Aimathic
Login | English | Deutsch

Kostenlose Arbeitsblätter

Stellen Sie aus rund 20.000 Matheaufgaben Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen, von der 3. bis zur 13. Klasse. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Wahrscheinlichkeitsbegriffe vergleichen (Axiomatisch, Laplace, Empirisch)

Klicken Sie auf Aufgaben, um sie zum Drucken auszuwählen.

42696312
In einer Urne befinden sich sieben blaue und drei rote Kugeln. Es werden nacheinander zwei Kugeln mit Zurücklegen gezogen. Als Ergebnis des Zufallsexperiments wird lediglich das ungeordnete Farbpaar notiert, ohne die Reihenfolge der Ziehungen zu berücksichtigen. a) Gib eine geeignete Ergebnismenge \(S\) für dieses Experiment an. b) Berechne die Wahrscheinlichkeiten für jedes der Elementarereignisse in \(S\). c) Begründe, warum es sich bei diesem Experiment bezogen auf \(S\) nicht um ein Laplace-Experiment handelt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche unterschiedlichen Farbkombinationen bei zwei Ziehungen möglich sind, wenn die Reihenfolge egal ist. - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für ein Ergebnis, das auf mehreren Pfaden im Baumdiagramm erreicht werden kann? - Was ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man ein Zufallsexperiment als Laplace-Experiment bezeichnet? - Vergleiche die berechneten Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse miteinander.

Lösung

1. Definition der Ergebnismenge: Da die Reihenfolge keine Rolle spielt und mit Zurücklegen gezogen wird, ergibt sich \(S = \{(b;b), (b;r), (r;r)\}\) (oder textlich: zwei blaue, eine blaue und eine rote, zwei rote Kugeln). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten unter Verwendung der Pfadregeln: \(P(\{(b;b)\}) = \frac{7}{10} \cdot \frac{7}{10} = \frac{49}{100} = 0{,}49\) \(P(\{(b;r)\}) = \frac{7}{10} \cdot \frac{3}{10} + \frac{3}{10} \cdot \frac{7}{10} = \frac{42}{100} = 0{,}42\) \(P(\{(r;r)\}) = \frac{3}{10} \cdot \frac{3}{10} = \frac{9}{100} = 0{,}09\) 3. Prüfung der Laplace-Bedingung: Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle Elementarereignisse der Ergebnismenge die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen. 4. Da \(0{,}49 \neq 0{,}42 \neq 0{,}09\) gilt, sind die Ergebnisse nicht gleichwahrscheinlich, weshalb kein Laplace-Experiment vorliegt.

Antwort

a) \(S = \{(b;b), (b;r), (r;r)\}\) b) \(P(\{(b;b)\}) = 0{,}49\); \(P(\{(b;r)\}) = 0{,}42\); \(P(\{(r;r)\}) = 0{,}09\) c) Da die Elementarereignisse unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten aufweisen (\(0{,}49 \neq 0{,}42 \neq 0{,}09\)), ist die Laplace-Bedingung der Gleichwahrscheinlichkeit nicht erfüllt.
42715712
In der Wahrscheinlichkeitstheorie unterscheidet man verschiedene Herangehensweisen, um die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu bestimmen. Betrachte die folgenden drei Aussagen: Aussage A: „Da das Losrad 20 exakt gleich große Felder hat und nur eines den Hauptgewinn markiert, beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit \(\frac{1}{20}\).“ Aussage B: „Ich habe diesen Legostein 500-mal geworfen. In 142 Fällen blieb er auf der schmalen Seite liegen. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis schätze ich daher auf ca. \(28{,}4\,\%\).“ Aussage C: „Meiner Einschätzung nach wird die neue App mit einer Wahrscheinlichkeit von \(70\,\%\) ein Erfolg am Markt.“ Ordne jeder Aussage einen der folgenden Wahrscheinlichkeitsbegriffe zu und begründe deine Wahl kurz: - Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace-Wahrscheinlichkeit) - Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirische Wahrscheinlichkeit) - Subjektive Wahrscheinlichkeit

Denkanstöße

- Wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, bevor ein Experiment stattfindet, oder erst danach? - Spielen physikalische Symmetrien eine Rolle? - Handelt es sich um ein einmaliges Ereignis oder um einen wiederholbaren Vorgang? - Worauf stützt sich die Person bei ihrer Angabe: auf Abzählen, auf Messen oder auf eine Meinung?

Lösung

1. Aussage A wird der klassischen Wahrscheinlichkeit (Laplace) zugeordnet. Die Begründung liegt in der Annahme von Symmetrie und gleichwahrscheinlichen Elementarereignissen (gleich große Felder), wodurch die Wahrscheinlichkeit als Quotient aus günstigen und möglichen Ergebnissen berechnet wird: \(P = \frac{1}{20} = 0{,}05\). 2. Aussage B entspricht der statistischen Wahrscheinlichkeit (empirischer Begriff). Hier wird die relative Häufigkeit \(\frac{142}{500} = 0{,}284\) aus einer langen Versuchsreihe als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit verwendet (Gesetz der großen Zahlen). Da der Legostein keine physikalische Symmetrie wie ein idealer Würfel aufweist, ist ein theoretischer Ansatz vorab nicht möglich. 3. Aussage C ist eine subjektive Wahrscheinlichkeit. Sie basiert nicht auf Symmetrieüberlegungen oder exakten Versuchsreihen, sondern auf einer persönlichen Einschätzung, Intuition oder Erfahrungswerten in einer Situation, die nicht exakt reproduzierbar ist.

Antwort

A: Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace), da alle Felder gleich wahrscheinlich sind. B: Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirisch), da die Wahrscheinlichkeit aus der relativen Häufigkeit einer Versuchsreihe abgeleitet wird. C: Subjektive Wahrscheinlichkeit, da es sich um eine persönliche Einschätzung eines Experten oder einer Einzelperson handelt.
42715912
In der Stochastik werden verschiedene Ansätze zur Definition von Wahrscheinlichkeiten genutzt. Betrachte die folgenden drei Szenarien und ordne jedem Szenario den am besten geeigneten Wahrscheinlichkeitsbegriff zu (Laplace-Wahrscheinlichkeit, empirische/frequentistische Wahrscheinlichkeit oder subjektive Wahrscheinlichkeit). Begründe deine Entscheidung jeweils kurz. 1. Ein Pharmaunternehmen gibt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer bestimmten Nebenwirkung bei einem neuen Medikament an, nachdem dieses an \(20\,000\) Probanden getestet wurde. 2. Ein Fan schätzt die Chance, dass seine Lieblingsmannschaft das nächste Derby gewinnt, auf \(70\,\%\), da der Top-Stürmer wieder fit ist. 3. Bei einem Spiel mit einem fairen sechsseitigen Würfel wird die Wahrscheinlichkeit für das Werfen einer „Eins“ bestimmt.

Denkanstöße

- Überlege, ob das Experiment beliebig oft unter gleichen Bedingungen wiederholt werden kann. - Spielt die Symmetrie des Objekts eine Rolle für die Berechnung? - Hängt die Angabe von einer persönlichen Einschätzung oder von harten Daten aus der Vergangenheit ab? - Gibt es eine theoretische Überlegung, die alle Ergebnisse als gleichberechtigt ansieht?

Lösung

1. Empirische/frequentistische Wahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit basiert auf der beobachteten relativen Häufigkeit eines Ereignisses in einer großen Anzahl von Versuchen (hier \(20\,000\) Probanden). 2. Subjektive Wahrscheinlichkeit: Die Einschätzung beruht auf persönlichem Wissen, Erfahrungen oder Überzeugungen bezüglich eines einmaligen Ereignisses, das nicht unter identischen Bedingungen beliebig oft wiederholbar ist. 3. Laplace-Wahrscheinlichkeit: Es liegt ein Zufallsexperiment mit einer endlichen Anzahl von Ergebnissen vor, bei dem aus Symmetriegründen (fairer Würfel) angenommen wird, dass alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind (\(P = \frac{1}{6}\)).

Antwort

1. Empirische/frequentistische Wahrscheinlichkeit (Basis: relative Häufigkeit aus Testreihe). 2. Subjektive Wahrscheinlichkeit (Basis: persönliche Einschätzung eines Einzelfalls). 3. Laplace-Wahrscheinlichkeit (Basis: theoretische Symmetrieüberlegung bei einem fairen Zufallsgerät).
42716312
Ein fünfseitiger Kreisel mit den Flächen \(S_1\), \(S_2\), \(S_3\), \(S_4\) und \(S_5\) wird gedreht. Aufgrund der Bauweise des Kreisels sind die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Flächen nicht gleich groß. Es wird ein Wahrscheinlichkeitsmodell erstellt, bei dem sich die Wahrscheinlichkeiten der Flächen wie \(2 : 1 : 4 : 2 : 3\) verhalten. a) Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(S_1)\) bis \(P(S_5)\). b) Gegeben sind die Ereignisse \(A = \{S_1; S_2; S_3\}\) und \(B = \{S_3; S_4; S_5\}\). Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\), \(P(A \cap B)\) und \(P(A \cup B)\).

Denkanstöße

- Stelle dir vor, die Gesamtwahrscheinlichkeit von 1 wird in eine bestimmte Anzahl gleicher Teile zerlegt. - Wie viele dieser Teile entfallen auf jedes Ergebnis, wenn du das gegebene Verhältnis betrachtest? - Überlege dir, welche Ergebnisse gleichzeitig in beiden Ereignissen vorkommen. - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung, wenn alle möglichen Ergebnisse abgedeckt sind?

Lösung

1. Bestimmung der Gesamtzahl der Anteile aus dem Verhältnis \(2 : 1 : 4 : 2 : 3\): \(2 + 1 + 4 + 2 + 3 = 12\). 2. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten durch Division der Anteile durch die Gesamtzahl: \(P(S_1) = \frac{2}{12} = \frac{1}{6}\) \(P(S_2) = \frac{1}{12}\) \(P(S_3) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3}\) \(P(S_4) = \frac{2}{12} = \frac{1}{6}\) \(P(S_5) = \frac{3}{12} = \frac{1}{4}\) 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse durch Summation der Elementarereignisse: \(P(A) = P(S_1) + P(S_2) + P(S_3) = \frac{2+1+4}{12} = \frac{7}{12}\) \(P(B) = P(S_3) + P(S_4) + P(S_5) = \frac{4+2+3}{12} = \frac{9}{12} = \frac{3}{4}\) 4. Schnittmenge \(A \cap B = \{S_3\}\): \(P(A \cap B) = P(S_3) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3}\). 5. Vereinigungsmenge \(A \cup B = \{S_1; S_2; S_3; S_4; S_5\}\): \(P(A \cup B) = \frac{2+1+4+2+3}{12} = 1\).

Antwort

a) \(P(S_1) = \frac{1}{6}\), \(P(S_2) = \frac{1}{12}\), \(P(S_3) = \frac{1}{3}\), \(P(S_4) = \frac{1}{6}\), \(P(S_5) = \frac{1}{4}\) b) \(P(A) = \frac{7}{12}\), \(P(B) = \frac{3}{4}\), \(P(A \cap B) = \frac{1}{3}\), \(P(A \cup B) = 1\)
42716712
Ein Zufallsexperiment besitzt den Ergebnisraum \(\Omega = \{x_1, x_2, x_3, x_4\}\). Die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse \(x_1\) und \(x_2\) sind bekannt: \(P(x_1) = 0{,}12\) und \(P(x_2) = 0{,}28\). Zudem ist das Ergebnis \(x_3\) genau dreimal so wahrscheinlich wie das Ergebnis \(x_4\). Bestimme die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse \(x_3\) und \(x_4\) sowie die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E = \{x_1, x_3\}\).

Denkanstöße

- Was weißt du über die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Ergebnisraum? - Kannst du die Beziehung zwischen den beiden unbekannten Ergebnissen mathematisch ausdrücken? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses, wenn die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse bekannt sind?

Lösung

1. Aufstellen der Summenbedingung für die Wahrscheinlichkeiten: \(P(x_1) + P(x_2) + P(x_3) + P(x_4) = 1\). 2. Einsetzen der bekannten Werte und der Relation \(P(x_3) = 3 \cdot P(x_4)\): \(0{,}12 + 0{,}28 + 3 \cdot P(x_4) + P(x_4) = 1\). 3. Zusammenfassen und Lösen nach \(P(x_4)\): \(0{,}40 + 4 \cdot P(x_4) = 1 \Rightarrow 4 \cdot P(x_4) = 0{,}60 \Rightarrow P(x_4) = 0{,}15\). 4. Berechnung von \(P(x_3)\): \(P(x_3) = 3 \cdot 0{,}15 = 0{,}45\). 5. Berechnung der Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E\): \(P(E) = P(x_1) + P(x_3) = 0{,}12 + 0{,}45 = 0{,}57\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(x_3) = 0{,}45\) und \(P(x_4) = 0{,}15\). Die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E\) beträgt \(P(E) = 0{,}57\).
42716912
Bestimme für die folgenden Beispiele, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace-Begriff, empirischer oder axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff) jeweils verwendet wird, und begründe deine Entscheidung kurz. a) Die Wahrscheinlichkeit, mit einem fairen achtseitigen Würfel (Oktaeder) eine Primzahl zu würfeln, wird mit \(0{,}5\) angegeben. b) Eine Statistik zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsgeburt bei etwa \(1{,}2\,\%\) liegt. c) In der mathematischen Stochastik wird vorausgesetzt, dass für jedes Ereignis \(A\) die Bedingung \(0 \le P(A) \le 1\) erfüllt sein muss. d) Ein Meteorologe gibt die Regenwahrscheinlichkeit für den nächsten Tag basierend auf den Wetterdaten der letzten 50 Jahre mit \(30\,\%\) an.

Denkanstöße

- Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit durch logisches Abzählen gleich möglicher Fälle bestimmt wurde. - Prüfe, ob der Wert auf Beobachtungen oder Messreihen aus der Vergangenheit beruht. - Frage dich, ob es sich um eine grundlegende mathematische Regel oder Definition handelt, die für alle Wahrscheinlichkeiten gelten muss.

Lösung

1. Zu a): Laplace-Begriff. Begründung: Es wird von einem „fairen“ Würfel ausgegangen, bei dem alle acht Seiten (Elementarereignisse) aufgrund der Symmetrie als gleich wahrscheinlich angenommen werden. Die Primzahlen im Bereich 1 bis 8 sind 2, 3, 5 und 7, woraus sich \(P = \frac{4}{8} = 0{,}5\) ergibt. 2. Zu b): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründung: Der Wert basiert auf der Auswertung statistischer Daten (relative Häufigkeit) über einen längeren Zeitraum. 3. Zu c): Axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründung: Es handelt sich um eine formale Festlegung (Nichtnegativitäts- und Normierungsaxiom nach Kolmogorow), die die mathematische Struktur von Wahrscheinlichkeitsmaßen definiert. 4. Zu d): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründung: Die Wahrscheinlichkeit wird aus der relativen Häufigkeit ähnlicher Wetterlagen in der Vergangenheit abgeleitet.

Antwort

a) Laplace-Begriff (Symmetrie/Gleichwahrscheinlichkeit der Seiten). b) Empirischer Begriff (statistische Daten/relative Häufigkeit). c) Axiomatischer Begriff (formale Definition/Axiome). d) Empirischer Begriff (Beobachtungsdaten aus der Vergangenheit).
42717112
Ordne den folgenden Aussagen den jeweils passenden Wahrscheinlichkeitsbegriff (klassisch/Laplace, empirisch/statistisch oder subjektiv) zu und begründe deine Entscheidung kurz. a) Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Neugeborenes ein Junge ist, wird in der Demografie mit \(51{,}4\,\%\) angegeben. b) Beim Drehen eines Glücksrads mit \(10\) gleich großen, von \(1\) bis \(10\) nummerierten Feldern beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Primzahl \(0{,}4\). c) Ein Anlageberater vermutet, dass der Goldpreis im nächsten Quartal mit einer Wahrscheinlichkeit von \(80\,\%\) steigen wird. d) Nach der Auswertung von Versicherungsdaten wird die Wahrscheinlichkeit für einen Wildunfall auf einer bestimmten Strecke mit \(0{,}02\,\%\) pro Fahrt angegeben.

Denkanstöße

- Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit durch Abzählen gleich möglicher Fälle bestimmt wurde. - Prüfe, ob der Wert auf Daten aus der Vergangenheit oder Beobachtungen beruht. - Frage dich, ob die Zahl eine persönliche Meinung oder eine fachliche Einschätzung für ein spezielles Ereignis darstellt. - Gibt es eine physikalische Symmetrie, die alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich macht?

Lösung

1. Teilaufgabe a): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Die Angabe basiert auf der statistischen Auswertung einer sehr großen Anzahl von Beobachtungen (Geburtenregistern) und nicht auf einer theoretischen Symmetrieüberlegung. 2. Teilaufgabe b): Klassischer Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace). Da die Felder gleich groß sind, wird von der Symmetrie des Zufallsgeräts ausgegangen. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich theoretisch aus dem Quotienten der günstigen Ergebnisse (Primzahlen \(2, 3, 5, 7\)) und der Gesamtzahl der Ergebnisse (\(10\)), also \(\frac{4}{10} = 0{,}4\). 3. Teilaufgabe c): Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff. Es handelt sich um eine persönliche Einschätzung oder Erwartung eines Experten für ein einmaliges Ereignis, die nicht durch Symmetrie oder eine lange Versuchsreihe exakt belegt werden kann. 4. Teilaufgabe d): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Der Wert resultiert aus der Auswertung vergangener Daten (relative Häufigkeit von Unfällen in der Statistik) und dient als Schätzwert für die Zukunft.

Antwort

a) Empirisch (statistische Daten); b) Klassisch/Laplace (Symmetrie des Glücksrads); c) Subjektiv (persönliche Einschätzung); d) Empirisch (Unfallstatistik).
42717312
In der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie nach Laplace wird bei einem Experiment mit \(n\) gleich wahrscheinlichen Ergebnissen die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses \(A\) durch den Quotienten \(P(A) = \frac{|A|}{n}\) definiert. Damit diese Definition mathematisch konsistent ist, muss sie die Axiome von Kolmogorow erfüllen. Weise allgemein nach, dass dieser Laplace-Ansatz für einen endlichen Ergebnisraum \(\Omega\) mit \(|\Omega| = n\) die folgenden drei Axiome erfüllt: 1. Nichtnegativität: \(P(A) \ge 0\) für jedes Ereignis \(A \subseteq \Omega\). 2. Normierung: \(P(\Omega) = 1\). 3. Additivität: Für zwei unvereinbare Ereignisse \(A, B \subseteq \Omega\) gilt \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\).

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Werte die Anzahl der Elemente einer Teilmenge \(|A|\) im Vergleich zur Gesamtmenge \(n\) annehmen kann. - Was passiert mit der Anzahl der günstigen Ergebnisse, wenn du das sichere Ereignis \(\Omega\) betrachtest? - Wenn zwei Mengen keine gemeinsamen Elemente haben, wie berechnet man dann die Anzahl der Elemente in ihrer Vereinigung?

Lösung

1. Nichtnegativität: Da die Mächtigkeit einer Menge \(|A|\) stets eine natürliche Zahl oder Null ist (\(|A| \in \{0, 1, \dots, n\}\)) und die Gesamtzahl der Ergebnisse \(n > 0\) ist, folgt für den Quotienten unmittelbar \(P(A) = \frac{|A|}{n} \ge 0\). 2. Normierung: Setzt man für das Ereignis den gesamten Ergebnisraum ein (\(A = \Omega\)), so gilt \(|A| = n\). Daraus ergibt sich \(P(\Omega) = \frac{n}{n} = 1\). 3. Additivität: Sind \(A\) und \(B\) unvereinbar (\(A \cap B = \emptyset\)), so enthält die Vereinigungsmenge genau die Summe der Elemente der Einzelmengen, also \(|A \cup B| = |A| + |B|\). Einsetzen in die Laplace-Formel liefert \(P(A \cup B) = \frac{|A| + |B|}{n} = \frac{|A|}{n} + \frac{|B|}{n} = P(A) + P(B)\).

Antwort

Die Laplace-Wahrscheinlichkeit erfüllt die Axiome, da: 1. \(|A| \ge 0 \implies \frac{|A|}{n} \ge 0\). 2. \(|\Omega| = n \implies \frac{n}{n} = 1\). 3. \(|A \cup B| = |A| + |B|\) für disjunkte Mengen direkt zur Summe der Brüche führt.
42718012
In der Stochastik werden verschiedene Ansätze zur Bestimmung von Wahrscheinlichkeiten genutzt. a) Ein fairer sechsseitiger Würfel wird geworfen. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird üblicherweise verwendet, um die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(A\): „Die Augenzahl ist eine Primzahl“ zu berechnen? Bestimme diesen Wert. b) Ein gezinkter sechsseitiger Würfel hat die Ergebnismenge \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\). Die Wahrscheinlichkeit, eine \(6\) zu würfeln, ist genau dreimal so groß wie die Wahrscheinlichkeit für jede der anderen Augenzahlen. Bestimme die Wahrscheinlichkeitsverteilung \(P(\{k\})\) für alle \(k \in \Omega\) unter Anwendung der Kolmogorow-Axiome.

Denkanstöße

- Wann darf man davon ausgehen, dass alle Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben? - Erinnere dich an die Definition von Primzahlen, um die Menge \(A\) zu bestimmen. - Wenn eine Wahrscheinlichkeit ein Vielfaches einer anderen ist, kannst du eine Variable (z. B. \(x\)) verwenden, um die Beziehungen auszudrücken. - Welches Axiom hilft dir dabei, den Wert der Variablen \(x\) eindeutig zu berechnen?

Lösung

a) Es wird die Laplace-Definition verwendet, da bei einem fairen Würfel alle Ergebnisse als gleich wahrscheinlich angenommen werden (Symmetrieprinzip). Die Primzahlen im Wurf sind \(\{2, 3, 5\}\). Es gilt \(P(A) = \frac{|A|}{|\Omega|} = \frac{3}{6} = 0{,}5\). b) Sei \(x\) die Wahrscheinlichkeit für ein Ergebnis \(k \in \{1, 2, 3, 4, 5\}\). Dann gilt \(P(\{1\}) = P(\{2\}) = P(\{3\}) = P(\{4\}) = P(\{5\}) = x\) und \(P(\{6\}) = 3x\). Nach dem Normiertheitsaxiom muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse \(1\) ergeben: \(x + x + x + x + x + 3x = 1\). Dies führt zu \(8x = 1\), also \(x = 0{,}125\). Daraus ergeben sich die Wahrscheinlichkeiten: \(P(\{1\}) = P(\{2\}) = P(\{3\}) = P(\{4\}) = P(\{5\}) = 0{,}125\) und \(P(\{6\}) = 3 \cdot 0{,}125 = 0{,}375\). Das Axiom der Nichtnegativität ist erfüllt, da alle Werte größer als null sind.

Antwort

a) Laplace-Definition; \(P(A) = 0{,}5\). b) Die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse lauten: \(P(\{1\}) = P(\{2\}) = P(\{3\}) = P(\{4\}) = P(\{5\}) = 0{,}125\) und \(P(\{6\}) = 0{,}375\).
42718512
Die Ereignisse \(A\), \(B\), \(C\) und \(D\) bilden eine Zerlegung der Ergebnismenge \(\Omega\). Es ist bekannt, dass \(P(A) = 0{,}15\) und \(P(B) = 2 \cdot P(A)\) gilt. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(C\) um \(0{,}1\) größer als die für das Ereignis \(D\). a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(B)\), \(P(C)\) und \(P(D)\). b) Gib die Wahrscheinlichkeiten \(P(A \cup B \cup C)\) und \(P(B \cap D)\) an.

Denkanstöße

- Was bedeutet es für die Summe der Wahrscheinlichkeiten, wenn Ereignisse eine Zerlegung des gesamten Ergebnisraums bilden? - Wie kannst du die Information über den Zusammenhang zwischen zwei Wahrscheinlichkeiten mathematisch ausdrücken? - Überlege dir, wie groß die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Eintreten zweier Ereignisse ist, die sich gegenseitig ausschließen. - Kannst du eine Gleichung aufstellen, in der nur noch eine unbekannte Wahrscheinlichkeit vorkommt?

Lösung

1. Berechnung von \(P(B)\) über den gegebenen Faktor: \(P(B) = 2 \cdot 0{,}15 = 0{,}3\). 2. Aufstellen der Summenbedingung für eine Zerlegung: \(P(A) + P(B) + P(C) + P(D) = 1\). 3. Einsetzen der bekannten Werte und der Beziehung \(P(C) = P(D) + 0{,}1\): \(0{,}15 + 0{,}3 + (P(D) + 0{,}1) + P(D) = 1\). 4. Zusammenfassen und Lösen der linearen Gleichung: \(0{,}55 + 2 \cdot P(D) = 1 \Rightarrow 2 \cdot P(D) = 0{,}45 \Rightarrow P(D) = 0{,}225\). 5. Berechnung von \(P(C)\): \(P(C) = 0{,}225 + 0{,}1 = 0{,}325\). 6. Berechnung der Wahrscheinlichkeit der Vereinigung disjunkter Ereignisse: \(P(A \cup B \cup C) = P(A) + P(B) + P(C) = 0{,}15 + 0{,}3 + 0{,}325 = 0{,}775\). 7. Bestimmung des Schnitts: Da die Ereignisse eine Zerlegung bilden, sind sie paarweise disjunkt, woraus \(P(B \cap D) = 0\) folgt.

Antwort

a) \(P(B) = 0{,}3\); \(P(C) = 0{,}325\); \(P(D) = 0{,}225\) b) \(P(A \cup B \cup C) = 0{,}775\); \(P(B \cap D) = 0\)
42718712
In der Stochastik wird die Wahrscheinlichkeit des Komplementärereignisses (Gegenereignisses) \(\bar{A}\) über die Formel \(P(\bar{A}) = 1 - P(A)\) berechnet. Leite diesen Zusammenhang formal aus den Axiomen von Kolmogorow her.

Denkanstöße

- Was weißt du über die Schnittmenge und die Vereinigungsmenge von \(A\) und seinem Gegenereignis \(\bar{A}\)? - Welches Axiom verknüpft die Wahrscheinlichkeit einer Vereinigung mit den Einzelwahrscheinlichkeiten, wenn die Mengen keine gemeinsamen Elemente haben? - Welchen festen Wert hat die Wahrscheinlichkeit des gesamten Ergebnisraums \(\Omega\) gemäß den Axiomen?

Lösung

1. Feststellen der mengentheoretischen Beziehungen: Das Ereignis \(A\) und sein Gegenereignis \(\bar{A}\) sind unvereinbar (\(A \cap \bar{A} = \emptyset\)) und ihre Vereinigung ergibt den gesamten Ergebnisraum (\(A \cup \bar{A} = \Omega\)). 2. Anwendung von Axiom 3 (Additivität): Da \(A\) und \(\bar{A}\) unvereinbar sind, gilt \(P(A \cup \bar{A}) = P(A) + P(\bar{A})\). 3. Anwendung von Axiom 2 (Normiertheit): Für den Ergebnisraum \(\Omega\), also das sichere Ereignis, gilt \(P(\Omega) = 1\). 4. Verknüpfung der Ergebnisse: Da \(A \cup \bar{A} = \Omega\), folgt \(P(A \cup \bar{A}) = P(\Omega) = 1\). 5. Abschluss der Herleitung: Durch Gleichsetzen erhält man \(P(A) + P(\bar{A}) = 1\), was umgeformt \(P(\bar{A}) = 1 - P(A)\) ergibt.

Antwort

Die Herleitung erfolgt durch die Kombination von Axiom 3 (Additivität für die unvereinbaren Mengen \(A\) und \(\bar{A}\)) und Axiom 2 (Normiertheit von \(\Omega\)): Da \(A \cup \bar{A} = \Omega\) und \(A \cap \bar{A} = \emptyset\), gilt \(P(A) + P(\bar{A}) = P(\Omega) = 1\), woraus \(P(\bar{A}) = 1 - P(A)\) folgt.
42718912
In der medizinischen Forschung wird für ein neues Medikament eine Heilungswahrscheinlichkeit von \(p = 0{,}75\) angegeben. 1. Erläutere, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace-Wahrscheinlichkeit oder statistische/empirische Wahrscheinlichkeit) dieser Angabe üblicherweise zugrunde liegt und begründe deine Entscheidung. 2. Erkläre, warum das Laplace-Modell zur Bestimmung dieser Wahrscheinlichkeit nicht geeignet ist. 3. Beschreibe den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit der Heilungen in einer klinischen Studie mit \(n\) Probanden und dem Wert \(p\) unter Bezugnahme auf das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Überlege, ob man das Ergebnis der Behandlung allein durch logisches Abzählen von Möglichkeiten bestimmen kann. - Was bedeutet „Gleichwahrscheinlichkeit“ und ist sie hier gegeben? - Erinnere dich daran, was passiert, wenn man ein Experiment immer und immer wieder wiederholt.

Lösung

1. Dieser Angabe liegt der empirische (frequentistische) Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde. Die Wahrscheinlichkeit wird hierbei als Grenzwert der relativen Häufigkeiten aus einer großen Anzahl von Beobachtungen (klinischen Studien) geschätzt, da keine theoretischen Symmetrieeigenschaften vorliegen. 2. Das Laplace-Modell setzt voraus, dass alle Elementarereignisse (hier: „Heilung“ und „keine Heilung“) gleichwahrscheinlich sind. Da es bei einer medizinischen Behandlung keinen Grund für eine solche Symmetrie gibt und die Heilungschance von biologischen Faktoren abhängt, ist der Ansatz \(p = 0{,}5\) nicht gerechtfertigt. 3. Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisiert sich die relative Häufigkeit \(h_n\) eines Ereignisses mit wachsendem Stichprobenumfang \(n\) um einen festen Wert. In diesem Fall nähert sich der Anteil der geheilten Patienten bei sehr vielen Probanden der theoretischen Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}75\) an.

Antwort

1. Empirischer/statistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff, da der Wert auf Beobachtungsdaten basiert. 2. Laplace ist ungeeignet, da „Heilung“ und „keine Heilung“ nicht a priori als gleichwahrscheinlich angenommen werden können. 3. Die relative Häufigkeit der Heilungen nähert sich bei steigender Probandenzahl \(n\) der Wahrscheinlichkeit \(0{,}75\) an (Gesetz der großen Zahlen).
43081412
Ein fairer 20-seitiger Würfel (ein regelmäßiger Ikosaeder), dessen Seitenflächen mit den Zahlen von 1 bis 20 beschriftet sind, wird einmal geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(A\): „Die gewürfelte Zahl ist eine Primzahl oder sie ist größer als 15“.

Denkanstöße

- Notiere dir zuerst alle Primzahlen bis 20. Denke daran, dass die 1 keine Primzahl ist. - Welche Zahlen erfüllen die Bedingung „größer als 15“? - Gibt es Zahlen, die in beiden Gruppen vorkommen? Zähle diese nicht doppelt. - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit bei einem Würfel, bei dem jede Seite gleich wahrscheinlich ist?

Lösung

1. Bestimmung der Ergebnismenge: \(\Omega = \{1; 2; 3; \dots; 20\}\) mit \(|\Omega| = 20\). 2. Identifikation der Primzahlen im Bereich 1 bis 20: \(M_1 = \{2; 3; 5; 7; 11; 13; 17; 19\}\), also \(|M_1| = 8\). 3. Identifikation der Zahlen größer als 15: \(M_2 = \{16; 17; 18; 19; 20\}\), also \(|M_2| = 5\). 4. Bestimmung der Schnittmenge (Primzahlen, die größer als 15 sind): \(M_1 \cap M_2 = \{17; 19\}\), also \(|M_1 \cap M_2| = 2\). 5. Berechnung der Anzahl der günstigen Ergebnisse: \(|A| = 8 + 5 - 2 = 11\). 6. Berechnung der Wahrscheinlichkeit nach Laplace: \(P(A) = \frac{|A|}{|\Omega|} = \frac{11}{20} = 0{,}55\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(A) = \frac{11}{20} = 0{,}55 = 55\,\%\).
43082112
In einer groß angelegten Studie zur Mobilität in einer Metropolregion wurde festgestellt, dass \(18\,\%\) der Haushalte kein eigenes Auto besitzen, \(54\,\%\) genau ein Auto haben und \(28\,\%\) über zwei oder mehr Autos verfügen. a) Erläutere, welcher Zufallsversuch durchgeführt werden muss, damit die Aussage „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Haushalt kein Auto besitzt, beträgt \(0{,}18\)“ mathematisch sinnvoll ist. b) Unterscheide im Kontext des Gesetzes der großen Zahlen zwischen der empirisch ermittelten relativen Häufigkeit aus der Studie und dem theoretischen Begriff der Wahrscheinlichkeit.

Denkanstöße

- Worauf musst du achten, wenn du jemanden aus einer Gruppe auswählst, damit das Ergebnis fair ist? - Was passiert mit dem Anteil eines Ergebnisses, wenn man eine Umfrage immer und immer wieder mit mehr Leuten durchführt? - Ist ein gemessener Wert aus der Vergangenheit dasselbe wie eine Vorhersage für die Zukunft?

Lösung

1. Der Zufallsversuch besteht im „blinden“ bzw. zufälligen Auswählen eines einzelnen Haushalts aus der gesamten Grundgesamtheit der untersuchten Metropolregion, wobei jeder Haushalt die exakt gleiche Einschlusswahrscheinlichkeit besitzen muss (einfache Zufallsstichprobe). 2. Die relative Häufigkeit \(h_n(E) = 0{,}18\) ist ein Ergebnis einer konkreten Beobachtung an \(n\) Haushalten. Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sich diese relativen Häufigkeiten bei sehr großen Stichprobenumfängen um einen festen Wert. Dieser Grenzwert bzw. Idealwert wird als theoretische Wahrscheinlichkeit \(P(E)\) im mathematischen Modell festgesetzt. Während die relative Häufigkeit a posteriori (nach der Beobachtung) feststeht, ist die Wahrscheinlichkeit eine a priori (vorab) getroffene Modellannahme für zukünftige Versuche.

Antwort

a) Es muss eine echte Zufallsauswahl (Stichprobe) aus der Grundgesamtheit getroffen werden, bei der jeder Haushalt die gleiche Chance hat, ausgewählt zu werden. b) Die relative Häufigkeit ist ein beobachteter Wert einer Stichprobe, während die Wahrscheinlichkeit der theoretische Grenzwert ist, dem sich die relative Häufigkeit bei unendlich vielen Versuchen annähert (Gesetz der großen Zahlen).
43082312
In einem industriellen Fertigungsprozess für elektronische Sensoren treten herstellungsbedingte Ungenauigkeiten mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit \(p\) auf. Berechne für die folgenden Szenarien die Anzahl der Sensoren, bei denen diese Ungenauigkeiten durchschnittlich zu erwarten sind: 1. \(p = 0{,}025\) bei einer Tagesproduktion von \(n = 1\,200\) Stück. 2. \(p = 0{,}008\) bei einer Wochenlieferung von \(n = 15\,000\) Stück. 3. \(p = 0{,}12\) bei einer Testreihe von \(n = 450\) Stück.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie man den Anteil eines Ganzen berechnet, wenn die Wahrscheinlichkeit als Dezimalzahl gegeben ist. - Welche mathematische Operation verknüpft die Gesamtzahl der Versuche mit der Wahrscheinlichkeit eines Einzelereignisses? - Die gesuchte Anzahl entspricht dem theoretischen Mittelwert bei häufiger Durchführung.

Lösung

Die erwartete Anzahl der Sensoren mit Ungenauigkeiten (Erwartungswert) in einer Bernoulli-Kette berechnet sich durch die Formel \(E = n \cdot p\). 1. Für \(n = 1\,200\) und \(p = 0{,}025\) ergibt sich \(1\,200 \cdot 0{,}025 = 30\). Es sind \(30\) Sensoren zu erwarten. 2. Für \(n = 15\,000\) und \(p = 0{,}008\) ergibt sich \(15\,000 \cdot 0{,}008 = 120\). Es sind \(120\) Sensoren zu erwarten. 3. Für \(n = 450\) und \(p = 0{,}12\) ergibt sich \(450 \cdot 0{,}12 = 54\). Es sind \(54\) Sensoren zu erwarten.

Antwort

1. \(30\) Sensoren 2. \(120\) Sensoren 3. \(54\) Sensoren
43082712
Für ein statistisches Experiment wird ein Skatspiel (32 Karten: Herz, Karo, Pik, Kreuz mit den Werten 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass) auf alle roten Karten (Herz und Karo) reduziert. Es wird nun eine Karte zufällig aus diesem verkleinerten Stapel von 16 Karten gezogen. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(A\): „Die gezogene Karte ist ein Ass“, unter der Annahme eines Laplace-Experiments. b) In einer Versuchsreihe wurde 400-mal eine Karte mit Zurücklegen aus diesem Stapel gezogen. Dabei wurde 48-mal ein Ass registriert. Berechne die relative Häufigkeit des Ereignisses \(A\) und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit aus Aufgabenteil a). c) Beurteile, ob das Ergebnis der Versuchsreihe gegen die Annahme eines Laplace-Experiments spricht. Gehe dabei auf den Zusammenhang zwischen relativer Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit ein.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Karten insgesamt in dem verkleinerten Spiel sind und wie viele davon die gewünschte Eigenschaft haben. - Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Was passiert mit der relativen Häufigkeit, wenn man ein Experiment sehr oft wiederholt? - Ist eine kleine Abweichung bei Zufallsexperimenten normal oder deutet sie sofort auf ein unfaires Spiel hin?

Lösung

1. Bestimmung der Laplace-Wahrscheinlichkeit: Der Ergebnisraum umfasst \(|\Omega| = 16\) Karten. Da es zwei Asse (Herz Ass, Karo Ass) gibt, gilt \(P(A) = \frac{2}{16} = 0{,}125\). 2. Berechnung der relativen Häufigkeit: Mit \(n = 400\) und \(k = 48\) ergibt sich \(h_n(A) = \frac{48}{400} = 0{,}12\). Der Vergleich zeigt eine geringe Abweichung von \(0{,}005\) zum theoretischen Wert. 3. Beurteilung: Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sich die relativen Häufigkeiten bei wachsender Versuchsanzahl um die theoretische Wahrscheinlichkeit. Da die beobachtete Häufigkeit (\(12\,\%\)) sehr nah am Erwartungswert (\(12{,}5\,\%\)) liegt, spricht das Ergebnis nicht gegen die Annahme eines Laplace-Experiments; die Abweichung liegt im Bereich üblicher Zufallsschwankungen.

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}125\) b) \(h_{400}(A) = 0{,}12\). Die relative Häufigkeit ist geringfügig kleiner als die Laplace-Wahrscheinlichkeit. c) Das Ergebnis spricht nicht gegen das Laplace-Modell, da die Abweichung aufgrund des Gesetzes der großen Zahlen bei 400 Versuchen im erwartbaren Rahmen liegt.
43083612
Ein achtseitiger fairer Würfel (Oktaeder) trägt die Zahlen \(1\) bis \(8\). a) Bestimme die Chancen für das Ereignis \(A\): „Die gewürfelte Zahl ist eine Primzahl“. Gib das Ergebnis im Format „\(a\) zu \(b\)“ an. b) Für ein Ereignis \(B\) gilt \(P(B) = \frac{k}{n}\). Bestimme die Chancen für den Eintritt von \(B\) in Abhängigkeit von \(k\) und \(n\). c) In einer Urne befinden sich nur rote und blaue Kugeln. Das Verhältnis der roten zu den blauen Kugeln beträgt \(5 : 3\). Mit welcher Wahrscheinlichkeit zieht man bei einmaligem Ziehen eine blaue Kugel?

Denkanstöße

- Erinnere dich daran, welche Zahlen als Primzahlen definiert sind. Ist die \(1\) eine Primzahl? - Überlege dir, wie viele Ergebnisse nicht zum Ereignis gehören, wenn du die Gesamtzahl und die günstigen Ergebnisse kennst. - Wie viele Teile hat das Ganze, wenn zwei Sorten in einem bestimmten Verhältnis gemischt sind?

Lösung

1. Die Primzahlen zwischen \(1\) und \(8\) sind \(2, 3, 5, 7\). Es gibt also \(4\) günstige Ergebnisse. Da es insgesamt \(8\) Seiten gibt, verbleiben \(8 - 4 = 4\) ungünstige Ergebnisse. Die Chancen stehen \(4\) zu \(4\), was gekürzt \(1\) zu \(1\) entspricht. 2. Bei einer Wahrscheinlichkeit von \(P(B) = \frac{k}{n}\) gibt es \(k\) günstige Fälle bei insgesamt \(n\) Fällen. Die Anzahl der ungünstigen Fälle ist demnach \(n - k\). Die Chancen stehen somit \(k\) zu \((n - k)\). 3. Das Verhältnis \(5 : 3\) bedeutet, dass auf \(5\) rote Kugeln \(3\) blaue Kugeln kommen. Die Gesamtzahl der Kugeln entspricht einem Vielfachen von \(5 + 3 = 8\). Die Wahrscheinlichkeit für eine blaue Kugel ist \(P(\text{blau}) = \frac{3}{8} = 0{,}375\).

Antwort

a) \(1\) zu \(1\) b) \(k\) zu \((n - k)\) c) \(P(\text{blau}) = \frac{3}{8} = 0{,}375\)
43084212
Ein Zufallsexperiment \(E_1\) besteht darin, eine Kugel aus einer Urne mit zehn durchnummerierten Kugeln (\(1\) bis \(10\)) zu ziehen. a) Wie lassen sich die Ergebnisse von \(E_1\) in zwei Ereignisse gruppieren, um das Werfen einer fairen Münze zu simulieren? b) Ein zweites Experiment \(E_2\) besteht darin, eine Kugel aus einer Urne zu ziehen, in der sich \(3\) rote und \(2\) blaue Kugeln befinden. Erkläre mithilfe des Laplace-Konzepts, wie du \(E_1\) nutzen kannst, um \(E_2\) zu simulieren. Gib eine konkrete Zuordnung der Zahlen an.

Denkanstöße

- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Kopf oder Zahl bei einer fairen Münze? - Berechne, wie viele Kugeln aus der 10er-Urne man braucht, um denselben Anteil wie in der kleineren Urne zu erhalten. - Was bedeutet „Laplace-Experiment“ für die Wahrscheinlichkeit jeder einzelnen Kugel? - Gibt es nur eine richtige Möglichkeit, die Zahlen den Farben zuzuordnen?

Lösung

1. Eine faire Münze hat zwei Ergebnisse mit den Wahrscheinlichkeiten \(P(\text{Kopf}) = 0{,}5\) und \(P(\text{Zahl}) = 0{,}5\). Da die Urne \(10\) Kugeln enthält, müssen für jedes Ereignis genau \(10 \cdot 0{,}5 = 5\) Kugeln ausgewählt werden. Eine mögliche Gruppierung ist \(A = \{1, 2, 3, 4, 5\}\) für Kopf und \(B = \{6, 7, 8, 9, 10\}\) für Zahl. 2. Im Experiment \(E_2\) beträgt die Wahrscheinlichkeit für Rot \(P(\text{rot}) = \frac{3}{5} = \frac{6}{10}\) und für Blau \(P(\text{blau}) = \frac{2}{5} = \frac{4}{10}\). Um dies mit \(E_1\) zu simulieren, ordnet man sechs Zahlen der Farbe Rot und vier Zahlen der Farbe Blau zu. Eine mögliche Zuordnung ist: Kugeln \(1\) bis \(6\) entsprechen „rot“, Kugeln \(7\) bis \(10\) entsprechen „blau“.

Antwort

a) Man teilt die Zahlen in zwei Fünfergruppen auf, z. B. \(\{1, 2, 3, 4, 5\}\) und \(\{6, 7, 8, 9, 10\}\). b) Man nutzt die Anteile \(\frac{6}{10}\) für Rot und \(\frac{4}{10}\) für Blau. Zuordnung: Zahlen \(1\) bis \(6\) für Rot, Zahlen \(7\) bis \(10\) für Blau.
43084812
Für zwei beliebige Ereignisse \(A\) und \(B\) eines Zufallsexperiments gilt stets die Beziehung: \(P(A) \le P(A \cup B) \le P(A) + P(B)\) 1. Begründe die linke Ungleichung \(P(A) \le P(A \cup B)\) mithilfe der Definition der Vereinigungsmenge und den Axiomen von Kolmogorow. 2. Erkläre, unter welcher mengentheoretischen Bedingung die rechte Gleichheit \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\) eintritt. 3. Zeige, dass die rechte Ungleichung \(P(A \cup B) \le P(A) + P(B)\) unmittelbar aus dem allgemeinen Additionssatz für Wahrscheinlichkeiten folgt.

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Beziehung zwischen einer Menge und ihrer Vereinigung mit einer anderen Menge. - Welche grundlegende Eigenschaft müssen Ereignisse haben, damit man ihre Wahrscheinlichkeiten einfach addieren darf? - Wie lautet die Formel für \(P(A \cup B)\), wenn die Ereignisse nicht disjunkt sind? - Welches Vorzeichen hat die Wahrscheinlichkeit eines Schnittereignisses immer?

Lösung

1. Nach der Definition der Vereinigung gilt \(A \subseteq (A \cup B)\). Es gilt die disjunkte Zerlegung \(A \cup B = A \mathbin{\dot\cup} (B \setminus A)\). Nach Additivität und Nichtnegativität ist \(P(A \cup B) = P(A) + P(B \setminus A) \ge P(A)\). 2. Die Gleichheit \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\) gilt nach dem Axiom der Additivität genau dann, wenn die Ereignisse \(A\) und \(B\) unvereinbar (disjunkt) sind, also \(A \cap B = \emptyset\). 3. Der allgemeine Additionssatz lautet \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\). Da Wahrscheinlichkeiten nicht negativ sind (\(P(A \cap B) \ge 0\)), wird von der Summe \(P(A) + P(B)\) entweder Null oder ein positiver Wert subtrahiert, woraus \(P(A \cup B) \le P(A) + P(B)\) folgt.

Antwort

1. Aus \(A \cup B = A \mathbin{\dot\cup} (B \setminus A)\), der Additivität und \(P(B \setminus A) \ge 0\) folgt \(P(A) \le P(A \cup B)\). 2. Die Bedingung ist \(A \cap B = \emptyset\) (Disjunktheit). 3. Aus \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\) und \(P(A \cap B) \ge 0\) folgt die Behauptung.
43084912
Ein Glücksrad mit 100 gleich großen Feldern ist mit den Zahlen von 1 bis 100 beschriftet. Das Rad wird einmal gedreht, wobei jedes Feld mit der gleichen Wahrscheinlichkeit stehen bleibt. Betrachtet werden die folgenden Ereignisse: \(A\): Die Zahl ist ein Vielfaches von 6. \(B\): Die Zahl ist ein Vielfaches von 8. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\) und \(P(B)\). b) Ermittle die Wahrscheinlichkeit für das Schnittereignis \(A \cap B\). c) Berechne mithilfe der Summenregel die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl durch 6 oder durch 8 teilbar ist. d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogene Zahl weder durch 6 noch durch 8 teilbar ist?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Zahlen im Bereich von 1 bis 100 die jeweilige Bedingung erfüllen. - Was bedeutet es mathematisch, wenn eine Zahl durch zwei verschiedene Zahlen gleichzeitig teilbar sein muss? - Erinnere dich an die Formel, die die Wahrscheinlichkeit von „Ereignis A oder Ereignis B“ mit ihren Einzelwahrscheinlichkeiten und ihrer Schnittmenge verknüpft. - Wenn du die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis kennst, wie berechnest du dann die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis gerade nicht eintritt?

Lösung

1. Berechnung von \(P(A)\): Im Bereich von 1 bis 100 gibt es \(\lfloor 100 : 6 \rfloor = 16\) Vielfache von 6. Somit ist \(P(A) = \frac{16}{100} = 0{,}16\). 2. Berechnung von \(P(B)\): Es gibt \(\lfloor 100 : 8 \rfloor = 12\) Vielfache von 8. Somit ist \(P(B) = \frac{12}{100} = 0{,}12\). 3. Berechnung von \(P(A \cap B)\): Eine Zahl ist durch 6 und 8 teilbar, wenn sie durch das kleinste gemeinsame Vielfache \(\text{kgV}(6, 8) = 24\) teilbar ist. Es gibt \(\lfloor 100 : 24 \rfloor = 4\) solche Zahlen (24, 48, 72, 96). Somit ist \(P(A \cap B) = \frac{4}{100} = 0{,}04\). 4. Anwendung der Summenregel: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}16 + 0{,}12 - 0{,}04 = 0{,}24\). 5. Berechnung des Komplementärereignisses: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl weder durch 6 noch durch 8 teilbar ist, entspricht \(P(\overline{A \cup B}) = 1 - P(A \cup B) = 1 - 0{,}24 = 0{,}76\).

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}16\); \(P(B) = 0{,}12\) b) \(P(A \cap B) = 0{,}04\) c) \(P(A \cup B) = 0{,}24\) d) \(P(\overline{A \cup B}) = 0{,}76\)
43085912
In einer Urne befinden sich rote und blaue Kugeln. Es werden nacheinander \(25\) Kugeln mit Zurücklegen gezogen. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der gezogenen roten Kugeln. Gib zu den folgenden Ereignissen das jeweilige Gegenereignis \(\bar{E}\) sowohl als Text als auch formal mithilfe der Zufallsgröße \(X\) an. a) \(E_1\): Es werden höchstens \(22\) rote Kugeln gezogen. b) \(E_2\): Es werden mindestens \(6\) und höchstens \(14\) rote Kugeln gezogen. c) \(E_3\): Es wird mindestens eine rote Kugel gezogen.

