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Stellen Sie aus rund 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Wahrscheinlichkeitsmodelle vergleichen

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55215512
Aus der abgebildeten Urne wird zweimal gezogen. Als Treffer gilt eine rote Kugel. Verfahren A: Nach dem ersten Zug wird die Kugel zurückgelegt. Verfahren B: Nach dem ersten Zug wird die Kugel nicht zurückgelegt. Bei welchem Verfahren bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit beim zweiten Zug gleich groß wie beim ersten? Begründe kurz.
Abbildung zur Aufgabe 552155

Denkanstöße

- Überlege, ob sich die Zusammensetzung der Urne nach dem ersten Zug verändert. - Wovon hängt die Trefferwahrscheinlichkeit beim zweiten Zug ab?

Lösung

1. In der Urne liegen \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln. Beim ersten Zug ist die Trefferwahrscheinlichkeit \(\frac{4}{10}\). 2. Bei Verfahren A wird die gezogene Kugel zurückgelegt. Vor dem zweiten Zug liegt wieder dieselbe Zusammensetzung vor, also bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit \(\frac{4}{10}\). 3. Bei Verfahren B verändert der erste Zug die Zusammensetzung der Urne. Die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug hängt dann vom ersten Ergebnis ab. 4. Daher bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit nur bei Verfahren A gleich.

Antwort

Verfahren A (mit Zurücklegen).
55215612
In einer Schachtel liegen \(5\) Karten mit dem Buchstaben A und \(5\) Karten mit dem Buchstaben B. Es werden zwei Karten nacheinander ohne Zurücklegen gezogen. Als Treffer gilt „A“. Entscheide, ob die beiden Ziehungen bezüglich des Ereignisses „Treffer“ unabhängig sind.

Denkanstöße

- Prüfe, ob sich die Zusammensetzung der Schachtel nach dem ersten Zug verändert. - Vergleiche die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug nach zwei verschiedenen möglichen ersten Ergebnissen.

Lösung

1. Beim ersten Zug gilt \(P(A)=\frac{5}{10}=\frac12\). 2. Wurde zuerst A gezogen, ist die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug \(\frac49\). 3. Wurde zuerst B gezogen, ist die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug \(\frac59\). 4. Die Wahrscheinlichkeit im zweiten Zug hängt also vom Ergebnis des ersten Zuges ab. Die Ziehungen sind nicht unabhängig.

Antwort

Nein, die Ziehungen sind bezüglich „A“ nicht unabhängig.
55709812
Ordne vier unterschiedliche Arten, eine Wahrscheinlichkeit zu begründen, den Begriffen Laplace-Wahrscheinlichkeit, frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff, subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff und axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff zu. Führe die jeweils verlangte kurze Rechnung oder Prüfung aus. A: Bei einem achtseitigen Würfel werden alle Seiten als gleich wahrscheinlich modelliert. Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit für eine Primzahl. B: Bei \(200\) Messungen trat ein bestimmtes Sensorsignal \(37\)-mal auf. Dieser Anteil soll als Schätzwert für zukünftige Messungen dienen. C: Nach einer noch nicht erprobten Softwareänderung setzt Entwicklerin Amina die Ausfallwahrscheinlichkeit für den nächsten Test aufgrund ihrer Erfahrung auf \(0{,}15\) an. D: Für die Ergebnisse \(r,s,t\) werden die Wahrscheinlichkeiten \(0{,}2\), \(0{,}5\) und \(0{,}3\) festgelegt. Prüfe Nichtnegativität und Gesamtsumme.

Denkanstöße

- Berechne bei A und B zuerst den jeweiligen Zahlenwert. - Frage anschließend, ob die Begründung auf Gleichwahrscheinlichkeit, beobachteten Wiederholungen, einer Einschätzung oder einer formalen Modellfestlegung beruht. - Bei D musst du die angegebenen Einzelwahrscheinlichkeiten tatsächlich prüfen.

Lösung

1. Bei A sind die Primzahlen \(2,3,5,7\) günstig. Daher ist die Wahrscheinlichkeit \(\frac{4}{8}=0{,}5\). Die Begründung verwendet die Laplace-Wahrscheinlichkeit. 2. Bei B beträgt die relative Häufigkeit \(\frac{37}{200}=0{,}185\). Wird sie als Schätzwert verwendet, entspricht dies dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 3. C ist eine subjektive Wahrscheinlichkeitsangabe, weil der Wert auf einer fachlichen Einschätzung für einen noch nicht beobachteten Einzelfall beruht. 4. Bei D sind alle Einzelwahrscheinlichkeiten nichtnegativ und \(0{,}2+0{,}5+0{,}3=1\). Die Wahrscheinlichkeit wird hier als formal zulässiges Modell festgelegt; dies entspricht dem axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff.

Antwort

A: \(0{,}5\), Laplace-Wahrscheinlichkeit B: \(0{,}185\), frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff C: subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff D: nichtnegative Werte mit Summe \(1\), axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff
42715712
Ein Glücksrad besitzt \(10\) gleich große Sektoren, davon sind \(3\) rot. Bei \(200\) tatsächlichen Drehungen wurde \(68\)-mal Rot beobachtet. Für die nächste Drehung werden drei Wahrscheinlichkeitsangaben begründet: A: Der idealisierte Aufbau des Glücksrads wird zugrunde gelegt. B: Nur die beobachtete Versuchsreihe wird als Grundlage verwendet. C: Technikerin Lale hält die Achse nach einer Reparatur für leicht verzogen und setzt für Rot aufgrund ihrer Erfahrung den Wert \(0{,}4\) an. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeitsangaben, die zu A und B gehören. b) Ordne A, B und C jeweils einem der Begriffe Laplace-Wahrscheinlichkeit, frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff und subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff zu. c) Erkläre, warum unterschiedliche Zahlenwerte bei A, B und C nicht automatisch einen Widerspruch darstellen.

Denkanstöße

- Welche Zahl folgt allein aus dem idealisierten Aufbau des Glücksrads? - Welche Zahl folgt allein aus der beobachteten Versuchsreihe? - Vergleiche anschließend nicht nur die Zahlen, sondern vor allem die Art ihrer Begründung.

Lösung

1. Im idealisierten Modell sind die zehn Sektoren gleich wahrscheinlich. Daher ergibt sich für A \(P(\text{Rot})=\frac{3}{10}=0{,}3\). 2. Aus der Versuchsreihe ergibt sich für B die relative Häufigkeit \(\frac{68}{200}=0{,}34\). 3. A verwendet die Laplace-Wahrscheinlichkeit, weil gleich wahrscheinliche Elementarereignisse abgezählt werden. 4. B verwendet den frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff, weil eine beobachtete relative Häufigkeit als Schätzwert dient. 5. C verwendet den subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff, weil der Zahlenwert auf einer fachlichen persönlichen Einschätzung der konkreten Situation beruht. 6. Die drei Werte stammen aus unterschiedlichen Informationsquellen beziehungsweise Modellannahmen. Eine endliche relative Häufigkeit muss nicht exakt mit der Modellwahrscheinlichkeit übereinstimmen; eine subjektive Einschätzung kann zusätzlich andere Informationen berücksichtigen.

Antwort

a) A: \(0{,}3\); B: \(0{,}34\) b) A: Laplace-Wahrscheinlichkeit; B: frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff; C: subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff c) Die Werte beruhen auf unterschiedlichen Begründungsweisen und Informationsquellen; ihre Verschiedenheit ist daher nicht bereits ein logischer Widerspruch.
42716912
Bei \(100\) Wiederholungen eines Experiments traten die drei Ergebnisse A, B und C insgesamt \(18\)-mal, \(31\)-mal und \(51\)-mal auf. Für zukünftige Versuche wird unabhängig davon das Modell \(P(A)=0{,}2\), \(P(B)=0{,}3\), \(P(C)=0{,}5\) vorgeschlagen. a) Bestimme die drei beobachteten relativen Häufigkeiten. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff liegt vor, wenn diese Werte als Schätzwerte für zukünftige Wahrscheinlichkeiten verwendet werden? b) Prüfe, ob die drei angegebenen Modellwahrscheinlichkeiten die grundlegenden Anforderungen an eine Wahrscheinlichkeitsverteilung erfüllen. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff steht bei dieser Modellfestlegung im Vordergrund? c) Kann das vorgeschlagene Modell allein deshalb als Laplace-Modell bezeichnet werden, weil es genau drei mögliche Ergebnisse gibt? Begründe. d) Vergleiche für das Ereignis \(E=\{C\}\) den datengestützten Schätzwert mit der Modellwahrscheinlichkeit.

Denkanstöße

- Berechne zuerst die Anteile aus den beobachteten Häufigkeiten. - Prüfe beim vorgeschlagenen Modell Nichtnegativität und Gesamtsumme. - Welche zusätzliche Eigenschaft der Elementarereignisse kennzeichnet ein Laplace-Modell?

Lösung

1. Die relativen Häufigkeiten sind \(0{,}18\), \(0{,}31\) und \(0{,}51\). Werden sie als Schätzwerte verwendet, entspricht dies dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Die Modellwerte sind alle nichtnegativ und ihre Summe ist \(0{,}2+0{,}3+0{,}5=1\). Damit bilden sie eine zulässige Wahrscheinlichkeitsverteilung; die Festlegung steht im axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 3. Ein Laplace-Modell erfordert gleich wahrscheinliche Elementarereignisse. Drei mögliche Ergebnisse allein reichen dafür nicht aus; hier sind die Modellwahrscheinlichkeiten sogar ausdrücklich verschieden. 4. Für \(E=\{C\}\) beträgt der datengestützte Schätzwert \(0{,}51\), die Modellwahrscheinlichkeit dagegen \(0{,}5\). Die absolute Abweichung beträgt \(0{,}01\).

Antwort

a) \(0{,}18\), \(0{,}31\), \(0{,}51\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff b) Die Modellwerte sind nichtnegativ und summieren sich zu \(1\); axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff c) Nein. Für ein Laplace-Modell müssten A, B und C gleich wahrscheinlich sein. d) Schätzwert \(0{,}51\), Modellwahrscheinlichkeit \(0{,}5\), absolute Abweichung \(0{,}01\)
42717112
Auf einer Lieferroute kamen in den vergangenen \(1000\) regulären Fahrten \(80\) Sendungen verspätet an. Für morgen ist wegen eines großen Stadtmarathons eine ungewöhnliche Verkehrslage angekündigt. Disponent Ravi setzt für eine Verspätung morgen die Wahrscheinlichkeit \(0{,}20\) an. a) Welchen Wahrscheinlichkeitswert würde man allein aus den bisherigen Fahrten als Schätzwert verwenden? Nenne den zugehörigen Wahrscheinlichkeitsbegriff. b) Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff passt zu Ravis Wert \(0{,}20\)? Begründe, warum dieser Wert trotz der Daten aus a) sinnvollerweise anders sein kann. c) Lässt sich aus den gegebenen Informationen eine Laplace-Wahrscheinlichkeit für die Verspätung bestimmen? Begründe.

Denkanstöße

- Welche Zahl folgt unmittelbar aus den beobachteten Fahrten? - Welche zusätzliche Information betrifft gerade den morgigen Einzelfall? - Prüfe für einen Laplace-Ansatz, ob gleich wahrscheinliche Elementarereignisse überhaupt angegeben sind.

