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Wahrscheinlichkeitsmodelle vergleichen

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In der Wahrscheinlichkeitstheorie unterscheidet man verschiedene Herangehensweisen, um die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu bestimmen. Betrachte die folgenden drei Aussagen: Aussage A: „Da das Losrad 20 exakt gleich große Felder hat und nur eines den Hauptgewinn markiert, beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit \(\frac{1}{20}\).“ Aussage B: „Ich habe diesen Legostein 500-mal geworfen. In 142 Fällen blieb er auf der schmalen Seite liegen. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis schätze ich daher auf ca. \(28{,}4\,\%\).“ Aussage C: „Meiner Einschätzung nach wird die neue App mit einer Wahrscheinlichkeit von \(70\,\%\) ein Erfolg am Markt.“ Ordne jeder Aussage einen der folgenden Wahrscheinlichkeitsbegriffe zu und begründe deine Wahl kurz: - Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace-Wahrscheinlichkeit) - Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirische Wahrscheinlichkeit) - Subjektive Wahrscheinlichkeit

Denkanstöße

- Wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, bevor ein Experiment stattfindet, oder erst danach? - Spielen physikalische Symmetrien eine Rolle? - Handelt es sich um ein einmaliges Ereignis oder um einen wiederholbaren Vorgang? - Worauf stützt sich die Person bei ihrer Angabe: auf Abzählen, auf Messen oder auf eine Meinung?

Lösung

1. Aussage A wird der klassischen Wahrscheinlichkeit (Laplace) zugeordnet. Die Begründung liegt in der Annahme von Symmetrie und gleichwahrscheinlichen Elementarereignissen (gleich große Felder), wodurch die Wahrscheinlichkeit als Quotient aus günstigen und möglichen Ergebnissen berechnet wird: \(P = \frac{1}{20} = 0{,}05\). 2. Aussage B entspricht der statistischen Wahrscheinlichkeit (empirischer Begriff). Hier wird die relative Häufigkeit \(\frac{142}{500} = 0{,}284\) aus einer langen Versuchsreihe als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit verwendet (Gesetz der großen Zahlen). Da der Legostein keine physikalische Symmetrie wie ein idealer Würfel aufweist, ist ein theoretischer Ansatz vorab nicht möglich. 3. Aussage C ist eine subjektive Wahrscheinlichkeit. Sie basiert nicht auf Symmetrieüberlegungen oder exakten Versuchsreihen, sondern auf einer persönlichen Einschätzung, Intuition oder Erfahrungswerten in einer Situation, die nicht exakt reproduzierbar ist.

Antwort

A: Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace), da alle Felder gleich wahrscheinlich sind. B: Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirisch), da die Wahrscheinlichkeit aus der relativen Häufigkeit einer Versuchsreihe abgeleitet wird. C: Subjektive Wahrscheinlichkeit, da es sich um eine persönliche Einschätzung eines Experten oder einer Einzelperson handelt.
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Bestimme für die folgenden Beispiele, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace-Begriff, empirischer oder axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff) jeweils verwendet wird, und begründe deine Entscheidung kurz. a) Die Wahrscheinlichkeit, mit einem fairen achtseitigen Würfel (Oktaeder) eine Primzahl zu würfeln, wird mit \(0{,}5\) angegeben. b) Eine Statistik zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsgeburt bei etwa \(1{,}2\,\%\) liegt. c) In der mathematischen Stochastik wird vorausgesetzt, dass für jedes Ereignis \(A\) die Bedingung \(0 \le P(A) \le 1\) erfüllt sein muss. d) Ein Meteorologe gibt die Regenwahrscheinlichkeit für den nächsten Tag basierend auf den Wetterdaten der letzten 50 Jahre mit \(30\,\%\) an.

Denkanstöße

- Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit durch logisches Abzählen gleich möglicher Fälle bestimmt wurde. - Prüfe, ob der Wert auf Beobachtungen oder Messreihen aus der Vergangenheit beruht. - Frage dich, ob es sich um eine grundlegende mathematische Regel oder Definition handelt, die für alle Wahrscheinlichkeiten gelten muss.

Lösung

1. Zu a): Laplace-Begriff. Begründung: Es wird von einem „fairen“ Würfel ausgegangen, bei dem alle acht Seiten (Elementarereignisse) aufgrund der Symmetrie als gleich wahrscheinlich angenommen werden. Die Primzahlen im Bereich 1 bis 8 sind 2, 3, 5 und 7, woraus sich \(P = \frac{4}{8} = 0{,}5\) ergibt. 2. Zu b): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründung: Der Wert basiert auf der Auswertung statistischer Daten (relative Häufigkeit) über einen längeren Zeitraum. 3. Zu c): Axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründung: Es handelt sich um eine formale Festlegung (Nichtnegativitäts- und Normierungsaxiom nach Kolmogorow), die die mathematische Struktur von Wahrscheinlichkeitsmaßen definiert. 4. Zu d): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründung: Die Wahrscheinlichkeit wird aus der relativen Häufigkeit ähnlicher Wetterlagen in der Vergangenheit abgeleitet.

Antwort

a) Laplace-Begriff (Symmetrie/Gleichwahrscheinlichkeit der Seiten). b) Empirischer Begriff (statistische Daten/relative Häufigkeit). c) Axiomatischer Begriff (formale Definition/Axiome). d) Empirischer Begriff (Beobachtungsdaten aus der Vergangenheit).
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Ordne den folgenden Aussagen den jeweils passenden Wahrscheinlichkeitsbegriff (klassisch/Laplace, empirisch/statistisch oder subjektiv) zu und begründe deine Entscheidung kurz. a) Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Neugeborenes ein Junge ist, wird in der Demografie mit \(51{,}4\,\%\) angegeben. b) Beim Drehen eines Glücksrads mit \(10\) gleich großen, von \(1\) bis \(10\) nummerierten Feldern beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Primzahl \(0{,}4\). c) Ein Anlageberater vermutet, dass der Goldpreis im nächsten Quartal mit einer Wahrscheinlichkeit von \(80\,\%\) steigen wird. d) Nach der Auswertung von Versicherungsdaten wird die Wahrscheinlichkeit für einen Wildunfall auf einer bestimmten Strecke mit \(0{,}02\,\%\) pro Fahrt angegeben.

Denkanstöße

- Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit durch Abzählen gleich möglicher Fälle bestimmt wurde. - Prüfe, ob der Wert auf Daten aus der Vergangenheit oder Beobachtungen beruht. - Frage dich, ob die Zahl eine persönliche Meinung oder eine fachliche Einschätzung für ein spezielles Ereignis darstellt. - Gibt es eine physikalische Symmetrie, die alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich macht?

Lösung

1. Teilaufgabe a): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Die Angabe basiert auf der statistischen Auswertung einer sehr großen Anzahl von Beobachtungen (Geburtenregistern) und nicht auf einer theoretischen Symmetrieüberlegung. 2. Teilaufgabe b): Klassischer Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace). Da die Felder gleich groß sind, wird von der Symmetrie des Zufallsgeräts ausgegangen. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich theoretisch aus dem Quotienten der günstigen Ergebnisse (Primzahlen \(2, 3, 5, 7\)) und der Gesamtzahl der Ergebnisse (\(10\)), also \(\frac{4}{10} = 0{,}4\). 3. Teilaufgabe c): Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff. Es handelt sich um eine persönliche Einschätzung oder Erwartung eines Experten für ein einmaliges Ereignis, die nicht durch Symmetrie oder eine lange Versuchsreihe exakt belegt werden kann. 4. Teilaufgabe d): Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. Der Wert resultiert aus der Auswertung vergangener Daten (relative Häufigkeit von Unfällen in der Statistik) und dient als Schätzwert für die Zukunft.

Antwort

a) Empirisch (statistische Daten) b) Klassisch/Laplace (Symmetrie des Glücksrads) c) Subjektiv (persönliche Einschätzung) d) Empirisch (Unfallstatistik)
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In einer Spielshow müssen Kandidaten zwischen zwei Gewinnstrategien wählen, bei denen sie Antworten rein zufällig erraten: Strategie A: Bei \(5\) Multiple-Choice-Fragen mit jeweils \(4\) Antwortmöglichkeiten (davon ist genau eine richtig) müssen mindestens \(3\) Fragen richtig erraten werden. Strategie B: Bei \(10\) Ja/Nein-Fragen (Wahrscheinlichkeit für einen richtigen Tipp ist jeweils \(0{,}5\)) müssen genau \(5\) Fragen richtig erraten werden. Welche Strategie bietet die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit?

Denkanstöße

- Bestimme für beide Strategien die Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) pro Frage. - Wie viele Fragen müssen insgesamt beantwortet werden (\(n\))? - Denke daran, dass „mindestens 3“ bedeutet, dass 3, 4 oder 5 Antworten korrekt sein können. - Verwende die Formel von Bernoulli für die einzelnen Wahrscheinlichkeiten.

Lösung

1. Analyse von Strategie A (Bernoulli-Kette mit \(n=5, p=0{,}25\)): Gesucht ist \(P(X \ge 3) = P(X=3) + P(X=4) + P(X=5)\). \(P(X=3) = \binom{5}{3} \cdot 0{,}25^3 \cdot 0{,}75^2 = 10 \cdot \frac{1}{64} \cdot \frac{9}{16} = \frac{90}{1024}\) \(P(X=4) = \binom{5}{4} \cdot 0{,}25^4 \cdot 0{,}75^1 = 5 \cdot \frac{1}{256} \cdot \frac{3}{4} = \frac{15}{1024}\) \(P(X=5) = \binom{5}{5} \cdot 0{,}25^5 \cdot 0{,}75^0 = 1 \cdot \frac{1}{1024} \cdot 1 = \frac{1}{1024}\) \(P(X \ge 3) = \frac{90+15+1}{1024} = \frac{106}{1024} \approx 0{,}1035\) 2. Analyse von Strategie B (Bernoulli-Kette mit \(n=10, p=0{,}5\)): Gesucht ist \(P(Y=5)\). \(P(Y=5) = \binom{10}{5} \cdot 0{,}5^5 \cdot 0{,}5^5 = 252 \cdot 0{,}5^{10} = \frac{252}{1024} \approx 0{,}2461\) 3. Vergleich: Da \(\frac{252}{1024} > \frac{106}{1024}\), ist Strategie B erfolgversprechender.

Antwort

Strategie B bietet die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit. Die Wahrscheinlichkeit liegt hier bei ca. \(24{,}61\,\%\), während sie bei Strategie A nur ca. \(10{,}35\,\%\) beträgt.
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Aus einer Gruppe von 15 Auszubildenden, bestehend aus 6 Frauen und 9 Männern, sollen Personen für verschiedene Aufgaben ausgewählt werden. a) Wie viele Möglichkeiten gibt es insgesamt, eine Gruppe von 4 Personen für eine gemeinsame Fortbildung auszuwählen? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufälligen Auswahl von 4 Personen für diese Fortbildung genau 2 Frauen und 2 Männer dabei sind. c) Für vier unterschiedliche Tagesaufgaben wird jeweils nacheinander eine Person ausgelost, wobei eine Person auch mehrfach ausgewählt werden kann (Auswahl mit Zurücklegen). Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass dabei genau 2-mal eine Frau ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob die Auswahl gleichzeitig (oder ohne Zurücklegen) erfolgt oder ob eine Person mehrfach gewählt werden kann. - Welches mathematische Werkzeug hilft dir, die Anzahl der Möglichkeiten zu zählen, eine Teilmenge aus einer größeren Gruppe zu bilden? - Bei Teilaufgabe c) handelt es sich um ein Zufallsexperiment, bei dem die Wahrscheinlichkeit für jeden der vier Schritte gleich bleibt.