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Werte für \(X\) im ursprünglichen Ereignis enthalten sind. Das Gegenereignis umfasst dann genau alle anderen möglichen Werte im Bereich von \(0\) bis \(25\). - Beachte den Unterschied zwischen „weniger als“ und „höchstens“ sowie zwischen „mehr als“ und „mindestens“. - Was bleibt übrig, wenn ein bestimmtes Intervall aus der Menge aller möglichen Ergebnisse entfernt wird?

Lösung

1. Für \(E_1\) (\(X \le 22\)) ist das Gegenereignis \(\bar{E}_1\): Es werden mehr als \(22\) rote Kugeln gezogen. Formal: \(X > 22\) bzw. \(X \ge 23\). 2. Für \(E_2\) (\(6 \le X \le 14\)) ist das Gegenereignis \(\bar{E}_2\): Es werden weniger als \(6\) oder mehr als \(14\) rote Kugeln gezogen. Formal: \(X < 6 \lor X > 14\) bzw. \(X \le 5 \lor X \ge 15\). 3. Für \(E_3\) (\(X \ge 1\)) ist das Gegenereignis \(\bar{E}_3\): Es wird keine rote Kugel gezogen. Formal: \(X = 0\).

Antwort

a) \(\bar{E}_1\): Es werden mehr als \(22\) rote Kugeln gezogen (\(X > 22\) bzw. \(X \in \{23, 24, 25\}\)). b) \(\bar{E}_2\): Es werden weniger als \(6\) oder mehr als \(14\) rote Kugeln gezogen (\(X < 6 \lor X > 14\)). c) \(\bar{E}_3\): Es wird keine rote Kugel gezogen (\(X = 0\)).
43087212
Ein regelmäßiger Zwölfflächner (Dodekaeder), dessen Seiten mit den Zahlen \(1\) bis \(12\) beschriftet sind, wird als Würfel verwendet. a) Berechne die theoretische Wahrscheinlichkeit (Laplace-Wahrscheinlichkeit) für das Ereignis \(E\): „Die gewürfelte Zahl ist eine Primzahl“. b) In einer Versuchsreihe wurde der Würfel \(600\)-mal geworfen. Dabei wurde \(234\)-mal eine Primzahl erzielt. Berechne die relative Häufigkeit \(h(E)\) und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit. c) Erläutere kurz, welcher Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit und der theoretischen Wahrscheinlichkeit bei einer sehr hohen Anzahl von Würfen zu erwarten ist.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 12 sind Primzahlen? Denke daran, dass die 1 per Definition keine Primzahl ist. - Wie berechnet man den Anteil eines Ereignisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Was besagt das Gesetz der großen Zahlen über die Genauigkeit von Vorhersagen?

Lösung

1. Identifikation der Primzahlen im Raum \(S = \{1, 2, \dots, 12\}\): Primzahlen sind \(\{2, 3, 5, 7, 11\}\). Es gibt somit \(5\) günstige Ergebnisse. 2. Berechnung der Laplace-Wahrscheinlichkeit: \(P(E) = \frac{5}{12} \approx 0{,}4167\). 3. Berechnung der relativen Häufigkeit aus den empirischen Daten: \(h(E) = \frac{234}{600} = 0{,}39\). 4. Vergleich: Die relative Häufigkeit (\(0{,}39\)) weicht um etwa \(0{,}0267\) von der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(\approx 0{,}4167\)) ab. 5. Theoretischer Zusammenhang: Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sich die relativen Häufigkeiten bei zunehmender Anzahl an Versuchen um den Wert der theoretischen Wahrscheinlichkeit.

Antwort

a) \(P(E) = \frac{5}{12} \approx 0{,}4167\); b) \(h(E) = 0{,}39\); c) Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit mit steigender Versuchsanzahl der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.
43087912
Eine Schulklasse besteht aus \(25\) Personen. Für ein Projekt werden \(4\) Personen zufällig ausgewählt (Ziehen ohne Zurücklegen). a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass eine ganz bestimmte Person, zum Beispiel Lukas, für das Projekt ausgewählt wird. Nutze dazu einen kombinatorischen Ansatz (Laplace-Experiment). b) Begründe ohne weitere Rechnung mithilfe von Symmetrieüberlegungen, warum das Ergebnis aus Teilaufgabe a) bereits im Vorfeld zu erwarten war.

Denkanstöße

- Überlege dir für den ersten Teil, wie viele verschiedene Gruppen man insgesamt bilden kann und wie viele davon Lukas enthalten. - Was weißt du über die Auswahlwahrscheinlichkeit an verschiedenen Positionen bei einer fairen Ziehung? - Macht es für die Auswahlwahrscheinlichkeit einen Unterschied, ob man als Erster oder als Letzter eine Kugel zieht?

Lösung

1. Berechnung über die Kombinatorik: Die Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(4\) Personen aus \(25\) auszuwählen, beträgt \(\binom{25}{4} = 12\,650\). Die Anzahl der günstigen Fälle, in denen Lukas dabei ist, entspricht der Anzahl der Möglichkeiten, die restlichen \(3\) Plätze aus den verbleibenden \(24\) Personen zu besetzen: \(\binom{24}{3} = 2\,024\). Die Wahrscheinlichkeit ist somit \(P = \frac{2\,024}{12\,650} = \frac{4}{25} = 0{,}16\). 2. Symmetriebegründung: Da das Auswahlverfahren fair ist, hat jede der \(25\) Personen die gleiche Wahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{25}\), an einer bestimmten Stelle der Ziehung (z. B. als Erstes, Zweites etc.) ausgewählt zu werden. Da insgesamt \(4\) Personen ausgewählt werden und eine Person nicht an zwei Stellen gleichzeitig stehen kann (disjunkte Positionen), addieren sich die Einzelwahrscheinlichkeiten für die vier verfügbaren Plätze zu \(4 \cdot \frac{1}{25} = \frac{4}{25}\).

Antwort

a) \(P = \frac{4}{25} = 0{,}16\) b) Jede Person hat für jeden der \(4\) Plätze die gleiche Ziehungswahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{25}\). Da die Plätze disjunkt sind, ist die Gesamtwahrscheinlichkeit die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten: \(4 \cdot \frac{1}{25} = \frac{4}{25}\).
43091912
Ein Kartenspiel besteht aus 32 Karten (4 Farben: Kreuz, Pik, Herz, Karo; jeweils 8 Werte: 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass). Es wird eine Karte zufällig aus dem gut gemischten Deck gezogen. a) Gib die Ergebnismenge \(S_1\) an, wenn nur die Farbe der Karte betrachtet wird, und bestimme die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse. b) Bestimme die Ergebnismenge \(S_2\), wenn nur der Wert der Karte betrachtet wird. Berechne auch hier die Wahrscheinlichkeiten. c) Begründe, warum sowohl \(S_1\) als auch \(S_2\) Modelle für einen Laplace-Versuch darstellen. d) Ein Beobachter betrachtet nur, ob ein „Bild“ (Bube, Dame, König) oder „kein Bild“ (7, 8, 9, 10, Ass) gezogen wird. Erstellt man hierfür die Ergebnismenge \(S_3 = \{\text{Bild}, \text{kein Bild}\}\), handelt es sich dann noch um einen Laplace-Versuch? Begründe deine Entscheidung durch Berechnung der Wahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Karten insgesamt im Spiel sind. - Wie viele Karten gehören jeweils zu einer Farbe oder zu einem bestimmten Wert? - Was ist die Grundvoraussetzung, damit man ein Zufallsexperiment als Laplace-Experiment bezeichnen darf? - Unterscheide zwischen der Anzahl der möglichen Ergebnisse in deiner Menge und der Anzahl der günstigen Karten für dieses Ergebnis im echten Kartendeck.

Lösung

1. Identifikation der Ergebnismenge \(S_1 = \{\text{Kreuz}, \text{Pik}, \text{Herz}, \text{Karo}\}\). Da jede der 4 Farben 8-mal vorkommt, ergibt sich für jedes Ergebnis \(P = \frac{8}{32} = \frac{1}{4} = 0{,}25\). 2. Identifikation der Ergebnismenge \(S_2 = \{7, 8, 9, 10, \text{Bube}, \text{Dame}, \text{König}, \text{Ass}\}\). Da jeder der 8 Werte 4-mal vorkommt (einmal pro Farbe), ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Ergebnis \(P = \frac{4}{32} = \frac{1}{8} = 0{,}125\). 3. Begründung für Laplace: In \(S_1\) haben alle 4 Ergebnisse dieselbe Wahrscheinlichkeit (\(0{,}25\)). In \(S_2\) haben alle 8 Ergebnisse dieselbe Wahrscheinlichkeit (\(0{,}125\)). Da innerhalb des jeweiligen Modells alle Elementarereignisse gleichwahrscheinlich sind, liegt ein Laplace-Versuch vor. 4. Berechnung für \(S_3\): Es gibt \(3 \cdot 4 = 12\) Bildkarten und \(32 - 12 = 20\) Karten, die keine Bilder sind. Daraus folgen \(P(\text{Bild}) = \frac{12}{32} = 0{,}375\) und \(P(\text{kein Bild}) = \frac{20}{32} = 0{,}625\). Da \(0{,}375 \neq 0{,}625\), sind die Ergebnisse nicht gleichwahrscheinlich; es ist kein Laplace-Versuch.

Antwort

a) \(S_1 = \{\text{Kreuz}, \text{Pik}, \text{Herz}, \text{Karo}\}\); alle \(P = 0{,}25\). b) \(S_2 = \{7, 8, 9, 10, \text{Bube}, \text{Dame}, \text{König}, \text{Ass}\}\); alle \(P = 0{,}125\). c) Laplace-Versuche, da innerhalb von \(S_1\) bzw. \(S_2\) alle Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen. d) Kein Laplace-Versuch, da \(P(\text{Bild}) = 0{,}375\) und \(P(\text{kein Bild}) = 0{,}625\) verschieden sind.
43092312
In einem Behälter befinden sich \(120\) Kleinteile für eine Montage. Die Zusammensetzung ist wie folgt: - \(50\) Schrauben (davon sind \(15\) aus Edelstahl, der Rest ist verzinkt) - \(40\) Muttern (alle verzinkt) - \(20\) Unterlegscheiben (alle verzinkt) - \(10\) Spezialbolzen (alle aus Edelstahl) Ein Teil wird zufällig entnommen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für folgende Ereignisse: a) Das entnommene Teil ist eine Mutter oder eine Unterlegscheibe. b) Das entnommene Teil ist aus Edelstahl gefertigt. c) Das entnommene Teil ist keine Schraube. d) Das entnommene Teil ist ein Spezialbolzen oder eine Schraube aus Edelstahl.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst die Gesamtzahl aller Teile im Behälter. - Überlege dir für jedes Ereignis, wie viele Teile die genannte Eigenschaft erfüllen. - Was bedeutet das Wort „oder“ für die Anzahl der günstigen Ergebnisse? - Kannst du ein Ereignis einfacher über sein Gegenereignis berechnen?

Lösung

1. Bestimmung der Gesamtzahl der Ergebnisse: \(|\Omega| = 120\). 2. Berechnung für a): Anzahl der Muttern und Unterlegscheiben ist \(40 + 20 = 60\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(A) = \frac{60}{120} = 0{,}5\). 3. Berechnung für b): Anzahl der Edelstahlteile setzt sich aus \(15\) Schrauben und \(10\) Spezialbolzen zusammen, also \(25\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(B) = \frac{25}{120} = \frac{5}{24} \approx 0{,}2083\). 4. Berechnung für c): Anzahl der Teile, die keine Schrauben sind, ist \(120 - 50 = 70\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(C) = \frac{70}{120} = \frac{7}{12} \approx 0{,}5833\). 5. Berechnung für d): Anzahl der Spezialbolzen (\(10\)) plus Edelstahl-Schrauben (\(15\)) ergibt \(25\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(D) = \frac{25}{120} = \frac{5}{24} \approx 0{,}2083\).

Antwort

a) \(P = 0{,}5\) b) \(P = \frac{5}{24} \approx 0{,}2083\) c) \(P = \frac{7}{12} \approx 0{,}5833\) d) \(P = \frac{5}{24} \approx 0{,}2083\)
43092612
Ein Glücksrad mit \(10\) gleich großen Sektoren, die mit den Ziffern \(0\) bis \(9\) beschriftet sind, wird zweimal nacheinander gedreht. 1. Bestimme die Laplace-Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Summe der beiden Zahlen genau \(10\) ergibt. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass das Produkt der beiden erzielten Zahlen ungerade ist. 3. Bei einer Simulation mit einem Computer wurde das Experiment \(10\,000\)-mal durchgeführt. Dabei trat das Ereignis „Die Summe ist genau 10“ insgesamt \(924\)-mal auf. Berechne die relative Häufigkeit dieses Ereignisses und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit aus Aufgabenteil 1.

Denkanstöße

- Wie viele verschiedene Ergebnisse sind insgesamt möglich, wenn das Rad zweimal gedreht wird? - Wann ist das Produkt zweier Zahlen ungerade? Überlege dir, welche Eigenschaft die beiden einzelnen Zahlen dafür haben müssen. - Die relative Häufigkeit berechnest du, indem du die Anzahl der Treffer durch die Gesamtzahl der Versuche teilst. - Was besagt das Gesetz der großen Zahlen über den Zusammenhang zwischen relativer Häufigkeit und theoretischer Wahrscheinlichkeit?

Lösung

1. Die Gesamtzahl der Ergebnisse beträgt \(10 \cdot 10 = 100\). Günstige Paare für die Summe \(10\): \((1,9), (2,8), (3,7), (4,6), (5,5), (6,4), (7,3), (8,2), (9,1)\). Es gibt \(9\) günstige Ergebnisse. Die Laplace-Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{9}{100} = 0{,}09 = 9\,\%\). 2. Ein Produkt zweier Ganzzahlen ist genau dann ungerade, wenn beide Faktoren ungerade sind. Die ungeraden Ziffern im Bereich \(0\) bis \(9\) sind \(\{1, 3, 5, 7, 9\}\) (insgesamt \(5\) Stück). Die Anzahl der günstigen Paare ist \(5 \cdot 5 = 25\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{25}{100} = 0{,}25 = 25\,\%\). 3. Die relative Häufigkeit beträgt \(h = \frac{924}{10\,000} = 0{,}0924 = 9{,}24\,\%\). Der Vergleich zeigt, dass die relative Häufigkeit nahe an der theoretischen Wahrscheinlichkeit von \(9\,\%\) liegt. Die Abweichung beträgt \(0{,}24\) Prozentpunkte, was bei einer Stichprobengröße von \(10\,000\) im Rahmen der üblichen statistischen Schwankungen zu erwarten ist (Gesetz der großen Zahlen).

Antwort

1. \(P = 0{,}09\) 2. \(P = 0{,}25\) 3. \(h = 0{,}0924\); die relative Häufigkeit liegt sehr nah an der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(0{,}0924 \approx 0{,}09\)).
43093212
In einem stochastischen Experiment wird die Verteilung von Merkmalsausprägungen untersucht, die 12 gleichwahrscheinliche Ergebnisse besitzen (analog zu den 12 Monaten eines Jahres). Hierzu wird ein fairer 12-seitiger Würfel genutzt. a) Ein Experimentator würfelt dreimal (\(n=3\)). Berechne die theoretische Laplace-Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eine Zahl doppelt vorkommt. b) Eine Simulation mit \(1\,000\) Durchgängen (jeweils 3 Würfe) liefert in \(241\) Fällen mindestens eine Dublette. Berechne die relative Häufigkeit und bestimme die absolute Abweichung zum theoretischen Wert aus Teilaufgabe a). c) Erläutere kurz den Zusammenhang zwischen der empirisch ermittelten relativen Häufigkeit aus b) und dem theoretischen Wert aus a) im Hinblick auf das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Wie viele Ergebnisse sind insgesamt möglich, wenn man dreimal mit einem 12-seitigen Würfel wirft? - Was ist der Unterschied zwischen einer relativen Häufigkeit und einer Wahrscheinlichkeit? - Was passiert mit der relativen Häufigkeit, wenn man ein Zufallsexperiment immer häufiger wiederholt?

Lösung

1. Theoretische Wahrscheinlichkeit für \(n=3\): Das Gegenereignis ist, dass drei verschiedene Zahlen gewürfelt werden. \(P(\text{verschieden}) = \frac{12 \cdot 11 \cdot 10}{12^3} = \frac{1320}{1728} \approx 0{,}7639\). Die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Dublette ist \(P(E) = 1 - 0{,}7639 = 0{,}2361\). 2. Empirische Werte: Die relative Häufigkeit ist \(h = \frac{241}{1000} = 0{,}241\). Die absolute Abweichung beträgt \(|0{,}241 - 0{,}2361| = 0{,}0049\). 3. Zusammenhang: Das Gesetz der großen Zahlen besagt, dass sich die relative Häufigkeit eines Zufallsergebnisses mit zunehmender Anzahl an Versuchen stabilisiert und dem theoretischen Wert (der Wahrscheinlichkeit) annähert. Bei \(1\,000\) Durchgängen ist die Annäherung bereits so gut, dass die Abweichung gering ist (hier weniger als \(0{,}5\,\text{Prozentpunkte}\)).

Antwort

a) Die theoretische Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(23{,}61\,\%\). b) Die relative Häufigkeit ist \(0{,}241\) (\(24{,}1\,\%\)). Die absolute Abweichung zum theoretischen Wert beträgt \(0{,}0049\). c) Nach dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit bei steigender Anzahl der Versuche der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.
43093312
Bei der Aufbereitung von Saatgut wird eine Reinigungsmaschine eingesetzt, die in drei aufeinanderfolgenden Phasen Unkrautsamen aussortiert. In der ersten Phase werden erfahrungsgemäß \(75\,\%\) der Unkrautsamen erkannt und entfernt. Die zweite Phase filtert \(60\,\%\) der verbliebenen Unkrautsamen heraus, und in der dritten Phase werden nochmals \(40\,\%\) der dann noch vorhandenen Unkrautsamen eliminiert. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Unkrautsamen den gesamten Reinigungsprozess durchläuft, ohne entfernt zu werden. Berechne zudem die Gesamtwahrscheinlichkeit dafür, dass ein Unkrautsamen erfolgreich aussortiert wird.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie groß der Anteil der Unkrautsamen ist, der nach der ersten Phase noch übrig bleibt. - Kannst du das Problem mithilfe eines Baumdiagramms visualisieren? - Was ist das Gegenereignis dazu, dass ein Unkrautsamen entfernt wird? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit längs eines Pfades in einem Baumdiagramm?

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für das Nicht-Erkennen in den einzelnen Phasen: Phase 1: \(1 - 0{,}75 = 0{,}25\) Phase 2: \(1 - 0{,}60 = 0{,}40\) Phase 3: \(1 - 0{,}40 = 0{,}60\) 2. Anwendung der Pfadregel für das Ereignis, dass ein Samen alle Phasen durchläuft: \(P(\text{nicht entfernt}) = 0{,}25 \cdot 0{,}40 \cdot 0{,}60 = 0{,}06\) 3. Berechnung der Gegenwahrscheinlichkeit für das Ereignis, dass ein Samen in mindestens einer Phase entfernt wird: \(P(\text{entfernt}) = 1 - P(\text{nicht entfernt}) = 1 - 0{,}06 = 0{,}94\)

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unkrautsamen nicht entfernt wird, beträgt \(6\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit, dass er erfolgreich aussortiert wird, liegt bei \(94\,\%\).
43093512
Eine Marktforschungsagentur befragte \(2000\) Personen zu ihrer Nutzung eines Streaming-Dienstes. Dabei wurden zwei Altersgruppen unterschieden: „unter 30 Jahre“ (\(A\)) und „ab 30 Jahre“ (\(B\)). Ein Teil der Daten ist bereits in der folgenden Vierfeldertafel eingetragen: <table> <tr> <th colspan="2">Nutzungsverhalten</th> <th colspan="2">Nutzung</th> <th rowspan="2">Gesamt</th> </tr> <tr> <th colspan="2"></th> <th>regelmäßig (\(R\))</th> <th>selten/nie (\(S\))</th> </tr> <tr> <td rowspan="2">Altersgruppe</td> <td>unter 30 (\(A\))</td> <td>900</td> <td></td> <td>1200</td> </tr> <tr> <td>ab 30 (\(B\))</td> <td></td> <td></td> <td></td> </tr> <tr> <td colspan="2">Gesamt</td> <td>1300</td> <td></td> <td>2000</td> </tr> </table> 1. Ergänze die fehlenden Häufigkeiten in der Tabelle. 2. Bestimme die Zweigwahrscheinlichkeiten für ein Baumdiagramm, bei dem auf der 1. Stufe das Merkmal „Altersgruppe“ betrachtet wird. 3. Bestimme die Zweigwahrscheinlichkeiten für ein Baumdiagramm, bei dem auf der 1. Stufe das Merkmal „Nutzung“ betrachtet wird.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie du die Zeilen- und Spaltensummen nutzt, um die leeren Felder in der Tabelle zu berechnen. - Die Wahrscheinlichkeiten an der ersten Stufe des Baumdiagramms entsprechen den Randwahrscheinlichkeiten aus der Tabelle (die Gesamtsummen der Merkmale). - Die Wahrscheinlichkeiten an der zweiten Stufe sind bedingte Wahrscheinlichkeiten. Sie beziehen sich immer auf die Teilmenge, die durch den ersten Ast festgelegt wurde. - Achte darauf, dass die Summe der Wahrscheinlichkeiten an jedem Verzweigungspunkt immer 1 ergeben muss.

Lösung

1. Berechnung der fehlenden Tabellenwerte durch Differenzbildung und Summation: - \(n(A \cap S) = 1200 - 900 = 300\) - \(n(B \cap R) = 1300 - 900 = 400\) - \(n(B) = 2000 - 1200 = 800\) - \(n(B \cap S) = 800 - 400 = 400\) - \(n(S) = 300 + 400 = 700\) (oder \(2000 - 1300\)) 2. Baumdiagramm nach Altersgruppe (Stufe 1: \(A, B\); Stufe 2: \(R, S\)): - \(P(A) = \frac{1200}{2000} = 0{,}6\); \(P(B) = \frac{800}{2000} = 0{,}4\) - Bedingte Wahrscheinlichkeiten: \(P_A(R) = \frac{900}{1200} = 0{,}75\); \(P_A(S) = \frac{300}{1200} = 0{,}25\); \(P_B(R) = \frac{400}{800} = 0{,}5\); \(P_B(S) = \frac{400}{800} = 0{,}5\) 3. Baumdiagramm nach Nutzung (Stufe 1: \(R, S\); Stufe 2: \(A, B\)): - \(P(R) = \frac{1300}{2000} = 0{,}65\); \(P(S) = \frac{700}{2000} = 0{,}35\) - Bedingte Wahrscheinlichkeiten: \(P_R(A) = \frac{900}{1300} = \frac{9}{13}\); \(P_R(B) = \frac{400}{1300} = \frac{4}{13}\); \(P_S(A) = \frac{300}{700} = \frac{3}{7}\); \(P_S(B) = \frac{400}{700} = \frac{4}{7}\)

Antwort

1. Fehlende Werte: \(n(A \cap S) = 300\), \(n(B \cap R) = 400\), \(n(B \cap S) = 400\), \(n(B) = 800\), \(n(S) = 700\). 2. Baum 1 (Altersgruppe): \(P(A) = 0{,}6\); \(P(B) = 0{,}4\); \(P_A(R) = 0{,}75\); \(P_A(S) = 0{,}25\); \(P_B(R) = 0{,}5\); \(P_B(S) = 0{,}5\). 3. Baum 2 (Nutzung): \(P(R) = 0{,}65\); \(P(S) = 0{,}35\); \(P_R(A) = \frac{9}{13}\); \(P_R(B) = \frac{4}{13}\); \(P_S(A) = \frac{3}{7}\); \(P_S(B) = \frac{4}{7}\).
43094312
In einem Behälter befinden sich 120 baugleiche Lose, die mit den Zahlen von 1 bis 120 durchnummeriert sind. Es wird ein Los zufällig gezogen (Laplace-Experiment). Berechne die Wahrscheinlichkeit der folgenden Ereignisse unter Verwendung des Additionssatzes: 1. Die gezogene Nummer ist eine Zahl, die durch 6 oder durch 8 teilbar ist. 2. Die gezogene Nummer ist weder durch 6 noch durch 8 teilbar.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, wie viele Zahlen im Bereich bis 120 jeweils durch die genannten Werte teilbar sind. - Beachte, dass manche Zahlen in beiden Gruppen vorkommen könnten – wie findet man diese? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten für „mindestens eine der beiden Bedingungen“ und „keine der beiden Bedingungen“ zusammen?

Lösung

1. Sei \(E_1\) das Ereignis „Zahl ist durch 6 teilbar“ und \(E_2\) das Ereignis „Zahl ist durch 8 teilbar“. In der Menge \(\{1, \dots, 120\}\) gibt es \(|E_1| = 120 : 6 = 20\) Vielfache von 6 und \(|E_2| = 120 : 8 = 15\) Vielfache von 8. Das Ereignis \(E_1 \cap E_2\) entspricht den Vielfachen des kleinsten gemeinsamen Vielfachen \(\text{kgV}(6, 8) = 24\). Es gibt \(|E_1 \cap E_2| = 120 : 24 = 5\) solcher Zahlen. Nach dem Additionssatz gilt \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{20}{120} + \frac{15}{120} - \frac{5}{120} = \frac{30}{120} = 0{,}25\). 2. Das Ereignis „weder durch 6 noch durch 8 teilbar“ ist das Gegenereignis zu \(E_1 \cup E_2\). Es gilt \(P(\overline{E_1 \cup E_2}) = 1 - P(E_1 \cup E_2) = 1 - 0{,}25 = 0{,}75\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(0{,}25\) (oder \(25\,\%\)). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(0{,}75\) (oder \(75\,\%\)).
43095912
Zwei faire sechsseitige Würfel (ein grüner und ein gelber) werden gleichzeitig geworfen. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Summe der oben liegenden Augenzahlen. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für folgende Ereignisse: a) Die Augensumme liegt im Intervall \([4; 6]\). b) Die Augensumme ist eine ungerade Zahl, die größer als \(8\) ist.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Ergebnismöglichkeiten es bei zwei Würfeln insgesamt gibt. - Kannst du die möglichen Ergebnisse in einer Tabelle \(6 \times 6\) übersichtlich darstellen? - Was bedeutet das Intervall \([4; 6]\) für die möglichen Summenwerte? - Welche ungeraden Zahlen kommen als Summe überhaupt infrage, wenn sie größer als 8 sein sollen?

Lösung

1. Es gibt insgesamt \(6 \cdot 6 = 36\) gleich wahrscheinliche Ergebnisse (Laplace-Experiment). 2. Für Teilaufgabe a) werden die günstigen Ergebnisse für \(X \in \{4, 5, 6\}\) bestimmt: Für \(X=4\) gibt es \(3\) Paare, für \(X=5\) gibt es \(4\) Paare und für \(X=6\) gibt es \(5\) Paare. Die Anzahl der günstigen Ergebnisse ist \(3 + 4 + 5 = 12\). Damit gilt \(P(4 \le X \le 6) = \frac{12}{36} = \frac{1}{3}\). 3. Für Teilaufgabe b) sind die ungeraden Summen größer als \(8\) die Werte \(9\) und \(11\). Für \(X=9\) gibt es \(4\) günstige Paare \((3,6), (4,5), (5,4), (6,3)\) und für \(X=11\) gibt es \(2\) günstige Paare \((5,6), (6,5)\). Die Gesamtzahl der günstigen Ergebnisse ist \(4 + 2 = 6\). Damit gilt \(P(X \in \{9, 11\}) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6}\).

Antwort

a) \(P(4 \le X \le 6) = \frac{1}{3}\) b) \(P(X \in \{9, 11\}) = \frac{1}{6}\)
43096412
Drei unterscheidbare, faire Würfel (ein roter, ein grüner und ein blauer) werden gleichzeitig geworfen. Wir betrachten drei verschiedene Ereignisse, die jeweils durch eine ungeordnete Zusammenstellung von Augenzahlen beschrieben werden, die auf den Würfeln erscheinen sollen (unabhängig von der Farbe des Würfels): \(E_1\): Die geworfenen Zahlen sind 1, 2 und 3. \(E_2\): Die geworfenen Zahlen sind 1, 1 und 4. \(E_3\): Die geworfenen Zahlen sind 2, 2 und 2. 1. Bestimme für jedes der drei Ereignisse die Anzahl der günstigen Ergebnisse im Laplace-Raum \(\Omega = \{1, \dots, 6\}^3\). 2. Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_1)\), \(P(E_2)\) und \(P(E_3)\). 3. Ein Schüler führt das Experiment \(1\,000\)-mal durch und stellt fest, dass \(E_1\) etwa sechsmal so oft eintritt wie \(E_3\). Er vermutet einen Fehler in der Durchführung, da in beiden Fällen „drei bestimmte Zahlen“ vorgegeben seien. Beurteile seine Vermutung auf Grundlage deiner Berechnungen.

Denkanstöße

- Stell dir vor, die Würfel hätten unterschiedliche Farben. Wie viele verschiedene Zuordnungen zu den Farben führen zum Ergebnis „1, 2 und 3“? - Wie viele Möglichkeiten gibt es, drei gleiche Zahlen (wie bei \(E_3\)) auf die drei Würfel zu verteilen? - Vergleiche die Anzahl der günstigen Elementarergebnisse für \(E_1\) und \(E_3\). Was fällt dir im Verhältnis auf?

Lösung

1. Bestimmung der günstigen Ergebnisse: - Für \(E_1\) (Zahlen 1, 2, 3): Da alle Zahlen verschieden sind, gibt es \(3! = 3 \cdot 2 \cdot 1 = 6\) Möglichkeiten (Permutationen), diese auf die farbigen Würfel zu verteilen. - Für \(E_2\) (Zahlen 1, 1, 4): Da zwei Zahlen identisch sind, gibt es \(\frac{3!}{2!} = 3\) Möglichkeiten (der 4er kann auf dem roten, grünen oder blauen Würfel liegen). - Für \(E_3\) (Zahlen 2, 2, 2): Es gibt nur \(1\) Möglichkeit (alle Würfel zeigen die 2). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten: Die Gesamtzahl der Elementarergebnisse ist \(|\Omega| = 6^3 = 216\). - \(P(E_1) = \frac{6}{216} = \frac{1}{36} \approx 0{,}0278\) - \(P(E_2) = \frac{3}{216} = \frac{1}{72} \approx 0{,}0139\) - \(P(E_3) = \frac{1}{216} \approx 0{,}0046\) 3. Beurteilung: Die Vermutung des Schülers ist unbegründet. Da \(P(E_1) = 6 \cdot P(E_3)\) gilt, ist es theoretisch zu erwarten, dass \(E_1\) in einer großen Versuchsreihe etwa sechsmal so häufig auftritt wie \(E_3\). Der Fehler liegt in der Annahme, dass ungeordnete Zahlentripel im Laplace-Modell gleichwahrscheinlich sind.

Antwort

1. Anzahl günstiger Ergebnisse: \(|E_1| = 6\), \(|E_2| = 3\), \(|E_3| = 1\). 2. Wahrscheinlichkeiten: \(P(E_1) = \frac{6}{216} = \frac{1}{36}\), \(P(E_2) = \frac{3}{216} = \frac{1}{72}\), \(P(E_3) = \frac{1}{216}\). 3. Die Beobachtung entspricht der Theorie, da \(E_1\) genau sechsmal so viele Elementarergebnisse umfasst wie \(E_3\). Seine Vermutung ist falsch.
42696412
Zwei faire vierseitige Würfel (Tetraederwürfel mit den Augenzahlen 1 bis 4) werden gleichzeitig geworfen. Das Ergebnis des Experiments ist die Summe der beiden geworfenen Augenzahlen. a) Gib die Ergebnismenge \(\Omega_1\) für dieses Zufallsexperiment an. b) Zeige durch die Berechnung von zwei beispielhaften Wahrscheinlichkeiten, dass es sich bezogen auf \(\Omega_1\) nicht um ein Laplace-Experiment handelt. c) Gib eine alternative Ergebnismenge \(\Omega_2\) für denselben physikalischen Vorgang an, die ein Laplace-Experiment beschreibt.

Denkanstöße

- Welche kleinsten und größten Summen kannst du mit zwei Würfeln von 1 bis 4 erzielen? - Erstelle eine Tabelle mit allen möglichen geordneten Zahlenpaaren der beiden Würfel, um zu sehen, wie oft jede Summe vorkommt. - Erinnere dich an die Definition eines Laplace-Experiments: Wann genau darf man die Formel „Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Ergebnisse“ verwenden? - Wie müsste man die Ergebnisse definieren, damit jedes einzelne die exakt gleiche Chance hat, einzutreten?

Lösung

1. Bestimmung der möglichen Summen: Die kleinstmögliche Summe ist \(1+1=2\), die größtmögliche \(4+4=8\). Somit ist \(\Omega_1 = \{2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten in \(\Omega_1\): Die Gesamtzahl der gleichwahrscheinlichen Elementarergebnisse (geordnete Paare) beträgt \(4 \cdot 4 = 16\). \(P(X=2) = P(\{(1;1)\}) = \frac{1}{16}\) \(P(X=5) = P(\{(1;4), (2;3), (3;2), (4;1)\}) = \frac{4}{16} = \frac{1}{4}\) 3. Schlussfolgerung: Da \(P(X=2) = \frac{1}{16}\) und \(P(X=5) = \frac{4}{16}\) unterschiedlich sind (\(\frac{1}{16} \neq \frac{4}{16}\)), liegen keine gleichwahrscheinlichen Ergebnisse in \(\Omega_1\) vor. 4. Alternative Ergebnismenge: Wählt man die Menge aller geordneten Paare \(\Omega_2 = \{(1;1), (1;2), (1;3), (1;4), (2;1), \dots, (4;4)\}\), so hat jedes der 16 Ergebnisse die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{16}\). Dies ist ein Laplace-Experiment.

Antwort

a) \(\Omega_1 = \{2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\) b) Zum Beispiel ist \(P(X=2) = \frac{1}{16}\) und \(P(X=5) = \frac{4}{16}\). Da \(\frac{1}{16} \neq \frac{4}{16}\), ist es kein Laplace-Experiment. c) \(\Omega_2 = \{(1;1), (1;2), (1;3), (1;4), (2;1), (2;2), (2;3), (2;4), (3;1), (3;2), (3;3), (3;4), (4;1), (4;2), (4;3), (4;4)\}\) (Menge der geordneten Paare).
42698712
In einem Behälter befinden sich drei grüne (\(g\)) und zwei gelbe (\(y\)) Kugeln. Es werden nacheinander zwei Kugeln mit Zurücklegen entnommen, wobei die Reihenfolge der Farben nicht berücksichtigt wird. a) Gib eine geeignete Ergebnismenge \(\Omega\) für dieses Zufallsexperiment an. b) Berechne für jedes Element der Ergebnismenge die jeweilige Wahrscheinlichkeit. c) Begründe, warum es sich bei diesem Versuchsaufbau bezüglich der gewählten Ergebnismenge \(\Omega\) nicht um ein Laplace-Experiment handelt.

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Farbkombinationen möglich sind, wenn es egal ist, welche Kugel zuerst gezogen wurde. - Nutze die Pfadregeln für ein zweistufiges Zufallsexperiment mit Zurücklegen. - Beachte, dass ein ungeordnetes Ergebnis wie „eine grüne und eine gelbe Kugel“ durch verschiedene Reihenfolgen im Baumdiagramm zustande kommen kann. - Was ist die Definition eines Laplace-Experiments?

Lösung

1. Da die Reihenfolge nicht beachtet wird, besteht die Ergebnismenge aus den ungeordneten Paaren der Farben: \(\Omega = \{(g;g), (g;y), (y;y)\}\). 2. Die Grundwahrscheinlichkeiten für eine einzelne Kugel sind \(P(g) = \frac{3}{5} = 0{,}6\) und \(P(y) = \frac{2}{5} = 0{,}4\). 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für die kombinierten Ereignisse unter Berücksichtigung des Zurücklegens und der Ungeordnetheit: \(P(\{(g;g)\}) = 0{,}6 \cdot 0{,}6 = 0{,}36\) \(P(\{(g;y)\}) = 2 \cdot (0{,}6 \cdot 0{,}4) = 0{,}48\) (da die Pfade \(gy\) und \(yg\) zum selben Ergebnis führen) \(P(\{(y;y)\}) = 0{,}4 \cdot 0{,}4 = 0{,}16\) 4. Ein Laplace-Experiment liegt nur vor, wenn alle Elementarereignisse der Ergebnismenge gleich wahrscheinlich sind. Da \(0{,}36 \neq 0{,}48 \neq 0{,}16\), ist die Bedingung für ein Laplace-Experiment nicht erfüllt.

Antwort

a) \(\Omega = \{(g;g), (g;y), (y;y)\}\) b) \(P(\{(g;g)\}) = 0{,}36\); \(P(\{(g;y)\}) = 0{,}48\); \(P(\{(y;y)\}) = 0{,}16\) c) Es liegt kein Laplace-Experiment vor, da die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse in \(\Omega\) nicht identisch sind (\(0{,}36 \neq 0{,}48 \neq 0{,}16\)).
42715312
Ein Agrarbiologe untersucht die Keimfähigkeit einer bestimmten Sorte von Pflanzensamen. Dazu werden 150 Proben mit jeweils 5 Samen unter kontrollierten Bedingungen beobachtet. Die Anzahl \(k\) der gekeimten Samen pro Probe wurde in der folgenden Häufigkeitstabelle festgehalten: <table> <tr><td>Anzahl gekeimter Samen \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td><td>4</td><td>5</td></tr> <tr><td>Häufigkeit \(n_k\)</td><td>4</td><td>21</td><td>50</td><td>48</td><td>22</td><td>5</td></tr> </table> 1. Bestimme das arithmetische Mittel \(\bar{k}\) der gekeimten Samen pro Probe. 2. Es wird angenommen, dass die Anzahl der gekeimten Samen pro Probe binomialverteilt nach \(B(5; p)\) ist. Schätze die Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\), indem du \(\bar{k}\) mit dem Erwartungswert der Binomialverteilung gleichsetzt. 3. Berechne auf Basis dieses Modells die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Probe genau 2 Samen keimen. Vergleiche diesen Wert mit der relativen Häufigkeit aus der Stichprobe.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Durchschnittswert aus einer Häufigkeitstabelle? - Welche Formel verknüpft die Parameter einer Binomialverteilung mit ihrem Erwartungswert? - Wie lautet die Formel von Bernoulli für einen spezifischen Wert \(k\)? - Überlege, wie man die relative Häufigkeit eines Ereignisses aus der Anzahl der Beobachtungen bestimmt.

Lösung

1. Berechnung des arithmetischen Mittels: \(\bar{k} = \frac{0 \cdot 4 + 1 \cdot 21 + 2 \cdot 50 + 3 \cdot 48 + 4 \cdot 22 + 5 \cdot 5}{150} = \frac{378}{150} = 2{,}52\). 2. Schätzung von \(p\): Da für eine binomialverteilte Zufallsgröße \(\mu = n \cdot p\) gilt, folgt mit \(n = 5\) und \(\mu \approx \bar{k}\): \(5 \cdot p = 2{,}52 \Rightarrow p = 0{,}504\). 3. Theoretische Wahrscheinlichkeit für \(k = 2\): \(P(X = 2) = \binom{5}{2} \cdot 0{,}504^2 \cdot (1 - 0{,}504)^3 \approx 10 \cdot 0{,}2540 \cdot 0{,}1220 \approx 0{,}3098\). Die empirische relative Häufigkeit beträgt \(h(2) = \frac{50}{150} = \frac{1}{3} \approx 0{,}3333\). Der empirische Wert liegt somit etwa \(2{,}35\) Prozentpunkte über dem theoretischen Modellwert.

Antwort

1. \(\bar{k} = 2{,}52\) 2. \(p = 0{,}504\) 3. Theoretisch: \(P(X = 2) \approx 0{,}3098\); Empirisch: \(h(2) \approx 0{,}3333\).
42715812
Ein unfairer (gezinkter) sechsseitiger Würfel soll untersucht werden. Zwei Schüler äußern sich zur Wahrscheinlichkeit, eine „6“ zu würfeln: Lukas: „Es ist ein Würfel mit sechs Seiten, also muss die Wahrscheinlichkeit für jede Zahl, auch für die 6, genau \(P(6) = \frac{1}{6} \approx 16{,}7\,\%\) betragen.“ Sarah: „Ich habe den Würfel bereits \(200\)-mal geworfen und dabei \(52\)-mal eine 6 erhalten. Ich behaupte, die Wahrscheinlichkeit liegt eher bei \(26\,\%\).“ 1. Erläutere, welchen theoretischen Ansatz Lukas verfolgt und warum dieser hier vermutlich zu einem falschen Ergebnis führt. 2. Bestimme die relative Häufigkeit, auf die sich Sarah bezieht, und benenne das mathematische Prinzip, das ihre Aussage stützt. 3. Diskutiere, wie man die tatsächliche Wahrscheinlichkeit noch genauer bestimmen könnte.

Denkanstöße

- Wann darf man davon ausgehen, dass alle Ergebnisse eines Zufallsexperiments die gleiche Chance haben? - Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Was passiert mit den Ergebnissen, wenn man ein Experiment sehr oft wiederholt? - Gibt es einen Unterschied zwischen einem idealen Modell und einer experimentellen Beobachtung?

Lösung

1. Lukas verwendet den Laplace-Ansatz (klassischer Wahrscheinlichkeitsbegriff). Dieser setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind. Da der Würfel als „unfair“ oder „gezinkt“ beschrieben wurde, ist diese Symmetrieannahme verletzt, und der Ansatz liefert kein korrektes Modell für die Realität. 2. Sarah berechnet die relative Häufigkeit: \(h_n(6) = \frac{52}{200} = 0{,}26\). Ihr Vorgehen stützt sich auf das empirische Gesetz der großen Zahlen, welches besagt, dass sich die relative Häufigkeit eines Ereignisses mit zunehmender Anzahl an Versuchen stabilisiert und gegen die wahre Wahrscheinlichkeit konvergiert. 3. Um die Genauigkeit zu erhöhen, müsste die Anzahl der Versuche \(n\) deutlich gesteigert werden (z. B. auf \(n = 1000\) oder mehr). Je größer die Stichprobe, desto geringer ist die zu erwartende Abweichung der relativen Häufigkeit von der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit.

Antwort

1. Lukas nutzt den Laplace-Ansatz; dieser scheitert hier an der fehlenden Symmetrie (gezinkter Würfel). 2. Sarah nutzt die relative Häufigkeit \(\frac{52}{200} = 0{,}26\) (\(26\,\%\)); das Prinzip ist das empirische Gesetz der großen Zahlen. 3. Eine genauere Bestimmung ist durch eine Erhöhung der Wurfanzahl (Versuchswiederholungen) möglich.
42716012
Eine Reißzwecke wird \(500\)-mal geworfen. Dabei landet sie \(320\)-mal mit der Spitze nach oben und \(180\)-mal auf dem Kopf. a) Erläutere, warum der Laplace-Ansatz zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „Spitze oben“ in diesem Fall nicht geeignet ist. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „Spitze oben“ nach dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. c) Skizziere kurz den theoretischen Übergang von der relativen Häufigkeit zur frequentistischen Wahrscheinlichkeit, wenn die Anzahl der Würfe \(n\) gegen Unendlich geht.

Denkanstöße

- Was ist die Grundvoraussetzung für ein Laplace-Experiment? - Wie berechnet man eine relative Häufigkeit aus absoluten Zahlen? - Was passiert mit der Schwankung der Ergebnisse, wenn man ein Experiment immer öfter wiederholt?

Lösung

1. Der Laplace-Ansatz setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind. Aufgrund der physikalischen Asymmetrie der Reißzwecke gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass beide Lagen gleich wahrscheinlich sind. 2. Gemäß dem frequentistischen Ansatz wird die Wahrscheinlichkeit durch die relative Häufigkeit geschätzt: \(P(\text{„Spitze oben“}) \approx \frac{k}{n} = \frac{320}{500} = 0{,}64\). 3. Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sich die relativen Häufigkeiten bei wachsender Anzahl von Versuchen (\(n \to \infty\)) um einen festen Wert. Dieser Grenzwert wird im frequentistischen Sinne als die wahre Wahrscheinlichkeit \(P\) des Ereignisses definiert.

Antwort

a) Der Laplace-Ansatz ist ungeeignet, da keine Symmetrie vorliegt und die Ergebnisse nicht als gleich wahrscheinlich angenommen werden können. b) \(P(\text{„Spitze oben“}) = 0{,}64\). c) Die Wahrscheinlichkeit wird als der Grenzwert definiert, gegen den die relative Häufigkeit bei unendlich vielen Versuchen konvergiert (Gesetz der großen Zahlen).
42716412
Ein Zufallsexperiment hat die Ergebnismenge \(\Omega = \{e_1; e_2; e_3; e_4\}\). Es ist bekannt, dass das Ergebnis \(e_1\) mit der Wahrscheinlichkeit \(P(e_1) = 0{,}2\) eintritt. Die Wahrscheinlichkeiten der übrigen Ergebnisse stehen im Verhältnis \(P(e_2) : P(e_3) : P(e_4) = 1 : 2 : 5\). a) Ermittle die Wahrscheinlichkeitsverteilung für diesen Ergebnisraum. b) Bestimme für die Ereignisse \(E = \{e_1; e_3\}\) und \(F = \{e_2; e_3\}\) die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\), \(P(F)\), \(P(E \cap F)\) und \(P(E \cup F)\).

Denkanstöße

- Denk daran, dass die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Zufallsexperiment immer genau 1 sein muss. - Berechne zuerst, wie viel Wahrscheinlichkeit für die restlichen Ergebnisse übrig bleibt, nachdem du den bekannten Wert abgezogen hast. - Wie kannst du diesen Restbetrag fair auf die Anteile im Verhältnis aufteilen? - Für die Mengenoperationen: Welche Elemente liegen in beiden Mengen, und welche liegen in mindestens einer der beiden Mengen?

Lösung

1. Da die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben muss, beträgt die Summe für die verbleibenden Ergebnisse: \(P(e_2) + P(e_3) + P(e_4) = 1 - 0{,}2 = 0{,}8\). 2. Aufteilung der restlichen \(0{,}8\) gemäß dem Verhältnis \(1 : 2 : 5\). Die Summe der Verhältnisanteile ist \(1 + 2 + 5 = 8\). 3. Wert eines Anteils: \(0{,}8 : 8 = 0{,}1\). 4. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten: \(P(e_2) = 1 \cdot 0{,}1 = 0{,}1\) \(P(e_3) = 2 \cdot 0{,}1 = 0{,}2\) \(P(e_4) = 5 \cdot 0{,}1 = 0{,}5\) 5. Berechnung der Ereigniswahrscheinlichkeiten: \(P(E) = P(e_1) + P(e_3) = 0{,}2 + 0{,}2 = 0{,}4\) \(P(F) = P(e_2) + P(e_3) = 0{,}1 + 0{,}2 = 0{,}3\) 6. Schnittmenge \(E \cap F = \{e_3\}\): \(P(E \cap F) = 0{,}2\). 7. Vereinigungsmenge \(E \cup F = \{e_1; e_2; e_3\}\): \(P(E \cup F) = 0{,}2 + 0{,}1 + 0{,}2 = 0{,}5\).

Antwort

a) \(P(e_1) = 0{,}2\); \(P(e_2) = 0{,}1\); \(P(e_3) = 0{,}2\); \(P(e_4) = 0{,}5\) b) \(P(E) = 0{,}4\); \(P(F) = 0{,}3\); \(P(E \cap F) = 0{,}2\); \(P(E \cup F) = 0{,}5\)
42716512
In einer Fertigungsanlage für elektronische Bauteile wird eine Stichprobe von \(500\) Einheiten untersucht. Dabei werden \(15\) defekte Bauteile festgestellt. 1. Bestimme die relative Häufigkeit der defekten Bauteile und benenne den Wahrscheinlichkeitsbegriff, der verwendet wird, wenn diese Häufigkeit als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit dient. 2. Für die Planung wird nun ein theoretisches Modell mit einer konstanten Defektwahrscheinlichkeit von \(p = 0{,}02\) angenommen. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in einer zufälligen Entnahme von \(20\) Bauteilen genau ein Bauteil defekt ist. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff liegt dieser Berechnung mit einem festen Parameter \(p\) zugrunde?

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil einer Teilmenge an der Gesamtmenge? - Welcher Begriff bezieht sich auf Ergebnisse aus durchgeführten Experimenten? - Welche Verteilung eignet sich für eine Kette von Versuchen mit zwei möglichen Ausgängen? - Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit hier aus Symmetrie, Erfahrung oder mathematischen Regeln folgt.

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeit: \(h = \frac{15}{500} = 0{,}03\). Da die Wahrscheinlichkeit auf Basis von Beobachtungsdaten geschätzt wird, handelt es sich um den empirischen (oder statistischen) Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für genau einen Defekt bei \(n = 20\) und \(p = 0{,}02\) mittels Binomialverteilung: \(P(X=1) = \binom{20}{1} \cdot 0{,}02^1 \cdot 0{,}98^{19} = 20 \cdot 0{,}02 \cdot 0{,}98^{19} \approx 0{,}2725\). Da hier mit einem mathematischen Modell und fest definierten Wahrscheinlichkeiten gearbeitet wird, liegt der axiomatische Wahrscheinlichkeitsbegriff (nach Kolmogorow) zugrunde.