Lösung

1. Aus den vergangenen Fahrten ergibt sich die relative Häufigkeit \(\frac{80}{1000}=0{,}08\). Wird sie als Schätzwert verwendet, entspricht dies dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Ravis Wert \(0{,}20\) ist eine subjektive Wahrscheinlichkeitsangabe: Er berücksichtigt die besondere morgige Verkehrslage zusätzlich zu den bisherigen Daten. 3. Die beiden Werte müssen daher nicht übereinstimmen. Sie beziehen unterschiedliche Informationen in die Begründung ein. 4. Eine Laplace-Wahrscheinlichkeit lässt sich nicht bestimmen, weil keine endliche Menge gleich wahrscheinlicher Elementarereignisse angegeben ist, deren günstige Fälle abgezählt werden könnten.

Antwort

a) \(0{,}08\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff b) subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff; der Wert berücksichtigt zusätzliche Informationen zur besonderen morgigen Situation c) Nein; eine geeignete Menge gleich wahrscheinlicher Elementarereignisse ist nicht gegeben.
55709912
Ein Modell beschreibt eine faire Münze mit \(P(\text{Kopf})=0{,}5\). In \(200\) Würfen wurden \(116\)-mal Kopf beobachtet. a) Gib die relative Häufigkeit von Kopf an. b) Vergleiche sie mit der Modellwahrscheinlichkeit \(0{,}5\). c) Erkläre, warum die Abweichung allein das Modell einer fairen Münze weder bestätigt noch widerlegt.

Denkanstöße

- Wie berechnest du eine relative Häufigkeit? - Vergleiche Beobachtungswert und Modellwert, ohne sie gleichzusetzen. - Was bedeutet „langfristige Stabilisierung“ für eine einzelne endliche Versuchsserie gerade nicht?

Lösung

1. Die relative Häufigkeit ist \(\frac{116}{200}=0{,}58\). 2. Sie liegt um \(0{,}08\) über der Modellwahrscheinlichkeit \(0{,}5\). 3. Relative Häufigkeiten schwanken bei endlichen Stichproben zufällig. Ein einzelner beobachteter Wert ist deshalb nicht identisch mit der Modellwahrscheinlichkeit und beweist für sich allein weder Fairness noch Unfairness.

Antwort

a) \(0{,}58\) b) Abweichung \(0{,}08\) c) Eine endliche relative Häufigkeit kann zufällig von der Modellwahrscheinlichkeit abweichen; sie beweist das Modell allein weder noch widerlegt sie es.
55710012
Ein Glücksrad besitzt vier gleich große Felder A, B, C und D. Modell L behandelt die vier Felder als Laplace-Ergebnisse. Modell W weist den Feldern dagegen die Wahrscheinlichkeiten \(0{,}1\), \(0{,}2\), \(0{,}3\) und \(0{,}4\) in dieser Reihenfolge zu. a) Bestimme in beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E=\{\text{C oder D}\}\). b) Erkläre, welche zusätzliche Annahme Modell L benötigt und warum Modell W trotz derselben Ergebnismenge zu einer anderen Wahrscheinlichkeit führt.

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft der Elementarereignisse ist für ein Laplace-Modell entscheidend? - Wie viele günstige Ergebnisse gibt es in Modell L? - Wie berechnest du die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses im gewichteten Modell W?

Lösung

1. In Modell L sind alle vier Ergebnisse gleich wahrscheinlich. Zwei von vier Ergebnissen liegen in \(E\), also gilt \(P_L(E)=\frac24=\frac12\). 2. In Modell W gilt \(P_W(E)=0{,}3+0{,}4=0{,}7\). 3. Modell L setzt die Gleichwahrscheinlichkeit aller vier Elementarereignisse voraus. 4. Modell W verlangt diese Gleichwahrscheinlichkeit nicht; die vorgegebenen Einzelwahrscheinlichkeiten sind unterschiedlich und werden für das Ereignis addiert.

Antwort

a) Modell L: \(\frac12\); Modell W: \(0{,}7\) b) Modell L benötigt gleich wahrscheinliche Elementarereignisse; Modell W verwendet ausdrücklich ungleiche Einzelwahrscheinlichkeiten.
42345212
In einer Spielshow müssen Kandidaten zwischen zwei Gewinnstrategien wählen. Bei jeder Strategie werden die Antworten unabhängig voneinander rein zufällig gewählt. Strategie A: Bei \(5\) Multiple-Choice-Fragen mit jeweils \(4\) Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist, müssen mindestens \(3\) Fragen richtig erraten werden. Strategie B: Bei \(10\) Ja/Nein-Fragen müssen genau \(5\) Fragen richtig erraten werden. Welche Strategie bietet die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit?

Denkanstöße

- Bestimme für beide Strategien die Trefferwahrscheinlichkeit pro Frage. - Welche Trefferzahlen gehören bei Strategie A zu „mindestens \(3\)“? - Welche Punktwahrscheinlichkeit wird bei Strategie B benötigt? - Vergleiche die beiden resultierenden Erfolgswahrscheinlichkeiten.

Lösung

1. Für Strategie A gilt \(X\sim B(5,0{,}25)\). Daher ist \(P(X\ge3)=P(X=3)+P(X=4)+P(X=5)=\frac{106}{1024}\). 2. Für Strategie B gilt \(Y\sim B(10,0{,}5)\). Daher ist \(P(Y=5)=\binom{10}{5}0{,}5^{10}=\frac{252}{1024}\). 3. Da \(\frac{252}{1024}>\frac{106}{1024}\), bietet Strategie B die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit.

Antwort

Strategie B bietet die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit, denn \(\frac{252}{1024}>\frac{106}{1024}\).
42695812
Aus einer Gruppe von 15 Auszubildenden, bestehend aus 6 Frauen und 9 Männern, sollen Personen für verschiedene Aufgaben ausgewählt werden. a) Wie viele Möglichkeiten gibt es insgesamt, eine Gruppe von 4 Personen für eine gemeinsame Fortbildung auszuwählen? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufälligen Auswahl von 4 Personen für diese Fortbildung genau 2 Frauen und 2 Männer dabei sind. c) Für vier unterschiedliche Tagesaufgaben wird jeweils nacheinander eine Person ausgelost, wobei eine Person auch mehrfach ausgewählt werden kann (Auswahl mit Zurücklegen). Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass dabei genau 2-mal eine Frau ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob die Auswahl gleichzeitig (oder ohne Zurücklegen) erfolgt oder ob eine Person mehrfach gewählt werden kann. - Welches mathematische Werkzeug hilft dir, die Anzahl der Möglichkeiten zu zählen, eine Teilmenge aus einer größeren Gruppe zu bilden? - Bei Teilaufgabe c) handelt es sich um ein Zufallsexperiment, bei dem die Wahrscheinlichkeit für jeden der vier Schritte gleich bleibt.

Lösung

1. Berechnung der Gesamtmöglichkeiten für die Auswahl von 4 aus 15 Personen ohne Beachtung der Reihenfolge: \(\binom{15}{4} = \frac{15 \cdot 14 \cdot 13 \cdot 12}{4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1} = 1365\). 2. Berechnung der günstigen Fälle für genau 2 Frauen und 2 Männer: \(\binom{6}{2} \cdot \binom{9}{2} = 15 \cdot 36 = 540\). Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus dem Quotienten: \(P = \frac{540}{1365} = \frac{36}{91} \approx 0{,}3956\). 3. Modellierung als Bernoulli-Kette mit \(n=4\), \(k=2\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Frau \(p = \frac{6}{15} = 0{,}4\): \(P(X=2) = \binom{4}{2} \cdot 0{,}4^2 \cdot 0{,}6^2 = 6 \cdot 0{,}16 \cdot 0{,}36 = 0{,}3456\).

Antwort

a) Es gibt \(1365\) Möglichkeiten. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(39{,}56\,\%\) (\(\frac{36}{91}\)). c) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(34{,}56\,\%\).
42697612
Ein Elektronikfachmarkt erhält eine Lieferung von \(24\) Smartphones, von denen genau \(3\) Geräte einen Softwarefehler aufweisen. Zur Qualitätskontrolle werden \(4\) Geräte zufällig mit einem Griff entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter den entnommenen Smartphones kein Gerät mit einem Softwarefehler ist. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eines der entnommenen Geräte einen Softwarefehler besitzt. c) Wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis aus Teilaufgabe a), wenn man die Geräte nacheinander prüfen und jedes Mal wieder in den Bestand zurücklegen würde? Vergleiche die Ergebnisse.

Denkanstöße

- Achte auf den Unterschied zwischen „mit einem Griff“ und „mit Zurücklegen“. - Wie hängen die Ereignisse „kein Fehler“ und „mindestens ein Fehler“ zusammen? - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit des nächsten Zugs, wenn ein bereits geprüftes Teil nicht mehr zur Verfügung steht?

Lösung

1. Ohne Zurücklegen gilt für kein fehlerhaftes Gerät \(P(X=0)=\frac{\binom{3}{0}\binom{21}{4}}{\binom{24}{4}}=\frac{285}{506}\). 2. Das Ereignis „mindestens ein Fehler“ ist das Gegenereignis. Daher ist \(P(X\ge1)=1-\frac{285}{506}=\frac{221}{506}\). 3. Mit Zurücklegen bleibt die Wahrscheinlichkeit für ein intaktes Gerät konstant \(\frac{21}{24}=\frac{7}{8}\). Damit ist die Wahrscheinlichkeit für vier intakte Geräte \(\left(\frac{7}{8}\right)^4=\frac{2401}{4096}\). 4. Es gilt \(\frac{2401}{4096}>\frac{285}{506}\). Die Wahrscheinlichkeit für vier intakte Geräte ist also beim Ziehen mit Zurücklegen größer.

Antwort

a) \(\frac{285}{506}\) b) \(\frac{221}{506}\) c) Mit Zurücklegen: \(\frac{2401}{4096}\); dieser Wert ist größer als \(\frac{285}{506}\).
42710612
Ein kleiner Behälter enthält \(50\) USB-Sticks. Laut Lieferant sind höchstens \(3\) davon defekt. Ein IT-Unternehmen entnimmt der Lieferung eine Stichprobe von \(3\) Sticks. Die Lieferung wird reklamiert, wenn mindestens ein defekter Stick gefunden wird. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für eine Reklamation unter der Annahme, dass sich genau \(3\) defekte Sticks im Behälter befinden, wenn a) die Stichprobe ohne Zurücklegen gezogen wird, b) die Ziehung vereinfacht als Bernoulli-Kette (mit Zurücklegen) modelliert wird. c) Berechne die absolute Differenz der beiden Wahrscheinlichkeiten. Gib a) und b) als Prozentwerte auf zwei Nachkommastellen und c) in Prozentpunkten auf zwei Nachkommastellen an.

Denkanstöße

- Wie berechnet man die Anzahl der Möglichkeiten, eine bestimmte Anzahl an Objekten aus einer Menge auszuwählen? - Was ist der Unterschied im Nenner bei der Wahrscheinlichkeitsberechnung zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen? - Nutze das Gegenereignis „kein defekter Stick“, um die Rechnung zu vereinfachen. - Die absolute Differenz ist der Betrag der Abweichung zwischen beiden Modellen.

Lösung

1. Ohne Zurücklegen gilt \(P(\text{mindestens 1 defekt})=1-\frac{\binom{47}{3}}{\binom{50}{3}}=\frac{677}{3920}\approx0{,}172704\), also \(17{,}27\,\%\). 2. Im Bernoulli-Modell ist \(p=\frac{3}{50}=0{,}06\). Daher ist \(P(\text{mindestens 1 defekt})=1-0{,}94^3=0{,}169416\), also \(16{,}94\,\%\). 3. Die absolute Differenz beträgt \(\frac{677}{3920}-0{,}169416\approx0{,}00328808\). Das sind etwa \(0{,}33\) Prozentpunkte.