Lösung

1. Berechnung der Gesamtmöglichkeiten für die Auswahl von 4 aus 15 Personen ohne Beachtung der Reihenfolge: \(\binom{15}{4} = \frac{15 \cdot 14 \cdot 13 \cdot 12}{4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1} = 1365\). 2. Berechnung der günstigen Fälle für genau 2 Frauen und 2 Männer: \(\binom{6}{2} \cdot \binom{9}{2} = 15 \cdot 36 = 540\). Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus dem Quotienten: \(P = \frac{540}{1365} = \frac{36}{91} \approx 0{,}3956\). 3. Modellierung als Bernoulli-Kette mit \(n=4\), \(k=2\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Frau \(p = \frac{6}{15} = 0{,}4\): \(P(X=2) = \binom{4}{2} \cdot 0{,}4^2 \cdot 0{,}6^2 = 6 \cdot 0{,}16 \cdot 0{,}36 = 0{,}3456\).

Antwort

a) Es gibt \(1365\) Möglichkeiten. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(39{,}56\,\%\) (\(\frac{36}{91}\)). c) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(34{,}56\,\%\).
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Ein Elektronikfachmarkt erhält eine Lieferung von \(24\) Smartphones, von denen genau \(3\) Geräte einen Softwarefehler aufweisen. Zur Qualitätskontrolle werden \(4\) Geräte zufällig mit einem Griff entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter den entnommenen Smartphones kein Gerät mit einem Softwarefehler ist. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eines der entnommenen Geräte einen Softwarefehler besitzt. c) Wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis aus Teilaufgabe a), wenn man die Geräte nacheinander prüfen und jedes Mal wieder in den Bestand zurücklegen würde? Vergleiche die Ergebnisse.

Denkanstöße

- Achte auf den Unterschied zwischen „mit einem Griff“ und „mit Zurücklegen“. - Wie hängen die Ereignisse „kein Fehler“ und „mindestens ein Fehler“ zusammen? - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit des nächsten Zugs, wenn ein bereits geprüftes Teil nicht mehr zur Verfügung steht?

Lösung

1. Teilaufgabe a): Da die Entnahme mit einem Griff erfolgt (ohne Zurücklegen), nutzt man den Binomialkoeffizienten. Die Wahrscheinlichkeit für \(0\) defekte Geräte bei \(4\) Entnahmen aus \(24\) (davon \(3\) defekt, \(21\) intakt) ist \(P(X = 0) = \frac{\binom{3}{0} \cdot \binom{21}{4}}{\binom{24}{4}} = \frac{1 \cdot 5985}{10626} \approx 0{,}5632\). 2. Teilaufgabe b): Das Ereignis „mindestens ein Fehler“ ist das Gegenereignis zu „kein Fehler“. Somit gilt \(P(X \geq 1) = 1 - P(X = 0) = 1 - \frac{5985}{10626} = \frac{4641}{10626} \approx 0{,}4368\). 3. Teilaufgabe c): Bei Ziehen mit Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit für ein intaktes Gerät konstant \(p = \frac{21}{24} = 0{,}875\). Für \(4\) Treffer in einer Bernoulli-Kette gilt \(P(Z = 4) = 0{,}875^4 \approx 0{,}5862\). Der Vergleich zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit beim Ziehen mit Zurücklegen etwas höher ist (\(0{,}5862 > 0{,}5632\)), da beim Ziehen ohne Zurücklegen die Anzahl der verfügbaren intakten Geräte mit jedem Zug sinkt.

Antwort

a) \(P(X = 0) \approx 56{,}32\,\%\) b) \(P(X \geq 1) \approx 43{,}68\,\%\) c) Mit Zurücklegen: \(P \approx 58{,}62\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit ist beim Ziehen mit Zurücklegen höher, da die Chance auf ein intaktes Gerät nicht durch vorangegangene Züge verringert wird.
42710612
Ein kleiner Behälter enthält \(50\) USB-Sticks. Laut Lieferant sind höchstens \(3\) davon defekt. Ein IT-Unternehmen entnimmt der Lieferung eine Stichprobe von \(3\) Sticks. Die Lieferung wird reklamiert, wenn mindestens ein defekter Stick gefunden wird. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für eine Reklamation unter der Annahme, dass sich genau \(3\) defekte Sticks im Behälter befinden, wenn a) die Stichprobe ohne Zurücklegen gezogen wird, b) die Ziehung vereinfacht als Bernoulli-Kette (mit Zurücklegen) modelliert wird. c) Berechne die absolute Differenz der beiden Wahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Wie berechnet man die Anzahl der Möglichkeiten, eine bestimmte Anzahl an Objekten aus einer Menge auszuwählen? - Was ist der Unterschied im Nenner bei der Wahrscheinlichkeitsberechnung zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen? - Nutze das Gegenereignis „kein defekter Stick“, um die Rechnung zu vereinfachen. - Die absolute Differenz ist der Betrag der Abweichung zwischen beiden Modellen.

Lösung

1. Berechnung für „ohne Zurücklegen“ (Hypergeometrische Verteilung): Gesamtzahl \(N = 50\), Anzahl defekt \(M = 3\), Stichprobe \(n = 3\). \(P(\text{mind. 1 defekt}) = 1 - P(\text{0 defekt}) = 1 - \frac{\binom{3}{0} \cdot \binom{47}{3}}{\binom{50}{3}}\). \(\binom{47}{3} = 16\,215\), \(\binom{50}{3} = 19\,600\). \(P(\text{ohne}) = 1 - \frac{16215}{19600} \approx 1 - 0{,}82730 = 0{,}17270\). 2. Berechnung für „mit Zurücklegen“ (Binomialverteilung): \(n = 3\), \(p = \frac{3}{50} = 0{,}06\). \(P(\text{mit}) = 1 - P(X = 0) = 1 - (1 - 0{,}06)^3 = 1 - 0{,}94^3\). \(P(\text{mit}) = 1 - 0{,}83058 = 0{,}16942\). 3. Berechnung der absoluten Differenz: \(|0{,}17270 - 0{,}16942| = 0{,}00328\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen beträgt ca. \(17{,}27\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit mit Zurücklegen beträgt ca. \(16{,}94\,\%\). c) Die absolute Differenz beträgt ca. \(0{,}0033\) (oder \(0{,}33\) Prozentpunkte).
42715312
Ein Agrarbiologe untersucht die Keimfähigkeit einer bestimmten Sorte von Pflanzensamen. Dazu werden 150 Proben mit jeweils 5 Samen unter kontrollierten Bedingungen beobachtet. Die Anzahl \(k\) der gekeimten Samen pro Probe wurde in der folgenden Häufigkeitstabelle festgehalten: <table> <tr><td>Anzahl gekeimter Samen \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td><td>4</td><td>5</td></tr> <tr><td>Häufigkeit \(n_k\)</td><td>4</td><td>21</td><td>50</td><td>48</td><td>22</td><td>5</td></tr> </table> 1. Bestimme das arithmetische Mittel \(\bar{k}\) der gekeimten Samen pro Probe. 2. Es wird angenommen, dass die Anzahl der gekeimten Samen pro Probe binomialverteilt nach \(B(5; p)\) ist. Schätze die Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\), indem du \(\bar{k}\) mit dem Erwartungswert der Binomialverteilung gleichsetzt. 3. Berechne auf Basis dieses Modells die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Probe genau 2 Samen keimen. Vergleiche diesen Wert mit der relativen Häufigkeit aus der Stichprobe.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Durchschnittswert aus einer Häufigkeitstabelle? - Welche Formel verknüpft die Parameter einer Binomialverteilung mit ihrem Erwartungswert? - Wie lautet die Formel von Bernoulli für einen spezifischen Wert \(k\)? - Überlege, wie man die relative Häufigkeit eines Ereignisses aus der Anzahl der Beobachtungen bestimmt.

Lösung

1. Berechnung des arithmetischen Mittels: \(\bar{k} = \frac{0 \cdot 4 + 1 \cdot 21 + 2 \cdot 50 + 3 \cdot 48 + 4 \cdot 22 + 5 \cdot 5}{150} = \frac{378}{150} = 2{,}52\). 2. Schätzung von \(p\): Da für eine binomialverteilte Zufallsgröße \(\mu = n \cdot p\) gilt, folgt mit \(n = 5\) und \(\mu \approx \bar{k}\): \(5 \cdot p = 2{,}52 \Rightarrow p = 0{,}504\). 3. Theoretische Wahrscheinlichkeit für \(k = 2\): \(P(X = 2) = \binom{5}{2} \cdot 0{,}504^2 \cdot (1 - 0{,}504)^3 \approx 0{,}3100\). Die empirische relative Häufigkeit beträgt \(h(2) = \frac{50}{150} = \frac{1}{3} \approx 0{,}3333\). Der empirische Wert liegt somit etwa \(2{,}34\) Prozentpunkte über dem theoretischen Modellwert.

Antwort

1. \(\bar{k} = 2{,}52\) 2. \(p = 0{,}504\) 3. Theoretisch: \(P(X = 2) \approx 0{,}3100\); empirisch: \(h(2) \approx 0{,}3333\).
42715412
In der Qualitätskontrolle eines Elektronikherstellers werden Bauteile in Dreiergruppen auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft. Bei einer Untersuchung von 200 solcher Gruppen ergab sich folgende Verteilung der defekten Bauteile \(k\) pro Gruppe: <table> <tr><td>Anzahl defekter Bauteile \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td></tr> <tr><td>Anzahl der Gruppen \(n_k\)</td><td>130</td><td>55</td><td>12</td><td>3</td></tr> </table> 1. Berechne den durchschnittlichen Anteil defekter Bauteile in der gesamten Stichprobe. Nutze diesen Wert als Schätzer für die Wahrscheinlichkeit \(p\), dass ein einzelnes Bauteil defekt ist. 2. Gehe davon aus, dass die Anzahl der defekten Bauteile pro Gruppe einer Binomialverteilung \(B(3; p)\) folgt. Berechne unter Verwendung des geschätzten Werts aus Teilaufgabe 1 die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Gruppe mindestens ein Bauteil defekt ist. 3. Vergleiche das Ergebnis aus Teilaufgabe 2 mit der tatsächlichen relativen Häufigkeit von Gruppen mit mindestens einem Defekt in der Stichprobe.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob du die Wahrscheinlichkeit für ein einzelnes Bauteil oder die durchschnittliche Anzahl pro Gruppe berechnest. - Was ist das Gegenereignis zu „mindestens ein Defekt“? - Wie bestimmt man die relative Häufigkeit einer kombinierten Merkmalsausprägung (z. B. \(k \ge 1\))?

Lösung

1. Gesamtzahl der defekten Bauteile: \(0 \cdot 130 + 1 \cdot 55 + 2 \cdot 12 + 3 \cdot 3 = 88\). Gesamtzahl der geprüften Bauteile: \(200 \cdot 3 = 600\). Schätzwert für \(p\): \(p = \frac{88}{600} = \frac{11}{75} \approx 0{,}1467\). Alternativ über den Mittelwert pro Gruppe: \(\bar{k} = \frac{88}{200} = 0{,}44\); \(3p = 0{,}44 \Rightarrow p = \frac{11}{75}\). 2. Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Defekt: \(P(X \ge 1) = 1 - P(X = 0) = 1 - (1 - p)^3 = 1 - \left(\frac{64}{75}\right)^3 \approx 0{,}3786\). 3. Empirische relative Häufigkeit: \(h(k \ge 1) = \frac{55 + 12 + 3}{200} = \frac{70}{200} = 0{,}35\). Das Modell liefert mit ca. \(37{,}86\,\%\) eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit als die beobachteten \(35\,\%\).