Antwort

1. Die relative Häufigkeit beträgt \(0{,}03\) (oder \(3\,\%\)). Es handelt sich um den empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(0{,}2725\) (oder \(27{,}25\,\%\)). Es handelt sich um den axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff.
42716612
Ein spezieller sechsseitiger Würfel ist so gezinkt, dass die Augenzahl „6“ doppelt so wahrscheinlich ist wie jede der anderen fünf Augenzahlen. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „6“ unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow. 2. Begründe, warum der klassische Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff für die Bestimmung dieser Wahrscheinlichkeit nicht geeignet ist.

Denkanstöße

- Was weißt du über die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Zufallsexperiment? - Stelle eine Gleichung auf, in der die unbekannte Wahrscheinlichkeit \(p\) vorkommt. - Was ist die Grundvoraussetzung, um die Laplace-Formel verwenden zu dürfen? - Unterscheide zwischen idealen Zufallsgeräten und manipulierten Objekten.

Lösung

1. Sei \(p\) die Wahrscheinlichkeit für eine der Augenzahlen \(1\) bis \(5\). Dann gilt für die Augenzahl \(6\) die Wahrscheinlichkeit \(2p\). Nach dem Normierungsaxiom muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten \(1\) ergeben: \(5 \cdot p + 2p = 1 \Rightarrow 7p = 1 \Rightarrow p = \frac{1}{7}\). Die Wahrscheinlichkeit für eine „6“ ist somit \(P(6) = 2 \cdot \frac{1}{7} = \frac{2}{7} \approx 0{,}2857\). 2. Der Laplace-Begriff setzt voraus, dass alle Elementarereignisse des Ergebnisraums gleich wahrscheinlich sind (Symmetrieprinzip). Da der Würfel gezinkt ist, sind die Elementarereignisse nicht gleichwahrscheinlich, wodurch die Laplace-Formel \(P(A) = \frac{|A|}{|\Omega|}\) nicht anwendbar ist.

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit für eine „6“ beträgt \(\frac{2}{7} \approx 0{,}2857\). 2. Der Laplace-Begriff ist nicht anwendbar, da die Bedingung der Gleichwahrscheinlichkeit aller Elementarereignisse aufgrund der Manipulation des Würfels nicht erfüllt ist.
42716812
Gegeben ist ein Ergebnisraum \(\Omega = \{\omega_1, \omega_2, \omega_3\}\). Für die Ereignisse \(A = \{\omega_1, \omega_2\}\) und \(B = \{\omega_2, \omega_3\}\) sind die Wahrscheinlichkeiten \(P(A) = 0{,}55\) und \(P(B) = 0{,}75\) bekannt. Berechne die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse und gib alle möglichen Ereignisse \(E \subseteq \Omega\) mit ihren jeweiligen Wahrscheinlichkeiten an.

Denkanstöße

- Nutze die Eigenschaft, dass die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller Ergebnisse immer 1 ergibt. - Überlege, welches Ergebnis nicht in Ereignis A enthalten ist. Wie hängen deren Wahrscheinlichkeiten zusammen? - Wie viele Teilmengen hat eine Menge mit drei Elementen? - Ein Ereignis ist eine Teilmenge des Ergebnisraums. Addiere einfach die Wahrscheinlichkeiten der enthaltenen Ergebnisse.

Lösung

1. Anwendung der Axiome: \(P(\omega_1) + P(\omega_2) + P(\omega_3) = 1\). 2. Bestimmung von \(P(\omega_3)\) über das Komplement von \(A\): \(P(\omega_3) = 1 - P(A) = 1 - 0{,}55 = 0{,}45\). 3. Bestimmung von \(P(\omega_1)\) über das Komplement von \(B\): \(P(\omega_1) = 1 - P(B) = 1 - 0{,}75 = 0{,}25\). 4. Berechnung von \(P(\omega_2)\): \(P(\omega_2) = 1 - 0{,}25 - 0{,}45 = 0{,}30\). 5. Auflistung aller Teilmengen von \(\Omega\) und Summation der entsprechenden Elementarwahrscheinlichkeiten: \(\emptyset \to 0\) \(\{\omega_1\} \to 0{,}25\) \(\{\omega_2\} \to 0{,}30\) \(\{\omega_3\} \to 0{,}45\) \(\{\omega_1, \omega_2\} \to 0{,}55\) \(\{\omega_1, \omega_3\} \to 0{,}25 + 0{,}45 = 0{,}70\) \(\{\omega_2, \omega_3\} \to 0{,}75\) \(\{\omega_1, \omega_2, \omega_3\} \to 1\)

Antwort

Die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse sind: \(P(\omega_1) = 0{,}25\); \(P(\omega_2) = 0{,}30\); \(P(\omega_3) = 0{,}45\). Alle möglichen Ereignisse und ihre Wahrscheinlichkeiten sind: \(P(\emptyset) = 0\) \(P(\{\omega_1\}) = 0{,}25\) \(P(\{\omega_2\}) = 0{,}30\) \(P(\{\omega_3\}) = 0{,}45\) \(P(\{\omega_1, \omega_2\}) = 0{,}55\) \(P(\{\omega_1, \omega_3\}) = 0{,}70\) \(P(\{\omega_2, \omega_3\}) = 0{,}75\) \(P(\Omega) = 1\)
42717012
Ein Schüler untersucht die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Reißzwecke beim Werfen auf dem runden Kopf (Ergebnis \(K\)) oder auf der Seite (Ergebnis \(S\)) liegen bleibt. a) Erkläre, warum der Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff in diesem Fall nicht geeignet ist, um einen exakten Wert für \(P(K)\) vorherzusagen. b) Der Schüler führt eine Versuchsreihe mit \(500\) Würfen durch und stellt fest, dass die Reißzwecke \(185\)-mal auf dem Kopf liegen bleibt. Berechne die Wahrscheinlichkeit nach dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. c) Erläutere, welche Bedingungen die Wahrscheinlichkeiten \(P(K)\) und \(P(S)\) nach dem axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff erfüllen müssen, damit sie ein zulässiges mathematisches Modell bilden.

Denkanstöße

- Was ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man die Formel „Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Fälle“ anwenden darf? - Wie hängen die relative Häufigkeit und die empirische Wahrscheinlichkeit zusammen? - Welche formalen Regeln müssen für die Summe aller möglichen Ergebnisse in einem Zufallsexperiment immer gelten?

Lösung

1. Zu a): Der Laplace-Begriff setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind (Symmetrie-Prinzip). Da eine Reißzwecke physikalisch nicht symmetrisch gebaut ist, gibt es keinen theoretischen Grund anzunehmen, dass Kopf und Seite gleich oft auftreten. 2. Zu b): Nach dem empirischen Begriff entspricht die Wahrscheinlichkeit der relativen Häufigkeit bei einer großen Versuchsanzahl. Berechnung: \(P(K) = \frac{185}{500} = 0{,}37\). 3. Zu c): Nach den Axiomen von Kolmogorow müssen die Wahrscheinlichkeiten nicht-negativ sein (\(P(K) \ge 0\) und \(P(S) \ge 0\)) und ihre Summe muss genau 1 ergeben (\(P(K) + P(S) = 1\)), da es sich um ein vollständiges System von Ereignissen handelt.

Antwort

a) Ungeeignet, da keine physikalische Symmetrie vorliegt (keine Gleichwahrscheinlichkeit). b) \(P(K) = 0{,}37\) (entspricht der relativen Häufigkeit \(\frac{185}{500}\)). c) \(P(K), P(S) \ge 0\) und \(P(K) + P(S) = 1\).
42717212
In einer Urne befinden sich \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln, die sich nur in ihrer Farbe unterscheiden. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ziehen einer roten Kugel unter der Annahme eines Laplace-Experiments. b) Eine Person behauptet vor dem Ziehen: „Ich habe ein starkes Gefühl, dass heute eher Blau gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit für Rot liegt für mich heute nur bei \(20\,\%\).“ Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird hier verwendet? c) Bei \(50\) tatsächlichen Durchführungen (Ziehen mit Zurücklegen) wurde \(18\)-mal eine rote Kugel gezogen. Bestimme die relative Häufigkeit und gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff hiermit verknüpft ist. d) Erläutere kurz, warum sich der berechnete Wert aus Aufgabenteil a) von dem Ergebnis aus Teil c) unterscheiden kann.

Denkanstöße

- Was bedeutet „Laplace“, wenn alle Kugeln die gleiche Chance haben, gezogen zu werden? - Unterscheide zwischen einer theoretischen Überlegung und einem tatsächlich durchgeführten Experiment. - Wie nennt man eine Wahrscheinlichkeit, die nur auf einer persönlichen Meinung beruht? - Denk an den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Versuche und der Stabilität von Ergebnissen.

Lösung

1. Teilaufgabe a): Anwendung der Laplace-Formel \(P(A) = \frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl der möglichen Ergebnisse}}\). Mit \(4\) roten und insgesamt \(10\) Kugeln ergibt sich \(P(\text{rot}) = \frac{4}{10} = 0{,}4\) bzw. \(40\,\%\). 2. Teilaufgabe b): Es handelt sich um den subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff, da die Angabe auf einem persönlichen Gefühl bzw. einer individuellen Einschätzung basiert und der objektiven Symmetrie widerspricht. 3. Teilaufgabe c): Die relative Häufigkeit berechnet sich als \(h_n(A) = \frac{\text{Anzahl der Treffer}}{\text{Gesamtzahl der Versuche}}\), also \(\frac{18}{50} = 0{,}36\) bzw. \(36\,\%\). Dies ist dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff zuzuordnen. 4. Teilaufgabe d): Der Laplace-Wert ist ein theoretischer Idealwert. Die relative Häufigkeit ist das Ergebnis eines Zufallsexperiments und unterliegt Zufallsschwankungen. Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit dem theoretischen Wert erst bei einer sehr hohen Anzahl von Versuchen an.

Antwort

a) \(P(\text{rot}) = 0{,}4\); b) Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff; c) \(h_{50}(\text{rot}) = 0{,}36\), empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff; d) Der Unterschied liegt in den Zufallsschwankungen bei begrenzter Versuchsanzahl (Gesetz der großen Zahlen).
42717412
Neben dem theoretischen Laplace-Ansatz existiert der empirische Wahrscheinlichkeitsbegriff. Hierbei wird die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses \(A\) durch seine relative Häufigkeit \(h_N(A) = \frac{H_N(A)}{N}\) nach \(N\) Versuchsdurchführungen geschätzt. Untersuche, ob dieser empirische Ansatz mit den Axiomen von Kolmogorow im Einklang steht. Zeige dazu rechnerisch, dass für die relative Häufigkeit das Nichtnegativitätsaxiom (\(h_N(A) \ge 0\)), das Normierungsaxiom (\(h_N(\Omega) = 1\)) sowie das Additivitätsaxiom für zwei unvereinbare Ereignisse \(A\) und \(B\) (\(h_N(A \cup B) = h_N(A) + h_N(B)\)) erfüllt sind.

Denkanstöße

- Erinnere dich an den Zusammenhang zwischen absoluter Häufigkeit \(H_N\) und relativer Häufigkeit \(h_N\). - Warum kann eine absolute oder relative Häufigkeit niemals negativ sein? - Wie oft tritt ein Ergebnis aus \(\Omega\) insgesamt ein, wenn man ein Experiment \(N\)-mal durchführt? - Was bedeutet „unvereinbar“ für das Zählen von Ergebnissen in einer Versuchsreihe? Kann ein Versuch gleichzeitig zu zwei unvereinbaren Ereignissen zählen?

Lösung

1. Nichtnegativitätsaxiom: Die absolute Häufigkeit \(H_N(A)\) ist eine nichtnegative Anzahl. Für \(N>0\) folgt daher \(h_N(A) = \frac{H_N(A)}{N} \ge 0\). 2. Normierungsaxiom: Bei \(N\) Durchführungen eines Zufallsexperiments tritt bei jedem einzelnen Versuch ein Ergebnis aus dem Ergebnisraum \(\Omega\) ein. Somit entspricht die absolute Häufigkeit des sicheren Ereignisses der Gesamtzahl der Versuche, \(H_N(\Omega) = N\). Für die relative Häufigkeit folgt \(h_N(\Omega) = \frac{H_N(\Omega)}{N} = \frac{N}{N} = 1\). 3. Additivitätsaxiom: Wenn \(A\) und \(B\) unvereinbar sind, kann kein Versuchsergebnis gleichzeitig in \(A\) und in \(B\) liegen. Die Anzahl der Versuche, bei denen \(A\) oder \(B\) eintritt, ist daher die Summe der jeweiligen absoluten Häufigkeiten: \(H_N(A \cup B) = H_N(A) + H_N(B)\). 4. Durch Division der Gleichung durch \(N\) erhält man \(\frac{H_N(A \cup B)}{N} = \frac{H_N(A)}{N} + \frac{H_N(B)}{N}\). Damit gilt \(h_N(A \cup B) = h_N(A) + h_N(B)\).

Antwort

Die relative Häufigkeit erfüllt die drei Axiome: \(h_N(A) \ge 0\), weil \(H_N(A)\) eine nichtnegative Anzahl ist; \(H_N(\Omega)=N\) führt zu \(h_N(\Omega)=1\); und für unvereinbare Ereignisse gilt \(H_N(A \cup B)=H_N(A)+H_N(B)\), woraus nach Division durch \(N\) die Additivität folgt.
42717512
Acht Fachbücher mit unterschiedlichen Seitenzahlen werden rein zufällig nebeneinander in ein Regal gestellt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Bücher exakt nach ihrer Seitenzahl sortiert stehen (entweder aufsteigend oder absteigend). Gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff dieser Berechnung zugrunde liegt.

Denkanstöße

- Wie viele verschiedene Möglichkeiten gibt es insgesamt, 8 Objekte in einer Reihe anzuordnen? - Wie viele dieser Anordnungen erfüllen die Bedingung, dass sie sortiert sind? - Welche Annahme triffst du über die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Anordnungen?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der möglichen Anordnungen (Permutationen) von 8 unterscheidbaren Büchern: \(8! = 40\,320\). 2. Bestimmung der Anzahl der günstigen Ergebnisse: Es gibt genau 2 Möglichkeiten, die Bücher nach ihrer Seitenzahl zu sortieren (einmal aufsteigend, einmal absteigend). 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeit als Quotient aus günstigen und möglichen Ergebnissen: \(P = \frac{2}{40\,320} = \frac{1}{20\,160} \approx 0{,}0000496\). 4. Identifikation des Wahrscheinlichkeitsbegriffs: Da alle Anordnungen als gleichwahrscheinlich vorausgesetzt werden, handelt es sich um den Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff.

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P = \frac{1}{20\,160}\). Es liegt der Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde.
42717612
Ein Computerprogramm generiert zufällige Permutationen der vier Buchstaben \(A\), \(B\), \(C\) und \(D\), wobei jeder Buchstabe genau einmal vorkommt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Buchstabe \(A\) an der ersten Stelle steht, unter der Annahme, dass alle möglichen Anordnungen gleichwahrscheinlich sind. Benenne den hier verwendeten Wahrscheinlichkeitsbegriff. b) In einer Versuchsreihe mit \(10\,000\) Durchläufen wurde beobachtet, dass der Buchstabe \(A\) insgesamt \(2\,540\)-mal an der ersten Stelle stand. Berechne die relative Häufigkeit dieses Ereignisses und gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff durch diesen Wert repräsentiert wird.

Denkanstöße

- Überlege dir für den ersten Teil, wie viele Anordnungen mit einem festen Anfangsbuchstaben möglich sind. - Was bedeutet es für die Berechnung, wenn man davon ausgeht, dass alle Ergebnisse „gleichwahrscheinlich“ sind? - Wie unterscheidet sich ein theoretisch berechneter Wert von einem Wert, der durch ein Experiment gewonnen wurde?

Lösung

1. Teil a: Gesamtzahl der Permutationen berechnen: \(4! = 24\). Anzahl der günstigen Fälle (A fix an Position 1, Rest beliebig): \(3! = 6\). Wahrscheinlichkeit berechnen: \(P(A \text{ an 1. Stelle}) = \frac{6}{24} = 0{,}25\). Dies entspricht dem Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff (theoretische Herleitung durch Symmetrie). 2. Teil b: Relative Häufigkeit berechnen: \(h = \frac{2\,540}{10\,000} = 0{,}254\). Dies entspricht dem empirischen (oder statistischen) Wahrscheinlichkeitsbegriff, der auf Beobachtungsdaten basiert.

Antwort

a) \(P = 0{,}25\); Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff. b) \(h = 0{,}254\); empirischer (statistischer) Wahrscheinlichkeitsbegriff.
42717712
Gegeben ist ein Wahrscheinlichkeitsraum \((\Omega, \mathcal{E}, P)\). a) Leite aus den Axiomen von Kolmogorow die Formel für die Wahrscheinlichkeit des Komplementärereignisses \(P(\overline{A}) = 1 - P(A)\) her. b) Es seien \(A\) und \(B\) zwei Ereignisse mit \(A \subseteq B\). Begründe mithilfe der Axiome, dass die Beziehung \(P(B) = P(A) + P(B \setminus A)\) gelten muss. Folgere daraus die Monotonie der Wahrscheinlichkeit, also dass \(P(A) \le P(B)\) ist.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie man den gesamten Ergebnisraum mithilfe eines Ereignisses und seines Gegenteils ausdrücken kann. - Welches Axiom macht eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des gesamten Ergebnisraums? - Wenn eine Menge in einer anderen enthalten ist, wie kannst du die größere Menge in zwei disjunkte (überschneidungsfreie) Teile zerlegen? - Welches Axiom garantiert, dass Wahrscheinlichkeiten niemals negativ sind?

Lösung

1. Zerlegung des Ergebnisraums: Da \(A \cup \overline{A} = \Omega\) und \(A \cap \overline{A} = \emptyset\) (disjunkt), folgt aus dem Additivitätsaxiom (Axiom 3): \(P(A \cup \overline{A}) = P(A) + P(\overline{A})\). 2. Anwendung der Normiertheit: Nach Axiom 2 ist \(P(\Omega) = 1\). Durch Gleichsetzen erhält man \(P(A) + P(\overline{A}) = 1\), woraus durch Umformung \(P(\overline{A}) = 1 - P(A)\) folgt. 3. Zerlegung von \(B\): Wenn \(A \subseteq B\), kann \(B\) als Vereinigung der disjunkten Mengen \(A\) und \(B \setminus A\) dargestellt werden: \(B = A \cup (B \setminus A)\). 4. Anwendung von Axiom 3: Es gilt \(P(B) = P(A) + P(B \setminus A)\). 5. Schlussfolgerung: Da nach Axiom 1 (Nichtnegativität) stets \(P(B \setminus A) \ge 0\) gilt, muss \(P(B) \ge P(A)\) sein.

Antwort

a) \(P(\overline{A}) = 1 - P(A)\) b) \(P(B) = P(A) + P(B \setminus A)\), woraus wegen \(P(B \setminus A) \ge 0\) folgt: \(P(A) \le P(B)\).
42717912
Ein Zufallsexperiment hat die Ergebnismenge \(\Omega = \{e_1, e_2, e_3\}\). Es werden folgende Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse vorgeschlagen: 1. \(P(\{e_1, e_2\}) = 0{,}3\) 2. \(P(\{e_2, e_3\}) = 0{,}6\) Untersuche unter expliziter Verwendung der Axiome von Kolmogorow, ob eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung existieren kann. Bestimme dazu die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse und prüfe die Axiome.

Denkanstöße

- Was besagen die drei Axiome von Kolmogorow über die Summe aller Wahrscheinlichkeiten und über die Vorzeichen einzelner Wahrscheinlichkeiten? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten von Teilmengen mit den Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse zusammen? - Kannst du ein Gleichungssystem aufstellen, um die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse zu berechnen? - Überprüfe am Ende, ob alle berechneten Werte im erlaubten Bereich liegen.

Lösung

1. Nach dem Normiertheitsaxiom gilt \(P(\Omega) = P(\{e_1, e_2, e_3\}) = 1\). 2. Da die Elementarereignisse disjunkt sind, gilt nach dem Additivitätsaxiom \(P(\{e_1, e_2\}) + P(\{e_3\}) = P(\Omega)\). 3. Einsetzen der gegebenen Werte ergibt \(0{,}3 + P(\{e_3\}) = 1\), woraus \(P(\{e_3\}) = 0{,}7\) folgt. 4. Analog gilt \(P(\{e_2, e_3\}) = P(\{e_2\}) + P(\{e_3\})\). Einsetzen ergibt \(0{,}6 = P(\{e_2\}) + 0{,}7\), woraus \(P(\{e_2\}) = -0{,}1\) folgt. 5. Das Axiom der Nichtnegativität besagt, dass für jedes Ereignis \(A\) gelten muss: \(P(A) \geq 0\). 6. Da \(P(\{e_2\}) = -0{,}1 < 0\), ist dieses Axiom verletzt. Eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung kann daher nicht existieren.

Antwort

Eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung kann nicht existieren. Die Berechnung der Elementarereignisse ergibt \(P(\{e_1\}) = 0{,}4\), \(P(\{e_2\}) = -0{,}1\) und \(P(\{e_3\}) = 0{,}7\). Da \(P(\{e_2\}) < 0\) ist, wird das Axiom der Nichtnegativität verletzt.
42718112
Ein Glücksrad ist in drei Sektoren unterteilt: Gold, Silber und Bronze. Bei einer Drehung wird genau einer dieser Sektoren bestimmt; die Ereignisse \(G\) (Gold), \(S\) (Silber) und \(B\) (Bronze) sind somit paarweise unvereinbar. Folgende Wahrscheinlichkeiten für kombinierte Ereignisse sind bekannt: Die Wahrscheinlichkeit für „Gold oder Silber“ beträgt \(P(G \cup S) = 0{,}35\). Die Wahrscheinlichkeit für „Silber oder Bronze“ beträgt \(P(S \cup B) = 0{,}85\). Die Wahrscheinlichkeit für „Gold oder Bronze“ beträgt \(P(G \cup B) = 0{,}80\). Berechne die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Sektoren \(P(G)\), \(P(S)\) und \(P(B)\).

Denkanstöße

- Was bedeutet es für die Berechnung der Wahrscheinlichkeiten, wenn Ereignisse unvereinbar sind? - Kannst du ein Gleichungssystem mit den drei gesuchten Wahrscheinlichkeiten aufstellen? - Überlege, was passiert, wenn du alle gegebenen Gleichungen addierst. - Wie hängen die Summen von zwei Ereignissen mit der Summe aller drei Ereignisse zusammen?

Lösung

1. Da die Ereignisse paarweise unvereinbar sind, gilt nach dem Additivitätsaxiom: \(P(G) + P(S) = 0{,}35\), \(P(S) + P(B) = 0{,}85\) und \(P(G) + P(B) = 0{,}80\). 2. Durch Addition der drei Gleichungen erhält man \(2 \cdot (P(G) + P(S) + P(B)) = 0{,}35 + 0{,}85 + 0{,}80 = 2{,}00\). 3. Daraus folgt für die Gesamtwahrscheinlichkeit der drei Sektoren: \(P(G \cup S \cup B) = P(G) + P(S) + P(B) = 1{,}00\). 4. Die Einzelwahrscheinlichkeiten ergeben sich durch Subtraktion der gegebenen Summen von der Gesamtsumme: \(P(B) = 1{,}00 - 0{,}35 = 0{,}65\) \(P(G) = 1{,}00 - 0{,}85 = 0{,}15\) \(P(S) = 1{,}00 - 0{,}80 = 0{,}20\)

Antwort

\(P(G) = 0{,}15\); \(P(S) = 0{,}20\); \(P(B) = 0{,}65\)
42718212
Für drei paarweise unvereinbare Ereignisse \(A\), \(B\) und \(C\) sind folgende Informationen gegeben: Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines dieser Ereignisse eintritt, liegt bei \(90\,\%\). Das Ereignis \(A\) tritt mit einer halb so großen Wahrscheinlichkeit ein wie das Ereignis \(B\). Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von \(B\) oder \(C\) beträgt \(70\,\%\). Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\).

Denkanstöße

- Übersetze die textlichen Formulierungen (wie „halb so groß“ oder „mindestens eines“) in mathematische Gleichungen. - Nutze die Eigenschaft der Unvereinbarkeit, um die Wahrscheinlichkeit von Vereinigungen als Summen zu schreiben. - Versuche, eine Unbekannte nach der anderen durch Einsetzen zu bestimmen.

Lösung

1. Aufgrund der paarweisen Unvereinbarkeit gilt: \(P(A) + P(B) + P(C) = 0{,}90\). 2. Aus den weiteren Bedingungen ergeben sich die Gleichungen \(P(A) = 0{,}5 \cdot P(B)\) und \(P(B) + P(C) = 0{,}70\). 3. Setzt man die dritte Gleichung in die erste ein, erhält man \(P(A) + 0{,}70 = 0{,}90\), woraus \(P(A) = 0{,}20\) folgt. 4. Mit der Bedingung \(P(A) = 0{,}5 \cdot P(B)\) ergibt sich \(0{,}20 = 0{,}5 \cdot P(B)\), also \(P(B) = 0{,}40\). 5. Einsetzen in \(P(B) + P(C) = 0{,}70\) liefert \(0{,}40 + P(C) = 0{,}70\), woraus \(P(C) = 0{,}30\) folgt.

Antwort

\(P(A) = 0{,}20\); \(P(B) = 0{,}40\); \(P(C) = 0{,}30\)
42718312
Zwei Ereignisse \(A\) und \(B\) eines Zufallsexperiments besitzen die Wahrscheinlichkeiten \(P(A) = 0{,}7\) und \(P(B) = 0{,}4\). 1. Begründe, warum die Ereignisse \(A\) und \(B\) nicht unvereinbar sein können. 2. Bestimme das Intervall aller möglichen Werte für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung \(P(A \cup B)\).

Denkanstöße

- Was weißt du über den maximalen Wert, den eine Wahrscheinlichkeit annehmen kann? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung zweier Ereignisse, wenn sie sich überschneiden? - Überlege dir, wie die Mengen zueinander liegen müssen, damit die Vereinigung so klein wie möglich wird. - Kann die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten größer als die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung sein?

Lösung

1. Wären \(A\) und \(B\) unvereinbar, müsste für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\) gelten. Hier ergibt sich \(0{,}7 + 0{,}4 = 1{,}1\). Da Wahrscheinlichkeiten jedoch maximal den Wert \(1\) annehmen können (\(P(A \cup B) \le 1\)), ist dies ein Widerspruch. Folglich muss die Schnittmenge \(A \cap B\) nicht leer sein, also \(P(A \cap B) > 0\). 2. Der maximale Wert für \(P(A \cup B)\) ist durch das Axiom \(P(E) \le 1\) begrenzt, also \(1\). Der minimale Wert tritt ein, wenn eines der Ereignisse eine Teilmenge des anderen ist. Da \(P(A) = 0{,}7 > 0{,}4 = P(B)\), ist der kleinstmögliche Wert für die Vereinigung \(P(A) = 0{,}7\) (wenn \(B \subset A\)). Das gesuchte Intervall ist somit \([0{,}7; 1]\).

Antwort

1. Die Summe \(P(A) + P(B) = 1{,}1\) übersteigt den maximal zulässigen Wert \(1\) für \(P(A \cup B)\). Da \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) \le 1\) gelten muss, folgt \(P(A \cap B) \ge 0{,}1\). Somit sind die Ereignisse nicht unvereinbar. 2. Das Intervall ist \([0{,}7; 1]\).
42718612
Ein Zufallsexperiment hat die Ergebnismenge \(\Omega\), die durch die Ereignisse \(E_1\), \(E_2\) und \(E_3\) vollständig und überschneidungsfrei zerlegt wird. Die Wahrscheinlichkeit für \(E_1\) beträgt \(0{,}25\). Zudem ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit von \(E_2\) genau zwei Drittel der Wahrscheinlichkeit von \(E_3\) entspricht. a) Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_2)\) und \(P(E_3)\). b) Erläutere, warum es sich bei diesem Zufallsexperiment nicht um ein Laplace-Experiment handeln kann, falls \(E_1, E_2\) und \(E_3\) die einzigen möglichen Ergebnisse (Elementarereignisse) des Experiments sind. c) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_1 \cup E_2)\) und \(P(E_2 \cap E_3)\).

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft müssen die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse in einem Laplace-Experiment erfüllen? - Wenn du weißt, dass eine Menge eine andere zu einem Ganzen ergänzt, wie hängen ihre Wahrscheinlichkeiten zusammen? - Wie verhält sich die Wahrscheinlichkeit der Schnittmenge, wenn zwei Ereignisse keine gemeinsamen Ergebnisse haben? - Versuche, alle unbekannten Wahrscheinlichkeiten durch eine einzige Variable auszudrücken.

Lösung

1. Nutzung der Axiome von Kolmogorow für die Zerlegung: \(P(E_1) + P(E_2) + P(E_3) = 1\). 2. Einsetzen von \(P(E_1) = 0{,}25\) und der Relation \(P(E_2) = \frac{2}{3} \cdot P(E_3)\) in die Summenformel: \(0{,}25 + \frac{2}{3} \cdot P(E_3) + P(E_3) = 1\). 3. Vereinfachen der Gleichung: \(\frac{5}{3} \cdot P(E_3) = 0{,}75\). 4. Berechnung von \(P(E_3)\): \(P(E_3) = 0{,}75 \cdot \frac{3}{5} = \frac{3}{4} \cdot \frac{3}{5} = \frac{9}{20} = 0{,}45\). 5. Berechnung von \(P(E_2)\): \(P(E_2) = \frac{2}{3} \cdot 0{,}45 = 0{,}3\). 6. Bewertung bzgl. Laplace: Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleichwahrscheinlich sind. Da \(P(E_1) = 0{,}25\), \(P(E_2) = 0{,}3\) und \(P(E_3) = 0{,}45\) verschieden sind, ist diese Bedingung nicht erfüllt. 7. Berechnung der Vereinigung disjunkter Ereignisse: \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2) = 0{,}25 + 0{,}3 = 0{,}55\). 8. Da die Ereignisse eine Zerlegung bilden, gilt für den Schnitt disjunkter Mengen \(P(E_2 \cap E_3) = 0\).

Antwort

a) \(P(E_2) = 0{,}3\); \(P(E_3) = 0{,}45\) b) Es liegt kein Laplace-Experiment vor, da die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse nicht identisch sind (\(0{,}25 \neq 0{,}3 \neq 0{,}45\)). c) \(P(E_1 \cup E_2) = 0{,}55\); \(P(E_2 \cap E_3) = 0\)
42719012
Betrachte die folgenden drei Aussagen zur Wahrscheinlichkeit: I: „Die Wahrscheinlichkeit, bei einem fairen Tetraeder-Würfel (Zahlen 1 bis 4) eine Primzahl zu werfen, beträgt \(0{,}5\).“ II: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewähltes Bauteil aus der Produktion der Maschine A defekt ist, beträgt \(0{,}02\).“ III: „Eine Funktion \(P\), die jedem Ereignis \(A\) eines Zufallsexperiments eine Zahl zuordnet, heißt Wahrscheinlichkeitsmaß, wenn \(P(\Omega) = 1\), \(P(A) \geq 0\) und die Summenregel für unvereinbare Ereignisse gilt.“ a) Ordne den Aussagen I und II jeweils den passenden Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace, empirisch oder subjektiv) zu und begründe deine Wahl. b) Erläutere, welche Rolle die Aussage III (der axiomatische Wahrscheinlichkeitsbegriff nach Kolmogorow) im Verhältnis zu den praktischen Ansätzen aus I und II einnimmt.

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen der Art und Weise, wie man einen Wert berechnet, und den Regeln, die für diesen Wert gelten müssen. - Welche Aussage beschreibt eine mathematische Spielregel und welche beschreibt eine Beobachtung oder eine Symmetrie? - Kann man bei einer Maschine die Defektwahrscheinlichkeit vorhersagen, ohne sie jemals laufen zu lassen?

Lösung

a) Aussage I basiert auf dem Laplace-Begriff, da ein „fairer“ Würfel symmetrisch ist und alle vier Seitenflächen mit der gleichen Wahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{4}\) auftreten. Die Primzahlen sind \(\{2; 3\}\), also \(2\) von \(4\) Ergebnissen (\(\frac{2}{4} = 0{,}5\)). Aussage II basiert auf dem empirischen Begriff, da die Fehlerquote einer Maschine durch statistische Erfassung der Ausschussrate in der Vergangenheit ermittelt wird. b) Der axiomatische Begriff nach Kolmogorow (Aussage III) stellt den formalen, mathematischen Rahmen dar. Er definiert die Regeln, denen jede Wahrscheinlichkeit gehorchen muss (Nichtnegativität, Normiertheit, Additivität), unabhängig davon, wie der konkrete Zahlenwert (ob durch Symmetrieüberlegungen wie in I oder Datenanalyse wie in II) zustande gekommen ist. Er dient somit als theoretisches Fundament, das alle Interpretationen vereint.

Antwort

a) I: Laplace-Wahrscheinlichkeit (wegen Symmetrie/Fairness); II: Empirische Wahrscheinlichkeit (basiert auf Produktionsdaten). b) Die Axiome von Kolmogorow bilden das mathematische Fundament. Sie legen die formalen Eigenschaften fest, die sowohl für Laplace-Wahrscheinlichkeiten als auch für empirisch ermittelte Werte gelten müssen, ohne deren Herkunft vorzuschreiben.
43081312
Aus einem gut gemischten Kartenspiel mit 52 Karten (französisches Blatt: 4 Farben zu je 13 Karten, davon je 3 Bildkarten) wird rein zufällig eine Karte gezogen. a) Begründe kurz, warum es sich hierbei um ein Laplace-Experiment handelt. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Die gezogene Karte hat die Farbe Pik oder ist eine Bildkarte (Bube, Dame, König)“.

Denkanstöße

- Wann sind alle Ergebnisse eines Versuchs gleich wahrscheinlich? - Wie viele Karten gibt es insgesamt von einer Farbe? - Wie viele Bildkarten gibt es in jeder der vier Farben? - Hast du beachtet, dass manche Karten sowohl eine bestimmte Farbe haben als auch Bildkarten sind?

Lösung

1. Begründung für Laplace-Modell: Da das Spiel gut gemischt wird und jede unterscheidbare Karte nach demselben Zufallsverfahren gezogen wird, ist die Wahrscheinlichkeit für jede der 52 Karten gleich groß (Symmetrieprinzip). 2. Bestimmung der Gesamtzahl der Ergebnisse: \(|\Omega| = 52\). 3. Anzahl der Pik-Karten: \(n_1 = 13\). 4. Anzahl der Bildkarten (Bube, Dame, König): \(n_2 = 4 \cdot 3 = 12\). 5. Anzahl der Karten, die beide Kriterien erfüllen (Pik-Bilder): \(n_{1 \cap 2} = 3\). 6. Berechnung der günstigen Ergebnisse nach dem Inklusions-Exklusions-Prinzip: \(|E| = 13 + 12 - 3 = 22\). 7. Berechnung der Wahrscheinlichkeit: \(P(E) = \frac{22}{52} = \frac{11}{26} \approx 0{,}4231\).

Antwort

a) Es handelt sich um ein Laplace-Experiment, da durch das Mischen jede Karte mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen wird. b) \(P(E) = \frac{11}{26} \approx 42{,}3\,\%\).
43081512
Ein unregelmäßig geformter Körper wird in einer Versuchsreihe geworfen. Dabei kann er in drei verschiedenen Lagen \(A\), \(B\) oder \(C\) zur Ruhe kommen. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der Versuchsreihe für eine zunehmende Anzahl an Würfen \(n\): <table> <thead> <tr> <th>Anzahl Würfe \(n\)</th> <th>Lage \(A\)</th> <th>Lage \(B\)</th> <th>Lage \(C\)</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>200</td> <td>82</td> <td>74</td> <td>44</td> </tr> <tr> <td>400</td> <td>170</td> <td>142</td> <td>88</td> </tr> <tr> <td>600</td> <td>250</td> <td>218</td> <td>132</td> </tr> <tr> <td>800</td> <td>336</td> <td>288</td> <td>176</td> </tr> </tbody> </table> a) Berechne die relativen Häufigkeiten der drei Lagen nach 800 Versuchen. b) Schätze auf Grundlage dieser Daten, wie oft jede Lage bei insgesamt \(2400\) Würfen voraussichtlich auftreten wird.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Welchen Wert aus der Tabelle solltest du wählen, um die stabilste Schätzung für die Wahrscheinlichkeit zu erhalten? - Wenn du weißt, wie oft ein Ereignis im Schnitt bei 100 Würfen vorkommt, wie berechnest du es dann für eine größere Anzahl?

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeiten für \(n = 800\): \(h(A) = \frac{336}{800} = 0{,}42\) \(h(B) = \frac{288}{800} = 0{,}36\) \(h(C) = \frac{176}{800} = 0{,}22\) 2. Hochrechnung auf \(2400\) Versuche durch Multiplikation der relativen Häufigkeiten mit der neuen Gesamtzahl: Lage \(A\): \(0{,}42 \cdot 2400 = 1008\) Lage \(B\): \(0{,}36 \cdot 2400 = 864\) Lage \(C\): \(0{,}22 \cdot 2400 = 528\)

Antwort

a) Die relativen Häufigkeiten nach 800 Versuchen betragen für Lage \(A\) \(0{,}42\), für Lage \(B\) \(0{,}36\) und für Lage \(C\) \(0{,}22\). b) Bei \(2400\) Würfen ist zu erwarten, dass Lage \(A\) \(1008\)-mal, Lage \(B\) \(864\)-mal und Lage \(C\) \(528\)-mal auftritt.
43081612
In einer Versuchsreihe wurde eine Reißzwecke \(1000\)-mal geworfen. Dabei landete sie \(372\)-mal mit der Spitze nach oben (Ereignis \(S\)) und \(628\)-mal auf der Seite (Ereignis \(L\)). a) Begründe, warum das Laplace-Modell für dieses Zufallsexperiment nicht geeignet ist, um die Wahrscheinlichkeiten der Ereignisse \(S\) und \(L\) vorab zu bestimmen. b) Gib eine Schätzung für die Wahrscheinlichkeit \(P(L)\) an, dass die Reißzwecke auf der Seite landet. c) Wie oft wird das Ereignis „Spitze nach oben“ bei \(5000\) Würfen voraussichtlich eintreten?

Denkanstöße

- Überlege, welche physikalischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit man von gleichen Wahrscheinlichkeiten ausgehen kann. - Welcher Zusammenhang besteht zwischen der relativen Häufigkeit bei vielen Versuchen und der Wahrscheinlichkeit? - Wie nutzt man eine Wahrscheinlichkeit, um die zu erwartende Anzahl von Treffern in einer großen Stichprobe zu berechnen?

Lösung

1. Das Laplace-Modell setzt voraus, dass alle Elementarereignisse aufgrund von Symmetrie gleich wahrscheinlich sind. Da eine Reißzwecke keine physikalische Symmetrie aufweist, die beide Lagen gleichberechtigt erscheinen lässt, ist das Modell ungeeignet. 2. Schätzung der Wahrscheinlichkeit über die relative Häufigkeit nach \(1000\) Versuchen: \(P(L) \approx \frac{628}{1000} = 0{,}628\). 3. Schätzung der absoluten Häufigkeit für \(n = 5000\) unter Verwendung der relativen Häufigkeit von \(S\): \(h(S) = \frac{372}{1000} = 0{,}372\) Erwartete Anzahl: \(0{,}372 \cdot 5000 = 1860\).

Antwort

a) Das Laplace-Modell ist ungeeignet, da die Reißzwecke asymmetrisch ist und somit kein Grund zu der Annahme besteht, dass beide Lagen gleich wahrscheinlich sind. b) \(P(L) \approx 0{,}628\) c) Das Ereignis „Spitze nach oben“ wird voraussichtlich \(1860\)-mal eintreten.
43081912
Ein Glücksrad hat vier gleich große Sektoren. Davon ist einer rot gefärbt (Gewinn) und drei sind blau (Niete). Die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Rot“ beträgt somit \( P(R) = 0{,}25 \). Beurteile die Richtigkeit der folgenden Interpretationen dieser Wahrscheinlichkeit: (1) Wenn man das Rad 4-mal dreht, bleibt der Zeiger sicher genau einmal auf Rot stehen. (2) Falls bei 10 Drehungen kein einziges Mal Rot erschienen ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Rot beim 11. Versuch, um das Defizit auszugleichen. (3) Bei einer sehr großen Anzahl an Drehungen (z. B. \( n = 10\,000 \)) wird die relative Häufigkeit der roten Ergebnisse voraussichtlich sehr nah bei \( 0{,}25 \) liegen. (4) In einer Serie von 40 Drehungen ist es wahrscheinlicher, genau 10-mal Rot zu erhalten, als genau 11-mal Rot zu erhalten.

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen theoretischer Wahrscheinlichkeit und tatsächlichem Ausgang eines Experiments. - Überlege, ob ein Zufallsgerät wie ein Glücksrad wissen kann, was vorher passiert ist. - Was passiert mit der relativen Häufigkeit, wenn man ein Experiment immer und immer wieder wiederholt? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für eine genaue Trefferzahl bei einer Kette von Versuchen?

Lösung

1. Aussage (1) ist falsch. Die Wahrscheinlichkeit \( P(R) = 0{,}25 \) bedeutet nicht, dass in einer kleinen Stichprobe das Ergebnis exakt gemäß der Wahrscheinlichkeit eintreten muss. Die Wahrscheinlichkeit für genau einen Treffer bei \( n=4 \) beträgt \( \binom{4}{1} \cdot 0{,}25^1 \cdot 0{,}75^3 \approx 42{,}2\,\% \). 2. Aussage (2) ist falsch. Die einzelnen Drehungen des Glücksrads sind stochastisch unabhängig. Das Rad hat kein „Gedächtnis“, daher bleibt die Wahrscheinlichkeit bei jeder Drehung konstant bei \( 0{,}25 \). 3. Aussage (3) ist richtig. Dies entspricht dem Gesetz der großen Zahlen, welches besagt, dass sich die relative Häufigkeit eines Zufallsergebnisses bei wachsender Versuchsanzahl stabilisiert und der theoretischen Wahrscheinlichkeit annähert. 4. Aussage (4) ist richtig. Bei einer Binomialverteilung mit \( n=40 \) und \( p=0{,}25 \) liegt das Maximum der Wahrscheinlichkeitsfunktion (der Modalwert) beim Erwartungswert \( \mu = n \cdot p = 40 \cdot 0{,}25 = 10 \). Ein Vergleich der Terme zeigt: \( \frac{P(X=11)}{P(X=10)} = \frac{40-10}{10+1} \cdot \frac{0{,}25}{0{,}75} = \frac{30}{11} \cdot \frac{1}{3} = \frac{10}{11} < 1 \), woraus \( P(X=10) > P(X=11) \) folgt.

Antwort

(1) Falsch (2) Falsch (3) Richtig (4) Richtig
43082012
In der Qualitätskontrolle eines Elektronikherstellers ist bekannt, dass erfahrungsgemäß \( 5\,\% \) der produzierten Mikrochips defekt sind. Ein Prüfer entnimmt Chips für eine Stichprobenuntersuchung. Beurteile die folgenden Aussagen im Kontext der Wahrscheinlichkeitsrechnung: (1) In einer Stichprobe von 100 Chips beträgt der Erwartungswert für die Anzahl defekter Teile genau 5. (2) Die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Packung mit 20 Chips kein einziger defekt ist, berechnet sich durch den Term \( 0{,}95^{20} \). (3) Wenn in einer Stichprobe von 20 Chips 3 defekt sind, ist dies ein mathematischer Beweis dafür, dass die Angabe von \( 5\,\% \) falsch sein muss, da der Anteil in der Probe \( 15\,\% \) beträgt. (4) Jemand wettet \( 1\,\text{€} \) darauf, dass ein zufällig gezogener Chip defekt ist. Damit die Wette fair ist (Erwartungswert Null), müsste der Wettgegner \( 19\,\text{€} \) dagegen setzen.

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Formel für den Erwartungswert bei einer Binomialverteilung. - Was bedeutet stochastische Unabhängigkeit für die Berechnung von „Und“-Ereignissen? - Können seltene Ereignisse in einer kleinen Stichprobe rein zufällig auftreten? - Wann bezeichnen wir ein Spiel oder eine Wette als „fair“?

Lösung

1. Aussage (1) ist richtig. Bei einer binomialverteilten Zufallsgröße mit \( n=100 \) und \( p=0{,}05 \) ist der Erwartungswert \( E(X) = n \cdot p = 100 \cdot 0{,}05 = 5 \). 2. Aussage (2) ist richtig. Die Wahrscheinlichkeit für einen intakten Chip ist \( 1 - 0{,}05 = 0{,}95 \). Aufgrund der Unabhängigkeit der Defekte (Bernoulli-Versuch) ist die Wahrscheinlichkeit für 20 intakte Chips \( 0{,}95^{20} \). 3. Aussage (3) ist falsch. Zufallsschwankungen sind normal. Die Wahrscheinlichkeit, bei \( n=20 \) und \( p=0{,}05 \) genau 3 Defekte zu finden, ist mit \( \binom{20}{3} \cdot 0{,}05^3 \cdot 0{,}95^{17} \approx 5{,}96\,\% \) zwar klein, aber keineswegs unmöglich und somit kein Widerspruch zur Grundwahrscheinlichkeit. 4. Aussage (4) ist richtig. Eine Wette ist fair, wenn der erwartete Gewinn Null ist. Sei \( x \) der Einsatz des Gegners. Dann gilt: \( 0{,}05 \cdot x - 0{,}95 \cdot 1\,\text{€} = 0 \). Auflösen nach \( x \) ergibt \( 0{,}05x = 0{,}95 \), also \( x = 19\,\text{€} \). Das Einsatzverhältnis muss dem Kehrwert des Wahrscheinlichkeitsverhältnisses \( \frac{0{,}95}{0{,}05} = 19 \) entsprechen.

Antwort

(1) Richtig (2) Richtig (3) Falsch (4) Richtig
43082212
Ein Behälter enthält eine unbekannte Anzahl an Kugeln in den Farben Rot, Blau und Grün. In einer Versuchsreihe wurde \(500\)-mal eine Kugel mit Zurücklegen gezogen. Dabei wurde \(124\)-mal eine rote Kugel notiert. a) Berechne die relative Häufigkeit für das Ereignis „rote Kugel“ und begründe, warum dieser Wert als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit \(p\) verwendet werden kann. b) Ein Schüler behauptet: „Da es drei Farben sind, muss die Wahrscheinlichkeit für jede Farbe nach dem Laplace-Prinzip exakt \(\frac{1}{3}\) sein.“ Beurteile diese Aussage kritisch unter Einbeziehung des empirischen Ergebnisses.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Wann darf man davon ausgehen, dass alle Möglichkeiten bei einem Experiment gleich wahrscheinlich sind? - Passt die Beobachtung aus dem Versuch zu der theoretischen Erwartung von einem Drittel?

Lösung

1. Die relative Häufigkeit beträgt \(h = \frac{124}{500} = 0{,}248\). Dieser Wert kann als Schätzer für die Wahrscheinlichkeit \(p\) dienen, da sich relative Häufigkeiten nach dem Gesetz der großen Zahlen bei wachsendem Stichprobenumfang typischerweise um die wahre Wahrscheinlichkeit stabilisieren. 2. Die Laplace-Annahme \(P(\text{rot}) = \frac{1}{3} \approx 0{,}333\) setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleichwahrscheinlich sind, was meist durch physikalische Symmetrie oder die Information über eine gleiche Anzahl an Objekten begründet wird. Das empirische Ergebnis \(0{,}248\) weicht deutlich von \(0{,}333\) ab. Da nichts über die tatsächliche Anzahl der Kugeln im Behälter bekannt ist, ist die Laplace-Annahme hier nicht gerechtfertigt; das empirische Ergebnis deutet eher auf eine ungleiche Verteilung der Farben hin.

Antwort

a) \(h = 0{,}248\). Dieser Wert ist ein naheliegender Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit; seine Genauigkeit lässt sich ohne weitere Unsicherheitsanalyse nicht exakt beurteilen. b) Die Aussage ist falsch, da das Laplace-Prinzip nur bei nachgewiesener Gleichwahrscheinlichkeit (z. B. gleiche Anzahl an Kugeln jeder Farbe) gilt. Das empirische Ergebnis spricht gegen diese Annahme, da \(0{,}248\) deutlich kleiner als \(\frac{1}{3}\) ist.
43082412
Ein Glücksrad besitzt verschiedene Sektoren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad bei Sektor „Hauptgewinn“ stehen bleibt, beträgt \(p = 0{,}05\). a) Wie oft ist der „Hauptgewinn“ bei \(800\) Drehungen theoretisch zu erwarten? b) Bei einer Veranstaltung wurde der „Hauptgewinn“ insgesamt \(35\)-mal erzielt. Angenommen, diese Anzahl entspricht exakt dem Erwartungswert: Wie oft wurde das Rad insgesamt gedreht? c) In einer Versuchsreihe wurde das Rad \(2\,000\)-mal gedreht und der „Hauptgewinn“ trat \(112\)-mal ein. Bestimme die relative Häufigkeit dieses Ergebnisses und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit.