Antwort

a) \(17{,}27\,\%\) b) \(16{,}94\,\%\) c) \(0{,}33\) Prozentpunkte
42715312
In einem Versuch zur Keimfähigkeit einer Pflanzensorte werden \(150\) Proben mit jeweils \(5\) Samen unter kontrollierten Bedingungen beobachtet. Die Anzahl \(k\) der gekeimten Samen pro Probe wurde in der folgenden Häufigkeitstabelle festgehalten: <table><tr><td>Anzahl gekeimter Samen \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td><td>4</td><td>5</td></tr><tr><td>Häufigkeit \(n_k\)</td><td>4</td><td>21</td><td>50</td><td>48</td><td>22</td><td>5</td></tr></table> 1. Bestimme das arithmetische Mittel \(\bar{k}\) der gekeimten Samen pro Probe. 2. Es wird modellhaft angenommen, dass die Zahl \(X\) der gekeimten Samen pro Probe binomialverteilt ist. Schätze die Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\), indem du \(\bar{k}\) mit dem Erwartungswert von \(X\sim B(5,p)\) gleichsetzt. 3. Berechne mit diesem Modell die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Probe genau \(2\) Samen keimen. Runde die theoretische und die beobachtete relative Häufigkeit auf vier Dezimalstellen und vergleiche sie.

Denkanstöße

- Wie berechnet man einen Mittelwert aus einer Häufigkeitstabelle? - Welche Beziehung besteht zwischen \(E(X)\), \(n\) und \(p\) bei einer Binomialverteilung? - Welche Punktwahrscheinlichkeit brauchst du für genau zwei gekeimte Samen? - Wie erhältst du die beobachtete relative Häufigkeit aus der Tabelle?

Lösung

1. \(\bar{k}=\frac{0\cdot4+1\cdot21+2\cdot50+3\cdot48+4\cdot22+5\cdot5}{150}=\frac{378}{150}=2{,}52\). 2. Für \(X\sim B(5,p)\) gilt \(E(X)=5p\). Aus \(5p=2{,}52\) folgt \(p=0{,}504\). 3. \(P(X=2)=\binom{5}{2}0{,}504^2\cdot0{,}496^3\approx0{,}309960\), also gerundet \(0{,}3100\). 4. Die beobachtete relative Häufigkeit für genau zwei gekeimte Samen beträgt \(\frac{50}{150}=\frac13\approx0{,}3333\). 5. Die beobachtete relative Häufigkeit liegt damit um etwa \(0{,}0234\), also \(2{,}34\) Prozentpunkte, über dem Modellwert.

Antwort

1. \(\bar{k}=2{,}52\) 2. \(p=0{,}504\) 3. Modell: \(0{,}3100\); beobachtete relative Häufigkeit: \(0{,}3333\). Der beobachtete Wert ist größer.
42715412
In der Qualitätskontrolle eines Elektronikherstellers werden Bauteile in Dreiergruppen auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft. Bei einer Untersuchung von \(200\) solchen Gruppen ergab sich folgende Verteilung der defekten Bauteile \(k\) pro Gruppe: <table><tr><td>Anzahl defekter Bauteile \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td></tr><tr><td>Anzahl der Gruppen \(n_k\)</td><td>130</td><td>55</td><td>12</td><td>3</td></tr></table> 1. Berechne den beobachteten Anteil defekter Bauteile in der gesamten Stichprobe. Nutze diesen Wert als Schätzer für die Defektwahrscheinlichkeit \(p\) eines einzelnen Bauteils. 2. Gehe modellhaft davon aus, dass für die Zahl \(X\) der defekten Bauteile pro Gruppe \(X\sim B(3,p)\) gilt. Berechne mit dem geschätzten Wert aus Teil 1 die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Gruppe mindestens ein Bauteil defekt ist. Gib das Ergebnis als Prozentwert auf zwei Nachkommastellen an. 3. Vergleiche den Modellwert aus Teil 2 mit der beobachteten relativen Häufigkeit von Gruppen mit mindestens einem Defekt.

Denkanstöße

- Wie viele defekte Bauteile wurden insgesamt beobachtet? - Was ist das Gegenereignis zu „mindestens ein Defekt“? - Welche Tabellenzeilen gehören zur beobachteten Bedingung \(X\ge1\)?

Lösung

1. Insgesamt wurden \(88\) defekte Bauteile unter \(600\) Bauteilen beobachtet. Daher ist \(p=\frac{88}{600}=\frac{11}{75}\). 2. \(P(X\ge1)=1-P(X=0)=1-\left(\frac{64}{75}\right)^3=\frac{159731}{421875}\approx0{,}378622\), also \(37{,}86\,\%\). 3. Die beobachtete relative Häufigkeit beträgt \(\frac{55+12+3}{200}=\frac{70}{200}=0{,}35=35\,\%\). Der Modellwert liegt damit um etwa \(2{,}86\) Prozentpunkte höher.

Antwort

1. \(p=\frac{11}{75}\) 2. \(37{,}86\,\%\) 3. Modell: \(37{,}86\,\%\); beobachtete relative Häufigkeit: \(35\,\%\). Der Modellwert ist höher.
42716512
In einer Fertigungsanlage werden \(500\) Bauteile untersucht. Dabei werden \(15\) defekte Bauteile festgestellt. 1. Bestimme die relative Häufigkeit der defekten Bauteile und benenne den Wahrscheinlichkeitsbegriff, der verwendet wird, wenn diese Häufigkeit als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit dient. 2. Für eine Modellrechnung wird für \(20\) unabhängige Bauteile eine konstante Defektwahrscheinlichkeit von \(p=0{,}02\) festgelegt. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau ein Bauteil defekt ist. Runde auf vier Dezimalstellen. 3. Erkläre, warum aus der bloßen Festlegung des Modellparameters \(p=0{,}02\) nicht hervorgeht, wie dieser Wert ursprünglich begründet wurde. Welche Rolle spielen die Wahrscheinlichkeitsaxiome dennoch für das Modell?

Denkanstöße

- Welche Größe erhältst du, wenn du die beobachteten Defekte durch die Zahl der untersuchten Bauteile teilst? - Welche Angaben rechtfertigen in Teil 2 eine Binomialverteilung? - Unterscheide zwischen der Herkunft eines Wahrscheinlichkeitswerts und den formalen Regeln, die jedes Wahrscheinlichkeitsmodell erfüllen muss.

Lösung

1. Die relative Häufigkeit beträgt \(\frac{15}{500}=0{,}03\). Wird sie als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet, liegt der frequentistische Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde. 2. Für die Defektzahl \(X\) gilt \(X\sim B(20,0{,}02)\). Daher ist \(P(X=1)=\binom{20}{1}0{,}02\cdot0{,}98^{19}\approx0{,}2725\). 3. Ein festgelegter Zahlenwert für \(p\) sagt nicht, ob er etwa aus Daten, Symmetrieüberlegungen oder einer Modellannahme stammt. Unabhängig von seiner Herkunft muss das daraus gebildete Wahrscheinlichkeitsmodell die Axiome erfüllen, insbesondere Nichtnegativität, Normierung und Additivität für disjunkte Ereignisse.

Antwort

1. \(0{,}03=3\,\%\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. \(P(X=1)\approx0{,}2725\) 3. Aus dem festen Wert \(p=0{,}02\) lässt sich seine Begründungsart nicht bestimmen. Das Modell selbst muss jedoch die Wahrscheinlichkeitsaxiome erfüllen.
42717012
Emilia untersucht die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Reißzwecke beim Werfen auf dem runden Kopf (Ergebnis \(K\)) oder auf der Seite (Ergebnis \(S\)) liegen bleibt. a) Erkläre, warum eine Laplace-Wahrscheinlichkeit in diesem Fall nicht ohne Weiteres zur Bestimmung eines exakten Werts für \(P(K)\) verwendet werden kann. b) Emilia führt eine Versuchsreihe mit \(500\) Würfen durch und stellt fest, dass die Reißzwecke \(185\)-mal auf dem Kopf liegen bleibt. Bestimme die relative Häufigkeit von \(K\) und gib sie als Schätzwert im Sinn des frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriffs an. c) Erläutere, welche Bedingungen die Wahrscheinlichkeiten \(P(K)\) und \(P(S)\) im axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff erfüllen müssen, damit sie ein zulässiges mathematisches Modell bilden.

Denkanstöße

- Welche Voraussetzung braucht eine Laplace-Wahrscheinlichkeit? - Wie wird aus \(185\) Treffern bei \(500\) Versuchen eine relative Häufigkeit? - Welche Axiome bzw. Folgerungen gelten für zwei disjunkte Ereignisse, die zusammen sicher eintreten?

Lösung

1. Für eine Laplace-Wahrscheinlichkeit müssten die betrachteten Elementarereignisse als gleich wahrscheinlich begründet sein. Die Form der Reißzwecke liefert dafür keine Symmetriebegründung. 2. Die relative Häufigkeit ist \(h_{500}(K)=\frac{185}{500}=0{,}37\). Im frequentistischen Zugang dient dieser Wert als Schätzwert für \(P(K)\). 3. Für ein zulässiges Modell müssen \(P(K)\ge0\) und \(P(S)\ge0\) gelten. Da \(K\) und \(S\) sich ausschließen und zusammen den gesamten Ergebnisraum bilden, gilt außerdem \(P(K)+P(S)=1\).

Antwort

a) Eine Laplace-Wahrscheinlichkeit ist ohne Begründung gleicher Wahrscheinlichkeiten nicht anwendbar. b) \(h_{500}(K)=0{,}37\); frequentistischer Schätzwert \(P(K)\approx0{,}37\). c) \(P(K),P(S)\ge0\) und \(P(K)+P(S)=1\).
42717212
In einer Urne befinden sich \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln, die sich nur in ihrer Farbe unterscheiden. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ziehen einer roten Kugel unter der Annahme eines Laplace-Experiments. b) Mara Kovács sagt vor dem Ziehen: „Ich habe ein starkes Gefühl, dass heute eher Blau gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit für Rot liegt für mich heute nur bei \(20\,\%\).“ Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird hier verwendet? c) Bei \(50\) tatsächlichen Durchführungen mit Zurücklegen wurde \(18\)-mal eine rote Kugel gezogen. Bestimme die relative Häufigkeit und gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff damit verknüpft ist. d) Erläutere kurz, warum sich der Laplace-Wert aus a) von der relativen Häufigkeit aus c) unterscheiden kann.

Denkanstöße

- Welche Voraussetzung des Laplace-Modells ist bei den Kugeln gegeben? - Woran erkennst du eine subjektive Einschätzung? - Wie berechnest du die relative Häufigkeit aus \(18\) Treffern bei \(50\) Versuchen? - Muss eine endliche relative Häufigkeit exakt der Modellwahrscheinlichkeit entsprechen?

Lösung

1. Da die zehn Kugeln als gleich wahrscheinlich gezogen modelliert werden, ist \(P(\text{rot})=\frac{4}{10}=0{,}4\). 2. Die Aussage von Mara verwendet den subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff, weil sie eine persönliche Einschätzung ausdrückt. 3. Die relative Häufigkeit beträgt \(h_{50}(\text{rot})=\frac{18}{50}=0{,}36\). Wird sie als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet, entspricht dies dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 4. Der Laplace-Wert \(0{,}4\) ist die Modellwahrscheinlichkeit. Relative Häufigkeiten in einer endlichen Versuchsreihe unterliegen Zufallsschwankungen und müssen daher nicht exakt mit diesem Wert übereinstimmen. Bei zunehmender Versuchszahl können sie sich um den Modellwert stabilisieren.

