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Stellen Sie aus rund 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Laplace- und empirische Modelle

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55215112
Ein fairer sechsseitiger Würfel wird betrachtet. a) Ohne einen Versuch durchzuführen, wird für das Ereignis „Es fällt eine \(6\)“ die Wahrscheinlichkeit \(\frac16\) angegeben. b) In \(60\) Würfen fällt die \(6\) insgesamt \(9\)-mal. Ordne a) und b) jeweils einer Laplace-Wahrscheinlichkeit beziehungsweise einer beobachteten relativen Häufigkeit im frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff zu.

Denkanstöße

- Entsteht der Wert aus gleich wahrscheinlichen Ergebnissen oder aus Beobachtungen? - Welche Größe wird aus \(9\) Treffern bei \(60\) Würfen berechnet?

Lösung

1. In a) sind die sechs Würfelergebnisse gleich wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit \(\frac16\) ist daher eine Laplace-Wahrscheinlichkeit. 2. In b) beruht der Wert auf beobachteten Daten. Die relative Häufigkeit ist \(\frac{9}{60}=0{,}15\). Wird eine solche langfristige relative Häufigkeit als Zugang zu einer Wahrscheinlichkeit verwendet, entspricht dies dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff.

Antwort

a) Laplace-Wahrscheinlichkeit b) Beobachtete relative Häufigkeit \(0{,}15\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff
55215212
Ein faires Glücksrad besitzt vier gleich große Sektoren; genau ein Sektor trägt einen Stern. In einer Versuchsserie mit \(40\) Drehungen erscheint der Stern \(12\)-mal. Das Diagramm zeigt zwei Werte: die Laplace-Wahrscheinlichkeit des Sterns und die beobachtete relative Häufigkeit. Welche Säule zeigt die Laplace-Wahrscheinlichkeit und welche die relative Häufigkeit? Begründe deine Zuordnung kurz.
Abbildung zur Aufgabe 552152

Denkanstöße

- Welche Wahrscheinlichkeit folgt aus vier gleich großen Sektoren mit genau einem Stern? - Welche relative Häufigkeit ergibt sich aus \(12\) Sternen bei \(40\) Drehungen?

Lösung

1. Wegen der vier gleich großen Sektoren beträgt die Laplace-Wahrscheinlichkeit für den Stern \(\frac14=0{,}25\). 2. In der Versuchsserie ist die relative Häufigkeit \(\frac{12}{40}=0{,}30\). 3. Im Diagramm liegt Säule \(1\) bei \(0{,}25\) und Säule \(2\) bei \(0{,}30\). Daher zeigt Säule \(1\) die Laplace-Wahrscheinlichkeit und Säule \(2\) die beobachtete relative Häufigkeit.

Antwort

Säule \(1\): Laplace-Wahrscheinlichkeit. Säule \(2\): beobachtete relative Häufigkeit.
42696312
In einer Urne befinden sich sieben blaue und drei rote Kugeln. Es werden nacheinander zwei Kugeln mit Zurücklegen gezogen. Als Ergebnis des Zufallsexperiments wird lediglich das ungeordnete Farbpaar notiert, ohne die Reihenfolge der Ziehungen zu berücksichtigen. a) Gib eine geeignete Ergebnismenge \(S\) für dieses Experiment an. b) Berechne die Wahrscheinlichkeiten für jedes der Elementarereignisse in \(S\). c) Begründe, warum es sich bei diesem Experiment bezogen auf \(S\) nicht um ein Laplace-Experiment handelt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche unterschiedlichen Farbkombinationen bei zwei Ziehungen möglich sind, wenn die Reihenfolge egal ist. - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für ein Ergebnis, das auf mehreren Pfaden im Baumdiagramm erreicht werden kann? - Was ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man ein Zufallsexperiment als Laplace-Experiment bezeichnet? - Vergleiche die berechneten Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse miteinander.

Lösung

1. Definition der Ergebnismenge: Da die Reihenfolge keine Rolle spielt und mit Zurücklegen gezogen wird, ergibt sich \(S = \{(b;b), (b;r), (r;r)\}\) (oder textlich: zwei blaue, eine blaue und eine rote, zwei rote Kugeln). 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten unter Verwendung der Pfadregeln: \(P(\{(b;b)\}) = \frac{7}{10} \cdot \frac{7}{10} = \frac{49}{100} = 0{,}49\) \(P(\{(b;r)\}) = \frac{7}{10} \cdot \frac{3}{10} + \frac{3}{10} \cdot \frac{7}{10} = \frac{42}{100} = 0{,}42\) \(P(\{(r;r)\}) = \frac{3}{10} \cdot \frac{3}{10} = \frac{9}{100} = 0{,}09\) 3. Prüfung der Laplace-Bedingung: Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle Elementarereignisse der Ergebnismenge die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen. 4. Da \(0{,}49 \neq 0{,}42 \neq 0{,}09\) gilt, sind die Ergebnisse nicht gleichwahrscheinlich, weshalb kein Laplace-Experiment vorliegt.

Antwort

a) \(S = \{(b;b), (b;r), (r;r)\}\) b) \(P(\{(b;b)\}) = 0{,}49\); \(P(\{(b;r)\}) = 0{,}42\); \(P(\{(r;r)\}) = 0{,}09\) c) Da die Elementarereignisse unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten aufweisen (\(0{,}49 \neq 0{,}42 \neq 0{,}09\)), ist die Laplace-Bedingung der Gleichwahrscheinlichkeit nicht erfüllt.
42717512
Acht Fachbücher mit unterschiedlichen Seitenzahlen werden rein zufällig nebeneinander in ein Regal gestellt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Bücher exakt nach ihrer Seitenzahl sortiert stehen, entweder aufsteigend oder absteigend. Gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff dieser Berechnung zugrunde liegt.

Denkanstöße

- Wie viele Anordnungen von \(8\) unterscheidbaren Objekten gibt es insgesamt? - Wie viele dieser Anordnungen erfüllen die Sortierbedingung? - Welche Annahme über die möglichen Anordnungen erlaubt das Verhältnis „günstig durch möglich“?

Lösung

1. Für \(8\) unterscheidbare Bücher gibt es \(8!=40\,320\) mögliche Anordnungen. 2. Genau zwei Anordnungen sind nach der Seitenzahl sortiert: eine aufsteigend und eine absteigend. 3. Da alle Anordnungen als gleich wahrscheinlich vorausgesetzt werden, ist \(P=\frac{2}{40320}=\frac{1}{20160}\approx0{,}0000496\). 4. Der Berechnung liegt eine Laplace-Wahrscheinlichkeit zugrunde.

Antwort

\(P=\frac{1}{20160}\). Der Berechnung liegt eine Laplace-Wahrscheinlichkeit zugrunde.
42717612
Ein Computerprogramm generiert zufällige Permutationen der vier Buchstaben \(A\), \(B\), \(C\) und \(D\), wobei jeder Buchstabe genau einmal vorkommt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Buchstabe \(A\) an der ersten Stelle steht, unter der Annahme, dass alle möglichen Anordnungen gleich wahrscheinlich sind. Benenne den hier verwendeten Wahrscheinlichkeitsbegriff. b) In einer Versuchsreihe mit \(10\,000\) Durchläufen wurde beobachtet, dass der Buchstabe \(A\) insgesamt \(2540\)-mal an der ersten Stelle stand. Berechne die relative Häufigkeit dieses Ereignisses und gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff verwendet wird, wenn dieser Wert als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit dient.

Denkanstöße

- Wie viele Anordnungen gibt es insgesamt und wie viele beginnen mit \(A\)? - Welche Rolle spielt in a) die Gleichwahrscheinlichkeit aller Permutationen? - Wie unterscheidet sich ein theoretisch berechneter Wert von einer beobachteten relativen Häufigkeit?

Lösung

1. Insgesamt gibt es \(4!=24\) gleich wahrscheinliche Permutationen. Mit \(A\) an erster Stelle gibt es \(3!=6\) Anordnungen. Daher ist \(P(A\text{ an erster Stelle})=\frac{6}{24}=0{,}25\). Dies ist eine Laplace-Wahrscheinlichkeit. 2. Die relative Häufigkeit beträgt \(h=\frac{2540}{10000}=0{,}254\). Wird eine solche langfristige relative Häufigkeit als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet, liegt der frequentistische Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde.

Antwort

a) \(P=0{,}25\); Laplace-Wahrscheinlichkeit. b) \(h=0{,}254\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff.
42718912
In einer fiktiven klinischen Studienauswertung wird aus beobachteten Daten eine Heilungswahrscheinlichkeit von etwa \(p=0{,}75\) geschätzt. 1. Erläutere, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff dieser Angabe zugrunde liegt: Laplace-Wahrscheinlichkeit oder frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Erkläre, warum eine Laplace-Wahrscheinlichkeit zur Bestimmung dieser Heilungswahrscheinlichkeit nicht geeignet ist. 3. Beschreibe für ein Modell unabhängiger, gleichartiger Behandlungen mit fester Heilungswahrscheinlichkeit \(p\) den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit der Heilungen und \(p\) bei wachsendem \(n\).

Denkanstöße

- Entsteht der angegebene Wert durch Beobachtung oder durch Abzählen gleich wahrscheinlicher Fälle? - Welche Symmetriebedingung benötigt eine Laplace-Wahrscheinlichkeit? - Das Gesetz der großen Zahlen bezieht sich auf viele Wiederholungen unter gleichbleibenden Bedingungen.

Lösung

1. Der Wert stammt aus beobachteten Daten und wird als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet. Daher liegt der frequentistische Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde. 2. Eine Laplace-Wahrscheinlichkeit würde eine theoretisch begründete Gleichwahrscheinlichkeit geeigneter Elementarereignisse voraussetzen. Eine solche Symmetrie liefert der Behandlungskontext nicht. 3. In einem Modell unabhängiger, gleichartiger Versuche mit fester Wahrscheinlichkeit \(p\) stabilisiert sich die relative Häufigkeit bei wachsendem \(n\) typischerweise in der Nähe von \(p\). Das entspricht dem Gesetz der großen Zahlen.

Antwort

1. Frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. Keine Laplace-Wahrscheinlichkeit, weil keine begründete Gleichwahrscheinlichkeit der Ausgänge vorliegt. 3. Unter den genannten Modellannahmen stabilisiert sich die relative Häufigkeit bei wachsendem \(n\) um den Wert \(p\).
43081312
Aus einem gut gemischten Kartenspiel mit 52 Karten (französisches Blatt: 4 Farben zu je 13 Karten, davon je 3 Bildkarten) wird rein zufällig eine Karte gezogen. a) Begründe kurz, warum es sich hierbei um ein Laplace-Experiment handelt. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Die gezogene Karte hat die Farbe Pik oder ist eine Bildkarte (Bube, Dame, König)“.

Denkanstöße

- Wann sind alle Ergebnisse eines Versuchs gleich wahrscheinlich? - Wie viele Karten gibt es insgesamt von einer Farbe? - Wie viele Bildkarten gibt es in jeder der vier Farben? - Hast du beachtet, dass manche Karten sowohl eine bestimmte Farbe haben als auch Bildkarten sind?

Lösung

1. Begründung für Laplace-Modell: Da das Spiel gut gemischt wird und jede unterscheidbare Karte nach demselben Zufallsverfahren gezogen wird, ist die Wahrscheinlichkeit für jede der 52 Karten gleich groß (Symmetrieprinzip). 2. Bestimmung der Gesamtzahl der Ergebnisse: \(|\Omega| = 52\). 3. Anzahl der Pik-Karten: \(n_1 = 13\). 4. Anzahl der Bildkarten (Bube, Dame, König): \(n_2 = 4 \cdot 3 = 12\). 5. Anzahl der Karten, die beide Kriterien erfüllen (Pik-Bilder): \(n_{1 \cap 2} = 3\). 6. Berechnung der günstigen Ergebnisse nach dem Inklusions-Exklusions-Prinzip: \(|E| = 13 + 12 - 3 = 22\). 7. Berechnung der Wahrscheinlichkeit: \(P(E) = \frac{22}{52} = \frac{11}{26} \approx 0{,}4231\).

Antwort

a) Es handelt sich um ein Laplace-Experiment, da durch das Mischen jede Karte mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen wird. b) \(P(E) = \frac{11}{26} \approx 42{,}3\,\%\).
43081412
Ein fairer 20-seitiger Würfel (ein regelmäßiger Ikosaeder), dessen Seitenflächen mit den Zahlen von 1 bis 20 beschriftet sind, wird einmal geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(A\): „Die gewürfelte Zahl ist eine Primzahl oder sie ist größer als 15“.

Denkanstöße

- Notiere dir zuerst alle Primzahlen bis 20. Denke daran, dass die 1 keine Primzahl ist. - Welche Zahlen erfüllen die Bedingung „größer als 15“? - Gibt es Zahlen, die in beiden Gruppen vorkommen? Zähle diese nicht doppelt. - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit bei einem Würfel, bei dem jede Seite gleich wahrscheinlich ist?

Lösung

1. Bestimmung der Ergebnismenge: \(\Omega = \{1; 2; 3; \dots; 20\}\) mit \(|\Omega| = 20\). 2. Identifikation der Primzahlen im Bereich 1 bis 20: \(M_1 = \{2; 3; 5; 7; 11; 13; 17; 19\}\), also \(|M_1| = 8\). 3. Identifikation der Zahlen größer als 15: \(M_2 = \{16; 17; 18; 19; 20\}\), also \(|M_2| = 5\). 4. Bestimmung der Schnittmenge (Primzahlen, die größer als 15 sind): \(M_1 \cap M_2 = \{17; 19\}\), also \(|M_1 \cap M_2| = 2\). 5. Berechnung der Anzahl der günstigen Ergebnisse: \(|A| = 8 + 5 - 2 = 11\). 6. Berechnung der Wahrscheinlichkeit nach Laplace: \(P(A) = \frac{|A|}{|\Omega|} = \frac{11}{20} = 0{,}55\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(A) = \frac{11}{20} = 0{,}55 = 55\,\%\).
43081512
Ein unregelmäßig geformter Körper wird in einer Versuchsreihe geworfen. Dabei kann er in drei verschiedenen Lagen \(A\), \(B\) oder \(C\) zur Ruhe kommen. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der Versuchsreihe für eine zunehmende Anzahl an Würfen \(n\): <table> <thead> <tr> <th>Anzahl Würfe \(n\)</th> <th>Lage \(A\)</th> <th>Lage \(B\)</th> <th>Lage \(C\)</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>200</td> <td>82</td> <td>74</td> <td>44</td> </tr> <tr> <td>400</td> <td>170</td> <td>142</td> <td>88</td> </tr> <tr> <td>600</td> <td>250</td> <td>218</td> <td>132</td> </tr> <tr> <td>800</td> <td>336</td> <td>288</td> <td>176</td> </tr> </tbody> </table> a) Berechne die relativen Häufigkeiten der drei Lagen nach 800 Versuchen. b) Schätze auf Grundlage dieser Daten, wie oft jede Lage bei insgesamt \(2400\) Würfen voraussichtlich auftreten wird.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Welchen Wert aus der Tabelle solltest du wählen, um die stabilste Schätzung für die Wahrscheinlichkeit zu erhalten? - Wenn du weißt, wie oft ein Ereignis im Schnitt bei 100 Würfen vorkommt, wie berechnest du es dann für eine größere Anzahl?

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeiten für \(n = 800\): \(h(A) = \frac{336}{800} = 0{,}42\) \(h(B) = \frac{288}{800} = 0{,}36\) \(h(C) = \frac{176}{800} = 0{,}22\) 2. Hochrechnung auf \(2400\) Versuche durch Multiplikation der relativen Häufigkeiten mit der neuen Gesamtzahl: Lage \(A\): \(0{,}42 \cdot 2400 = 1008\) Lage \(B\): \(0{,}36 \cdot 2400 = 864\) Lage \(C\): \(0{,}22 \cdot 2400 = 528\)

Antwort

a) Die relativen Häufigkeiten nach 800 Versuchen betragen für Lage \(A\) \(0{,}42\), für Lage \(B\) \(0{,}36\) und für Lage \(C\) \(0{,}22\). b) Bei \(2400\) Würfen ist zu erwarten, dass Lage \(A\) \(1008\)-mal, Lage \(B\) \(864\)-mal und Lage \(C\) \(528\)-mal auftritt.
43082712
Ein Skatspiel wird auf die \(16\) roten Karten (Herz und Karo) reduziert. Aus diesem gut gemischten Stapel wird zufällig eine Karte gezogen. a) Bestimme unter der Annahme eines Laplace-Experiments die Wahrscheinlichkeit \(P(A)\) für das Ereignis \(A\): „Die gezogene Karte ist ein Ass“. b) In einer Versuchsreihe wird \(400\)-mal mit Zurücklegen gezogen; dabei tritt \(A\) genau \(48\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit und vergleiche sie mit \(P(A)\). c) Erläutere, was sich aus diesem Vergleich allein über das Laplace-Modell sagen lässt und was nicht. Gehe dabei auf den Unterschied zwischen relativer Häufigkeit und Modellwahrscheinlichkeit ein.

Denkanstöße

- Wie viele der \(16\) Karten sind Asse? - Wie unterscheidet sich eine beobachtete relative Häufigkeit von einer theoretischen Modellwahrscheinlichkeit? - Liefert das Gesetz der großen Zahlen für eine einzelne endliche Stichprobe einen festen Grenzwert für „normal“ oder „auffällig“?