Denkanstöße

- In Aufgabenteil a) suchst du den klassischen Erwartungswert einer binomialverteilten Größe. - In Aufgabenteil b) musst du die Formel für den Erwartungswert nach der Anzahl der Versuche umstellen. - Erinnere dich für Teil c) daran, wie die relative Häufigkeit aus der Anzahl der Treffer und der Gesamtzahl der Versuche gebildet wird. - Was sagt das Gesetz der großen Zahlen über das Verhältnis von relativer Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit aus?

Lösung

1. Berechnung des Erwartungswerts für \(n = 800\): \(E = 800 \cdot 0{,}05 = 40\). Der Hauptgewinn ist theoretisch \(40\)-mal zu erwarten. 2. Bestimmung der Gesamtzahl \(n\) bei gegebenem Erwartungswert \(E = 35\): Aus \(35 = n \cdot 0{,}05\) folgt \(n = \frac{35}{0{,}05} = 700\). Das Rad wurde \(700\)-mal gedreht. 3. Berechnung der relativen Häufigkeit \(h\): \(h = \frac{112}{2\,000} = 0{,}056\). Vergleich mit der Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}05\): Die relative Häufigkeit liegt um \(0{,}006\) (bzw. \(0{,}6\,\text{Prozentpunkte}\)) über der theoretischen Wahrscheinlichkeit.

Antwort

a) \(40\)-mal b) \(700\)-mal c) Relative Häufigkeit: \(0{,}056\) (oder \(5{,}6\,\%\)). Sie weicht um \(0{,}006\) (oder \(0{,}6\,\text{Prozentpunkte}\)) nach oben von der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(0{,}05\)) ab.
43082812
Ein Spiel nutzt ausschließlich die 8 Pik-Karten eines Skatspiels (7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass). Es besteht der Verdacht, dass die Karten aufgrund von Abnutzung nicht mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen werden. a) Die Wahrscheinlichkeiten für die Karten ohne Bild (7, 8, 9, 10) seien jeweils \(p\). Die Wahrscheinlichkeiten für die übrigen Karten (Bube, Dame, König, Ass) seien jeweils \(1{,}5 \cdot p\). Bestimme den Wert von \(p\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow. b) Berechne unter der in a) genannten Annahme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Es wird eine Bildkarte (Bube, Dame oder König) gezogen“. c) Vergleiche die berechnete Wahrscheinlichkeit für \(E\) mit der Wahrscheinlichkeit, die sich in einem klassischen Laplace-Modell für diesen Stapel ergeben würde.

Denkanstöße

- Was muss für die Summe aller Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Einzelergebnisse in einem Zufallsexperiment immer gelten? - Stelle eine Gleichung auf, in der du alle Karten und ihre jeweiligen Wahrscheinlichkeiten berücksichtigst. - Welche Karten gehören genau zur Menge der „Bildkarten“? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses im Laplace-Fall?

Lösung

1. Anwendung der Normierungsbedingung (Axiom von Kolmogorow): Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten im Ergebnisraum muss 1 ergeben. Es gilt \(4 \cdot p + 4 \cdot (1{,}5 \cdot p) = 1\). Dies vereinfacht sich zu \(4p + 6p = 10p = 1\), woraus \(p = 0{,}1\) folgt. 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit von \(E\): Das Ereignis \(E\) umfasst die Karten Bube, Dame und König. Jede dieser Karten hat nach der Gewichtung die Wahrscheinlichkeit \(1{,}5 \cdot 0{,}1 = 0{,}15\). Somit ist \(P(E) = 3 \cdot 0{,}15 = 0{,}45\). 3. Vergleich mit Laplace: Im Laplace-Modell hat jede der 8 Karten die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{8} = 0{,}125\). Die Wahrscheinlichkeit für die drei Bildkarten beträgt dort \(P_L(E) = \frac{3}{8} = 0{,}375\). Das gewichtete Modell liefert eine um \(0{,}075\) höhere Wahrscheinlichkeit für Bildkarten.

Antwort

a) \(p = 0{,}1\) b) \(P(E) = 0{,}45\) c) Im Laplace-Modell ist \(P_L(E) = 0{,}375\). Die Wahrscheinlichkeit im gewichteten Modell ist somit höher (\(45\,\%\) gegenüber \(37{,}5\,\%\)).
43082912
Ein fairer 12-seitiger Würfel (ein regelmäßiger Dodekaeder) mit den Augenzahlen von 1 bis 12 wird einmal geworfen. Wir betrachten die folgenden Ereignisse: \(A\): Die Augenzahl ist eine Primzahl. \(B\): Die Augenzahl ist ein Teiler von 12. \(C\): Die Augenzahl ist größer als 8. 1. Gib die Ergebnismengen für die Ereignisse \(A\), \(B\) und \(C\) an. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\) unter der Annahme eines Laplace-Experiments. 3. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „\(A\) oder \(C\)“ (\(A \cup C\)) sowie für das Ereignis „\(B\) und nicht \(C\)“ (\(B \cap \bar{C}\)).

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Zahlen zwischen 1 und 12 die jeweiligen Bedingungen erfüllen. - Bei einem Laplace-Experiment ist die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses das Verhältnis der Anzahl der günstigen Ergebnisse zur Anzahl der möglichen Ergebnisse. - „Oder“ bedeutet in der Mengenlehre die Vereinigung, also alle Elemente, die in mindestens einer der Mengen enthalten sind. - „Und nicht“ bedeutet, dass du die Schnittmenge mit dem Komplementärereignis bildest.

Lösung

1. Ergebnismengen bestimmen: \(A = \{2; 3; 5; 7; 11\}\) (5 Elemente) \(B = \{1; 2; 3; 4; 6; 12\}\) (6 Elemente) \(C = \{9; 10; 11; 12\}\) (4 Elemente) 2. Laplace-Wahrscheinlichkeiten (\(|\Omega| = 12\)): \(P(A) = \frac{5}{12} \approx 0{,}417\) \(P(B) = \frac{6}{12} = 0{,}5\) \(P(C) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3} \approx 0{,}333\) 3. Verknüpfte Ereignisse: \(A \cup C = \{2; 3; 5; 7; 9; 10; 11; 12\}\) (8 Elemente), daraus folgt \(P(A \cup C) = \frac{8}{12} = \frac{2}{3} \approx 0{,}667\). \(\bar{C} = \{1; 2; 3; 4; 5; 6; 7; 8\}\). Die Schnittmenge \(B \cap \bar{C}\) enthält alle Teiler von 12, die nicht größer als 8 sind: \(\{1; 2; 3; 4; 6\}\) (5 Elemente). Somit ist \(P(B \cap \bar{C}) = \frac{5}{12} \approx 0{,}417\).

Antwort

1. \(A = \{2; 3; 5; 7; 11\}\), \(B = \{1; 2; 3; 4; 6; 12\}\), \(C = \{9; 10; 11; 12\}\) 2. \(P(A) = \frac{5}{12}\), \(P(B) = \frac{1}{2}\), \(P(C) = \frac{1}{3}\) 3. \(P(A \cup C) = \frac{2}{3}\), \(P(B \cap \bar{C}) = \frac{5}{12}\)
43083012
Ein Glücksrad mit 10 gleich großen, von 1 bis 10 beschrifteten Sektoren wird für ein Gewinnspiel genutzt. 1. Berechne die Laplace-Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Die gedrehte Zahl ist eine Quadratzahl“. 2. In einer Testreihe mit \(500\) Drehungen blieb das Rad \(65\)-mal bei der Zahl 10 stehen. Bestimme die relative Häufigkeit für dieses Ergebnis und vergleiche sie mit der theoretischen Laplace-Wahrscheinlichkeit. 3. Angenommen, das Rad ist so beschaffen, dass die Zahlen 1 bis 9 jeweils mit der gleichen Wahrscheinlichkeit \(q\) auftreten, die Zahl 10 jedoch mit der Wahrscheinlichkeit \(P(10) = 0{,}2\). Berechne den Wert von \(q\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow und bestimme damit die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Die Zahl ist ungerade“.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 10 lassen sich als \(n \cdot n\) schreiben? - Die relative Häufigkeit berechnet man aus der Anzahl der Treffer geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Was besagt das Normierungsaxiom über die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ergebnisse? - Wenn mehrere Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, kannst du ihre Wahrscheinlichkeiten hier einfach addieren.

Lösung

1. Mögliche Ergebnisse \(\Omega = \{1; 2; \dots; 10\}\), also \(|\Omega| = 10\). Günstige Ergebnisse für \(E\): \(\{1; 4; 9\}\). \(P(E) = \frac{3}{10} = 0{,}3\). 2. Relative Häufigkeit \(h_{500}(10) = \frac{65}{500} = \frac{13}{100} = 0{,}13\). Die Laplace-Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(10) = \frac{1}{10} = 0{,}1\). Vergleich: Die relative Häufigkeit (\(0{,}13\)) liegt über der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(0{,}1\)). 3. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(9 \cdot q + 0{,}2 = 1 \Rightarrow 9q = 0{,}8 \Rightarrow q = \frac{0{,}8}{9} = \frac{8}{90} = \frac{4}{45} \approx 0{,}089\). Ungerade Zahlen sind \(\{1; 3; 5; 7; 9\}\) (5 Stück). Da jede dieser Zahlen die Wahrscheinlichkeit \(q\) besitzt: \(P(\text{ungerade}) = 5 \cdot q = 5 \cdot \frac{4}{45} = \frac{4}{9} \approx 0{,}444\).

Antwort

1. \(P(E) = 0{,}3\) 2. \(h = 0{,}13\); dieser Wert ist höher als die Laplace-Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\). 3. \(q = \frac{4}{45}\); \(P(\text{ungerade}) = \frac{4}{9}\)
43083112
Ein achtseitiger Würfel (Oktaeder), dessen Seiten mit den Zahlen 1 bis 8 beschriftet sind, wird für ein Zufallsexperiment verwendet. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(A\): „Die gewürfelte Zahl ist eine Primzahl oder eine Quadratzahl“ unter der Annahme, dass es sich um ein Laplace-Experiment handelt. Gib die zugehörige Ergebnismenge an. 2. In einer Versuchsreihe wurde der Würfel 250-mal geworfen. Dabei wurde 120-mal eine Primzahl und 65-mal eine Quadratzahl erzielt. Da keine Zahl gleichzeitig Primzahl und Quadratzahl ist, trat das Ereignis \(A\) insgesamt 185-mal ein. Berechne die empirische Wahrscheinlichkeit (relative Häufigkeit) für das Ereignis \(A\) und vergleiche sie mit dem theoretischen Wert aus Teilaufgabe 1. 3. Erläutere kurz den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit und dem Laplace-Modell unter Bezugnahme auf das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Was bedeutet „Laplace-Experiment“ für die Wahrscheinlichkeit jedes einzelnen Ergebnisses? - Überlege dir zuerst, welche Zahlen zwischen 1 und 8 Primzahlen sind und welche Quadratzahlen sind. - Wie berechnet man die relative Häufigkeit aus der Anzahl der Treffer und der Gesamtzahl der Versuche? - Denk daran, wie sich Zufallsergebnisse verhalten, wenn man ein Experiment sehr oft wiederholt.

Lösung

1. Der Ergebnisraum ist \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\) mit \(|\Omega| = 8\). Die Primzahlen in \(\Omega\) sind \(\{2, 3, 5, 7\}\) und die Quadratzahlen sind \(\{1, 4\}\). Die Ergebnismenge für das Ereignis \(A\) ist somit \(A = \{1, 2, 3, 4, 5, 7\}\). Da \(|A| = 6\), gilt nach der Laplace-Regel \(P(A) = \frac{6}{8} = 0{,}75\). 2. Die empirische Wahrscheinlichkeit entspricht der relativen Häufigkeit \(h(A) = \frac{185}{250}\). Durch Rechnung ergibt sich \(h(A) = 0{,}74\). Der Vergleich zeigt eine geringe Abweichung von \(0{,}01\) zum theoretischen Laplace-Wert. 3. Das Laplace-Modell ist ein theoretisches Konstrukt, das auf Symmetrieannahmen basiert. Die relative Häufigkeit ist ein empirischer Wert aus Beobachtungen. Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen stabilisiert sich die relative Häufigkeit bei zunehmender Anzahl der Versuche um den theoretischen Wahrscheinlichkeitswert.

Antwort

1. \(A = \{1, 2, 3, 4, 5, 7\}\); \(P(A) = 0{,}75\) 2. \(h(A) = 0{,}74\). Die relative Häufigkeit liegt sehr nah am theoretischen Wert. 3. Die relative Häufigkeit nähert sich nach dem Gesetz der großen Zahlen mit steigender Versuchsanzahl der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.
43083212
Betrachte ein Zufallsexperiment mit dem Ergebnisraum \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\). 1. Ein statistisches Modell ordnet den ungeraden Zahlen jeweils die Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\) zu, also \(P(1) = P(3) = P(5) = 0{,}1\). Die geraden Zahlen haben alle die gleiche Wahrscheinlichkeit \(P(2) = P(4) = P(6) = x\). Bestimme den Wert für \(x\) so, dass die Axiome von Kolmogorow erfüllt sind. 2. Berechne für das Ereignis \(E\): „Die Zahl ist größer als 3“ die Wahrscheinlichkeit sowohl nach dem Modell aus Teilaufgabe 1 als auch nach dem klassischen Laplace-Modell. 3. In einer Versuchsreihe mit 600 Durchgängen wurde das Ergebnis „6“ insgesamt 140-mal beobachtet. Beurteile durch Vergleich der relativen Häufigkeit mit den Einzelwahrscheinlichkeiten \(P(6)\), welches der beiden Modelle die Realität in diesem Fall vermutlich besser beschreibt.

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft müssen alle Wahrscheinlichkeiten eines Ergebnisraums in der Summe erfüllen? - Wie unterscheidet sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei einem Laplace-Experiment von einer allgemeineren Verteilung? - Vergleiche die beobachtete Häufigkeit eines einzelnen Ergebnisses mit den theoretischen Werten der Modelle.

Lösung

1. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(P(1) + P(2) + P(3) + P(4) + P(5) + P(6) = 1\). Einsetzen ergibt \(3 \cdot 0{,}1 + 3 \cdot x = 1\), woraus \(0{,}3 + 3x = 1\) folgt. Somit ist \(3x = 0{,}7\) und \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). 2. Ereignis \(E = \{4, 5, 6\}\). Im Modell 1: \(P_1(E) = P(4) + P(5) + P(6) = \frac{7}{30} + 0{,}1 + \frac{7}{30} = \frac{14}{30} + \frac{3}{30} = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\). Im Laplace-Modell: \(P_L(E) = \frac{3}{6} = 0{,}5\). 3. Die relative Häufigkeit für das Ergebnis „6“ beträgt \(h(6) = \frac{140}{600} = \frac{14}{60} = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). Im Modell 1 ist \(P(6) = \frac{7}{30}\), im Laplace-Modell ist \(P(6) = \frac{1}{6} \approx 0{,}167\). Da die relative Häufigkeit exakt dem Wert von Modell 1 entspricht, beschreibt dieses Modell die Realität hier besser.

Antwort

1. \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\) 2. Modell 1: \(P_1(E) = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\); Laplace: \(P_L(E) = 0{,}5\) 3. Modell 1 beschreibt die Realität besser, da \(P(6) = \frac{7}{30}\) exakt der relativen Häufigkeit \(h(6) = \frac{140}{600}\) entspricht.
43083312
Eine Marktforschungsstudie untersuchte das Mobilitätsverhalten von \(1000\) Personen. Dabei wurde zwischen Pendlern (\(P\)) und Nicht-Pendlern (\(\bar{P}\)) sowie der bevorzugten Nutzung des PKW (\(A\)) oder der Bahn (\(B\)) unterschieden. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst: <table> <thead> <tr> <th></th> <th>PKW (\(A\))</th> <th>Bahn (\(B\))</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>Pendler (\(P\))</td> <td>\(420\)</td> <td>\(180\)</td> </tr> <tr> <td>Nicht-Pendler (\(\bar{P}\))</td> <td>\(80\)</td> <td>\(320\)</td> </tr> </tbody> </table> a) Bestimme die relativen Häufigkeiten für die folgenden Merkmale: (1) Eine befragte Person nutzt bevorzugt die Bahn. (2) Eine befragte Person ist Pendler und nutzt bevorzugt die Bahn. (3) Eine befragte Person nutzt bevorzugt die Bahn, unter der Bedingung, dass sie Pendler ist. b) Erläutere, unter welcher Voraussetzung diese relativen Häufigkeiten als Laplace-Wahrscheinlichkeiten für ein Zufallsexperiment interpretiert werden können. c) Beschreibe den Zusammenhang zwischen der beobachteten relativen Häufigkeit und einer theoretischen Wahrscheinlichkeit im Kontext des Gesetzes der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Personen insgesamt befragt wurden und wie viele davon die genannten Kriterien erfüllen. - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit eines Einzelnen, wenn alle Ergebnisse „gleich wahrscheinlich“ sind? - Erinnere dich an den Unterschied zwischen einer beobachteten Häufigkeit in einer Stichprobe und einem theoretischen Modellwert. - Wie verändert sich die Verlässlichkeit einer Beobachtung, wenn man immer mehr Daten sammelt?

Lösung

1. Bestimmung der Gesamtzahl \(N = 1000\). 2. Berechnung der relativen Häufigkeit für Bahnfahrer: \(h(B) = \frac{180 + 320}{1000} = \frac{500}{1000} = 0{,}5\). 3. Berechnung der relativen Häufigkeit für die Schnittmenge (Pendler und Bahn): \(h(P \cap B) = \frac{180}{1000} = 0{,}18\). 4. Berechnung der bedingten relativen Häufigkeit (Bahn unter Pendler): \(h_P(B) = \frac{180}{420 + 180} = \frac{180}{600} = 0{,}3\). 5. Interpretation als Laplace-Wahrscheinlichkeit: Dies ist möglich, wenn das Zufallsexperiment darin besteht, eine Person so auszuwählen, dass jede der \(1000\) Personen die exakt gleiche Wahrscheinlichkeit (\(p = \frac{1}{1000}\)) hat, gezogen zu werden. 6. Gesetz der großen Zahlen: Die relative Häufigkeit \(h_n(E)\) stabilisiert sich bei einer sehr großen Anzahl an Versuchen (bzw. einer sehr großen Stichprobe) um einen festen Wert, der als die theoretische Wahrscheinlichkeit \(P(E)\) des Ereignisses interpretiert werden kann.

Antwort

a) (1) \(0{,}5\); (2) \(0{,}18\); (3) \(0{,}3\) b) Die Interpretation als Laplace-Wahrscheinlichkeit ist zulässig, wenn jede befragte Person mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ausgewählt wird (Modell der herkömmlichen Zufallsauswahl). c) Nach dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit bei steigendem Stichprobenumfang der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.
43083512
In der Wahrscheinlichkeitsrechnung können Gewinnmöglichkeiten auf verschiedene Weise ausgedrückt werden. Betrachte die folgenden Szenarien für ein Zufallsexperiment: a) Die Chancen für einen Gewinn stehen \(3\) zu \(5\). Berechne die Wahrscheinlichkeit \(P(G)\) für einen Gewinn. b) Ein Ereignis \(E\) tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von \(P(E) = 0{,}375\) ein. Gib die Chancen für den Eintritt des Ereignisses \(E\) im Format „\(a\) zu \(b\)“ an, wobei \(a\) und \(b\) teilerfremde natürliche Zahlen sein sollen. c) Bei einem Spiel stehen die Chancen gegen einen Gewinn \(9\) zu \(1\). Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, bei diesem Spiel zu gewinnen? d) Verallgemeinere: Wenn die Chancen für einen Gewinn \(x\) zu \(y\) stehen, wie lautet die Formel für die Gewinnwahrscheinlichkeit \(P(G)\)?

Denkanstöße

- Was bedeutet das Verhältnis „\(a\) zu \(b\)“ für die Gesamtzahl der möglichen Ausgänge? - Wie hängen die Anzahl der günstigen Ergebnisse und die Anzahl der ungünstigen Ergebnisse mit der Gesamtwahrscheinlichkeit zusammen? - Achte bei Aufgabenteil c) genau auf die Formulierung „gegen einen Gewinn“. - Kannst du eine Dezimalzahl in einen gekürzten Bruch umwandeln, um das Verhältnis leichter zu finden?

Lösung

1. Bei Chancen von \(3\) zu \(5\) kommen auf \(3\) Gewinne insgesamt \(5\) Verluste. Die Gesamtzahl der Fälle ist \(3 + 5 = 8\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(G) = \frac{3}{8} = 0{,}375\). 2. Die Wahrscheinlichkeit \(P(E) = 0{,}375 = \frac{375}{1\,000} = \frac{3}{8}\). Das bedeutet, bei \(8\) Versuchen gibt es \(3\) Erfolge und \(8 - 3 = 5\) Misserfolge. Die Chancen stehen somit \(3\) zu \(5\). 3. „Chancen gegen einen Gewinn“ von \(9\) zu \(1\) bedeutet \(9\) Verluste auf \(1\) Gewinn. Die Gesamtzahl der Fälle ist \(10\). Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist \(P(G) = \frac{1}{10} = 0{,}1\). 4. Bei Chancen von \(x\) zu \(y\) entfallen \(x\) günstige Ausgänge auf \(y\) ungünstige Ausgänge. Die Gesamtzahl der gleichwahrscheinlichen Ausgänge ist \(x + y\). Daraus ergibt sich die Wahrscheinlichkeit \(P(G) = \frac{x}{x + y}\).

Antwort

a) \(P(G) = \frac{3}{8} = 0{,}375\) b) \(3\) zu \(5\) c) \(P(G) = \frac{1}{10} = 0{,}1\) d) \(P(G) = \frac{x}{x + y}\)
43083712
Ein vierseitiger Würfel (Tetraeder) wird in einer Versuchsreihe \(1000\)-mal geworfen, um zu prüfen, ob er symmetrisch ist. Die absoluten Häufigkeiten \(H_n(i)\) für die Augenzahlen \(i \in \{1; 2; 3; 4\}\) sind in der folgenden Tabelle dargestellt: <table> <thead> <tr> <th>Augenzahl \(i\)</th> <th>\(H_n(i)\)</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>1</td> <td>210</td> </tr> <tr> <td>2</td> <td>290</td> </tr> <tr> <td>3</td> <td>240</td> </tr> <tr> <td>4</td> <td>260</td> </tr> </tbody> </table> 1. Schätze die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zufallsgröße \(X\): „Augenzahl bei einem Wurf“ mithilfe der relativen Häufigkeiten. 2. Berechne den Erwartungswert \(E(X)\) auf Basis dieser empirischen Daten. 3. Bestimme den Erwartungswert eines idealen (Laplace-)Tetraeders und vergleiche die Ergebnisse.

Denkanstöße

- Wie hängen die absolute Häufigkeit, die Gesamtzahl der Versuche und die relative Häufigkeit zusammen? - Erinnere dich an die Formel für den Erwartungswert einer diskreten Zufallsgröße. - Was kennzeichnet ein Laplace-Experiment hinsichtlich der Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse? - Überlege, wie du den Durchschnitt der möglichen Augenzahlen bei gleicher Wahrscheinlichkeit berechnest.

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeiten als Schätzwerte für die Wahrscheinlichkeiten \(P(X=i) = \frac{H_n(i)}{n}\) mit \(n = 1000\): \(P(X=1) \approx 0{,}21\); \(P(X=2) \approx 0{,}29\); \(P(X=3) \approx 0{,}24\); \(P(X=4) \approx 0{,}26\). 2. Berechnung des empirischen Erwartungswerts: \(E(X) = 1 \cdot 0{,}21 + 2 \cdot 0{,}29 + 3 \cdot 0{,}24 + 4 \cdot 0{,}26 = 0{,}21 + 0{,}58 + 0{,}72 + 1{,}04 = 2{,}55\). 3. Der theoretische Erwartungswert eines idealen Tetraeders (Laplace-Experiment) beträgt \(E_{Laplace}(X) = \frac{1+2+3+4}{4} = 2{,}5\). Der empirische Wert liegt um \(0{,}05\) höher als der theoretische Wert.

Antwort

1. \(P(X=1) \approx 0{,}21\); \(P(X=2) \approx 0{,}29\); \(P(X=3) \approx 0{,}24\); \(P(X=4) \approx 0{,}26\) 2. \(E(X) = 2{,}55\) 3. \(E_{Laplace}(X) = 2{,}5\); der Schätzwert ist geringfügig größer.
43083812
Im Rahmen einer Qualitätskontrolle wurden \(4000\) neu produzierte Platinen auf Lötfehler untersucht. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der Fehler pro Platine. Folgende Daten wurden erhoben: <table> <thead> <tr> <th>Anzahl der Fehler \(k\)</th> <th>Absolute Häufigkeit \(H_n(k)\)</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>0</td> <td>3600</td> </tr> <tr> <td>1</td> <td>320</td> </tr> <tr> <td>2</td> <td>80</td> </tr> </tbody> </table> 1. Bestimme die relativen Häufigkeiten als Schätzwerte für die Wahrscheinlichkeiten \(P(X=k)\). 2. Berechne die geschätzte Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine zufällig ausgewählte Platine mindestens einen Fehler aufweist. 3. Berechne die zu erwartende Gesamtzahl an Fehlern in einer Lieferung von \(500\) Platinen, basierend auf dem empirischen Erwartungswert pro Platine.

Denkanstöße

- Was bedeutet „mindestens ein Fehler“ mathematisch für die Werte von \(X\)? - Du kannst die Wahrscheinlichkeit für „mindestens einen Fehler“ entweder durch Addition der Einzelwahrscheinlichkeiten oder über das Gegenereignis finden. - Berechne zuerst, wie viele Fehler man im Durchschnitt pro einzelner Platine erwartet. - Wie skaliert man den Erwartungswert einer einzelnen Platine auf eine größere Menge?

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeiten bei \(n = 4000\): \(P(X=0) \approx \frac{3600}{4000} = 0{,}90\) \(P(X=1) \approx \frac{320}{4000} = 0{,}08\) \(P(X=2) \approx \frac{80}{4000} = 0{,}02\) 2. Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Fehler: \(P(X \ge 1) = P(X=1) + P(X=2) = 0{,}08 + 0{,}02 = 0{,}10\) (oder über das Gegenereignis \(1 - P(X=0) = 0{,}10\)). 3. Erwartungswert der Fehler pro Platine: \(E(X) = 0 \cdot 0{,}90 + 1 \cdot 0{,}08 + 2 \cdot 0{,}02 = 0{,}12\). Gesamtzahl der Fehler bei \(500\) Platinen: \(500 \cdot E(X) = 500 \cdot 0{,}12 = 60\).

Antwort

1. \(P(X=0) \approx 0{,}90\); \(P(X=1) \approx 0{,}08\); \(P(X=2) \approx 0{,}02\) 2. \(P(X \ge 1) \approx 0{,}10\) 3. Es sind insgesamt \(60\) Fehler zu erwarten.
43083912
In der Demografie werden Sterbetafeln genutzt, um die Überlebenswahrscheinlichkeiten verschiedener Bevölkerungsgruppen zu vergleichen. Die folgende Tabelle zeigt für zwei verschiedene Jahre, wie viele von ursprünglich \(100\,000\) lebend geborenen Männern ein bestimmtes Alter erreichen (vereinfachte Daten): <table> <tr> <th>Alter (in Jahren)</th> <th>Jahr 1960</th> <th>Jahr 2020</th> </tr> <tr> <td>0</td> <td>\(100\,000\)</td> <td>\(100\,000\)</td> </tr> <tr> <td>40</td> <td>\(92\,400\)</td> <td>\(98\,800\)</td> </tr> <tr> <td>70</td> <td>\(52\,100\)</td> <td>\(84\,500\)</td> </tr> <tr> <td>85</td> <td>\(12\,300\)</td> <td>\(42\,600\)</td> </tr> </table> a) Berechne für beide Jahre die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Mann, der bereits \(40\) Jahre alt ist, \(70\) Jahre alt wird. b) Bestimme für beide Jahre die Wahrscheinlichkeit, dass ein \(40\)-Jähriger mindestens \(85\) Jahre alt wird. c) Erläutere kurz, warum es sich bei den berechneten Werten um empirische Wahrscheinlichkeiten handelt und nicht um Laplace-Wahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie man den Anteil der Personen berechnet, die von einer bestimmten Altersgruppe ausgehend eine höhere Altersgruppe erreichen. - Was bedeutet es für die Berechnung, wenn wir bereits wissen, dass eine Person ein bestimmtes Alter erreicht hat? - Erinnere dich an den Unterschied zwischen theoretisch hergeleiteten Modellen (wie beim Würfeln) und Modellen, die auf Beobachtungen beruhen. - Welche Informationen liefert uns die Tabelle über die Grundgesamtheit?

Lösung

1. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeiten für Teilaufgabe a) mit der Formel \(P(70|40) = \frac{\text{Überlebende mit 70}}{\text{Überlebende mit 40}}\): - Für 1960: \(P_{1960}(70|40) = \frac{52\,100}{92\,400} \approx 0{,}5639\) - Für 2020: \(P_{2020}(70|40) = \frac{84\,500}{98\,800} \approx 0{,}8553\) 2. Berechnung für Teilaufgabe b) mit der Formel \(P(85|40) = \frac{\text{Überlebende mit 85}}{\text{Überlebende mit 40}}\): - Für 1960: \(P_{1960}(85|40) = \frac{12\,300}{92\,400} \approx 0{,}1331\) - Für 2020: \(P_{2020}(85|40) = \frac{42\,600}{98\,800} \approx 0{,}4312\) 3. Begründung für Teilaufgabe c): Es handelt sich um empirische Wahrscheinlichkeiten, da sie auf der Auswertung statistischer Daten (relativen Häufigkeiten) basieren. Eine Laplace-Wahrscheinlichkeit würde voraussetzen, dass alle Elementarereignisse (hier: Sterbealter) gleich wahrscheinlich sind, was biologisch und statistisch nicht der Fall ist.

Antwort

a) \(1960 \approx 0{,}5639\) (\(56{,}39\,\%\)); \(2020 \approx 0{,}8553\) (\(85{,}53\,\%\)) b) \(1960 \approx 0{,}1331\) (\(13{,}31\,\%\)); \(2020 \approx 0{,}4312\) (\(43{,}12\,\%\)) c) Es sind empirische Wahrscheinlichkeiten, da sie auf beobachteten relativen Häufigkeiten basieren und nicht auf der Annahme gleichwahrscheinlicher Elementarereignisse (Laplace).
43084012
Ein Elektronikhersteller führt eine Langzeitstudie zur Zuverlässigkeit eines neuen Smartphone-Modells durch. Von \(50\,000\) getesteten Geräten wird dokumentiert, wie viele nach einer bestimmten Anzahl von Monaten noch voll funktionsfähig sind: <table> <tr> <th>Betriebsdauer (Monate)</th> <th>Funktionsfähige Geräte</th> </tr> <tr> <td>0</td> <td>\(50\,000\)</td> </tr> <tr> <td>12</td> <td>\(48\,500\)</td> </tr> <tr> <td>24</td> <td>\(42\,000\)</td> </tr> <tr> <td>36</td> <td>\(25\,000\)</td> </tr> <tr> <td>48</td> <td>\(8\,000\)</td> </tr> </table> a) Schätze die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gerät, das nach \(12\) Monaten noch funktioniert, auch nach \(36\) Monaten noch einsatzbereit ist. b) Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gerät, das das zweite Jahr (\(24\) Monate) überstanden hat, im Laufe des dritten Jahres (also zwischen Monat \(24\) und \(36\)) ausfällt? c) Warum lässt sich die Ausfallwahrscheinlichkeit in diesem Fall nicht mit einem Laplace-Experiment modellieren?

Denkanstöße

- Konzentriere dich bei bedingten Wahrscheinlichkeiten nur auf die Gruppe von Geräten, die die Bedingung (z. B. „funktioniert noch nach 12 Monaten“) erfüllt. - Wie berechnet man die Anzahl der Geräte, die in einem bestimmten Zeitraum kaputtgegangen sind? - Überlege, was die Voraussetzung für ein Laplace-Experiment ist und ob diese hier bei der Lebensdauer von Technik erfüllt sein kann.

Lösung

1. Zu a): Gesucht ist die bedingte Wahrscheinlichkeit \(P(\text{funktioniert bei 36} | \text{funktioniert bei 12})\). Berechnung: \(\frac{25\,000}{48\,500} \approx 0{,}5155\). 2. Zu b): Gesucht ist die bedingte Wahrscheinlichkeit für einen Ausfall im Intervall \([24; 36]\), gegeben das Gerät funktioniert bei \(24\). Anzahl der Ausfälle zwischen 24 und 36 Monaten: \(42\,000 - 25\,000 = 17\,000\). Berechnung: \(P(\text{Ausfall } 24 \to 36 | \text{funktioniert bei 24}) = \frac{17\,000}{42\,000} \approx 0{,}4048\). 3. Zu c): Ein Laplace-Modell setzt voraus, dass alle möglichen Ergebnisse (z. B. „Ausfall in Monat 1, 2, 3, …“) gleich wahrscheinlich sind. Die Daten zeigen jedoch, dass die Ausfallhäufigkeit mit der Zeit stark variiert (Verschleiß), weshalb die Elementarereignisse nicht gleichwahrscheinlich sind.

Antwort

a) \(\approx 0{,}5155\) (\(51{,}55\,\%\)) b) \(\approx 0{,}4048\) (\(40{,}48\,\%\)) c) Da die Ausfallwahrscheinlichkeit zeitabhängig ist (Verschleiß), sind die Ergebnisse „Ausfall zum Zeitpunkt \(t\)“ nicht gleichwahrscheinlich, was die Bedingung für ein Laplace-Modell verletzt.
43084112
Ein Brettspiel erfordert für einen bestimmten Spielzug ein Zufallsergebnis mit der Wahrscheinlichkeit \(p = \frac{1}{3}\). Dir steht jedoch nur ein herkömmlicher, fairer sechsseitiger Würfel zur Verfügung. a) Erstelle eine Vorschrift, wie du mit nur einem Wurf des Würfels dieses Zufallsergebnis simulieren kannst. b) Begründe mathematisch, warum es nicht möglich ist, mit genau einem Wurf dieses Würfels ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}4\) exakt zu simulieren. c) Erkläre, wie man durch das zweimalige Werfen des Würfels ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}25\) simulieren kann.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele gleich wahrscheinliche Ergebnisse der Würfel hat und wie viele davon eintreten müssen, um die Zielwahrscheinlichkeit zu erreichen. - Kannst du die Wahrscheinlichkeit \(0{,}4\) als Bruch mit dem Nenner \(6\) schreiben? - Wie viele mögliche Ergebnisse gibt es insgesamt, wenn man einen Würfel zweimal nacheinander wirft? - Erstelle eine Liste oder eine Tabelle für alle möglichen Paare beim zweifachen Wurf, um die Anzahl der günstigen Ergebnisse zu bestimmen.

Lösung

1. Da ein fairer Würfel sechs gleich wahrscheinliche Ergebnisse hat (\(P(\omega) = \frac{1}{6}\)), entspricht die Wahrscheinlichkeit \(p = \frac{1}{3}\) genau \(\frac{2}{6}\). Man ordnet daher zwei beliebige Augenzahlen (z. B. \(1\) und \(2\)) dem Erfolg zu. 2. Bei einem Laplace-Würfel muss jede Wahrscheinlichkeit ein Vielfaches von \(\frac{1}{6}\) sein. Die Gleichung \(\frac{k}{6} = 0{,}4 = \frac{2}{5}\) führt zu \(5k = 12\). Da \(k = 2{,}4\) keine ganze Zahl ist, kann keine Teilmenge der Ergebnisse die geforderte Wahrscheinlichkeit exakt abbilden. 3. Beim zweimaligen Werfen gibt es \(6 \cdot 6 = 36\) gleich wahrscheinliche Elementarereignisse. Wegen \(0{,}25 \cdot 36 = 9\) muss man eine Menge von genau \(9\) Paaren als „Erfolg“ definieren. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn bei beiden Würfen jeweils nur die Augenzahlen \(1\), \(2\) oder \(3\) auftreten (\(3 \cdot 3 = 9\) Kombinationen).

Antwort

a) Man definiert zwei Augenzahlen (z. B. \(1\) und \(2\)) als Erfolg. b) Da \(0{,}4 = \frac{2}{5}\) und \(\frac{k}{6} = \frac{2}{5}\) keine ganzzahlige Lösung für \(k\) besitzt, ist eine exakte Simulation unmöglich. c) Man wirft zweimal (\(36\) Möglichkeiten) und definiert \(9\) dieser Ergebnisse als Erfolg, zum Beispiel wenn beide Augenzahlen kleiner oder gleich \(3\) sind.
43084312
In jeder Packung eines bestimmten Müslis befindet sich eine von 12 verschiedenen Sammelfiguren einer Serie. Es wird davon ausgegangen, dass alle Figuren gleich wahrscheinlich sind. Ein Sammler kauft 4 Packungen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit nach dem Laplace-Modell dafür, dass alle 4 Figuren unterschiedlich sind. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Sammler mindestens eine Figur doppelt erhält. c) Erläutere kurz den Unterschied zwischen dem hier verwendeten klassischen Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace) und dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff im Kontext einer Simulation.

Denkanstöße

- Wie viele Möglichkeiten gibt es insgesamt, 4 Figuren aus 12 zu ziehen, wenn Wiederholungen möglich sind? - Überlege dir für den Fall, dass alle verschieden sein sollen, wie viele Optionen für die erste, zweite, dritte und vierte Packung jeweils noch übrig bleiben. - Welcher Zusammenhang besteht zwischen „alle verschieden“ und „mindestens zwei gleich“? - Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit bei einer Simulation berechnet oder beobachtet wird.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für lauter verschiedene Figuren (Laplace): Es gibt insgesamt \(12^4 = 20\,736\) gleich wahrscheinliche geordnete Folgen von Figuren. Die Anzahl der günstigen Möglichkeiten, bei denen alle Figuren verschieden sind, beträgt \(12 \cdot 11 \cdot 10 \cdot 9 = 11\,880\). 2. Ergebnis für a): \(P(\text{alle verschieden}) = \frac{11\,880}{20\,736} = \frac{12 \cdot 11 \cdot 10 \cdot 9}{12^4} \approx 0{,}5729\). 3. Berechnung für b) über das Gegenereignis: \(P(\text{mind. eine Dublette}) = 1 - P(\text{alle verschieden}) = 1 - 0{,}5729 = 0{,}4271\). 4. Antwort zu c): Der Laplace-Begriff basiert auf theoretischen Überlegungen zur Gleichwahrscheinlichkeit aller Elementarereignisse im Modell. Der empirische Begriff stützt sich auf die relative Häufigkeit eines Ereignisses bei einer großen Zahl von Versuchen (Gesetz der großen Zahlen), die durch eine Simulation (z. B. mit Zufallszahlen) erzeugt werden.

Antwort

a) \(P \approx 57{,}29\,\%\) b) \(P \approx 42{,}71\,\%\) c) Der Laplace-Ansatz berechnet die Wahrscheinlichkeit theoretisch aus dem Verhältnis günstiger zu möglichen Ergebnissen. Der empirische Ansatz schätzt die Wahrscheinlichkeit durch die relative Häufigkeit in einer Versuchsreihe oder Simulation.
43084412
Ein Hersteller von Erfrischungsgetränken druckt 25 verschiedene Buchstabenmotive in die Deckel seiner Flaschen. Jedes Motiv ist gleich häufig vertreten. Jemand kauft einen Sechserpack dieser Getränke. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich in dem Sechserpack keine doppelten Motive befinden. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens zwei Deckel das gleiche Motiv aufweisen. c) Angenommen, man führt eine Simulation mit 1000 Durchläufen durch, um die Wahrscheinlichkeit aus Teil b) zu schätzen. Warum wird das Simulationsergebnis höchstwahrscheinlich nicht exakt mit dem berechneten Wert übereinstimmen?

Denkanstöße

- Stell dir vor, du ziehst nacheinander 6 Deckel. Wie groß ist jeweils die Chance, ein noch nicht gezogenes Motiv zu erwischen? - Nutze das Gegenereignis, um die Rechnung für „mindestens zwei“ zu vereinfachen. - Was besagt das Gesetz der großen Zahlen über das Verhältnis von relativer Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit?

Lösung

1. Berechnung für a): Die Gesamtzahl der geordneten Möglichkeiten bei 6 Deckeln und 25 Motiven ist \(25^6\). Die Anzahl der Möglichkeiten ohne Wiederholung ist \(25 \cdot 24 \cdot 23 \cdot 22 \cdot 21 \cdot 20\). 2. Berechnung: \(P(\text{keine Doppelten}) = \frac{25 \cdot 24 \cdot 23 \cdot 22 \cdot 21 \cdot 20}{25^6} = \frac{127\,512\,000}{244\,140\,625} \approx 0{,}5223\). 3. Berechnung für b): Das Ereignis „mindestens zwei gleiche“ ist das Gegenereignis zu „keine doppelten“. \(P(\text{mind. zwei gleiche}) = 1 - 0{,}5223 = 0{,}4777\). 4. Erklärung zu c): Simulationen liefern relative Häufigkeiten, die zufälligen Schwankungen unterliegen. Erst für eine unendlich große Anzahl an Versuchen nähert sich die relative Häufigkeit nach dem Gesetz der großen Zahlen der theoretischen Wahrscheinlichkeit an. Bei 1000 Versuchen ist eine statistische Abweichung zu erwarten.

Antwort

a) \(P \approx 52{,}23\,\%\) b) \(P \approx 47{,}77\,\%\) c) Aufgrund von Zufallsschwankungen weicht die relative Häufigkeit einer Stichprobe (Simulation) meist vom theoretischen Wert ab; eine exakte Übereinstimmung ist bei nur 1000 Versuchen unwahrscheinlich.
43084512
An einer Garderobe werden die Mäntel von vier Gästen entgegengenommen. Nach der Veranstaltung werden die Mäntel in einer zufälligen Reihenfolge an die vier Personen zurückgegeben. Jede Person erhält genau einen Mantel. a) Bestimme die Anzahl aller möglichen Arten, die Mäntel an die vier Personen zu verteilen. b) Ermittle durch systematisches Auflisten oder Überlegen die Anzahl der Fälle, in denen keine einzige Person ihren eigenen Mantel zurückerhält. Berechne daraus die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eine Person ihren eigenen Mantel zurückerhält.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele Möglichkeiten es gibt, 4 Objekte in eine Reihe zu bringen. - Du kannst die Personen mit den Zahlen 1, 2, 3 und 4 nummerieren. Ein „Treffer“ ist dann eine Verteilung, bei der z. B. die 1 an der ersten Stelle steht. - Erstelle eine Liste aller Kombinationen, bei denen keine Zahl an ihrem ursprünglichen Platz steht. - Nutze die Regel für Gegenereignisse, um die Rechnung in Teilaufgabe c) zu vereinfachen.

Lösung

1. Die Anzahl der möglichen Verteilungen (Permutationen) von 4 Mänteln auf 4 Personen beträgt \(4! = 4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1 = 24\). 2. Sei \(1, 2, 3, 4\) die richtige Zuordnung. Die Fälle ohne Übereinstimmung (Derangements) sind: \((2, 1, 4, 3)\), \((2, 3, 4, 1)\), \((2, 4, 1, 3)\), \((3, 1, 4, 2)\), \((3, 4, 1, 2)\), \((3, 4, 2, 1)\), \((4, 1, 2, 3)\), \((4, 3, 1, 2)\), \((4, 3, 2, 1)\). Das sind insgesamt 9 Fälle. 3. Die Wahrscheinlichkeit, dass niemand seinen eigenen Mantel erhält, ist \(P(\text{kein Treffer}) = \frac{9}{24} = \frac{3}{8} = 0{,}375\). 4. Die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer ist das Gegenereignis zu „kein Treffer“: \(P(\text{mind. ein Treffer}) = 1 - 0{,}375 = 0{,}625\).

Antwort

a) Es gibt 24 Möglichkeiten. b) Es gibt 9 solcher Fälle; die Wahrscheinlichkeit beträgt \(0{,}375\). c) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(0{,}625\).
43084612
Ein Computerprogramm ordnet die Zahlen von 1 bis 100 in einer rein zufälligen Reihenfolge an. Ein „Fixpunkt“ tritt auf, wenn eine Zahl \(k\) an der \(k\)-ten Position der Liste steht. Es soll untersucht werden, wie wahrscheinlich es ist, dass mindestens ein solcher Fixpunkt auftritt. a) Beschreibe, wie man dieses Experiment mithilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms oder einer Programmiersprache simulieren kann, um einen Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit zu erhalten. b) Bei einer Simulation mit \(5\,000\) Durchläufen wurde in \(3\,162\) Fällen mindestens ein Fixpunkt gezählt. Berechne die relative Häufigkeit als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit. c) Der theoretische Grenzwert für diese Wahrscheinlichkeit liegt bei \(1 - \frac{1}{e} \approx 0{,}6321\). Beurteile die Qualität des Schätzwerts aus b) unter Berücksichtigung des Gesetzes der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Wie könnte man Zufallszahlen nutzen, um eine zufällige Reihenfolge zu erzeugen? - Erinnere dich an die Definition der relativen Häufigkeit: Anzahl der günstigen Ergebnisse geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Was besagt das Gesetz der großen Zahlen über den Zusammenhang zwischen relativer Häufigkeit und theoretischer Wahrscheinlichkeit?

Lösung

1. Simulation: In einer Tabellenkalkulation kann man in einer Zeile 100 Zufallszahlen erzeugen und deren Rangfolge bestimmen (oder eine Liste von 1 bis 100 zufällig sortieren). Dann wird geprüft, ob für mindestens ein \(i \in \{1, \dots, 100\}\) der Wert an Stelle \(i\) gleich \(i\) ist. Dieser Vorgang wird vielfach wiederholt. 2. Berechnung der relativen Häufigkeit: \(h_n(A) = \frac{3\,162}{5\,000} = 0{,}6324\). 3. Vergleich und Beurteilung: Der Schätzwert \(0{,}6324\) liegt sehr nah am theoretischen Wert von ca. \(0{,}6321\) (Abweichung nur \(0{,}0003\)). Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sich die relativen Häufigkeiten bei steigender Versuchsanzahl um die theoretische Wahrscheinlichkeit. Der beobachtete Schätzwert liegt in dieser Versuchsreihe sehr nahe am theoretischen Wert; daraus folgt jedoch keine allgemeine Genauigkeitsgarantie für jede Simulation mit \(5\,000\) Durchläufen.

Antwort

a) Erzeugung von Zufallspermutationen und Abgleich der Positionen mit den Werten. b) Die relative Häufigkeit beträgt \(0{,}6324\). c) Der Schätzwert ist sehr präzise, da die Abweichung zum theoretischen Wert minimal ist, was der Erwartung bei einer großen Anzahl an Versuchen entspricht.
43084712
In einer Marktumfrage gaben \(45\,\%\) der Befragten an, regelmäßig Produkt A zu kaufen (Ereignis \(A\)), während \(35\,\%\) regelmäßig Produkt B kaufen (Ereignis \(B\)). 1. Bestimme das Intervall \([p_{\text{min}}; p_{\text{max}}]\), in dem die Wahrscheinlichkeit \(P(A \cup B)\) für das Ereignis „kauft Produkt A oder Produkt B“ liegen muss. 2. Interpretiere die untere Grenze \(p_{\text{min}}\) und die obere Grenze \(p_{\text{max}}\) im Sachkontext. Welche Annahme über das Kaufverhalten der Kunden führt jeweils zu diesen Extremwerten?

Denkanstöße

- Überlege dir, wie sich die Größe der Schnittmenge auf die Vereinigungsmenge auswirkt. - Wann ist die Fläche, die zwei Kreise in einem Venn-Diagramm abdecken, am kleinsten und wann am größten? - Denk an die allgemeine Additionsregel für Wahrscheinlichkeiten. - Was bedeutet es für die Personengruppen, wenn die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung genau der Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten entspricht?

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(A) = 0{,}45\) und \(P(B) = 0{,}35\). Nach der Formel \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\) hängen die Schranken vom Schnittereignis ab. Die untere Schranke ergibt sich, wenn ein Ereignis Teilmenge des anderen ist: \(P(A \cup B) \ge \max(P(A), P(B)) = 0{,}45\). Die obere Schranke ergibt sich für disjunkte Ereignisse: \(P(A \cup B) \le P(A) + P(B) = 0{,}45 + 0{,}35 = 0{,}80\). Das Intervall ist \([0{,}45; 0{,}80]\). 2. Die untere Grenze \(0{,}45\) wird erreicht, wenn alle Käufer von Produkt B auch Produkt A kaufen (\(B \subset A\)). Die obere Grenze \(0{,}80\) wird erreicht, wenn niemand beide Produkte gleichzeitig kauft (\(A \cap B = \emptyset\)), die Käufergruppen also vollkommen getrennt sind.

Antwort

1. Das Intervall ist \([0{,}45; 0{,}80]\). 2. Untere Grenze (\(0{,}45\)): Alle Käufer von B kaufen auch A (\(B \subseteq A\)). Obere Grenze (\(0{,}80\)): Niemand kauft beide Produkte (\(A \cap B = \emptyset\)).
43085012
In einem Wahrscheinlichkeitsraum sind zwei Ereignisse \(E\) und \(F\) gegeben. Es ist bekannt, dass \(P(E) = 0{,}65\) und \(P(F) = 0{,}55\). a) Begründe unter Verwendung der Axiome der Wahrscheinlichkeitsrechnung, warum die Ereignisse \(E\) und \(F\) nicht unvereinbar (disjunkt) sein können. b) Bestimme den kleinstmöglichen Wert, den die Wahrscheinlichkeit für das Schnittereignis \(P(E \cap F)\) annehmen kann. c) Angenommen, die Wahrscheinlichkeit für das Oder-Ereignis beträgt \(P(E \cup F) = 0{,}85\). Berechne für diesen Fall \(P(E \cap F)\). d) Berechne für den Fall aus Teilaufgabe c) die Wahrscheinlichkeit, dass keines der beiden Ereignisse eintritt.