Antwort

a) \(P(\text{rot})=0{,}4\) b) Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff. c) \(h_{50}(\text{rot})=0{,}36\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. d) Endliche Versuchsreihen unterliegen Zufallsschwankungen; relative Häufigkeit und Modellwahrscheinlichkeit müssen daher nicht identisch sein.
42719912
In einem Behälter befinden sich \(6\) schwarze und \(4\) weiße Kugeln. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln entnommen. Noah Weber gewinnt, wenn er mindestens zwei schwarze Kugeln erhält. Untersuche rechnerisch, ob es für Noah vorteilhafter ist, wenn die Kugeln mit oder ohne Zurücklegen gezogen werden.

Denkanstöße

- Welches Modell passt beim Ziehen mit Zurücklegen? - Welche Anzahlen schwarzer Kugeln führen bei drei Ziehungen zum Gewinn? - Wie kannst du beim Ziehen ohne Zurücklegen die günstigen Dreiergruppen zählen? - Vergleiche die beiden Wahrscheinlichkeiten erst am Ende.

Lösung

1. Mit Zurücklegen gilt für die Zahl \(X\) der schwarzen Kugeln \(X\sim B(3,0{,}6)\). Damit ist \(P(X\ge2)=\binom{3}{2}0{,}6^2\cdot0{,}4+0{,}6^3=0{,}648\). 2. Ohne Zurücklegen gibt es \(\binom{10}{3}=120\) gleich wahrscheinliche Dreierauswahlen. Für mindestens zwei schwarze Kugeln sind \(\binom{6}{2}\binom{4}{1}+\binom{6}{3}=80\) günstig. Daher beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit \(\frac{80}{120}=\frac23\). 3. Wegen \(\frac23>0{,}648\) ist das Ziehen ohne Zurücklegen für Noah günstiger.

Antwort

Ohne Zurücklegen ist es günstiger: \(\frac23>0{,}648\).
42720012
Eine Kiste enthält \(50\) Batterien, von denen \(5\) entladen sind. Für den Betrieb einer Taschenlampe werden der Kiste zufällig \(4\) Batterien entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle entnommenen Batterien voll funktionsfähig sind, unter der Annahme, dass das Ziehen als Bernoulli-Kette mit Zurücklegen modelliert wird. b) Berechne die exakte Wahrscheinlichkeit für dasselbe Ereignis, wenn die Batterien ohne Zurücklegen entnommen werden. c) Berechne die absolute Abweichung der beiden Wahrscheinlichkeiten in Prozentpunkten und runde sie auf zwei Dezimalstellen. Beurteile die Binomialverteilung für dieses Ereignis als brauchbare Näherung, wenn die Abweichung höchstens \(1\) Prozentpunkt beträgt.

Denkanstöße

- Welche Trefferwahrscheinlichkeit gilt beim Ziehen mit Zurücklegen? - Wie kannst du beim Ziehen ohne Zurücklegen günstige und mögliche Viererauswahlen zählen? - Vergleiche die beiden Wahrscheinlichkeiten als absolute Differenz und anschließend mit dem vorgegebenen Grenzwert.

Lösung

1. Mit Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit für eine funktionsfähige Batterie \(p=\frac{45}{50}=0{,}9\). Daher gilt \(P(X=4)=0{,}9^4=0{,}6561\). 2. Ohne Zurücklegen gilt \(P(Y=4)=\frac{\binom{45}{4}}{\binom{50}{4}}=\frac{4257}{6580}\). 3. Die absolute Abweichung beträgt \(\left|0{,}6561-\frac{4257}{6580}\right|\cdot100\approx0{,}91\) Prozentpunkte. 4. Da \(0{,}91<1\) gilt, ist die Binomialverteilung nach dem vorgegebenen Kriterium für dieses Ereignis eine brauchbare Näherung.

Antwort

a) \(0{,}6561\) b) \(\frac{4257}{6580}\) c) Die Abweichung beträgt ungefähr \(0{,}91\) Prozentpunkte. Nach dem vorgegebenen Kriterium ist die Binomialverteilung hier eine brauchbare Näherung.
43081912
Zwei Modelle erzeugen Folgen aus „Rot“ und „Blau“: Modell A: Ein Glücksrad mit einem roten und drei blauen gleich großen Sektoren wird zweimal unabhängig voneinander gedreht. Modell B: Aus einem Beutel mit einer roten und drei blauen Karten werden nacheinander zwei Karten ohne Zurücklegen gezogen. a) Berechne in beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau einmal Rot auftritt. b) Im ersten Versuch ist Blau aufgetreten. Bestimme in beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass im zweiten Versuch Rot auftritt. c) Erkläre anhand deiner Ergebnisse, in welchem Modell die Aussage „Die Rotwahrscheinlichkeit bleibt nach jedem bisherigen Ergebnis gleich“ zutrifft.

Denkanstöße

- Vergleiche zuerst, ob sich die Zusammensetzung nach dem ersten Versuch verändert. - Welche Trefferwahrscheinlichkeit gilt in Modell A bei jeder Drehung? - Wie viele Karten bleiben in Modell B nach einem blauen ersten Zug übrig? - Nutze die Ergebnisse aus b), um die Unabhängigkeit der beiden Modelle zu vergleichen.

Lösung

1. In Modell A gilt für die Zahl \(X\) der roten Treffer \(X\sim B(2,0{,}25)\). Daher ist \(P(X=1)=\binom{2}{1}0{,}25\cdot0{,}75=0{,}375\). 2. In Modell B gibt es \(\binom{4}{2}=6\) gleich wahrscheinliche Zweierauswahlen. Genau eine rote Karte enthalten \(\binom{1}{1}\binom{3}{1}=3\) davon. Die Wahrscheinlichkeit beträgt daher \(\frac{3}{6}=0{,}5\). 3. Nach einem blauen Ergebnis bleibt in Modell A wegen der Unabhängigkeit die Rotwahrscheinlichkeit \(0{,}25\). 4. In Modell B liegen nach einer blauen Karte noch eine rote und zwei blaue Karten im Beutel. Die Rotwahrscheinlichkeit im zweiten Zug ist daher \(\frac13\). 5. Die Aussage über eine unveränderte Rotwahrscheinlichkeit trifft nur auf Modell A zu.

Antwort

a) Modell A: \(0{,}375\); Modell B: \(0{,}5\) b) Modell A: \(0{,}25\); Modell B: \(\frac13\) c) Die Rotwahrscheinlichkeit bleibt nur in Modell A unverändert, weil dort die Versuche unabhängig sind.
43082012
Für eine Stichprobe von \(20\) Mikrochips werden zwei Qualitätsmodelle verglichen: Modell A: Jeder Chip ist unabhängig von den anderen mit konstanter Wahrscheinlichkeit \(p=0{,}05\) defekt. Modell B: Eine Lieferung enthält genau \(100\) Chips, davon genau \(5\) defekte. Aus dieser Lieferung werden \(20\) Chips ohne Zurücklegen ausgewählt. a) Berechne in beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass kein defekter Chip in der Stichprobe vorkommt. b) Berechne in beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau drei defekte Chips vorkommen. c) Erkläre, warum Modell A eine Bernoulli-Kette beschreibt, Modell B dagegen nicht. Beziehe dich ausdrücklich auf Unabhängigkeit und konstante Defektwahrscheinlichkeit.

Denkanstöße

- Welche Modellannahmen machen die Defektzahl in Modell A binomialverteilt? - Wie kannst du in Modell B günstige Stichproben mit null bzw. drei Defekten kombinatorisch zählen? - Verändert die erste Auswahl in Modell B die Zusammensetzung für die zweite Auswahl? - Welche beiden Bedingungen unterscheiden die Modelle damit strukturell?

Lösung

1. In Modell A gilt für die Zahl \(X\) der defekten Chips \(X\sim B(20,0{,}05)\). Daher ist \(P(X=0)=0{,}95^{20}\approx0{,}358486\). 2. In Modell B ist die Wahrscheinlichkeit für keinen Defekt \(\frac{\binom{95}{20}}{\binom{100}{20}}\approx0{,}319309\). 3. In Modell A ist \(P(X=3)=\binom{20}{3}0{,}05^3\cdot0{,}95^{17}\approx0{,}059582\). 4. In Modell B gibt es für genau drei Defekte \(\binom{5}{3}\binom{95}{17}\) günstige Stichproben unter insgesamt \(\binom{100}{20}\) möglichen. Daher beträgt die Wahrscheinlichkeit \(\frac{\binom{5}{3}\binom{95}{17}}{\binom{100}{20}}\approx0{,}047849\). 5. Modell A hat unabhängige Versuche mit konstanter Defektwahrscheinlichkeit \(0{,}05\) und ist daher eine Bernoulli-Kette. In Modell B verändert jede Entnahme ohne Zurücklegen die Zusammensetzung der verbleibenden Lieferung; die Ziehungen sind daher nicht unabhängig und die Defektwahrscheinlichkeit bleibt nicht konstant.

Antwort

a) Modell A: \(\approx0{,}3585\); Modell B: \(\approx0{,}3193\) b) Modell A: \(\approx0{,}0596\); Modell B: \(\approx0{,}0478\) c) Nur Modell A ist eine Bernoulli-Kette; in Modell B ändern sich durch das Ziehen ohne Zurücklegen die folgenden Wahrscheinlichkeiten.
43083012
Ein Glücksrad mit 10 gleich großen, von 1 bis 10 beschrifteten Sektoren wird für ein Gewinnspiel genutzt. 1. Berechne die Laplace-Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Die gedrehte Zahl ist eine Quadratzahl“. 2. In einer Testreihe mit \(500\) Drehungen blieb das Rad \(65\)-mal bei der Zahl 10 stehen. Bestimme die relative Häufigkeit für dieses Ergebnis und vergleiche sie mit der theoretischen Laplace-Wahrscheinlichkeit. 3. Angenommen, das Rad ist so beschaffen, dass die Zahlen 1 bis 9 jeweils mit der gleichen Wahrscheinlichkeit \(q\) auftreten, die Zahl 10 jedoch mit der Wahrscheinlichkeit \(P(10) = 0{,}2\). Berechne den Wert von \(q\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow und bestimme damit die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Die Zahl ist ungerade“.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 10 lassen sich als \(n \cdot n\) schreiben? - Die relative Häufigkeit berechnet man aus der Anzahl der Treffer geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Was besagt das Normierungsaxiom über die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ergebnisse? - Wenn mehrere Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, kannst du ihre Wahrscheinlichkeiten hier einfach addieren.

Lösung

1. Mögliche Ergebnisse \(\Omega = \{1; 2; \dots; 10\}\), also \(|\Omega| = 10\). Günstige Ergebnisse für \(E\): \(\{1; 4; 9\}\). \(P(E) = \frac{3}{10} = 0{,}3\). 2. Relative Häufigkeit \(h_{500}(10) = \frac{65}{500} = \frac{13}{100} = 0{,}13\). Die Laplace-Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(10) = \frac{1}{10} = 0{,}1\). Vergleich: Die relative Häufigkeit (\(0{,}13\)) liegt über der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(0{,}1\)). 3. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(9 \cdot q + 0{,}2 = 1 \Rightarrow 9q = 0{,}8 \Rightarrow q = \frac{0{,}8}{9} = \frac{8}{90} = \frac{4}{45} \approx 0{,}089\). Ungerade Zahlen sind \(\{1; 3; 5; 7; 9\}\) (5 Stück). Da jede dieser Zahlen die Wahrscheinlichkeit \(q\) besitzt: \(P(\text{ungerade}) = 5 \cdot q = 5 \cdot \frac{4}{45} = \frac{4}{9} \approx 0{,}444\).