Lösung

1. Im Stapel liegen zwei Asse unter \(16\) gleich wahrscheinlichen Karten. Daher gilt \(P(A)=\frac{2}{16}=0{,}125\). 2. Die relative Häufigkeit beträgt \(h_{400}(A)=\frac{48}{400}=0{,}12\). Sie weicht um \(0{,}005\) von der Modellwahrscheinlichkeit ab. 3. Relative Häufigkeiten können bei einer endlichen Versuchszahl von der Modellwahrscheinlichkeit abweichen. Das Gesetz der großen Zahlen beschreibt eine Stabilisierung bei wachsender Versuchszahl, liefert aber für diese einzelne endliche Stichprobe keinen Entscheidungsgrenzwert. Aus dem bloßen Vergleich \(0{,}12\) mit \(0{,}125\) lässt sich daher weder eine Bestätigung noch eine Widerlegung des Laplace-Modells ableiten.

Antwort

a) \(P(A)=0{,}125\) b) \(h_{400}(A)=0{,}12\); die absolute Abweichung beträgt \(0{,}005\). c) Der Vergleich zeigt nur eine kleine beobachtete Abweichung. Ohne ein zusätzliches Beurteilungskriterium lässt sich daraus kein eindeutiges Urteil über das Modell ableiten.
43084212
Experiment \(E_1\): Aus einer Urne mit zehn nummerierten Kugeln \(1\) bis \(10\) wird eine Kugel so gezogen, dass jede Kugel gleich wahrscheinlich ist. a) Gruppiere die zehn Ergebnisse in zwei Ereignisse, um damit eine faire Münze zu simulieren. Experiment \(E_2\): Aus einer Urne mit drei roten und zwei blauen, untereinander gleich wahrscheinlichen Kugeln wird eine Kugel gezogen. b) Erkläre mithilfe des Laplace-Konzepts, wie \(E_1\) das Experiment \(E_2\) simulieren kann. Gib eine konkrete Zuordnung der Zahlen an.

Denkanstöße

- Wie viele der zehn gleich wahrscheinlichen Ergebnisse entsprechen einer Wahrscheinlichkeit von \(\frac12\)? - Übertrage die Farbanteile \(\frac35\) und \(\frac25\) auf Zehntel. - Es gibt mehrere gleichwertige Zuordnungen.

Lösung

1. Für eine faire Münze benötigt jedes der beiden Ereignisse fünf der zehn gleich wahrscheinlichen Zahlen. Beispielsweise kann \(\{1,2,3,4,5\}\) für Kopf und \(\{6,7,8,9,10\}\) für Zahl stehen. 2. In \(E_2\) ist \(P(\text{Rot})=\frac35=\frac6{10}\) und \(P(\text{Blau})=\frac25=\frac4{10}\). 3. Daher können in \(E_1\) sechs Zahlen Rot und vier Zahlen Blau zugeordnet werden, etwa \(1\) bis \(6\) für Rot und \(7\) bis \(10\) für Blau.

Antwort

a) Zwei beliebige Fünfergruppen, z. B. \(1\)–\(5\) und \(6\)–\(10\). b) Sechs Zahlen für Rot und vier für Blau, z. B. \(1\)–\(6\) bzw. \(7\)–\(10\).
43084912
Ein Glücksrad mit 100 gleich großen Feldern ist mit den Zahlen von 1 bis 100 beschriftet. Das Rad wird einmal gedreht, wobei jedes Feld mit der gleichen Wahrscheinlichkeit stehen bleibt. Betrachtet werden die folgenden Ereignisse: \(A\): Die Zahl ist ein Vielfaches von 6. \(B\): Die Zahl ist ein Vielfaches von 8. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\) und \(P(B)\). b) Ermittle die Wahrscheinlichkeit für das Schnittereignis \(A \cap B\). c) Berechne mithilfe der Summenregel die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl durch 6 oder durch 8 teilbar ist. d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogene Zahl weder durch 6 noch durch 8 teilbar ist?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Zahlen im Bereich von 1 bis 100 die jeweilige Bedingung erfüllen. - Was bedeutet es mathematisch, wenn eine Zahl durch zwei verschiedene Zahlen gleichzeitig teilbar sein muss? - Erinnere dich an die Formel, die die Wahrscheinlichkeit von „Ereignis A oder Ereignis B“ mit ihren Einzelwahrscheinlichkeiten und ihrer Schnittmenge verknüpft. - Wenn du die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis kennst, wie berechnest du dann die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis gerade nicht eintritt?

Lösung

1. Berechnung von \(P(A)\): Im Bereich von 1 bis 100 gibt es \(\lfloor 100 : 6 \rfloor = 16\) Vielfache von 6. Somit ist \(P(A) = \frac{16}{100} = 0{,}16\). 2. Berechnung von \(P(B)\): Es gibt \(\lfloor 100 : 8 \rfloor = 12\) Vielfache von 8. Somit ist \(P(B) = \frac{12}{100} = 0{,}12\). 3. Berechnung von \(P(A \cap B)\): Eine Zahl ist durch 6 und 8 teilbar, wenn sie durch das kleinste gemeinsame Vielfache \(\text{kgV}(6, 8) = 24\) teilbar ist. Es gibt \(\lfloor 100 : 24 \rfloor = 4\) solche Zahlen (24, 48, 72, 96). Somit ist \(P(A \cap B) = \frac{4}{100} = 0{,}04\). 4. Anwendung der Summenregel: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}16 + 0{,}12 - 0{,}04 = 0{,}24\). 5. Berechnung des Komplementärereignisses: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl weder durch 6 noch durch 8 teilbar ist, entspricht \(P(\overline{A \cup B}) = 1 - P(A \cup B) = 1 - 0{,}24 = 0{,}76\).

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}16\); \(P(B) = 0{,}12\) b) \(P(A \cap B) = 0{,}04\) c) \(P(A \cup B) = 0{,}24\) d) \(P(\overline{A \cup B}) = 0{,}76\)
43087912
Eine Schulklasse besteht aus \(25\) Personen. Für ein Projekt werden \(4\) Personen zufällig ausgewählt (Ziehen ohne Zurücklegen). a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass eine ganz bestimmte Person, zum Beispiel Lukas, für das Projekt ausgewählt wird. Nutze dazu einen kombinatorischen Ansatz (Laplace-Experiment). b) Begründe ohne weitere Rechnung mithilfe von Symmetrieüberlegungen, warum das Ergebnis aus Teilaufgabe a) bereits im Vorfeld zu erwarten war.

Denkanstöße

- Überlege dir für den ersten Teil, wie viele verschiedene Gruppen man insgesamt bilden kann und wie viele davon Lukas enthalten. - Was weißt du über die Auswahlwahrscheinlichkeit an verschiedenen Positionen bei einer fairen Ziehung? - Macht es für die Auswahlwahrscheinlichkeit einen Unterschied, ob man als Erster oder als Letzter eine Kugel zieht?

Lösung

1. Berechnung über die Kombinatorik: Die Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(4\) Personen aus \(25\) auszuwählen, beträgt \(\binom{25}{4} = 12\,650\). Die Anzahl der günstigen Fälle, in denen Lukas dabei ist, entspricht der Anzahl der Möglichkeiten, die restlichen \(3\) Plätze aus den verbleibenden \(24\) Personen zu besetzen: \(\binom{24}{3} = 2024\). Die Wahrscheinlichkeit ist somit \(P = \frac{2024}{12650} = \frac{4}{25} = 0{,}16\). 2. Symmetriebegründung: Da das Auswahlverfahren fair ist, hat jede der \(25\) Personen die gleiche Wahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{25}\), an einer bestimmten Stelle der Ziehung (z. B. als Erstes, Zweites etc.) ausgewählt zu werden. Da insgesamt \(4\) Personen ausgewählt werden und eine Person nicht an zwei Stellen gleichzeitig stehen kann (disjunkte Positionen), addieren sich die Einzelwahrscheinlichkeiten für die vier verfügbaren Plätze zu \(4 \cdot \frac{1}{25} = \frac{4}{25}\).

Antwort

a) \(P = \frac{4}{25} = 0{,}16\) b) Jede Person hat für jeden der \(4\) Plätze die gleiche Ziehungswahrscheinlichkeit von \(\frac{1}{25}\). Da die Plätze disjunkt sind, ist die Gesamtwahrscheinlichkeit die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten: \(4 \cdot \frac{1}{25} = \frac{4}{25}\).
43088312
Bei einem Gewinnspiel in einer Schule werden \(100\) nummerierte Lose in einer Trommel gemischt. Eines dieser Lose ist der Hauptgewinn. Die Lose werden nacheinander einzeln gezogen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass der Hauptgewinn als erstes Los gezogen wird. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass der Hauptgewinn als zehntes Los gezogen wird. c) Begründe, warum die Wahrscheinlichkeit für jede der \(100\) möglichen Ziehungspositionen identisch sein muss.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie viele Möglichkeiten es insgesamt gibt, das eine Gewinnlos auf die Plätze zu verteilen. - Stell dir vor, alle Lose werden nebeneinander ausgelegt. Ist ein Platz wahrscheinlicher für den Gewinn als ein anderer? - Du kannst die Wahrscheinlichkeit für einen späteren Zug auch mit einem Baumdiagramm und der Pfadmultiplikationsregel bestimmen.

Lösung

1. Für das erste Los gibt es \(100\) gleich wahrscheinliche Möglichkeiten. Da genau ein Los der Hauptgewinn ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit nach Laplace \(P(\text{Hauptgewinn an 1. Stelle}) = \frac{1}{100} = 0{,}01\). 2. Für die zehnte Stelle kann die Wahrscheinlichkeit über die Pfadregel berechnet werden: Die ersten neun Lose dürfen kein Hauptgewinn sein (\(\frac{99}{100} \cdot \frac{98}{99} \cdot \dots \cdot \frac{91}{92}\)) und das zehnte Los muss der Hauptgewinn sein (\(\frac{1}{91}\)). Durch Kürzen der Brüche ergibt sich: \(P(\text{Hauptgewinn an 10. Stelle}) = \frac{1}{100} = 0{,}01\). 3. Da die Lose eine zufällige Permutation (Anordnung) bilden und jede der \(100!\) Anordnungen gleich wahrscheinlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Hauptgewinn an einer bestimmten Position \(k\) befindet, für alle \(k \in \{1, \dots, 100\}\) gleich groß.

Antwort

a) \(P = \frac{1}{100} = 0{,}01\) b) \(P = \frac{1}{100} = 0{,}01\) c) Aufgrund der Symmetrie der zufälligen Anordnung (jede Position ist für das Gewinnlos gleich wahrscheinlich).
43091912
Ein Kartenspiel besteht aus \(32\) Karten (vier Farben: Kreuz, Pik, Herz, Karo; jeweils acht Werte: \(7\), \(8\), \(9\), \(10\), Bube, Dame, König, Ass). Es wird eine Karte zufällig aus dem gut gemischten Deck gezogen. a) Gib die Ergebnismenge \(S_1\) an, wenn nur die Farbe der Karte betrachtet wird, und bestimme die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten. b) Bestimme die Ergebnismenge \(S_2\), wenn nur der Wert der Karte betrachtet wird. Berechne auch hier die Wahrscheinlichkeiten. c) Begründe, warum sowohl \(S_1\) als auch \(S_2\) Modelle für ein Laplace-Experiment darstellen. d) Nun wird nur unterschieden, ob ein „Bild“ (Bube, Dame, König) oder „kein Bild“ (\(7\), \(8\), \(9\), \(10\), Ass) gezogen wird. Für die Ergebnismenge \(S_3=\{\text{Bild},\text{kein Bild}\}\): Handelt es sich noch um ein Laplace-Experiment? Begründe durch Berechnung der Wahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Wie oft kommt jede Farbe und wie oft jeder Kartenwert im Deck vor? - Welche Bedingung müssen alle Elementarereignisse eines Laplace-Experiments erfüllen? - Wie viele der \(32\) Karten sind Bildkarten? - Reicht eine Ergebnismenge mit zwei Elementen allein aus, damit beide Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind?

Lösung

1. Es ist \(S_1=\{\text{Kreuz},\text{Pik},\text{Herz},\text{Karo}\}\). Jede Farbe kommt achtmal vor, also hat jedes Ergebnis die Wahrscheinlichkeit \(\frac{8}{32}=0{,}25\). 2. Es ist \(S_2=\{7,8,9,10,\text{Bube},\text{Dame},\text{König},\text{Ass}\}\). Jeder Wert kommt viermal vor, also hat jedes Ergebnis die Wahrscheinlichkeit \(\frac{4}{32}=0{,}125\). 3. In \(S_1\) beziehungsweise \(S_2\) sind jeweils alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich. Daher liegt in beiden Fällen ein Laplace-Experiment vor. 4. Für \(S_3\) gibt es \(12\) Bildkarten und \(20\) Karten ohne Bild. Daher ist \(P(\text{Bild})=\frac{12}{32}=0{,}375\) und \(P(\text{kein Bild})=\frac{20}{32}=0{,}625\). Die beiden Ergebnisse sind nicht gleich wahrscheinlich; bezogen auf \(S_3\) liegt kein Laplace-Experiment vor.

Antwort

a) \(S_1=\{\text{Kreuz},\text{Pik},\text{Herz},\text{Karo}\}\); jeweils \(P=0{,}25\). b) \(S_2=\{7,8,9,10,\text{Bube},\text{Dame},\text{König},\text{Ass}\}\); jeweils \(P=0{,}125\). c) Beide sind Laplace-Modelle, weil innerhalb der jeweiligen Ergebnismenge alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind. d) Kein Laplace-Modell, da \(P(\text{Bild})=0{,}375\) und \(P(\text{kein Bild})=0{,}625\) verschieden sind.
43092312
In einem Behälter befinden sich \(120\) Kleinteile für eine Montage. Die Zusammensetzung ist wie folgt: - \(50\) Schrauben, davon \(15\) aus Edelstahl und der Rest verzinkt - \(40\) Muttern, alle verzinkt - \(20\) Unterlegscheiben, alle verzinkt - \(10\) Spezialbolzen, alle aus Edelstahl Ein Teil wird zufällig entnommen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für folgende Ereignisse: a) Das entnommene Teil ist eine Mutter oder eine Unterlegscheibe. b) Das entnommene Teil ist aus Edelstahl gefertigt. c) Das entnommene Teil ist keine Schraube.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst die Gesamtzahl aller Teile im Behälter. - Überlege dir für jedes Ereignis, wie viele Teile die genannte Eigenschaft erfüllen. - Was bedeutet das Wort „oder“ für die Anzahl der günstigen Ergebnisse? - Kannst du ein Ereignis einfacher über sein Gegenereignis berechnen?

Lösung

1. Es gibt insgesamt \(120\) Teile. 2. Für a) sind \(40 + 20 = 60\) Teile günstig. Daher gilt \(P(A) = \frac{60}{120} = 0{,}5\). 3. Für b) sind die \(15\) Edelstahlschrauben und die \(10\) Spezialbolzen günstig, also insgesamt \(25\) Teile. Daher gilt \(P(B) = \frac{25}{120} = \frac{5}{24} \approx 0{,}2083\). 4. Für c) sind \(120 - 50 = 70\) Teile günstig. Daher gilt \(P(C) = \frac{70}{120} = \frac{7}{12} \approx 0{,}5833\).

Antwort

a) \(P = 0{,}5\) b) \(P = \frac{5}{24} \approx 0{,}2083\) c) \(P = \frac{7}{12} \approx 0{,}5833\)
43092412
An einem Glücksrad gibt es \(24\) exakt gleich große Felder. Die Felder sind wie folgt beschriftet: - \(10\) Felder mit „Kleingewinn“ - \(2\) Felder mit „Hauptgewinn“ - \(8\) Felder mit „Trostpreis“ - \(4\) Felder mit „Niete“ Zusätzlich sind die Felder farbig gestaltet: Beide Hauptgewinne und \(4\) der Kleingewinne sind goldfarben hinterlegt. Alle Trostpreise sind silberfarben. Alle übrigen Felder sind weiß. Das Rad wird einmal gedreht. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, einen Gewinn (Haupt-, Klein- oder Trostpreis) zu erzielen. b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad bei einem goldfarbenen Feld stehen bleibt? c) Mit welcher Wahrscheinlichkeit erhält man weder eine Niete noch einen Hauptgewinn? d) Begründe kurz, warum in diesem Fall der Laplace-Ansatz zur Berechnung der Wahrscheinlichkeiten verwendet werden darf.

Denkanstöße

- Wie viele Felder gibt es insgesamt und was wissen wir über ihre Größe? - Zähle für jede Teilaufgabe genau die Anzahl der Felder ab, die die Bedingung erfüllen. - Achte bei Teilaufgabe b) darauf, alle Felder zu zählen, die die Farbe Gold haben, unabhängig von ihrer Beschriftung. - Was ist die Voraussetzung dafür, dass man die Formel „Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Ergebnisse“ nutzen darf?

Lösung

1. Festlegung des Ergebnisraums: Da alle Felder gleich groß sind, beträgt die Gesamtzahl der gleich wahrscheinlichen Elementarereignisse \(|\Omega| = 24\). 2. Lösung zu a): Die Anzahl der Gewinnfelder ist \(10 + 2 + 8 = 20\). Damit gilt \(P(\text{Gewinn}) = \frac{20}{24} = \frac{5}{6} \approx 0{,}8333\). 3. Lösung zu b): Die Anzahl der goldfarbenen Felder ist \(2\) (Hauptgewinn) \(+ 4\) (Kleingewinn) \(= 6\). Damit gilt \(P(\text{gold}) = \frac{6}{24} = \frac{1}{4} = 0{,}25\). 4. Lösung zu c): Die Anzahl der Felder, die weder Niete (\(4\)) noch Hauptgewinn (\(2\)) sind, beträgt \(24 - 4 - 2 = 18\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P = \frac{18}{24} = \frac{3}{4} = 0{,}75\). 5. Lösung zu d): Der Laplace-Ansatz ist zulässig, weil alle Elementarereignisse (das Stehenbleiben auf einem der \(24\) Felder) aufgrund der gleichen Größe der Felder und der Symmetrie des Rades als gleich wahrscheinlich angenommen werden können.

