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In der Wahrscheinlichkeitstheorie unterscheidet man verschiedene Herangehensweisen, um die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu bestimmen. Betrachte die folgenden drei Aussagen:
Aussage A: „Da das Losrad 20 exakt gleich große Felder hat und nur eines den Hauptgewinn markiert, beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit \(\frac{1}{20}\).“
Aussage B: „Ich habe diesen Legostein 500-mal geworfen. In 142 Fällen blieb er auf der schmalen Seite liegen. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis schätze ich daher auf ca. \(28{,}4\,\%\).“
Aussage C: „Meiner Einschätzung nach wird die neue App mit einer Wahrscheinlichkeit von \(70\,\%\) ein Erfolg am Markt.“
Ordne jeder Aussage einen der folgenden Wahrscheinlichkeitsbegriffe zu und begründe deine Wahl kurz:
- Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace-Wahrscheinlichkeit)
- Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirische Wahrscheinlichkeit)
- Subjektive Wahrscheinlichkeit
Denkanstöße
- Wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, bevor ein Experiment stattfindet, oder erst danach?
- Spielen physikalische Symmetrien eine Rolle?
- Handelt es sich um ein einmaliges Ereignis oder um einen wiederholbaren Vorgang?
- Worauf stützt sich die Person bei ihrer Angabe: auf Abzählen, auf Messen oder auf eine Meinung?
Lösung
1. Aussage A wird der klassischen Wahrscheinlichkeit (Laplace) zugeordnet. Die Begründung liegt in der Annahme von Symmetrie und gleichwahrscheinlichen Elementarereignissen (gleich große Felder), wodurch die Wahrscheinlichkeit als Quotient aus günstigen und möglichen Ergebnissen berechnet wird: \(P = \frac{1}{20} = 0{,}05\).
2. Aussage B entspricht der statistischen Wahrscheinlichkeit (empirischer Begriff). Hier wird die relative Häufigkeit \(\frac{142}{500} = 0{,}284\) aus einer langen Versuchsreihe als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit verwendet (Gesetz der großen Zahlen). Da der Legostein keine physikalische Symmetrie wie ein idealer Würfel aufweist, ist ein theoretischer Ansatz vorab nicht möglich.
3. Aussage C ist eine subjektive Wahrscheinlichkeit. Sie basiert nicht auf Symmetrieüberlegungen oder exakten Versuchsreihen, sondern auf einer persönlichen Einschätzung, Intuition oder Erfahrungswerten in einer Situation, die nicht exakt reproduzierbar ist.
Antwort
A: Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace), da alle Felder gleich wahrscheinlich sind.
B: Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirisch), da die Wahrscheinlichkeit aus der relativen Häufigkeit einer Versuchsreihe abgeleitet wird.
C: Subjektive Wahrscheinlichkeit, da es sich um eine persönliche Einschätzung eines Experten oder einer Einzelperson handelt.