Antwort

1. \(P(E) = 0{,}3\) 2. \(h = 0{,}13\); dieser Wert ist höher als die Laplace-Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\). 3. \(q = \frac{4}{45}\); \(P(\text{ungerade}) = \frac{4}{9}\)
43083212
Betrachte ein Zufallsexperiment mit dem Ergebnisraum \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\). 1. Ein Wahrscheinlichkeitsmodell ordnet den ungeraden Zahlen jeweils die Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\) zu, also \(P(1) = P(3) = P(5) = 0{,}1\). Die geraden Zahlen haben alle die gleiche Wahrscheinlichkeit \(P(2) = P(4) = P(6) = x\). Bestimme den Wert für \(x\) so, dass die Axiome von Kolmogorow erfüllt sind. 2. Berechne für das Ereignis \(E\): „Die Zahl ist größer als 3“ die Wahrscheinlichkeit sowohl nach dem Modell aus Teilaufgabe 1 als auch nach dem klassischen Laplace-Modell. 3. In einer Versuchsreihe mit 600 Durchgängen wurde das Ergebnis „6“ insgesamt 140-mal beobachtet. Beurteile durch Vergleich der relativen Häufigkeit mit den Einzelwahrscheinlichkeiten \(P(6)\), welches der beiden Modelle hinsichtlich dieses Ergebnisses besser zur Beobachtung passt.

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft müssen alle Wahrscheinlichkeiten eines Ergebnisraums in der Summe erfüllen? - Wie unterscheidet sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei einem Laplace-Experiment von einer allgemeineren Verteilung? - Vergleiche die beobachtete Häufigkeit eines einzelnen Ergebnisses mit den theoretischen Werten der Modelle.

Lösung

1. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(P(1) + P(2) + P(3) + P(4) + P(5) + P(6) = 1\). Einsetzen ergibt \(3 \cdot 0{,}1 + 3 \cdot x = 1\), woraus \(0{,}3 + 3x = 1\) folgt. Somit ist \(3x = 0{,}7\) und \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). 2. Ereignis \(E = \{4, 5, 6\}\). Im Modell 1: \(P_1(E) = P(4) + P(5) + P(6) = \frac{7}{30} + 0{,}1 + \frac{7}{30} = \frac{14}{30} + \frac{3}{30} = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\). Im Laplace-Modell: \(P_L(E) = \frac{3}{6} = 0{,}5\). 3. Die relative Häufigkeit für das Ergebnis „6“ beträgt \(h(6) = \frac{140}{600} = \frac{14}{60} = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). Im Modell 1 ist \(P(6) = \frac{7}{30}\), im Laplace-Modell ist \(P(6) = \frac{1}{6} \approx 0{,}167\). Damit passt Modell 1 hinsichtlich des Ergebnisses „6“ besser zu dieser Beobachtung. Aus nur einer Einzelhäufigkeit folgt jedoch noch keine vollständige Bestätigung des gesamten Modells.

Antwort

1. \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\) 2. Modell 1: \(P_1(E) = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\); Laplace: \(P_L(E) = 0{,}5\) 3. Hinsichtlich des Ergebnisses „6“ passt Modell 1 besser zur Beobachtung, da \(P(6) = \frac{7}{30}\) der relativen Häufigkeit \(h(6) = \frac{140}{600}\) entspricht. Dies allein bestätigt noch nicht das vollständige Modell.
43087712
Ein elektronisches Zahlenschloss wird durch eine vierstellige Kombination (Ziffern \(0\) bis \(9\)) gesichert. Es werden zwei verschiedene Verfahren zur zufälligen Generierung eines neuen Sicherheitscodes verglichen: Verfahren A: Jede der vier Stellen wird nacheinander durch einen Zufallsgenerator bestimmt, wobei jede Ziffer von \(0\) bis \(9\) bei jedem Schritt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ausgewählt werden kann. Verfahren B: In einer Urne befinden sich \(40\) Kugeln, wobei jede der Ziffern \(0\) bis \(9\) genau viermal vorkommt. Es werden nacheinander vier Kugeln ohne Zurücklegen gezogen, um den Code zu bilden. 1. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit, dass die Kombination „\(7777\)“ generiert wird. 2. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit für die Kombination „\(1234\)“. 3. Begründe unter Verwendung der Begriffe „stochastische Unabhängigkeit“ und „Ziehen mit/ohne Zurücklegen“, warum Verfahren B kein exaktes Modell für die Funktionsweise von Verfahren A ist.

Denkanstöße

- Überlege, ob sich die Wahrscheinlichkeit einer Ziffer nach jeder erzeugten Stelle verändert. - Vergleiche eine Kombination mit vier gleichen Ziffern mit einer Kombination aus vier verschiedenen Ziffern. - Woran erkennst du stochastische Unabhängigkeit in einem mehrstufigen Experiment?

Lösung

1. Bei Verfahren A gilt \(P_A(7777)=\left(\frac{1}{10}\right)^4=0{,}0001\). Bei Verfahren B ist \(P_B(7777)=\frac{4}{40}\cdot\frac{3}{39}\cdot\frac{2}{38}\cdot\frac{1}{37}=\frac{1}{91390}\). 2. Bei Verfahren A gilt wieder \(P_A(1234)=0{,}0001\). Bei Verfahren B ist \(P_B(1234)=\frac{4}{40}\cdot\frac{4}{39}\cdot\frac{4}{38}\cdot\frac{4}{37}=\frac{16}{137085}\). 3. Verfahren A hat unabhängige Stufen: Eine erzeugte Ziffer verändert die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Stellen nicht. Bei Verfahren B wird ohne Zurücklegen gezogen; dadurch ändern sich die verfügbaren Kugeln und damit die Wahrscheinlichkeiten. Die Stufen sind stochastisch abhängig.

Antwort

1. \(P_A(7777)=0{,}0001\), \(P_B(7777)=\frac{1}{91390}\) 2. \(P_A(1234)=0{,}0001\), \(P_B(1234)=\frac{16}{137085}\) 3. Verfahren A hat unabhängige Stufen; Verfahren B nicht, weil ohne Zurücklegen gezogen wird.
43087812
In einem Lager befinden sich \(500\) elektronische Bauteile, von denen \(10\) defekt sind. Die Technikerin Malin entnimmt für eine Prüfung nacheinander zwei Bauteile. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, wenn das erste Teil nach der Prüfung wieder zurückgelegt wird (Modell 1). 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, wenn das erste Teil nicht zurückgelegt wird (Modell 2). 3. Untersuche die stochastische Unabhängigkeit der Ereignisse \(E_1\): „Das erste Teil ist defekt“ und \(E_2\): „Das zweite Teil ist defekt“ für Modell 2. 4. Berechne die absolute und die relative Abweichung der Wahrscheinlichkeit aus Modell 1 von der exakten Wahrscheinlichkeit aus Modell 2. Gib die relative Abweichung in Prozent auf zwei Dezimalstellen an. Erläutere, warum die Aussage „Modell 1 ist eine brauchbare Näherung“ ohne ein vorgegebenes Gütekriterium nicht eindeutig entschieden werden kann.

Denkanstöße

- Vergleiche beim zweiten Zug die Situation mit und ohne Zurücklegen. - Welche Gleichung kennzeichnet stochastische Unabhängigkeit? - Beziehe die relative Abweichung auf die als exakt bezeichnete Wahrscheinlichkeit. - Welche zusätzliche Festlegung brauchst du für ein eindeutiges Qualitätsurteil?

Lösung

1. Mit Zurücklegen gilt \(P_1=\frac{10}{500}\cdot\frac{10}{500}=0{,}0004\). 2. Ohne Zurücklegen gilt \(P_2=\frac{10}{500}\cdot\frac{9}{499}=\frac{9}{24950}\). 3. Es ist \(P(E_1)=P(E_2)=0{,}02\), aber \(P(E_1\cap E_2)=\frac{9}{24950}\ne0{,}02\cdot0{,}02\). Daher sind \(E_1\) und \(E_2\) in Modell 2 abhängig. 4. Die absolute Abweichung beträgt \(\left|0{,}0004-\frac{9}{24950}\right|=\frac{49}{1247500}\). Bezogen auf den exakten Wert \(P_2\) ist die relative Abweichung \(\frac{49}{450}\approx10{,}89\,\%\). Ob dies als „brauchbar“ gilt, hängt von einem festgelegten Fehlermaß oder Grenzwert ab.

Antwort

1. \(P_1=0{,}0004\) 2. \(P_2=\frac{9}{24950}\) 3. Die Ereignisse sind in Modell 2 stochastisch abhängig. 4. Absolute Abweichung: \(\frac{49}{1247500}\); relative Abweichung: ungefähr \(10{,}89\,\%\). Ohne Gütekriterium ist „brauchbare Näherung“ nicht eindeutig zu beurteilen.
43088412
Ein Kartenspiel besteht aus \(32\) Karten, darunter befinden sich genau \(4\) Asse. Die Karten werden gut gemischt und nacheinander aufgedeckt. a) Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist das Herz-Ass genau die fünfte aufgedeckte Karte? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass unter den ersten fünf aufgedeckten Karten genau zwei Asse sind. c) Angenommen, jede gezogene Karte würde sofort wieder in den Stapel zurückgelegt und neu gemischt. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Fall unter fünf Zügen genau zwei Asse erscheinen.

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen einer ganz bestimmten Karte und einer Gruppe von Karten wie allen Assen. - Wie kannst du in b) günstige Fünferauswahlen mit genau zwei Assen kombinatorisch zählen? - Welche zwei Bedingungen ändern sich in c) durch das Zurücklegen?

Lösung

1. Da jede der \(32\) Karten mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an der fünften Position liegen kann, beträgt die Wahrscheinlichkeit für das spezifische Herz-Ass \(P=\frac{1}{32}=0{,}03125\). 2. Ohne Zurücklegen gibt es \(\binom{32}{5}\) gleich wahrscheinliche Fünferauswahlen. Für genau zwei Asse gibt es \(\binom{4}{2}\binom{28}{3}\) günstige Auswahlen. Daher ist \(P=\frac{\binom{4}{2}\binom{28}{3}}{\binom{32}{5}}=\frac{19656}{201376}\approx0{,}0976\). 3. Mit Zurücklegen sind die fünf Züge unabhängig und die Asswahrscheinlichkeit bleibt \(p=\frac{4}{32}=\frac18\). Für die Anzahl \(X\) der Asse gilt \(X\sim B(5,\frac18)\). Daher ist \(P(X=2)=\binom{5}{2}\left(\frac18\right)^2\left(\frac78\right)^3=\frac{3430}{32768}\approx0{,}1047\).

Antwort

a) \(P=\frac{1}{32}=0{,}03125\) b) \(P=\frac{\binom{4}{2}\binom{28}{3}}{\binom{32}{5}}\approx0{,}0976\) c) \(P(X=2)=\binom{5}{2}\left(\frac18\right)^2\left(\frac78\right)^3\approx0{,}1047\)
43095412
Eine Urne enthält \(10\) weiße und \(10\) schwarze Kugeln. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln entnommen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(2\) weiße Kugeln gezogen werden, wenn die Entnahme ohne Zurücklegen erfolgt. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau \(2\) weiße Kugeln unter der Annahme, dass jede Kugel nach dem Ziehen wieder zurückgelegt wird. 3. Vergleiche die beiden Ergebnisse und begründe den Unterschied unter Bezugnahme auf die zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeitsmodelle.

Denkanstöße

- Welche Dreierauswahlen sind beim Ziehen ohne Zurücklegen gleich wahrscheinlich? - Welche Bedingungen machen das Ziehen mit Zurücklegen zu einer Bernoulli-Kette? - Vergleiche die beiden exakten Wahrscheinlichkeiten und die Modellannahmen zur Unabhängigkeit.