Antwort

1. \(p = \frac{11}{75} \approx 0{,}1467\) 2. \(P(X \ge 1) \approx 0{,}3786\) 3. Theoretisch: \(37{,}86\,\%\); empirisch: \(35\,\%\).
42716512
In einer Fertigungsanlage für elektronische Bauteile wird eine Stichprobe von \(500\) Einheiten untersucht. Dabei werden \(15\) defekte Bauteile festgestellt. 1. Bestimme die relative Häufigkeit der defekten Bauteile und benenne den Wahrscheinlichkeitsbegriff, der verwendet wird, wenn diese Häufigkeit als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit dient. 2. Für die Planung wird nun ein theoretisches Modell mit einer konstanten Defektwahrscheinlichkeit von \(p = 0{,}02\) angenommen. Die Defektzustände der \(20\) zufällig entnommenen Bauteile werden dabei als unabhängig modelliert. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau ein Bauteil defekt ist. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff liegt dieser Berechnung mit einem festen Parameter \(p\) zugrunde?

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil einer Teilmenge an der Gesamtmenge? - Welcher Begriff bezieht sich auf Ergebnisse aus durchgeführten Experimenten? - Welche Verteilung eignet sich für eine Kette von Versuchen mit zwei möglichen Ausgängen? - Überlege, ob die Wahrscheinlichkeit hier aus Symmetrie, Erfahrung oder mathematischen Regeln folgt.

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeit: \(h = \frac{15}{500} = 0{,}03\). Da die Wahrscheinlichkeit auf Basis von Beobachtungsdaten geschätzt wird, handelt es sich um den empirischen (oder statistischen) Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für genau einen Defekt bei \(n = 20\) und \(p = 0{,}02\) mittels Binomialverteilung: \(P(X=1) = \binom{20}{1} \cdot 0{,}02^1 \cdot 0{,}98^{19} = 20 \cdot 0{,}02 \cdot 0{,}98^{19} \approx 0{,}2725\). Da hier mit einem mathematischen Modell und fest definierten Wahrscheinlichkeiten gearbeitet wird, liegt der axiomatische Wahrscheinlichkeitsbegriff (nach Kolmogorow) zugrunde.

Antwort

1. Die relative Häufigkeit beträgt \(0{,}03\) (oder \(3\,\%\)). Es handelt sich um den empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(0{,}2725\) (oder \(27{,}25\,\%\)). Es handelt sich um den axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff.
42717012
Ein Schüler untersucht die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Reißzwecke beim Werfen auf dem runden Kopf (Ergebnis \(K\)) oder auf der Seite (Ergebnis \(S\)) liegen bleibt. a) Erkläre, warum der Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff in diesem Fall nicht geeignet ist, um einen exakten Wert für \(P(K)\) vorherzusagen. b) Der Schüler führt eine Versuchsreihe mit \(500\) Würfen durch und stellt fest, dass die Reißzwecke \(185\)-mal auf dem Kopf liegen bleibt. Berechne die Wahrscheinlichkeit nach dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. c) Erläutere, welche Bedingungen die Wahrscheinlichkeiten \(P(K)\) und \(P(S)\) nach dem axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff erfüllen müssen, damit sie ein zulässiges mathematisches Modell bilden.

Denkanstöße

- Was ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man die Formel „Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Fälle“ anwenden darf? - Wie hängen die relative Häufigkeit und die empirische Wahrscheinlichkeit zusammen? - Welche formalen Regeln müssen für die Summe aller möglichen Ergebnisse in einem Zufallsexperiment immer gelten?

Lösung

1. Zu a): Der Laplace-Begriff setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind (Symmetrie-Prinzip). Da eine Reißzwecke physikalisch nicht symmetrisch gebaut ist, gibt es keinen theoretischen Grund anzunehmen, dass Kopf und Seite gleich oft auftreten. 2. Zu b): Nach dem empirischen Begriff entspricht die Wahrscheinlichkeit der relativen Häufigkeit bei einer großen Versuchsanzahl. Berechnung: \(P(K) = \frac{185}{500} = 0{,}37\). 3. Zu c): Nach den Axiomen von Kolmogorow müssen die Wahrscheinlichkeiten nicht-negativ sein (\(P(K) \ge 0\) und \(P(S) \ge 0\)) und ihre Summe muss genau 1 ergeben (\(P(K) + P(S) = 1\)), da es sich um ein vollständiges System von Ereignissen handelt.

Antwort

a) Ungeeignet, da keine physikalische Symmetrie vorliegt (keine Gleichwahrscheinlichkeit). b) \(P(K) = 0{,}37\) (entspricht der relativen Häufigkeit \(\frac{185}{500}\)). c) \(P(K), P(S) \ge 0\) und \(P(K) + P(S) = 1\).
42717212
In einer Urne befinden sich \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln, die sich nur in ihrer Farbe unterscheiden. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ziehen einer roten Kugel unter der Annahme eines Laplace-Experiments. b) Eine Person behauptet vor dem Ziehen: „Ich habe ein starkes Gefühl, dass heute eher Blau gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit für Rot liegt für mich heute nur bei \(20\,\%\).“ Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird hier verwendet? c) Bei \(50\) tatsächlichen Durchführungen (Ziehen mit Zurücklegen) wurde \(18\)-mal eine rote Kugel gezogen. Bestimme die relative Häufigkeit und gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff hiermit verknüpft ist. d) Erläutere kurz, warum sich der berechnete Wert aus Aufgabenteil a) von dem Ergebnis aus Teil c) unterscheiden kann.

Denkanstöße

- Was bedeutet „Laplace“, wenn alle Kugeln die gleiche Chance haben, gezogen zu werden? - Unterscheide zwischen einer theoretischen Überlegung und einem tatsächlich durchgeführten Experiment. - Wie nennt man eine Wahrscheinlichkeit, die nur auf einer persönlichen Meinung beruht? - Denk an den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Versuche und der Stabilität von Ergebnissen.

Lösung

1. Teilaufgabe a): Anwendung der Laplace-Formel \(P(A) = \frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl der möglichen Ergebnisse}}\). Mit \(4\) roten und insgesamt \(10\) Kugeln ergibt sich \(P(\text{rot}) = \frac{4}{10} = 0{,}4\) bzw. \(40\,\%\). 2. Teilaufgabe b): Es handelt sich um den subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff, da die Angabe auf einem persönlichen Gefühl bzw. einer individuellen Einschätzung basiert und der objektiven Symmetrie widerspricht. 3. Teilaufgabe c): Die relative Häufigkeit berechnet sich als \(h_n(A) = \frac{\text{Anzahl der Treffer}}{\text{Gesamtzahl der Versuche}}\), also \(\frac{18}{50} = 0{,}36\) bzw. \(36\,\%\). Dies ist dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff zuzuordnen. 4. Teilaufgabe d): Der Laplace-Wert ist ein theoretischer Idealwert. Die relative Häufigkeit ist das Ergebnis eines Zufallsexperiments und unterliegt Zufallsschwankungen. Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit dem theoretischen Wert erst bei einer sehr hohen Anzahl von Versuchen an.

Antwort

a) \(P(\text{rot}) = 0{,}4\) b) Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff c) \(h_{50}(\text{rot}) = 0{,}36\), empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff d) Der Unterschied liegt in den Zufallsschwankungen bei begrenzter Versuchsanzahl (Gesetz der großen Zahlen).
42719912
In einem Behälter befinden sich 6 schwarze und 4 weiße Kugeln. Es werden nacheinander 3 Kugeln entnommen. Ein Spieler gewinnt, wenn er mindestens zwei schwarze Kugeln erhält. Untersuche rechnerisch, ob es für den Spieler vorteilhafter ist, wenn die Kugeln mit oder ohne Zurücklegen gezogen werden.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Verteilung für das Ziehen mit Zurücklegen und welche für das Ziehen ohne Zurücklegen geeignet ist. - Was bedeutet die Bedingung „mindestens zwei“ für die möglichen Anzahlen der schwarzen Kugeln? - Berechne die Wahrscheinlichkeiten für beide Fälle getrennt und vergleiche die Dezimalwerte.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeit mit Zurücklegen (Binomialverteilung): Mit \(n = 3\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit \(p = \frac{6}{10} = 0{,}6\) ergibt sich \(P(X \ge 2) = P(X=2) + P(X=3) = \binom{3}{2} \cdot 0{,}6^2 \cdot 0{,}4^1 + \binom{3}{3} \cdot 0{,}6^3 \cdot 0{,}4^0 = 0{,}432 + 0{,}216 = 0{,}648\). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen (Hypergeometrische Verteilung): Die Gesamtzahl der Möglichkeiten ist \(\binom{10}{3} = 120\). Die günstigen Fälle sind \(\binom{6}{2} \cdot \binom{4}{1} = 15 \cdot 4 = 60\) für genau zwei schwarze Kugeln und \(\binom{6}{3} \cdot \binom{4}{0} = 20 \cdot 1 = 20\) für drei schwarze Kugeln. Somit gilt \(P(Y \ge 2) = \frac{60 + 20}{120} = \frac{80}{120} = \frac{2}{3} \approx 0{,}6667\). 3. Vergleich: Da \(0{,}6667 > 0{,}648\) ist, ist das Ziehen ohne Zurücklegen für den Spieler günstiger.

Antwort

Es ist günstiger, ohne Zurücklegen zu ziehen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit liegt in diesem Fall bei ca. \(66{,}7\,\%\), während sie mit Zurücklegen nur \(64{,}8\,\%\) beträgt.
42720012
Eine Kiste enthält 50 Batterien, von denen 5 entladen sind. Für den Betrieb einer Taschenlampe werden der Kiste zufällig 4 Batterien entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle entnommenen Batterien voll funktionsfähig sind, unter der Annahme, dass das Ziehen als Bernoulli-Kette (mit Zurücklegen) modelliert werden kann. b) Berechne die exakte Wahrscheinlichkeit für das Ereignis aus Teilaufgabe a) unter Berücksichtigung, dass die Batterien ohne Zurücklegen entnommen werden. c) Vergleiche die Ergebnisse und beurteile die Eignung der Binomialverteilung als Näherung in diesem Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Wie groß ist der Anteil der funktionsfähigen Batterien in der Kiste? - Erinnere dich an die Formeln für die Binomialverteilung und die hypergeometrische Verteilung. - Wann darf man das Ziehen ohne Zurücklegen näherungsweise wie ein Ziehen mit Zurücklegen behandeln? Schau dir das Verhältnis von Stichprobe zu Gesamtmenge an.

Lösung

1. Teilaufgabe a: Modellierung durch Binomialverteilung mit \(n = 4\) und \(p = \frac{45}{50} = 0{,}9\). Es ergibt sich \(P(X=4) = 0{,}9^4 = 0{,}6561\). 2. Teilaufgabe b: Modellierung durch hypergeometrische Verteilung. Es ergibt sich \(P(Y=4) = \frac{\binom{45}{4} \cdot \binom{5}{0}}{\binom{50}{4}} = \frac{148995}{230300} \approx 0{,}6470\). 3. Teilaufgabe c: Die Differenz der Wahrscheinlichkeiten beträgt \(0{,}6561 - 0{,}6470 = 0{,}0091\). Da die Abweichung weniger als \(1\,\text{Prozentpunkt}\) beträgt und der Stichprobenumfang (\(n=4\)) im Vergleich zur Grundgesamtheit (\(N=50\)) klein ist (Anteil unter \(10\,\%\)), ist die Binomialverteilung eine gute Näherung.

