Die Konzentration eines Medikaments im Blut eines Patienten lässt sich näherungsweise durch die Funktion \(c\) mit der Gleichung \(c(t) = 8t \cdot e^{-0{,}25t}\) beschreiben. Dabei ist \(t\) die Zeit in Stunden seit der Einnahme (\(t \geq 0\)) und \(c(t)\) die Konzentration in \(\text{mg/l}\).
a) Berechne den Zeitpunkt, zu dem die Konzentration ihren maximalen Wert erreicht, und gib diesen Wert an.
b) Bestimme rechnerisch den Zeitpunkt, zu dem die Konzentration am stärksten abnimmt.
c) Nach \(6\) Stunden wird der Abbau des Medikaments durch eine externe Maßnahme beschleunigt, sodass der weitere Konzentrationsverlauf ab diesem Zeitpunkt linear (entlang der Tangente) erfolgt. Berechne, nach wie vielen weiteren Stunden die Konzentration in diesem Fall den Wert \(0\) erreichen würde, und gib auch den Zeitpunkt seit der Einnahme an.
d) Untersuche das Verhalten der Konzentration für \(t \to \infty\) und interpretiere das Ergebnis im Sachzusammenhang.
Denkanstöße
- Überlege dir, welche Ableitung du für die Berechnung von Extrempunkten benötigst.
- Wie findet man die Stelle der steilsten Steigung oder des steilsten Abfalls bei einer Funktion?
- Erinnere dich an die allgemeine Formel für eine Tangentengleichung an einer bestimmten Stelle.
- Was passiert mit einem Term der Form \(t \cdot e^{-kt}\), wenn die Zeit immer weiter fortschreitet?
Lösung
1. Zur Bestimmung des Maximums wird die erste Ableitung gebildet: \(c'(t) = 8 \cdot e^{-0{,}25t} + 8t \cdot (-0{,}25) \cdot e^{-0{,}25t} = (8 - 2t) \cdot e^{-0{,}25t}\).
2. Die Bedingung \(c'(t) = 0\) führt auf \(8 - 2t = 0\), also \(t = 4\). Die maximale Konzentration beträgt \(c(4) = 32 \cdot e^{-1} \approx 11{,}77\,\text{mg/l}\).
3. Für die stärkste Abnahme wird das Minimum der ersten Ableitung (Wendepunkt) gesucht: \(c''(t) = -2 \cdot e^{-0{,}25t} + (8 - 2t) \cdot (-0{,}25) \cdot e^{-0{,}25t} = (0{,}5t - 4) \cdot e^{-0{,}25t}\).
4. Die Bedingung \(c''(t) = 0\) ergibt \(0{,}5t = 4\), also \(t = 8\). Da \(c'''(8) > 0\) und die Steigung negativ ist, liegt hier die stärkste Abnahme vor.
5. Für die Tangente bei \(t = 6\) berechnet man \(c(6) = 48 \cdot e^{-1{,}5} \approx 10{,}71\) und \(c'(6) = (8 - 12) \cdot e^{-1{,}5} = -4 \cdot e^{-1{,}5} \approx -0{,}89\).
6. Die Tangentengleichung lautet \(y = -4 \cdot e^{-1{,}5} \cdot (t - 6) + 48 \cdot e^{-1{,}5}\). Die Nullstelle der Tangente liegt bei \(t = 18\), da \(0 = -4 \cdot e^{-1{,}5} \cdot (t - 18)\). Das sind \(18 - 6 = 12\) weitere Stunden nach Beginn der Maßnahme.
7. Der Grenzwert für \(t \to \infty\) ist \(\lim_{t \to \infty} (8t \cdot e^{-0{,}25t}) = 0\). Dies bedeutet, dass das Medikament langfristig vollständig aus dem Blut ausgeschieden wird.
Antwort
a) Maximum nach \(4\,\text{Stunden}\); Konzentration ca. \(11{,}77\,\text{mg/l}\).
b) Stärkste Abnahme nach \(8\,\text{Stunden}\).
c) Nach \(12\,\text{weiteren Stunden}\), also \(18\,\text{Stunden}\) nach der Einnahme, erreicht die linear fortgesetzte Konzentration den Wert \(0\).
d) Der Grenzwert ist \(0\); das Medikament wird langfristig komplett abgebaut.