Denkanstöße

- Welche Obergrenze gibt es für die Wahrscheinlichkeit eines beliebigen Ereignisses? - Nutze die allgemeine Summenregel \(P(E \cup F) = P(E) + P(F) - P(E \cap F)\), um Zusammenhänge zwischen den Werten herzustellen. - Überlege dir, wie groß die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten im Vergleich zum maximal möglichen Wert 1 ist. - Das Ereignis „keines von beiden“ ist das Gegenteil von „mindestens eines von beiden“.

Lösung

1. Prüfung auf Unvereinbarkeit: Wären \(E\) und \(F\) unvereinbar, müsste laut Additionsaxiom \(P(E \cup F) = P(E) + P(F)\) gelten. Hier wäre \(0{,}65 + 0{,}55 = 1{,}20\). Da Wahrscheinlichkeiten maximal 1 betragen können (\(P(E \cup F) \le 1\)), ist dies unmöglich. Die Ereignisse müssen also eine Schnittmenge besitzen. 2. Minimaler Wert für \(P(E \cap F)\): Da \(P(E \cup F) = P(E) + P(F) - P(E \cap F)\) und \(P(E \cup F) \le 1\), folgt \(P(E \cap F) \ge P(E) + P(F) - 1\). Einsetzen ergibt \(0{,}65 + 0{,}55 - 1 = 0{,}20\). 3. Berechnung von \(P(E \cap F)\) bei \(P(E \cup F) = 0{,}85\): Umstellen der Summenregel ergibt \(P(E \cap F) = P(E) + P(F) - P(E \cup F) = 0{,}65 + 0{,}55 - 0{,}85 = 0{,}35\). 4. Wahrscheinlichkeit des Komplementärereignisses: Die Wahrscheinlichkeit, dass weder \(E\) noch \(F\) eintritt, ist \(P(\overline{E \cup F}) = 1 - P(E \cup F) = 1 - 0{,}85 = 0{,}15\).

Antwort

a) Wären sie unvereinbar, wäre \(P(E \cup F) = 1{,}2 > 1\), was den Axiomen widerspricht. b) \(P(E \cap F)_{\min} = 0{,}20\) c) \(P(E \cap F) = 0{,}35\) d) \(P(\text{keines}) = 0{,}15\)
43085112
Ein Spiel wird mit zwei idealen regulären Polyedern durchgeführt: einem Oktaeder (Flächen mit den Zahlen 1 bis 8) und einem Dodekaeder (Flächen mit den Zahlen 1 bis 12). Beide Würfel werden gleichzeitig geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für folgende Ereignisse: a) Die Summe der beiden Augenzahlen ist genau 10. b) Mindestens einer der beiden Würfel zeigt eine 7. c) Das Produkt der beiden Augenzahlen ist eine Zweierpotenz (Zahlen der Form \(2^k\) mit \(k \in \mathbb{N}_0\)).

Denkanstöße

- Stelle dir die Ergebnismenge als Tabelle oder Gitter vor. - Überlege bei Teilaufgabe b), ob es einfacher ist, das Gegenereignis zu betrachten oder den Additionssatz zu nutzen. - Welche Zahlen zwischen 1 und 12 lassen sich als \(2^k\) schreiben? - Prüfe beim Produkt genau, welche Primfaktoren in den Augenzahlen enthalten sein dürfen.

Lösung

1. Der Ergebnisraum \(\Omega\) hat eine Mächtigkeit von \(|\Omega| = 8 \cdot 12 = 96\). 2. Für Ereignis a) (Summe 10) gibt es die günstigen Paare \((O, D)\): \((2, 8), (3, 7), (4, 6), (5, 5), (6, 4), (7, 3), (8, 2)\) und \((1, 9)\). Da alle zweiten Komponenten im Bereich 1 bis 12 liegen, gibt es 8 günstige Ergebnisse. \(P(A) = \frac{8}{96} = \frac{1}{12}\). 3. Für Ereignis b) nutzt man den Additionssatz: \(P(O=7 \cup D=7) = P(O=7) + P(D=7) - P(O=7 \cap D=7) = \frac{1}{8} + \frac{1}{12} - \frac{1}{96} = \frac{12 + 8 - 1}{96} = \frac{19}{96}\). 4. Für Ereignis c) müssen beide Augenzahlen selbst Zweierpotenzen sein, da Primfaktoren außer 2 nicht vorkommen dürfen. Mögliche Werte für \(O\) sind \(\{1, 2, 4, 8\}\) (4 Werte) und für \(D\) ebenfalls \(\{1, 2, 4, 8\}\) (4 Werte). Die Anzahl der Kombinationen ist \(4 \cdot 4 = 16\). \(P(C) = \frac{16}{96} = \frac{1}{6}\).

Antwort

a) \(P = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\) b) \(P = \frac{19}{96} \approx 0{,}1979\) c) \(P = \frac{1}{6} \approx 0{,}1667\)
43085212
Ein idealer Ikosaeder (ein reguläres Polyeder mit 20 Flächen, beschriftet von 1 bis 20) wird einmal geworfen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die Augenzahl durch 4 oder durch 6 teilbar ist. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die Augenzahl weder durch 3 noch durch 5 teilbar ist. c) Angenommen, der Würfel ist nicht ideal (gezinkt). Die Wahrscheinlichkeiten für die Zahlen 1 bis 19 sind alle gleich groß, während die Wahrscheinlichkeit für die Zahl 20 genau \(0{,}1\) beträgt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „1“ unter dieser Bedingung.

Denkanstöße

- Achte bei der Teilbarkeit darauf, ob es Zahlen gibt, die in beiden Gruppen vorkommen. - „Weder noch“ lässt sich als Gegenereignis zu „mindestens eine der beiden Bedingungen“ auffassen. - Nutze die Eigenschaft, dass die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Zufallsexperiment immer 1 ergeben muss.

Lösung

1. Für a) sei \(A\) das Ereignis „teilbar durch 4“ (\(\{4, 8, 12, 16, 20\}\), \(|A|=5\)) und \(B\) „teilbar durch 6“ (\(\{6, 12, 18\}\), \(|B|=3\)). Die Schnittmenge ist \(A \cap B = \{12\}\) (\(|A \cap B|=1\)). Nach dem Additionssatz: \(P(A \cup B) = \frac{5 + 3 - 1}{20} = \frac{7}{20} = 0{,}35\). 2. Für b) sei \(C\) „teilbar durch 3“ (\(\{3, 6, 9, 12, 15, 18\}\), \(|C|=6\)) und \(D\) „teilbar durch 5“ (\(\{5, 10, 15, 20\}\), \(|D|=4\)). Die Schnittmenge ist \(C \cap D = \{15\}\) (\(|C \cap D|=1\)). Die Mächtigkeit der Vereinigung ist \(6 + 4 - 1 = 9\). Das gesuchte Ereignis ist das Komplement dazu: \(20 - 9 = 11\) günstige Ergebnisse. \(P = \frac{11}{20} = 0{,}55\). 3. Für c) gilt nach den Axiomen von Kolmogorow: \(\sum P(\omega_i) = 1\). Mit \(P(1) = \dots = P(19) = x\) und \(P(20) = 0{,}1\) folgt: \(19x + 0{,}1 = 1\). Daraus ergibt sich \(19x = 0{,}9\), also \(x = \frac{0{,}9}{19} = \frac{9}{190}\).

Antwort

a) \(P = \frac{7}{20} = 0{,}35\) b) \(P = \frac{11}{20} = 0{,}55\) c) \(P(1) = \frac{9}{190} \approx 0{,}0474\)
43085512
Zwei faire achtseitige Würfel (Oktaeder), deren Seitenflächen mit den Zahlen 1 bis 8 beschriftet sind, werden gleichzeitig geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens einer der beiden Würfel (1) die Augenzahl 8 zeigt; (2) eine Primzahl zeigt; (3) eine Augenzahl kleiner als 3 zeigt.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele mögliche Ergebnisse es insgesamt beim Wurf von zwei achtseitigen Würfeln gibt. - Ist es einfacher, die günstigen Ergebnisse direkt zu zählen oder über das Ereignis „keiner der Würfel erfüllt die Bedingung“ zu gehen? - Welche Zahlen zwischen 1 und 8 sind Primzahlen? Denke daran, dass die 1 per Definition keine Primzahl ist. - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten der Einzelwürfe mit dem Gesamtergebnis zusammen, wenn die Würfel sich nicht gegenseitig beeinflussen?

Lösung

1. Für einen einzelnen Würfel ist die Ergebnismenge \(S = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\). Da die Würfe unabhängig sind, berechnet sich die Wahrscheinlichkeit für „mindestens einer“ über das Gegenereignis: \(P(E) = 1 - q^2\), wobei \(q\) die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein einzelner Würfel die jeweilige Bedingung nicht erfüllt. 2. Zu (1): Die Wahrscheinlichkeit für eine 8 ist \(p = \frac{1}{8}\). Die Wahrscheinlichkeit, dass keine 8 erscheint, ist \(q = \frac{7}{8}\). Somit gilt \(P(\text{mind. eine 8}) = 1 - (\frac{7}{8})^2 = 1 - \frac{49}{64} = \frac{15}{64}\). 3. Zu (2): Die Primzahlen im Bereich 1 bis 8 sind \(\{2, 3, 5, 7\}\), also \(p = \frac{4}{8} = \frac{1}{2}\). Die Wahrscheinlichkeit für das Gegenereignis ist ebenfalls \(\frac{1}{2}\). Somit gilt \(P(\text{mind. eine Primzahl}) = 1 - (\frac{1}{2})^2 = \frac{3}{4}\). 4. Zu (3): Die Augenzahlen kleiner als 3 sind \(\{1, 2\}\), also \(p = \frac{2}{8} = \frac{1}{4}\). Die Wahrscheinlichkeit für das Gegenereignis ist \(q = \frac{3}{4}\). Somit gilt \(P(\text{mind. eine } < 3) = 1 - (\frac{3}{4})^2 = 1 - \frac{9}{16} = \frac{7}{16}\).

Antwort

(1) \(P = \frac{15}{64} \approx 0{,}2344\) (2) \(P = \frac{3}{4} = 0{,}75\) (3) \(P = \frac{7}{16} = 0{,}4375\)
43085612
Ein Glücksrad mit 10 gleich großen Feldern, die von 1 bis 10 durchnummeriert sind, wird zweimal nacheinander gedreht. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt, wie oft eine Zahl erscheint, die durch 3 teilbar ist. a) Erstelle eine Tabelle der Wahrscheinlichkeitsverteilung für die Zufallsgröße \(X\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die erste oder die zweite Zahl (oder beide) durch 3 teilbar ist. c) Vergleiche das Ergebnis aus b) mit der Wahrscheinlichkeit, dass genau eine der beiden Zahlen durch 3 teilbar ist. Welches Ereignis ist wahrscheinlicher?

Denkanstöße

- Bestimme zuerst, wie viele der Zahlen von 1 bis 10 durch 3 teilbar sind. - Da das Rad zweimal gedreht wird, kannst du die Pfadregeln im Baumdiagramm oder die Formel für die Binomialverteilung nutzen. - Was bedeutet „die erste oder die zweite Zahl (oder beide)“ für den Wert der Zufallsgröße \(X\)? - Kannst du die Wahrscheinlichkeit für „mindestens einen Treffer“ einfach aus deiner Tabelle in Teil a) ablesen oder berechnen?

Lösung

1. Die Zahlen im Bereich 1 bis 10, die durch 3 teilbar sind, sind \(\{3, 6, 9\}\). Damit ist die Trefferwahrscheinlichkeit bei einem Dreh \(p = \frac{3}{10} = 0{,}3\) und die Gegenwahrscheinlichkeit \(q = 0{,}7\). 2. Da es sich um \(n=2\) unabhängige Versuche handelt, ist \(X\) binomialverteilt mit \(B(2; 0{,}3)\). 3. Wahrscheinlichkeitsverteilung berechnen: \(P(X=0) = 0{,}7^2 = 0{,}49\) \(P(X=1) = 2 \cdot 0{,}3 \cdot 0{,}7 = 0{,}42\) \(P(X=2) = 0{,}3^2 = 0{,}09\) 4. Zu b): Das Ereignis entspricht \(P(X \ge 1)\). Berechnung: \(P(X=1) + P(X=2) = 0{,}42 + 0{,}09 = 0{,}51\) (oder über das Gegenereignis \(1 - 0{,}49 = 0{,}51\)). 5. Zu c): Die Wahrscheinlichkeit für genau einen Treffer ist \(P(X=1) = 0{,}42\). Da \(0{,}51 > 0{,}42\), ist das Ereignis aus b) wahrscheinlicher.

Antwort

a) <table> <tr><td>\(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td></tr> <tr><td>\(P(X=k)\)</td><td>\(0{,}49\)</td><td>\(0{,}42\)</td><td>\(0{,}09\)</td></tr> </table> b) \(P(X \ge 1) = 0{,}51\) c) Das Ereignis „mindestens eine Zahl durch 3 teilbar“ (\(0{,}51\)) ist wahrscheinlicher als „genau eine Zahl durch 3 teilbar“ (\(0{,}42\)).
43085712
In einer Lostrommel befinden sich \(100\) ansonsten baugleiche Kugeln, die von \(1\) bis \(100\) durchnummeriert sind. Es wird eine Kugel zufällig gezogen. Betrachte die folgenden Ereignisse: \(A\): Die gezogene Zahl ist ein Vielfaches von \(8\). \(B\): Die gezogene Zahl ist ein Vielfaches von \(12\). a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\) und \(P(B)\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit \(P(A \cup B)\) unter Verwendung des Additionssatzes für allgemeine Ereignisse. c) Begründe kurz, warum die Annahme eines Laplace-Experiments in diesem Kontext gerechtfertigt ist.

Denkanstöße

- Wie viele Zahlen zwischen 1 und 100 sind durch 8 teilbar? - Gibt es Zahlen, die sowohl in Ereignis A als auch in Ereignis B vorkommen? - Welche Formel hilft dir, wenn sich zwei Ereignisse überschneiden? - Wann spricht man in der Stochastik von einem Laplace-Experiment?

Lösung

1. Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(A\): Die Vielfachen von \(8\) bis \(100\) sind \(8, 16, \dots, 96\). Da \(100 : 8 = 12{,}5\), gibt es \(|A| = 12\) günstige Ergebnisse. Somit ist \(P(A) = \frac{12}{100} = 0{,}12\). 2. Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(B\): Die Vielfachen von \(12\) bis \(100\) sind \(12, 24, \dots, 96\). Da \(100 : 12 \approx 8{,}33\), gibt es \(|B| = 8\) günstige Ergebnisse. Somit ist \(P(B) = \frac{8}{100} = 0{,}08\). 3. Schnittmenge \(A \cap B\): Gesucht sind die Vielfachen des kleinsten gemeinsamen Vielfachen von \(8\) und \(12\), also von \(24\). Dies sind \(\{24, 48, 72, 96\}\). Es gilt \(|A \cap B| = 4\) und \(P(A \cap B) = \frac{4}{100} = 0{,}04\). 4. Anwendung des Additionssatzes: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}12 + 0{,}08 - 0{,}04 = 0{,}16\). 5. Begründung Laplace: Ein Laplace-Experiment liegt vor, wenn alle Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben. Dies ist hier gerechtfertigt, da die Kugeln in Form und Gewicht identisch sind und der Ziehungsprozess rein zufällig erfolgt.

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}12\); \(P(B) = 0{,}08\) b) \(P(A \cup B) = 0{,}16\) c) Die Annahme ist gerechtfertigt, da alle Kugeln identisch sind und somit die gleiche Chance haben, gezogen zu werden (Gleichwahrscheinlichkeit der Elementarereignisse).
43085812
Ein Glücksrad ist in \(10\) gleich große Sektoren unterteilt, die mit den Zahlen \(1\) bis \(10\) beschriftet sind. Das Ereignis \(E\) ist definiert als: „Die gedrehte Zahl ist eine Primzahl oder eine ungerade Zahl.“ a) Berechne die theoretische Wahrscheinlichkeit \(P(E)\) unter der Annahme eines idealen Glücksrads (Laplace-Modell). b) In einer Versuchsreihe wurde das Rad \(200\)-mal gedreht. Dabei trat das Ereignis \(E\) insgesamt \(132\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit \(h_n(E)\) und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit. c) Beurteile, ob das Ergebnis der Versuchsreihe die Annahme eines idealen Glücksrads infrage stellt.

Denkanstöße

- Welche Zahlen von 1 bis 10 erfüllen mindestens eine der beiden Bedingungen? - Achte darauf, Zahlen, die beide Bedingungen erfüllen, nicht doppelt zu zählen. - Wie berechnet man das Verhältnis von beobachteten Treffern zur Gesamtzahl der Versuche? - Berücksichtige bei der Beurteilung, dass Zufallsexperimente immer natürlichen Schwankungen unterliegen.

Lösung

1. Grundmenge \(S = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}\) mit \(|S| = 10\). 2. Teilmenge der Primzahlen \(A = \{2, 3, 5, 7\}\) und Teilmenge der ungeraden Zahlen \(B = \{1, 3, 5, 7, 9\}\). 3. Bestimmung der Vereinigungsmenge \(E = A \cup B = \{1, 2, 3, 5, 7, 9\}\). Es gilt \(|E| = 6\). 4. Theoretische Wahrscheinlichkeit: \(P(E) = \frac{|E|}{|S|} = \frac{6}{10} = 0{,}6\). 5. Relative Häufigkeit: \(h_{200}(E) = \frac{132}{200} = 0{,}66\). 6. Vergleich und Beurteilung: Die Abweichung beträgt \(0{,}06\) bzw. \(6\,\text{Prozentpunkte}\). Bei \(200\) Versuchen liegen solche Schwankungen im üblichen Bereich des Zufalls (Gesetz der großen Zahlen). Die Annahme eines idealen Glücksrads muss daher nicht zwingend verworfen werden, auch wenn die empirische Häufigkeit leicht über dem Erwartungswert liegt.

Antwort

a) \(P(E) = 0{,}6\) b) \(h_{200}(E) = 0{,}66\). Die relative Häufigkeit ist um \(0{,}06\) höher als die theoretische Wahrscheinlichkeit. c) Die Abweichung ist geringfügig und kann durch Zufallsschwankungen erklärt werden; das Laplace-Modell bleibt plausibel.
43086012
Bei einer Qualitätskontrolle in der Halbleiterfertigung werden Stichproben von jeweils \(100\) Mikrochips untersucht. Die Zufallsgröße \(X\) gibt die Anzahl der defekten Chips in einer Stichprobe an. Formuliere das Gegenereignis \(\bar{E}\) zu den folgenden Ereignissen ausschließlich in Worten: a) \(E_1\): Mehr als \(3\) Chips in der Stichprobe sind defekt. b) \(E_2\): Die Anzahl der defekten Chips liegt im Bereich von \(10\) bis \(20\) (einschließlich). c) \(E_3\): Kein Chip in der Stichprobe ist defekt.

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Anzahlen an defekten Chips möglich sind (von \(0\) bis \(100\)). - Wenn ein Ereignis einen bestimmten Bereich abdeckt, welche Zahlen liegen dann außerhalb dieses Bereichs? - Wie drückst du die Verneinung von „kein“ oder „alle“ im Kontext von Zufallsexperimenten aus?

Lösung

1. Das Ereignis \(E_1\) umfasst die Werte \(X \in \{4, 5, \dots, 100\}\). Das Gegenereignis \(\bar{E}_1\) umfasst somit die Werte \(\{0, 1, 2, 3\}\). Text: Höchstens \(3\) Chips sind defekt. 2. Das Ereignis \(E_2\) umfasst die Werte \(X \in \{10, 11, \dots, 20\}\). Das Gegenereignis \(\bar{E}_2\) umfasst alle Werte kleiner als \(10\) oder größer als \(20\). Text: Weniger als \(10\) oder mehr als \(20\) Chips sind defekt. 3. Das Ereignis \(E_3\) entspricht \(X = 0\). Das Gegenereignis \(\bar{E}_3\) umfasst alle Werte von \(1\) bis \(100\). Text: Mindestens ein Chip ist defekt.

Antwort

a) \(\bar{E}_1\): Höchstens \(3\) Chips sind defekt. b) \(\bar{E}_2\): Weniger als \(10\) oder mehr als \(20\) Chips sind defekt. c) \(\bar{E}_3\): Mindestens ein Chip ist defekt.
43086112
In einem Behälter befinden sich \(120\) Lose, die von \(1\) bis \(120\) durchnummeriert sind. Ein Los wird zufällig gezogen. Es wird das Ereignis \(E\) betrachtet, dass die gezogene Nummer sowohl durch \(4\) als auch durch \(6\) teilbar ist. Bestimme das Gegenereignis \(\overline{E}\) in Worten sowie die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\) und \(P(\overline{E})\).

Denkanstöße

- Wann ist eine Zahl gleichzeitig durch zwei verschiedene Zahlen teilbar? - Was bedeutet das Wort „Gegenereignis“ für die logische Beschreibung einer Bedingung? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses und seines Gegenereignisses mathematisch zusammen? - Wie viele Zahlen in deinem Bereich erfüllen die kombinierte Teilbarkeitsregel?

Lösung

1. Identifikation der Bedingungen für \(E\): Eine Zahl ist genau dann durch \(4\) und \(6\) teilbar, wenn sie ein Vielfaches des kleinsten gemeinsamen Vielfachen \(\operatorname{kgV}(4; 6) = 12\) ist. 2. Bestimmung der Mächtigkeit von \(E\): Die Vielfachen von \(12\) im Bereich von \(1\) bis \(120\) sind \(12, 24, 36, 48, 60, 72, 84, 96, 108, 120\). Es gibt somit \(|E| = 10\) günstige Ergebnisse. 3. Berechnung von \(P(E)\): Da es sich um ein Laplace-Experiment mit \(|\Omega| = 120\) handelt, gilt \(P(E) = \frac{10}{120} = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\). 4. Definition des Gegenereignisses \(\overline{E}\): Die gezogene Nummer ist nicht durch \(4\) oder nicht durch \(6\) teilbar (bzw. nicht durch \(12\) teilbar). 5. Berechnung von \(P(\overline{E})\): Über die Komplementärregel ergibt sich \(P(\overline{E}) = 1 - P(E) = 1 - \frac{1}{12} = \frac{11}{12} \approx 0{,}9167\).

Antwort

Das Gegenereignis \(\overline{E}\) lautet: „Die Zahl ist nicht durch \(12\) teilbar“ (oder: „Die Zahl ist nicht sowohl durch \(4\) als auch durch \(6\) teilbar“). Die Wahrscheinlichkeiten betragen \(P(E) = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\) und \(P(\overline{E}) = \frac{11}{12} \approx 0{,}9167\).
43086212
Aus einer Menge von Karten mit den Aufschriften \(1\) bis \(50\) wird eine Karte zufällig ausgewählt. Das Ereignis \(E\) ist definiert als: „Die Zahl auf der Karte ist eine Primzahl oder eine Quadratzahl“. Formuliere das Gegenereignis \(\overline{E}\) und berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\) und \(P(\overline{E})\).

Denkanstöße

- Erstelle eine Liste aller Zahlen, die die eine oder die andere Bedingung erfüllen. - Achte darauf, ob es Zahlen gibt, die eventuell beide Bedingungen gleichzeitig erfüllen könnten. - Ist die Zahl \(1\) eine Primzahl? - Wie lautet die Verneinung von „A oder B“?

Lösung

1. Auflistung der Primzahlen bis \(50\): \(2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 23, 29, 31, 37, 41, 43, 47\). Das sind \(15\) Zahlen. 2. Auflistung der Quadratzahlen bis \(50\): \(1, 4, 9, 16, 25, 36, 49\). Das sind \(7\) Zahlen. 3. Prüfung auf Schnittmengen: Da \(1\) keine Primzahl ist und alle anderen Quadratzahlen \(n^2\) für \(n > 1\) zusammengesetzte Zahlen sind, gibt es keine Überschneidungen. 4. Bestimmung der Mächtigkeit von \(E\): \(|E| = 15 + 7 = 22\). 5. Berechnung von \(P(E)\): Bei \(|\Omega| = 50\) ist \(P(E) = \frac{22}{50} = 0{,}44\). 6. Definition von \(\overline{E}\): Die Zahl ist weder eine Primzahl noch eine Quadratzahl. 7. Berechnung von \(P(\overline{E})\): \(P(\overline{E}) = 1 - 0{,}44 = 0{,}56\).

Antwort

Das Gegenereignis \(\overline{E}\) lautet: „Die Zahl ist weder eine Primzahl noch eine Quadratzahl“. Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(E) = 0{,}44\) und \(P(\overline{E}) = 0{,}56\).
43086312
Aus einer Urne mit 150 gleichartigen, von 1 bis 150 nummerierten Kugeln wird eine Kugel zufällig gezogen. Es werden die folgenden Ereignisse betrachtet: \(E_1\): Die gezogene Zahl ist durch 6 teilbar. \(E_2\): Die gezogene Zahl ist durch 10 teilbar. a) Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_1)\) und \(P(E_2)\). b) Bestimme die Ergebnismenge des Ereignisses \(E_1 \cap E_2\) und gib die zugehörige Wahrscheinlichkeit an. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E_1 \cup E_2\). d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogene Zahl durch 6, aber nicht durch 10 teilbar ist?

Denkanstöße

- Überlege zuerst, wie viele Zahlen im Bereich bis 150 jeweils die geforderte Eigenschaft erfüllen. - Wie findet man Zahlen, die gleichzeitig durch zwei verschiedene Werte teilbar sind? - Erinnere dich an den Additionssatz für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung zweier Ereignisse. - Wenn ein Ereignis eintreten soll, ein anderes aber nicht, kannst du das über die Differenz der Mengen betrachten.

Lösung

1. Berechnung von \(P(E_1)\) und \(P(E_2)\): Da es sich um ein Laplace-Experiment handelt, gilt \(P(E) = \frac{|E|}{|\Omega|}\). Mit \(|\Omega| = 150\) ergeben sich \(|E_1| = 150 : 6 = 25\) und \(|E_2| = 150 : 10 = 15\). Somit ist \(P(E_1) = \frac{25}{150} = \frac{1}{6}\) und \(P(E_2) = \frac{15}{150} = \frac{1}{10} = 0{,}1\). 2. Bestimmung von \(E_1 \cap E_2\): Eine Zahl ist genau dann durch 6 und 10 teilbar, wenn sie durch das kleinste gemeinsame Vielfache \(\text{kgV}(6, 10) = 30\) teilbar ist. Die Ergebnismenge ist \(E_1 \cap E_2 = \{30; 60; 90; 120; 150\}\). Es gilt \(|E_1 \cap E_2| = 5\), also \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{5}{150} = \frac{1}{30}\). 3. Berechnung von \(P(E_1 \cup E_2)\): Nach dem Additionssatz gilt \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{25}{150} + \frac{15}{150} - \frac{5}{150} = \frac{35}{150} = \frac{7}{30}\). 4. Wahrscheinlichkeit für \(E_1 \setminus E_2\): Gesucht ist \(P(E_1 \cap \bar{E_2}) = P(E_1) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{25}{150} - \frac{5}{150} = \frac{20}{150} = \frac{2}{15}\).

Antwort

a) \(P(E_1) = \frac{1}{6}\); \(P(E_2) = \frac{1}{10}\) b) \(E_1 \cap E_2 = \{30; 60; 90; 120; 150\}\); \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{1}{30}\) c) \(P(E_1 \cup E_2) = \frac{7}{30}\) d) \(P = \frac{2}{15}\)
43086412
Ein Glücksrad besitzt 20 gleich große Sektoren, die von 1 bis 20 durchnummeriert sind. a) Bestimme die theoretische Laplace-Wahrscheinlichkeit \(P(L)\) für das Ereignis \(L\): „Die gedrehte Zahl ist eine Primzahl“. b) In einer Versuchsreihe mit 500 Drehungen wurde 195-mal eine Primzahl erzielt. Bestimme die relative Häufigkeit \(h(L)\) und berechne die absolute Differenz zur theoretischen Wahrscheinlichkeit \(P(L)\). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(M\): „Die Zahl ist durch 4 teilbar oder eine Primzahl“. Begründe kurz mithilfe der Mengenbeziehung der Teilereignisse, welcher Rechenweg hier vorliegt.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 20 sind Primzahlen? Beachte, dass die 1 keine Primzahl ist. - Die relative Häufigkeit berechnet sich aus der Anzahl der Treffer geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Überlege bei Teilaufgabe c), ob es Zahlen gibt, die beide Bedingungen gleichzeitig erfüllen. - Wenn zwei Ereignisse keine gemeinsamen Ergebnisse haben, nennt man sie disjunkt.

Lösung

1. Theoretische Wahrscheinlichkeit \(P(L)\): Die Primzahlen bis 20 sind \(\{2; 3; 5; 7; 11; 13; 17; 19\}\). Es gibt 8 Primzahlen bei 20 möglichen Ergebnissen, also \(P(L) = \frac{8}{20} = \frac{2}{5} = 0{,}4\). 2. Relative Häufigkeit und Vergleich: Die relative Häufigkeit ist \(h(L) = \frac{195}{500} = 0{,}39\). Die absolute Differenz beträgt \(|0{,}4 - 0{,}39| = 0{,}01\). Dies veranschaulicht das Gesetz der großen Zahlen. 3. Wahrscheinlichkeit von \(M\): Sei \(K\) das Ereignis „durch 4 teilbar“, also \(K = \{4; 8; 12; 16; 20\}\) mit \(|K| = 5\). Da keine Primzahl durch 4 teilbar ist, gilt \(L \cap K = \emptyset\) (disjunkte Ereignisse). Nach dem Axiom für disjunkte Ereignisse gilt \(P(M) = P(L \cup K) = P(L) + P(K) = \frac{8}{20} + \frac{5}{20} = \frac{13}{20} = 0{,}65\).

Antwort

a) \(P(L) = 0{,}4\) b) \(h(L) = 0{,}39\); Differenz: \(0{,}01\) c) \(P(M) = 0{,}65\). Da die Mengen der Primzahlen und der durch 4 teilbaren Zahlen disjunkt sind, entspricht die Wahrscheinlichkeit der Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten.
43086512
Ein fairer Oktaederwürfel, dessen Seiten mit den Zahlen 1 bis 8 beschriftet sind, wird dreimal nacheinander geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für die folgenden Ereignisse: 1. Die Augensumme der drei Würfe ist kleiner als 6. 2. Die Augenzahl 8 tritt mindestens einmal auf. 3. Alle drei geworfenen Zahlen sind voneinander verschieden.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele mögliche Ergebnisse es insgesamt beim dreimaligen Werfen eines achtseitigen Würfels gibt. - Bei „kleiner als“ Aufgaben kann es helfen, alle Kombinationen systematisch aufzuschreiben, deren Summe den Bedingungen entspricht. - Das Wort „mindestens“ ist oft ein Signal, das Gegenereignis zu betrachten. Wie sieht das Gegenteil von „mindestens einmal die 8“ aus? - Wenn alle Zahlen verschieden sein sollen, wie viele Möglichkeiten hast du dann noch für den zweiten und dritten Wurf, nachdem die erste Zahl feststeht?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der Ergebnisse: \(8^3 = 512\). Bestimmung der günstigen Ergebnisse für die Augensumme \(S < 6\): Für \(S=3\) gibt es \((1,1,1)\) (1 Möglichkeit). Für \(S=4\) gibt es \((1,1,2), (1,2,1), (2,1,1)\) (3 Möglichkeiten). Für \(S=5\) gibt es \((1,1,3), (1,3,1), (3,1,1), (1,2,2), (2,1,2), (2,2,1)\) (6 Möglichkeiten). Gesamtzahl günstiger Ergebnisse: \(1 + 3 + 6 = 10\). Wahrscheinlichkeit: \(P(S < 6) = \frac{10}{512} = \frac{5}{256} \approx 0{,}0195\). 2. Verwendung des Gegenereignisses „Die 8 tritt keinmal auf“. Wahrscheinlichkeit für keine 8 pro Wurf: \(\frac{7}{8}\). Wahrscheinlichkeit für keine 8 bei drei Würfen: \((\frac{7}{8})^3 = \frac{343}{512}\). Wahrscheinlichkeit für mindestens eine 8: \(1 - \frac{343}{512} = \frac{169}{512} \approx 0{,}3301\). 3. Berechnung der günstigen Fälle für unterschiedliche Zahlen: Für den ersten Wurf gibt es 8 Möglichkeiten, für den zweiten 7 und für den dritten 6. Anzahl günstiger Ergebnisse: \(8 \cdot 7 \cdot 6 = 336\). Wahrscheinlichkeit: \(P(\text{verschieden}) = \frac{336}{512} = \frac{21}{32} = 0{,}65625\).

Antwort

1. \(P(S < 6) = \frac{5}{256} \approx 1{,}95\,\%\) 2. \(P(\text{mind. eine 8}) = \frac{169}{512} \approx 33{,}01\,\%\) 3. \(P(\text{alle verschieden}) = \frac{21}{32} = 65{,}625\,\%\)
43086612
In einer Urne befinden sich fünf Kugeln, die mit den Zahlen 1, 2, 3, 4 und 5 nummeriert sind. Es wird dreimal nacheinander eine Kugel gezogen, wobei die gezogene Kugel jedes Mal wieder zurückgelegt wird. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die Summe der drei gezogenen Zahlen mindestens 13 beträgt. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl 2 genau einmal gezogen wird.

Denkanstöße

- Wie viele Kombinationsmöglichkeiten gibt es bei drei Ziehungen aus fünf Kugeln mit Zurücklegen? - Um eine Summe von mindestens 13 zu erreichen, müssen die gezogenen Zahlen recht groß sein. Welche Kombinationen von 1 bis 5 ergeben in der Summe 13, 14 oder 15? - Denke bei der zweiten Teilaufgabe an die Struktur einer Bernoulli-Kette. Was ist hier ein „Erfolg“ und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür in jedem einzelnen Zug?

Lösung

1. Gesamtzahl der Ergebnisse: \(5^3 = 125\). Günstige Ergebnisse für Summe \(S \ge 13\): \(S=15\): \((5,5,5)\) (1 Weg). \(S=14\): \((5,5,4), (5,4,5), (4,5,5)\) (3 Wege). \(S=13\): \((5,5,3), (5,3,5), (3,5,5)\) sowie \((5,4,4), (4,5,4), (4,4,5)\) (insgesamt 6 Wege). Gesamtzahl günstiger Ergebnisse: \(1 + 3 + 6 = 10\). Wahrscheinlichkeit: \(P(S \ge 13) = \frac{10}{125} = \frac{2}{25} = 0{,}08\). 2. Es handelt sich um ein Bernoulli-Experiment mit \(n=3\) und Erfolgswahrscheinlichkeit \(p = \frac{1}{5} = 0{,}2\) für die Zahl 2. Gesucht ist \(P(X=1)\). Formel von Bernoulli: \(P(X=1) = \binom{3}{1} \cdot (0{,}2)^1 \cdot (0{,}8)^2 = 3 \cdot 0{,}2 \cdot 0{,}64 = 0{,}384\).

Antwort

1. \(P(\text{Summe} \ge 13) = 0{,}08 = 8\,\%\) 2. \(P(\text{Zahl 2 genau einmal}) = 0{,}384 = 38{,}4\,\%\)
43086712
Ein fairer sechsseitiger Würfel wird zweimal nacheinander geworfen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit der folgenden Ereignisse: - \(E_1\): Die Summe der beiden Augenzahlen ist eine Primzahl. - \(E_2\): Das Produkt der beiden Augenzahlen ist ein Vielfaches von 4. 2. Ein Schüler behauptet: „Da es 11 mögliche Ergebnisse für die Summe gibt (nämlich die Zahlen von 2 bis 12), muss die Wahrscheinlichkeit für jede dieser Summen genau \(\frac{1}{11}\) betragen.“ Beurteile diese Aussage unter Bezugnahme auf die Voraussetzungen eines Laplace-Experiments.

Denkanstöße

- Wie viele mögliche Zahlenpaare gibt es insgesamt bei zwei Würfen? - Notiere dir systematisch alle Paare, die die jeweilige Bedingung erfüllen. - Wann darf man die Formel „Anzahl günstige durch Anzahl mögliche Ergebnisse“ anwenden? - Überlege, ob jede Summe auf gleich viele Arten zustande kommen kann.

Lösung

1. Ein zweifacher Würfelwurf hat \(6 \cdot 6 = 36\) gleichwahrscheinliche Elementarereignisse. - Für \(E_1\) (Primzahlen: 2, 3, 5, 7, 11) ergeben sich folgende Paare: (1,1), (1,2), (2,1), (1,4), (2,3), (3,2), (4,1), (1,6), (2,5), (3,4), (4,3), (5,2), (6,1), (5,6), (6,5). Das sind 15 günstige Ergebnisse. \(P(E_1) = \frac{15}{36} = \frac{5}{12} \approx 0{,}4167\). - Für \(E_2\) (Produkt durch 4 teilbar) sind günstig: (1,4), (2,2), (2,4), (2,6), (3,4), (4,1), (4,2), (4,3), (4,4), (4,5), (4,6), (5,4), (6,2), (6,4), (6,6). Das sind 15 günstige Ergebnisse. \(P(E_2) = \frac{15}{36} = \frac{5}{12} \approx 0{,}4167\). 2. Die Aussage ist falsch. Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle betrachteten Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen. Während die 36 Paare von Augenzahlen (z. B. (1,2) und (3,3)) gleichwahrscheinlich sind, gilt dies nicht für die daraus resultierenden Summen. So gibt es für die Summe 7 sechs günstige Paare, für die Summe 2 jedoch nur eines. Die Summen sind daher keine Laplace-Ereignisse bezüglich der Ergebnismenge \(\{2, 3, \dots, 12\}\).

Antwort

1. \(P(E_1) = \frac{5}{12}\); \(P(E_2) = \frac{5}{12}\) 2. Die Aussage ist falsch, da die verschiedenen Augensummen nicht gleichwahrscheinlich sind (die 36 Elementarereignisse des Wurfs hingegen schon).
43086812
Zwei faire achtseitige Würfel (Oktaeder mit den Zahlen 1 bis 8) werden gleichzeitig geworfen. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Betrag der Differenz der beiden Augenzahlen genau 2 beträgt. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eine der beiden geworfenen Zahlen eine 7 oder eine 8 ist. 3. In einer computergestützten Simulation wurde dieses Experiment \(10\,000\)-mal durchgeführt. Dabei trat das Ereignis aus Aufgabenteil 2 insgesamt \(4120\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit.

Denkanstöße

- Erstelle eine Tabelle oder eine Liste, um die günstigen Paare für die Differenz zu finden. - Bei „mindestens“-Aufgaben ist es oft einfacher, das Gegenteil zu berechnen. - Was bedeutet „relative Häufigkeit“ im Vergleich zur theoretischen Wahrscheinlichkeit? - Bedenke, dass bei Zufallsexperimenten die beobachteten Werte selten exakt die theoretischen Werte treffen.

Lösung

1. Die Gesamtzahl der gleichwahrscheinlichen Ergebnisse beträgt \(8 \cdot 8 = 64\). Günstige Ergebnisse für eine Differenz von 2 sind: (1,3), (2,4), (3,5), (4,6), (5,7), (6,8) sowie die umgekehrten Paare (3,1), (4,2), (5,3), (6,4), (7,5), (8,6). Dies sind 12 Paare. \(P(\text{Diff}=2) = \frac{12}{64} = \frac{3}{16} = 0{,}1875\). 2. Das Gegenereignis ist „keine 7 und keine 8“, also beide Zahlen aus \(\{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\). Dafür gibt es \(6 \cdot 6 = 36\) Möglichkeiten. Die Anzahl der günstigen Ergebnisse für das Ereignis selbst ist \(64 - 36 = 28\). \(P(\text{mind. eine 7 oder 8}) = \frac{28}{64} = \frac{7}{16} = 0{,}4375\). 3. Die relative Häufigkeit beträgt \(h = \frac{4120}{10\,000} = 0{,}412\). Der theoretische Wert liegt bei \(0{,}4375\). Die Abweichung beträgt \(0{,}4375 - 0{,}412 = 0{,}0255\), also \(2{,}55\) Prozentpunkte. Für \(10\,000\) Versuche ist diese Abweichung auffällig groß; die Simulation oder das zugrunde gelegte Modell sollte überprüft werden.

Antwort

1. \(P = \frac{3}{16} = 0{,}1875\) 2. \(P = \frac{7}{16} = 0{,}4375\) 3. Relative Häufigkeit: \(0{,}412\). Die Abweichung zum theoretischen Wert (\(0{,}4375\)) ist für \(10\,000\) Versuche auffällig groß; Simulation und Modell sollten überprüft werden.
43086912
In einer Umfrage unter \(500\) Personen wurde das Freizeitverhalten untersucht. Dabei gaben \(42\,\%\) der Befragten an, regelmäßig Sport zu treiben (\(S\)), während \(35\,\%\) regelmäßig Bücher lesen (\(L\)). Die relative Häufigkeit der Personen, die keiner dieser beiden Tätigkeiten nachgehen, liegt bei \(0{,}38\). Eine der befragten Personen wird zufällig ausgewählt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit \(P(S \cap L)\), dass die Person sowohl Sport treibt als auch Bücher liest. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die Person zwar Bücher liest, aber keinen Sport treibt.

Denkanstöße

- Was sagt dir die Information über die Personen, die „keiner der beiden Tätigkeiten“ nachgehen, über die Vereinigung der beiden Ereignisse? - Kennst du eine Formel, die die Wahrscheinlichkeiten der Einzelereignisse, ihrer Vereinigung und ihrer Schnittmenge miteinander verknüpft? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten „Liest Bücher“ und „Liest Bücher und treibt Sport“ mit „Liest Bücher, aber treibt keinen Sport“ zusammen? - Vielleicht hilft es dir, die Anteile in einem Venn-Diagramm oder einer Vierfeldertafel darzustellen.

Lösung

1. Bestimmung der Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von mindestens einem der beiden Ereignisse über das Gegenereignis: \(P(S \cup L) = 1 - P(\overline{S} \cap \overline{L}) = 1 - 0{,}38 = 0{,}62\). 2. Anwendung des Additionssatzes für Wahrscheinlichkeiten: \(P(S \cup L) = P(S) + P(L) - P(S \cap L)\). 3. Umstellen nach der gesuchten Schnittmenge für Aufgabenteil a): \(P(S \cap L) = P(S) + P(L) - P(S \cup L) = 0{,}42 + 0{,}35 - 0{,}62 = 0{,}15\). 4. Berechnung der Differenzmenge für Aufgabenteil b): \(P(L \cap \overline{S}) = P(L) - P(S \cap L) = 0{,}35 - 0{,}15 = 0{,}20\).

Antwort

a) \(P(S \cap L) = 0{,}15\) (oder \(15\,\%\)) b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(0{,}20\) (oder \(20\,\%\)).
43087112
In einer Lostrommel befinden sich \(100\) Lose mit den Nummern \(1\) bis \(100\). Ein Los wird zufällig gezogen. Es werden die folgenden Ereignisse betrachtet: \(A\): Die gezogene Zahl ist durch \(5\) teilbar. \(B\): Die gezogene Zahl ist durch \(8\) teilbar. \(C\): Die gezogene Zahl ist durch \(20\) teilbar. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\). Berechne anschließend die Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse \(A \cup B\) („Die Zahl ist durch \(5\) oder durch \(8\) teilbar“) und \(A \cap C\) („Die Zahl ist durch \(5\) und durch \(20\) teilbar“).

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Zahlen zwischen 1 und 100 die jeweilige Bedingung erfüllen. - Was bedeutet das Wort „oder“ in der Mengenlehre für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit? - Gibt es Zahlen, die in beiden Mengen gleichzeitig vorkommen? - Wie hängen die Bedingungen „durch 5 teilbar“ und „durch 20 teilbar“ logisch zusammen?

Lösung

1. Bestimmung der Mächtigkeiten der Ereignisse im Ergebnisraum \(S = \{1, 2, \dots, 100\}\): \(|A| = \lfloor 100 : 5 \rfloor = 20\) \(|B| = \lfloor 100 : 8 \rfloor = 12\) \(|C| = \lfloor 100 : 20 \rfloor = 5\) 2. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten (Laplace-Experiment): \(P(A) = \frac{20}{100} = 0{,}2\) \(P(B) = \frac{12}{100} = 0{,}12\) \(P(C) = \frac{5}{100} = 0{,}05\) 3. Schnittmenge \(A \cap B\): Zahlen, die durch \(\text{kgV}(5, 8) = 40\) teilbar sind: \(\{40, 80\}\). Somit \(|A \cap B| = 2\). 4. Additionssatz für \(P(A \cup B)\): \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}2 + 0{,}12 - \frac{2}{100} = 0{,}32 - 0{,}02 = 0{,}3\) 5. Schnittmenge \(A \cap C\): Da jede durch \(20\) teilbare Zahl auch durch \(5\) teilbar ist, gilt \(C \subset A\), also \(A \cap C = C\). \(P(A \cap C) = P(C) = 0{,}05\)

Antwort

\(P(A) = 0{,}2\); \(P(B) = 0{,}12\); \(P(C) = 0{,}05\); \(P(A \cup B) = 0{,}3\); \(P(A \cap C) = 0{,}05\)
43087312
In einer Umfrage unter Jugendlichen gaben \(75\,\%\) der Befragten an, regelmäßig einen Video-Streaming-Dienst zu nutzen. \(65\,\%\) der Befragten gaben an, ein Abonnement für eine Musik-App zu besitzen. Ein Jugendlicher aus dieser Gruppe wird zufällig ausgewählt. Bestimme, wie groß die Wahrscheinlichkeit dafür sein kann, dass dieser Jugendliche (1) beide Dienste nutzt, mindestens bzw. höchstens sein kann. (2) mindestens einen der beiden Dienste nutzt, mindestens bzw. höchstens sein kann.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie die beiden Gruppen im Extremfall zueinander liegen könnten: Könnte eine Gruppe komplett in der anderen enthalten sein? - Was ist der kleinstmögliche gemeinsame Bereich, wenn die Gruppen so weit wie möglich „auseinandergeschoben“ werden? - Bedenke, dass die Gesamtwahrscheinlichkeit aller Möglichkeiten niemals \(100\,\%\) überschreiten darf. - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten für „A oder B“ und „A und B“ mathematisch zusammen?

Lösung

1. Definition der Ereignisse: \(S\) für Streaming-Dienst mit \(P(S) = 0{,}75\) und \(M\) für Musik-App mit \(P(M) = 0{,}65\). 2. Für die Schnittmenge \(P(S \cap M)\) gilt: Die maximale Wahrscheinlichkeit tritt ein, wenn das kleinere Ereignis eine Teilmenge des größeren ist, also \(P(S \cap M)_{\text{max}} = \min(0{,}75; 0{,}65) = 0{,}65\). Die minimale Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus der Bedingung \(P(S \cup M) \le 1\), woraus folgt \(P(S \cap M) \ge P(S) + P(M) - 1\). Somit ist \(P(S \cap M)_{\text{min}} = 0{,}75 + 0{,}65 - 1 = 0{,}40\). 3. Für die Vereinigungsmenge \(P(S \cup M)\) gilt die Formel \(P(S \cup M) = P(S) + P(M) - P(S \cap M)\). Die minimale Wahrscheinlichkeit für die Vereinigung tritt beim maximalen Schnitt auf: \(0{,}75 + 0{,}65 - 0{,}65 = 0{,}75\). Die maximale Wahrscheinlichkeit für die Vereinigung tritt beim minimalen Schnitt auf: \(0{,}75 + 0{,}65 - 0{,}40 = 1{,}00\).

Antwort

(1) Die Wahrscheinlichkeit für beide Dienste ist mindestens \(40\,\%\) und höchstens \(65\,\%\). (2) Die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Dienst ist mindestens \(75\,\%\) und höchstens \(100\,\%\).
43087712
Ein elektronisches Zahlenschloss wird durch eine vierstellige Kombination (Ziffern \(0\) bis \(9\)) gesichert. Es werden zwei verschiedene Verfahren zur zufälligen Generierung eines neuen Sicherheitscodes verglichen: Verfahren A: Jede der vier Stellen wird nacheinander durch einen Zufallsgenerator bestimmt, wobei jede Ziffer von \(0\) bis \(9\) bei jedem Schritt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ausgewählt werden kann. Verfahren B: In einer Urne befinden sich \(40\) Kugeln, wobei jede der Ziffern \(0\) bis \(9\) genau viermal vorkommt. Es werden nacheinander vier Kugeln ohne Zurücklegen gezogen, um den Code zu bilden. 1. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit, dass die Kombination „\(7777\)“ generiert wird. 2. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit für die Kombination „\(1234\)“. 3. Begründe unter Verwendung der Begriffe „stochastische Unabhängigkeit“ und „Ziehen mit/ohne Zurücklegen“, warum Verfahren B kein exaktes Modell für die Funktionsweise von Verfahren A ist.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele Möglichkeiten es für jede Stelle gibt und ob sich diese Anzahl während des Vorgangs ändert. - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit, wenn eine Kugel aus der Urne entfernt wird? - Vergleiche die Wahrscheinlichkeiten für eine Kombination mit gleichen Ziffern und eine mit verschiedenen Ziffern in beiden Modellen.

