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Umkehrung von Baumdiagrammen

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In einem Lager stehen zwei Kisten mit LED-Leuchtmitteln. In Kiste 1 befinden sich \(10\) grüne, \(5\) rote und \(5\) blaue LEDs. In Kiste 2 liegen \(8\) grüne, \(10\) rote und \(2\) blaue LEDs. Eine der beiden Kisten wird rein zufällig ausgewählt. a) Aus der gewählten Kiste wird eine LED entnommen. Diese leuchtet rot. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie aus Kiste 2 stammt. b) Aus der gewählten Kiste werden nun zwei LEDs ohne Zurücklegen entnommen. Beide leuchten blau. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass diese LEDs aus Kiste 1 entnommen wurden. c) Begründe ohne Rechnung, wie sich die Wahrscheinlichkeit aus Aufgabenteil a) verändern würde, wenn Kiste 1 mit einer Wahrscheinlichkeit von \(70\,\%\) (statt \(50\,\%\)) ausgewählt würde.

Denkanstöße

- Stelle dir den zweistufigen Zufallsprozess als Baumdiagramm vor. - Welche Pfade führen zum beobachteten Ergebnis (z. B. „rot“)? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ursprungs, wenn das Ergebnis bereits bekannt ist? - Beachte beim Ziehen von zwei LEDs, dass sich die Anzahl der LEDs in der Kiste verringert. - Überlege für den letzten Teil, ob das Vorwissen über die Kistenwahl das Endergebnis eher in Richtung Kiste 1 oder Kiste 2 verschiebt.

Lösung

1. Definition der Ereignisse: \(K_1, K_2\) für die Wahl der Kiste (je \(P(K_i) = 0{,}5\)), \(R\) für „rot“, \(B_2\) für „zwei blaue LEDs“. 2. Zu a): Anwendung des Satzes von Bayes. \(P(R|K_1) = \frac{5}{20} = 0{,}25\) und \(P(R|K_2) = \frac{10}{20} = 0{,}5\). 3. Gesamtwahrscheinlichkeit für rot: \(P(R) = 0{,}5 \cdot 0{,}25 + 0{,}5 \cdot 0{,}5 = 0{,}375\). 4. Bedingte Wahrscheinlichkeit: \(P(K_2|R) = \frac{P(K_2 \cap R)}{P(R)} = \frac{0{,}5 \cdot 0{,}5}{0{,}375} = \frac{2}{3} \approx 66{,}7\,\%\). 5. Zu b): Wahrscheinlichkeiten für zwei blaue LEDs ohne Zurücklegen: \(P(B_2|K_1) = \frac{5}{20} \cdot \frac{4}{19} = \frac{20}{380}\) und \(P(B_2|K_2) = \frac{2}{20} \cdot \frac{1}{19} = \frac{2}{380}\). 6. Gesamtwahrscheinlichkeit: \(P(B_2) = 0{,}5 \cdot \frac{20}{380} + 0{,}5 \cdot \frac{2}{380} = \frac{11}{380}\). 7. Gesuchte Wahrscheinlichkeit: \(P(K_1|B_2) = \frac{0{,}5 \cdot \frac{20}{380}}{\frac{11}{380}} = \frac{10}{11} \approx 90{,}9\,\%\). 8. Zu c): Wenn die Auswahlwahrscheinlichkeit für Kiste 1 steigt, sinkt die für Kiste 2. Da \(P(K_2|R)\) proportional zu \(P(K_2)\) ist, wird die Wahrscheinlichkeit, dass eine rote LED aus Kiste 2 stammt, abnehmen.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{2}{3} \approx 66{,}7\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{10}{11} \approx 90{,}9\,\%\). c) Die Wahrscheinlichkeit würde sinken, da Kiste 2 seltener gewählt wird und somit der Anteil der Pfade, die über Kiste 2 zu einer roten LED führen, am Gesamtergebnis kleiner wird.
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In einem Logistikzentrum werden Pakete von zwei verschiedenen Scannern (\(A\) und \(B\)) erfasst. Da Scanner \(A\) leistungsfähiger ist, verarbeitet er \(70\,\%\) der Pakete, während Scanner \(B\) nur \(30\,\%\) übernimmt. Die Fehlerquote (Paket wird nicht korrekt gelesen) liegt bei Scanner \(A\) bei \(2\,\%\) und bei Scanner \(B\) bei \(5\,\%\). Betrachte die Ereignisse \(A\): „Scanner \(A\) hat das Paket verarbeitet“, \(B\): „Scanner \(B\) hat das Paket verarbeitet“ und \(F\): „Das Paket wurde fehlerhaft gelesen“. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig ausgewähltes Paket nicht korrekt gelesen wurde. b) Ein Paket wurde fehlerhaft gelesen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass es von Scanner \(A\) verarbeitet wurde. c) Interpretiere die Bedeutung des Terms \(\frac{0{,}3 \cdot 0{,}95}{0{,}7 \cdot 0{,}98 + 0{,}3 \cdot 0{,}95}\) im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Stelle die Situation in einem Baumdiagramm dar. - Welche Pfade führen dazu, dass ein Fehler auftritt? - Überlege, was im Zähler und was im Nenner des Bruchs steht, wenn man die Pfadregeln anwendet. - Wie hängen die Ereignisse „fehlerhaft“ und „korrekt gelesen“ zusammen?