Antwort

a) \(P = \frac{5}{6} \approx 0{,}8333\) b) \(P = 0{,}25\) c) \(P = 0{,}75\) d) Der Laplace-Ansatz ist zulässig, da alle \(24\) Felder gleich groß sind und somit die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit besitzen.
43092612
Ein Glücksrad mit \(10\) gleich großen Sektoren, die mit den Ziffern \(0\) bis \(9\) beschriftet sind, wird zweimal nacheinander gedreht. 1. Bestimme die Laplace-Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Summe der beiden Zahlen genau \(10\) ergibt. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass das Produkt der beiden erzielten Zahlen ungerade ist. 3. Bei einer Simulation mit einem Computer wurde das Experiment \(10\,000\)-mal durchgeführt. Dabei trat das Ereignis „Die Summe ist genau 10“ insgesamt \(924\)-mal auf. Berechne die relative Häufigkeit und ihre absolute Abweichung von der theoretischen Wahrscheinlichkeit aus Aufgabenteil 1. Erläutere, warum aus diesem Vergleich ohne ein zusätzliches Beurteilungskriterium kein eindeutiges Urteil über Simulation oder Modell folgt.

Denkanstöße

- Wie viele geordnete Zahlenpaare sind bei zwei Drehungen insgesamt möglich? - Welche Eigenschaft müssen beide Ziffern haben, damit ihr Produkt ungerade ist? - Trenne in Teil 3 die rechnerische Abweichung von der Frage, nach welchem Kriterium eine Abweichung beurteilt werden soll.

Lösung

1. Es gibt \(10 \cdot 10=100\) gleich wahrscheinliche geordnete Ergebnisse. Für die Summe \(10\) sind \((1,9),(2,8),(3,7),(4,6),(5,5),(6,4),(7,3),(8,2),(9,1)\) günstig. Daher gilt \(P=\frac{9}{100}=0{,}09\). 2. Ein Produkt ist genau dann ungerade, wenn beide Ziffern ungerade sind. Dafür gibt es jeweils \(5\) Möglichkeiten, also \(25\) günstige Paare. Somit gilt \(P=\frac{25}{100}=0{,}25\). 3. Die relative Häufigkeit beträgt \(h=\frac{924}{10000}=0{,}0924\). Die absolute Abweichung ist \(|0{,}0924-0{,}09|=0{,}0024\), also \(0{,}24\) Prozentpunkte. Der Zahlenvergleich zeigt eine kleine Abweichung, liefert aber ohne ein vorgegebenes statistisches Beurteilungskriterium keine eindeutige Entscheidung darüber, ob diese Abweichung als auffällig gelten soll.

Antwort

1. \(P=0{,}09\) 2. \(P=0{,}25\) 3. \(h=0{,}0924\); absolute Abweichung: \(0{,}0024\) bzw. \(0{,}24\) Prozentpunkte. Ohne zusätzliches Beurteilungskriterium folgt daraus kein eindeutiges Modellurteil.
43093212
In einem stochastischen Experiment wird eine Größe mit \(12\) gleich wahrscheinlichen möglichen Ergebnissen untersucht. Hierzu wird ein fairer zwölfseitiger Würfel genutzt; die Würfe gelten als unabhängig. a) Noor würfelt dreimal. Berechne die theoretische Laplace-Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eine Zahl doppelt vorkommt. b) Eine Simulation mit \(1000\) Durchgängen (jeweils drei Würfe) liefert in \(241\) Fällen mindestens eine Wiederholung. Berechne die relative Häufigkeit und die absolute Abweichung zum theoretischen Wert aus a). c) Erläutere den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit aus b) und dem theoretischen Wert aus a) im Hinblick auf das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Betrachte für a) zunächst das Gegenereignis „alle drei Ergebnisse sind verschieden“. - Vergleiche in b) die beobachtete relative Häufigkeit direkt mit dem exakten Wert aus a). - Formuliere in c) eine langfristige Aussage und keine Garantie für eine einzelne endliche Simulation.

Lösung

1. Das Gegenereignis ist, dass drei verschiedene Zahlen gewürfelt werden. Daher ist \(P(\text{alle verschieden})=\frac{12\cdot11\cdot10}{12^3}=\frac{55}{72}\) und somit \(P(\text{mindestens eine Wiederholung})=\frac{17}{72}\). 2. Die relative Häufigkeit ist \(h=\frac{241}{1000}=0{,}241\). Die absolute Abweichung beträgt \(\left|\frac{241}{1000}-\frac{17}{72}\right|=\frac{11}{2250}\approx0{,}00489\). 3. Das Gesetz der großen Zahlen beschreibt, dass sich relative Häufigkeiten bei wachsender Zahl unabhängiger Wiederholungen unter gleichen Bedingungen typischerweise in der Nähe der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeit stabilisieren. Eine einzelne endliche Simulation muss den theoretischen Wert nicht treffen.

Antwort

a) \(\frac{17}{72}\) b) \(h=0{,}241\); absolute Abweichung \(\frac{11}{2250}\approx0{,}00489\) c) Bei vielen Wiederholungen stabilisiert sich die relative Häufigkeit typischerweise in der Nähe der theoretischen Wahrscheinlichkeit; eine einzelne Simulation darf davon abweichen.
43097312
Bei einem Spiel wird ein fairer sechsseitiger Würfel zweimal nacheinander geworfen. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Summe der beiden geworfenen Augenzahlen. Beschreibe die folgenden Ereignisse mithilfe der Zufallsgröße \(X\) und berechne jeweils die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des Ereignisses: a) Die Augensumme beträgt mindestens 4, aber weniger als 7. b) Die Augensumme ist eine Primzahl. c) Die Augensumme ist entweder höchstens 3 oder größer als 10.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Kombinationsmöglichkeiten es insgesamt gibt, wenn man zwei Würfel wirft. - Kannst du eine Tabelle erstellen, in der alle möglichen Summen der beiden Würfel eingetragen sind? - Achte genau auf Formulierungen wie „höchstens“, „mindestens“ oder „weniger als“. - Für die Primzahlen: Welche Zahlen zwischen 2 und 12 sind Primzahlen? - Zähle für jedes Ereignis einzeln ab, wie viele der 36 Felder in deiner Tabelle die Bedingung erfüllen.

Lösung

1. Der Ergebnisraum des zweifachen Würfelns umfasst \(6 \cdot 6 = 36\) gleichwahrscheinliche Elementarereignisse. 2. Für Teilaufgabe a) wird das Ereignis durch \(4 \le X < 7\) bzw. \(4 \le X \le 6\) beschrieben. Die günstigen Summen sind \(4\) (3 Möglichkeiten: \((1; 3)\), \((2; 2)\), \((3; 1)\)), \(5\) (4 Möglichkeiten: \((1; 4)\), \((2; 3)\), \((3; 2)\), \((4; 1)\)) und \(6\) (5 Möglichkeiten: \((1; 5)\), \((2; 4)\), \((3; 3)\), \((4; 2)\), \((5; 1)\)). Die Anzahl der günstigen Fälle ist \(3 + 4 + 5 = 12\). Damit gilt \(P(4 \le X < 7) = \frac{12}{36} = \frac{1}{3}\). 3. Für Teilaufgabe b) wird das Ereignis durch „\(X \in \{2, 3, 5, 7, 11\}\)“ beschrieben. Die Anzahlen der Möglichkeiten für die einzelnen Summen lauten: \(X=2\) (1), \(X=3\) (2), \(X=5\) (4), \(X=7\) (6), \(X=11\) (2). Die Summe der günstigen Fälle beträgt \(1 + 2 + 4 + 6 + 2 = 15\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P(X \in \{2, 3, 5, 7, 11\}) = \frac{15}{36} = \frac{5}{12}\). 4. Für Teilaufgabe c) lautet die Beschreibung \(X \le 3 \lor X > 10\). Günstige Summen sind \(2\) (1), \(3\) (2), \(11\) (2) und \(12\) (1). Die Anzahl der günstigen Fälle ist \(1 + 2 + 2 + 1 = 6\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(X \le 3 \lor X > 10) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6}\).

Antwort

a) \(P(4 \le X < 7) = \frac{1}{3}\) b) \(P(X \in \{2, 3, 5, 7, 11\}) = \frac{5}{12}\) c) \(P(X \le 3 \lor X > 10) = \frac{1}{6}\)
42691612
An einem Kiosk können Kunden aus zehn verschiedenen Eissorten wählen. Sechs Jugendliche kaufen sich jeweils eine Kugel Eis. Die Entscheidungen erfolgen unabhängig voneinander; jede Sorte wird mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gewählt. Berechne die Wahrscheinlichkeit der folgenden Ereignisse: a) Alle sechs Jugendlichen wählen eine unterschiedliche Eissorte. b) Alle sechs Jugendlichen entscheiden sich für dieselbe Eissorte.

Denkanstöße

- Wie viele Möglichkeiten hat der erste Jugendliche, wie viele der zweite und so weiter, wenn man alle Kombinationen betrachtet? - Wenn alle etwas Verschiedenes wählen sollen, wie viele Optionen bleiben dann für die jeweils nächste Person übrig? - Wie viele Möglichkeiten gibt es, dass eine Gruppe eine gemeinsame Entscheidung für genau eine der verfügbaren Optionen trifft? - Nutze das Modell des Laplace-Experiments: Anzahl der günstigen Ergebnisse durch Anzahl der möglichen Ergebnisse.

Lösung

1. Bestimmung der Gesamtzahl der Ergebnisse: Da jeder der 6 Jugendlichen aus 10 Sorten wählen kann, gibt es \(10^6 = 1\,000\,000\) gleich wahrscheinliche Möglichkeiten. 2. Berechnung für Ereignis a (unterschiedliche Sorten): Die Anzahl der günstigen Ergebnisse ist die Anzahl der Variationen von 6 aus 10 ohne Wiederholung: \(10 \cdot 9 \cdot 8 \cdot 7 \cdot 6 \cdot 5 = 151\,200\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(a) = \frac{151200}{1000000} = 0{,}1512\). 3. Berechnung für Ereignis b (gleiche Sorte): Es gibt genau 10 Möglichkeiten, bei denen alle Jugendlichen die gleiche Sorte wählen (eine für jede der 10 Sorten). Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(b) = \frac{10}{10^6} = \frac{1}{10^5} = 0{,}00001\).

Antwort

a) \(P = 0{,}1512\) (oder \(\frac{189}{1250}\)) b) \(P = 0{,}00001\) (oder \(10^{-5}\))
42693512
Eine Playlist enthält \(12\) verschiedene Songs, davon sind genau \(4\) von der Band „Logarithmus“. Die Playlist wird im Zufallsmodus abgespielt, wobei jeder Song genau einmal vorkommt. a) Bestimme die Anzahl der möglichen Abspielfolgen, bei denen alle \(4\) Songs der Band „Logarithmus“ unmittelbar hintereinander abgespielt werden. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter den ersten \(5\) abgespielten Songs genau \(2\) von der Band „Logarithmus“ sind.

Denkanstöße

- Betrachte für a) die vier zusammenhängenden Songs vorübergehend als einen Block. - Wie viele Einheiten werden dann insgesamt angeordnet, und wie viele Reihenfolgen gibt es innerhalb des Blocks? - Zähle für b) gleich wahrscheinliche Fünferauswahlen ohne Zurücklegen. - Wie viele dieser Auswahlen enthalten genau zwei der vier Bandsongs?

Lösung

1. Für a) werden die \(4\) Songs der Band als ein Block betrachtet. Zusammen mit den restlichen \(8\) Songs gibt es \(9!\) Anordnungen der neun Einheiten. Innerhalb des Blocks gibt es \(4!\) Reihenfolgen. Insgesamt sind das \(9!\cdot4!=8\,709\,120\) Abspielfolgen. 2. Für b) wird ohne Zurücklegen aus den \(12\) verschiedenen Songs ausgewählt. Insgesamt gibt es \(\binom{12}{5}=792\) mögliche Fünferauswahlen. Genau \(2\) der \(4\) „Logarithmus“-Songs und \(3\) der übrigen \(8\) Songs können auf \(\binom{4}{2}\binom{8}{3}=336\) Arten ausgewählt werden. 3. Daher ist \(P=\frac{336}{792}=\frac{14}{33}\approx0{,}4242\).

Antwort

a) Es gibt \(8\,709\,120\) mögliche Abspielfolgen. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{14}{33}\approx42{,}4\,\%\).
42695912
In einem Karton befinden sich \(20\) Akkus, von denen \(4\) defekt sind. Für eine Qualitätsprüfung werden dem Karton zufällig \(5\) Akkus ohne Zurücklegen entnommen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für folgende Ereignisse: a) Genau zwei der entnommenen Akkus sind defekt. b) Höchstens ein Akku ist defekt. c) Mindestens ein Akku ist defekt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Möglichkeiten es insgesamt gibt, eine Stichprobe dieser Größe aus der Gesamtmenge zu ziehen. - Wie viele Arten gibt es, die gewünschte Anzahl an Objekten aus den Gruppen „defekt“ und „intakt“ auszuwählen? - Bei „höchstens“ musst du mehrere Fälle addieren. Welche sind das hier? - Das Wort „mindestens“ ist oft ein Signal, dass das Gegenereignis kürzer ist.

Lösung

1. Bezeichne mit \(X\) die Zahl der defekten Akkus in der Stichprobe. Insgesamt gibt es \(\binom{20}{5}=15\,504\) mögliche Stichproben. Für genau zwei defekte Akkus gilt \(P(X=2)=\frac{\binom{4}{2}\binom{16}{3}}{\binom{20}{5}}=\frac{3360}{15504}=\frac{70}{323}\). 2. Für höchstens einen defekten Akku werden die Fälle \(X=0\) und \(X=1\) addiert: \(P(X\le1)=\frac{\binom{4}{0}\binom{16}{5}+\binom{4}{1}\binom{16}{4}}{\binom{20}{5}}=\frac{11648}{15504}=\frac{728}{969}\). 3. Für mindestens einen defekten Akku wird das Gegenereignis verwendet: \(P(X\ge1)=1-P(X=0)=1-\frac{\binom{16}{5}}{\binom{20}{5}}=\frac{11136}{15504}=\frac{232}{323}\).

Antwort

a) \(\frac{70}{323}\) b) \(\frac{728}{969}\) c) \(\frac{232}{323}\)
42698812
Ein spezieller sechsseitiger Würfel trägt auf seinen Flächen die Augenzahlen \(1,1,1,2,2,3\). Er wird zweimal unabhängig voneinander geworfen. Die Reihenfolge der beiden Augenzahlen wird anschließend nicht unterschieden; beispielsweise werden \((1;2)\) und \((2;1)\) zur selben Paar-Kategorie zusammengefasst. a) Liste alle möglichen Paar-Kategorien auf. b) Bestimme ihre Wahrscheinlichkeitsverteilung. c) Erläutere anhand der Verteilung, warum diese Paar-Kategorien kein Laplace-Modell bilden.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst die Einzelwahrscheinlichkeiten der Zahlen \(1\), \(2\) und \(3\). - Bei zwei verschiedenen Zahlen gibt es zwei geordnete Wege zur selben ungeordneten Kategorie. - Ein Laplace-Modell verlangt gleich wahrscheinliche Elementarereignisse.

Lösung

1. Die möglichen Kategorien sind \((1;1)\), \((1;2)\), \((1;3)\), \((2;2)\), \((2;3)\) und \((3;3)\). 2. Für einen Wurf gilt \(P(1)=\frac12\), \(P(2)=\frac13\), \(P(3)=\frac16\). 3. Wegen der Unabhängigkeit ist für gleiche Zahlen die Wahrscheinlichkeit das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten; bei zwei verschiedenen Zahlen werden die beiden Reihenfolgen addiert. 4. Damit ergeben sich \(\frac14,\frac13,\frac16,\frac19,\frac19,\frac1{36}\) in der oben genannten Reihenfolge. 5. Die sechs Paar-Kategorien sind nicht gleich wahrscheinlich. Daher liegt auf dieser Ergebnismenge kein Laplace-Modell vor.

Antwort

a) \((1;1),(1;2),(1;3),(2;2),(2;3),(3;3)\) b) \(\frac14,\frac13,\frac16,\frac19,\frac19,\frac1{36}\) in derselben Reihenfolge c) Kein Laplace-Modell, da die Elementarereignisse unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten besitzen.
42715812
Ein gezinkter sechsseitiger Würfel soll untersucht werden. Lukas und Sarah äußern sich zur Wahrscheinlichkeit, eine \(6\) zu würfeln. Lukas: „Es ist ein Würfel mit sechs Seiten, also muss die Wahrscheinlichkeit für jede Zahl, auch für die \(6\), genau \(\frac16\approx16{,}7\,\%\) betragen.“ Sarah: „Ich habe den Würfel bereits \(200\)-mal geworfen und dabei \(52\)-mal eine \(6\) erhalten. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit daher eher auf \(26\,\%\).“ 1. Erläutere, welchen Ansatz Lukas verwendet und warum er hier nicht gerechtfertigt ist. 2. Bestimme die relative Häufigkeit, auf die sich Sarah bezieht, und benenne den zugehörigen Wahrscheinlichkeitsbegriff. 3. Beschreibe, wie Sarah ihre Schätzung der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeit verbessern könnte, ohne zu behaupten, den exakten Wert dadurch sicher zu bestimmen.