Lösung

1. Ohne Zurücklegen gibt es \(\binom{20}{3}=1140\) gleich wahrscheinliche Dreierauswahlen. Günstig sind \(\binom{10}{2}\binom{10}{1}=450\). Damit ist \(P_{\text{ohne}}=\frac{450}{1140}=\frac{15}{38}\). 2. Mit Zurücklegen sind die Züge unabhängig und die Wahrscheinlichkeit für Weiß ist stets \(0{,}5\). Für die Zahl \(X\) der weißen Kugeln gilt \(X\sim B(3,0{,}5)\). Daher ist \(P(X=2)=\binom{3}{2}0{,}5^3=\frac38\). 3. Es gilt \(\frac{15}{38}>\frac38\). Beim Ziehen ohne Zurücklegen sind die Züge abhängig; nach jeder Entnahme ändert sich die Zusammensetzung. Beim Ziehen mit Zurücklegen bleiben die Züge unabhängig und die Trefferwahrscheinlichkeit konstant.

Antwort

1. \(\frac{15}{38}\) 2. \(\frac38\) 3. Ohne Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit etwas größer; die Züge sind dort abhängig, mit Zurücklegen unabhängig.
43098712
Zwei Zufallsexperimente zur Augensumme \(S\) werden verglichen. Die jeweils verwendeten Würfel werden unabhängig voneinander geworfen. Experiment 1: zwei faire sechsseitige Würfel. Experiment 2: ein fairer dreiseitiger Würfel mit \(1,2,3\) und ein fairer neunseitiger Würfel mit \(1\) bis \(9\). a) Zeige, dass der Erwartungswert der Augensumme in beiden Experimenten gleich ist. b) Vergleiche \(P(S=7)\). c) Vergleiche \(P(S\le4)\).

Denkanstöße

- Der Erwartungswert einer Summe ist die Summe der Einzel-Erwartungswerte. - Zähle bei b) die geordneten Paare mit Summe \(7\). - Vergleiche bei c) die Zahl günstiger Paare mit der jeweils unterschiedlichen Gesamtzahl.

Lösung

1. In Experiment 1 ist \(E(S)=3{,}5+3{,}5=7\). In Experiment 2 ist \(E(S)=2+5=7\). 2. Experiment 1 besitzt \(36\) gleich wahrscheinliche Paare; sechs ergeben die Summe \(7\). Daher ist \(P(S=7)=\frac16\). 3. Experiment 2 besitzt \(27\) gleich wahrscheinliche Paare; drei ergeben die Summe \(7\). Daher ist \(P(S=7)=\frac19\). 4. Für \(S\le4\) gibt es in Experiment 1 sechs günstige von \(36\) Paaren, also \(\frac16\). In Experiment 2 gibt es sechs günstige von \(27\) Paaren, also \(\frac29\).

Antwort

a) Beide Erwartungswerte sind \(7\). b) Experiment 1: \(\frac16\); Experiment 2: \(\frac19\). Experiment 1 ist größer. c) Experiment 1: \(\frac16\); Experiment 2: \(\frac29\). Experiment 2 ist größer.
43117112
In einer Grundgesamtheit von \(25\,000\) Haushalten besitzen \(3750\) ein bestimmtes Abonnement. Für eine Studie werden \(50\) Haushalte zufällig ohne Zurücklegen ausgewählt. Für diese Aufgabe darf die Binomialverteilung als Näherung verwendet werden, wenn der Stichprobenanteil höchstens \(5\,\%\) der Grundgesamtheit beträgt. a) Prüfe diese Bedingung und begründe damit, warum die Trefferwahrscheinlichkeit näherungsweise als konstant angesehen werden kann. b) Berechne mit der Binomialnäherung die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(8\) der \(50\) ausgewählten Haushalte das Abonnement besitzen. Runde auf vier Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst den Anteil der Abonnements in der Grundgesamtheit. - Vergleiche \(n/N\) mit der in der Aufgabe vorgegebenen Grenze. - Verwende anschließend diesen Anteil als Trefferwahrscheinlichkeit im Binomialmodell.

Lösung

1. Der Anteil der Merkmalsträger ist \(p=\frac{3750}{25000}=0{,}15\). 2. Der Stichprobenanteil beträgt \(\frac{50}{25000}=0{,}002=0{,}2\,\%\) und liegt unter der vorgegebenen \(5\,\%\)-Grenze. Die Änderung des Anteils durch einzelne Ziehungen ist daher in diesem Näherungsmodell gering. 3. Für die Zahl \(X\) der ausgewählten Haushalte mit Abonnement gilt näherungsweise \(X\sim B(50,0{,}15)\). Daher ist \(P(X=8)=\binom{50}{8}0{,}15^8\cdot0{,}85^{42}\approx0{,}1493\).

Antwort

a) \(0{,}2\,\%\le5\,\%\); die vorgegebene Näherungsbedingung ist erfüllt. b) \(P(X=8)\approx0{,}1493\)
43117212
Eine Lieferung enthält \(1200\) Speicherchips, davon sind \(36\) defekt. Es wird eine Stichprobe ohne Zurücklegen entnommen. Für diese Aufgabe darf die Binomialverteilung als Näherung verwendet werden, wenn \(n/N\le0{,}05\) gilt. a) Bestimme den maximalen Stichprobenumfang \(n\), bis zu dem diese Bedingung erfüllt ist. b) Berechne für \(n=30\) näherungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass höchstens ein Chip defekt ist. Runde auf vier Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Setze \(N=1200\) in die vorgegebene Näherungsbedingung ein. - Berechne den Defektanteil aus den absoluten Stückzahlen. - „Höchstens ein“ umfasst die Trefferzahlen \(0\) und \(1\).

Lösung

1. Die vorgegebene Bedingung ergibt \(n\le0{,}05\cdot1200=60\). Der maximale Stichprobenumfang ist \(60\). 2. Der Defektanteil ist \(p=\frac{36}{1200}=0{,}03\). 3. Für die Zahl \(X\) der defekten Chips in der Stichprobe gilt näherungsweise \(X\sim B(30,0{,}03)\). 4. Daher ist \(P(X\le1)=0{,}97^{30}+30\cdot0{,}03\cdot0{,}97^{29}\approx0{,}7731\).

Antwort

a) \(n_{\max}=60\) b) \(P(X\le1)\approx0{,}7731\)
43118912
Zwei Auswahlmodelle für Setzlinge werden verglichen. Gib die Wahrscheinlichkeiten in a) und b) in Prozent auf zwei Dezimalstellen an. a) In einem Modell werden \(12\) Setzlinge unabhängig voneinander betrachtet. Jeder Setzling hat mit konstanter Wahrscheinlichkeit \(p=0{,}85\) eine Blütezeit von mehr als drei Monaten. Mit welcher Wahrscheinlichkeit haben mehr als \(10\) der \(12\) Setzlinge eine lange Blütezeit? b) In einem Verkaufsregal stehen \(20\) Setzlinge, von denen genau \(17\) eine lange Blütezeit haben. Die Kundin Amina wählt zufällig \(5\) Setzlinge ohne Zurücklegen aus. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle \(5\) ausgewählten Setzlinge eine lange Blütezeit haben. c) Erläutere den wesentlichen Unterschied der beiden Modelle und begründe, warum in a) eine Binomialverteilung verwendet werden kann, in b) jedoch nicht.

Denkanstöße

- Welche Angaben in a) erfüllen die Bedingungen einer Bernoulli-Kette? - Wie kannst du „mehr als 10“ bei \(12\) Versuchen in einzelne Trefferzahlen zerlegen? - Welche Modelländerung entsteht in b), wenn ein ausgewählter Setzling nicht zurückgelegt wird?

Lösung

1. In a) gilt für die Zahl \(X\) der Setzlinge mit langer Blütezeit \(X\sim B(12,0{,}85)\). Gesucht ist \(P(X>10)=P(X=11)+P(X=12)\approx0{,}4435\), also ungefähr \(44{,}35\,\%\). 2. In b) wird ohne Zurücklegen aus einer endlichen Menge gewählt. Daher gilt \(P=\frac{\binom{17}{5}}{\binom{20}{5}}\approx0{,}3991\), also ungefähr \(39{,}91\,\%\). 3. In a) sind unabhängige Versuche mit konstanter Trefferwahrscheinlichkeit Teil des Modells. In b) ändern sich beim Ziehen ohne Zurücklegen die Wahrscheinlichkeiten von Zug zu Zug, sodass keine Bernoulli-Kette vorliegt.

Antwort

a) ungefähr \(44{,}35\,\%\) b) ungefähr \(39{,}91\,\%\) c) In a) gelten Unabhängigkeit und konstantes \(p\); in b) ändern sich die Wahrscheinlichkeiten durch das Ziehen ohne Zurücklegen.
43745212
Zwei unabhängige Keimungsmodelle für jeweils \(20\) Samen werden verglichen: Modell A: Jeder Samen keimt mit Wahrscheinlichkeit \(p_A=0{,}95\). Modell B: Jeder Samen keimt mit Wahrscheinlichkeit \(p_B=0{,}80\). Beobachtet werden genau \(17\) keimende Samen. a) Berechne für beide Modelle die Wahrscheinlichkeit für genau \(17\) keimende Samen. Runde jeweils auf vier Dezimalstellen. b) Unter welchem der beiden vorgegebenen Modelle ist genau dieses Beobachtungsergebnis wahrscheinlicher? Begründe nur durch den Vergleich der beiden Punktwahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Beide Modelle haben dieselbe Versuchszahl, aber unterschiedliche Trefferwahrscheinlichkeiten. - Berechne für jedes Modell dieselbe Punktwahrscheinlichkeit für genau \(17\) Treffer. - Vergleiche nur diese beiden Werte; eine allgemeine Testentscheidung ist nicht gefragt.

Lösung

1. Für Modell A gilt für die Zahl \(X_A\) der keimenden Samen \(X_A\sim B(20,0{,}95)\). Daher ist \(P(X_A=17)=\binom{20}{17}0{,}95^{17}\cdot0{,}05^3\approx0{,}0596\). 2. Für Modell B gilt entsprechend \(X_B\sim B(20,0{,}80)\). Daher ist \(P(X_B=17)=\binom{20}{17}0{,}80^{17}\cdot0{,}20^3\approx0{,}2054\). 3. Da \(0{,}2054>0{,}0596\), ist das konkrete Ergebnis \(17\) unter Modell B wahrscheinlicher. Diese Aussage vergleicht nur die beiden vorgegebenen Punktwahrscheinlichkeiten und ist kein Signifikanztest.

Antwort

a) Modell A: \(0{,}0596\); Modell B: \(0{,}2054\) b) Genau \(17\) Keimungen sind unter Modell B wahrscheinlicher.
42688412
In einem Leistungskurs mit \(20\) Schülerinnen und Schülern besitzen \(12\) ein eigenes Tablet, die restlichen \(8\) nicht. a) Für eine Evaluation werden \(5\) Personen aus dem Kurs zufällig ohne Zurücklegen ausgewählt. Berechne mithilfe von Binomialkoeffizienten die Anzahl der möglichen Gruppen. Bestimme anschließend die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in der ausgewählten Gruppe genau \(3\) Personen ein Tablet besitzen. b) In einer anderen Untersuchung wird \(10\)-mal nacheinander eine Person zufällig aus dem Kurs ausgewählt und anschließend zurückgelegt, sodass sie erneut gewählt werden kann. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass dabei genau \(4\)-mal eine Person mit Tablet ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Vergleiche genau, ob ohne oder mit Zurücklegen ausgewählt wird. - Wie viele günstige Gruppen entstehen in a), wenn genau \(3\) Personen mit Tablet enthalten sein sollen? - Warum bleiben bei b) Trefferwahrscheinlichkeit und Unabhängigkeit von Auswahl zu Auswahl erhalten?