Lösung

1. Bei Verfahren A (Ziehen mit Zurücklegen/unabhängige Stufen) ist die Wahrscheinlichkeit für jede Ziffer konstant \(P(z) = \frac{1}{10}\). Damit gilt \(P_A(7777) = (\frac{1}{10})^4 = 0{,}0001\). Bei Verfahren B (Ziehen ohne Zurücklegen) verringert sich die Anzahl der verfügbaren Kugeln einer Ziffer: \(P_B(7777) = \frac{4}{40} \cdot \frac{3}{39} \cdot \frac{2}{38} \cdot \frac{1}{37} = \frac{24}{2\,193\,360} \approx 0{,}0000109\). 2. Bei Verfahren A bleibt die Wahrscheinlichkeit gleich: \(P_A(1234) = (\frac{1}{10})^4 = 0{,}0001\). Bei Verfahren B sind für jede der vier verschiedenen Ziffern anfangs \(4\) Kugeln vorhanden: \(P_B(1234) = \frac{4}{40} \cdot \frac{4}{39} \cdot \frac{4}{38} \cdot \frac{4}{37} = \frac{256}{2\,193\,360} \approx 0{,}0001167\). 3. Verfahren A beschreibt ein Experiment mit unabhängigen Stufen (Ziehen mit Zurücklegen), bei dem das Ergebnis einer Stelle keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeiten der nächsten Stelle hat. Verfahren B ist ein Ziehen ohne Zurücklegen; hier besteht eine stochastische Abhängigkeit, da entnommene Ziffern die Wahrscheinlichkeitsverteilung für die folgenden Züge verändern. Dies führt dazu, dass bei Verfahren B Kombinationen mit unterschiedlichen Ziffern wahrscheinlicher sind als solche mit identischen Ziffern, während bei Verfahren A alle Kombinationen gleichwahrscheinlich sind.

Antwort

1. \(P_A(7777) = 0{,}0001\); \(P_B(7777) \approx 0{,}0000109\) 2. \(P_A(1234) = 0{,}0001\); \(P_B(1234) \approx 0{,}0001167\) 3. In Verfahren B sind die Stufen stochastisch abhängig (Ziehen ohne Zurücklegen), während sie in Verfahren A unabhängig sind (entspricht Ziehen mit Zurücklegen). Dadurch sind die Wahrscheinlichkeiten für einzelne Kombinationen in B nicht mehr alle gleich.
43087812
In einem Lager befinden sich \(500\) elektronische Bauteile, von denen \(10\) defekt sind. Ein Techniker entnimmt für eine Prüfung nacheinander zwei Bauteile. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, unter der Annahme, dass das erste Teil nach der Prüfung wieder zurückgelegt wird (Modell 1). 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, wenn das erste Teil nicht zurückgelegt wird (Modell 2). 3. Untersuche die stochastische Unabhängigkeit der Ereignisse \(E_1\): „Das erste Teil ist defekt“ und \(E_2\): „Das zweite Teil ist defekt“ für Modell 2. 4. Beurteile, ob Modell 1 in diesem Fall eine brauchbare Näherung für Modell 2 darstellt.

Denkanstöße

- Denke an den Unterschied zwischen der Pfadregel bei einem Baumdiagramm mit und ohne Zurücklegen. - Wie ist stochastische Unabhängigkeit mathematisch definiert? Prüfe, ob \(P(A \cap B) = P(A) \cdot P(B)\) gilt. - Wann ändert sich die Zusammensetzung einer Grundgesamtheit durch eine Entnahme kaum noch?

Lösung

1. Modell 1 (mit Zurücklegen): Die Wahrscheinlichkeit für ein defektes Teil ist \(p = \frac{10}{500} = 0{,}02\). Da die Züge unabhängig sind, gilt \(P(\text{beide defekt}) = 0{,}02 \cdot 0{,}02 = 0{,}0004\). 2. Modell 2 (ohne Zurücklegen): \(P(\text{beide defekt}) = \frac{10}{500} \cdot \frac{9}{499} = \frac{90}{249\,500} \approx 0{,}0003607\). 3. In Modell 2 gilt \(P(E_1) = \frac{10}{500} = 0{,}02\). Die totale Wahrscheinlichkeit für \(E_2\) ist \(P(E_2) = P(E_2|E_1)P(E_1) + P(E_2|\bar{E_1})P(\bar{E_1}) = \frac{9}{499} \cdot \frac{10}{500} + \frac{10}{499} \cdot \frac{490}{500} = \frac{4990}{249\,500} = 0{,}02\). Da jedoch \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{90}{249\,500} \approx 0{,}00036\) ungleich \(P(E_1) \cdot P(E_2) = 0{,}0004\) ist, sind die Ereignisse stochastisch abhängig. 4. Da der Stichprobenumfang (\(n=2\)) sehr klein im Verhältnis zur Grundgesamtheit (\(N=500\)) ist, ändern sich die Wahrscheinlichkeiten beim Ziehen ohne Zurücklegen nur minimal. Modell 1 ist daher eine gute Näherung für Modell 2, auch wenn die exakten Werte leicht differieren.

Antwort

1. \(P \approx 0{,}0004\) 2. \(P \approx 0{,}000361\) 3. Die Ereignisse sind stochastisch abhängig, da \(P(E_1 \cap E_2) \neq P(E_1) \cdot P(E_2)\). 4. Ja, Modell 1 ist eine brauchbare Näherung, da die Grundgesamtheit im Vergleich zur Stichprobe sehr groß ist.
43088112
Ein Unternehmen prüft elektronische Bauteile auf Defekte. Bei einem tatsächlich defekten Bauteil schlägt ein automatischer Test mit einer Wahrscheinlichkeit von \(92\,\%\) an. Zur Sicherheit werden zwei solche Tests unabhängig voneinander durchgeführt. - Schlagen beide Tests an, wird das Bauteil sofort als Ausschuss sortiert. - Schlägt genau einer der beiden Tests an, wird eine manuelle Nachprüfung durch einen Experten durchgeführt. - Schlagen beide Tests nicht an, wird das Bauteil als fehlerfrei eingestuft. Die manuelle Nachprüfung erkennt einen Defekt bei einem betroffenen Bauteil mit einer Wahrscheinlichkeit von \(96\,\%\). Berechne für ein tatsächlich defektes Bauteil die Wahrscheinlichkeit, dass: (1) es sofort als Ausschuss klassifiziert wird; (2) der Defekt durch beide automatischen Tests nicht erkannt wird; (3) eine manuelle Nachprüfung erforderlich wird; (4) der Defekt erst in der manuellen Nachprüfung entdeckt wird; (5) das Bauteil insgesamt als defekt erkannt wird.

Denkanstöße

- Stelle dir den Ablauf als mehrstufiges Zufallsexperiment vor. - Ein Baumdiagramm kann dir helfen, die verschiedenen Pfade und deren Wahrscheinlichkeiten zu visualisieren. - Achte darauf, wann Ereignisse nacheinander eintreten müssen (Multiplikationsregel) und wann es verschiedene Wege zum Ziel gibt (Additionsregel). - Was bedeutet „genau einer der beiden Tests“ für die Pfade im Baumdiagramm? - Überlege für die letzte Teilaufgabe, welche der vorherigen Ergebnisse kombiniert werden müssen.

Lösung

Die Wahrscheinlichkeit für ein positives Testergebnis bei einem Defekt beträgt \(p = 0{,}92\), für ein negatives Ergebnis \(q = 1 - 0{,}92 = 0{,}08\). Die Wahrscheinlichkeit der manuellen Erkennung ist \(p_m = 0{,}96\). 1. Sofortiger Ausschuss tritt ein, wenn beide Tests positiv sind: \(P(\text{pos, pos}) = 0{,}92 \cdot 0{,}92 = 0{,}8464\). 2. Keine Erkennung durch beide Tests bedeutet zwei negative Ergebnisse: \(P(\text{neg, neg}) = 0{,}08 \cdot 0{,}08 = 0{,}0064\). 3. Eine Nachprüfung erfolgt bei genau einem positiven Ergebnis: \(P(\text{pos, neg}) + P(\text{neg, pos}) = 2 \cdot 0{,}92 \cdot 0{,}08 = 0{,}1472\). 4. Entdeckung in der Nachprüfung setzt voraus, dass diese stattfindet und dort positiv verläuft: \(0{,}1472 \cdot 0{,}96 = 0{,}141312\). 5. Die Gesamtwahrscheinlichkeit der Erkennung ist die Summe aus sofortigem Ausschuss und Entdeckung in der Nachprüfung: \(0{,}8464 + 0{,}141312 = 0{,}987712\).

Antwort

(1) \(0{,}8464\) (oder \(84{,}64\,\%\)) (2) \(0{,}0064\) (oder \(0{,}64\,\%\)) (3) \(0{,}1472\) (oder \(14{,}72\,\%\)) (4) \(0{,}141312\) (oder ca. \(14{,}13\,\%\)) (5) \(0{,}987712\) (oder ca. \(98{,}77\,\%\))
43088212
Ein Alarmsystem zur Überwachung eines Geländes besteht aus zwei identischen Sensoren, die unabhängig voneinander auf unbefugtes Betreten reagieren. Die Erkennungswahrscheinlichkeit jedes Sensors liegt bei \(88\,\%\). - Reagieren beide Sensoren gleichzeitig, wird sofort ein Hauptalarm ausgelöst. - Reagiert nur einer der beiden Sensoren, wird das Signal an eine Sicherheitszentrale weitergeleitet, die eine zusätzliche Videoüberprüfung einleitet. - Reagiert kein Sensor, bleibt das System stumm. Die Videoüberprüfung durch das Personal erkennt ein Eindringen mit einer Wahrscheinlichkeit von \(95\,\%\). Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem tatsächlichen Eindringen: (1) sofort der Hauptalarm ausgelöst wird? (2) das Alarmsystem überhaupt nicht reagiert? (3) eine zusätzliche Videoüberprüfung eingeleitet wird? (4) das Eindringen erst durch die Videoüberprüfung bestätigt wird? (5) das Eindringen insgesamt (entweder sofort oder durch die Videoüberprüfung) erkannt wird?

Denkanstöße

- Notiere dir zuerst die Wahrscheinlichkeiten für „Sensor reagiert“ und „Sensor reagiert nicht“. - Skizziere die möglichen Verläufe in einem Baumdiagramm. Die erste Stufe sind die beiden Sensoren, die zweite Stufe (falls nötig) die Videoüberprüfung. - Wie viele Möglichkeiten gibt es, dass genau ein Sensor reagiert? Berücksichtige beide Kombinationen. - Für die Gesamtwahrscheinlichkeit musst du alle Pfade addieren, die zu einer erfolgreichen Erkennung führen.

Lösung

Sei \(p = 0{,}88\) die Wahrscheinlichkeit einer Sensordetektion und \(p_v = 0{,}95\) die der Videoerkennung. 1. Hauptalarm bei zwei Detektionen: \(P(A) = 0{,}88^2 = 0{,}7744\). 2. Keine Reaktion bei zwei Nicht-Detektionen: \(P(B) = (1 - 0{,}88)^2 = 0{,}12^2 = 0{,}0144\). 3. Videoüberprüfung bei genau einer Detektion: \(P(C) = 2 \cdot 0{,}88 \cdot 0{,}12 = 0{,}2112\). 4. Erkennung nur via Video: \(P(D) = P(C) \cdot p_v = 0{,}2112 \cdot 0{,}95 = 0{,}20064\). 5. Gesamterkennungswahrscheinlichkeit: \(P(A) + P(D) = 0{,}7744 + 0{,}20064 = 0{,}97504\). Alternativ über das Gegenereignis (keine Reaktion oder Videoüberprüfung schlägt fehl): \(1 - (0{,}0144 + 0{,}2112 \cdot 0{,}05) = 0{,}97504\).

Antwort

(1) \(0{,}7744\) (oder \(77{,}44\,\%\)) (2) \(0{,}0144\) (oder \(1{,}44\,\%\)) (3) \(0{,}2112\) (oder \(21{,}12\,\%\)) (4) \(0{,}20064\) (oder ca. \(20{,}06\,\%\)) (5) \(0{,}97504\) (oder ca. \(97{,}50\,\%\))
43092012
Betrachte das Werfen eines idealen Tetraederwürfels, dessen vier Seiten mit den Zahlen 1, 2, 3 und 4 beschriftet sind. Der Würfel wird zweimal nacheinander geworfen. a) Erstelle die Ergebnismenge \(S_A\), die alle möglichen Paare der Augenzahlen enthält. Gib die Mächtigkeit von \(S_A\) an und begründe kurz, warum man hier von einem Laplace-Experiment ausgehen kann. b) Erstelle eine alternative Ergebnismenge \(S_B\), welche die Summe der beiden Augenzahlen betrachtet. Bestimme für jedes Ergebnis in \(S_B\) die Wahrscheinlichkeit. c) Untersuche, ob die Wahrscheinlichkeiten aus Teilaufgabe b) die Axiome von Kolmogorow für eine Wahrscheinlichkeitsverteilung erfüllen. d) Erläutere allgemein den Vorteil, ein Experiment zunächst über eine Laplace-Ergebnismenge (wie \(S_A\)) zu beschreiben, auch wenn man sich eigentlich nur für die Summe interessiert.

Denkanstöße

- Ein Tetraederwürfel hat 4 gleichberechtigte Flächen. Wie viele Kombinationen gibt es bei zwei Würfen? - Erstelle am besten eine kleine Tabelle oder ein Baumdiagramm, um alle Paare und deren Summen übersichtlich darzustellen. - Erinnere dich an die Axiome von Kolmogorow: Welche Bedingungen betreffen Nichtnegativität und Normierung, und wie lässt sich die Additivität für disjunkte Ereignisse aus den Einzelwahrscheinlichkeiten begründen? - Warum ist es einfacher zu rechnen, wenn jedes Element in der Menge die gleiche Chance hat?

Lösung

1. Aufstellen von \(S_A = \{(1,1), (1,2), \dots, (4,4)\}\). Die Mächtigkeit beträgt \(|S_A| = 4^2 = 16\). Da der Würfel ideal ist und die Würfe unabhängig sind, ist jedes Paar gleichwahrscheinlich (\(P = \frac{1}{16}\)), was die Laplace-Annahme rechtfertigt. 2. Bestimmung von \(S_B = \{2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\). Durch Abzählen der günstigen Paare aus \(S_A\) ergeben sich: \(P(2) = \frac{1}{16}\); \(P(3) = \frac{2}{16}\); \(P(4) = \frac{3}{16}\); \(P(5) = \frac{4}{16}\); \(P(6) = \frac{3}{16}\); \(P(7) = \frac{2}{16}\); \(P(8) = \frac{1}{16}\). 3. Prüfung der Axiome: Alle \(P(i) \ge 0\) sind erfüllt. Die Summe der Wahrscheinlichkeiten ist \(\frac{1+2+3+4+3+2+1}{16} = \frac{16}{16} = 1\). Definiert man für jedes Ereignis \(E \subseteq S_B\) die Wahrscheinlichkeit als Summe der zugehörigen Einzelwahrscheinlichkeiten, so gilt für disjunkte Ereignisse \(E\) und \(F\) außerdem \(P(E \cup F)=P(E)+P(F)\). Damit sind Nichtnegativität, Normiertheit und Additivität erfüllt. 4. Vorteil: Eine Laplace-Ergebnismenge erlaubt die einfache Berechnung von Wahrscheinlichkeiten komplexerer Ereignisse durch bloßes Abzählen („Anzahl günstiger durch Anzahl möglicher Ergebnisse“), während in nicht-Laplace-Räumen wie \(S_B\) die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Elemente erst mühsam hergeleitet werden müssen.

Antwort

a) \(S_A = \{(1,1), (1,2), (1,3), (1,4), (2,1), \dots, (4,4)\}\); \(|S_A| = 16\). Laplace, da alle Paare bei einem idealen Würfel gleichwahrscheinlich sind. b) \(S_B = \{2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\) mit \(P(2)=\frac{1}{16}\), \(P(3)=\frac{2}{16}\), \(P(4)=\frac{3}{16}\), \(P(5)=\frac{4}{16}\), \(P(6)=\frac{3}{16}\), \(P(7)=\frac{2}{16}\), \(P(8)=\frac{1}{16}\). c) Ja. Die Einzelwahrscheinlichkeiten sind nichtnegativ und summieren sich zu \(1\); Ereigniswahrscheinlichkeiten werden als Summen der Einzelwahrscheinlichkeiten definiert und sind für disjunkte Ereignisse additiv. d) In Laplace-Räumen können Wahrscheinlichkeiten durch einfaches Abzählen bestimmt werden.
43092412
An einem Glücksrad gibt es \(24\) exakt gleich große Felder. Die Felder sind wie folgt beschriftet: - \(10\) Felder mit „Kleingewinn“ - \(2\) Felder mit „Hauptgewinn“ - \(8\) Felder mit „Trostpreis“ - \(4\) Felder mit „Niete“ Zusätzlich sind die Felder farbig gestaltet: Beide Hauptgewinne und \(4\) der Kleingewinne sind goldfarben hinterlegt. Alle Trostpreise sind silberfarben. Alle übrigen Felder sind weiß. Das Rad wird einmal gedreht. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, einen Gewinn (Haupt-, Klein- oder Trostpreis) zu erzielen. b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad bei einem goldfarbenen Feld stehen bleibt? c) Mit welcher Wahrscheinlichkeit erhält man weder eine Niete noch einen Hauptgewinn? d) Begründe kurz, warum in diesem Fall der Laplace-Ansatz zur Berechnung der Wahrscheinlichkeiten verwendet werden darf.

Denkanstöße

- Wie viele Felder gibt es insgesamt und was wissen wir über ihre Größe? - Zähle für jede Teilaufgabe genau die Anzahl der Felder ab, die die Bedingung erfüllen. - Achte bei Teilaufgabe b) darauf, alle Felder zu zählen, die die Farbe Gold haben, unabhängig von ihrer Beschriftung. - Was ist die Voraussetzung dafür, dass man die Formel „Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Ergebnisse“ nutzen darf?

Lösung

1. Festlegung des Ergebnisraums: Da alle Felder gleich groß sind, beträgt die Gesamtzahl der gleich wahrscheinlichen Elementarereignisse \(|\Omega| = 24\). 2. Lösung zu a): Die Anzahl der Gewinnfelder ist \(10 + 2 + 8 = 20\). Damit gilt \(P(\text{Gewinn}) = \frac{20}{24} = \frac{5}{6} \approx 0{,}8333\). 3. Lösung zu b): Die Anzahl der goldfarbenen Felder ist \(2\) (Hauptgewinn) \(+ 4\) (Kleingewinn) \(= 6\). Damit gilt \(P(\text{gold}) = \frac{6}{24} = \frac{1}{4} = 0{,}25\). 4. Lösung zu c): Die Anzahl der Felder, die weder Niete (\(4\)) noch Hauptgewinn (\(2\)) sind, beträgt \(24 - 4 - 2 = 18\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{18}{24} = \frac{3}{4} = 0{,}75\). 5. Lösung zu d): Der Laplace-Ansatz ist zulässig, weil alle Elementarereignisse (das Stehenbleiben auf einem der \(24\) Felder) aufgrund der gleichen Größe der Felder und der Symmetrie des Rades als gleich wahrscheinlich angenommen werden können.

Antwort

a) \(P = \frac{5}{6} \approx 0{,}8333\) b) \(P = 0{,}25\) c) \(P = 0{,}75\) d) Der Laplace-Ansatz ist zulässig, da alle \(24\) Felder gleich groß sind und somit die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit besitzen.
43092512
Zwei ideale 12-seitige Würfel, deren Seiten von \(1\) bis \(12\) durchnummeriert sind, werden gleichzeitig geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit für die folgenden Ereignisse: 1. Die Summe der beiden Augenzahlen ist genau \(15\). 2. Das Produkt der beiden Augenzahlen ist eine Quadratzahl. 3. Die Differenz der Augenzahlen (größere minus kleinere Zahl) beträgt mindestens \(10\). 4. Die Summe der beiden Augenzahlen ist eine Primzahl.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Kombinationsmöglichkeiten es insgesamt gibt, wenn man zwei 12-seitige Würfel wirft. - Für die Summe oder Differenz kann es hilfreich sein, die Möglichkeiten systematisch aufzulisten, zum Beispiel indem du mit der kleinstmöglichen Zahl auf dem ersten Würfel beginnst. - Denk daran, dass bei einem Produkt als Quadratzahl auch Kombinationen wie \(1 \cdot 4\) oder \(2 \cdot 8\) zählen. - Erinnere dich daran, welche Zahlen im Bereich von \(2\) bis \(24\) Primzahlen sind.

Lösung

1. Die Gesamtzahl der möglichen Ergebnisse bei zwei 12-seitigen Würfeln beträgt \(12 \cdot 12 = 144\). Für die Summe \(15\) gibt es die Paare \((3, 12), (4, 11), (5, 10), (6, 9), (7, 8), (8, 7), (9, 6), (10, 5), (11, 4), (12, 3)\). Dies sind \(10\) günstige Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{10}{144} = \frac{5}{72} \approx 0{,}0694\). 2. Günstige Paare \((x, y)\) mit \(x \cdot y = n^2\): \((1,1), (1,4), (1,9), (2,2), (2,8), (3,3), (3,12), (4,1), (4,4), (4,9), (5,5), (6,6), (7,7), (8,2), (8,8), (9,1), (9,4), (9,9), (10,10), (11,11), (12,3), (12,12)\). Es gibt \(22\) günstige Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{22}{144} = \frac{11}{72} \approx 0{,}1528\). 3. Günstige Ergebnisse für eine Differenz von mindestens \(10\): \((1, 11), (1, 12), (2, 12), (11, 1), (12, 1), (12, 2)\). Dies sind \(6\) günstige Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{6}{144} = \frac{1}{24} \approx 0{,}0417\). 4. Mögliche Primzahlen als Summe im Bereich \(2\) bis \(24\) sind \(2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 23\). Anzahl der Kombinationen: Summe 2 (1), Summe 3 (2), Summe 5 (4), Summe 7 (6), Summe 11 (10), Summe 13 (12), Summe 17 (8), Summe 19 (6), Summe 23 (2). Gesamtzahl günstiger Ergebnisse: \(1+2+4+6+10+12+8+6+2 = 51\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{51}{144} = \frac{17}{48} \approx 0{,}3542\).

Antwort

1. \(P \approx 0{,}0694\) (oder \(\frac{5}{72}\)) 2. \(P \approx 0{,}1528\) (oder \(\frac{11}{72}\)) 3. \(P \approx 0{,}0417\) (oder \(\frac{1}{24}\)) 4. \(P \approx 0{,}3542\) (oder \(\frac{17}{48}\))
43092712
Fünf Schülerinnen legen ihre identisch aussehenden Taschenrechner in eine Kiste. Nach der Pause nimmt sich jede blind einen Rechner heraus. a) Bestimme die theoretische Wahrscheinlichkeit nach Laplace für das Ereignis \(A\): „Niemand erhält den eigenen Taschenrechner zurück“. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(B\): „Genau zwei Schülerinnen erhalten ihren eigenen Taschenrechner“. c) In einer computergestützten Simulation mit \(10\,000\) Durchgängen trat das Ereignis \(A\) insgesamt \(3641\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit und beurteile die Qualität des Schätzwertes im Vergleich zum theoretischen Ergebnis.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Möglichkeiten es insgesamt gibt, die Gegenstände zu verteilen. - Für das Ereignis, dass niemand seinen eigenen Gegenstand bekommt, hilft es, alle Fälle auszuschließen, in denen mindestens eine Person richtig liegt. - Wie viele Möglichkeiten gibt es, zwei Personen auszuwählen, die ihren Rechner behalten? Was muss dann mit den restlichen drei Rechnern passieren? - Erinnere dich an das Gesetz der großen Zahlen, wenn du den Simulationswert beurteilst.

Lösung

1. Gesamtzahl der Permutationen bei \(n=5\) Rechnern berechnen: \(5! = 120\). 2. Anzahl der Derangements (Fixpunktfreie Permutationen) für \(n=5\) bestimmen: \(D_5 = 5! \cdot \left(\frac{1}{0!} - \frac{1}{1!} + \frac{1}{2!} - \frac{1}{3!} + \frac{1}{4!} - \frac{1}{5!}\right) = 120 \cdot \left(\frac{1}{2} - \frac{1}{6} + \frac{1}{24} - \frac{1}{120}\right) = 60 - 20 + 5 - 1 = 44\). 3. Wahrscheinlichkeit für Ereignis \(A\) berechnen: \(P(A) = \frac{44}{120} = \frac{11}{30} \approx 0{,}3667\). 4. Anzahl der Möglichkeiten für genau zwei Fixpunkte berechnen: Zuerst Auswahl der 2 Personen aus 5: \(\binom{5}{2} = 10\). Dann Anzahl der Derangements für die restlichen 3 Personen: \(D_3 = 3! \cdot \left(\frac{1}{2} - \frac{1}{6}\right) = 3 - 1 = 2\). Gesamtzahl günstiger Fälle: \(10 \cdot 2 = 20\). 5. Wahrscheinlichkeit für Ereignis \(B\) berechnen: \(P(B) = \frac{20}{120} = \frac{1}{6} \approx 0{,}1667\). 6. Relative Häufigkeit berechnen: \(h(A) = \frac{3641}{10\,000} = 0{,}3641\). 7. Vergleich: Die Abweichung zwischen \(h(A) = 0{,}3641\) und \(P(A) \approx 0{,}3667\) beträgt etwa \(0{,}0026\) (\(0{,}26\) Prozentpunkte). Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen ist dies ein sehr guter Schätzwert.

Antwort

a) \(P(A) = \frac{11}{30} \approx 0{,}3667\) b) \(P(B) = \frac{1}{6} \approx 0{,}1667\) c) \(h(A) = 0{,}3641\). Die Simulation liefert einen sehr genauen Schätzwert, da die relative Häufigkeit nur geringfügig (um ca. \(0{,}26\) Prozentpunkte) vom theoretischen Wert abweicht.
43092812
Ein Kellner serviert vier verschiedenen Gästen ihre Getränke (Cola, Fanta, Wasser, Saft), hat aber vergessen, wer was bestellt hat. Er stellt die Gläser zufällig vor die Gäste. a) Erstelle eine Liste aller möglichen Fälle (Permutationen), bei denen mindestens zwei Gäste das richtige Getränk erhalten. b) Berechne die theoretische Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens ein Gast sein bestelltes Getränk erhält. c) Begründe ohne Rechnung, warum die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Genau drei Gäste erhalten das richtige Getränk“ gleich \(0\) ist. d) Bei einer kleinen Versuchsreihe mit \(20\) Durchführungen erhielten in \(15\) Fällen mindestens ein Gast das richtige Getränk. Diskutiere, ob dieses Ergebnis den theoretischen Erwartungen widerspricht.

Denkanstöße

- Schreibe die Gäste als Positionen 1, 2, 3, 4 auf und notiere die Getränke als Zahlen. Ein „richtiger“ Platz bedeutet, dass die Zahl an ihrer eigenen Stelle steht. - Es ist oft einfacher, die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „niemand liegt richtig“ zu berechnen und diese von 1 abzuziehen. - Überlege dir, was passiert, wenn du fast alle Gegenstände bereits korrekt zugeordnet hast. Bleibt für den letzten Gegenstand überhaupt eine falsche Wahl? - Beachte den Unterschied zwischen einer kleinen Stichprobe und einer sehr großen Anzahl an Versuchen.

Lösung

1. Gesamtzahl der Permutationen für \(n=4\) berechnen: \(4! = 24\). 2. Fälle für mindestens zwei Fixpunkte (Gäste 1, 2, 3, 4): - Genau 2 richtig: \(\((1;2;4;3), (1;4;3;2), (1;3;2;4), (4;2;3;1), (3;2;1;4), (2;1;3;4)\)\) (6 Fälle). - Genau 4 richtig: \(\((1;2;3;4)\)\) (1 Fall). (Genau 3 richtig ist unmöglich). Gesamt: 7 Fälle. 3. Wahrscheinlichkeit für „mindestens einer richtig“ über das Gegenereignis „keiner richtig“ (Derangements für \(n=4\)): \(D_4 = 4! \cdot \left(\frac{1}{2} - \frac{1}{6} + \frac{1}{24}\right) = 12 - 4 + 1 = 9\). \(P(\text{keiner richtig}) = \frac{9}{24} = \frac{3}{8} = 0{,}375\). \(P(\text{mind. einer richtig}) = 1 - 0{,}375 = 0{,}625\). 4. Logische Begründung für 3 Fixpunkte: Wenn drei von vier Gästen das richtige Getränk haben, bleibt nur noch ein Getränk und ein Gast übrig. Da dieses letzte Getränk das einzige ist, das noch nicht verteilt wurde, muss es zwangsläufig zum vierten Gast gehören, der es bestellt hat. Somit sind dann automatisch alle vier richtig. 5. Empirische Analyse: Relative Häufigkeit \(h = \frac{15}{20} = 0{,}75\). Der theoretische Wert ist \(0{,}625\). Bei einer kleinen Stichprobe von nur \(n=20\) sind solche Abweichungen durch Zufallsschwankungen üblich; es liegt kein statistischer Widerspruch vor.

Antwort

a) Es gibt 7 Fälle: (1,2,4,3), (1,4,3,2), (1,3,2,4), (4,2,3,1), (3,2,1,4), (2,1,3,4) sowie (1,2,3,4). b) \(P(\text{mind. einer}) = 0{,}625\) (oder \(\frac{5}{8}\)). c) Wenn drei Gäste das richtige Getränk haben, muss auch der vierte Gast zwangsläufig das richtige (einzig verbleibende) Getränk haben. d) Die relative Häufigkeit beträgt \(0{,}75\). Dies weicht von der theoretischen Wahrscheinlichkeit \(0{,}625\) ab, ist aber aufgrund der geringen Probenzahl (\(n=20\)) im Rahmen der üblichen Zufallsschwankungen.
43092912
An einer großen Universität sind insgesamt \(24\,500\) Studierende eingeschrieben. Davon belegen \(8\,330\) Studierende ein MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Insgesamt sind \(12\,740\) der Studierenden weiblich. Unter den MINT-Studierenden befinden sich \(2\,499\) Frauen. Berechne für eine zufällig ausgewählte Person die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ereignisse: 1. Die Person studiert kein MINT-Fach. 2. Die Person ist männlich und studiert ein MINT-Fach. 3. Die Person ist weiblich und studiert kein MINT-Fach.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele Personen insgesamt in der Gruppe sind. - Hilft es dir, die Informationen in einer Tabelle (Vierfeldertafel) zu ordnen? - Achte darauf, ob nach einer kombinierten Eigenschaft (z. B. „männlich UND MINT“) oder einer einfachen Eigenschaft gefragt ist. - Wie hängen die Gesamtzahl der Frauen und die Anzahl der Frauen in MINT-Fächern zusammen?

Lösung

1. Berechnung der Anzahl der Nicht-MINT-Studierenden: \(24\,500 - 8\,330 = 16\,170\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(\text{kein MINT}) = \frac{16\,170}{24\,500} = 0{,}66\). 2. Berechnung der Anzahl der männlichen MINT-Studierenden: Von den \(8\,330\) MINT-Studierenden sind \(2\,499\) weiblich, also sind \(8\,330 - 2\,499 = 5\,831\) männlich. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(\text{männlich} \cap \text{MINT}) = \frac{5\,831}{24\,500} \approx 0{,}238\). 3. Berechnung der Anzahl der weiblichen Nicht-MINT-Studierenden: Von insgesamt \(12\,740\) Frauen studieren \(2\,499\) ein MINT-Fach. Somit studieren \(12\,740 - 2\,499 = 10\,241\) Frauen kein MINT-Fach. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(\text{weiblich} \cap \text{kein MINT}) = \frac{10\,241}{24\,500} \approx 0{,}418\).

Antwort

1. \(P \approx 0{,}66\) (oder \(\frac{16\,170}{24\,500}\)) 2. \(P \approx 0{,}238\) (oder \(\frac{5\,831}{24\,500}\)) 3. \(P \approx 0{,}418\) (oder \(\frac{10\,241}{24\,500}\))
43093112
Eine Gruppe von Jugendlichen vergleicht ihre Geburtsmonate. Um die Berechnungen zu vereinfachen, gehen wir davon aus, dass jeder der 12 Monate mit der gleichen Wahrscheinlichkeit von \(p = \frac{1}{12}\) auftritt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufällig zusammengestellten Gruppe von 4 Personen mindestens zwei Personen im gleichen Monat Geburtstag haben. b) Bestimme die kleinste Personenzahl \(n\), für die die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens zwei Personen im gleichen Monat Geburtstag haben, größer als \(50\,\%\) ist. c) Jemand bietet dir folgendes Spiel an: In einer Gruppe von 5 Personen wird nach Übereinstimmungen in den Geburtsmonaten gesucht. Gibt es mindestens eine Übereinstimmung, gewinnt dein Gegenüber \(5\,\text{€}\) von dir. Gibt es keine Übereinstimmung, gewinnst du \(5\,\text{€}\). Beurteile die Fairness dieses Spiels mithilfe einer Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Denkanstöße

- Betrachte das Ereignis, dass niemand den gleichen Monat hat. Wie viele Möglichkeiten gibt es dafür? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses über sein Gegenereignis? - Überlege dir Schritt für Schritt, wie viele Möglichkeiten die erste, zweite, dritte Person usw. hat, wenn sie einen noch nicht belegten Monat wählen soll. - Wann gilt ein Spiel mit festem Einsatz und Gewinn als fair?

Lösung

1. Berechnung für \(n=4\): Das Gegenereignis ist, dass alle 4 Personen in unterschiedlichen Monaten Geburtstag haben. Die Anzahl der Möglichkeiten für unterschiedliche Monate beträgt \(12 \cdot 11 \cdot 10 \cdot 9\). Die Gesamtzahl der Möglichkeiten ist \(12^4\). \(P(\text{alle verschieden}) = \frac{12 \cdot 11 \cdot 10 \cdot 9}{12^4} = \frac{11 \cdot 10 \cdot 9}{12^3} = \frac{990}{1728} \approx 0{,}5729\). Die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Übereinstimmung ist \(P(E) = 1 - 0{,}5729 = 0{,}4271\), also ca. \(42{,}7\,\%\). 2. Bestimmung von \(n\) für \(P > 0{,}5\): Für \(n=4\) ist \(P(E) \approx 0{,}4271\) (siehe oben). Für \(n=5\) gilt: \(P(\text{alle verschieden}) = \frac{12 \cdot 11 \cdot 10 \cdot 9 \cdot 8}{12^5} \approx 0{,}3819\). Daraus folgt \(P(E) = 1 - 0{,}3819 = 0{,}6181\). Da \(0{,}6181 > 0{,}5\), ist \(n=5\) die kleinste Personenzahl. 3. Beurteilung des Spiels: Bei 5 Personen beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit für das Gegenüber \(P \approx 0{,}6181\) und für dich \(1 - P \approx 0{,}3819\). Da die Wahrscheinlichkeiten bei gleichem Einsatz nicht \(0{,}5\) betragen, ist das Spiel unfair. Dein Erwartungswert pro Spiel beträgt \(E = -5 \cdot 0{,}6181 + 5 \cdot 0{,}3819 = -3{,}0905 + 1{,}9095 = -1{,}181\,\text{€}\). Du würdest auf lange Sicht also Geld verlieren.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(42{,}71\,\%\). b) Ab einer Gruppengröße von \(n=5\) Personen ist die Wahrscheinlichkeit größer als \(50\,\%\). c) Das Spiel ist unfair, da die Wahrscheinlichkeit für eine Übereinstimmung bei 5 Personen ca. \(61{,}81\,\%\) beträgt. Der Erwartungswert für dich ist negativ (ca. \(-1{,}18\,\text{€}\) pro Spiel).
43093412
Ein Rechenzentrum ist durch drei unabhängige Sicherheitssysteme gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Das erste System erkennt einen Angriffsversuch mit einer Wahrscheinlichkeit von \(90\,\%\). Das zweite System bietet eine Erkennungsrate von \(85\,\%\), und das dritte System identifiziert \(70\,\%\) der verbleibenden Bedrohungen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angriffsversuch alle drei Systeme unbemerkt passiert. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angriff von mindestens einem der Systeme entdeckt wird. c) Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, soll ein viertes System installiert werden. Wie hoch müsste dessen Erkennungsrate sein, damit die Gesamtwahrscheinlichkeit für das Entdecken eines Angriffs auf über \(99{,}9\,\%\) steigt?

Denkanstöße

- Was muss passieren, damit ein Angriff „unbemerkt“ bleibt? - Nutze die Eigenschaft von Gegenereignissen, um die Wahrscheinlichkeit für „mindestens einen“ Treffer zu berechnen. - Stelle für den dritten Aufgabenteil eine Ungleichung auf, die die neue Gesamtwahrscheinlichkeit beschreibt.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für das Nicht-Erkennen (Durchschlüpfen) pro System: System 1: \(P(\bar{E}_1) = 0{,}1\) System 2: \(P(\bar{E}_2) = 0{,}15\) System 3: \(P(\bar{E}_3) = 0{,}3\) 2. Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Systeme versagen: \(P(\text{unbemerkt}) = 0{,}1 \cdot 0{,}15 \cdot 0{,}3 = 0{,}0045\) 3. Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Entdeckung (Gegenereignis): \(P(\text{entdeckt}) = 1 - 0{,}0045 = 0{,}9955\) 4. Berechnung der benötigten Rate \(p_4\) für das vierte System: Die neue Durchlasswahrscheinlichkeit muss kleiner als \(1 - 0{,}999 = 0{,}001\) sein. \(0{,}0045 \cdot (1 - p_4) < 0{,}001\) \(1 - p_4 < \frac{0{,}001}{0{,}0045} \approx 0{,}2222\) \(p_4 > \frac{7}{9} \approx 0{,}7778\) Die Erkennungsrate muss also größer als \(\frac{7}{9}\) sein. Bei Angabe auf eine Dezimalstelle ist \(77{,}8\,\%\) die kleinste zulässige Rate.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit für einen unbemerkten Durchgang beträgt \(0{,}45\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit für eine Entdeckung beträgt \(99{,}55\,\%\). c) Das vierte System muss eine Erkennungsrate von mehr als \(\frac{7}{9} \approx 77{,}78\,\%\) aufweisen; auf eine Dezimalstelle ist \(77{,}8\,\%\) die kleinste zulässige Rate.
43093612
In einer Fabrik werden Bauteile an zwei Maschinen \(M_1\) und \(M_2\) hergestellt. Von \(4000\) untersuchten Bauteilen stammen \(2500\) von Maschine \(M_1\). Insgesamt wurden \(110\) defekte (\(D\)) Bauteile gefunden, wovon \(50\) an Maschine \(M_1\) produziert wurden. Alle anderen Bauteile sind einwandfrei (\(E\)). 1. Stelle die Daten in einer vollständig ausgefüllten Vierfeldertafel dar. 2. Ermittle die Wahrscheinlichkeiten für ein zweistufiges Baumdiagramm, das zuerst nach der Maschine und dann nach der Qualität der Bauteile verzweigt. 3. Ein defektes Bauteil wird zufällig aus der Menge aller defekten Teile ausgewählt. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass es von Maschine \(M_1\) stammt.

Denkanstöße

- Beginne damit, alle im Text genannten Zahlen in die entsprechenden Felder der Vierfeldertafel einzutragen (Zellen oder Summen). - Nutze die Eigenschaft, dass sich die Einzelzellen zu den Randsummen addieren müssen, um die restlichen Felder zu füllen. - Überlege dir bei der bedingten Wahrscheinlichkeit genau, welche Gruppe die Grundgesamtheit bildet (die „Bedingung“). - Für das Baumdiagramm teilst du die Häufigkeit eines Ereignisses durch die Summe der zugehörigen Stufe.

Lösung

1. Erstellung der Vierfeldertafel durch Verrechnung der absoluten Häufigkeiten: - \(n(M_1) = 2500\), daraus folgt \(n(M_2) = 4000 - 2500 = 1500\). - \(n(D) = 110\), daraus folgt \(n(E) = 4000 - 110 = 3890\). - \(n(M_1 \cap D) = 50\), daraus folgt \(n(M_1 \cap E) = 2500 - 50 = 2450\). - \(n(M_2 \cap D) = 110 - 50 = 60\), daraus folgt \(n(M_2 \cap E) = 1500 - 60 = 1440\). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für das Baumdiagramm (Stufe 1: \(M_1, M_2\); Stufe 2: \(D, E\)): - \(P(M_1) = \frac{2500}{4000} = 0{,}625\); \(P(M_2) = \frac{1500}{4000} = 0{,}375\) - Bedingte Wahrscheinlichkeiten: \(P_{M_1}(D) = \frac{50}{2500} = 0{,}02\); \(P_{M_1}(E) = 0{,}98\); \(P_{M_2}(D) = \frac{60}{1500} = 0{,}04\); \(P_{M_2}(E) = 0{,}96\) 3. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit \(P_D(M_1)\): - \(P_D(M_1) = \frac{n(M_1 \cap D)}{n(D)} = \frac{50}{110} = \frac{5}{11} \approx 0{,}4545\)

Antwort

1. Tabelle: \(M_1 \cap D = 50\), \(M_1 \cap E = 2450\), \(M_2 \cap D = 60\), \(M_2 \cap E = 1440\); Summen: \(M_1 = 2500\), \(M_2 = 1500\), \(D = 110\), \(E = 3890\), Gesamt = \(4000\). 2. Baumdiagramm: \(P(M_1) = 0{,}625\), \(P(M_2) = 0{,}375\); \(P_{M_1}(D) = 0{,}02\), \(P_{M_1}(E) = 0{,}98\); \(P_{M_2}(D) = 0{,}04\), \(P_{M_2}(E) = 0{,}96\). 3. Wahrscheinlichkeit: \(P_D(M_1) = \frac{5}{11} \approx 0{,}455\) (oder \(45{,}5\,\%\)).
43093712
Ein sechsseitiger Würfel wird in einer Versuchsreihe insgesamt \(1\,200\)-mal geworfen. Dabei wird festgestellt, dass die Augenzahl „6“ genau \(246\)-mal eintritt. a) Berechne die relative Häufigkeit für das Ergebnis „6“ und vergleiche diesen Wert mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit, die man unter der Laplace-Annahme erwarten würde. b) Beurteile unter Bezugnahme auf das Gesetz der großen Zahlen, ob es sich bei dem vorliegenden Würfel vermutlich um einen idealen (fairen) Würfel handelt. c) Gehe nun davon aus, dass die in der Stichprobe ermittelte relative Häufigkeit der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit \(p\) für das Werfen einer „6“ entspricht. Berechne die Wahrscheinlichkeit, bei drei aufeinanderfolgenden Würfen mindestens einmal die Augenzahl „6“ zu erhalten.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Was bedeutet die Laplace-Annahme für die Wahrscheinlichkeit jeder einzelnen Seite eines Würfels? - Was besagt das Gesetz der großen Zahlen über den Zusammenhang zwischen relativer Häufigkeit und theoretischer Wahrscheinlichkeit bei vielen Versuchen? - Welches Gegenereignis ist hilfreich, wenn nach „mindestens einem“ Erfolg gefragt wird?

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeit: \(h_n(6) = \frac{246}{1\,200} = 0{,}205\). 2. Vergleich mit der Laplace-Wahrscheinlichkeit: Bei einem idealen Würfel gilt \(P(6) = \frac{1}{6} \approx 0{,}1667\). Die beobachtete Häufigkeit \(0{,}205\) liegt deutlich über dem theoretischen Wert. 3. Beurteilung: Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sich die relativen Häufigkeiten bei steigender Versuchsanzahl um die wahre Wahrscheinlichkeit. Da bei \(1\,200\) Versuchen eine Abweichung von fast \(4\) Prozentpunkten vorliegt, ist die Laplace-Annahme (idealer Würfel) hier als unplausibel abzulehnen; der Würfel scheint gezinkt zu sein. 4. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für „mindestens eine 6“ bei \(n=3\) mit \(p = 0{,}205\): Nutzung des Komplementärereignisses „keine 6“. \(P(\text{mindestens eine 6}) = 1 - P(\text{keine 6})^3 = 1 - (1 - 0{,}205)^3 = 1 - 0{,}795^3 = 1 - 0{,}502444875 = 0{,}497555125\).

Antwort

a) Relative Häufigkeit: \(0{,}205\); Laplace-Wahrscheinlichkeit: \(\approx 0{,}1667\). b) Die Laplace-Annahme ist vermutlich nicht gerechtfertigt, da die Abweichung bei \(1\,200\) Würfen zu groß ist. c) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(49{,}76\,\%\) (exakt \(0{,}497555125\)).
43093912
In einer Marktstudie zur Verbreitung eines neuen Smartphone-Modells der Marke „TechX“ unter jungen Erwachsenen wurden zwei verschiedene Kurzmeldungen veröffentlicht. Meldung A: „Das Smartphone TechX erreicht einen Marktanteil von \(35\,\%\). Besonders beliebt ist es bei der jüngeren Generation (unter 30 Jahre): \(70\,\%\) aller TechX-Nutzer gehören dieser Altersgruppe an. Bei den Nutzern anderer Marken liegt der Anteil der unter 30-Jährigen hingegen nur bei \(40\,\%\).“ Meldung B: „Würden bei einer Umfrage zur Beliebtheit nur die 30-Jährigen und Älteren befragt, käme das TechX-Modell lediglich auf einen Anteil von etwa \(21{,}2\,\%\). In der Gruppe der unter 30-Jährigen, die \(50{,}5\,\%\) der Befragten ausmachen, erreicht TechX dagegen einen Wert von \(48{,}5\,\%\).“ Untersuche rechnerisch, ob die Angaben in Meldung B mit den Daten aus Meldung A konsistent sind.

Denkanstöße

- Welche Wahrscheinlichkeiten sind in Meldung A direkt gegeben und welche sind bedingt? - Wie kannst du aus den bedingten Wahrscheinlichkeiten in Meldung A die totale Wahrscheinlichkeit für die Altersgruppe berechnen? - Welche Formel hilft dir dabei, die Bedingung umzukehren, um die Aussagen in Meldung B zu prüfen? - Es ist hilfreich, ein Baumdiagramm zu skizzieren und die Pfadregeln anzuwenden.

Lösung

1. Definition der Ereignisse: \(T\): Nutzer verwendet TechX, \(J\): Nutzer ist unter 30 Jahre alt; \(\bar{J}\) bedeutet entsprechend „30 Jahre oder älter“. 2. Gegebene Werte aus Meldung A: \(P(T) = 0{,}35\), \(P(J|T) = 0{,}70\), \(P(J|\bar{T}) = 0{,}40\). 3. Berechnung des Anteils der unter 30-Jährigen (\(P(J)\)) mit dem Satz der totalen Wahrscheinlichkeit: \(P(J) = P(J|T) \cdot P(T) + P(J|\bar{T}) \cdot P(\bar{T}) = 0{,}70 \cdot 0{,}35 + 0{,}40 \cdot 0{,}65 = 0{,}245 + 0{,}26 = 0{,}505\). Dies entspricht den \(50{,}5\,\%\) aus Meldung B. 4. Berechnung des Marktanteils unter Jüngeren (\(P(T|J)\)) mit der Bayes-Formel: \(P(T|J) = \frac{P(J|T) \cdot P(T)}{P(J)} = \frac{0{,}245}{0{,}505} \approx 0{,}4851\). Dies entspricht den \(48{,}5\,\%\) aus Meldung B. 5. Berechnung des Marktanteils bei den 30-Jährigen und Älteren (\(P(T|\bar{J})\)): \(P(T|\bar{J}) = \frac{P(\bar{J}|T) \cdot P(T)}{P(\bar{J})} = \frac{(1 - 0{,}70) \cdot 0{,}35}{1 - 0{,}505} = \frac{0{,}105}{0{,}495} \approx 0{,}2121\). Dies entspricht den \(21{,}2\,\%\) aus Meldung B. 6. Ergebnis: Da alle berechneten Werte mit den Angaben in Meldung B übereinstimmen, sind die Meldungen konsistent.

Antwort

Ja, die Meldungen sind konsistent. Aus den Daten von Meldung A (\(P(T)=0{,}35\); \(P(J|T)=0{,}70\); \(P(J|\bar{T})=0{,}40\)) lassen sich die Werte für Meldung B exakt berechnen: Der Anteil der unter 30-Jährigen beträgt \(P(J) = 50{,}5\,\%\), der Anteil von TechX unter den Jüngeren liegt bei \(P(T|J) \approx 48{,}5\,\%\) und bei den 30-Jährigen und Älteren bei \(P(T|\bar{J}) \approx 21{,}2\,\%\).
43094012
Eine Statistik zur Mobilitätswende in einer Region liefert folgende Daten: Der Anteil an Elektroautos (\(E\)) am gesamten Fahrzeugbestand beträgt \(15\,\%\). Von den Besitzern eines Elektroautos wohnen \(80\,\%\) in einer Großstadt (\(G\)). Bei den Besitzern von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wohnen lediglich \(55\,\%\) in einer Großstadt. Ein Mobilitätsforscher behauptet: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Großstadtbewohner ein Elektroauto besitzt, ist mehr als doppelt so hoch wie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bewohner von außerhalb der Großstadt ein Elektroauto besitzt.“ Prüfe diese Behauptung durch Berechnung der entsprechenden bedingten Wahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Notiere dir zuerst alle gegebenen Anteile als Wahrscheinlichkeiten. Achte darauf, was die Bedingung ist. - Um die Wahrscheinlichkeit für ein E-Auto unter der Bedingung „Großstadt“ zu finden, benötigst du zuerst den Gesamtanteil der Großstadtbewohner. - Nutze ein Baumdiagramm oder eine Vierfeldertafel, um die Schnittwahrscheinlichkeiten zu bestimmen. - Vergleiche am Ende die beiden gesuchten bedingten Wahrscheinlichkeiten durch Division.