Denkanstöße

- Welche Voraussetzung braucht eine Laplace-Wahrscheinlichkeit? - Wie entsteht aus \(52\) Treffern bei \(200\) Versuchen eine relative Häufigkeit? - Was sagt eine größere Zahl unabhängiger Wiederholungen über die Stabilität einer relativen Häufigkeit aus?

Lösung

1. Lukas verwendet eine Laplace-Wahrscheinlichkeit. Diese setzt gleich wahrscheinliche Elementarereignisse voraus. Bei einem als gezinkt beschriebenen Würfel ist diese Symmetrieannahme nicht begründet. 2. Die relative Häufigkeit der \(6\) ist \(\frac{52}{200}=0{,}26\). Wenn eine solche langfristige relative Häufigkeit als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet wird, liegt der frequentistische Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde. 3. Sarah kann die Zahl der Würfe unter möglichst gleichen Bedingungen deutlich erhöhen. Nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisiert sich die relative Häufigkeit bei vielen unabhängigen Wiederholungen um die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit. Eine endliche Versuchsreihe liefert dennoch nur eine Schätzung und bestimmt den exakten Wert nicht sicher.

Antwort

1. Lukas verwendet eine Laplace-Wahrscheinlichkeit; die dafür nötige Gleichwahrscheinlichkeit der Würfelseiten ist beim gezinkten Würfel nicht begründet. 2. Relative Häufigkeit: \(0{,}26=26\,\%\); frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. 3. Durch deutlich mehr Würfe unter gleichen Bedingungen kann die Schätzung verbessert werden; der exakte Wert wird durch eine endliche Versuchsreihe nicht sicher bestimmt.
42716012
Eine Reißzwecke wird \(500\)-mal geworfen. Dabei landet sie \(320\)-mal mit der Spitze nach oben und \(180\)-mal auf dem Kopf. a) Erläutere, warum der Laplace-Ansatz zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „Spitze oben“ in diesem Fall nicht geeignet ist. b) Schätze die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „Spitze oben“ nach dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. c) Skizziere kurz den theoretischen Übergang von der relativen Häufigkeit zur frequentistischen Wahrscheinlichkeit, wenn die Anzahl der Würfe \(n\) gegen Unendlich geht.

Denkanstöße

- Was ist die Grundvoraussetzung für ein Laplace-Experiment? - Wie berechnet man eine relative Häufigkeit aus absoluten Zahlen? - Was passiert mit der Schwankung der Ergebnisse, wenn man ein Experiment immer öfter wiederholt?

Lösung

1. Der Laplace-Ansatz setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind. Aufgrund der physikalischen Asymmetrie der Reißzwecke gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass beide Lagen gleich wahrscheinlich sind. 2. Gemäß dem frequentistischen Ansatz wird die Wahrscheinlichkeit durch die relative Häufigkeit geschätzt: \(P(\text{„Spitze oben“}) \approx \frac{k}{n} = \frac{320}{500} = 0{,}64\). 3. Bei unabhängigen Wiederholungen unter gleichen Bedingungen stabilisiert sich die relative Häufigkeit nach dem Gesetz der großen Zahlen mit wachsender Versuchszahl um die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit \(p\). Frequentistisch wird \(p\) als langfristiger Häufigkeitswert interpretiert.

Antwort

a) Der Laplace-Ansatz ist ungeeignet, da keine Symmetrie vorliegt und die Ergebnisse nicht als gleich wahrscheinlich angenommen werden können. b) \(P(\text{„Spitze oben“}) \approx 0{,}64\). c) Bei unabhängigen Wiederholungen unter gleichen Bedingungen nähert sich die relative Häufigkeit mit wachsender Versuchszahl der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeit \(p\) an.
42720412
In einem kleinen Chor singen \(24\) Personen, darunter \(14\) im Sopran und \(10\) im Alt. Für ein Quartett werden zufällig vier Personen ausgelost. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier ausgelosten Personen im Sopran singen. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass das Quartett aus zwei Personen aus dem Sopran und zwei Personen aus dem Alt besteht. c) Die beiden Solistinnen des Chores singen beide im Sopran. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass beide für das Quartett ausgelost werden. d) Beschreibe ein Urnenmodell, das alle drei Ereignisse aus a) bis c) darstellen kann.

Denkanstöße

- Wie viele Vierergruppen können aus \(24\) Personen insgesamt gebildet werden? - Zähle für b) die Auswahlmöglichkeiten aus den beiden Stimmgruppen getrennt. - Welche zwei Personen sind in c) bereits festgelegt? - Welche zusätzliche Kennzeichnung braucht ein Urnenmodell, damit es nicht nur die Stimmgruppe, sondern auch die beiden Solistinnen abbilden kann?

Lösung

1. Insgesamt gibt es \(\binom{24}{4}=10\,626\) mögliche Quartette. 2. Für a) sind \(\binom{14}{4}=1001\) Quartette günstig. Daher ist \(P=\frac{1001}{10626}=\frac{13}{138}\). 3. Für b) gibt es \(\binom{14}{2}\binom{10}{2}=4095\) günstige Quartette. Daher ist \(P=\frac{4095}{10626}=\frac{195}{506}\). 4. Für c) sind die beiden Solistinnen fest gewählt; die übrigen zwei Personen werden aus den verbleibenden \(22\) gewählt. Daher ist \(P=\frac{\binom{22}{2}}{\binom{24}{4}}=\frac{1}{46}\). 5. Ein passendes Urnenmodell enthält \(24\) unterscheidbare Kugeln, je eine pro Chormitglied. \(14\) Kugeln tragen die Kennzeichnung Sopran, \(10\) die Kennzeichnung Alt; die beiden Solistinnen-Kugeln sind zusätzlich eindeutig markiert. Es werden vier Kugeln ohne Zurücklegen gezogen. Damit lassen sich sowohl die Stimmgruppen als auch die beiden bestimmten Solistinnen unterscheiden.

Antwort

a) \(\frac{13}{138}\) b) \(\frac{195}{506}\) c) \(\frac{1}{46}\) d) Urne mit \(24\) unterscheidbaren Kugeln: \(14\) für Sopran, \(10\) für Alt; die beiden Solistinnen-Kugeln sind zusätzlich markiert. Vier Ziehungen ohne Zurücklegen.
42720612
In einer IT-Abteilung arbeiten 9 Experten für Hardware und 6 Experten für Software. Für ein neues Projekt wird ein Team aus fünf Personen zufällig zusammengestellt. a) Gib zu jedem der folgenden Ereignisse einen Term an, mit dem die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses berechnet werden kann. \(C\): „Ein bestimmter Hardware-Experte und ein bestimmter Software-Experte sind im Team.“ \(D\): „Das Team besteht aus drei Hardware-Experten und zwei Software-Experten.“ b) Beschreibe im Sachzusammenhang ein Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit durch den folgenden Term berechnet werden kann: \(\frac{\binom{15}{5} - \binom{9}{5}}{\binom{15}{5}}\)

Denkanstöße

- Wenn bestimmte Personen bereits fest im Team sind, wie verändert das die Anzahl der noch zu vergebenden Plätze und die Auswahlmenge? - Welche mathematische Operation verknüpft die Auswahlmöglichkeiten aus zwei verschiedenen Untergruppen? - Was beschreibt der Ausdruck im Zähler, wenn man von der Gesamtzahl alle rein aus Hardware-Experten bestehenden Gruppen abzieht?

Lösung

1. Für Ereignis \(C\) sind zwei Personen (ein spezieller Hardware- und ein spezieller Software-Experte) gesetzt. Es müssen noch \(3\) weitere Personen aus den restlichen \(13\) Mitarbeitern ausgewählt werden. Dies ergibt \(\binom{13}{3}\) günstige Möglichkeiten bei insgesamt \(\binom{15}{5}\) Kombinationen. Der Term ist \(P(C) = \frac{\binom{13}{3}}{\binom{15}{5}}\). 2. Für Ereignis \(D\) wählt man \(3\) aus \(9\) Hardware-Experten und \(2\) aus \(6\) Software-Experten. Die Anzahl der günstigen Kombinationen ist \(\binom{9}{3} \cdot \binom{6}{2}\). Der Term ist \(P(D) = \frac{\binom{9}{3} \cdot \binom{6}{2}}{\binom{15}{5}}\). 3. Der Term in b) nutzt das Gegenereignis. \(\binom{15}{5}\) ist die Gesamtzahl der Teams. \(\binom{9}{5}\) ist die Anzahl der Teams, die nur aus Hardware-Experten bestehen. Die Subtraktion ergibt die Anzahl der Teams, in denen nicht ausschließlich Hardware-Experten sind, also mindestens ein Software-Experte vertreten ist. Das Ereignis lautet: „Im Team ist mindestens ein Software-Experte.“

Antwort

a) \(P(C) = \frac{\binom{13}{3}}{\binom{15}{5}}\); \(P(D) = \frac{\binom{9}{3} \cdot \binom{6}{2}}{\binom{15}{5}}\) b) „Das Team enthält mindestens einen Software-Experten.“
43081612
In einer Versuchsreihe wurde eine Reißzwecke \(1000\)-mal geworfen. Dabei landete sie \(372\)-mal mit der Spitze nach oben (Ereignis \(S\)) und \(628\)-mal auf der Seite (Ereignis \(L\)). a) Begründe, warum das Laplace-Modell für dieses Zufallsexperiment nicht geeignet ist, um die Wahrscheinlichkeiten der Ereignisse \(S\) und \(L\) vorab zu bestimmen. b) Gib eine Schätzung für die Wahrscheinlichkeit \(P(L)\) an, dass die Reißzwecke auf der Seite landet. c) Wie oft wird das Ereignis „Spitze nach oben“ bei \(5000\) Würfen voraussichtlich eintreten?

Denkanstöße

- Überlege, welche physikalischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit man von gleichen Wahrscheinlichkeiten ausgehen kann. - Welcher Zusammenhang besteht zwischen der relativen Häufigkeit bei vielen Versuchen und der Wahrscheinlichkeit? - Wie nutzt man eine Wahrscheinlichkeit, um die zu erwartende Anzahl von Treffern in einer großen Stichprobe zu berechnen?

Lösung

1. Das Laplace-Modell setzt voraus, dass alle Elementarereignisse aufgrund von Symmetrie gleich wahrscheinlich sind. Da eine Reißzwecke keine physikalische Symmetrie aufweist, die beide Lagen gleichberechtigt erscheinen lässt, ist das Modell ungeeignet. 2. Schätzung der Wahrscheinlichkeit über die relative Häufigkeit nach \(1000\) Versuchen: \(P(L) \approx \frac{628}{1000} = 0{,}628\). 3. Schätzung der absoluten Häufigkeit für \(n = 5000\) unter Verwendung der relativen Häufigkeit von \(S\): \(h(S) = \frac{372}{1000} = 0{,}372\) Erwartete Anzahl: \(0{,}372 \cdot 5000 = 1860\).

Antwort

a) Das Laplace-Modell ist ungeeignet, da die Reißzwecke asymmetrisch ist und somit kein Grund zu der Annahme besteht, dass beide Lagen gleich wahrscheinlich sind. b) \(P(L) \approx 0{,}628\) c) Das Ereignis „Spitze nach oben“ wird voraussichtlich \(1860\)-mal eintreten.
43082112
In einer Datenauswertung zur Mobilität werden für eine untersuchte Gruppe folgende relative Häufigkeiten angegeben: \(18\,\%\) der Haushalte besitzen kein eigenes Auto, \(54\,\%\) genau ein Auto und \(28\,\%\) zwei oder mehr Autos. a) Erläutere, welcher Zufallsversuch und welche Modellannahme erforderlich sind, damit die Aussage „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Haushalt kein Auto besitzt, wird mit \(0{,}18\) geschätzt“ mathematisch sinnvoll ist. b) Unterscheide im Kontext des Gesetzes der großen Zahlen zwischen der beobachteten relativen Häufigkeit \(0{,}18\) und der Wahrscheinlichkeit im zugrunde gelegten Modell.

Denkanstöße

- Welche Grundgesamtheit soll durch die untersuchten Haushalte beschrieben werden? - Was unterscheidet einen beobachteten Anteil von einem Parameter eines Wahrscheinlichkeitsmodells? - Welche Aussage macht das Gesetz der großen Zahlen über viele Wiederholungen?

Lösung

1. Als Zufallsversuch wird ein Haushalt zufällig aus einer festgelegten Grundgesamtheit ausgewählt. Das Auswahlverfahren muss so modelliert sein, dass die untersuchte Gruppe die Grundgesamtheit angemessen repräsentiert. Dann kann die beobachtete relative Häufigkeit \(0{,}18\) als Schätzwert für die Modellwahrscheinlichkeit verwendet werden. 2. Die relative Häufigkeit \(0{,}18\) ist ein konkret beobachteter Datenwert. Die Wahrscheinlichkeit \(P(E)\) ist dagegen ein Parameter des mathematischen Modells. Bei vielen Wiederholungen unter gleichbleibenden Bedingungen stabilisieren sich relative Häufigkeiten nach dem Gesetz der großen Zahlen um die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit; ein einzelner Datenwert muss nicht exakt mit ihr übereinstimmen.

Antwort

a) Es braucht eine klar festgelegte Grundgesamtheit und ein geeignetes zufälliges Auswahlmodell; dann kann \(0{,}18\) als empirischer Schätzwert für die Modellwahrscheinlichkeit dienen. b) \(0{,}18\) ist eine beobachtete relative Häufigkeit, die Modellwahrscheinlichkeit dagegen ein zugrunde gelegter Parameter.
43082212
Ein Behälter enthält eine unbekannte Anzahl an Kugeln in den Farben Rot, Blau und Grün. In einer Versuchsreihe wurde \(500\)-mal eine Kugel mit Zurücklegen gezogen. Dabei wurde \(124\)-mal eine rote Kugel notiert. a) Berechne die relative Häufigkeit für das Ereignis „rote Kugel“ und begründe, warum dieser Wert als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit \(p\) verwendet werden kann. b) Leonie behauptet: „Da es drei Farben sind, muss die Wahrscheinlichkeit für jede Farbe nach dem Laplace-Prinzip exakt \(\frac{1}{3}\) sein.“ Beurteile diese Aussage kritisch unter Einbeziehung des empirischen Ergebnisses.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Anteil eines Ergebnisses an der Gesamtzahl der Versuche? - Wann darf man davon ausgehen, dass alle Möglichkeiten bei einem Experiment gleich wahrscheinlich sind? - Passt die Beobachtung aus dem Versuch zu der theoretischen Erwartung von einem Drittel?

Lösung

1. Die relative Häufigkeit beträgt \(h=\frac{124}{500}=0{,}248\). Dieser Wert kann als Schätzer für die Wahrscheinlichkeit \(p\) dienen, da sich relative Häufigkeiten nach dem Gesetz der großen Zahlen bei wachsendem Stichprobenumfang typischerweise um die wahre Wahrscheinlichkeit stabilisieren. 2. Die Laplace-Annahme \(P(\text{rot})=\frac{1}{3}\approx0{,}333\) setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleichwahrscheinlich sind, was meist durch physikalische Symmetrie oder die Information über eine gleiche Anzahl an Objekten begründet wird. Das empirische Ergebnis \(0{,}248\) weicht deutlich von \(0{,}333\) ab. Da nichts über die tatsächliche Anzahl der Kugeln im Behälter bekannt ist, ist die Laplace-Annahme hier nicht gerechtfertigt; das empirische Ergebnis deutet eher auf eine ungleiche Verteilung der Farben hin.

Antwort

a) \(h=0{,}248\). Dieser Wert ist ein naheliegender Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit; seine Genauigkeit lässt sich ohne weitere Unsicherheitsanalyse nicht exakt beurteilen. b) Die Aussage ist falsch, da das Laplace-Prinzip nur bei nachgewiesener Gleichwahrscheinlichkeit (z. B. gleiche Anzahl an Kugeln jeder Farbe) gilt. Das empirische Ergebnis spricht gegen diese Annahme, da \(0{,}248\) deutlich kleiner als \(\frac{1}{3}\) ist.
43082912
Ein fairer 12-seitiger Würfel (ein regelmäßiger Dodekaeder) mit den Augenzahlen von 1 bis 12 wird einmal geworfen. Wir betrachten die folgenden Ereignisse: \(A\): Die Augenzahl ist eine Primzahl. \(B\): Die Augenzahl ist ein Teiler von 12. \(C\): Die Augenzahl ist größer als 8. 1. Gib die Ergebnismengen für die Ereignisse \(A\), \(B\) und \(C\) an. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\) unter der Annahme eines Laplace-Experiments. 3. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „\(A\) oder \(C\)“ (\(A \cup C\)) sowie für das Ereignis „\(B\) und nicht \(C\)“ (\(B \cap \bar{C}\)).

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Zahlen zwischen 1 und 12 die jeweiligen Bedingungen erfüllen. - Bei einem Laplace-Experiment ist die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses das Verhältnis der Anzahl der günstigen Ergebnisse zur Anzahl der möglichen Ergebnisse. - „Oder“ bedeutet in der Mengenlehre die Vereinigung, also alle Elemente, die in mindestens einer der Mengen enthalten sind. - „Und nicht“ bedeutet, dass du die Schnittmenge mit dem Komplementärereignis bildest.