Antwort

a) \(P(X=4) = 0{,}6561\) b) \(P(Y=4) \approx 0{,}6470\) c) Die Binomialverteilung liefert einen leicht höheren Wert. Die Näherung ist gut, da die Stichprobe klein im Verhältnis zur Gesamtmenge ist.
43081912
Ein Glücksrad hat vier gleich große Sektoren. Davon ist einer rot gefärbt (Gewinn) und drei sind blau (Niete). Die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Rot“ beträgt somit \( P(R) = 0{,}25 \). Beurteile die Richtigkeit der folgenden Interpretationen dieser Wahrscheinlichkeit: (1) Wenn man das Rad 4-mal dreht, bleibt der Zeiger sicher genau einmal auf Rot stehen. (2) Falls bei 10 Drehungen kein einziges Mal Rot erschienen ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Rot beim 11. Versuch, um das Defizit auszugleichen. (3) Bei einer sehr großen Anzahl an Drehungen (z. B. \( n = 10\,000 \)) wird die relative Häufigkeit der roten Ergebnisse voraussichtlich sehr nah bei \( 0{,}25 \) liegen. (4) In einer Serie von 40 Drehungen ist es wahrscheinlicher, genau 10-mal Rot zu erhalten, als genau 11-mal Rot zu erhalten.

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen theoretischer Wahrscheinlichkeit und tatsächlichem Ausgang eines Experiments. - Überlege, ob ein Zufallsgerät wie ein Glücksrad wissen kann, was vorher passiert ist. - Was passiert mit der relativen Häufigkeit, wenn man ein Experiment immer und immer wieder wiederholt? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für eine genaue Trefferzahl bei einer Kette von Versuchen?

Lösung

1. Aussage (1) ist falsch. Die Wahrscheinlichkeit \( P(R) = 0{,}25 \) bedeutet nicht, dass in einer kleinen Stichprobe das Ergebnis exakt gemäß der Wahrscheinlichkeit eintreten muss. Die Wahrscheinlichkeit für genau einen Treffer bei \( n=4 \) beträgt \( \binom{4}{1} \cdot 0{,}25^1 \cdot 0{,}75^3 \approx 42{,}2\,\% \). 2. Aussage (2) ist falsch. Die einzelnen Drehungen des Glücksrads sind stochastisch unabhängig. Das Rad hat kein „Gedächtnis“, daher bleibt die Wahrscheinlichkeit bei jeder Drehung konstant bei \( 0{,}25 \). 3. Aussage (3) ist richtig. Dies entspricht dem Gesetz der großen Zahlen, welches besagt, dass sich die relative Häufigkeit eines Zufallsergebnisses bei wachsender Versuchsanzahl stabilisiert und der theoretischen Wahrscheinlichkeit annähert. 4. Aussage (4) ist richtig. Bei einer Binomialverteilung mit \( n=40 \) und \( p=0{,}25 \) liegt das Maximum der Wahrscheinlichkeitsfunktion (der Modalwert) beim Erwartungswert \( \mu = n \cdot p = 40 \cdot 0{,}25 = 10 \). Ein Vergleich der Terme zeigt: \( \frac{P(X=11)}{P(X=10)} = \frac{40-10}{10+1} \cdot \frac{0{,}25}{0{,}75} = \frac{30}{11} \cdot \frac{1}{3} = \frac{10}{11} < 1 \), woraus \( P(X=10) > P(X=11) \) folgt.

Antwort

(1) Falsch (2) Falsch (3) Richtig (4) Richtig
43082012
In der Qualitätskontrolle eines Elektronikherstellers ist bekannt, dass erfahrungsgemäß \(5\,\%\) der produzierten Mikrochips defekt sind. Für die folgenden Aussagen wird angenommen, dass die Defektzustände verschiedener Chips unabhängig sind und jeder Chip dieselbe Defektwahrscheinlichkeit besitzt. Ein Prüfer entnimmt Chips für eine Stichprobenuntersuchung. Beurteile die folgenden Aussagen im Kontext der Wahrscheinlichkeitsrechnung: (1) In einer Stichprobe von 100 Chips beträgt der Erwartungswert für die Anzahl defekter Teile genau 5. (2) Die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Packung mit 20 Chips kein einziger defekt ist, berechnet sich durch den Term \(0{,}95^{20}\). (3) Wenn in einer Stichprobe von 20 Chips 3 defekt sind, ist dies ein mathematischer Beweis dafür, dass die Angabe von \(5\,\%\) falsch sein muss, da der Anteil in der Probe \(15\,\%\) beträgt. (4) Jemand wettet \(1\,\text{€}\) darauf, dass ein zufällig gezogener Chip defekt ist. Damit die Wette fair ist (Erwartungswert Null), müsste der Wettgegner \(19\,\text{€}\) dagegen setzen.

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Formel für den Erwartungswert bei einer Binomialverteilung. - Was bedeutet stochastische Unabhängigkeit für die Berechnung von „Und“-Ereignissen? - Können seltene Ereignisse in einer kleinen Stichprobe rein zufällig auftreten? - Wann bezeichnen wir ein Spiel oder eine Wette als „fair“?

Lösung

1. Aussage (1) ist richtig. Bei einer binomialverteilten Zufallsgröße mit \(n=100\) und \(p=0{,}05\) ist der Erwartungswert \(E(X) = n \cdot p = 100 \cdot 0{,}05 = 5\). 2. Aussage (2) ist richtig. Die Wahrscheinlichkeit für einen intakten Chip ist \(1 - 0{,}05 = 0{,}95\). Aufgrund der Unabhängigkeit der Defekte (Bernoulli-Versuch) ist die Wahrscheinlichkeit für 20 intakte Chips \(0{,}95^{20}\). 3. Aussage (3) ist falsch. Zufallsschwankungen sind normal. Die Wahrscheinlichkeit, bei \(n=20\) und \(p=0{,}05\) genau 3 Defekte zu finden, ist mit \(\binom{20}{3} \cdot 0{,}05^3 \cdot 0{,}95^{17} \approx 5{,}96\,\%\) zwar klein, aber keineswegs unmöglich und somit kein Widerspruch zur Grundwahrscheinlichkeit. 4. Aussage (4) ist richtig. Eine Wette ist fair, wenn der erwartete Gewinn Null ist. Sei \(x\) der Einsatz des Gegners. Dann gilt: \(0{,}05 \cdot x - 0{,}95 \cdot 1\,\text{€} = 0\). Auflösen nach \(x\) ergibt \(0{,}05x = 0{,}95\), also \(x = 19\,\text{€}\). Das Einsatzverhältnis muss dem Kehrwert des Wahrscheinlichkeitsverhältnisses \(\frac{0{,}95}{0{,}05} = 19\) entsprechen.

Antwort

(1) Richtig (2) Richtig (3) Falsch (4) Richtig
43083012
Ein Glücksrad mit 10 gleich großen, von 1 bis 10 beschrifteten Sektoren wird für ein Gewinnspiel genutzt. 1. Berechne die Laplace-Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Die gedrehte Zahl ist eine Quadratzahl“. 2. In einer Testreihe mit \(500\) Drehungen blieb das Rad \(65\)-mal bei der Zahl 10 stehen. Bestimme die relative Häufigkeit für dieses Ergebnis und vergleiche sie mit der theoretischen Laplace-Wahrscheinlichkeit. 3. Angenommen, das Rad ist so beschaffen, dass die Zahlen 1 bis 9 jeweils mit der gleichen Wahrscheinlichkeit \(q\) auftreten, die Zahl 10 jedoch mit der Wahrscheinlichkeit \(P(10) = 0{,}2\). Berechne den Wert von \(q\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow und bestimme damit die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Die Zahl ist ungerade“.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 10 lassen sich als \(n \cdot n\) schreiben? - Die relative Häufigkeit berechnet man aus der Anzahl der Treffer geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Was besagt das Normierungsaxiom über die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ergebnisse? - Wenn mehrere Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, kannst du ihre Wahrscheinlichkeiten hier einfach addieren.

Lösung

1. Mögliche Ergebnisse \(\Omega = \{1; 2; \dots; 10\}\), also \(|\Omega| = 10\). Günstige Ergebnisse für \(E\): \(\{1; 4; 9\}\). \(P(E) = \frac{3}{10} = 0{,}3\). 2. Relative Häufigkeit \(h_{500}(10) = \frac{65}{500} = \frac{13}{100} = 0{,}13\). Die Laplace-Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(10) = \frac{1}{10} = 0{,}1\). Vergleich: Die relative Häufigkeit (\(0{,}13\)) liegt über der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(0{,}1\)). 3. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(9 \cdot q + 0{,}2 = 1 \Rightarrow 9q = 0{,}8 \Rightarrow q = \frac{0{,}8}{9} = \frac{8}{90} = \frac{4}{45} \approx 0{,}089\). Ungerade Zahlen sind \(\{1; 3; 5; 7; 9\}\) (5 Stück). Da jede dieser Zahlen die Wahrscheinlichkeit \(q\) besitzt: \(P(\text{ungerade}) = 5 \cdot q = 5 \cdot \frac{4}{45} = \frac{4}{9} \approx 0{,}444\).

Antwort

1. \(P(E) = 0{,}3\) 2. \(h = 0{,}13\); dieser Wert ist höher als die Laplace-Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\). 3. \(q = \frac{4}{45}\); \(P(\text{ungerade}) = \frac{4}{9}\)
43083212
Betrachte ein Zufallsexperiment mit dem Ergebnisraum \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\). 1. Ein Wahrscheinlichkeitsmodell ordnet den ungeraden Zahlen jeweils die Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\) zu, also \(P(1) = P(3) = P(5) = 0{,}1\). Die geraden Zahlen haben alle die gleiche Wahrscheinlichkeit \(P(2) = P(4) = P(6) = x\). Bestimme den Wert für \(x\) so, dass die Axiome von Kolmogorow erfüllt sind. 2. Berechne für das Ereignis \(E\): „Die Zahl ist größer als 3“ die Wahrscheinlichkeit sowohl nach dem Modell aus Teilaufgabe 1 als auch nach dem klassischen Laplace-Modell. 3. In einer Versuchsreihe mit 600 Durchgängen wurde das Ergebnis „6“ insgesamt 140-mal beobachtet. Beurteile durch Vergleich der relativen Häufigkeit mit den Einzelwahrscheinlichkeiten \(P(6)\), welches der beiden Modelle hinsichtlich dieses Ergebnisses besser zur Beobachtung passt.

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft müssen alle Wahrscheinlichkeiten eines Ergebnisraums in der Summe erfüllen? - Wie unterscheidet sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei einem Laplace-Experiment von einer allgemeineren Verteilung? - Vergleiche die beobachtete Häufigkeit eines einzelnen Ergebnisses mit den theoretischen Werten der Modelle.

Lösung

1. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(P(1) + P(2) + P(3) + P(4) + P(5) + P(6) = 1\). Einsetzen ergibt \(3 \cdot 0{,}1 + 3 \cdot x = 1\), woraus \(0{,}3 + 3x = 1\) folgt. Somit ist \(3x = 0{,}7\) und \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). 2. Ereignis \(E = \{4, 5, 6\}\). Im Modell 1: \(P_1(E) = P(4) + P(5) + P(6) = \frac{7}{30} + 0{,}1 + \frac{7}{30} = \frac{14}{30} + \frac{3}{30} = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\). Im Laplace-Modell: \(P_L(E) = \frac{3}{6} = 0{,}5\). 3. Die relative Häufigkeit für das Ergebnis „6“ beträgt \(h(6) = \frac{140}{600} = \frac{14}{60} = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). Im Modell 1 ist \(P(6) = \frac{7}{30}\), im Laplace-Modell ist \(P(6) = \frac{1}{6} \approx 0{,}167\). Damit passt Modell 1 hinsichtlich des Ergebnisses „6“ besser zu dieser Beobachtung. Aus nur einer Einzelhäufigkeit folgt jedoch noch keine vollständige Bestätigung des gesamten Modells.