Lösung

1. Gegebene Wahrscheinlichkeiten: \(P(E) = 0{,}15\), \(P(G|E) = 0{,}80\), \(P(G|\bar{E}) = 0{,}55\). 2. Berechnung der totalen Wahrscheinlichkeit für den Wohnort Großstadt: \(P(G) = P(G|E) \cdot P(E) + P(G|\bar{E}) \cdot P(\bar{E}) = 0{,}80 \cdot 0{,}15 + 0{,}55 \cdot 0{,}85 = 0{,}12 + 0{,}4675 = 0{,}5875\). 3. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit \(P(E|G)\): \(P(E|G) = \frac{P(G \cap E)}{P(G)} = \frac{0{,}12}{0{,}5875} \approx 0{,}2043\) (ca. \(20{,}4\,\%\)). 4. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit \(P(E|\bar{G})\): \(P(E|\bar{G}) = \frac{P(\bar{G} \cap E)}{P(\bar{G})} = \frac{P(\bar{G}|E) \cdot P(E)}{1 - P(G)} = \frac{0{,}20 \cdot 0{,}15}{0{,}4125} = \frac{0{,}03}{0{,}4125} \approx 0{,}0727\) (ca. \(7{,}3\,\%\)). 5. Vergleich der Wahrscheinlichkeiten: \(\frac{P(E|G)}{P(E|\bar{G})} = \frac{0{,}2043}{0{,}0727} \approx 2{,}81\). 6. Da \(2{,}81 > 2\), ist die Behauptung des Forschers korrekt.

Antwort

Die Behauptung ist wahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Großstadtbewohner ein Elektroauto besitzt, beträgt \(P(E|G) \approx 20{,}4\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für einen Bewohner außerhalb der Großstadt beträgt \(P(E|\bar{G}) \approx 7{,}3\,\%\). Da \(20{,}4\,\%\) mehr als das Doppelte von \(7{,}3\,\%\) ist (Faktor ca. \(2{,}8\)), ist die Aussage korrekt.
43094112
Ein Spieleentwickler möchte das Werfen eines fairen Dodekaeders (ein regelmäßiger Zwölfflächner (Dodekaeder) mit den Zahlen 1 bis 12) simulieren. Ihm stehen hierfür jedoch nur herkömmliche Münzen (Kopf oder Zahl), reguläre Tetraeder (4 Flächen, Zahlen 1 bis 4) und Standardwürfel (Hexaeder, Zahlen 1 bis 6) zur Verfügung. 1. Untersuche, ob die Summe der Augenzahlen eines Tetraeders und eines Hexaeders eine geeignete Simulation für einen 12-seitigen Würfel darstellt. Begründe deine Entscheidung. 2. Beschreibe zwei verschiedene Möglichkeiten, wie man unter Verwendung der vorhandenen Hilfsmittel ein Laplace-Experiment mit den 12 Ausgängen \(1, 2, \dots, 12\) konstruieren kann.

Denkanstöße

- Überlege dir für den ersten Teil, welche kleinsten und größten Werte bei der Summenbildung möglich sind und ob alle Summen gleich oft vorkommen. - Für eine Simulation eines 12-seitigen Würfels muss jedes der 12 Ergebnisse die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{12}\) besitzen. - Kannst du ein mehrstufiges Experiment entwerfen, bei dem das Produkt der Möglichkeiten der einzelnen Stufen genau 12 ergibt? - Überlege, wie du einen 6-seitigen Würfel so einsetzen kannst, dass er nur 2 oder 3 gleichwahrscheinliche Ergebnisse liefert.

Lösung

1. Die Summe eines Tetraeders (\(1\) bis \(4\)) und eines Hexaeders (\(1\) bis \(6\)) ist nicht geeignet. Die kleinstmögliche Summe ist \(1 + 1 = 2\), die größtmögliche \(4 + 6 = 10\). Es werden also nur 9 verschiedene Werte statt 12 erzeugt. Zudem sind die Summen nicht gleichwahrscheinlich (z. B. gibt es für die Summe 5 vier Kombinationen, für die Summe 2 nur eine). 2. Erste Möglichkeit: Man wirft eine Münze und einen Hexaeder. Zeigt die Münze Kopf, nimmt man die Augenzahl des Hexaeders (\(1\) bis \(6\)). Zeigt die Münze Zahl, addiert man \(6\) zur Augenzahl des Hexaeders (\(7\) bis \(12\)). Da beide Münzseiten (\(p=0{,}5\)) und alle Würfelseiten (\(p=1/6\)) gleichwahrscheinlich sind, hat jedes Ergebnis die Wahrscheinlichkeit \(0{,}5 \cdot \frac{1}{6} = \frac{1}{12}\). Zweite Möglichkeit: Man nutzt einen Tetraeder und einen Hexaeder. Den Hexaeder nutzt man als „3-seitigen Würfel“, indem man die Ergebnisse zusammenfasst (1 und 2 \(\rightarrow 1\); 3 und 4 \(\rightarrow 2\); 5 und 6 \(\rightarrow 3\)). Das Ergebnis berechnet man als \(3 \cdot (\text{Ergebnis Tetraeder} - 1) + \text{Ergebnis Hexaeder-Ersatz}\). Dies ergibt \(4 \cdot 3 = 12\) gleichwahrscheinliche Kombinationen für die Werte 1 bis 12.

Antwort

1. Nein, da nur die Summen 2 bis 10 möglich sind (9 Werte) und diese nicht gleichwahrscheinlich verteilt sind. 2. Möglichkeit A: Münze (\(K \rightarrow 0\); \(Z \rightarrow 6\)) plus Hexaeder (\(1 \dots 6\)). Möglichkeit B: Tetraeder (\(1 \dots 4\)) kombiniert mit einem auf 3 Ergebnisse reduzierten Hexaeder (z. B. \(1,2 \rightarrow 1\); \(3,4 \rightarrow 2\); \(5,6 \rightarrow 3\)).
43094212
Bei einer vereinfachten Lotterie „3 aus 12“ werden aus einer Urne mit 12 nummerierten Kugeln drei Kugeln ohne Zurücklegen gezogen. Die Reihenfolge der Ziehung spielt keine Rolle. 1. Bestimme die Anzahl der möglichen verschiedenen Gewinnkombinationen. 2. Zur Simulation einer einzelnen Ziehung stehen dir nur ein fairer Standardwürfel (Hexaeder) und eine Münze zur Verfügung. Erläutere ein Verfahren, mit dem du eine vollständige Ziehung von drei Gewinnzahlen für dieses Lottospiel simulieren kannst.

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Formel für Kombinationen ohne Berücksichtigung der Reihenfolge. - Wie kannst du mit einem 6-seitigen Würfel und einer Münze insgesamt 12 gleichwahrscheinliche Ergebnisse erzeugen? - Was bedeutet „ohne Zurücklegen“ für die Durchführung einer Simulation, wenn du nacheinander Zahlen generierst? - Überlege dir eine Regel für den Fall, dass dein Zufallsgerät eine Zahl liefert, die du in derselben Ziehung schon einmal erhalten hast.

Lösung

1. Die Anzahl der Kombinationen wird über den Binomialkoeffizienten berechnet: \(\binom{12}{3} = \frac{12 \cdot 11 \cdot 10}{3 \cdot 2 \cdot 1} = 220\). Es gibt also 220 verschiedene Möglichkeiten für das Ergebnis der Ziehung. 2. Um eine Ziehung „3 aus 12“ zu simulieren, muss man nacheinander drei verschiedene Zahlen aus dem Bereich 1 bis 12 generieren. Zuerst konstruiert man einen Zufallsgenerator für die Zahlen 1 bis 12: Man wirft die Münze (Kopf bedeutet „Basis 0“, Zahl bedeutet „Basis 6“) und addiert das Ergebnis eines Hexaeder-Wurfs (1 bis 6). Damit erhält man eine Zahl von 1 bis 12 mit \(p = \frac{1}{12}\). Für die Simulation der Lotterie führt man dieses Verfahren dreimal durch. Da es eine Ziehung ohne Zurücklegen ist, muss eine bereits gezogene Zahl bei erneutem Auftreten verworfen und der Schritt wiederholt werden, bis drei unterschiedliche Zahlen feststehen.

Antwort

1. Es gibt \(\binom{12}{3} = 220\) verschiedene Gewinnkombinationen. 2. Man erzeugt Zahlen von 1 bis 12, indem man eine Münze (z. B. Kopf \(\rightarrow 0\), Zahl \(\rightarrow 6\)) mit einem Würfelwurf kombiniert. Dies wiederholt man so lange, bis man drei unterschiedliche Zahlen aus dem Bereich 1 bis 12 erhalten hat (Zahlen, die doppelt auftreten, werden ignoriert).
43094412
Ein Computerprogramm generiert zufällig eine ganze Zahl zwischen 1 und 200 (einschließlich), wobei jede Zahl die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzt. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit \(P(A)\) für das Ereignis \(A\): „Die Zahl ist eine Quadratzahl oder ein Vielfaches von 30“. b) In einer Versuchsreihe mit \(n = 500\) Durchgängen wurde das Ereignis \(A\) insgesamt 42-mal beobachtet. Berechne die relative Häufigkeit \(h(A)\) und vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit \(P(A)\). Bestimme zudem die absolute Differenz zwischen der beobachteten Anzahl und dem theoretischen Erwartungswert.

Denkanstöße

- Liste alle Quadratzahlen und alle Vielfachen von 30 bis 200 auf, um zu prüfen, ob es Überschneidungen gibt. - Erinnere dich daran, dass die relative Häufigkeit das Verhältnis von beobachteten Treffern zur Gesamtzahl der Versuche ist. - Der Erwartungswert gibt an, wie oft ein Ereignis bei einer bestimmten Anzahl an Versuchen rein rechnerisch eintreten sollte.

Lösung

a) Es gibt \(\lfloor \sqrt{200} \rfloor = 14\) Quadratzahlen im Bereich (von \(1^2=1\) bis \(14^2=196\)). Die Vielfachen von 30 sind \(\{30, 60, 90, 120, 150, 180\}\), also 6 Zahlen. Da keine der genannten Quadratzahlen ein Vielfaches von 30 ist (die Schnittmenge ist leer), sind die Ereignisse disjunkt. Es gilt \(P(A) = \frac{14 + 6}{200} = \frac{20}{200} = 0{,}1\). b) Die relative Häufigkeit ist \(h(A) = \frac{42}{500} = 0{,}084\). Der theoretische Erwartungswert bei 500 Versuchen beträgt \(E = 500 \cdot 0{,}1 = 50\). Die absolute Differenz zwischen der beobachteten Anzahl und dem Erwartungswert beträgt \(|50 - 42| = 8\). Die Abweichung der relativen Häufigkeit von der Wahrscheinlichkeit beträgt \(|0{,}1 - 0{,}084| = 0{,}016\).

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}1\) (oder \(10\,\%\)). b) Relative Häufigkeit \(h(A) = 0{,}084\); die absolute Differenz zum Erwartungswert (\(50\)) beträgt \(8\).
43094512
In einer Schachtel befinden sich \(18\) Pralinen: \(8\) mit Marzipanfüllung, \(6\) mit Nougat und \(4\) mit Karamell. Jemand entnimmt der Schachtel blind nacheinander \(3\) Pralinen ohne Zurücklegen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für folgende Ereignisse: 1. Alle drei Pralinen haben die gleiche Füllung. 2. Jede der drei Pralinen hat eine andere Füllung.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Möglichkeiten es insgesamt gibt, 3 Pralinen aus der Menge auszuwählen. - Macht es einen Unterschied, ob du die Reihenfolge beachtest oder nicht? Wähle einen Ansatz und bleibe konsequent dabei. - Für den Fall „alle gleich“ musst du die Möglichkeiten für jede Sorte einzeln betrachten und addieren. - Bei „alle verschieden“ muss aus jeder der drei Kategorien genau eine Praline gewählt werden.

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(3\) Pralinen aus \(18\) zu ziehen: \(\binom{18}{3} = \frac{18 \cdot 17 \cdot 16}{3 \cdot 2 \cdot 1} = 816\). Berechnung der günstigen Möglichkeiten für gleiche Füllungen: Marzipan: \(\binom{8}{3} = 56\); Nougat: \(\binom{6}{3} = 20\); Karamell: \(\binom{4}{3} = 4\). Summe der günstigen Möglichkeiten: \(56 + 20 + 4 = 80\). Wahrscheinlichkeit \(P(\text{gleich}) = \frac{80}{816} = \frac{10}{102} = \frac{5}{51} \approx 0{,}0980\). 2. Berechnung der günstigen Möglichkeiten für drei verschiedene Füllungen: Da aus jeder Sorte genau eine Praline gewählt werden muss, ergibt sich: \(8 \cdot 6 \cdot 4 = 192\). Wahrscheinlichkeit \(P(\text{verschieden}) = \frac{192}{816} = \frac{4}{17} \approx 0{,}2353\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{5}{51} \approx 9{,}8\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{4}{17} \approx 23{,}5\,\%\).
43094612
Ein Kurs besteht aus \(20\) Personen: \(10\) Frauen, \(7\) Männer und \(3\) Personen, die sich als divers identifizieren. Für ein Projekt werden \(3\) Personen zufällig ausgelost. Berechne die Wahrscheinlichkeit für folgende Fälle: 1. Es werden ausschließlich Frauen ausgewählt. 2. Aus jeder der drei Gruppen wird genau eine Person ausgewählt.

Denkanstöße

- Handelt es sich hier um ein Ziehen mit oder ohne Zurücklegen? - Wie viele Möglichkeiten gibt es insgesamt, eine dreiköpfige Gruppe aus 20 Personen zu bilden? - Überlege für den ersten Teil, wie viele Möglichkeiten es gibt, die 3 Personen nur aus dem Pool der 10 Frauen zu wählen. - Für den zweiten Teil hilft das Zählprinzip: Wie viele Kombinationen entstehen, wenn du jeweils eine Person aus den drei disjunkten Mengen kombinierst?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der Kombinationen bei der Auswahl von \(3\) aus \(20\) Personen: \(\binom{20}{3} = \frac{20 \cdot 19 \cdot 18}{6} = 1140\). Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) Frauen aus \(10\) auszuwählen: \(\binom{10}{3} = \frac{10 \cdot 9 \cdot 8}{6} = 120\). Wahrscheinlichkeit \(P(\text{nur Frauen}) = \frac{120}{1140} = \frac{2}{19} \approx 0{,}1053\). 2. Anzahl der Möglichkeiten, genau eine Person aus jeder Gruppe zu wählen: \(10 \cdot 7 \cdot 3 = 210\). Wahrscheinlichkeit \(P(\text{eine pro Gruppe}) = \frac{210}{1140} = \frac{7}{38} \approx 0{,}1842\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{2}{19} \approx 10{,}5\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{7}{38} \approx 18{,}4\,\%\).
43094712
Bei einer schulinternen Tombola wird das Spiel „4 aus 25“ angeboten. Dabei werden aus einer Urne mit \(25\) durchnummerierten Kugeln vier Kugeln ohne Zurücklegen gezogen. Ein Teilnehmer hat zuvor vier Zahlen auf seinem Spielschein angekreuzt. Berechne die Wahrscheinlichkeiten für folgende Ereignisse: 1. Der Teilnehmer hat genau vier Richtige. 2. Der Teilnehmer hat genau zwei Richtige. 3. Der Teilnehmer hat mindestens drei Richtige.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Möglichkeiten es insgesamt gibt, eine bestimmte Anzahl an Kugeln aus der Gesamtmenge zu ziehen. - Welches mathematische Modell beschreibt das Ziehen ohne Zurücklegen, wenn die Reihenfolge egal ist? - Teile die Menge der Kugeln gedanklich in „Treffer“ (deine Zahlen) und „Nieten“ (die restlichen Zahlen) auf. - Was bedeutet „mindestens“ für die Anzahl der Treffer? Welche Fälle musst du kombinieren?

Lösung

1. Die Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(4\) Zahlen aus \(25\) auszuwählen, berechnet sich über den Binomialkoeffizienten \(\binom{25}{4} = 12\,650\). Die Wahrscheinlichkeit für genau vier Richtige ist \(P(X=4) = \frac{\binom{4}{4} \cdot \binom{21}{0}}{12\,650} = \frac{1}{12\,650} \approx 0{,}000079\). 2. Die Wahrscheinlichkeit für genau zwei Richtige wird mit der hypergeometrischen Verteilung berechnet: \(P(X=2) = \frac{\binom{4}{2} \cdot \binom{21}{2}}{12\,650} = \frac{6 \cdot 210}{12\,650} = \frac{1\,260}{12\,650} \approx 0{,}0996\). 3. Für mindestens drei Richtige addiert man die Wahrscheinlichkeiten für genau drei und genau vier Richtige: \(P(X=3) = \frac{\binom{4}{3} \cdot \binom{21}{1}}{12\,650} = \frac{4 \cdot 21}{12\,650} = \frac{84}{12\,650}\). Somit gilt \(P(X \geq 3) = \frac{84 + 1}{12\,650} = \frac{85}{12\,650} \approx 0{,}00672\).

Antwort

1. \(P(\text{4 Richtige}) = \frac{1}{12\,650} \approx 0{,}0079\,\%\) 2. \(P(\text{2 Richtige}) = \frac{1\,260}{12\,650} \approx 9{,}96\,\%\) 3. \(P(\text{mind. 3 Richtige}) = \frac{85}{12\,650} \approx 0{,}67\,\%\)
43094912
In einer regionalen Marktstudie zur Mobilität wurden die Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen analysiert. Dabei wurde zwischen Fahrzeugen mit Elektroantrieb (\(E\)) und solchen mit Verbrennungsmotor (\(\bar{E}\)) sowie zwischen gewerblicher Zulassung (\(G\)) und privater Zulassung (\(\bar{G}\)) unterschieden. Folgende Daten liegen vor: - \(20\,\%\) aller neu zugelassenen Fahrzeuge besitzen einen Elektroantrieb. - \(60\,\%\) aller Neuzulassungen entfallen auf gewerbliche Halter. - Unter den gewerblich zugelassenen Fahrzeugen haben \(25\,\%\) einen Elektroantrieb. 1. Erstelle eine vollständig ausgefüllte Vierfeldertafel mit den relativen Häufigkeiten. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein privat zugelassenes Fahrzeug einen Elektroantrieb besitzt. 3. Entscheide, welches der beiden möglichen Baumdiagramme (Start mit Merkmal \(E\) oder Start mit Merkmal \(G\)) besser geeignet ist, um die folgende Frage direkt zu beantworten: „Wie hoch ist der Anteil der gewerblichen Zulassungen an allen Elektrofahrzeugen?“ Begründe kurz.

Denkanstöße

- Überlege, wie du den Anteil der gewerblichen Elektroautos aus den gegebenen Prozentangaben berechnen kannst. - Denke daran, dass sich die Summen in der Vierfeldertafel immer zu 1 (oder \(100\,\%\)) ergänzen müssen. - Was bedeutet es für die Struktur eines Baumdiagramms, wenn eine Bedingung („unter den Elektrofahrzeugen“) vorgegeben ist? - Welche Information steht an den Ästen der zweiten Stufe eines Baumdiagramms?

Lösung

1. Berechnung der Schnittmengenwahrscheinlichkeit: \(P(G \cap E) = P(G) \cdot P(E|G) = 0{,}60 \cdot 0{,}25 = 0{,}15\). Daraus ergeben sich die weiteren Werte der Vierfeldertafel durch Differenzbildung und Ergänzung zur Gesamtsumme \(1\): \(P(G \cap \bar{E}) = P(G) - P(G \cap E) = 0{,}60 - 0{,}15 = 0{,}45\) \(P(\bar{G} \cap E) = P(E) - P(G \cap E) = 0{,}20 - 0{,}15 = 0{,}05\) \(P(\bar{G} \cap \bar{E}) = P(\bar{G}) - P(\bar{G} \cap E) = (1 - 0{,}60) - 0{,}05 = 0{,}35\) Vierfeldertafel: <table> <tr><td></td><td>\(E\)</td><td>\(\bar{E}\)</td><td>Summe</td></tr> <tr><td>\(G\)</td><td>\(0{,}15\)</td><td>\(0{,}45\)</td><td>\(0{,}60\)</td></tr> <tr><td>\(\bar{G}\)</td><td>\(0{,}05\)</td><td>\(0{,}35\)</td><td>\(0{,}40\)</td></tr> <tr><td>Summe</td><td>\(0{,}20\)</td><td>\(0{,}80\)</td><td>\(1{,}00\)</td></tr> </table> 2. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit \(P(E|\bar{G}) = \frac{P(E \cap \bar{G})}{P(\bar{G})} = \frac{0{,}05}{0{,}40} = 0{,}125\). Dies entspricht \(12{,}5\,\%\). 3. Das Baumdiagramm, das mit dem Merkmal \(E\) beginnt, ist besser geeignet. Die gesuchte Größe ist die bedingte Wahrscheinlichkeit \(P(G|E)\). Diese kann in einem Baumdiagramm, in dem auf der ersten Stufe nach dem Antriebstyp (\(E\) und \(\bar{E}\)) verzweigt wird, direkt an der entsprechenden Pfadabzweigung der zweiten Stufe abgelesen werden.

Antwort

1. Die Tafel enthält die Werte: \(P(G \cap E) = 0{,}15\), \(P(G \cap \bar{E}) = 0{,}45\), \(P(\bar{G} \cap E) = 0{,}05\), \(P(\bar{G} \cap \bar{E}) = 0{,}35\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(12{,}5\,\%\). 3. Das Baumdiagramm mit dem Startmerkmal \(E\) ist geeignet, da \(P(G|E)\) dort ein direkter Parameter der zweiten Stufe ist.
43095012
In einer psychologischen Studie wurde der Zusammenhang zwischen hohem Stressempfinden (\(S\)) und schlechter Schlafqualität (\(P\)) bei Studierenden untersucht. Die Auswertung ergab: - \(40\,\%\) der Studierenden leiden unter hohem Stress. - Von den Studierenden mit hohem Stressempfinden berichten \(70\,\%\) über eine schlechte Schlafqualität. - Von den Studierenden, die kein hohes Stressempfinden haben, geben lediglich \(20\,\%\) eine schlechte Schlafqualität an. 1. Stelle die Informationen in einer Vierfeldertafel mit relativen Häufigkeiten dar. 2. Wie viel Prozent aller befragten Studierenden leiden insgesamt unter einer schlechten Schlafqualität? 3. Eine zufällig ausgewählte Person gibt an, schlecht zu schlafen. Mit welcher Wahrscheinlichkeit leidet diese Person unter hohem Stress?

Denkanstöße

- Beginne damit, die bedingten Wahrscheinlichkeiten aus dem Text in Schnittmengenwahrscheinlichkeiten für die inneren Felder der Tabelle umzurechnen. - Achte darauf, worauf sich die Prozentangaben beziehen – auf die Gesamtheit oder auf eine Teilgruppe? - Für die letzte Teilaufgabe musst du das Vorwissen über die schlechte Schlafqualität als Bedingung nutzen.

Lösung

1. Gegeben sind \(P(S) = 0{,}40\), \(P(P|S) = 0{,}70\) und \(P(P|\bar{S}) = 0{,}20\). Berechnung der Schnittmengen: \(P(S \cap P) = P(S) \cdot P(P|S) = 0{,}40 \cdot 0{,}70 = 0{,}28\) \(P(\bar{S} \cap P) = P(\bar{S}) \cdot P(P|\bar{S}) = 0{,}60 \cdot 0{,}20 = 0{,}12\) Vervollständigung der Vierfeldertafel: \(P(S \cap \bar{P}) = P(S) - P(S \cap P) = 0{,}40 - 0{,}28 = 0{,}12\) \(P(\bar{S} \cap \bar{P}) = P(\bar{S}) - P(\bar{S} \cap P) = 0{,}60 - 0{,}12 = 0{,}48\) <table> <tr><td></td><td>\(P\)</td><td>\(\bar{P}\)</td><td>Summe</td></tr> <tr><td>\(S\)</td><td>\(0{,}28\)</td><td>\(0{,}12\)</td><td>\(0{,}40\)</td></tr> <tr><td>\(\bar{S}\)</td><td>\(0{,}12\)</td><td>\(0{,}48\)</td><td>\(0{,}60\)</td></tr> <tr><td>Summe</td><td>\(0{,}40\)</td><td>\(0{,}60\)</td><td>\(1{,}00\)</td></tr> </table> 2. Die totale Wahrscheinlichkeit für schlechte Schlafqualität ist die Summe der Spalte \(P\): \(P(P) = 0{,}28 + 0{,}12 = 0{,}40\). Dies entspricht \(40\,\%\). 3. Gesucht ist die bedingte Wahrscheinlichkeit \(P(S|P)\). \(P(S|P) = \frac{P(S \cap P)}{P(P)} = \frac{0{,}28}{0{,}40} = 0{,}7\). Dies entspricht \(70\,\%\).

Antwort

1. Die inneren Werte der Tabelle sind \(0{,}28\), \(0{,}12\) (für \(S\)) und \(0{,}12\), \(0{,}48\) (für \(\bar{S}\)). 2. Insgesamt leiden \(40\,\%\) der Studierenden unter schlechter Schlafqualität. 3. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(70\,\%\).
43095112
In einer Sterbetafel sind statistische Daten über die Überlebenswahrscheinlichkeiten einer Bevölkerung zusammengefasst. Betrachte den folgenden Auszug: <table> <tr> <th>Alter \(x\)</th> <th>Anzahl der Personen \(l_x\), die das Alter \(x\) erreichen</th> </tr> <tr> <td>\(25\)</td> <td>\(98\,412\)</td> </tr> <tr> <td>\(45\)</td> <td>\(95\,120\)</td> </tr> <tr> <td>\(65\)</td> <td>\(80\,455\)</td> </tr> </table> Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für die folgenden Ereignisse: 1. Eine heute \(25\)-jährige Person erreicht ihr \(65\). Lebensjahr. 2. Zwei heute \(45\)-jährige Personen erleben beide ihren \(65\). Geburtstag. Gehe davon aus, dass die Ereignisse unabhängig voneinander sind. 3. Eine heute \(25\)-jährige Person verstirbt nach ihrem \(45\). Geburtstag, aber noch vor ihrem \(65\). Geburtstag.

Denkanstöße

- Wie lässt sich eine Wahrscheinlichkeit aus einer Häufigkeitstabelle schätzen? - Welche Personen bilden die Grundgesamtheit für die jeweilige Fragestellung? - Denk an die Pfadregeln, wenn zwei unabhängige Ereignisse gleichzeitig eintreten sollen. - Was bedeutet es für die Anzahl der Personen, wenn jemand in einem bestimmten Zeitraum verstirbt?

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit wird als relativer Anteil der Überlebenden berechnet: \(P = \frac{l_{65}}{l_{25}} = \frac{80\,455}{98\,412} \approx 0{,}8175\). 2. Zunächst wird die Wahrscheinlichkeit für eine Person berechnet, von \(45\) auf \(65\) Jahre zu kommen: \(p = \frac{l_{65}}{l_{45}} = \frac{80\,455}{95\,120} \approx 0{,}8458\). Da beide Personen unabhängig voneinander überleben sollen, gilt \(P = p^2 = \left(\frac{80\,455}{95\,120}\right)^2 \approx 0{,}7154\). 3. Das Ereignis tritt ein, wenn die Person das Alter \(45\) erreicht, aber das Alter \(65\) nicht mehr erreicht. Die Anzahl dieser Personen ist \(l_{45} - l_{65} = 95\,120 - 80\,455 = 14\,665\). Bezogen auf die \(25\)-Jährigen ergibt sich \(P = \frac{l_{45} - l_{65}}{l_{25}} = \frac{14\,665}{98\,412} \approx 0{,}1490\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(81{,}75\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(71{,}54\,\%\). 3. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(14{,}90\,\%\).
43095312
An einem Schulkiosk werden Überraschungstüten verkauft. In einer Box befinden sich \(15\) Tüten, von denen \(6\) einen Gutschein für ein Freigetränk enthalten. Ein Schüler kauft \(3\) dieser Tüten gleichzeitig. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass keine der gekauften Tüten einen Gutschein enthält. 2. Ermittle die Wahrscheinlichkeiten dafür, dass sich unter den \(3\) Tüten genau \(0,\, 1,\, 2\) oder \(3\) Gutscheine befinden.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, wie viele Möglichkeiten es insgesamt gibt, eine bestimmte Anzahl an Objekten aus der Gesamtmenge auszuwählen. - Unterscheide zwischen der Anzahl der „Treffer“ (Gutscheine) und der Anzahl der „Nieten“. - Da die Tüten gleichzeitig (oder ohne Zurücklegen) entnommen werden, ist die hypergeometrische Verteilung ein geeignetes Modell. - Überprüfe am Ende, ob die Summe aller Einzelwahrscheinlichkeiten \(1\) ergibt.

Lösung

1. Die Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(3\) Tüten aus \(15\) zu wählen, beträgt \(\binom{15}{3} = 455\). Die Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) Tüten ohne Gutschein aus den \(9\) vorhandenen zu wählen, ist \(\binom{9}{3} = 84\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt somit \(P(X=0) = \frac{84}{455} \approx 0{,}1846\). 2. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung für die Anzahl der Gutscheine \(k\) folgt der hypergeometrischen Verteilung \(P(X=k) = \frac{\binom{6}{k} \cdot \binom{9}{3-k}}{\binom{15}{3}}\): - Für \(k=0\): \(P(X=0) = \frac{1 \cdot 84}{455} = \frac{84}{455} \approx 0{,}1846\) - Für \(k=1\): \(P(X=1) = \frac{6 \cdot 36}{455} = \frac{216}{455} \approx 0{,}4747\) - Für \(k=2\): \(P(X=2) = \frac{15 \cdot 9}{455} = \frac{135}{455} \approx 0{,}2967\) - Für \(k=3\): \(P(X=3) = \frac{20 \cdot 1}{455} = \frac{20}{455} \approx 0{,}0440\)

Antwort

1. \(P(X=0) = \frac{84}{455} \approx 18{,}46\,\%\) 2. \(P(X=0) \approx 18{,}46\,\%\); \(P(X=1) \approx 47{,}47\,\%\); \(P(X=2) \approx 29{,}67\,\%\); \(P(X=3) \approx 4{,}40\,\%\)
43095512
Ein fairer 12-seitiger Würfel, dessen Seiten von 1 bis 12 durchnummeriert sind, wird dreimal nacheinander geworfen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei gewürfelten Zahlen voneinander verschieden sind. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die Ergebnisse in einer streng monoton steigenden Folge auftreten (z. B. 2, 5, 11). 3. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der verschiedenen Augenzahlen bei den drei Würfen. Erstelle die Wahrscheinlichkeitsverteilung von \(X\) in Form einer Tabelle.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Ergebnismöglichkeiten es insgesamt für die drei Würfe gibt. - Bei einer streng monotonen Folge ist die Reihenfolge der Zahlen fest vorgegeben, sobald du die drei Zahlen ausgewählt hast. - Wie viele verschiedene Werte kann die Zufallsgröße \(X\) annehmen? Überlege, welche Fälle eintreten können (alle gleich, zwei gleich, alle verschieden). - Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in deiner Verteilungstabelle muss 1 ergeben. Das ist eine gute Kontrolle.

Lösung

1. Die Gesamtzahl der Ergebnisse bei drei Würfen beträgt \(12^3 = 1728\). Für drei verschiedene Zahlen gibt es \(12 \cdot 11 \cdot 10 = 1320\) Möglichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(\text{verschieden}) = \frac{1320}{1728} = \frac{55}{72} \approx 0{,}7639\). 2. Eine streng monoton steigende Folge erfordert die Auswahl von 3 verschiedenen Zahlen aus 12, für die es genau eine Anordnung gibt. Anzahl der Möglichkeiten: \(\binom{12}{3} = 220\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(\text{steigend}) = \frac{220}{1728} = \frac{55}{432} \approx 0{,}1273\). 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für \(X \in \{1, 2, 3\}\): - \(P(X=1)\): Alle Zahlen gleich. Es gibt 12 Möglichkeiten (1,1,1 bis 12,12,12). \(P(X=1) = \frac{12}{1728} = \frac{1}{144} \approx 0{,}0069\). - \(P(X=2)\): Genau zwei Zahlen gleich. Auswahl der doppelt vorkommenden Zahl (12), Auswahl der Position der einfachen Zahl (3), Auswahl der verschiedenen Zahl (11). \(12 \cdot 3 \cdot 11 = 396\) Möglichkeiten. \(P(X=2) = \frac{396}{1728} = \frac{11}{48} \approx 0{,}2292\). - \(P(X=3)\): Alle drei verschieden (siehe Schritt 1). \(P(X=3) = \frac{1320}{1728} = \frac{55}{72} \approx 0{,}7639\). Die Tabelle ordnet jedem Wert \(x_i\) seine Wahrscheinlichkeit \(P(X=x_i)\) zu.

Antwort

1. \(P \approx 0{,}7639\) oder \(\frac{55}{72}\) 2. \(P \approx 0{,}1273\) oder \(\frac{55}{432}\) 3. Wahrscheinlichkeitsverteilung: | \(x_i\) | 1 | 2 | 3 | | :--- | :--- | :--- | :--- | | \(P(X=x_i)\) | \(\frac{1}{144}\) | \(\frac{11}{48}\) | \(\frac{55}{72}\) |
43095612
Aus einer Urne mit zehn Kugeln, die mit den Zahlen 1 bis 10 beschriftet sind, wird dreimal eine Kugel mit Zurücklegen gezogen. Die Ergebnisse werden in der Reihenfolge ihres Erscheinens notiert. 1. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist die Summe der drei gezogenen Zahlen genau 5? 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogenen Zahlen eine streng monoton fallende Folge bilden. 3. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die größte der drei gezogenen Zahlen höchstens 4 ist.

Denkanstöße

- Notiere dir für die Summe alle möglichen Zahlentripel und achte dabei auf die unterschiedlichen Reihenfolgen. - Bei einer streng monotonen Folge dürfen keine Zahlen doppelt vorkommen. - Wenn die größte Zahl einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf, was bedeutet das für jede einzelne Ziehung? - Denke daran, dass das Ziehen mit Zurücklegen erfolgt – das beeinflusst die Anzahl der Möglichkeiten pro Zug.

Lösung

1. Gesamtzahl der Ergebnisse: \(10^3 = 1000\). Günstige geordnete Zahlentripel für die Summe 5: \((1,1,3), (1,3,1), (3,1,1)\) und \((1,2,2), (2,1,2), (2,2,1)\). Das sind 6 Möglichkeiten. \(P(\text{Summe } 5) = \frac{6}{1000} = 0{,}006\). 2. Für eine streng monoton fallende Folge müssen 3 verschiedene Zahlen aus 10 gewählt werden. Es gibt \(\binom{10}{3} = 120\) Möglichkeiten, diese auszuwählen, und jeweils nur eine fallende Anordnung. \(P(\text{fallend}) = \frac{120}{1000} = 0{,}12\). 3. Wenn die größte Zahl höchstens 4 sein darf, muss jede der drei Ziehungen eine Zahl aus der Menge \(\{1, 2, 3, 4\}\) liefern. Dafür gibt es pro Ziehung 4 Möglichkeiten. Gesamtanzahl günstiger Fälle: \(4^3 = 64\). \(P(\text{größte gezogene Zahl} \le 4) = \frac{64}{1000} = 0{,}064\).

Antwort

1. \(P = 0{,}006\) 2. \(P = 0{,}12\) 3. \(P = 0{,}064\)
43095712
An einer Universität sind \(42\,\%\) der Studierenden in einem Masterstudiengang eingeschrieben, die übrigen befinden sich im Bachelorstudium. Eine Umfrage ergab, dass \(15\,\%\) der Masterstudierenden die Universitätsbibliothek täglich nutzen. Bei den Bachelorstudierenden liegt dieser Anteil bei \(25\,\%\). 1. Eine Person, welche die Bibliothek nicht täglich nutzt, wird zufällig ausgewählt. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist sie im Bachelorstudium? 2. Eine Person aus dem Bachelorstudium wird zufällig ausgewählt. Mit welcher Wahrscheinlichkeit nutzt sie die Bibliothek nicht täglich?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Informationen im Text als Anteile an einer Teilgruppe (bedingte Wahrscheinlichkeiten) gegeben sind. - Ein Baumdiagramm kann helfen, die Pfadwahrscheinlichkeiten für die Kombinationen der Merkmale übersichtlich darzustellen. - Für die erste Teilfrage musst du die Richtung der Bedingung umkehren. Welches Werkzeug der Stochastik hilft dabei? - Achte genau darauf, welche Gruppe bei der jeweiligen Frage als bekannt vorausgesetzt wird (die Bedingung).

Lösung

1. Definition der Ereignisse: \(M\) (Master), \(B\) (Bachelor), \(L\) (tägliche Bibliotheksnutzung). Gegeben sind \(P(M) = 0{,}42\), \(P(B) = 0{,}58\), \(P(L|M) = 0{,}15\) und \(P(L|B) = 0{,}25\). 2. Berechnung der Gegenwahrscheinlichkeiten für die Nicht-Nutzung: \(P(\bar{L}|M) = 1 - 0{,}15 = 0{,}85\) und \(P(\bar{L}|B) = 1 - 0{,}25 = 0{,}75\). 3. Berechnung der totalen Wahrscheinlichkeit für keine tägliche Nutzung: \(P(\bar{L}) = P(\bar{L}|M) \cdot P(M) + P(\bar{L}|B) \cdot P(B) = 0{,}85 \cdot 0{,}42 + 0{,}75 \cdot 0{,}58 = 0{,}357 + 0{,}435 = 0{,}792\). 4. Anwendung des Satzes von Bayes für die erste Teilfrage: \(P(B|\bar{L}) = \frac{P(\bar{L}|B) \cdot P(B)}{P(\bar{L})} = \frac{0{,}435}{0{,}792} \approx 0{,}5492\). 5. Die zweite Teilfrage entspricht der direkt berechneten bedingten Wahrscheinlichkeit \(P(\bar{L}|B) = 0{,}75\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(54{,}92\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(75\,\%\).
43095812
In einem Unternehmen arbeiten \(35\,\%\) der Beschäftigten im Außendienst, die restlichen Angestellten arbeiten im Innendienst. Von den Personen im Außendienst nutzen \(80\,\%\) einen Firmenwagen für den Arbeitsweg. Im Innendienst nutzen lediglich \(10\,\%\) der Beschäftigten einen Firmenwagen. 1. Ein Mitarbeiter, der keinen Firmenwagen nutzt, wird zufällig für eine Befragung ausgewählt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dieser Mitarbeiter im Außendienst tätig ist. 2. Ein Mitarbeiter aus dem Außendienst wird zufällig ausgewählt. Mit welcher Wahrscheinlichkeit nutzt er keinen Firmenwagen?

Denkanstöße

- Welche Wahrscheinlichkeiten sind direkt im Text gegeben? Notiere sie in der Form \(P(A|B)\). - Was ist der Unterschied zwischen der Wahrscheinlichkeit „Außendienst und kein Wagen“ und der Wahrscheinlichkeit „Außendienst, wenn bekannt ist, dass kein Wagen genutzt wird“? - Kannst du eine Vierfeldertafel oder ein Baumdiagramm erstellen, um die absoluten Anteile an der Gesamtbelegschaft zu berechnen? - Für die zweite Frage musst du lediglich das Komplement einer im Text genannten Eigenschaft innerhalb einer bestimmten Gruppe finden.

Lösung

1. Festlegung der Ereignisse: \(A\) (Außendienst), \(I\) (Innendienst), \(W\) (Firmenwagen). Gegeben sind \(P(A) = 0{,}35\), \(P(I) = 0{,}65\), \(P(W|A) = 0{,}80\) und \(P(W|I) = 0{,}10\). 2. Bestimmung der bedingten Wahrscheinlichkeiten für die Nicht-Nutzung: \(P(\bar{W}|A) = 1 - 0{,}80 = 0{,}20\) und \(P(\bar{W}|I) = 1 - 0{,}10 = 0{,}90\). 3. Berechnung der Gesamtwahrscheinlichkeit für die Nicht-Nutzung eines Firmenwagens: \(P(\bar{W}) = P(\bar{W}|A) \cdot P(A) + P(\bar{W}|I) \cdot P(I) = 0{,}20 \cdot 0{,}35 + 0{,}90 \cdot 0{,}65 = 0{,}07 + 0{,}585 = 0{,}655\). 4. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit für die erste Teilfrage (Bayes): \(P(A|\bar{W}) = \frac{P(\bar{W} \cap A)}{P(\bar{W})} = \frac{0{,}07}{0{,}655} \approx 0{,}1069\). 5. Die Wahrscheinlichkeit für die zweite Teilfrage ist die bereits ermittelte bedingte Wahrscheinlichkeit \(P(\bar{W}|A) = 0{,}20\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(10{,}69\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(20\,\%\).
43096012
Bei einem Zufallsexperiment werden zwei ideale Würfel geworfen und die Augensumme \(S\) gebildet. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Augensumme höchstens \(4\) oder mindestens \(10\) beträgt. b) Ermittle die Wahrscheinlichkeit des Gegenereignisses zum Ereignis \(E\): „Die Augensumme ist größer als \(3\) und kleiner als \(11\)“.

Denkanstöße

- Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten von Ereignis und Gegenereignis zusammen? - Kannst du die Bedingung „größer als 3 und kleiner als 11“ mathematisch als Ungleichungskette formulieren? - Es hilft oft, die Anzahl der Möglichkeiten für jede Augensumme von 2 bis 12 kurz zu notieren. - Achte bei „höchstens“ und „mindestens“ darauf, ob die genannten Zahlen selbst noch dazugehören.

Lösung

1. Die Ergebnismenge umfasst \(|\Omega| = 36\) Ergebnisse. 2. Teilaufgabe a): Das Ereignis tritt ein, wenn \(S \in \{2, 3, 4, 10, 11, 12\}\). Die Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(S \le 4\) ist \(1 + 2 + 3 = 6\). Die Anzahl für \(S \ge 10\) ist ebenfalls \(3 + 2 + 1 = 6\). Da die Mengen disjunkt sind, ist die Gesamtzahl der günstigen Fälle \(6 + 6 = 12\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(S \le 4 \lor S \ge 10) = \frac{12}{36} = \frac{1}{3}\). 3. Teilaufgabe b): Das Ereignis \(E\) ist definiert durch \(3 < S < 11\), also \(S \in \{4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}\). Das Gegenereignis \(\bar{E}\) umfasst alle Summen, die nicht in \(E\) liegen, also \(S \in \{2, 3, 11, 12\}\). Die Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(\bar{E}\) ist \(1 (S=2) + 2 (S=3) + 2 (S=11) + 1 (S=12) = 6\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(\bar{E}) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6}\).

Antwort

a) \(P = \frac{1}{3}\) b) \(P(\bar{E}) = \frac{1}{6}\)
43096312
Beim gleichzeitigen Werfen von drei idealen Würfeln wird die Augensumme \(X\) untersucht. Ein Spieler stellt die Hypothese auf, dass die Wahrscheinlichkeiten für die Augensummen 9 und 10 identisch sein müssen. Er begründet dies damit, dass es für beide Summen genau 6 verschiedene Möglichkeiten gibt, sie als Summe von drei Zahlen zwischen 1 und 6 darzustellen (ohne Beachtung der Reihenfolge). 1. Überprüfe die Behauptung des Spielers hinsichtlich der Anzahl der Zerlegungen (Zahlentripel), indem du alle möglichen ungeordneten Zahlentripel für die Summen 9 und 10 systematisch auflistest. 2. Berechne die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten \(P(X = 9)\) und \(P(X = 10)\) unter der Annahme eines Laplace-Modells mit \(6^3\) gleichwahrscheinlichen Ergebnissen. 3. Erläutere kurz, warum die reine Anzahl der Zerlegungen kein geeignetes Maß für die Wahrscheinlichkeit der Augensummen im Laplace-Modell ist.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele Möglichkeiten es gibt, die Zahlen eines Tripels (z. B. 1, 2 und 6) auf drei Würfel zu verteilen. - Macht es einen Unterschied für die Anzahl der Anordnungen, ob alle Zahlen im Tripel verschieden sind oder ob Zahlen doppelt vorkommen? - Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben. Welche Ergebnisse beim Würfeln mit drei Würfeln sind das?

Lösung

1. Auflistung der Zerlegungen (ungeordnete Zahlentripel): Für die Summe 9: \((1;2;6)\), \((1;3;5)\), \((1;4;4)\), \((2;2;5)\), \((2;3;4)\), \((3;3;3)\). Es gibt 6 Zerlegungen. Für die Summe 10: \((1;3;6)\), \((1;4;5)\), \((2;2;6)\), \((2;3;5)\), \((2;4;4)\), \((3;3;4)\). Es gibt 6 Zerlegungen. 2. Berechnung der Permutationen und Wahrscheinlichkeiten: Die Gesamtzahl der Ergebnisse im Laplace-Raum beträgt \(6^3 = 216\). Für Summe 9: - Tripel mit 3 verschiedenen Zahlen (\((1;2;6), (1;3;5), (2;3;4)\)): jeweils \(3! = 6\) Anordnungen. - Tripel mit 2 gleichen Zahlen (\((1;4;4), (2;2;5)\)): jeweils \(\frac{3!}{2!} = 3\) Anordnungen. - Tripel mit 3 gleichen Zahlen (\((3;3;3)\)): \(1\) Anordnung. Günstige Ergebnisse: \(3 \cdot 6 + 2 \cdot 3 + 1 = 18 + 6 + 1 = 25\). Somit \(P(X = 9) = \frac{25}{216} \approx 0{,}1157\). Für Summe 10: - Tripel mit 3 verschiedenen Zahlen (\((1;3;6), (1;4;5), (2;3;5)\)): jeweils \(6\) Anordnungen. - Tripel mit 2 gleichen Zahlen (\((2;2;6), (2;4;4), (3;3;4)\)): jeweils \(3\) Anordnungen. Günstige Ergebnisse: \(3 \cdot 6 + 3 \cdot 3 = 18 + 9 = 27\). Somit \(P(X = 10) = \frac{27}{216} = 0{,}125\). 3. Der Denkfehler liegt darin, dass die ungeordneten Zerlegungen im Laplace-Modell nicht gleichwahrscheinlich sind. Da die Würfel als unterscheidbar betrachtet werden müssen, besitzen Zahlentripel aus verschiedenen Zahlen mehr Realisierungsmöglichkeiten (Permutationen) als solche mit gleichen Augenzahlen.

Antwort

1. Beide Summen besitzen jeweils 6 ungeordnete Zerlegungen. 2. \(P(X = 9) = \frac{25}{216} \approx 0{,}1157\) und \(P(X = 10) = \frac{27}{216} = 0{,}125\). 3. Die Zerlegungen sind nicht gleichwahrscheinlich, da sie je nach Zusammensetzung (verschiedene Zahlen vs. gleiche Zahlen) unterschiedlich viele Permutationen im Laplace-Raum repräsentieren.
43096712
Zwei Urnen \(A\) und \(B\) enthalten jeweils \(10\) Kugeln. Urne \(A\) enthält \(3\) rote und \(7\) blaue Kugeln, während Urne \(B\) genau \(7\) rote und \(3\) blaue Kugeln enthält. Eine der Urnen wurde zufällig ausgewählt, wobei beide Möglichkeiten zu Beginn als gleich wahrscheinlich gelten. Aus der gewählten Urne werden nacheinander drei Kugeln mit Zurücklegen gezogen. Das Protokoll der Ziehungen lautet: rot, rot, blau. Berechne nach jeder einzelnen Ziehung die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich um Urne \(B\) handelt. Welche Urne ist nach der dritten Ziehung insgesamt wahrscheinlicher?

Denkanstöße

- Stelle dir vor, wie sich deine Überzeugung nach jeder Information ändert. - Verwende die Wahrscheinlichkeit aus dem vorherigen Schritt als neuen Ausgangspunkt für die nächste Berechnung. - Überlege dir, wie das Verhältnis der roten Kugeln in den beiden Urnen die Wahrscheinlichkeit beeinflusst. - Der Satz von Bayes hilft dir, die Wahrscheinlichkeit einer Ursache (Urne) zu bestimmen, wenn die Wirkung (gezogene Kugel) bekannt ist.

Lösung

1. Definition der Hypothesen und Wahrscheinlichkeiten: Hypothese \(H_A\) (Urne \(A\)) und \(H_B\) (Urne \(B\)) mit den Startwahrscheinlichkeiten \(P(H_A) = P(H_B) = 0{,}5\). In Urne \(A\) gilt \(P(r|H_A) = 0{,}3\) und \(P(b|H_A) = 0{,}7\). In Urne \(B\) gilt \(P(r|H_B) = 0{,}7\) und \(P(b|H_B) = 0{,}3\). 2. Erste Ziehung (rot): Die neue Wahrscheinlichkeit für \(H_B\) berechnet sich nach dem Satz von Bayes: \(P(H_B|r) = \frac{0{,}5 \cdot 0{,}7}{0{,}5 \cdot 0{,}7 + 0{,}5 \cdot 0{,}3} = \frac{0{,}35}{0{,}5} = 0{,}7\). Damit ist \(P(H_A|r) = 0{,}3\). 3. Zweite Ziehung (rot): Die Wahrscheinlichkeit aus Schritt 2 dient als neue A-priori-Wahrscheinlichkeit. \(P(H_B|rr) = \frac{0{,}7 \cdot 0{,}7}{0{,}7 \cdot 0{,}7 + 0{,}3 \cdot 0{,}3} = \frac{0{,}49}{0{,}49 + 0{,}09} = \frac{49}{58} \approx 0{,}8448\). Entsprechend ist \(P(H_A|rr) = \frac{9}{58} \approx 0{,}1552\). 4. Dritte Ziehung (blau): \(P(H_B|rrb) = \frac{\frac{49}{58} \cdot 0{,}3}{\frac{49}{58} \cdot 0{,}3 + \frac{9}{58} \cdot 0{,}7} = \frac{14{,}7}{14{,}7 + 6{,}3} = \frac{14{,}7}{21{,}0} = 0{,}7\). 5. Vergleich: Da \(P(H_B|rrb) = 0{,}7 > 0{,}3 = P(H_A|rrb)\), ist Urne \(B\) wahrscheinlicher.