Lösung

1. Ergebnismengen bestimmen: \(A = \{2; 3; 5; 7; 11\}\) (5 Elemente) \(B = \{1; 2; 3; 4; 6; 12\}\) (6 Elemente) \(C = \{9; 10; 11; 12\}\) (4 Elemente) 2. Laplace-Wahrscheinlichkeiten (\(|\Omega| = 12\)): \(P(A) = \frac{5}{12} \approx 0{,}417\) \(P(B) = \frac{6}{12} = 0{,}5\) \(P(C) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3} \approx 0{,}333\) 3. Verknüpfte Ereignisse: \(A \cup C = \{2; 3; 5; 7; 9; 10; 11; 12\}\) (8 Elemente), daraus folgt \(P(A \cup C) = \frac{8}{12} = \frac{2}{3} \approx 0{,}667\). \(\bar{C} = \{1; 2; 3; 4; 5; 6; 7; 8\}\). Die Schnittmenge \(B \cap \bar{C}\) enthält alle Teiler von 12, die nicht größer als 8 sind: \(\{1; 2; 3; 4; 6\}\) (5 Elemente). Somit ist \(P(B \cap \bar{C}) = \frac{5}{12} \approx 0{,}417\).

Antwort

1. \(A = \{2; 3; 5; 7; 11\}\), \(B = \{1; 2; 3; 4; 6; 12\}\), \(C = \{9; 10; 11; 12\}\) 2. \(P(A) = \frac{5}{12}\), \(P(B) = \frac{1}{2}\), \(P(C) = \frac{1}{3}\) 3. \(P(A \cup C) = \frac{2}{3}\), \(P(B \cap \bar{C}) = \frac{5}{12}\)
43083112
Ein achtseitiger Würfel, dessen Seiten mit den Zahlen \(1\) bis \(8\) beschriftet sind, wird für ein Zufallsexperiment verwendet. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(A\): „Die gewürfelte Zahl ist eine Primzahl oder eine Quadratzahl“ unter der Annahme eines Laplace-Experiments. Gib die zugehörige Ergebnismenge an. 2. In einer Versuchsreihe wurde der Würfel \(250\)-mal geworfen. Dabei wurde \(120\)-mal eine Primzahl und \(65\)-mal eine Quadratzahl erzielt. Da keine Zahl gleichzeitig Primzahl und Quadratzahl ist, trat das Ereignis \(A\) insgesamt \(185\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit von \(A\) und vergleiche sie mit dem theoretischen Wert aus Teilaufgabe 1. 3. Erläutere den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit und der Modellwahrscheinlichkeit unter Bezugnahme auf den frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff und das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Welche Zahlen von \(1\) bis \(8\) gehören zum Ereignis \(A\)? - Wie entsteht die Laplace-Wahrscheinlichkeit aus gleich wahrscheinlichen Ergebnissen? - Was unterscheidet einen beobachteten Anteil von einer Modellwahrscheinlichkeit? - Welche Aussage macht das Gesetz der großen Zahlen für viele Wiederholungen unter gleichen Bedingungen?

Lösung

1. Die Ergebnismenge ist \(\Omega=\{1,2,3,4,5,6,7,8\}\). Die Primzahlen sind \(\{2,3,5,7\}\), die Quadratzahlen \(\{1,4\}\). Daher ist \(A=\{1,2,3,4,5,7\}\) und wegen der Gleichwahrscheinlichkeit der acht Ergebnisse \(P(A)=\frac68=0{,}75\). 2. Die relative Häufigkeit beträgt \(h_{250}(A)=\frac{185}{250}=0{,}74\). Sie weicht um \(0{,}01\) von der Modellwahrscheinlichkeit \(0{,}75\) ab. 3. Die Laplace-Wahrscheinlichkeit \(0{,}75\) stammt aus dem theoretischen Modell. Die relative Häufigkeit \(0{,}74\) ist ein beobachteter Datenwert. Im frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff werden langfristige relative Häufigkeiten als Zugang zu Wahrscheinlichkeiten verwendet; nach dem Gesetz der großen Zahlen stabilisieren sie sich bei vielen unabhängigen Wiederholungen unter gleichen Bedingungen um die zugrunde liegende Modellwahrscheinlichkeit.

Antwort

1. \(A=\{1,2,3,4,5,7\}\); \(P(A)=0{,}75\) 2. \(h_{250}(A)=0{,}74\); absolute Abweichung zur Modellwahrscheinlichkeit: \(0{,}01\) 3. \(0{,}75\) ist die Laplace-Modellwahrscheinlichkeit, \(0{,}74\) eine beobachtete relative Häufigkeit; der frequentistische Wahrscheinlichkeitsbegriff verbindet Wahrscheinlichkeiten mit dem langfristigen Verhalten solcher Häufigkeiten.
43083312
In einem Datensatz mit \(1000\) Personen wird zwischen Pendlern \(P\) und Nicht-Pendlern \(\bar P\) sowie bevorzugter PKW-Nutzung \(A\) und Bahnnutzung \(B\) unterschieden: <table> <thead><tr><th></th><th>PKW \(A\)</th><th>Bahn \(B\)</th></tr></thead> <tbody> <tr><td>Pendler \(P\)</td><td>\(420\)</td><td>\(180\)</td></tr> <tr><td>Nicht-Pendler \(\bar P\)</td><td>\(80\)</td><td>\(320\)</td></tr> </tbody> </table> a) Bestimme die relativen Häufigkeiten für: (1) \(B\); (2) \(P\cap B\); (3) \(B\) unter der Bedingung \(P\). b) Unter welcher Voraussetzung können diese relativen Häufigkeiten zugleich als Laplace-Wahrscheinlichkeiten eines Auswahl-Experiments interpretiert werden? c) Beschreibe den Zusammenhang zwischen relativer Häufigkeit und einer zugrunde liegenden theoretischen Wahrscheinlichkeit bei vielen unabhängigen, gleichartig verteilten Wiederholungen.

Denkanstöße

- Nutze für relative Häufigkeiten jeweils die passende Bezugsmenge im Nenner. - Bei einer bedingten relativen Häufigkeit ändert sich die Grundmenge. - Ein Laplace-Auswahlmodell verlangt gleich wahrscheinliche Elementarereignisse.

Lösung

1. \(h(B)=\frac{180+320}{1000}=0{,}5\). 2. \(h(P\cap B)=\frac{180}{1000}=0{,}18\). 3. \(h_P(B)=\frac{180}{600}=0{,}3\). 4. Als Laplace-Wahrscheinlichkeiten eines Auswahl-Experiments können diese Werte interpretiert werden, wenn eine Person gleichwahrscheinlich aus den \(1000\) Datensätzen ausgewählt wird. 5. Bei unabhängigen, gleichartig verteilten Wiederholungen stabilisiert sich die relative Häufigkeit eines Ereignisses bei wachsender Versuchszahl typischerweise in der Nähe seiner theoretischen Wahrscheinlichkeit.

Antwort

a) (1) \(0{,}5\); (2) \(0{,}18\); (3) \(0{,}3\) b) Wenn jede der \(1000\) Personen bei der Auswahl gleich wahrscheinlich ist. c) Unter den genannten Wiederholungsbedingungen nähert sich die relative Häufigkeit bei wachsendem Umfang der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.
43083412
In einer Qualitätskontrolle werden \(5000\) Bauteile aus zwei verschiedenen Werken auf Defekte untersucht. Die Verteilung der Bauteile ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: <table> <thead> <tr><th></th><th>einwandfrei (\(E\))</th><th>defekt (\(D\))</th></tr> </thead> <tbody> <tr><td>Werk A (\(W_A\))</td><td>\(1800\)</td><td>\(200\)</td></tr> <tr><td>Werk B (\(W_B\))</td><td>\(2700\)</td><td>\(300\)</td></tr> </tbody> </table> a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig aus der Gesamtheit der \(5000\) Bauteile ausgewähltes Stück defekt ist. Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird hierbei angewendet? b) Der Techniker Tariq behauptet: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein künftig in Werk A produziertes Teil defekt ist, beträgt genau \(0{,}1\).“ Beurteile diese Aussage, indem du zwischen der relativen Häufigkeit in der untersuchten Stichprobe und einem theoretischen Wahrscheinlichkeitsmodell unterscheidest. c) Formuliere ein Ereignis in diesem Kontext, dessen Wahrscheinlichkeit mithilfe des Additionssatzes für unvereinbare Ereignisse berechnet werden kann, und führe die Rechnung durch.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob nach einer Wahrscheinlichkeit für die vorhandene Gesamtmenge oder für künftig produzierte Teile gefragt wird. - Was unterscheidet eine beobachtete relative Häufigkeit von einem Parameter eines Wahrscheinlichkeitsmodells? - Wann darfst du Wahrscheinlichkeiten zweier Ereignisse für eine Oder-Verknüpfung direkt addieren?

Lösung

1. Insgesamt sind \(200+300=500\) der \(5000\) erfassten Bauteile defekt. Bei gleich wahrscheinlicher Auswahl eines der \(5000\) Bauteile gilt daher \(P(D)=\frac{500}{5000}=0{,}1\). Für dieses Auswahl-Experiment wird eine Laplace-Wahrscheinlichkeit verwendet. 2. Der Wert \(\frac{200}{2000}=0{,}1\) ist die beobachtete relative Häufigkeit defekter Teile in Werk A. Die Defektwahrscheinlichkeit für künftig produzierte Teile ist dagegen ein Modellparameter des Produktionsprozesses und wird durch diese Häufigkeit nur geschätzt. Die Behauptung einer exakten Gleichheit ist daher nicht gerechtfertigt. 3. Die Ereignisse \(W_A\cap D\) und \(W_B\cap D\) sind unvereinbar. Daher ist \(P((W_A\cap D)\cup(W_B\cap D))=\frac{200}{5000}+\frac{300}{5000}=0{,}1\).

Antwort

a) \(P(D)=0{,}1\); Laplace-Wahrscheinlichkeit für die gleich wahrscheinliche Auswahl eines der \(5000\) Bauteile. b) Die beobachtete relative Häufigkeit in Werk A beträgt \(0{,}1\), erlaubt aber nicht die Aussage, dass die zukünftige Modellwahrscheinlichkeit exakt \(0{,}1\) ist. c) Beispiel: „Das Teil ist defekt und stammt aus Werk A oder es ist defekt und stammt aus Werk B.“ Dann gilt \(P=0{,}04+0{,}06=0{,}1\).
43083712
Ein vierseitiger Würfel (Tetraeder) wird in einer Versuchsreihe \(1000\)-mal geworfen, um zu prüfen, ob er symmetrisch ist. Die absoluten Häufigkeiten \(H_n(i)\) für die Augenzahlen \(i \in \{1; 2; 3; 4\}\) sind in der folgenden Tabelle dargestellt: <table> <thead> <tr> <th>Augenzahl \(i\)</th> <th>\(H_n(i)\)</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>1</td> <td>210</td> </tr> <tr> <td>2</td> <td>290</td> </tr> <tr> <td>3</td> <td>240</td> </tr> <tr> <td>4</td> <td>260</td> </tr> </tbody> </table> 1. Schätze die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zufallsgröße \(X\): „Augenzahl bei einem Wurf“ mithilfe der relativen Häufigkeiten. 2. Berechne den Erwartungswert \(E(X)\) auf Basis dieser empirischen Daten. 3. Bestimme den Erwartungswert eines idealen (Laplace-)Tetraeders und vergleiche die Ergebnisse.

Denkanstöße

- Wie hängen die absolute Häufigkeit, die Gesamtzahl der Versuche und die relative Häufigkeit zusammen? - Erinnere dich an die Formel für den Erwartungswert einer diskreten Zufallsgröße. - Was kennzeichnet ein Laplace-Experiment hinsichtlich der Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse? - Überlege, wie du den Durchschnitt der möglichen Augenzahlen bei gleicher Wahrscheinlichkeit berechnest.

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeiten als Schätzwerte für die Wahrscheinlichkeiten \(P(X=i) = \frac{H_n(i)}{n}\) mit \(n = 1000\): \(P(X=1) \approx 0{,}21\); \(P(X=2) \approx 0{,}29\); \(P(X=3) \approx 0{,}24\); \(P(X=4) \approx 0{,}26\). 2. Berechnung des empirischen Erwartungswerts: \(E(X) = 1 \cdot 0{,}21 + 2 \cdot 0{,}29 + 3 \cdot 0{,}24 + 4 \cdot 0{,}26 = 0{,}21 + 0{,}58 + 0{,}72 + 1{,}04 = 2{,}55\). 3. Der theoretische Erwartungswert eines idealen Tetraeders (Laplace-Experiment) beträgt \(E_{\text{Laplace}}(X) = \frac{1+2+3+4}{4} = 2{,}5\). Der empirische Wert liegt um \(0{,}05\) höher als der theoretische Wert.

Antwort

1. \(P(X=1) \approx 0{,}21\); \(P(X=2) \approx 0{,}29\); \(P(X=3) \approx 0{,}24\); \(P(X=4) \approx 0{,}26\) 2. \(E(X) = 2{,}55\) 3. \(E_{\text{Laplace}}(X) = 2{,}5\); der Schätzwert ist geringfügig größer.
43083812
Im Rahmen einer Qualitätskontrolle wurden \(4000\) neu produzierte Platinen auf Lötfehler untersucht. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der Fehler pro Platine. Folgende Daten wurden erhoben: <table> <thead> <tr> <th>Anzahl der Fehler \(k\)</th> <th>Absolute Häufigkeit \(H_n(k)\)</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>0</td> <td>3600</td> </tr> <tr> <td>1</td> <td>320</td> </tr> <tr> <td>2</td> <td>80</td> </tr> </tbody> </table> 1. Bestimme die relativen Häufigkeiten als Schätzwerte für die Wahrscheinlichkeiten \(P(X=k)\). 2. Berechne die geschätzte Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine zufällig ausgewählte Platine mindestens einen Fehler aufweist. 3. Berechne die zu erwartende Gesamtzahl an Fehlern in einer Lieferung von \(500\) Platinen, basierend auf dem empirischen Erwartungswert pro Platine.

Denkanstöße

- Was bedeutet „mindestens ein Fehler“ mathematisch für die Werte von \(X\)? - Du kannst die Wahrscheinlichkeit für „mindestens einen Fehler“ entweder durch Addition der Einzelwahrscheinlichkeiten oder über das Gegenereignis finden. - Berechne zuerst, wie viele Fehler man im Durchschnitt pro einzelner Platine erwartet. - Wie skaliert man den Erwartungswert einer einzelnen Platine auf eine größere Menge?

Lösung

1. Berechnung der relativen Häufigkeiten bei \(n = 4000\): \(P(X=0) \approx \frac{3600}{4000} = 0{,}90\) \(P(X=1) \approx \frac{320}{4000} = 0{,}08\) \(P(X=2) \approx \frac{80}{4000} = 0{,}02\) 2. Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Fehler: \(P(X \ge 1) = P(X=1) + P(X=2) = 0{,}08 + 0{,}02 = 0{,}10\) (oder über das Gegenereignis \(1 - P(X=0) = 0{,}10\)). 3. Erwartungswert der Fehler pro Platine: \(E(X) = 0 \cdot 0{,}90 + 1 \cdot 0{,}08 + 2 \cdot 0{,}02 = 0{,}12\). Gesamtzahl der Fehler bei \(500\) Platinen: \(500 \cdot E(X) = 500 \cdot 0{,}12 = 60\).

Antwort

1. \(P(X=0) \approx 0{,}90\); \(P(X=1) \approx 0{,}08\); \(P(X=2) \approx 0{,}02\) 2. \(P(X \ge 1) \approx 0{,}10\) 3. Es sind insgesamt \(60\) Fehler zu erwarten.
43084112
Für einen Spielzug soll ein Zufallsergebnis mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit simuliert werden. Zur Verfügung steht ein fairer sechsseitiger Würfel; mehrere Würfe werden als unabhängig betrachtet. a) Gib eine Vorschrift an, mit der ein einzelner Wurf ein Ereignis mit Wahrscheinlichkeit \(\frac13\) simuliert. b) Begründe, warum mit genau einem Wurf kein Ereignis mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}4\) exakt simuliert werden kann. c) Gib eine Vorschrift an, mit der zwei Würfe ein Ereignis mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}25\) simulieren.

Denkanstöße

- Welche Wahrscheinlichkeiten können Teilmengen der sechs gleich wahrscheinlichen Würfelergebnisse haben? - Bei zwei unabhängigen Würfen gibt es \(6\cdot6\) gleich wahrscheinliche Paare. - Wie viele dieser \(36\) Paare entsprechen \(25\,\%\)?

Lösung

1. Ein Wurf besitzt sechs gleich wahrscheinliche Ergebnisse. Für \(\frac13=\frac26\) können beispielsweise die Augenzahlen \(1\) und \(2\) als Erfolg definiert werden. 2. Bei einem Wurf hat jedes Ereignis die Form \(\frac{k}{6}\) mit ganzzahligem \(k\). Aus \(\frac{k}{6}=0{,}4=\frac25\) ergäbe sich \(k=2{,}4\); das ist unmöglich. 3. Zwei unabhängige Würfe besitzen \(36\) gleich wahrscheinliche geordnete Paare. Für \(0{,}25\) werden neun günstige Paare benötigt. Beispielsweise kann „beide Augenzahlen liegen in \(\{1,2,3\}\)“ als Erfolg definiert werden; das umfasst \(3\cdot3=9\) Paare.