Antwort

1. \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\) 2. Modell 1: \(P_1(E) = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\); Laplace: \(P_L(E) = 0{,}5\) 3. Hinsichtlich des Ergebnisses „6“ passt Modell 1 besser zur Beobachtung, da \(P(6) = \frac{7}{30}\) der relativen Häufigkeit \(h(6) = \frac{140}{600}\) entspricht. Dies allein bestätigt noch nicht das vollständige Modell.
43087712
Ein elektronisches Zahlenschloss wird durch eine vierstellige Kombination (Ziffern \(0\) bis \(9\)) gesichert. Es werden zwei verschiedene Verfahren zur zufälligen Generierung eines neuen Sicherheitscodes verglichen: Verfahren A: Jede der vier Stellen wird nacheinander durch einen Zufallsgenerator bestimmt, wobei jede Ziffer von \(0\) bis \(9\) bei jedem Schritt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ausgewählt werden kann. Verfahren B: In einer Urne befinden sich \(40\) Kugeln, wobei jede der Ziffern \(0\) bis \(9\) genau viermal vorkommt. Es werden nacheinander vier Kugeln ohne Zurücklegen gezogen, um den Code zu bilden. 1. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit, dass die Kombination „\(7777\)“ generiert wird. 2. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit für die Kombination „\(1234\)“. 3. Begründe unter Verwendung der Begriffe „stochastische Unabhängigkeit“ und „Ziehen mit/ohne Zurücklegen“, warum Verfahren B kein exaktes Modell für die Funktionsweise von Verfahren A ist.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele Möglichkeiten es für jede Stelle gibt und ob sich diese Anzahl während des Vorgangs ändert. - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit, wenn eine Kugel aus der Urne entfernt wird? - Vergleiche die Wahrscheinlichkeiten für eine Kombination mit gleichen Ziffern und eine mit verschiedenen Ziffern in beiden Modellen.

Lösung

1. Bei Verfahren A (Ziehen mit Zurücklegen/unabhängige Stufen) ist die Wahrscheinlichkeit für jede Ziffer konstant \(P(z) = \frac{1}{10}\). Damit gilt \(P_A(7777) = (\frac{1}{10})^4 = 0{,}0001\). Bei Verfahren B (Ziehen ohne Zurücklegen) verringert sich die Anzahl der verfügbaren Kugeln einer Ziffer: \(P_B(7777) = \frac{4}{40} \cdot \frac{3}{39} \cdot \frac{2}{38} \cdot \frac{1}{37} = \frac{24}{2193360} \approx 0{,}0000109\). 2. Bei Verfahren A bleibt die Wahrscheinlichkeit gleich: \(P_A(1234) = (\frac{1}{10})^4 = 0{,}0001\). Bei Verfahren B sind für jede der vier verschiedenen Ziffern anfangs \(4\) Kugeln vorhanden: \(P_B(1234) = \frac{4}{40} \cdot \frac{4}{39} \cdot \frac{4}{38} \cdot \frac{4}{37} = \frac{256}{2193360} \approx 0{,}0001167\). 3. Verfahren A beschreibt ein Experiment mit unabhängigen Stufen (Ziehen mit Zurücklegen), bei dem das Ergebnis einer Stelle keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeiten der nächsten Stelle hat. Verfahren B ist ein Ziehen ohne Zurücklegen; hier besteht eine stochastische Abhängigkeit, da entnommene Ziffern die Wahrscheinlichkeitsverteilung für die folgenden Züge verändern. Dies führt dazu, dass bei Verfahren B Kombinationen mit unterschiedlichen Ziffern wahrscheinlicher sind als solche mit identischen Ziffern, während bei Verfahren A alle Kombinationen gleichwahrscheinlich sind.

Antwort

1. \(P_A(7777) = 0{,}0001\); \(P_B(7777) \approx 0{,}0000109\) 2. \(P_A(1234) = 0{,}0001\); \(P_B(1234) \approx 0{,}0001167\) 3. In Verfahren B sind die Stufen stochastisch abhängig (Ziehen ohne Zurücklegen), während sie in Verfahren A unabhängig sind (entspricht Ziehen mit Zurücklegen). Dadurch sind die Wahrscheinlichkeiten für einzelne Kombinationen in B nicht mehr alle gleich.
43087812
In einem Lager befinden sich \(500\) elektronische Bauteile, von denen \(10\) defekt sind. Ein Techniker entnimmt für eine Prüfung nacheinander zwei Bauteile. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, unter der Annahme, dass das erste Teil nach der Prüfung wieder zurückgelegt wird (Modell 1). 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, wenn das erste Teil nicht zurückgelegt wird (Modell 2). 3. Untersuche die stochastische Unabhängigkeit der Ereignisse \(E_1\): „Das erste Teil ist defekt“ und \(E_2\): „Das zweite Teil ist defekt“ für Modell 2. 4. Beurteile, ob Modell 1 in diesem Fall eine brauchbare Näherung für Modell 2 darstellt.

Denkanstöße

- Denke an den Unterschied zwischen der Pfadregel bei einem Baumdiagramm mit und ohne Zurücklegen. - Wie ist stochastische Unabhängigkeit mathematisch definiert? Prüfe, ob \(P(A \cap B) = P(A) \cdot P(B)\) gilt. - Wann ändert sich die Zusammensetzung einer Grundgesamtheit durch eine Entnahme kaum noch?

Lösung

1. Modell 1 (mit Zurücklegen): Die Wahrscheinlichkeit für ein defektes Teil ist \(p = \frac{10}{500} = 0{,}02\). Da die Züge unabhängig sind, gilt \(P(\text{beide defekt}) = 0{,}02 \cdot 0{,}02 = 0{,}0004\). 2. Modell 2 (ohne Zurücklegen): \(P(\text{beide defekt}) = \frac{10}{500} \cdot \frac{9}{499} = \frac{90}{249500} \approx 0{,}0003607\). 3. In Modell 2 gilt \(P(E_1) = \frac{10}{500} = 0{,}02\). Die totale Wahrscheinlichkeit für \(E_2\) ist \(P(E_2) = P(E_2|E_1)P(E_1) + P(E_2|\bar{E_1})P(\bar{E_1}) = \frac{9}{499} \cdot \frac{10}{500} + \frac{10}{499} \cdot \frac{490}{500} = \frac{4990}{249500} = 0{,}02\). Da jedoch \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{90}{249500} \approx 0{,}00036\) ungleich \(P(E_1) \cdot P(E_2) = 0{,}0004\) ist, sind die Ereignisse stochastisch abhängig. 4. Da der Stichprobenumfang (\(n=2\)) sehr klein im Verhältnis zur Grundgesamtheit (\(N=500\)) ist, ändern sich die Wahrscheinlichkeiten beim Ziehen ohne Zurücklegen nur minimal. Modell 1 ist daher eine gute Näherung für Modell 2, auch wenn die exakten Werte leicht differieren.

Antwort

1. \(P \approx 0{,}0004\) 2. \(P \approx 0{,}000361\) 3. Die Ereignisse sind stochastisch abhängig, da \(P(E_1 \cap E_2) \neq P(E_1) \cdot P(E_2)\). 4. Ja, Modell 1 ist eine brauchbare Näherung, da die Grundgesamtheit im Vergleich zur Stichprobe sehr groß ist.
43088412
Ein Kartenspiel besteht aus \(32\) Karten, darunter befinden sich genau \(4\) Asse. Die Karten werden gut gemischt und nacheinander aufgedeckt. a) Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist das Herz-Ass genau die fünfte aufgedeckte Karte? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass unter den ersten fünf aufgedeckten Karten genau zwei Asse sind. c) Angenommen, jede gezogene Karte würde sofort wieder in den Stapel zurückgelegt und neu gemischt. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Fall unter fünf Zügen genau zwei Asse erscheinen.

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen einer ganz spezifischen Karte und einer Gruppe von Karten (wie allen Assen). - Überlege für Aufgabenteil b), welche Verteilung vorliegt, wenn nicht zurückgelegt wird. - Erinnere dich für c) an die Formel für Bernoulli-Ketten, wenn die Wahrscheinlichkeit bei jedem Zug gleich bleibt.

Lösung

1. Da jede der \(32\) Karten mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an der fünften Position liegen kann, beträgt die Wahrscheinlichkeit für das spezifische Herz-Ass \(P = \frac{1}{32} = 0{,}03125\). 2. Ziehen ohne Zurücklegen (hypergeometrische Verteilung): Die Anzahl der Möglichkeiten, \(2\) aus \(4\) Assen und \(3\) aus \(28\) Nicht-Assen zu ziehen, wird durch die Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(5\) aus \(32\) Karten zu ziehen, geteilt: \(P(X=2) = \frac{\binom{4}{2} \cdot \binom{28}{3}}{\binom{32}{5}} = \frac{6 \cdot 3276}{201376} = \frac{19656}{201376} \approx 0{,}0976\). 3. Ziehen mit Zurücklegen (Binomialverteilung/Bernoulli-Kette): Die Trefferwahrscheinlichkeit ist \(p = \frac{4}{32} = \frac{1}{8}\). Bei \(n=5\) Versuchen ist die Wahrscheinlichkeit für \(k=2\) Treffer: \(P(X=2) = \binom{5}{2} \cdot \left(\frac{1}{8}\right)^2 \cdot \left(\frac{7}{8}\right)^3 = 10 \cdot \frac{1}{64} \cdot \frac{343}{512} = \frac{3430}{32768} \approx 0{,}1047\).

Antwort

a) \(P = \frac{1}{32} = 0{,}03125\) b) \(P = \frac{\binom{4}{2} \cdot \binom{28}{3}}{\binom{32}{5}} \approx 0{,}0976\) c) \(P = \binom{5}{2} \cdot (0{,}125)^2 \cdot (0{,}875)^3 \approx 0{,}1047\)
43095412
Eine Urne enthält \(10\) weiße und \(10\) schwarze Kugeln. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln entnommen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(2\) weiße Kugeln gezogen werden, wenn die Entnahme ohne Zurücklegen erfolgt. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau \(2\) weiße Kugeln unter der Annahme, dass jede Kugel nach dem Ziehen wieder zurückgelegt wird. 3. Vergleiche die beiden Ergebnisse und begründe den Unterschied unter Bezugnahme auf die zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeitsmodelle (Laplace-Modell der hypergeometrischen Verteilung vs. Bernoulli-Modell der Binomialverteilung).

Denkanstöße

- Überlege für den ersten Teil, wie sich die Anzahl der verfügbaren Kugeln nach jedem Zug verändert. - Nutze für den zweiten Teil die Pfadregeln oder die Formel für die Binomialverteilung, da die Wahrscheinlichkeit hier konstant bleibt. - Denke beim Vergleich daran, wie die „Abhängigkeit“ der Ereignisse die Wahrscheinlichkeiten im weiteren Verlauf beeinflusst. - Was passiert mit dem Anteil der weißen Kugeln in der Urne, nachdem bereits eine weiße Kugel entnommen wurde?

Lösung

1. Ohne Zurücklegen (hypergeometrische Verteilung): Die Gesamtzahl der Stichproben ist \(\binom{20}{3} = 1140\). Die Anzahl der günstigen Ergebnisse (2 weiße aus 10, 1 schwarze aus 10) ist \(\binom{10}{2} \cdot \binom{10}{1} = 45 \cdot 10 = 450\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P_{\text{ohne}} = \frac{450}{1140} = \frac{15}{38} \approx 0{,}3947\). 2. Mit Zurücklegen (Binomialverteilung): Die Trefferwahrscheinlichkeit ist \(p = \frac{10}{20} = 0{,}5\). Bei \(n=3\) Versuchen ist \(P_{\text{mit}}(X=2) = \binom{3}{2} \cdot 0{,}5^2 \cdot 0{,}5^1 = 3 \cdot 0{,}125 = 0{,}375\). 3. Vergleich: \(P_{\text{ohne}} \approx 0{,}3947 > P_{\text{mit}} = 0{,}375\). Beim Ziehen ohne Zurücklegen sind die Züge negativ abhängig: Eine gezogene weiße Kugel senkt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere weiße Kugel, eine gezogene schwarze Kugel erhöht sie. Dadurch treten extreme Zusammensetzungen seltener auf und Trefferzahlen nahe dem Erwartungswert häufiger. Da genau zwei weiße Kugeln nahe am Erwartungswert \(1{,}5\) liegen, ist diese Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen etwas größer. Beim Ziehen mit Zurücklegen bleiben die Züge unabhängig und die Trefferwahrscheinlichkeit konstant.

