass Periode, Mittellage, Amplitude und Phase über viele weitere Zyklen unverändert bleiben. Diese Annahme wird durch die vorliegenden Daten nicht überprüft.
Antwort
a) \(t\in[4;12]\,\text{h}\)
b) größte absolute Abweichung: \(0{,}2\)
c) Die Daten stützen das Modell nur im beobachteten Tagesabschnitt; eine unveränderte Fortsetzung über mehrere weitere Perioden ist nicht durch die Messreihe abgesichert.