Antwort

a) Zum Beispiel Erfolg bei \(1\) oder \(2\). b) Unmöglich, weil \(0{,}4\) kein ganzzahliges Vielfaches von \(\frac16\) ist. c) Zum Beispiel Erfolg, wenn beide Würfe höchstens \(3\) zeigen.
43084412
Ein Hersteller von Erfrischungsgetränken verwendet \(25\) verschiedene Buchstabenmotive für die Deckel seiner Flaschen. Bei jedem Deckel wird unabhängig von den anderen Deckeln eines der \(25\) Motive mit gleicher Wahrscheinlichkeit aufgedruckt. Farah kauft einen Sechserpack dieser Getränke. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich in dem Sechserpack keine doppelten Motive befinden. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens zwei Deckel das gleiche Motiv aufweisen. c) Angenommen, man führt eine Simulation mit \(1000\) Durchläufen durch, um die Wahrscheinlichkeit aus Teil b) zu schätzen. Warum wird das Simulationsergebnis höchstwahrscheinlich nicht exakt mit dem berechneten Wert übereinstimmen?

Denkanstöße

- Betrachte die sechs Deckel nacheinander: Wie viele Motive stehen jeweils noch zur Verfügung, wenn bisher keines doppelt vorkam? - Für „mindestens zwei gleiche“ ist das Gegenereignis einfacher. - Was unterscheidet eine theoretische Wahrscheinlichkeit von einer relativen Häufigkeit aus endlich vielen Simulationen?

Lösung

1. Für sechs Deckel gibt es \(25^6\) gleich wahrscheinliche geordnete Motivfolgen. Ohne Wiederholung sind \(25\cdot24\cdot23\cdot22\cdot21\cdot20\) Folgen möglich. 2. Daher ist \(P(\text{keine Doppelten})=\frac{25\cdot24\cdot23\cdot22\cdot21\cdot20}{25^6}=\frac{1020096}{1953125}\). 3. Das Ereignis „mindestens zwei gleiche“ ist das Gegenereignis. Deshalb ist \(P(\text{mindestens zwei gleiche})=1-\frac{1020096}{1953125}=\frac{933029}{1953125}\). 4. Simulationen liefern relative Häufigkeiten, die bei einer endlichen Zahl von Durchläufen zufällig schwanken. Deshalb ist im Allgemeinen keine exakte Übereinstimmung mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit zu erwarten.

Antwort

a) \(\frac{1020096}{1953125}\) b) \(\frac{933029}{1953125}\) c) Eine Simulation liefert eine zufällig schwankende relative Häufigkeit und daher meist nicht exakt den theoretischen Wert.
43084612
Ein Computerprogramm ordnet die Zahlen von 1 bis 100 in einer rein zufälligen Reihenfolge an. Ein „Fixpunkt“ tritt auf, wenn eine Zahl \(k\) an der \(k\)-ten Position der Liste steht. Es soll untersucht werden, wie wahrscheinlich es ist, dass mindestens ein solcher Fixpunkt auftritt. a) Beschreibe, wie man dieses Experiment mithilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms oder einer Programmiersprache simulieren kann, um einen Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit zu erhalten. b) Bei einer Simulation mit \(5000\) Durchläufen wurde in \(3162\) Fällen mindestens ein Fixpunkt gezählt. Berechne die relative Häufigkeit als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit. c) Der theoretische Grenzwert für diese Wahrscheinlichkeit liegt bei \(1 - \frac{1}{e} \approx 0{,}6321\). Beurteile den Schätzwert aus b) unter Berücksichtigung des Gesetzes der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Wie lässt sich eine Liste so mischen, dass jede Permutation gleich wahrscheinlich ist? - Erinnere dich an die Definition der relativen Häufigkeit: Anzahl der günstigen Ergebnisse geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Was besagt das Gesetz der großen Zahlen, und was garantiert es nicht für eine einzelne endliche Simulation?

Lösung

1. In jedem Durchlauf wird eine zufällige Permutation der Zahlen von 1 bis 100 erzeugt. Anschließend wird geprüft, ob es mindestens eine Position \(i\) gibt, an der der Wert \(i\) steht. Das Ergebnis „mindestens ein Fixpunkt“ wird gezählt. Dieser Ablauf wird vielfach wiederholt. 2. Die relative Häufigkeit beträgt \(h_n(A) = \frac{3162}{5000} = 0{,}6324\). 3. Der Schätzwert \(0{,}6324\) liegt in dieser Simulation sehr nahe am theoretischen Wert \(0{,}6321\); die Abweichung beträgt \(0{,}0003\). Das Gesetz der großen Zahlen erklärt die Stabilisierung relativer Häufigkeiten bei vielen Wiederholungen, garantiert aber nicht, dass jede Simulation mit \(5000\) Durchläufen eine ähnlich kleine Abweichung liefert.

Antwort

a) Erzeuge wiederholt zufällige Permutationen der Zahlen von 1 bis 100 und prüfe jeweils, ob mindestens ein Wert an seiner eigenen Position steht. b) Die relative Häufigkeit beträgt \(0{,}6324\). c) Der Schätzwert liegt in dieser Simulation sehr nahe am theoretischen Wert; daraus folgt jedoch keine Genauigkeitsgarantie für jede Simulation mit demselben Umfang.
43085112
Ein idealer Oktaeder mit den Zahlen \(1\) bis \(8\) und ein idealer Dodekaeder mit den Zahlen \(1\) bis \(12\) werden unabhängig voneinander geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für: a) Die Summe ist genau \(10\). b) Mindestens einer der beiden Würfel zeigt \(7\). c) Das Produkt ist eine Zweierpotenz \(2^k\) mit \(k\in\mathbb N_0\).

Denkanstöße

- Stelle dir die \(96\) gleich wahrscheinlichen Zahlenpaare als Gitter vor. - Bei b) überschneiden sich die Ereignisse „Oktaeder zeigt 7“ und „Dodekaeder zeigt 7“. - Welche positiven Zahlen bis \(12\) besitzen ausschließlich den Primfaktor \(2\)?

Lösung

1. Es gibt \(8\cdot12=96\) gleich wahrscheinliche geordnete Paare. 2. Für die Summe \(10\) sind acht Paare günstig: \((1;9),(2;8),\dots,(8;2)\). Daher ist \(P=\frac{8}{96}=\frac1{12}\). 3. Für mindestens eine \(7\) gilt \(P=\frac18+\frac1{12}-\frac1{96}=\frac{19}{96}\). 4. Ein Produkt ist genau dann eine Zweierpotenz, wenn beide Faktoren aus \(\{1,2,4,8\}\) stammen. Es gibt \(4\cdot4=16\) günstige Paare, also \(P=\frac{16}{96}=\frac16\).

Antwort

a) \(\frac1{12}\approx0{,}0833\) b) \(\frac{19}{96}\approx0{,}1979\) c) \(\frac16\approx0{,}1667\)
43085512
Zwei faire achtseitige Würfel mit den Zahlen \(1\) bis \(8\) werden unabhängig voneinander geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens einer der beiden Würfel (1) die Augenzahl \(8\) zeigt; (2) eine Primzahl zeigt; (3) eine Augenzahl kleiner als \(3\) zeigt.

Denkanstöße

- Bestimme für einen Würfel jeweils die Trefferwahrscheinlichkeit. - Das Gegenereignis zu „mindestens einer“ lautet „keiner“. - Wegen der Unabhängigkeit kannst du die beiden Gegenwahrscheinlichkeiten multiplizieren.

Lösung

1. Für „mindestens einer“ wird jeweils das Gegenereignis „keiner“ verwendet. 2. Für eine \(8\) ist \(p=\frac18\). Daher ist \(P=1-\left(\frac78\right)^2=\frac{15}{64}\). 3. Primzahlen zwischen \(1\) und \(8\) sind \(2,3,5,7\), also \(p=\frac12\). Daher ist \(P=1-\left(\frac12\right)^2=\frac34\). 4. Für Zahlen kleiner als \(3\) ist \(p=\frac{2}{8}=\frac14\). Daher ist \(P=1-\left(\frac34\right)^2=\frac7{16}\).

Antwort

(1) \(\frac{15}{64}\approx0{,}2344\) (2) \(\frac34=0{,}75\) (3) \(\frac7{16}=0{,}4375\)
43085712
In einer Lostrommel befinden sich \(100\) ansonsten baugleiche Kugeln, die von \(1\) bis \(100\) durchnummeriert sind. Es wird eine Kugel zufällig gezogen. Betrachte die folgenden Ereignisse: \(A\): Die gezogene Zahl ist ein Vielfaches von \(8\). \(B\): Die gezogene Zahl ist ein Vielfaches von \(12\). a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\) und \(P(B)\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit \(P(A \cup B)\) unter Verwendung des Additionssatzes für allgemeine Ereignisse. c) Begründe kurz, warum die Annahme eines Laplace-Experiments in diesem Kontext gerechtfertigt ist.

Denkanstöße

- Wie viele Zahlen zwischen 1 und 100 sind durch 8 teilbar? - Gibt es Zahlen, die sowohl in Ereignis A als auch in Ereignis B vorkommen? - Welche Formel hilft dir, wenn sich zwei Ereignisse überschneiden? - Wann spricht man in der Stochastik von einem Laplace-Experiment?

Lösung

1. Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(A\): Die Vielfachen von \(8\) bis \(100\) sind \(8, 16, \dots, 96\). Da \(100 : 8 = 12{,}5\), gibt es \(|A| = 12\) günstige Ergebnisse. Somit ist \(P(A) = \frac{12}{100} = 0{,}12\). 2. Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(B\): Die Vielfachen von \(12\) bis \(100\) sind \(12, 24, \dots, 96\). Da \(100 : 12 \approx 8{,}33\), gibt es \(|B| = 8\) günstige Ergebnisse. Somit ist \(P(B) = \frac{8}{100} = 0{,}08\). 3. Schnittmenge \(A \cap B\): Gesucht sind die Vielfachen des kleinsten gemeinsamen Vielfachen von \(8\) und \(12\), also von \(24\). Dies sind \(\{24, 48, 72, 96\}\). Es gilt \(|A \cap B| = 4\) und \(P(A \cap B) = \frac{4}{100} = 0{,}04\). 4. Anwendung des Additionssatzes: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}12 + 0{,}08 - 0{,}04 = 0{,}16\). 5. Begründung Laplace: Ein Laplace-Experiment liegt vor, wenn alle Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben. Dies ist hier gerechtfertigt, da die Kugeln in Form und Gewicht identisch sind und der Ziehungsprozess rein zufällig erfolgt.

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}12\); \(P(B) = 0{,}08\) b) \(P(A \cup B) = 0{,}16\) c) Die Annahme ist gerechtfertigt, da alle Kugeln identisch sind und somit die gleiche Chance haben, gezogen zu werden (Gleichwahrscheinlichkeit der Elementarereignisse).
43085812
Ein Glücksrad ist in \(10\) gleich große Sektoren unterteilt, die mit den Zahlen \(1\) bis \(10\) beschriftet sind. Das Ereignis \(E\) lautet: „Die gedrehte Zahl ist eine Primzahl oder eine ungerade Zahl.“ a) Berechne die theoretische Wahrscheinlichkeit \(P(E)\) unter der Annahme eines idealen Glücksrads. b) In einer Versuchsreihe wird das Rad \(200\)-mal gedreht; \(E\) tritt \(132\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit \(h_{200}(E)\) und die absolute Abweichung von \(P(E)\). c) Erläutere, was sich aus dieser Abweichung allein über das Modell eines idealen Glücksrads sagen lässt und was nicht.

Denkanstöße

- Welche Zahlen erfüllen mindestens eine der beiden Bedingungen? - Wie berechnest du die relative Häufigkeit und ihre absolute Abweichung von der Modellwahrscheinlichkeit? - Liefert das Gesetz der großen Zahlen für eine einzelne endliche Versuchsreihe einen festen Grenzwert für ein Modellurteil?

Lösung

1. Die Primzahlen sind \(\{2,3,5,7\}\), die ungeraden Zahlen \(\{1,3,5,7,9\}\). Ihre Vereinigung ist \(E=\{1,2,3,5,7,9\}\). 2. Daher gilt \(P(E)=\frac{6}{10}=0{,}6\). 3. Die relative Häufigkeit beträgt \(h_{200}(E)=\frac{132}{200}=0{,}66\). Die absolute Abweichung ist \(|0{,}66-0{,}60|=0{,}06\), also \(6\) Prozentpunkte. 4. Relative Häufigkeiten schwanken bei endlichen Versuchsreihen um die Modellwahrscheinlichkeit. Das Gesetz der großen Zahlen liefert für diese einzelne Stichprobe jedoch keinen festen Grenzwert, ab dem eine Abweichung als unvereinbar mit dem Modell gilt. Ohne ein zusätzliches Beurteilungskriterium lässt sich daher allein aus \(0{,}66\) gegenüber \(0{,}60\) kein eindeutiges Modellurteil ableiten.

Antwort

a) \(P(E)=0{,}6\) b) \(h_{200}(E)=0{,}66\); absolute Abweichung: \(0{,}06\) bzw. \(6\) Prozentpunkte. c) Die Abweichung kann beschrieben werden, erlaubt ohne zusätzliches Beurteilungskriterium aber kein eindeutiges Urteil über das Idealmodell.
43086112
In einem Behälter befinden sich \(120\) Lose, die von \(1\) bis \(120\) durchnummeriert sind. Ein Los wird zufällig gezogen. Es wird das Ereignis \(E\) betrachtet, dass die gezogene Nummer sowohl durch \(4\) als auch durch \(6\) teilbar ist. Bestimme das Gegenereignis \(\overline{E}\) in Worten sowie die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\) und \(P(\overline{E})\).

Denkanstöße

- Wann ist eine Zahl gleichzeitig durch zwei verschiedene Zahlen teilbar? - Was bedeutet das Wort „Gegenereignis“ für die logische Beschreibung einer Bedingung? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses und seines Gegenereignisses mathematisch zusammen? - Wie viele Zahlen in deinem Bereich erfüllen die kombinierte Teilbarkeitsregel?

Lösung

1. Identifikation der Bedingungen für \(E\): Eine Zahl ist genau dann durch \(4\) und \(6\) teilbar, wenn sie ein Vielfaches des kleinsten gemeinsamen Vielfachen \(\operatorname{kgV}(4; 6) = 12\) ist. 2. Bestimmung der Mächtigkeit von \(E\): Die Vielfachen von \(12\) im Bereich von \(1\) bis \(120\) sind \(12, 24, 36, 48, 60, 72, 84, 96, 108, 120\). Es gibt somit \(|E| = 10\) günstige Ergebnisse. 3. Berechnung von \(P(E)\): Da es sich um ein Laplace-Experiment mit \(|\Omega| = 120\) handelt, gilt \(P(E) = \frac{10}{120} = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\). 4. Definition des Gegenereignisses \(\overline{E}\): Die gezogene Nummer ist nicht durch \(4\) oder nicht durch \(6\) teilbar (bzw. nicht durch \(12\) teilbar). 5. Berechnung von \(P(\overline{E})\): Über die Komplementärregel ergibt sich \(P(\overline{E}) = 1 - P(E) = 1 - \frac{1}{12} = \frac{11}{12} \approx 0{,}9167\).

Antwort

Das Gegenereignis \(\overline{E}\) lautet: „Die Zahl ist nicht durch \(12\) teilbar“ (oder: „Die Zahl ist nicht sowohl durch \(4\) als auch durch \(6\) teilbar“). Die Wahrscheinlichkeiten betragen \(P(E) = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\) und \(P(\overline{E}) = \frac{11}{12} \approx 0{,}9167\).
43086212
Aus einer Menge von Karten mit den Aufschriften \(1\) bis \(50\) wird eine Karte zufällig ausgewählt. Das Ereignis \(E\) ist definiert als: „Die Zahl auf der Karte ist eine Primzahl oder eine Quadratzahl“. Formuliere das Gegenereignis \(\overline{E}\) und berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\) und \(P(\overline{E})\).

Denkanstöße

- Erstelle eine Liste aller Zahlen, die die eine oder die andere Bedingung erfüllen. - Achte darauf, ob es Zahlen gibt, die eventuell beide Bedingungen gleichzeitig erfüllen könnten. - Ist die Zahl \(1\) eine Primzahl? - Wie lautet die Verneinung von „A oder B“?

Lösung

1. Auflistung der Primzahlen bis \(50\): \(2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 23, 29, 31, 37, 41, 43, 47\). Das sind \(15\) Zahlen. 2. Auflistung der Quadratzahlen bis \(50\): \(1, 4, 9, 16, 25, 36, 49\). Das sind \(7\) Zahlen. 3. Prüfung auf Schnittmengen: Da \(1\) keine Primzahl ist und alle anderen Quadratzahlen \(n^2\) für \(n > 1\) zusammengesetzte Zahlen sind, gibt es keine Überschneidungen. 4. Bestimmung der Mächtigkeit von \(E\): \(|E| = 15 + 7 = 22\). 5. Berechnung von \(P(E)\): Bei \(|\Omega| = 50\) ist \(P(E) = \frac{22}{50} = 0{,}44\). 6. Definition von \(\overline{E}\): Die Zahl ist weder eine Primzahl noch eine Quadratzahl. 7. Berechnung von \(P(\overline{E})\): \(P(\overline{E}) = 1 - 0{,}44 = 0{,}56\).

Antwort

Das Gegenereignis \(\overline{E}\) lautet: „Die Zahl ist weder eine Primzahl noch eine Quadratzahl“. Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(E) = 0{,}44\) und \(P(\overline{E}) = 0{,}56\).
43086312
Aus einer Urne mit 150 gleichartigen, von 1 bis 150 nummerierten Kugeln wird eine Kugel zufällig gezogen. Es werden die folgenden Ereignisse betrachtet: \(E_1\): Die gezogene Zahl ist durch 6 teilbar. \(E_2\): Die gezogene Zahl ist durch 10 teilbar. a) Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_1)\) und \(P(E_2)\). b) Bestimme die Ergebnismenge des Ereignisses \(E_1 \cap E_2\) und gib die zugehörige Wahrscheinlichkeit an. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E_1 \cup E_2\). d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogene Zahl durch 6, aber nicht durch 10 teilbar ist?