Antwort

1. \(P \approx 39{,}47\,\%\) 2. \(P = 37{,}5\,\%\) 3. Die Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen ist höher. Die negative Abhängigkeit verringert extreme Trefferzahlen und erhöht hier die Wahrscheinlichkeit der zentralen Trefferzahl \(2\).
43098712
Zwei unterschiedliche Zufallsexperimente zur Untersuchung der Augensumme \(S\) werden durchgeführt: Experiment 1: Es werden zwei faire sechsseitige Würfel (W6) geworfen. Experiment 2: Es werden ein fairer dreiseitiger Würfel (Seiten 1 bis 3) und ein fairer neunseitiger Würfel (Seiten 1 bis 9) geworfen. In beiden Fällen kann die Augensumme Werte von 2 bis 12 annehmen. a) Zeige durch Rechnung, dass der Erwartungswert der Augensumme in beiden Experimenten identisch ist. b) Vergleiche die Wahrscheinlichkeiten für das Ereignis „Die Augensumme ist genau 7“. In welchem Experiment ist dieses Ereignis wahrscheinlicher? c) Bei welchem Experiment ist es wahrscheinlicher, eine Augensumme von höchstens 4 zu erzielen? Begründe deine Antwort mathematisch.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Erwartungswert für einen einzelnen Würfel? Hilft dir die Linearität des Erwartungswerts weiter? - Erstelle für die Wahrscheinlichkeiten am besten eine kleine Tabelle oder liste die günstigen Kombinationen systematisch auf. - Achte darauf, dass die Gesamtzahl der möglichen Ergebnisse (der Nenner) in beiden Experimenten unterschiedlich ist.

Lösung

1. Der Erwartungswert einer Summe unabhängiger Zufallsgrößen entspricht der Summe der Erwartungswerte der Einzelereignisse. Für einen fairen \(n\)-seitigen Würfel beträgt der Erwartungswert \(E = \frac{n+1}{2}\). In Experiment 1 ergibt sich \(E[S_1] = 3{,}5 + 3{,}5 = 7\). In Experiment 2 ergibt sich \(E[S_2] = \frac{3+1}{2} + \frac{9+1}{2} = 2 + 5 = 7\). 2. In Experiment 1 gibt es \(6 \cdot 6 = 36\) gleich wahrscheinliche Elementarereignisse. Die Summe 7 tritt bei 6 Kombinationen auf, woraus \(P(S_1 = 7) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6} \approx 0{,}167\) folgt. In Experiment 2 gibt es \(3 \cdot 9 = 27\) Elementarereignisse. Die Summe 7 wird durch 3 Kombinationen \((1; 6), (2; 5), (3; 4)\) erreicht, also \(P(S_2 = 7) = \frac{3}{27} = \frac{1}{9} \approx 0{,}111\). Das Ereignis ist in Experiment 1 wahrscheinlicher. 3. Für Experiment 1 sind die günstigen Kombinationen für \(S \le 4\) die Paare mit den Summen 2 (1 Weg), 3 (2 Wege) und 4 (3 Wege), insgesamt 6 von 36 Möglichkeiten, also \(P(S_1 \le 4) = \frac{1}{6} \approx 0{,}167\). In Experiment 2 gibt es ebenfalls 6 günstige Wege \((1; 1), (1; 2), (2; 1), (1; 3), (2; 2), (3; 1)\), jedoch bei nur 27 Gesamtmöglichkeiten. Somit ist \(P(S_2 \le 4) = \frac{6}{27} = \frac{2}{9} \approx 0{,}222\). Das Ereignis ist in Experiment 2 wahrscheinlicher.

Antwort

a) Beide Erwartungswerte betragen 7. b) In Experiment 1 (\(P \approx 0{,}167\)) ist eine 7 wahrscheinlicher als in Experiment 2 (\(P \approx 0{,}111\)). c) In Experiment 2 (\(P \approx 0{,}222\)) ist eine Augensumme von höchstens 4 wahrscheinlicher als in Experiment 1 (\(P \approx 0{,}167\)).
43117112
In einer Großstadt mit \(25\,000\) Haushalten haben \(15\,\%\) ein Abonnement für eine bestimmte lokale Tageszeitung. Für eine Marktstudie werden \(50\) Haushalte zufällig ausgewählt und befragt. Da jeder Haushalt nur einmal in die Stichprobe aufgenommen werden kann, handelt es sich mathematisch um ein Ziehen ohne Zurücklegen. a) Begründe, warum die Wahrscheinlichkeit, einen Abonnenten zu finden, bei den einzelnen Befragungen dennoch näherungsweise als konstant angesehen werden kann. b) Berechne unter Verwendung eines geeigneten Verteilungsmodells die Wahrscheinlichkeit, dass unter den \(50\) befragten Haushalten genau \(8\) Haushalte die Zeitung abonniert haben.

Denkanstöße

- Überlege, wie stark sich der Anteil der Abonnenten in der Stadt ändert, wenn man einen einzelnen Haushalt herausnimmt. - Welche Bedingung muss für das Verhältnis von Stichprobe zu Gesamtzahl erfüllt sein, damit man ein vereinfachtes Modell nutzen darf? - Welches Modell kennst du für Versuchsketten mit gleichbleibender Trefferwahrscheinlichkeit?

Lösung

1. Da die Grundgesamtheit \(N = 25\,000\) sehr groß im Vergleich zum Stichprobenumfang \(n = 50\) ist, ändern sich die relativen Anteile der Merkmalsträger beim Ziehen ohne Zurücklegen nur minimal. Gemäß der Faustregel \(\frac{n}{N} \leq 0{,}05\) (hier \(\frac{50}{25000} = 0{,}002\)) ist die Abweichung vernachlässigbar, sodass die Trefferwahrscheinlichkeit \(p = 0{,}15\) näherungsweise als konstant betrachtet werden kann. 2. Verwendung der Binomialverteilung \(B(50; 0{,}15)\) mit \(k = 8\). 3. Berechnung: \(P(X = 8) = \binom{50}{8} \cdot 0{,}15^8 \cdot 0{,}85^{42} \approx 0{,}1493\).

Antwort

a) Da der Stichprobenanteil mit \(\frac{50}{25000} = 0{,}002\) weit unter der Grenze von \(5\,\%\) liegt, ändern sich die Wahrscheinlichkeiten durch das Nicht-Zurücklegen so geringfügig, dass sie als konstant angesehen werden können. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt etwa \(14{,}93\,\%\).
43117212
Ein Elektronikfachmarkt erhält eine Lieferung von \(1200\) Speicherchips. Es ist bekannt, dass erfahrungsgemäß \(3\,\%\) der Chips defekt sind. Ein Mitarbeiter führt eine Qualitätskontrolle durch, indem er eine Stichprobe ohne Zurücklegen entnimmt. a) Bestimme den maximalen Stichprobenumfang \(n\), bis zu dem die Entnahme gemäß der Faustregel \(\frac{n}{N} \leq 0{,}05\) näherungsweise durch eine Binomialverteilung beschrieben werden darf. b) Berechne für eine Stichprobe von \(n = 30\) Chips die Wahrscheinlichkeit, dass höchstens ein Chip defekt ist. Nutze dabei die Näherung durch die Binomialverteilung.

Denkanstöße

- Wie berechnet man \(5\,\%\) eines Wertes? - Wenn man die Binomialverteilung nutzt, welche Werte für \(n\) und \(p\) sind hier gegeben? - Was bedeutet „höchstens ein Chip“ für die Anzahl der Treffer \(k\)? - Welche Einzelwahrscheinlichkeiten musst du addieren?

Lösung

1. Berechnung des maximalen Stichprobenumfangs nach der Faustregel: \(n \leq 0{,}05 \cdot N = 0{,}05 \cdot 1200 = 60\). 2. Festlegung der Parameter für die Binomialverteilung: \(n = 30\), \(p = 0{,}03\). 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für \(k \leq 1\): \(P(X \leq 1) = P(X = 0) + P(X = 1)\). 4. \(P(X = 0) = \binom{30}{0} \cdot 0{,}03^0 \cdot 0{,}97^{30} \approx 0{,}4010\). 5. \(P(X = 1) = \binom{30}{1} \cdot 0{,}03^1 \cdot 0{,}97^{29} \approx 0{,}3721\). 6. Summe: \(P(X \leq 1) \approx 0{,}4010 + 0{,}3721 = 0{,}7731\).

Antwort

a) Der Stichprobenumfang darf maximal \(n = 60\) betragen. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt etwa \(77{,}31\,\%\).
43118912
In einer Gärtnerei haben erfahrungsgemäß \(85\,\%\) der Setzlinge einer bestimmten Sorte eine Blütezeit von mehr als drei Monaten. a) Ein Landschaftsgärtner kauft \(12\) dieser Setzlinge für eine Parkanlage. Mit welcher Wahrscheinlichkeit haben mehr als \(10\) dieser Setzlinge eine Blütezeit von mehr als drei Monaten? Gehe hierbei von einer Binomialverteilung aus. b) In einem Verkaufsregal stehen nur noch \(20\) Setzlinge dieser Sorte, von denen bekannt ist, dass genau \(17\) die lange Blütezeit haben. Ein Kunde wählt zufällig \(5\) Setzlinge aus diesem Regal aus. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle \(5\) ausgewählten Setzlinge eine lange Blütezeit haben. c) Erläutere den wesentlichen Unterschied in der Modellierung der beiden Teilaufgaben. Warum ist die Binomialverteilung in Teilaufgabe a) gerechtfertigt, in Teilaufgabe b) jedoch nicht?

Denkanstöße

- Überlege dir für den ersten Teil, ob die Trefferwahrscheinlichkeit bei jeder Pflanze gleich bleibt. - Wie viele Möglichkeiten gibt es, genau 11 oder 12 Treffer bei 12 Versuchen zu erzielen? - Unterscheide beim zweiten Teil genau, ob die Auswahl aus einer begrenzten Menge erfolgt, ohne die Pflanzen zurückzustellen. - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit des nächsten Zuges, wenn bereits ein „Treffer“ aus einer kleinen Gruppe entnommen wurde?