Lösung

1. Berechnung der totalen Wahrscheinlichkeit für einen Fehler: \(P(F) = P(A) \cdot P(F|A) + P(B) \cdot P(F|B) = 0{,}7 \cdot 0{,}02 + 0{,}3 \cdot 0{,}05 = 0{,}014 + 0{,}015 = 0{,}029\). 2. Anwendung des Satzes von Bayes für die bedingte Wahrscheinlichkeit: \(P(A|F) = \frac{P(A \cap F)}{P(F)} = \frac{0{,}7 \cdot 0{,}02}{0{,}029} = \frac{0{,}014}{0{,}029} = \frac{14}{29} \approx 0{,}4828\). 3. Analyse des Terms: Der Zähler \(0{,}3 \cdot 0{,}95\) entspricht \(P(B) \cdot P(\bar{F}|B)\). Der Nenner \(0{,}7 \cdot 0{,}98 + 0{,}3 \cdot 0{,}95\) entspricht der totalen Wahrscheinlichkeit für eine korrekte Lesung \(P(\bar{F})\). Der gesamte Term beschreibt somit die bedingte Wahrscheinlichkeit \(P(B|\bar{F})\), also die Wahrscheinlichkeit, dass ein korrekt gelesenes Paket von Scanner \(B\) stammt.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(2{,}9\,\%\) (\(0{,}029\)). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(48{,}28\,\%\) (\(\frac{14}{29}\)). c) Der Term gibt die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass ein Paket von Scanner \(B\) verarbeitet wurde, unter der Bedingung, dass es korrekt gelesen wurde.
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Ein IT-Dienstleister erhält Anfragen über zwei Kanäle: Chat (\(C\)) und E-Mail (\(E\)). \(40\,\%\) der Anfragen gehen über den Chat ein, \(60\,\%\) per E-Mail. Aus der Statistik geht hervor, dass \(80\,\%\) der Chat-Anfragen sofort gelöst werden können (Ereignis \(S\)). Bei den E-Mail-Anfragen liegt die Quote für eine sofortige Lösung bei \(50\,\%\). a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig ausgewählte Anfrage nicht sofort gelöst werden kann. b) Eine Anfrage konnte nicht sofort gelöst werden. Mit welcher Wahrscheinlichkeit stammte sie aus dem E-Mail-Kanal? c) Erkläre, welche Wahrscheinlichkeit durch den Term \(\frac{0{,}4 \cdot 0{,}8}{0{,}4 \cdot 0{,}8 + 0{,}6 \cdot 0{,}5}\) berechnet wird.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst die Gegenwahrscheinlichkeiten für die sofortige Lösung bei beiden Kanälen. - Ein Baumdiagramm hilft dir, die Pfade für „nicht sofort gelöst“ zu identifizieren. - Bei Teilaufgabe b) ist bereits bekannt, dass die Lösung nicht sofort erfolgte – das schränkt deine Grundmenge ein. - Vergleiche die Werte im Term von Aufgabe c) mit den Wahrscheinlichkeiten für eine erfolgreiche Lösung.

Lösung

1. Bestimmung der Wahrscheinlichkeiten für das Nicht-Lösen: \(P(\bar{S}|C) = 1 - 0{,}8 = 0{,}2\) und \(P(\bar{S}|E) = 1 - 0{,}5 = 0{,}5\). 2. Berechnung der totalen Wahrscheinlichkeit für „nicht sofort gelöst“: \(P(\bar{S}) = P(C) \cdot P(\bar{S}|C) + P(E) \cdot P(\bar{S}|E) = 0{,}4 \cdot 0{,}2 + 0{,}6 \cdot 0{,}5 = 0{,}08 + 0{,}3 = 0{,}38\). 3. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit mittels Bayes: \(P(E|\bar{S}) = \frac{P(E \cap \bar{S})}{P(\bar{S})} = \frac{0{,}6 \cdot 0{,}5}{0{,}38} = \frac{0{,}3}{0{,}38} = \frac{15}{19} \approx 0{,}7895\). 4. Interpretation des Terms: Der Zähler \(0{,}4 \cdot 0{,}8\) ist \(P(C \cap S)\). Der Nenner ist die Summe der Wahrscheinlichkeiten für eine sofortige Lösung über beide Kanäle, also \(P(S)\). Der Term berechnet somit \(P(C|S)\), die Wahrscheinlichkeit, dass eine sofort gelöste Anfrage über den Chat kam.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(38\,\%\) (\(0{,}38\)). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(78{,}95\,\%\) (\(\frac{15}{19}\)). c) Der Term berechnet die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Anfrage über den Chat gestellt wurde, wenn bekannt ist, dass sie sofort gelöst werden konnte (\(P(C|S)\)).

Alle Aufgaben dürfen für Schule und Nachhilfe (auch im Rahmen bezahlter Nachhilfe) kostenlos genutzt, kopiert und ausgedruckt werden. Nicht gestattet sind kommerzielle Bearbeitungen sowie die Veröffentlichung oder Weiterverbreitung im Internet.