Denkanstöße

- Überlege zuerst, wie viele Zahlen im Bereich bis 150 jeweils die geforderte Eigenschaft erfüllen. - Wie findet man Zahlen, die gleichzeitig durch zwei verschiedene Werte teilbar sind? - Erinnere dich an den Additionssatz für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung zweier Ereignisse. - Wenn ein Ereignis eintreten soll, ein anderes aber nicht, kannst du das über die Differenz der Mengen betrachten.

Lösung

1. Berechnung von \(P(E_1)\) und \(P(E_2)\): Da es sich um ein Laplace-Experiment handelt, gilt \(P(E) = \frac{|E|}{|\Omega|}\). Mit \(|\Omega| = 150\) ergeben sich \(|E_1| = 150 : 6 = 25\) und \(|E_2| = 150 : 10 = 15\). Somit ist \(P(E_1) = \frac{25}{150} = \frac{1}{6}\) und \(P(E_2) = \frac{15}{150} = \frac{1}{10} = 0{,}1\). 2. Bestimmung von \(E_1 \cap E_2\): Eine Zahl ist genau dann durch 6 und 10 teilbar, wenn sie durch das kleinste gemeinsame Vielfache \(\text{kgV}(6, 10) = 30\) teilbar ist. Die Ergebnismenge ist \(E_1 \cap E_2 = \{30; 60; 90; 120; 150\}\). Es gilt \(|E_1 \cap E_2| = 5\), also \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{5}{150} = \frac{1}{30}\). 3. Berechnung von \(P(E_1 \cup E_2)\): Nach dem Additionssatz gilt \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{25}{150} + \frac{15}{150} - \frac{5}{150} = \frac{35}{150} = \frac{7}{30}\). 4. Wahrscheinlichkeit für \(E_1 \setminus E_2\): Gesucht ist \(P(E_1 \cap \bar{E_2}) = P(E_1) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{25}{150} - \frac{5}{150} = \frac{20}{150} = \frac{2}{15}\).

Antwort

a) \(P(E_1) = \frac{1}{6}\); \(P(E_2) = \frac{1}{10}\) b) \(E_1 \cap E_2 = \{30; 60; 90; 120; 150\}\); \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{1}{30}\) c) \(P(E_1 \cup E_2) = \frac{7}{30}\) d) \(P = \frac{2}{15}\)
43086412
Ein Glücksrad besitzt 20 gleich große Sektoren, die von 1 bis 20 durchnummeriert sind. a) Bestimme die theoretische Laplace-Wahrscheinlichkeit \(P(L)\) für das Ereignis \(L\): „Die gedrehte Zahl ist eine Primzahl“. b) In einer Versuchsreihe mit 500 Drehungen wurde 195-mal eine Primzahl erzielt. Bestimme die relative Häufigkeit \(h(L)\) und berechne die absolute Differenz zur theoretischen Wahrscheinlichkeit \(P(L)\). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(M\): „Die Zahl ist durch 4 teilbar oder eine Primzahl“. Begründe kurz mithilfe der Mengenbeziehung der Teilereignisse, welcher Rechenweg hier vorliegt.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 20 sind Primzahlen? Beachte, dass die 1 keine Primzahl ist. - Die relative Häufigkeit berechnet sich aus der Anzahl der Treffer geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Überlege bei Teilaufgabe c), ob es Zahlen gibt, die beide Bedingungen gleichzeitig erfüllen. - Wenn zwei Ereignisse keine gemeinsamen Ergebnisse haben, nennt man sie disjunkt.

Lösung

1. Die Primzahlen bis 20 sind \(\{2; 3; 5; 7; 11; 13; 17; 19\}\). Es gibt 8 Primzahlen bei 20 möglichen Ergebnissen, also \(P(L) = \frac{8}{20} = \frac{2}{5} = 0{,}4\). 2. Die relative Häufigkeit ist \(h(L) = \frac{195}{500} = 0{,}39\). Die absolute Differenz beträgt \(|0{,}4 - 0{,}39| = 0{,}01\). 3. Sei \(K\) das Ereignis „durch 4 teilbar“, also \(K = \{4; 8; 12; 16; 20\}\) mit \(|K| = 5\). Da keine Primzahl durch 4 teilbar ist, gilt \(L \cap K = \emptyset\). Für disjunkte Ereignisse gilt daher \(P(M) = P(L \cup K) = P(L) + P(K) = \frac{8}{20} + \frac{5}{20} = \frac{13}{20} = 0{,}65\).

Antwort

a) \(P(L) = 0{,}4\) b) \(h(L) = 0{,}39\); absolute Differenz: \(0{,}01\) c) \(P(M) = 0{,}65\). Die Ereignisse „Primzahl“ und „durch 4 teilbar“ sind disjunkt, daher werden ihre Wahrscheinlichkeiten addiert.
43086512
Ein fairer achtseitiger Würfel mit den Zahlen \(1\) bis \(8\) wird dreimal unabhängig voneinander geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für: 1. Die Augensumme ist kleiner als \(6\). 2. Die Augenzahl \(8\) tritt mindestens einmal auf. 3. Alle drei Augenzahlen sind verschieden.

Denkanstöße

- Wie viele gleich wahrscheinliche geordnete Folgen gibt es bei drei Würfen? - Für die kleine Augensumme kannst du die wenigen günstigen Folgen systematisch zählen. - Für „mindestens eine 8“ ist das Gegenereignis kurz.

Lösung

1. Es gibt \(8^3=512\) gleich wahrscheinliche geordnete Ergebnisse. Für Summen kleiner als \(6\) gibt es \(1+3+6=10\) günstige Folgen. Daher ist \(P=\frac{10}{512}=\frac5{256}\approx0{,}0195\). 2. Die Wahrscheinlichkeit für keine \(8\) beträgt \(\left(\frac78\right)^3\). Somit ist \(P(\text{mindestens eine 8})=1-\frac{343}{512}=\frac{169}{512}\approx0{,}3301\). 3. Für drei verschiedene Zahlen gibt es \(8\cdot7\cdot6=336\) Folgen. Daher ist \(P=\frac{336}{512}=\frac{21}{32}=0{,}65625\).

Antwort

1. \(\frac5{256}\approx1{,}95\,\%\) 2. \(\frac{169}{512}\approx33{,}01\,\%\) 3. \(\frac{21}{32}=65{,}625\,\%\)
43086712
Ein fairer sechsseitiger Würfel wird zweimal unabhängig voneinander geworfen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit der Ereignisse: - \(E_1\): Die Summe der beiden Augenzahlen ist eine Primzahl. - \(E_2\): Das Produkt der beiden Augenzahlen ist ein Vielfaches von \(4\). 2. Moritz behauptet: „Da es \(11\) mögliche Augensummen von \(2\) bis \(12\) gibt, hat jede Summe die Wahrscheinlichkeit \(\frac1{11}\).“ Beurteile die Aussage mit Blick auf die Voraussetzungen eines Laplace-Experiments.

Denkanstöße

- Arbeite mit den geordneten Zahlenpaaren als Elementarereignissen. - Zähle für beide Ereignisse die günstigen Paare systematisch. - Prüfe für die Aussage, ob jede Summe gleich viele Paare besitzt.

Lösung

1. Die \(36\) geordneten Zahlenpaare sind gleich wahrscheinlich. 2. Für \(E_1\) sind \(15\) Paare günstig, also \(P(E_1)=\frac{15}{36}=\frac5{12}\). 3. Für \(E_2\) sind \(11\) Paare mit mindestens einer \(4\) sowie die vier weiteren Paare aus \(\{2,6\}\times\{2,6\}\) günstig. Damit sind insgesamt \(15\) Paare günstig und \(P(E_2)=\frac5{12}\). 4. Die Behauptung ist falsch. Die \(36\) Zahlenpaare sind gleich wahrscheinlich, die daraus gebildeten Summen aber nicht: Die Summe \(2\) hat nur einen günstigen Pfad, die Summe \(7\) sechs.

Antwort

1. \(P(E_1)=\frac5{12}\); \(P(E_2)=\frac5{12}\) 2. Falsch; die Augensummen sind nicht gleich wahrscheinlich.
43086812
Zwei faire achtseitige Würfel mit den Zahlen \(1\) bis \(8\) werden gleichzeitig geworfen. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Betrag der Differenz der beiden Augenzahlen genau \(2\) beträgt. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eine der beiden geworfenen Zahlen eine \(7\) oder eine \(8\) ist. 3. In einer Simulation wird dieses Experiment \(10\,000\)-mal durchgeführt. Dabei tritt das Ereignis aus Teil 2 insgesamt \(4120\)-mal ein. Berechne die relative Häufigkeit und ihre absolute Abweichung von der theoretischen Wahrscheinlichkeit. Erläutere, warum diese Abweichung ohne ein zusätzliches Beurteilungskriterium noch kein eindeutiges Urteil über Simulation oder Modell liefert.

Denkanstöße

- Zähle für Teil 1 die geordneten Zahlenpaare mit Differenzbetrag \(2\). - Welches Gegenereignis vereinfacht Teil 2? - Vergleiche in Teil 3 zunächst nur die beiden Zahlenwerte und trenne diese Rechnung von einem statistischen Urteil.

Lösung

1. Von \(64\) gleich wahrscheinlichen Zahlenpaaren haben \(12\) den Differenzbetrag \(2\). Daher gilt \(P=\frac{12}{64}=\frac{3}{16}=0{,}1875\). 2. Das Gegenereignis lautet: Beide Zahlen liegen in \(\{1,2,3,4,5,6\}\). Daher gilt \(P=1-\frac{36}{64}=\frac{7}{16}=0{,}4375\). 3. Die relative Häufigkeit beträgt \(h=\frac{4120}{10000}=0{,}412\). Die absolute Abweichung ist \(|0{,}412-0{,}4375|=0{,}0255\), also \(2{,}55\) Prozentpunkte. Ob eine Abweichung dieser Größe als Hinweis auf einen Fehler oder als noch zulässige Zufallsschwankung gelten soll, erfordert ein festgelegtes statistisches Beurteilungskriterium; der bloße Vergleich liefert dieses Kriterium nicht.

Antwort

1. \(\frac{3}{16}=0{,}1875\) 2. \(\frac{7}{16}=0{,}4375\) 3. \(h=0{,}412\); absolute Abweichung: \(0{,}0255\) bzw. \(2{,}55\) Prozentpunkte. Ohne zusätzliches Kriterium folgt daraus kein eindeutiges Modellurteil.
43087112
In einer Lostrommel befinden sich \(100\) Lose mit den Nummern \(1\) bis \(100\). Ein Los wird zufällig gezogen. Es werden die folgenden Ereignisse betrachtet: \(A\): Die gezogene Zahl ist durch \(5\) teilbar. \(B\): Die gezogene Zahl ist durch \(8\) teilbar. \(C\): Die gezogene Zahl ist durch \(20\) teilbar. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\). Berechne anschließend die Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse \(A \cup B\) („Die Zahl ist durch \(5\) oder durch \(8\) teilbar“) und \(A \cap C\) („Die Zahl ist durch \(5\) und durch \(20\) teilbar“).

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Zahlen zwischen 1 und 100 die jeweilige Bedingung erfüllen. - Was bedeutet das Wort „oder“ in der Mengenlehre für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit? - Gibt es Zahlen, die in beiden Mengen gleichzeitig vorkommen? - Wie hängen die Bedingungen „durch 5 teilbar“ und „durch 20 teilbar“ logisch zusammen?

Lösung

1. Bestimmung der Mächtigkeiten der Ereignisse im Ergebnisraum \(S = \{1, 2, \dots, 100\}\): \(|A| = \lfloor 100 : 5 \rfloor = 20\) \(|B| = \lfloor 100 : 8 \rfloor = 12\) \(|C| = \lfloor 100 : 20 \rfloor = 5\) 2. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten (Laplace-Experiment): \(P(A) = \frac{20}{100} = 0{,}2\) \(P(B) = \frac{12}{100} = 0{,}12\) \(P(C) = \frac{5}{100} = 0{,}05\) 3. Schnittmenge \(A \cap B\): Zahlen, die durch \(\text{kgV}(5, 8) = 40\) teilbar sind: \(\{40, 80\}\). Somit \(|A \cap B| = 2\). 4. Additionssatz für \(P(A \cup B)\): \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}2 + 0{,}12 - \frac{2}{100} = 0{,}32 - 0{,}02 = 0{,}3\) 5. Schnittmenge \(A \cap C\): Da jede durch \(20\) teilbare Zahl auch durch \(5\) teilbar ist, gilt \(C \subset A\), also \(A \cap C = C\). \(P(A \cap C) = P(C) = 0{,}05\)

Antwort

\(P(A) = 0{,}2\); \(P(B) = 0{,}12\); \(P(C) = 0{,}05\); \(P(A \cup B) = 0{,}3\); \(P(A \cap C) = 0{,}05\)
43090212
In einem Sportverein mit 30 Mitgliedern sind 12 Frauen und 18 Männer. Für einen Wettbewerb wird eine Mannschaft aus 6 Personen zufällig zusammengestellt. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft ausschließlich aus Männern besteht. b) Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft aus genau 3 Frauen und 3 Männern besteht?

Denkanstöße

- Bestimme zuerst die Anzahl aller möglichen 6-Personen-Teams, die man aus 30 Mitgliedern bilden kann. - Für Teil a) betrachte nur die Gruppe der Männer als Auswahlpool für das Team. - Für Teil b) musst du die Auswahlmöglichkeiten für die Frauen und die Männer getrennt berechnen und dann verknüpfen. - Welches mathematische Werkzeug hilft dir, die Anzahl der Kombinationen ohne Berücksichtigung der Reihenfolge zu bestimmen?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der Möglichkeiten, 6 Personen aus 30 auszuwählen: \(\binom{30}{6} = 593\,775\). 2. Für Aufgabenteil a): Anzahl der Möglichkeiten, 6 Männer aus 18 auszuwählen: \(\binom{18}{6} = 18\,564\). 3. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich als \(P(\text{nur Männer}) = \frac{18564}{593775} \approx 0{,}0313\). 4. Für Aufgabenteil b): Anzahl der Möglichkeiten, 3 Frauen aus 12 (\(\binom{12}{3} = 220\)) und 3 Männer aus 18 (\(\binom{18}{3} = 816\)) auszuwählen. 5. Berechnung der günstigen Fälle durch Multiplikation: \(220 \cdot 816 = 179\,520\). 6. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(\text{3 Frauen, 3 Männer}) = \frac{179520}{593775} \approx 0{,}3023\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(3{,}13\,\%\) (exakt \(\frac{18564}{593775} = \frac{6188}{197925}\)). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(30{,}23\,\%\) (exakt \(\frac{179520}{593775} = \frac{11968}{39585}\)).
43090712
Aus einer Gruppe von 25 Personen, bestehend aus 15 Frauen und 10 Männern, wird ein Gremium mit 6 Mitgliedern zufällig ausgewählt. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Gremium aus genau 3 Frauen und 3 Männern besteht. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens 5 Männer in das Gremium gewählt werden. c) Erläutere die Bedeutung des Terms \(\frac{\binom{15}{6}}{\binom{25}{6}}\) im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Wie viele verschiedene 6er-Gruppen können insgesamt gewählt werden? - Bei a) kombinierst du die Auswahlmöglichkeiten aus zwei Teilgruppen. - Welche Männerzahlen sind bei „mindestens 5“ tatsächlich möglich? - Welche Auswahl beschreibt der Zähler in c)?

Lösung

1. Insgesamt gibt es \(\binom{25}{6}=177\,100\) mögliche Gremien. 2. Für genau drei Frauen und drei Männer gibt es \(\binom{15}{3}\binom{10}{3}=54\,600\) günstige Gremien. Daher gilt \(P(A)=\frac{54600}{177100}=\frac{78}{253}\). 3. Für mindestens fünf Männer sind die Fälle mit fünf und mit sechs Männern möglich. Es gibt \(\binom{10}{5}\binom{15}{1}+\binom{10}{6}\binom{15}{0}=3990\) günstige Gremien. Daher gilt \(P(B)=\frac{3990}{177100}=\frac{57}{2530}\). 4. Der Term \(\frac{\binom{15}{6}}{\binom{25}{6}}\) beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass alle sechs ausgewählten Mitglieder Frauen sind.

Antwort

a) \(\frac{78}{253}\) b) \(\frac{57}{2530}\) c) Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gremium ausschließlich aus Frauen besteht.
43090812
Beim Gewinnspiel „Lucky 4“ werden \(4\) Zahlen aus \(30\) ohne Zurücklegen gezogen. Unabhängig davon wird aus einer separaten Urne eine der drei Farben Rot, Blau und Grün gleichwahrscheinlich gezogen. Ein Tipp besteht aus \(4\) Zahlen und einer Farbe. a) Berechne die Anzahl aller möglichen Ergebnisse. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für genau \(3\) richtige Zahlen und die richtige Farbe. c) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für keine richtige Zahl und eine falsche Farbe.

Denkanstöße

- Zähle Zahlenkombinationen und Farbmöglichkeiten zunächst getrennt. - Für genau drei richtige Zahlen wählst du drei aus den vier Tippzahlen und eine aus den übrigen \(26\) Zahlen. - Für eine falsche Farbe stehen zwei der drei Farben zur Verfügung.