Lösung

1. Berechnung für Teilaufgabe a): Es liegt eine Binomialverteilung mit \(n = 12\) und \(p = 0{,}85\) vor. Gesucht ist \(P(X > 10) = P(X = 11) + P(X = 12)\). \(P(X = 11) = \binom{12}{11} \cdot 0{,}85^{11} \cdot 0{,}15^1 \approx 0{,}3012\) \(P(X = 12) = 0{,}85^{12} \approx 0{,}1422\) Mit ungerundeten Zwischenwerten ergibt sich \(P(X > 10) \approx 0{,}4435\). 2. Berechnung für Teilaufgabe b): Es liegt eine hypergeometrische Verteilung vor mit \(N = 20\), \(M = 17\), \(n = 5\) und \(k = 5\). \(P(X = 5) = \frac{\binom{17}{5} \cdot \binom{3}{0}}{\binom{20}{5}} = \frac{6188 \cdot 1}{15504} \approx 0{,}3991\) 3. Erläuterung für Teilaufgabe c): In a) wird eine sehr große Grundgesamtheit angenommen, wodurch die Wahrscheinlichkeit \(p\) bei der Entnahme näherungsweise konstant bleibt (Ziehen mit Zurücklegen bzw. vernachlässigbare Änderung). In b) ist die Grundgesamtheit mit \(N=20\) klein und die Stichprobe mit \(n=5\) verhältnismäßig groß. Da ohne Zurücklegen gezogen wird, ändern sich die Wahrscheinlichkeiten bei jedem Zug signifikant, was die Binomialverteilung als Modell ausschließt.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(44{,}35\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(39{,}91\,\%\). c) In a) bleibt die Erfolgswahrscheinlichkeit wegen der großen Grundgesamtheit nahezu konstant (Bernoulli-Kette), während sie sich in b) durch die kleine Grundgesamtheit ohne Zurücklegen deutlich ändert.
43745212
Ein Samenhändler gibt an, dass die Keimfähigkeit seiner Weizensamen bei \(95\,\%\) liegt. Ein Landwirt vermutet jedoch, dass die Qualität schlechter ist und die Keimwahrscheinlichkeit tatsächlich nur bei \(80\,\%\) liegt. Um dies zu prüfen, führt er eine Stichprobe mit \(n = 20\) Samen durch, von denen genau \(k = 17\) keimen. a) Berechne für beide Modelle (Modell A: \(p = 0{,}95\); Modell B: \(p = 0{,}80\)) die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Stichprobe von \(20\) Samen genau \(17\) keimen. b) Welches Modell ist aufgrund des Beobachtungsergebnisses plausibler? Begründe deine Entscheidung. c) Die Abbildung zeigt die Struktur der ersten zwei Stufen (Samen) der Stichprobe für beide Modelle. Benenne die fehlenden Wahrscheinlichkeiten \(p\) und \(q\) für Modell B.
Abbildung zur Aufgabe 437452

Denkanstöße

- Nutze die Bernoulli-Formel für die Binomialverteilung, um die Wahrscheinlichkeit für eine genaue Trefferanzahl zu bestimmen. - Ein Modell gilt als plausibler, wenn das beobachtete Ereignis unter diesem Modell eine höhere Wahrscheinlichkeit hat. - Überlege dir, wie sich die Parameter \(p\) und \(n\) in der Formel auswirken.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten mit der Formel für die Binomialverteilung \(P(X = k) = \binom{n}{k} \cdot p^k \cdot (1-p)^{n-k}\). 2. Modell A (\(p = 0{,}95\)): \(P(X = 17) = \binom{20}{17} \cdot 0{,}95^{17} \cdot 0{,}05^3 \approx 0{,}0596\). 3. Modell B (\(p = 0{,}80\)): \(P(X = 17) = \binom{20}{17} \cdot 0{,}80^{17} \cdot 0{,}20^3 \approx 0{,}2054\). 4. Vergleich der Ergebnisse: Da die Wahrscheinlichkeit für das beobachtete Ergebnis (\(17\) Keimlinge) im Modell B mit ca. \(20{,}5\,\%\) deutlich höher ist als im Modell A mit ca. \(6{,}0\,\%\), ist Modell B plausibler. Das Ergebnis der Stichprobe stützt somit eher die Vermutung des Landwirts.

Antwort

a) Modell A: \(P(X=17) \approx 0{,}0596\); Modell B: \(P(X=17) \approx 0{,}2054\). b) Modell B ist plausibler, da das beobachtete Ergebnis dort eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit hat. c) Für Modell B gilt \(p = 0{,}80\) und \(q = 1 - p = 0{,}20\).
42688412
In einem Leistungskurs mit 20 Schülerinnen und Schülern besitzen 12 ein eigenes Tablet, die restlichen 8 nicht. a) Für eine Evaluation werden 5 Personen aus dem Kurs zufällig ausgewählt. Berechne mithilfe von Binomialkoeffizienten die Anzahl der Möglichkeiten, diese Gruppe zusammenzustellen. Bestimme anschließend die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in dieser Gruppe genau 3 Personen ein Tablet besitzen. b) In einer anderen Untersuchung wird 10-mal nacheinander eine Person zufällig aus dem Kurs ausgewählt und nach der Befragung wieder „zurückgelegt“, sodass sie erneut gewählt werden kann. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass dabei genau 4-mal eine Person mit Tablet ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Überlege, ob die Auswahl gleichzeitig (ohne Zurücklegen) oder nacheinander mit Zurücklegen erfolgt. - Welche Formel hilft dir, die Anzahl der Möglichkeiten zu bestimmen, eine Teilmenge aus einer Gesamtmenge auszuwählen? - Wie berechnest du die Wahrscheinlichkeit, wenn du die Anzahl der günstigen und der möglichen Kombinationen kennst? - Woran erkennst du, dass für den zweiten Teil der Aufgabe die Binomialverteilung anzuwenden ist?

Lösung

1. Anzahl der Möglichkeiten: Die Auswahl von 5 aus 20 Personen ohne Beachtung der Reihenfolge wird durch den Binomialkoeffizienten \(\binom{20}{5} = 15\,504\) berechnet. 2. Günstige Fälle für genau 3 Personen mit Tablet: Man wählt 3 aus den 12 Personen mit Tablet und 2 aus den 8 Personen ohne Tablet. Anzahl: \(\binom{12}{3} \cdot \binom{8}{2} = 220 \cdot 28 = 6160\). 3. Wahrscheinlichkeit (hypergeometrisch): \(P = \frac{6160}{15504} = \frac{385}{969} \approx 0{,}3973\). 4. Wahrscheinlichkeit bei Ziehen mit Zurücklegen (binomialverteilt): Hier liegt eine Bernoulli-Kette mit \(n = 10\) und \(p = \frac{12}{20} = 0{,}6\) vor. 5. Berechnung für \(k = 4\): \(P(X = 4) = \binom{10}{4} \cdot 0{,}6^4 \cdot 0{,}4^6 = 210 \cdot 0{,}1296 \cdot 0{,}004096 \approx 0{,}1115\).

Antwort

a) Es gibt \(15\,504\) Möglichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(39{,}73\,\%\) (\(\frac{385}{969}\)). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(11{,}15\,\%\) (exakt \(0{,}111476736\)).
42691412
Ein Bauteilhersteller liefert Kisten mit jeweils 150 Einheiten aus. Eine Kiste enthält genau 30 defekte Teile. Für eine Qualitätskontrolle werden der Kiste nacheinander 10 Teile entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau 2 Teile defekt sind, wenn die Entnahme mit Zurücklegen erfolgt. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Teil defekt ist, wenn die Entnahme mit Zurücklegen erfolgt. c) Tatsächlich erfolgt die Stichprobe ohne Zurücklegen. Diskutiere qualitativ, ob die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ bei einer Entnahme ohne Zurücklegen größer oder kleiner ist als bei einer Entnahme mit Zurücklegen.

Denkanstöße

- Identifiziere die Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) für ein einzelnes Teil. - Erinnere dich an die Formel für die Punktwahrscheinlichkeit der Binomialverteilung. - Welches Ereignis ist das Gegenereignis zu „mindestens ein Defekt“? - Überlege dir für Teil c), wie sich die Wahrscheinlichkeit für ein intaktes Teil im zweiten Zug ändert, wenn im ersten Zug bereits ein intaktes Teil entnommen wurde.

Lösung

1. Modellierung mit Zurücklegen: Binomialverteilung mit \(n = 10\) und \(p = \frac{30}{150} = 0{,}2\). 2. Zu a): \(P(X = 2) = \binom{10}{2} \cdot 0{,}2^2 \cdot 0{,}8^8 = 45 \cdot 0{,}04 \cdot 0{,}16777216 \approx 0{,}3020\). 3. Zu b): Gegenereignis „kein Teil defekt“: \(P(X \ge 1) = 1 - P(X = 0) = 1 - 0{,}8^{10} \approx 1 - 0{,}1074 = 0{,}8926\). 4. Zu c): Bei der Entnahme ohne Zurücklegen verringert sich nach jedem gezogenen intakten Teil der Anteil der intakten Teile im Behälter stärker als der Anteil der defekten Teile (da anfangs mehr intakte Teile vorhanden sind). Die Wahrscheinlichkeit, nacheinander nur intakte Teile zu ziehen, sinkt daher im Vergleich zum Ziehen mit Zurücklegen. Somit ist \(P(\text{kein defektes Teil})\) ohne Zurücklegen kleiner. (Alternativ: Rechnung mit hypergeometrischer Verteilung zeigt \(\frac{120}{150} \cdot \frac{119}{149} \cdot \ldots < 0{,}8^{10}\)).

Antwort

a) ca. \(30{,}20\,\%\) b) ca. \(89{,}26\,\%\) c) Die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ ist ohne Zurücklegen kleiner als mit Zurücklegen.
42697512
In einem Behälter befinden sich \(15\) Lose, davon sind \(5\) Gewinnlose und \(10\) Nieten. a) Es werden \(6\) Lose nacheinander mit Zurücklegen gezogen. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau \(2\) Gewinnlose gezogen werden. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Entnahme von \(6\) Losen mit einem Griff genau \(2\) Gewinnlose dabei sind. c) Wie oft müsste man ein Los mit Zurücklegen mindestens ziehen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als \(95\,\%\) mindestens ein Gewinnlos zu erhalten?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, ob die Ziehungen unabhängig voneinander sind oder ob sich die Zusammensetzung des Inhalts ändert. - Welches Modell (Bernoulli-Kette oder Ziehen ohne Zurücklegen) passt zu welcher Teilaufgabe? - Bei der Frage nach der Mindestanzahl hilft oft der Blick auf das Gegenereignis. - Denk daran, dass sich bei Ungleichungen das Zeichen umkehrt, wenn du durch eine negative Zahl dividierst.

Lösung

1. Für Teilaufgabe a) liegt eine Bernoulli-Kette mit \(n = 6\), \(k = 2\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit \(p = \frac{5}{15} = \frac{1}{3}\) vor. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich nach der Formel von Bernoulli: \(P(X = 2) = \binom{6}{2} \cdot \left(\frac{1}{3}\right)^2 \cdot \left(\frac{2}{3}\right)^4 = 15 \cdot \frac{1}{9} \cdot \frac{16}{81} = \frac{80}{243} \approx 0{,}3292\). 2. Für Teilaufgabe b) wird ohne Zurücklegen gezogen (Lotto-Modell). Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich über den Binomialkoeffizienten (hypergeometrische Verteilung): \(P(Y = 2) = \frac{\binom{5}{2} \cdot \binom{10}{4}}{\binom{15}{6}} = \frac{10 \cdot 210}{5005} = \frac{2100}{5005} = \frac{420}{1001} \approx 0{,}4196\). 3. Für Teilaufgabe c) wird der Ansatz über das Gegenereignis „kein Gewinnlos“ bei \(n\) Ziehungen gewählt: \(1 - P(\text{kein Gewinn}) > 0{,}95\). Dies führt zur Ungleichung \(1 - \left(\frac{2}{3}\right)^n > 0{,}95\), woraus \(\left(\frac{2}{3}\right)^n < 0{,}05\) folgt. Durch Logarithmieren erhält man \(n \cdot \ln\left(\frac{2}{3}\right) < \ln(0{,}05)\). Da \(\ln\left(\frac{2}{3}\right)\) negativ ist, dreht sich das Relationszeichen um: \(n > \frac{\ln(0{,}05)}{\ln\left(\frac{2}{3}\right)} \approx 7{,}39\). Somit muss man mindestens \(8\)-mal ziehen.