Lösung

1. Für die Auswahl von \(5\) aus \(20\) Personen ohne Beachtung der Reihenfolge gibt es \(\binom{20}{5}=15\,504\) mögliche Gruppen. 2. Für genau \(3\) Personen mit Tablet werden \(3\) aus den \(12\) Personen mit Tablet und \(2\) aus den \(8\) Personen ohne Tablet gewählt. Es gibt \(\binom{12}{3}\cdot\binom{8}{2}=6160\) günstige Gruppen. 3. Beim Ziehen ohne Zurücklegen ist die gesuchte Wahrscheinlichkeit daher \(\frac{6160}{15504}=\frac{385}{969}\approx0{,}3973\). 4. Beim Ziehen mit Zurücklegen bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit \(p=\frac{12}{20}=0{,}6\) konstant, und die Ziehungen sind unabhängig. Für die Trefferzahl \(X\) gilt damit \(X\sim B(10,0{,}6)\). 5. \(P(X=4)=\binom{10}{4}\cdot0{,}6^4\cdot0{,}4^6\approx0{,}111477\).

Antwort

a) Es gibt \(15\,504\) mögliche Gruppen; die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{385}{969}\approx39{,}73\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt etwa \(11{,}15\,\%\).
42691412
Ein Bauteilhersteller liefert Kisten mit jeweils \(150\) Einheiten aus. Eine Kiste enthält genau \(30\) defekte Teile. Für eine Qualitätskontrolle werden der Kiste nacheinander \(10\) Teile entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(2\) Teile defekt sind, wenn die Entnahme mit Zurücklegen erfolgt. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Teil defekt ist, wenn die Entnahme mit Zurücklegen erfolgt. Gib die Ergebnisse in a) und b) als Prozentwerte auf zwei Nachkommastellen an. c) Tatsächlich erfolgt die Stichprobe ohne Zurücklegen. Diskutiere qualitativ, ob die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ bei einer Entnahme ohne Zurücklegen größer oder kleiner ist als bei einer Entnahme mit Zurücklegen.

Denkanstöße

- Welche Trefferwahrscheinlichkeit gilt beim Ziehen mit Zurücklegen in jedem Zug? - Welches Gegenereignis gehört zu „mindestens ein Defekt“? - Wie verändert sich beim Ziehen ohne Zurücklegen der Anteil intakter Teile, nachdem bereits ein intaktes Teil gezogen wurde?

Lösung

1. Beim Ziehen mit Zurücklegen gilt für die Defektzahl \(X\sim B(10,0{,}2)\). 2. \(P(X=2)=\binom{10}{2}0{,}2^2\cdot0{,}8^8\approx0{,}301990\), also \(30{,}20\,\%\). 3. \(P(X\ge1)=1-P(X=0)=1-0{,}8^{10}\approx0{,}892626\), also \(89{,}26\,\%\). 4. Ohne Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit für zehn intakte Teile \(\frac{120}{150}\cdot\frac{119}{149}\cdot\dots\cdot\frac{111}{141}\). Nach jedem gezogenen intakten Teil sinkt der Anteil intakter Teile, daher ist dieses Produkt kleiner als \(0{,}8^{10}\). 5. Somit ist die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ ohne Zurücklegen kleiner als mit Zurücklegen.

Antwort

a) \(30{,}20\,\%\) b) \(89{,}26\,\%\) c) Die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ ist ohne Zurücklegen kleiner als mit Zurücklegen.
42697512
In einem Behälter befinden sich \(15\) Lose, davon sind \(5\) Gewinnlose und \(10\) Nieten. a) Es werden \(6\) Lose nacheinander mit Zurücklegen gezogen. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau \(2\) Gewinnlose gezogen werden. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Entnahme von \(6\) Losen mit einem Griff genau \(2\) Gewinnlose dabei sind. c) Wie oft müsste man ein Los mit Zurücklegen mindestens ziehen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als \(95\,\%\) mindestens ein Gewinnlos zu erhalten?

Denkanstöße

- Vergleiche genau, ob mit oder ohne Zurücklegen gezogen wird. - Wie kannst du bei b) günstige Gruppen mit genau zwei Gewinnlosen zählen? - Für c) ist das Gegenereignis „kein Gewinnlos“ besonders hilfreich. - Beachte beim Logarithmieren, dass \(\ln(2/3)\) negativ ist.

Lösung

1. Beim Ziehen mit Zurücklegen bleibt die Gewinnwahrscheinlichkeit \(p=\frac{5}{15}=\frac13\) konstant, und die Ziehungen sind unabhängig. Für die Zahl \(X\) der Gewinnlose gilt \(X\sim B\left(6,\frac13\right)\). 2. \(P(X=2)=\binom{6}{2}\left(\frac13\right)^2\left(\frac23\right)^4=\frac{80}{243}\approx0{,}3292\). 3. Bei der Entnahme mit einem Griff wird ohne Zurücklegen ausgewählt. Für genau zwei Gewinnlose gibt es \(\binom{5}{2}\binom{10}{4}\) günstige und \(\binom{15}{6}\) mögliche Gruppen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit \(\frac{\binom{5}{2}\binom{10}{4}}{\binom{15}{6}}=\frac{420}{1001}\approx0{,}4196\). 4. Für c) ist das Gegenereignis „kein Gewinnlos“. Gefordert ist \(1-\left(\frac23\right)^n>0{,}95\), also \(\left(\frac23\right)^n<0{,}05\). 5. Daraus folgt \(n>\frac{\ln(0{,}05)}{\ln(2/3)}\approx7{,}39\). Somit muss mindestens \(8\)-mal gezogen werden.

Antwort

a) \(P(X=2)=\frac{80}{243}\approx32{,}92\,\%\) b) \(\frac{420}{1001}\approx41{,}96\,\%\) c) Mindestens \(8\) Ziehungen.
42705712
In einer Urne \(A\) befinden sich \(12\) Kugeln, davon sind \(8\) rot und \(4\) blau. In einer Urne \(B\) befinden sich \(120\) Kugeln, davon sind \(80\) rot und \(40\) blau. Aus jeder Urne wird eine Stichprobe von \(3\) Kugeln entnommen. a) Berechne für beide Urnen die Wahrscheinlichkeit, dass genau zwei rote Kugeln in der Stichprobe sind, wenn nach jeder Entnahme zurückgelegt wird. b) Berechne für beide Urnen die Wahrscheinlichkeit für genau zwei rote Kugeln, wenn ohne Zurücklegen gezogen wird. c) Berechne für jede Urne die relative Abweichung des Ergebnisses aus b) vom Ergebnis aus a) mit \(\frac{|P_{\text{ohne}}-P_{\text{mit}}|}{P_{\text{mit}}}\). d) Erläutere die unterschiedlichen Abweichungen mithilfe der Größe der jeweiligen Grundgesamtheit.

Denkanstöße

- Welche Trefferwahrscheinlichkeit gilt beim Ziehen mit Zurücklegen in beiden Urnen? - Wie zählst du bei b) die Gruppen mit genau zwei roten und einer blauen Kugel? - Verwende in c) genau den angegebenen Mit-Zurücklegen-Wert als Bezugswert. - Wie stark verändert eine einzelne Entnahme den Rotanteil in der kleinen bzw. großen Urne?

Lösung

1. Mit Zurücklegen ist der Rotanteil in beiden Urnen \(p=\frac23\). Für die Zahl \(X\) der roten Kugeln gilt daher \(X\sim B\left(3,\frac23\right)\), und \(P(X=2)=\binom{3}{2}\left(\frac23\right)^2\frac13=\frac49\approx0{,}4444\). 2. Ohne Zurücklegen ergibt sich für Urne \(A\): \(P_A=\frac{\binom{8}{2}\binom{4}{1}}{\binom{12}{3}}=\frac{28}{55}\approx0{,}5091\). 3. Ohne Zurücklegen ergibt sich für Urne \(B\): \(P_B=\frac{\binom{80}{2}\binom{40}{1}}{\binom{120}{3}}=\frac{3160}{7021}\approx0{,}4501\). 4. Für Urne \(A\) ist die relative Abweichung \(\frac{|28/55-4/9|}{4/9}=\frac{8}{55}\approx14{,}55\,\%\). 5. Für Urne \(B\) ist die relative Abweichung \(\frac{|3160/7021-4/9|}{4/9}=\frac{89}{7021}\approx1{,}27\,\%\). 6. Bei der größeren Grundgesamtheit verändert jede einzelne Entnahme die Farbanteile wesentlich weniger. Deshalb liegt das Modell ohne Zurücklegen bei Urne \(B\) näher am Modell mit konstanter Trefferwahrscheinlichkeit.

Antwort

a) Beide Urnen: \(\frac49\approx44{,}44\,\%\) b) Urne \(A\): \(\frac{28}{55}\approx50{,}91\,\%\); Urne \(B\): \(\frac{3160}{7021}\approx45{,}01\,\%\) c) Urne \(A\): etwa \(14{,}55\,\%\); Urne \(B\): etwa \(1{,}27\,\%\) d) Bei gleicher Stichprobengröße ist der Unterschied bei der größeren Grundgesamtheit kleiner.
42705812
Ein Elektronikhändler erhält zwei Lieferungen von Akkus. Lieferung 1: \(50\) Akkus, davon \(5\) defekt. Lieferung 2: \(500\) Akkus, davon \(50\) defekt. Aus einer Lieferung werden zufällig \(4\) Akkus geprüft. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau einen defekten Akku in einem Vergleichsmodell mit vier unabhängigen Ziehungen mit Zurücklegen. b) Berechne die exakten Wahrscheinlichkeiten für genau einen defekten Akku bei Ziehen ohne Zurücklegen für beide Lieferungen. c) Verwende für diese Aufgabe die Faustregel: Das Binomialmodell mit konstantem Defektanteil gilt als gute Näherung für das Ziehen ohne Zurücklegen, wenn \(n\le0{,}05N\). Prüfe die Bedingung für beide Lieferungen und vergleiche sie mit den numerischen Abweichungen aus a) und b).

Denkanstöße

- Vergleiche zuerst den Defektanteil beider Lieferungen. - Beim Ziehen ohne Zurücklegen zählen Kombinationen mit genau einem Defekt. - Setze in der vorgegebenen Faustregel jeweils \(n=4\) und die passende Grundgesamtheit \(N\) ein. - Vergleiche anschließend die beiden exakten Werte mit dem gemeinsamen Binomialwert.

Lösung

1. In beiden Lieferungen beträgt der Defektanteil \(p=0{,}1\). Im Vergleichsmodell gilt daher \(X\sim B(4,0{,}1)\) und \(P(X=1)=\binom{4}{1}0{,}1\cdot0{,}9^3=\frac{729}{2500}=0{,}2916\). 2. Für Lieferung 1 ist die exakte Wahrscheinlichkeit beim Ziehen ohne Zurücklegen \(\frac{\binom{5}{1}\binom{45}{3}}{\binom{50}{4}}=\frac{1419}{4606}\approx0{,}3081\). 3. Für Lieferung 2 ist die exakte Wahrscheinlichkeit beim Ziehen ohne Zurücklegen \(\frac{\binom{50}{1}\binom{450}{3}}{\binom{500}{4}}=\frac{862080}{2940607}\approx0{,}2932\). 4. Für Lieferung 1 ist \(4\le0{,}05\cdot50=2{,}5\) falsch; für Lieferung 2 ist \(4\le0{,}05\cdot500=25\) wahr. 5. Die Wahrscheinlichkeit der großen Lieferung liegt deutlich näher am Binomialwert \(0{,}2916\), passend zur vorgegebenen Faustregel.

