Die Abbildung zeigt das Höhenprofil eines Mountainbike-Trails. Die horizontale Entfernung vom Startpunkt an der Bergstation ist auf der \(x\)-Achse aufgetragen, während die Höhe über dem Meeresspiegel auf der \(y\)-Achse dargestellt ist. Der Startpunkt des Trails liegt bei \(1300\,\text{m}\) und das Ende bei \(820\,\text{m}\).
a) Berechne die durchschnittliche Steigung (in Prozent) für die gesamte Strecke des Trails.
b) Berechne die durchschnittliche Steigung (in Prozent) jeweils für die erste Hälfte der horizontalen Strecke (von \(0\,\text{m}\) bis \(800\,\text{m}\)) sowie für die zweite Hälfte (von \(800\,\text{m}\) bis \(1600\,\text{m}\)). Vergleiche die beiden Werte.
c) Ein Mountainbiker behauptet: „Da die durchschnittliche Steigung auf der ersten Hälfte \(-45\,\%\) beträgt, gibt es auf diesem Abschnitt keine Stellen, die steiler als \(-50\,\%\) (also ein Gefälle von mehr als \(50\,\%\)) sind.“ Begründe, warum diese Behauptung im Allgemeinen falsch ist.

Denkanstöße
- Erinnere dich daran, wie man die Steigung zwischen zwei Punkten in einem Koordinatensystem berechnet.
- Welche mathematische Größe beschreibt die durchschnittliche Änderung eines Wertes über ein bestimmtes Intervall?
- Achte genau auf die Einheiten und die Vorzeichen, wenn es sich um einen Höhenabfall (Gefälle) handelt.
- Überlege dir, wie sich ein Durchschnittswert zusammensetzt. Bedeutet ein Durchschnitt von zum Beispiel \(45\,\%\), dass jeder einzelne Wert höchstens \(45\,\%\) sein darf?
Lösung
1. Zur Berechnung der durchschnittlichen Steigung (mittlere Änderungsrate) wird der Differenzenquotient verwendet:
\(m = \frac{\Delta y}{\Delta x} = \frac{y_2 - y_1}{x_2 - x_1}\)
2. Für die gesamte Strecke (von \(0\,\text{m}\) bis \(1600\,\text{m}\)):
\(m_{\text{gesamt}} = \frac{820\,\text{m} - 1300\,\text{m}}{1600\,\text{m} - 0\,\text{m}} = \frac{-480\,\text{m}}{1600\,\text{m}} = -0{,}30 = -30\,\%\)
3. Für die erste Hälfte (von \(0\,\text{m}\) bis \(800\,\text{m}\)):
\(m_{1} = \frac{940\,\text{m} - 1300\,\text{m}}{800\,\text{m} - 0\,\text{m}} = \frac{-360\,\text{m}}{800\,\text{m}} = -0{,}45 = -45\,\%\)
4. Für die zweite Hälfte (von \(800\,\text{m}\) bis \(1600\,\text{m}\)):
\(m_{2} = \frac{820\,\text{m} - 940\,\text{m}}{1600\,\text{m} - 800\,\text{m}} = \frac{-120\,\text{m}}{800\,\text{m}} = -0{,}15 = -15\,\%\)
5. Vergleich: Die erste Hälfte ist mit einem durchschnittlichen Gefälle von \(45\,\%\) deutlich steiler als die zweite Hälfte mit einem durchschnittlichen Gefälle von \(15\,\%\). Die Steigung im ersten Abschnitt ist betragsmäßig dreimal so groß.
6. Begründung zur Behauptung c):
Die durchschnittliche Steigung gibt nur den Mittelwert über das gesamte Intervall an. Sie sagt nichts über die lokale Steigung (momentane Änderungsrate) an einzelnen Stellen aus. Innerhalb der ersten \(800\,\text{m}\) kann es durchaus Abschnitte geben, die wesentlich steiler als \(-50\,\%\) sind, sofern diese durch flachere Teilstücke ausgeglichen werden.
Antwort
a) \(-30\,\%\).
b) Erste Hälfte: \(-45\,\%\); zweite Hälfte: \(-15\,\%\). Die erste Hälfte ist im Durchschnitt dreimal so steil wie die zweite Hälfte.
c) Die durchschnittliche Steigung ist ein Mittelwert über das gesamte Intervall. Sie lässt keinen Rückschluss auf das stärkste lokale Gefälle zu, sodass es durchaus steilere Teilabschnitte geben kann.