Antwort

a) \(P(X = 2) = \frac{80}{243} \approx 32{,}92\,\%\) b) \(P(Y = 2) = \frac{420}{1001} \approx 41{,}96\,\%\) c) Man muss mindestens \(8\)-mal ziehen.
42705712
In einer Urne \(A\) befinden sich \(12\) Kugeln, davon sind \(8\) rot und \(4\) blau. In einer Urne \(B\) befinden sich \(120\) Kugeln, wobei das Verhältnis der Farben identisch ist (\(80\) rote und \(40\) blaue Kugeln). Aus jeder Urne wird eine Stichprobe von \(n = 3\) Kugeln entnommen. a) Berechne für beide Urnen die Wahrscheinlichkeit, dass genau zwei rote Kugeln in der Stichprobe sind, wenn die Kugeln nach jeder Entnahme wieder zurückgelegt werden. b) Berechne für beide Urnen die Wahrscheinlichkeit für genau zwei rote Kugeln, wenn die Entnahme ohne Zurücklegen erfolgt. c) Bestimme für beide Urnen die relative Abweichung der Wahrscheinlichkeit aus Teilaufgabe b) von der Wahrscheinlichkeit aus Teilaufgabe a). d) Erläutere das Ergebnis der relativen Abweichungen im Hinblick auf die Gesamtzahl der Kugeln in den Urnen.

Denkanstöße

- Überlege, welches Verteilungsmodell bei gleichbleibender Trefferwahrscheinlichkeit (mit Zurücklegen) anzuwenden ist. - Welches Modell nutzt man, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten durch die Entnahme ändern? - Erinnere dich an die Formel für die hypergeometrische Verteilung: „Anzahl der Möglichkeiten für rote Kugeln mal Anzahl der Möglichkeiten für blaue Kugeln geteilt durch Gesamtmöglichkeiten“. - Die relative Abweichung berechnest du, indem du die Differenz der Werte durch den Bezugswert (hier das Ergebnis aus a) teilst. - Wie verändert sich der Anteil einer Farbe in einer Urne nach einer Entnahme, wenn die Urne sehr viele oder nur sehr wenige Kugeln enthält?

Lösung

1. Berechnung für Ziehen mit Zurücklegen (Binomialverteilung): Da das Verhältnis der Kugeln in beiden Urnen gleich ist (\(p = \frac{8}{12} = \frac{80}{120} = \frac{2}{3}\)), ist die Wahrscheinlichkeit für beide Urnen identisch: \(P(X=2) = \binom{3}{2} \cdot \left(\frac{2}{3}\right)^2 \cdot \left(\frac{1}{3}\right)^1 = 3 \cdot \frac{4}{9} \cdot \frac{1}{3} = \frac{4}{9} \approx 0{,}4444\). 2. Berechnung für Ziehen ohne Zurücklegen (Hypergeometrische Verteilung): Urne \(A\): \(P(Y_A=2) = \frac{\binom{8}{2} \cdot \binom{4}{1}}{\binom{12}{3}} = \frac{28 \cdot 4}{220} = \frac{112}{220} = \frac{28}{55} \approx 0{,}5091\). Urne \(B\): \(P(Y_B=2) = \frac{\binom{80}{2} \cdot \binom{40}{1}}{\binom{120}{3}} = \frac{3160 \cdot 40}{280840} = \frac{126400}{280840} = \frac{3160}{7021} \approx 0{,}4501\). 3. Relative Abweichung \(\frac{|P_{\text{ohne}} - P_{\text{mit}}|}{P_{\text{mit}}}\): Urne \(A\): \(\frac{28/55 - 4/9}{4/9} = \frac{32/495}{4/9} = \frac{8}{55} \approx 14{,}55\,\%\). Urne \(B\): \(\frac{3160/7021 - 4/9}{4/9} = \frac{356/63189}{4/9} = \frac{89}{7021} \approx 1{,}27\,\%\). 4. Interpretation: Bei einer größeren Grundgesamtheit (Urne \(B\)) wirkt sich die Entnahme einer Kugel weniger stark auf die verbleibenden Anteile aus. Daher nähert sich die hypergeometrische Verteilung der Binomialverteilung an, und die relative Abweichung wird kleiner.

Antwort

a) Urne \(A\) und \(B\): \(P \approx 0{,}4444\) (bzw. \(\frac{4}{9}\)). b) Urne \(A\): \(P \approx 0{,}5091\) (bzw. \(\frac{28}{55}\)); Urne \(B\): \(P \approx 0{,}4501\) (bzw. \(\frac{3160}{7021}\)). c) Urne \(A\): \(\approx 14{,}55\,\%\); Urne \(B\): \(\approx 1{,}27\,\%\). d) Je größer die Grundgesamtheit bei gleichbleibendem Stichprobenumfang ist, desto geringer ist der Unterschied zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen.
42705812
Ein Elektronikhändler erhält zwei Lieferungen von Akkus. Lieferung 1 besteht aus \(50\) Akkus, von denen \(5\) defekt sind. Lieferung 2 besteht aus \(500\) Akkus, von denen \(50\) defekt sind. Aus einer der Lieferungen werden zufällig \(4\) Akkus als Stichprobe entnommen und geprüft. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass sich in der Stichprobe genau ein defekter Akku befindet, unter der Annahme, dass die Entnahme näherungsweise als Bernoulli-Kette (Ziehen mit Zurücklegen) modelliert werden kann. b) Berechne die exakten Wahrscheinlichkeiten für genau einen defekten Akku für beide Lieferungen (Ziehen ohne Zurücklegen). c) In der Statistik gilt die Faustregel, dass die Binomialverteilung eine gute Näherung für die hypergeometrische Verteilung ist, wenn der Stichprobenumfang \(n\) höchstens \(5\,\%\) der Grundgesamtheit \(N\) beträgt. Prüfe, ob diese Bedingung für beide Lieferungen erfüllt ist, und beurteile die Qualität der Näherung anhand deiner Ergebnisse aus a) und b).

Denkanstöße

- Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Defekt bei einer einzelnen Entnahme in beiden Fällen? - Zähle für die exakte Berechnung getrennt die Stichproben mit genau einem defekten Akku und die Menge aller möglichen Stichproben. - Vergleiche die berechneten Wahrscheinlichkeiten: Wie nah liegen sie am Binomialwert? - Überprüfe für die Faustregel das Verhältnis von Stichprobe zu Gesamtmenge.

Lösung

1. Modellierung mit Zurücklegen (Binomialverteilung): Der Anteil defekter Akkus ist \(p = \frac{5}{50} = \frac{50}{500} = 0{,}1\). Für \(n=4\) und \(k=1\) ergibt sich: \(P(X=1) = \binom{4}{1} \cdot 0{,}1^1 \cdot 0{,}9^3 = 4 \cdot 0{,}1 \cdot 0{,}729 = 0{,}2916\). 2. Exakte Berechnung (Hypergeometrische Verteilung): Lieferung 1 (\(N=50, K=5, n=4, k=1\)): \(P(Y_1=1) = \frac{\binom{5}{1} \cdot \binom{45}{3}}{\binom{50}{4}} = \frac{5 \cdot 14190}{230300} = \frac{70950}{230300} \approx 0{,}3081\). Lieferung 2 (\(N=500, K=50, n=4, k=1\)): \(P(Y_2=1) = \frac{\binom{50}{1} \cdot \binom{450}{3}}{\binom{500}{4}} = \frac{50 \cdot 15086400}{2573031125} = \frac{754320000}{2573031125} \approx 0{,}2932\). 3. Prüfung der Faustregel (\(n \le 0{,}05 \cdot N\)): Lieferung 1: \(4 \le 0{,}05 \cdot 50 = 2{,}5\) ist falsch. Die Bedingung ist nicht erfüllt. Die Abweichung (\(0{,}3081\) zu \(0{,}2916\)) ist merklich. Lieferung 2: \(4 \le 0{,}05 \cdot 500 = 25\) ist wahr. Die Bedingung ist erfüllt. Die Näherung (\(0{,}2932\) zu \(0{,}2916\)) ist sehr gut.

Antwort

a) \(P \approx 0{,}2916\). b) Lieferung 1: \(P \approx 0{,}3081\); Lieferung 2: \(P \approx 0{,}2932\). c) Lieferung 1: \(4 > 2{,}5\) (nicht erfüllt); Lieferung 2: \(4 \le 25\) (erfüllt). Die Näherung ist für Lieferung 2 deutlich besser, da die Grundgesamtheit größer ist und die Entnahme das Mischungsverhältnis kaum verändert.
43098812
Zwei Spieler vergleichen die Gewinnchancen bei der Augensumme zweier sechsseitiger Würfel. Set A besteht aus zwei fairen Würfeln. Set B besteht aus einem fairen Würfel und einem gezinkten Würfel. Bei dem gezinkten Würfel fallen die Zahlen 1 bis 5 jeweils mit einer Wahrscheinlichkeit von \(0{,}1\), während die Zahl 6 mit einer Wahrscheinlichkeit von \(0{,}5\) erscheint. a) Berechne für beide Sets die Wahrscheinlichkeit, die Augensumme 12 zu würfeln. b) Zeige rechnerisch, dass die Wahrscheinlichkeit für die Augensumme 7 bei beiden Sets exakt gleich groß ist. c) Bestimme den Erwartungswert der Augensumme für Set B. Um wie viel weicht dieser vom Erwartungswert bei Set A ab?

Denkanstöße

- Für die Augensumme 12 gibt es bei sechsseitigen Würfeln nur eine einzige Kombination. - Überlege dir für die Augensumme 7, wie die Wahrscheinlichkeit des fairen Würfels als Faktor ausgeklammert werden kann. - Der Erwartungswert einer Summe ist immer die Summe der einzelnen Erwartungswerte, egal ob die Würfel fair sind oder nicht.

Lösung

1. Bei Set A beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Augensumme 12 (Kombination 6 und 6) \(P(S=12) = \frac{1}{6} \cdot \frac{1}{6} = \frac{1}{36} \approx 0{,}028\). Bei Set B wird die 12 durch die Kombination aus dem fairen Würfel (\(P=1/6\)) und der 6 des gezinkten Würfels (\(P=0{,}5\)) erreicht: \(P(S=12) = \frac{1}{6} \cdot 0{,}5 = \frac{1}{12} \approx 0{,}083\). 2. Sei \(X\) das Ergebnis des fairen Würfels und \(Y\) das des gezinkten Würfels. Die Wahrscheinlichkeit für die Summe 7 berechnet sich über \(\sum_{i=1}^{6} P(X=i) \cdot P(Y=7-i)\). Da \(P(X=i) = 1/6\) für alle \(i\) gilt, lässt sich dieser Faktor ausklammern: \(P(S=7) = \frac{1}{6} \cdot (P(Y=6) + P(Y=5) + \dots + P(Y=1))\). Da die Summe der Wahrscheinlichkeiten des gezinkten Würfels 1 ergeben muss, folgt \(P(S=7) = \frac{1}{6} \cdot 1 = \frac{1}{6}\), was identisch zu Set A ist. 3. Der Erwartungswert des fairen Würfels ist \(E[X] = 3{,}5\). Für den gezinkten Würfel gilt \(E[Y] = 0{,}1 \cdot (1+2+3+4+5) + 0{,}5 \cdot 6 = 1{,}5 + 3 = 4{,}5\). Der Gesamterwartungswert für Set B ist \(E[S_B] = 3{,}5 + 4{,}5 = 8\). Im Vergleich zu Set A (\(E[S_A] = 7\)) liegt der Erwartungswert bei Set B um genau 1 höher.

Antwort

a) Set A: \(\frac{1}{36}\); Set B: \(\frac{1}{12}\). b) In beiden Fällen beträgt die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{6}\). c) Der Erwartungswert für Set B ist \(8{,}0\). Er ist um \(1\) größer als der Erwartungswert von Set A (\(7{,}0\)).

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