Antwort

a) \(\frac{729}{2500}=0{,}2916\) b) Lieferung 1: \(\frac{1419}{4606}\approx0{,}3081\); Lieferung 2: \(\frac{862080}{2940607}\approx0{,}2932\) c) Die Faustregel ist nur für Lieferung 2 erfüllt; dort liegt die exakte Wahrscheinlichkeit auch deutlich näher am Binomialwert.
42707412
In einem Logistikzentrum werden Pakete über ein automatisiertes Förderband sortiert. Für die Rechnungen in 1 und 2 wird zunächst modellhaft angenommen, dass jedes Paket unabhängig von den anderen mit konstanter Wahrscheinlichkeit \(p=0{,}04\) fehlerhaft sortiert wird. Es werden \(50\) nacheinander sortierte Pakete betrachtet. Gib die Wahrscheinlichkeiten in 1 und 2 als Prozentwerte auf zwei Nachkommastellen an. 1. Bestimme unter dieser Modellannahme die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als \(3\) Pakete fehlerhaft sortiert werden. 2. Berechne unter derselben Modellannahme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Anzahl der fehlerhaft sortierten Pakete genau dem Erwartungswert entspricht. 3. Beurteile die Unabhängigkeitsannahme, wenn bekannt ist, dass Sortierfehler häufig durch kurzzeitige mechanische Blockaden verursacht werden, die mehrere aufeinanderfolgende Pakete betreffen.

Denkanstöße

- Welche Modellannahmen gelten ausdrücklich nur für die Rechnungen in 1 und 2? - Wie berechnest du „mehr als 3“ günstig über ein Gegenereignis? - Welche Auswirkung hätte eine Blockade auf die Fehlerwahrscheinlichkeit direkt nach einem bereits falsch sortierten Paket?

Lösung

1. Unter der Modellannahme gilt \(X\sim B(50,0{,}04)\). Gesucht ist \(P(X>3)=1-P(X\le3)\). Die kumulierte Binomialfunktion liefert \(P(X\le3)\approx0{,}860869\), also \(P(X>3)\approx0{,}139131\). 2. Der Erwartungswert ist \(E(X)=50\cdot0{,}04=2\). Damit ist \(P(X=E(X))=P(X=2)=\binom{50}{2}0{,}04^2\cdot0{,}96^{48}\approx0{,}276233\). 3. Mechanische Blockaden können mehrere aufeinanderfolgende Fehler auslösen. Dann hängt die Fehlerwahrscheinlichkeit eines Pakets vom Zustand bei benachbarten Paketen ab; die Unabhängigkeitsannahme ist verletzt und die Binomialverteilung kein exaktes Modell.

Antwort

1. \(13{,}91\,\%\) 2. Erwartungswert \(2\); Wahrscheinlichkeit \(27{,}62\,\%\) 3. Bei Fehlerclustern durch Blockaden ist die Unabhängigkeitsannahme nicht plausibel; das Binomialmodell ist dann nicht exakt.
43098812
Zwei Sets aus jeweils zwei unabhängig geworfenen sechsseitigen Würfeln werden verglichen. Set A: zwei faire Würfel. Set B: ein fairer Würfel und ein gezinkter Würfel. Beim gezinkten Würfel fallen \(1\) bis \(5\) jeweils mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\), die \(6\) mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\). a) Berechne für beide Sets \(P(S=12)\). b) Zeige, dass \(P(S=7)\) in beiden Sets gleich ist. c) Bestimme den Erwartungswert der Augensumme für Set B und vergleiche ihn mit Set A.

Denkanstöße

- Für die Summe \(12\) gibt es nur das Paar \((6;6)\). - Bei der Summe \(7\) kannst du die konstante Wahrscheinlichkeit des fairen Würfels ausklammern. - Berechne den Erwartungswert des gezinkten Würfels aus seinen sechs möglichen Werten.

Lösung

1. Set A: \(P(S=12)=\frac16\cdot\frac16=\frac1{36}\). Set B: \(P(S=12)=\frac16\cdot0{,}5=\frac1{12}\). 2. Für Set B gilt \(P(S=7)=\sum_{i=1}^{6}\frac16 P(Y=7-i)=\frac16\sum_{j=1}^{6}P(Y=j)=\frac16\). Dies entspricht Set A. 3. Für den gezinkten Würfel ist \(E(Y)=0{,}1(1+2+3+4+5)+0{,}5\cdot6=4{,}5\). 4. Daher ist \(E(S_B)=3{,}5+4{,}5=8\). Für Set A ist \(E(S_A)=7\); Set B liegt um \(1\) höher.

Antwort

a) Set A: \(\frac1{36}\); Set B: \(\frac1{12}\) b) In beiden Sets \(P(S=7)=\frac16\). c) \(E(S_B)=8\), also um \(1\) größer als bei Set A.
55227312
Die Basketballspielerin Nia trainiert Freiwürfe. Für ihre Trefferwahrscheinlichkeit stehen zwei Modelle zur Diskussion: Modell A: \(p=0{,}7\), Modell B: \(p=0{,}8\). In \(50\) vergleichbaren Testwürfen trifft sie \(38\)-mal. Für diese Testserie bezeichnet \(Y\) die Zahl der Treffer. Für die nächsten \(10\) Würfe bezeichnet \(X\) die Zahl der Treffer. a) Erkläre, unter welchen Annahmen \(X\) in jedem der beiden Modelle binomialverteilt ist, und nenne eine realistische Einschränkung dieser Annahmen. b) Berechne unter beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit, in \(50\) Würfen genau \(38\) Treffer zu erzielen. Runde auf vier Dezimalstellen und entscheide anhand dieser Punktwahrscheinlichkeiten, welches der beiden vorgegebenen Modelle dieses Beobachtungsergebnis stärker stützt. c) Berechne für beide Modelle \(P(X\ge8)\) und runde auf vier Dezimalstellen. d) Bestimme für beide Modelle Erwartungswert und Standardabweichung von \(X\); runde die Standardabweichungen auf zwei Dezimalstellen. e) Erkläre, worin sich die beiden Modelle für die Planung der nächsten \(10\) Würfe praktisch unterscheiden.

Denkanstöße

- Trenne die Testserie mit \(50\) Würfen von der geplanten Serie mit \(10\) Würfen. - Welche Annahmen müssen innerhalb jeder Serie gelten, damit ein Binomialmodell passt? - Vergleiche in b) dieselbe Punktwahrscheinlichkeit für \(38\) Treffer unter beiden Werten von \(p\). - Vergleiche die Modelle für die nächsten zehn Würfe über Schwellenwahrscheinlichkeit, Erwartungswert und Streuung.

Lösung

1. Für ein Binomialmodell müssen die Würfe als gleichartige Versuche mit den Ausgängen Treffer/Nichttreffer betrachtet werden; die Trefferwahrscheinlichkeit muss innerhalb der jeweiligen Serie konstant sein, und die Würfe müssen näherungsweise unabhängig sein. Müdigkeit, Lernfortschritt oder Drucksituationen können diese Annahmen verletzen. 2. Für die Testserie gilt unter Modell A \(Y\sim B(50,0{,}7)\). Daher ist \(P(Y=38)=\binom{50}{38}0{,}7^{38}\cdot0{,}3^{12}\approx0{,}0838\). Unter Modell B gilt \(Y\sim B(50,0{,}8)\) und \(P(Y=38)=\binom{50}{38}0{,}8^{38}\cdot0{,}2^{12}\approx0{,}1033\). 3. Da \(0{,}1033>0{,}0838\), macht Modell B genau dieses Beobachtungsergebnis wahrscheinlicher. Das ist ein Vergleich der beiden vorgegebenen Punktwahrscheinlichkeiten, kein Beweis für den wahren Parameter und kein Signifikanztest. 4. Für die nächsten zehn Würfe gilt unter Modell A \(X\sim B(10,0{,}7)\). Daher ist \(P(X\ge8)=\sum_{k=8}^{10}\binom{10}{k}0{,}7^k\cdot0{,}3^{10-k}\approx0{,}3828\). 5. Unter Modell B gilt \(X\sim B(10,0{,}8)\). Daher ist \(P(X\ge8)=\sum_{k=8}^{10}\binom{10}{k}0{,}8^k\cdot0{,}2^{10-k}\approx0{,}6778\). 6. Modell A hat \(E(X)=7\) und \(\sigma=\sqrt{2{,}1}\approx1{,}45\); Modell B hat \(E(X)=8\) und \(\sigma=\sqrt{1{,}6}\approx1{,}26\). 7. Modell B sagt im Mittel einen Treffer mehr voraus und bewertet mindestens acht Treffer deutlich wahrscheinlicher. Gleichzeitig ist die Streuung etwas kleiner. Für eine Planung, bei der acht Treffer eine wichtige Schwelle sind, führen die Modelle daher zu deutlich verschiedenen Erwartungen.

Antwort

a) Konstante Trefferwahrscheinlichkeit und näherungsweise unabhängige, gleichartige Würfe; z. B. Müdigkeit kann das Modell einschränken. b) Modell A: \(P(Y=38)\approx0{,}0838\); Modell B: \(P(Y=38)\approx0{,}1033\). Das konkrete Beobachtungsergebnis ist unter Modell B wahrscheinlicher. c) Modell A: \(0{,}3828\); Modell B: \(0{,}6778\) d) Modell A: \(E(X)=7\), \(\sigma\approx1{,}45\); Modell B: \(E(X)=8\), \(\sigma\approx1{,}26\) e) Modell B prognostiziert mehr Treffer und eine deutlich größere Chance auf mindestens acht Treffer bei etwas kleinerer Streuung.
55710112
In einer Lieferung mit genau \(100\) Bauteilen sind genau \(10\) fehlerhaft. Es werden \(5\) Bauteile zufällig ohne Zurücklegen geprüft. Zwei Modelle werden vorgeschlagen: Modell A verwendet die exakte Ziehung ohne Zurücklegen. Modell B behandelt die fünf Prüfungen näherungsweise als unabhängig mit konstanter Defektwahrscheinlichkeit \(p=0{,}1\). a) Entscheide, welches Modell die Situation exakt beschreibt. b) Berechne in beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit dafür, keinen Defekt zu finden. c) Die Näherung soll nur akzeptiert werden, wenn die absolute Abweichung unter \(0{,}5\) Prozentpunkten liegt. Entscheide anhand deiner Ergebnisse, ob Modell B diese Vorgabe erfüllt.

Denkanstöße

- Welche Modellannahme wird durch „ohne Zurücklegen“ verletzt? - Für das exakte Modell kannst du günstige und mögliche Fünferauswahlen zählen. - Vergleiche die beiden Wahrscheinlichkeiten in Prozentpunkten, nicht relativ. - Entscheide erst nach dem quantitativen Vergleich über die Näherung.

Lösung

1. Da tatsächlich ohne Zurücklegen aus einer endlichen Lieferung gezogen wird, beschreibt Modell A die Situation exakt. 2. Für Modell A gilt \(P(\text{kein Defekt})=\frac{\binom{90}{5}}{\binom{100}{5}}\approx0{,}58375\). 3. Für Modell B gilt \(P(\text{kein Defekt})=0{,}9^5\approx0{,}59049\). 4. Die absolute Abweichung beträgt \(0{,}59049-0{,}58375\approx0{,}00674\), also etwa \(0{,}67\) Prozentpunkte. 5. Damit überschreitet Modell B die vorgegebene Toleranz von \(0{,}5\) Prozentpunkten und wird nach diesem Kriterium nicht akzeptiert.

Antwort

a) Modell A ist exakt. b) Modell A: \(\approx0{,}58375\); Modell B: \(\approx0{,}59049\). c) Nein. Die Abweichung beträgt etwa \(0{,}67\) Prozentpunkte.

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