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In einer sozialwissenschaftlichen Studie wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Sporttreiben der Eltern (\(E\)) und dem Sportverhalten ihrer Kinder (\(K\)) besteht. Dazu wurden \(500\) Familien befragt. Die Ergebnisse sind in der folgenden Vierfeldertafel dargestellt:
<table>
<tr>
<td></td>
<td>\(K\)</td>
<td>\(\overline{K}\)</td>
<td>Gesamt</td>
</tr>
<tr>
<td>\(E\)</td>
<td>\(120\)</td>
<td>\(80\)</td>
<td>\(200\)</td>
</tr>
<tr>
<td>\(\overline{E}\)</td>
<td>\(60\)</td>
<td>\(240\)</td>
<td>\(300\)</td>
</tr>
<tr>
<td>Gesamt</td>
<td>\(180\)</td>
<td>\(320\)</td>
<td>\(500\)</td>
</tr>
</table>
a) Untersuche mithilfe bedingter Wahrscheinlichkeiten, ob das Sportverhalten der Kinder stochastisch unabhängig von dem der Eltern ist.
b) Das Ergebnis zeigt eine statistische Abhängigkeit. Erläutere kurz, warum man hieraus nicht zwingend schließen kann, dass das Vorbild der Eltern die alleinige Ursache für das Sportverhalten der Kinder ist.
Denkanstöße
- Überlege, wie sich die Wahrscheinlichkeit für das Verhalten des Kindes ändert, wenn man Informationen über die Eltern hat.
- Was bedeutet es für die Unabhängigkeit, wenn zwei Anteile in der Tabelle unterschiedlich groß sind?
- Gibt es andere Gründe außer dem direkten Einfluss der Eltern, warum beide sportlich sein könnten?
- Bedenke den Unterschied zwischen einer statistischen Beobachtung und einem Wirkungszusammenhang.
Lösung
1. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit \(P_E(K)\): \(\frac{120}{200} = 0{,}6\).
2. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit \(P_{\overline{E}}(K)\): \(\frac{60}{300} = 0{,}2\).
3. Vergleich der Wahrscheinlichkeiten: Da \(P_E(K) = 0{,}6 \neq P_{\overline{E}}(K) = 0{,}2\) gilt, sind die Ereignisse stochastisch abhängig. Alternativ zeigt der Vergleich mit der Gesamtwahrscheinlichkeit \(P(K) = \frac{180}{500} = 0{,}36\), dass Vorwissen über die Eltern die Erwartung für das Kind verändert.
4. Interpretation der Kausalität: Die stochastische Abhängigkeit belegt lediglich eine Korrelation. Die Ursache könnte das elterliche Vorbild sein (Kausalität), aber auch andere Faktoren wie genetische Veranlagung, ein gemeinsames soziales Umfeld oder finanzielle Möglichkeiten der Familie könnten beide Merkmale gleichzeitig beeinflussen (Scheinkorrelation).
Antwort
a) Wegen \(P_E(K) = 0{,}6\) und \(P_{\overline{E}}(K) = 0{,}2\) (bzw. \(P(K) = 0{,}36\)) sind die Ereignisse stochastisch abhängig.
b) Eine statistische Abhängigkeit (Korrelation) bedeutet nicht automatisch Kausalität. Es könnten Drittvariablen wie Genetik oder das soziale Umfeld vorliegen, die sowohl das Verhalten der Eltern als auch das der Kinder beeinflussen.