Antwort

Nach der 1. Ziehung (rot): \(70\,\%\) Nach der 2. Ziehung (rot): ca. \(84{,}48\,\%\) (exakt \(\frac{49}{58}\)) Nach der 3. Ziehung (blau): \(70\,\%\) Nach der dritten Ziehung ist Urne \(B\) wahrscheinlicher.
43111912
Ein Computerprogramm soll eine zufällige Folge der Buchstaben \(A\) und \(B\) erzeugen, wobei beide Ergebnisse gleichwahrscheinlich sein sollen. Es wurde die folgende Kette mit 20 Zeichen ausgegeben: \(A, B, B, A, B, A, A, B, A, B, B, A, B, B, A, A, B, A, B, B\) 1. Bestimme die relativen Häufigkeiten der Ergebnisse \(A\) und \(B\). 2. Untersuche die Folge auf Paare aufeinanderfolgender Buchstaben (z. B. \(AB\), \(BA\), ...). Bestimme die absoluten und relativen Häufigkeiten aller vier möglichen Paarkombinationen. 3. Bei einem idealen Zufallsgenerator (Laplace-Modell) beträgt die Wahrscheinlichkeit für jedes Paar \(0{,}25\). Berechne die erwarteten absoluten Häufigkeiten der Paare für eine Kette dieser Länge und vergleiche sie mit deinen Ergebnissen.

Denkanstöße

- Zähle zuerst genau, wie viele Zeichen die Kette insgesamt hat und wie oft jedes Zeichen vorkommt. - Bedenke, dass bei \(n\) Zeichen genau \(n-1\) Paare entstehen, da jedes Zeichen (außer dem letzten) der Start eines Paares ist. - Was bedeutet „gleichwahrscheinlich“ für die theoretische Erwartung bei Paaren wie \(AA, AB, BA, BB\)? - Vergleiche die gezählten Werte direkt mit dem berechneten Erwartungswert.

Lösung

1. In der Folge treten \(9\)-mal der Buchstabe \(A\) und \(11\)-mal der Buchstabe \(B\) auf. Die relativen Häufigkeiten sind \(h(A) = \frac{9}{20} = 0{,}45\) und \(h(B) = \frac{11}{20} = 0{,}55\). 2. Bei einer Kette von 20 Zeichen ergeben sich \(19\) benachbarte Paare. Die Auszählung ergibt: \(H(AA) = 2\), \(H(AB) = 7\), \(H(BA) = 6\) und \(H(BB) = 4\). Die relativen Häufigkeiten der Paare sind \(h(AA) = \frac{2}{19} \approx 0{,}105\), \(h(AB) = \frac{7}{19} \approx 0{,}368\), \(h(BA) = \frac{6}{19} \approx 0{,}316\) und \(h(BB) = \frac{4}{19} \approx 0{,}211\). 3. Der theoretische Erwartungswert für die absolute Häufigkeit jedes Paares liegt bei \(19 \cdot 0{,}25 = 4{,}75\). Im Vergleich dazu treten die Wechselpaare \(AB\) und \(BA\) häufiger auf als erwartet, während das Paar \(AA\) deutlich seltener vorkommt.

Antwort

1. \(h(A) = 0{,}45\); \(h(B) = 0{,}55\) 2. Absolute Häufigkeiten (von 19 Paaren): \(H(AA) = 2\); \(H(AB) = 7\); \(H(BA) = 6\); \(H(BB) = 4\). Relative Häufigkeiten: \(h(AA) \approx 10{,}5\,\%\); \(h(AB) \approx 36{,}8\,\%\); \(h(BA) \approx 31{,}6\,\%\); \(h(BB) \approx 21{,}1\,\%\). 3. Erwarteter Wert je Paar: \(4{,}75\). Die Paare \(AB\) und \(BA\) sind überrepräsentiert, \(AA\) ist unterrepräsentiert.
43112012
Ein Schüler soll eine zufällige Folge von 24 Münzwürfen (K: Kopf, Z: Zahl) simulieren, ohne tatsächlich eine Münze zu werfen. Er notiert: \(K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z\) 1. Bestimme die relativen Häufigkeiten für Kopf und Zahl in dieser Folge. 2. Analysiere die Häufigkeiten der Paare \(KK, KZ, ZK\) und \(ZZ\). 3. Beurteile die Qualität dieser „Zufallsfolge“ im Vergleich zu einem echten Laplace-Experiment. Nutze dazu den Erwartungswert für die Anzahl der Paare \(KK\) und \(ZZ\).

Denkanstöße

- Wie viele Paare kannst du in einer Kette von 24 Buchstaben bilden? - Berechne, wie oft man jedes der vier Paare im Durchschnitt erwarten würde, wenn der Wurf wirklich zufällig wäre. - Schau dir das Muster der Folge genau an – fällt dir eine Regelmäßigkeit auf, die bei echtem Zufall eher selten ist? - Unterscheide zwischen der Häufigkeit einzelner Ergebnisse und der Häufigkeit von Mustern (Paaren).

Lösung

1. In der Folge tritt \(12\)-mal \(K\) und \(12\)-mal \(Z\) auf. Die relativen Häufigkeiten sind \(h(K) = \frac{12}{24} = 0{,}5\) und \(h(Z) = \frac{12}{24} = 0{,}5\). 2. Es gibt \(23\) Paare. Die Auszählung ergibt: \(H(KZ) = 12\), \(H(ZK) = 11\), \(H(KK) = 0\) und \(H(ZZ) = 0\). 3. Für eine echte Zufallsfolge (Laplace-Münze mit \(p=0{,}5\)) ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Paar \(0{,}25\). Der Erwartungswert für die Anzahl der Paare \(KK\) (bzw. \(ZZ\)) beträgt \(E = 23 \cdot 0{,}25 = 5{,}75\). Da in der vorliegenden Folge diese Paare überhaupt nicht vorkommen (Häufigkeit 0), ist die Folge als Ergebnis eines echten Zufallsversuchs extrem unwahrscheinlich. Sie wirkt „zu regelmäßig“ abwechselnd, was ein typisches Muster für vom Menschen ausgedachte „Zufallsfolgen“ ist.

Antwort

1. \(h(K) = 0{,}5\); \(h(Z) = 0{,}5\) 2. \(H(KZ) = 12\); \(H(ZK) = 11\); \(H(KK) = 0\); \(H(ZZ) = 0\) 3. Die Folge ist für ein echtes Zufallsexperiment äußerst untypisch. Während die Einzelwahrscheinlichkeiten perfekt verteilt sind, fehlen gleiche aufeinanderfolgende Ergebnisse (\(KK\) oder \(ZZ\)) vollständig. Der Erwartungswert für \(KK\) und \(ZZ\) läge bei jeweils \(5{,}75\). Das Fehlen dieser Paare deutet auf ein bewusstes Abwechseln hin.
42698812
Ein spezieller sechsseitiger Würfel trägt auf seinen Flächen die Augenzahlen \(1, 1, 1, 2, 2\) und \(3\). Der Würfel wird zweimal geworfen. Als Ergebnis des Gesamtexperiments wird das ungeordnete Zahlenpaar der beiden erzielten Augenzahlen notiert (z. B. \((1;2)\)). a) Liste alle möglichen Ergebnisse in einer Ergebnismenge \(\Omega\) auf. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeitsverteilung für die Ergebnismenge \(\Omega\). c) Erläutere unter Verwendung der Ergebnisse aus b), weshalb die Annahme eines Laplace-Experiments für diese Ergebnismenge \(\Omega\) falsch ist.

Denkanstöße

- Notiere zuerst, mit welcher Wahrscheinlichkeit jede der Zahlen \(1, 2\) und \(3\) bei einem einzelnen Wurf auftritt. - Überlege dir bei Paaren mit unterschiedlichen Zahlen, wie viele Möglichkeiten es im Baumdiagramm gibt, dieses Ergebnis zu erzielen. - Prüfe am Ende, ob die Summe aller berechneten Wahrscheinlichkeiten \(1\) ergibt. - Erinnere dich daran, welche Bedingung erfüllt sein muss, damit ein Zufallsexperiment als Laplace-Experiment bezeichnet wird.

Lösung

1. Die möglichen Augenzahlen pro Wurf sind \(1, 2\) und \(3\). Die Ergebnismenge der ungeordneten Paare ist \(\Omega = \{(1;1), (1;2), (1;3), (2;2), (2;3), (3;3)\}\). 2. Die Einzelwahrscheinlichkeiten sind \(P(1) = \frac{3}{6} = \frac{1}{2}\), \(P(2) = \frac{2}{6} = \frac{1}{3}\) und \(P(3) = \frac{1}{6}\). 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für die ungeordneten Paare (mit \(i \neq j\) gilt \(P(\{(i;j)\}) = 2 \cdot P(i) \cdot P(j)\)): \(P(\{(1;1)\}) = \frac{1}{2} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1}{4} = \frac{9}{36}\) \(P(\{(1;2)\}) = 2 \cdot \frac{1}{2} \cdot \frac{1}{3} = \frac{1}{3} = \frac{12}{36}\) \(P(\{(1;3)\}) = 2 \cdot \frac{1}{2} \cdot \frac{1}{6} = \frac{1}{6} = \frac{6}{36}\) \(P(\{(2;2)\}) = \frac{1}{3} \cdot \frac{1}{3} = \frac{1}{9} = \frac{4}{36}\) \(P(\{(2;3)\}) = 2 \cdot \frac{1}{3} \cdot \frac{1}{6} = \frac{1}{9} = \frac{4}{36}\) \(P(\{(3;3)\}) = \frac{1}{6} \cdot \frac{1}{6} = \frac{1}{36}\) 4. Da die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse in \(\Omega\) voneinander abweichen (z. B. \(P(\{(1;2)\}) = \frac{12}{36}\) gegenüber \(P(\{(3;3)\}) = \frac{1}{36}\)), sind die Ergebnisse nicht gleichwahrscheinlich, was der Definition eines Laplace-Experiments widerspricht.

Antwort

a) \(\Omega = \{(1;1), (1;2), (1;3), (2;2), (2;3), (3;3)\}\) b) \(P(\{(1;1)\}) = \frac{1}{4}\); \(P(\{(1;2)\}) = \frac{1}{3}\); \(P(\{(1;3)\}) = \frac{1}{6}\); \(P(\{(2;2)\}) = \frac{1}{9}\); \(P(\{(2;3)\}) = \frac{1}{9}\); \(P(\{(3;3)\}) = \frac{1}{36}\) c) In einem Laplace-Experiment müssten alle sechs Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{6}\) besitzen. Da die berechneten Wahrscheinlichkeiten jedoch variieren (zwischen \(\frac{1}{36}\) und \(\frac{12}{36}\)), liegt kein Laplace-Experiment vor.
42715412
In der Qualitätskontrolle eines Elektronikherstellers werden Bauteile in Dreiergruppen auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft. Bei einer Untersuchung von 200 solcher Gruppen ergab sich folgende Verteilung der defekten Bauteile \(k\) pro Gruppe: <table> <tr><td>Anzahl defekter Bauteile \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td></tr> <tr><td>Anzahl der Gruppen \(n_k\)</td><td>130</td><td>55</td><td>12</td><td>3</td></tr> </table> 1. Berechne den durchschnittlichen Anteil defekter Bauteile in der gesamten Stichprobe. Nutze diesen Wert als Schätzer für die Wahrscheinlichkeit \(p\), dass ein einzelnes Bauteil defekt ist. 2. Gehe davon aus, dass die Anzahl der defekten Bauteile pro Gruppe einer Binomialverteilung \(B(3; p)\) folgt. Berechne unter Verwendung des geschätzten Werts aus Teilaufgabe 1 die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Gruppe mindestens ein Bauteil defekt ist. 3. Vergleiche das Ergebnis aus Teilaufgabe 2 mit der tatsächlichen relativen Häufigkeit von Gruppen mit mindestens einem Defekt in der Stichprobe.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob du die Wahrscheinlichkeit für ein einzelnes Bauteil oder die durchschnittliche Anzahl pro Gruppe berechnest. - Was ist das Gegenereignis zu „mindestens ein Defekt“? - Wie bestimmt man die relative Häufigkeit einer kombinierten Merkmalsausprägung (z. B. \(k \ge 1\))?

Lösung

1. Gesamtzahl der defekten Bauteile: \(0 \cdot 130 + 1 \cdot 55 + 2 \cdot 12 + 3 \cdot 3 = 88\). Gesamtzahl der geprüften Bauteile: \(200 \cdot 3 = 600\). Schätzwert für \(p\): \(p = \frac{88}{600} \approx 0{,}1467\). (Alternativ über den Mittelwert pro Gruppe: \(\bar{k} = \frac{88}{200} = 0{,}44\); \(3p = 0{,}44 \Rightarrow p \approx 0{,}1467\)). 2. Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Defekt: \(P(X \ge 1) = 1 - P(X = 0) = 1 - (1 - p)^3 \approx 1 - (1 - 0{,}1467)^3 \approx 1 - 0{,}8533^3 \approx 1 - 0{,}6213 = 0{,}3787\). 3. Empirische relative Häufigkeit: \(h(k \ge 1) = \frac{55 + 12 + 3}{200} = \frac{70}{200} = 0{,}35\). Das Modell liefert mit ca. \(37{,}87\,\%\) eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit als die beobachteten \(35\,\%\).

Antwort

1. \(p \approx 0{,}1467\) 2. \(P(X \ge 1) \approx 0{,}3787\) 3. Theoretisch: \(37{,}87\,\%\); Empirisch: \(35\,\%\).
42717812
In der axiomatischen Definition der Wahrscheinlichkeit wird die Additivität nur für disjunkte Ereignisse vorausgesetzt. a) Begründe mithilfe der Axiome von Kolmogorow, dass für zwei beliebige Ereignisse \(A\) und \(B\) die Gleichung \(P(A) = P(A \cap B) + P(A \cap \overline{B})\) gilt. b) Nutze die Zerlegung \(A \cup B = (A \cap \overline{B}) \cup B\), um die allgemeine Additionsregel \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\) herzuleiten.

Denkanstöße

- Versuche, ein Ereignis so darzustellen, dass es aus zwei Teilen besteht: dem Teil, der eine bestimmte Bedingung erfüllt, und dem Teil, der sie nicht erfüllt. - Warum sind die Mengen \(A \cap B\) und \(A \cap \overline{B}\) disjunkt? - Wie kannst du die Wahrscheinlichkeit \(P(A \cap \overline{B})\) mithilfe von \(P(A)\) und \(P(A \cap B)\) ausdrücken? - Nutze eine geschickte Zerlegung von \(A \cup B\), bei der eine der Teilmengen bereits das gesamte Ereignis \(B\) ist.

Lösung

1. Disjunkte Zerlegung von \(A\): Das Ereignis \(A\) lässt sich als Vereinigung der Teilmengen schreiben, die entweder in \(B\) liegen oder nicht in \(B\) liegen: \(A = (A \cap B) \cup (A \cap \overline{B})\). Da \((A \cap B) \cap (A \cap \overline{B}) = \emptyset\), sind diese disjunkt. 2. Anwendung von Axiom 3: Es folgt unmittelbar \(P(A) = P(A \cap B) + P(A \cap \overline{B})\). 3. Disjunkte Zerlegung von \(A \cup B\): Die Menge \(A \cup B\) besteht aus allen Elementen von \(B\) und jenen Elementen von \(A\), die nicht in \(B\) liegen. Es gilt \(A \cup B = (A \cap \overline{B}) \cup B\) mit \((A \cap \overline{B}) \cap B = \emptyset\). 4. Anwendung von Axiom 3: \(P(A \cup B) = P(A \cap \overline{B}) + P(B)\). 5. Substitution: Aus der Gleichung in Schritt 2 folgt \(P(A \cap \overline{B}) = P(A) - P(A \cap B)\). 6. Finale Herleitung: Einsetzen in die Gleichung aus Schritt 4 ergibt \(P(A \cup B) = P(A) - P(A \cap B) + P(B)\), was der allgemeinen Additionsregel entspricht.

Antwort

a) \(P(A) = P(A \cap B) + P(A \cap \overline{B})\) b) \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\)
42718412
Gegeben sind zwei beliebige Ereignisse \(E_1\) und \(E_2\). Leite die Ungleichung \(P(E_1 \cup E_2) \le P(E_1) + P(E_2)\) her, indem du das Axiom für die Wahrscheinlichkeit unvereinbarer Ereignisse (Additivität) nutzt. Hinweis: Zerlege die Menge \(E_1 \cup E_2\) in zwei disjunkte (unvereinbare) Teilmengen, von denen eine \(E_1\) ist.

Denkanstöße

- Erinnere dich an das Axiom für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung von Mengen, die keine gemeinsamen Elemente haben. - Wie kannst du die Fläche von zwei überlappenden Kreisen so aufteilen, dass du nur nicht-überlappende Teile hast? - Welche Beziehung besteht zwischen der Wahrscheinlichkeit einer Teilmenge und der Wahrscheinlichkeit der gesamten Menge?

Lösung

1. Die Vereinigungsmenge lässt sich als Vereinigung zweier disjunkter Mengen darstellen: \(E_1 \cup E_2 = E_1 \cup (E_2 \setminus E_1)\). Dabei ist \(E_2 \setminus E_1\) die Menge aller Ergebnisse, die in \(E_2\), aber nicht in \(E_1\) liegen. 2. Nach dem Axiom für unvereinbare Ereignisse gilt: \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2 \setminus E_1)\). 3. Außerdem gilt die disjunkte Zerlegung \(E_2 = (E_2 \setminus E_1) \mathbin{\dot\cup} (E_1 \cap E_2)\). Mit Additivität und Nichtnegativität folgt \(P(E_2) = P(E_2 \setminus E_1) + P(E_1 \cap E_2) \ge P(E_2 \setminus E_1)\). 4. Durch Ersetzen im Term aus Schritt 2 erhält man die gesuchte Beziehung: \(P(E_1 \cup E_2) \le P(E_1) + P(E_2)\).

Antwort

Durch die disjunkte Zerlegung \(E_1 \cup E_2 = E_1 \cup (E_2 \cap \overline{E_1})\) folgt mit dem Additivitätsaxiom \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2 \cap \overline{E_1})\). Da \(E_2 = (E_2 \cap \overline{E_1}) \mathbin{\dot\cup} (E_1 \cap E_2)\) gilt, folgt aus Additivität und Nichtnegativität \(P(E_2 \cap \overline{E_1}) \le P(E_2)\). Einsetzen ergibt \(P(E_1 \cup E_2) \le P(E_1) + P(E_2)\).
42718812
Für zwei beliebige Ereignisse \(A\) und \(B\), die nicht notwendigerweise unvereinbar sind, gilt der allgemeine Additionssatz: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\) Beweise diese Formel unter Verwendung der Kolmogorow-Axiome. Nutze dazu die Zerlegung von Mengen in disjunkte Teilmengen.

Denkanstöße

- Versuche, die Menge \(A \cup B\) so darzustellen, dass sie aus zwei Teilen besteht, die sich nicht überlappen (disjunkt sind). - Wie kannst du die Menge \(B\) mithilfe der Schnittmenge \(A \cap B\) in zwei disjunkte Teile zerlegen? - Nutze das Additivitätsaxiom für diese Zerlegungen und versuche, einen gemeinsamen Term zu finden, den du ersetzen kannst.

Lösung

1. Zerlegung von \(A \cup B\) in unvereinbare Teilmengen: Es gilt \(A \cup B = A \cup (B \setminus A)\), wobei \(A \cap (B \setminus A) = \emptyset\). 2. Anwendung von Axiom 3 (Additivität): \(P(A \cup B) = P(A) + P(B \setminus A)\). 3. Zerlegung von \(B\) in unvereinbare Teilmengen: Es gilt \(B = (B \cap A) \cup (B \setminus A)\), wobei \((B \cap A) \cap (B \setminus A) = \emptyset\). 4. Anwendung von Axiom 3 auf \(B\): \(P(B) = P(B \cap A) + P(B \setminus A)\). 5. Umstellen nach der Differenzmenge: \(P(B \setminus A) = P(B) - P(A \cap B)\) (da \(B \cap A = A \cap B\)). 6. Substitution: Einsetzen des Ausdrucks für \(P(B \setminus A)\) in die Gleichung aus Schritt 2 liefert \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\).

Antwort

Durch die disjunkte Zerlegung \(A \cup B = A \cup (B \setminus A)\) folgt aus Axiom 3: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B \setminus A)\). Da sich \(B\) ebenfalls disjunkt als \(B = (B \cap A) \cup (B \setminus A)\) darstellen lässt, gilt \(P(B) = P(A \cap B) + P(B \setminus A)\). Durch Auflösen nach \(P(B \setminus A)\) und Einsetzen in die erste Gleichung erhält man \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\).
43083412
In einer Qualitätskontrolle werden \(5000\) Bauteile aus zwei verschiedenen Werken auf Defekte untersucht. Die Verteilung der Bauteile ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: <table> <thead> <tr> <th></th> <th>einwandfrei (\(E\))</th> <th>defekt (\(D\))</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>Werk A (\(W_A\))</td> <td>\(1800\)</td> <td>\(200\)</td> </tr> <tr> <td>Werk B (\(W_B\))</td> <td>\(2700\)</td> <td>\(300\)</td> </tr> </tbody> </table> a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig aus der Gesamtheit der \(5000\) Bauteile ausgewähltes Stück defekt ist. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird hierbei angewendet? b) Ein Techniker behauptet: „Die Wahrscheinlichkeit für ein defektes Teil in Werk A beträgt genau \(0{,}1\).“ Beurteile diese Aussage, indem du zwischen der relativen Häufigkeit in einer Stichprobe und einem theoretischen Wahrscheinlichkeitsmodell unterscheidest. c) Formuliere ein Ereignis in diesem Kontext, dessen Wahrscheinlichkeit mithilfe des Additionssatzes für unvereinbare Ereignisse berechnet werden kann, und führe die Rechnung durch.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob nach einer Wahrscheinlichkeit für die gesamte Menge oder für eine Teilgruppe gefragt wird. - Überlege, ob die Zahlen in der Tabelle eine beobachtete Realität beschreiben oder eine unumstößliche theoretische Regel. - Was muss für zwei Ereignisse gelten, damit man ihre Wahrscheinlichkeiten einfach addieren darf, um die Wahrscheinlichkeit für „das eine oder das andere“ zu erhalten?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der defekten Teile: \(n(D) = 200 + 300 = 500\). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit bei zufälliger Auswahl aus \(N = 5000\): \(P(D) = \frac{500}{5000} = 0{,}1\). Dies entspricht dem Laplace-Begriff, da jedes Teil als gleich wahrscheinlich für die Auswahl betrachtet wird. 3. Beurteilung der Aussage: Der Wert \(0{,}1\) (aus \(200 : 2000\)) ist die relative Häufigkeit innerhalb der untersuchten Stichprobe (empirischer Begriff). In einem theoretischen Modell ist die Wahrscheinlichkeit ein fester Parameter des Produktionsprozesses, der durch die relative Häufigkeit lediglich geschätzt wird. Die exakte Gleichheit ist im Modell meist eine Idealisierung. 4. Anwendung des Additionssatzes: Wähle die Ereignisse \(W_A\) (Teil aus Werk A) und \(W_B\) (Teil aus Werk B). Da ein Teil nicht aus beiden Werken gleichzeitig stammen kann, sind sie unvereinbar (\(W_A \cap W_B = \emptyset\)). 5. Berechnung: \(P(W_A \cup W_B) = P(W_A) + P(W_B) = \frac{2000}{5000} + \frac{3000}{5000} = 0{,}4 + 0{,}6 = 1\). Das Ereignis „Das Teil stammt aus Werk A oder Werk B“ umfasst hier die gesamte Grundmenge.

Antwort

a) \(P(D) = 0{,}1\); Laplace-Wahrscheinlichkeit. b) Die Aussage verwechselt die relative Häufigkeit in der Stichprobe (\(0{,}1\)) mit einer theoretischen Wahrscheinlichkeit des Prozesses; letztere ist oft nur näherungsweise durch Erstere bestimmbar. c) Beispiel: Ereignis „Teil kommt aus Werk A oder Werk B“. Da die Mengen disjunkt sind, gilt \(P(W_A \cup W_B) = P(W_A) + P(W_B) = 0{,}4 + 0{,}6 = 1\).
43087012
Ein Qualitätskontrolleur stellt fest, dass bei der Produktion elektronischer Bauteile zwei verschiedene Mängel \(M_1\) und \(M_2\) auftreten können. Er ermittelt auf Basis einer großen Stichprobe folgende Daten: - \(8\,\%\) der Bauteile weisen den Mangel \(M_1\) auf. - Bei einem Viertel der Bauteile, die den Mangel \(M_1\) haben, tritt zusätzlich der Mangel \(M_2\) auf. - \(90\,\%\) der Bauteile sind vollkommen fehlerfrei. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig entnommenes Bauteil ausschließlich den Mangel \(M_2\) aufweist.

Denkanstöße

- Notiere dir zuerst alle gegebenen Informationen als mathematische Wahrscheinlichkeiten. Achte besonders auf Formulierungen wie „unter den Bauteilen mit Mangel 1“. - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung beider Ereignisse, wenn \(90\,\%\) der Teile fehlerfrei sind? - Kannst du die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Auftreten beider Mängel aus den Angaben berechnen? - Eine Vierfeldertafel könnte dir helfen, die Zusammenhänge zwischen den Mängeln übersichtlich darzustellen.

Lösung

1. Identifikation der gegebenen Wahrscheinlichkeiten: \(P(M_1) = 0{,}08\), \(P(M_2 | M_1) = 0{,}25\) und \(P(\overline{M_1} \cap \overline{M_2}) = 0{,}90\). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Auftreten beider Mängel: \(P(M_1 \cap M_2) = P(M_1) \cdot P(M_2 | M_1) = 0{,}08 \cdot 0{,}25 = 0{,}02\). 3. Bestimmung der Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Mangel vorliegt: \(P(M_1 \cup M_2) = 1 - P(\overline{M_1} \cap \overline{M_2}) = 1 - 0{,}90 = 0{,}10\). 4. Nutzung der Zerlegung der Vereinigungsmenge: \(P(M_1 \cup M_2) = P(M_1) + P(M_2 \cap \overline{M_1})\). 5. Berechnung des gesuchten Anteils (nur Mangel \(M_2\)): \(P(M_2 \cap \overline{M_1}) = P(M_1 \cup M_2) - P(M_1) = 0{,}10 - 0{,}08 = 0{,}02\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(0{,}02\) (oder \(2\,\%\)).
43087412
Ein technisches Bauteil wird in einer Qualitätskontrolle auf drei verschiedene Kriterien geprüft. Aus langjährigen Daten ist bekannt, dass ein Bauteil mit einer Wahrscheinlichkeit von \(90\,\%\) maßhaltig ist (Kriterium A), mit \(85\,\%\) eine ausreichende Oberflächengüte besitzt (Kriterium B) und mit \(80\,\%\) die geforderte Materialfestigkeit aufweist (Kriterium C). Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewähltes Bauteil alle drei Kriterien gleichzeitig erfüllt, mindestens bzw. höchstens?

Denkanstöße

- Welches der drei Kriterien schränkt die maximale Anzahl an perfekten Bauteilen am stärksten ein? - Stell dir vor, die Fehler bei den verschiedenen Kriterien treten bei völlig unterschiedlichen Bauteilen auf. Wie viele Bauteile blieben dann noch übrig, die gar keinen Fehler haben? - Wie viel „Platz“ lassen die Gegenwahrscheinlichkeiten (die Wahrscheinlichkeiten für einen Defekt) insgesamt im Bereich bis \(100\,\%\)?

Lösung

1. Gegeben sind die Wahrscheinlichkeiten \(P(A) = 0{,}90\), \(P(B) = 0{,}85\) und \(P(C) = 0{,}80\). 2. Die maximale Wahrscheinlichkeit für die Schnittmenge \(P(A \cap B \cap C)\) ist durch die kleinste Einzelwahrscheinlichkeit begrenzt, da alle drei Ereignisse gleichzeitig eintreten müssen: \(P(A \cap B \cap C)_{\text{max}} = \min(0{,}90; 0{,}85; 0{,}80) = 0{,}80\). 3. Die minimale Wahrscheinlichkeit für den Schnitt von drei Ereignissen lässt sich über die Bonferroni-Ungleichung bestimmen: \(P(A \cap B \cap C) \ge P(A) + P(B) + P(C) - 2\). Einsetzen der Werte ergibt \(0{,}90 + 0{,}85 + 0{,}80 - 2 = 2{,}55 - 2 = 0{,}55\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Kriterien erfüllt sind, beträgt mindestens \(55\,\%\) und höchstens \(80\,\%\).
43088012
In einer Urne befinden sich \(10\) Kugeln, die von \(1\) bis \(10\) durchnummeriert sind. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln ohne Zurücklegen gezogen. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel mit der Nummer \(1\) unter den gezogenen Kugeln ist. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine der beiden Kugeln mit den Nummern \(1\) oder \(2\) gezogen wird. c) Ein Schüler behauptet: „Wenn die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Kugel \(3 \cdot \frac{1}{10}\) ist, dann muss die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine von zwei bestimmten Kugeln dabei ist, logischerweise \(3 \cdot \frac{2}{10} = 0{,}6\) sein.“ Überprüfe diese Aussage mithilfe deiner Ergebnisse und erkläre den Denkfehler.

Denkanstöße

- Wie viele Möglichkeiten gibt es, 3 Kugeln aus 10 zu wählen? - Bei „mindestens“-Aufgaben ist es oft einfacher, das Gegenteil zu berechnen. - Wann darf man Wahrscheinlichkeiten von zwei Ereignissen einfach addieren? - Überlege dir, ob es möglich ist, dass beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.

Lösung

1. Wahrscheinlichkeit für Kugel \(1\): Die Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) aus \(10\) Kugeln zu ziehen, ist \(\binom{10}{3} = 120\). Die günstigen Fälle (Kugel \(1\) ist dabei) sind \(\binom{1}{1} \cdot \binom{9}{2} = 36\). Damit gilt \(P(\text{Kugel } 1) = \frac{36}{120} = \frac{3}{10} = 0{,}3\). 2. Wahrscheinlichkeit für mindestens eine aus \(\{1,2\}\): Berechnung über das Gegenereignis (weder \(1\) noch \(2\) wird gezogen). Die Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) Kugeln aus den restlichen \(8\) zu ziehen, ist \(\binom{8}{3} = 56\). Die Wahrscheinlichkeit für das Gegenereignis ist \(\frac{56}{120} = \frac{7}{15}\). Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ist \(P(\text{mind. eine}) = 1 - \frac{7}{15} = \frac{8}{15} \approx 0{,}533\). 3. Analyse des Denkfehlers: Die Behauptung des Schülers ist falsch, da \(0{,}533 \neq 0{,}6\). Der Fehler liegt darin, dass die Ereignisse „Kugel \(1\) wird gezogen“ und „Kugel \(2\) wird gezogen“ nicht unvereinbar (disjunkt) sind. Es ist möglich, dass beide Kugeln gleichzeitig gezogen werden. Die einfache Addition der Wahrscheinlichkeiten (oder die Verdopplung) zählt den Fall, in dem beide Kugeln in der Auswahl enthalten sind, doppelt.

Antwort

a) \(P = 0{,}3\) b) \(P = \frac{8}{15} \approx 0{,}533\) c) Die Aussage ist falsch. Der Denkfehler liegt in der Annahme, dass die Ereignisse disjunkt seien; die Schnittmenge (beide Kugeln werden gezogen) wird bei der Rechnung des Schülers fälschlicherweise doppelt gezählt.
43093012
In einem Logistikzentrum werden Pakete sortiert. Von den täglich \(15\,000\) Paketen sind \(10\,800\) für den Inlandsversand bestimmt, der Rest geht ins Ausland. Erfahrungsgemäß sind \(5\,\%\) aller Pakete beschädigt. Von den Auslandspaketen sind genau \(126\) beschädigt. Ein Paket wird für eine Qualitätskontrolle zufällig ausgewählt. 1. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist das Paket für das Ausland bestimmt? 2. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paket für den Inlandsversand bestimmt und beschädigt ist? 3. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist ein zufällig ausgewähltes Paket für den Inlandsversand bestimmt und unbeschädigt?

Denkanstöße

- Kannst du aus dem Prozentsatz die absolute Anzahl der beschädigten Pakete berechnen? - Was ist die Grundgesamtheit, auf die sich die Wahrscheinlichkeit bezieht? - Versuche, alle Teilmengen der Pakete (Inland/Ausland, beschädigt/unbeschädigt) einzeln zu bestimmen. - Überlege, wie du die Anzahl der beschädigten Pakete auf Inland und Ausland aufteilen kannst.

Lösung

1. Anzahl Auslandspakete: \(15\,000 - 10\,800 = 4\,200\). Wahrscheinlichkeit: \(P(\text{Ausland}) = \frac{4\,200}{15\,000} = 0{,}28\). 2. Gesamtzahl beschädigter Pakete: \(0{,}05 \cdot 15\,000 = 750\). Anzahl beschädigter Inlandspakete: \(750 - 126 = 624\). Wahrscheinlichkeit: \(P(\text{Inland} \cap \text{beschädigt}) = \frac{624}{15\,000} = 0{,}0416\). 3. Anzahl unbeschädigter Inlandspakete: Gesamtzahl Inland (\(10\,800\)) minus beschädigte Inland (\(624\)) ergibt \(10\,176\). Wahrscheinlichkeit bezogen auf die Gesamtmenge: \(P(\text{Inland} \cap \text{unbeschädigt}) = \frac{10\,176}{15\,000} = 0{,}6784\).

Antwort

1. \(P = 0{,}28\) 2. \(P = 0{,}0416\) 3. \(P = 0{,}6784\)
43093812
In einem medizinischen Labor wird ein Schnelltest für eine seltene Krankheit untersucht. Aus langjährigen empirischen Daten ist bekannt, dass \(2\,\%\) der Bevölkerung diese Krankheit haben. Der Test hat eine Sensitivität von \(98\,\%\) (er erkennt Kranke als positiv) und eine Spezifität von \(95\,\%\) (er erkennt Gesunde als negativ). a) Erstelle ein Baumdiagramm für dieses Zufallsexperiment und bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine zufällig ausgewählte Person ein positives Testergebnis erhält. b) Berechne die bedingte Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Person tatsächlich krank ist, wenn ihr Testergebnis positiv ausfällt. c) Erläutere kurz den Unterschied zwischen dem Laplace-Begriff und dem hier verwendeten Wahrscheinlichkeitsbegriff.

Denkanstöße

- Zeichne zuerst die Äste für den Gesundheitszustand und danach die Äste für das Testergebnis. - Wie berechnet man die Gesamtwahrscheinlichkeit eines Ergebnisses, das auf verschiedenen Pfaden im Baumdiagramm vorkommt? - Welche Formel hilft dir, wenn du eine Wahrscheinlichkeit „unter der Bedingung, dass...“ suchst? - Überlege, ob man bei einer Krankheit davon ausgehen kann, dass „krank“ und „gesund“ gleich wahrscheinlich sind wie die Seiten einer Münze.

Lösung

1. Definition der Ereignisse: \(K\): krank, \(G\): gesund, \(T+\): Test positiv, \(T-\): Test negativ. Gegeben: \(P(K) = 0{,}02\), \(P(G) = 0{,}98\), \(P(T+|K) = 0{,}98\), \(P(T-|G) = 0{,}95\) (daraus folgt \(P(T+|G) = 0{,}05\)). 2. Berechnung der totalen Wahrscheinlichkeit für ein positives Testergebnis (1. Pfadregel und Summenregel): \(P(T+) = P(K) \cdot P(T+|K) + P(G) \cdot P(T+|G) = 0{,}02 \cdot 0{,}98 + 0{,}98 \cdot 0{,}05 = 0{,}0196 + 0{,}049 = 0{,}0686\). 3. Berechnung der bedingten Wahrscheinlichkeit (Satz von Bayes): \(P(K|T+) = \frac{P(K \cap T+)}{P(T+)} = \frac{0{,}0196}{0{,}0686} \approx 0{,}2857\). 4. Begriffliche Einordnung: Der Laplace-Begriff setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind (Symmetrie). Hier basiert die Wahrscheinlichkeit jedoch auf dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff (Häufigkeitsinterpretation), da die Grundwahrscheinlichkeiten (\(2\,\%\) Infektionsrate) aus statistischen Beobachtungen der Realität gewonnen wurden und keine Symmetrie vorliegt.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit für ein positives Testergebnis beträgt \(6{,}86\,\%\) (\(0{,}0686\)). b) Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich krank zu sein, beträgt ca. \(28{,}57\,\%\). c) Der Laplace-Begriff beruht auf Symmetrie und Gleichwahrscheinlichkeit, während hier empirische Daten (relative Häufigkeiten) die Grundlage bilden.
43094812
Beim klassischen Zahlenlotto „6 aus 49“ werden sechs Gewinnzahlen aus \(49\) durchnummerierten Kugeln gezogen. 1. Bestimme die theoretische Wahrscheinlichkeit (Laplace-Wahrscheinlichkeit) für das Ereignis, genau drei Richtige zu erzielen. 2. In einer computergestützten Simulation wurden \(1\,000\,000\) Ziehungen durchgeführt. Dabei traten in \(17\,612\) Fällen genau drei Richtige auf. Berechne die relative Häufigkeit dieses Ergebnisses und bestimme die absolute Differenz zur theoretischen Wahrscheinlichkeit. 3. Erläutere kurz den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit aus der Simulation und dem theoretischen Wert im Hinblick auf das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Wie berechnet man die Anzahl der Möglichkeiten, eine Teilmenge aus einer größeren Menge auszuwählen? - Erinnere dich an die Definition der relativen Häufigkeit im Vergleich zur Laplace-Wahrscheinlichkeit. - Was passiert mit der Abweichung zwischen Theorie und Empirie, wenn man ein Experiment sehr oft wiederholt?

Lösung

1. Die Gesamtzahl der Kombinationen ist \(\binom{49}{6} = 13\,983\,816\). Die Anzahl der günstigen Ergebnisse für genau drei Richtige ist \(\binom{6}{3} \cdot \binom{43}{3} = 20 \cdot 12\,341 = 246\,820\). Die theoretische Wahrscheinlichkeit ist \(P \approx 0{,}0176504\). 2. Die relative Häufigkeit beträgt \(h = \frac{17\,612}{1\,000\,000} = 0{,}017612\). Die absolute Differenz beträgt \(|0{,}0176504 - 0{,}017612| \approx 0{,}0000384\). 3. Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit eines Zufallsergebnisses mit zunehmender Anzahl an Versuchen der theoretischen Wahrscheinlichkeit an. Die geringe Differenz bei einer Million Versuchen bestätigt diese Stabilisierung.

Antwort

1. \(P(\text{3 Richtige}) \approx 1{,}765\,\%\) 2. Relative Häufigkeit: \(1{,}7612\,\%\); Absolute Differenz: \(\approx 0{,}00384\,\text{Prozentpunkte}\) 3. Die relative Häufigkeit stabilisiert sich mit wachsendem Stichprobenumfang um den theoretischen Wert (Gesetz der großen Zahlen).
43095212
Anhand einer Sterbetafel lässt sich die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen bestimmter Altersstufen modellieren. Nutze die folgenden Daten: <table> <tr> <th>Alter \(x\)</th> <th>Anzahl der Personen \(l_x\), die das Alter \(x\) erreichen</th> </tr> <tr> <td>\(30\)</td> <td>\(97\,827\)</td> </tr> <tr> <td>\(60\)</td> <td>\(85\,356\)</td> </tr> <tr> <td>\(75\)</td> <td>\(52\,140\)</td> </tr> </table> 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit \(p\), dass eine \(30\)-jährige Person mindestens \(60\) Jahre alt wird. 2. Bestimme die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass eine Person, die bereits \(60\) Jahre alt ist, ihren \(75\). Geburtstag erlebt. Vergleiche diesen Wert mit der Wahrscheinlichkeit \(p\) aus Aufgabenteil 1. 3. In einer Gruppe von fünf \(30\)-jährigen Freunden: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau drei von ihnen ihren \(60\). Geburtstag feiern können?

Denkanstöße

- Was ist der Unterschied zwischen der Wahrscheinlichkeit, ein Alter zu erreichen, und der Wahrscheinlichkeit, ein Alter zu erreichen, wenn man bereits ein gewisses Alter hat? - Welches Verteilungsmodell eignet sich für eine feste Anzahl von Versuchen mit zwei möglichen Ausgängen? - Achte darauf, welche Werte aus der Tabelle du für die bedingte Wahrscheinlichkeit ins Verhältnis setzen musst.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeit als Quotient der Überlebenden: \(p = \frac{l_{60}}{l_{30}} = \frac{85\,356}{97\,827} \approx 0{,}8725\). 2. Die bedingte Wahrscheinlichkeit ist \(P(S_{75} | S_{60}) = \frac{l_{75}}{l_{60}} = \frac{52\,140}{85\,356} \approx 0{,}6108\). Ein Vergleich zeigt: \(0{,}6108 < 0{,}8725\). Die Wahrscheinlichkeit, die nächsten \(15\) Jahre zu überleben, ist für einen \(60\)-Jährigen deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit für einen \(30\)-Jährigen, die nächsten \(30\) Jahre zu überleben. 3. Dies ist ein Bernoulli-Experiment mit \(n=5\), \(k=3\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit \(p \approx 0{,}8725\). Anwendung der Binomialverteilung: \(P(X=3) = \binom{5}{3} \cdot 0{,}8725^3 \cdot (1-0{,}8725)^2 = 10 \cdot 0{,}6642 \cdot 0{,}0163 \approx 0{,}1080\).

Antwort

1. \(p \approx 0{,}8725\) (bzw. \(87{,}25\,\%\)). 2. Die bedingte Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(0{,}6108\) (bzw. \(61{,}08\,\%\)). Dieser Wert ist kleiner als \(p\). 3. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(0{,}1080\) (bzw. \(10{,}80\,\%\)).
43095412
Eine Urne enthält \(10\) weiße und \(10\) schwarze Kugeln. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln entnommen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(2\) weiße Kugeln gezogen werden, wenn die Entnahme ohne Zurücklegen erfolgt. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau \(2\) weiße Kugeln unter der Annahme, dass jede Kugel nach dem Ziehen wieder zurückgelegt wird. 3. Vergleiche die beiden Ergebnisse und begründe den Unterschied unter Bezugnahme auf die zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeitsmodelle (Laplace-Modell der hypergeometrischen Verteilung vs. Bernoulli-Modell der Binomialverteilung).

Denkanstöße

- Überlege für den ersten Teil, wie sich die Anzahl der verfügbaren Kugeln nach jedem Zug verändert. - Nutze für den zweiten Teil die Pfadregeln oder die Formel für die Binomialverteilung, da die Wahrscheinlichkeit hier konstant bleibt. - Denke beim Vergleich daran, wie die „Abhängigkeit“ der Ereignisse die Wahrscheinlichkeiten im weiteren Verlauf beeinflusst. - Was passiert mit dem Anteil der weißen Kugeln in der Urne, nachdem bereits eine weiße Kugel entnommen wurde?

Lösung

1. Ohne Zurücklegen (hypergeometrische Verteilung): Die Gesamtzahl der Stichproben ist \(\binom{20}{3} = 1140\). Die Anzahl der günstigen Ergebnisse (2 weiße aus 10, 1 schwarze aus 10) ist \(\binom{10}{2} \cdot \binom{10}{1} = 45 \cdot 10 = 450\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P_{ohne} = \frac{450}{1140} = \frac{15}{38} \approx 0{,}3947\). 2. Mit Zurücklegen (Binomialverteilung): Die Trefferwahrscheinlichkeit ist \(p = \frac{10}{20} = 0{,}5\). Bei \(n=3\) Versuchen ist \(P_{mit}(X=2) = \binom{3}{2} \cdot 0{,}5^2 \cdot 0{,}5^1 = 3 \cdot 0{,}125 = 0{,}375\). 3. Vergleich: \(P_{ohne} \approx 0{,}3947 > P_{mit} = 0{,}375\). Der Unterschied entsteht, weil beim Ziehen ohne Zurücklegen die Entnahme einer weißen Kugel die Wahrscheinlichkeit verringert, erneut eine weiße zu ziehen (Abhängigkeit der Züge). Im Modell mit Zurücklegen bleiben die Wahrscheinlichkeiten konstant (Unabhängigkeit). Da die Grundgesamtheit (\(20\)) relativ klein im Verhältnis zur Stichprobe (\(3\)) ist, weichen die Modelle merklich voneinander ab.

Antwort

1. \(P \approx 39{,}47\,\%\) 2. \(P = 37{,}5\,\%\) 3. Die Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen ist höher, da sich die Zusammensetzung der Urne ändert. Bei kleinen Gesamtmengen weichen die Ergebnisse der hypergeometrischen Verteilung und der Binomialverteilung voneinander ab.
43096812
Ein Forscher möchte herausfinden, ob eine vorliegende Münze fair (Kopf-Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\)) oder gezinkt (Kopf-Wahrscheinlichkeit \(0{,}8\)) ist. Zu Beginn hält er beide Möglichkeiten für gleich wahrscheinlich. Er wirft die Münze dreimal und erhält die Sequenz: Kopf, Kopf, Zahl. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für die Hypothese „gezinkte Münze“ nach jedem der drei Würfe. Wie ändert sich die Einschätzung der Hypothese durch den dritten Wurf im Vergleich zum zweiten?

Denkanstöße

- Was passiert mit deiner Vermutung, wenn ein Ergebnis eintritt, das für eine der Münzen sehr unwahrscheinlich ist? - Kannst du eine Tabelle anlegen, um die Wahrscheinlichkeiten nach jedem Wurf zu aktualisieren? - Wie stark gewichtet ein Kopf-Wurf die Meinung in Richtung der gezinkten Münze im Vergleich zu einem Zahl-Wurf?

Lösung

1. Initialisierung: Hypothese \(F\) (fair) mit \(P(K|F) = 0{,}5\), \(P(Z|F) = 0{,}5\). Hypothese \(G\) (gezinkt) mit \(P(K|G) = 0{,}8\), \(P(Z|G) = 0{,}2\). Startwerte: \(P(F) = 0{,}5\), \(P(G) = 0{,}5\). 2. Erster Wurf (Kopf): \(P(G|K) = \frac{0{,}5 \cdot 0{,}8}{0{,}5 \cdot 0{,}8 + 0{,}5 \cdot 0{,}5} = \frac{0{,}4}{0{,}65} = \frac{8}{13} \approx 0{,}6154\). 3. Zweiter Wurf (Kopf): \(P(G|KK) = \frac{\frac{8}{13} \cdot 0{,}8}{\frac{8}{13} \cdot 0{,}8 + \frac{5}{13} \cdot 0{,}5} = \frac{6{,}4}{6{,}4 + 2{,}5} = \frac{6{,}4}{8{,}9} = \frac{64}{89} \approx 0{,}7191\). 4. Dritter Wurf (Zahl): \(P(G|KKZ) = \frac{\frac{64}{89} \cdot 0{,}2}{\frac{64}{89} \cdot 0{,}2 + \frac{25}{89} \cdot 0{,}5} = \frac{12{,}8}{12{,}8 + 12{,}5} = \frac{12{,}8}{25{,}3} = \frac{128}{253} \approx 0{,}5059\). 5. Analyse der Änderung: Durch die Beobachtung „Zahl“, die bei einer fairen Münze deutlich wahrscheinlicher ist als bei der gezinkten, sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Hypothese „gezinkt“ wieder stark ab (von ca. \(71{,}9\,\%\) auf ca. \(50{,}6\,\%\)), sodass beide Hypothesen nun fast wieder als gleich wahrscheinlich gelten.

Antwort

Wahrscheinlichkeit für „gezinkt“: Nach dem 1. Wurf: ca. \(61{,}54\,\%\) (\(\frac{8}{13}\)) Nach dem 2. Wurf: ca. \(71{,}91\,\%\) (\(\frac{64}{89}\)) Nach dem 3. Wurf: ca. \(50{,}59\,\%\) (\(\frac{128}{253}\)) Durch den dritten Wurf (Zahl) sinkt die Wahrscheinlichkeit für die gezinkte Münze deutlich, da dieses Ergebnis bei der gezinkten Münze viel seltener zu erwarten ist als bei einer fairen Münze.

Alle Aufgaben dürfen für Schule und Nachhilfe (auch im Rahmen bezahlter Nachhilfe) kostenlos genutzt, kopiert und ausgedruckt werden. Nicht gestattet sind kommerzielle Bearbeitungen sowie die Veröffentlichung oder Weiterverbreitung im Internet.