Lösung

1. Für die Zahlen gibt es \(\binom{30}{4}=27405\) Möglichkeiten. Mit drei gleich wahrscheinlichen Farben ergeben sich \(27405\cdot 3=82215\) gleich wahrscheinliche Gesamtergebnisse. 2. Für genau drei richtige Zahlen gibt es \(\binom{4}{3}\binom{26}{1}=104\) Zahlenkombinationen. Für die Farbe gibt es genau eine richtige Möglichkeit. Daher ist \(P=\frac{104}{82215}\approx0{,}001265\). 3. Für keine richtige Zahl gibt es \(\binom{26}{4}=14950\) Zahlenkombinationen und zwei falsche Farben. Daher ist \(P=\frac{29900}{82215}\approx0{,}3637\).

Antwort

a) \(82215\) Ergebnisse b) \(\frac{104}{82215}\approx0{,}1265\,\%\) c) \(\frac{29900}{82215}\approx36{,}37\,\%\)
43090912
In einer Jahrgangsstufe mit \(24\) Jugendlichen werden für zwei verschiedene Arbeitsgruppen jeweils \(6\) Personen zufällig ausgelost. Die Zusammensetzung der ersten Gruppe hat keinen Einfluss auf die Auslosung der zweiten Gruppe. Eine Person kann also in beiden Gruppen Mitglied sein. Berechne die Wahrscheinlichkeit für folgende Ereignisse: a) Genau zwei Jugendliche sind in beiden Arbeitsgruppen vertreten. b) Kein Jugendlicher ist in beiden Arbeitsgruppen vertreten.

Denkanstöße

- Stelle dir vor, die erste Gruppe steht bereits fest und ihre sechs Mitglieder sind markiert. - Wie viele markierte und wie viele unmarkierte Personen müssen für a) in die zweite Gruppe gelangen? - Welche Auswahl beschreibt b), wenn niemand aus der ersten Gruppe erneut gewählt wird?

Lösung

1. Betrachte die erste Gruppe als fest markierte Menge von sechs Personen. Für die zweite Gruppe werden sechs Personen aus den \(24\) Jugendlichen ohne Zurücklegen ausgewählt. 2. Für genau zwei Überschneidungen müssen \(2\) Personen aus der markierten Sechsergruppe und \(4\) aus den übrigen \(18\) gewählt werden. Daher ist \(P=\frac{\binom{6}{2}\binom{18}{4}}{\binom{24}{6}}=\frac{11475}{33649}\). 3. Für keine Überschneidung werden alle \(6\) Personen der zweiten Gruppe aus den übrigen \(18\) gewählt. Daher ist \(P=\frac{\binom{18}{6}}{\binom{24}{6}}=\frac{663}{4807}\).

Antwort

a) \(\frac{11475}{33649}\) b) \(\frac{663}{4807}\)
43091412
An einem Glücksrad mit \(k\) gleich großen Feldern, die von \(1\) bis \(k\) nummeriert sind, wird \(n\)-mal gedreht. Die Drehungen gelten als unabhängig. 1. Angenommen, das Rad hat \(k=12\) Felder. Zeige rechnerisch, ob es bei \(n=4\) Drehungen wahrscheinlicher ist, dass alle Zahlen verschieden sind oder dass mindestens eine Zahl mehrfach auftritt. 2. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei \(n=13\) Drehungen an diesem 12-Felder-Rad alle Ergebnisse unterschiedlich sind? Begründe kurz.

Denkanstöße

- Wie verändert sich die Zahl der noch möglichen neuen Ergebnisse nach jeder weiteren Drehung? - Das Ereignis „mindestens eine Wiederholung“ ist das Gegenereignis zu „alle verschieden“. - Was muss passieren, wenn häufiger gedreht wird, als es verschiedene Felder gibt?

Lösung

1. Für vier verschiedene Ergebnisse gilt \(P(\text{verschieden})=\frac{12}{12}\cdot\frac{11}{12}\cdot\frac{10}{12}\cdot\frac{9}{12}=\frac{55}{96}\). 2. Das Gegenereignis ist mindestens eine Wiederholung. Daher gilt \(P(\text{Wiederholung})=1-\frac{55}{96}=\frac{41}{96}\). Weil \(\frac{55}{96}>\frac{41}{96}\), sind vier verschiedene Zahlen wahrscheinlicher. 3. Bei \(13\) Drehungen auf nur \(12\) Feldern muss nach dem Schubfachprinzip mindestens eine Zahl wiederholt auftreten. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit für lauter verschiedene Ergebnisse \(0\).

Antwort

1. Alle Zahlen verschieden: \(\frac{55}{96}\); mindestens eine Wiederholung: \(\frac{41}{96}\). Damit sind lauter verschiedene Ergebnisse wahrscheinlicher. 2. \(0\)
43091512
Ein Unternehmen erhält eine Lieferung von \(40\) Mikrochips. Es ist bekannt, dass \(6\) dieser Chips defekt sind. Für eine Qualitätsprüfung werden der Lieferung \(8\) Chips zufällig ohne Zurücklegen entnommen. a) Mit welcher Wahrscheinlichkeit sind genau \(2\) der geprüften Chips defekt? b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich kein defekter Chip unter den ausgewählten befindet? c) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Chip defekt ist.

Denkanstöße

- Wie viele Achtfach-Stichproben sind insgesamt möglich? - Für genau zwei Defekte musst du aus der defekten und der intakten Teilmenge passend auswählen. - Bei „mindestens ein“ ist das Gegenereignis „kein defekter Chip“ besonders kurz.

Lösung

1. Bezeichne mit \(X\) die Zahl der defekten Chips in der Stichprobe. Insgesamt gibt es \(\binom{40}{8}\) gleich wahrscheinliche Stichproben. 2. Für genau zwei defekte Chips gilt \(P(X=2)=\frac{\binom{6}{2}\binom{34}{6}}{\binom{40}{8}}\). 3. Für keinen defekten Chip gilt \(P(X=0)=\frac{\binom{34}{8}}{\binom{40}{8}}\). 4. Für mindestens einen defekten Chip wird das Gegenereignis verwendet: \(P(X\ge1)=1-\frac{\binom{34}{8}}{\binom{40}{8}}\).

Antwort

a) \(\frac{\binom{6}{2}\binom{34}{6}}{\binom{40}{8}}\) b) \(\frac{\binom{34}{8}}{\binom{40}{8}}\) c) \(1-\frac{\binom{34}{8}}{\binom{40}{8}}\)
43091812
In einem Lager befinden sich \(25\) Laptops verschiedener Hersteller: \(12\) Geräte von Nordbyte, \(8\) Geräte von Solara und \(5\) Geräte von Vektor. Für eine Präsentation werden \(5\) Geräte zufällig mit einem Griff ausgewählt. Berechne die Wahrscheinlichkeit für die folgenden Ereignisse: a) Es werden genau zwei Geräte von Nordbyte und drei von Solara ausgewählt. b) Es befindet sich kein Gerät von Vektor in der Auswahl. c) Es werden genau zwei Geräte von Vektor ausgewählt.

Denkanstöße

- Welche Gesamtzahl gleich wahrscheinlicher Fünferauswahlen gibt es? - Zähle bei a) die Auswahlmöglichkeiten aus den beiden gewünschten Herstellergruppen getrennt. - Aus welchem Pool müssen bei b) alle fünf Geräte stammen? - Welche zwei Teilentscheidungen gehören bei c) zusammen?

Lösung

1. Da die Auswahl mit einem Griff erfolgt, spielt die Reihenfolge keine Rolle. Insgesamt gibt es \(\binom{25}{5}=53\,130\) mögliche Fünferauswahlen. 2. Für a) gibt es \(\binom{12}{2}\binom{8}{3}=3696\) günstige Auswahlen. Daher ist \(P=\frac{3696}{53130}\approx0{,}0696\). 3. Für b) werden alle fünf Geräte aus den \(20\) Geräten von Nordbyte und Solara gewählt. Daher ist \(P=\frac{\binom{20}{5}}{\binom{25}{5}}=\frac{15504}{53130}\approx0{,}2918\). 4. Für c) werden \(2\) der \(5\) Vektor-Geräte und \(3\) der übrigen \(20\) Geräte gewählt. Daher ist \(P=\frac{\binom{5}{2}\binom{20}{3}}{\binom{25}{5}}=\frac{11400}{53130}\approx0{,}2146\).

Antwort

a) \(P\approx0{,}0696=6{,}96\,\%\) b) \(P\approx0{,}2918=29{,}18\,\%\) c) \(P\approx0{,}2146=21{,}46\,\%\)
43092012
Betrachte das Werfen eines idealen Tetraederwürfels, dessen vier Seiten mit den Zahlen 1, 2, 3 und 4 beschriftet sind. Der Würfel wird zweimal unabhängig nacheinander geworfen. a) Erstelle die Ergebnismenge \(S_A\), die alle möglichen Paare der Augenzahlen enthält. Gib die Mächtigkeit von \(S_A\) an und begründe kurz, warum man hier von einem Laplace-Experiment ausgehen kann. b) Erstelle eine alternative Ergebnismenge \(S_B\), welche die Summe der beiden Augenzahlen betrachtet. Bestimme für jedes Ergebnis in \(S_B\) die Wahrscheinlichkeit. c) Untersuche, ob die Wahrscheinlichkeiten aus Teilaufgabe b) die Axiome von Kolmogorow für eine Wahrscheinlichkeitsverteilung erfüllen. d) Erläutere allgemein den Vorteil, ein Experiment zunächst über eine Laplace-Ergebnismenge wie \(S_A\) zu beschreiben, auch wenn man sich eigentlich nur für die Summe interessiert.

Denkanstöße

- Wie viele geordnete Paare können bei zwei Würfen entstehen? - Welche zusätzliche Eigenschaft neben der Idealität sorgt dafür, dass alle geordneten Paare gleichwahrscheinlich sind? - Vergleiche bei der Summenvariable, wie viele Paare aus \(S_A\) zu jedem möglichen Summenwert gehören. - Prüfe für die Wahrscheinlichkeitsverteilung insbesondere Nichtnegativität, Gesamtsumme und Additivität bei disjunkten Ereignissen.

Lösung

1. Es gilt \(S_A = \{(1,1), (1,2), \dots, (4,4)\}\) mit \(|S_A| = 4^2 = 16\). Da der Würfel ideal ist und die beiden Würfe unabhängig sind, ist jedes geordnete Paar gleichwahrscheinlich mit \(P = \frac{1}{16}\). Daher liegt auf \(S_A\) ein Laplace-Modell vor. 2. Es gilt \(S_B = \{2, 3, 4, 5, 6, 7, 8\}\). Durch Abzählen der zugehörigen Paare aus \(S_A\) erhält man \(P(2)=\frac{1}{16}\), \(P(3)=\frac{2}{16}\), \(P(4)=\frac{3}{16}\), \(P(5)=\frac{4}{16}\), \(P(6)=\frac{3}{16}\), \(P(7)=\frac{2}{16}\) und \(P(8)=\frac{1}{16}\). 3. Alle Einzelwahrscheinlichkeiten sind nichtnegativ und ihre Summe ist \(\frac{1+2+3+4+3+2+1}{16}=1\). Definiert man Ereigniswahrscheinlichkeiten als Summen der zugehörigen Einzelwahrscheinlichkeiten, gilt für disjunkte Ereignisse außerdem Additivität. Damit sind die Kolmogorow-Axiome erfüllt. 4. In der feineren Laplace-Ergebnismenge \(S_A\) lassen sich Wahrscheinlichkeiten durch Abzählen gleichwahrscheinlicher Elementarereignisse bestimmen. Für die zusammengefasste Ergebnismenge \(S_B\) müssen die unterschiedlichen Einzelwahrscheinlichkeiten dagegen erst aus \(S_A\) hergeleitet werden.

Antwort

a) \(S_A = \{(1,1), (1,2), \dots, (4,4)\}\) und \(|S_A|=16\); wegen Idealität und Unabhängigkeit sind alle Paare gleichwahrscheinlich. b) \(S_B=\{2,3,4,5,6,7,8\}\) mit Wahrscheinlichkeiten \(\frac{1}{16},\frac{2}{16},\frac{3}{16},\frac{4}{16},\frac{3}{16},\frac{2}{16},\frac{1}{16}\). c) Ja. Nichtnegativität, Normierung und Additivität für disjunkte Ereignisse sind erfüllt. d) In einer Laplace-Ergebnismenge können Wahrscheinlichkeiten durch Abzählen gleichwahrscheinlicher Elementarereignisse bestimmt werden.
43092112
Ein Sicherheitssystem generiert für jeden Benutzer eine zufällige vierstellige PIN von 0000 bis 9999. In einer kleinen Firma werden 50 solcher PINs an die Mitarbeiter vergeben. a) Welche Modellannahmen über die Erzeugung der PINs muss man treffen, um die Wahrscheinlichkeit für identische PINs analog zum Geburtstagsproblem berechnen zu können? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle 50 Mitarbeiter eine unterschiedliche PIN zugewiesen bekommen haben. c) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens zwei Mitarbeiter die gleiche PIN besitzen. d) Begründe, warum die Wahrscheinlichkeit aus Teilaufgabe c) zunimmt, wenn die Anzahl der Mitarbeiter von 50 auf 100 erhöht wird, ohne eine neue Rechnung durchzuführen.

Denkanstöße

- Welche Annahmen erlauben es, die Wahrscheinlichkeiten aufeinanderfolgender PIN-Vergaben zu multiplizieren? - Wie viele neue PINs stehen nach jeder bereits vergebenen unterschiedlichen PIN noch zur Verfügung? - Welches Gegenereignis gehört zu „mindestens zwei gleiche PINs“? - Was passiert mit der Zahl möglicher Personenpaare, wenn die Gruppe größer wird?

Lösung

1. Es wird angenommen, dass jede der \(10\,000\) PINs bei jeder Vergabe gleich wahrscheinlich ist und die Vergaben voneinander unabhängig sind. 2. Für lauter verschiedene PINs gilt \(P(\text{alle verschieden})=\frac{10000\cdot9999\cdot9998\cdots9951}{10000^{50}}=\frac{10000!}{9950!\cdot10000^{50}}\). 3. Mindestens eine Dopplung ist das Gegenereignis. Daher gilt \(P(\text{mindestens zwei gleich})=1-\frac{10000!}{9950!\cdot10000^{50}}\). 4. Mit mehr Mitarbeitern gibt es mehr mögliche Personenpaare und bei jeder zusätzlichen Vergabe mehr bereits verwendete PINs, mit denen eine Kollision auftreten kann. Deshalb steigt die Kollisionswahrscheinlichkeit.

Antwort

a) Alle \(10\,000\) PINs sind bei jeder Vergabe gleich wahrscheinlich; die Vergaben sind unabhängig. b) \(\frac{10000!}{9950!\cdot10000^{50}}\) c) \(1-\frac{10000!}{9950!\cdot10000^{50}}\) d) Mit mehr Personen gibt es mehr mögliche Paare und damit mehr Möglichkeiten für eine Übereinstimmung.
43092812
Der Kellner Samir serviert vier verschiedenen Gästen ihre Getränke (Cola, Fanta, Wasser, Saft), hat aber vergessen, wer was bestellt hat. Er stellt die Gläser zufällig vor die Gäste. Nummeriere die Gäste so, dass Gast \(1\) Cola, Gast \(2\) Fanta, Gast \(3\) Wasser und Gast \(4\) Saft bestellt hat; ein Tupel gibt die Nummern der jeweils servierten Getränke in der Reihenfolge der Gäste an. a) Liste alle möglichen Permutationen auf, bei denen mindestens zwei Gäste das richtige Getränk erhalten. b) Berechne die theoretische Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens ein Gast sein bestelltes Getränk erhält. c) Begründe ohne Rechnung, warum die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Genau drei Gäste erhalten das richtige Getränk“ gleich \(0\) ist. d) Bei einer kleinen Versuchsreihe mit \(20\) Durchführungen erhielten in \(15\) Fällen mindestens ein Gast das richtige Getränk. Berechne die relative Häufigkeit und ihre absolute Abweichung von der theoretischen Wahrscheinlichkeit aus Teil b). Erläutere, warum sich ohne ein zusätzliches Beurteilungskriterium aus dieser einzelnen Versuchsreihe kein eindeutiges Urteil über das Zufallsmodell ableiten lässt.

Denkanstöße

- Ordne die vier Getränke den vier Gästeplätzen systematisch als Permutationen zu. - Welches Gegenereignis macht die Berechnung von „mindestens ein Gast richtig“ einfacher? - Was muss mit der vierten Zuordnung geschehen, wenn bereits drei Zuordnungen richtig sind? - Trenne in d) die berechnete Abweichung von einem statistischen Urteil über das Modell.

Lösung

1. Insgesamt gibt es \(4!=24\) gleich wahrscheinliche Permutationen. 2. Genau zwei richtige Zuordnungen haben die sechs Permutationen \((1;2;4;3)\), \((1;4;3;2)\), \((1;3;2;4)\), \((4;2;3;1)\), \((3;2;1;4)\) und \((2;1;3;4)\). Hinzu kommt \((1;2;3;4)\) mit vier richtigen Zuordnungen. Damit gibt es sieben Fälle mit mindestens zwei richtigen Zuordnungen. 3. Für „mindestens einer richtig“ wird das Gegenereignis „keiner richtig“ betrachtet. Es gibt \(9\) fixpunktfreie Permutationen. Daher ist \(P(\text{mindestens einer richtig})=1-\frac{9}{24}=\frac58=0{,}625\). 4. Wenn drei Gäste ihr richtiges Getränk erhalten, bleibt für den vierten Gast zwangsläufig ebenfalls sein eigenes Getränk übrig. Genau drei richtige Zuordnungen sind daher unmöglich. 5. Die relative Häufigkeit beträgt \(h=\frac{15}{20}=0{,}75\). Die absolute Abweichung vom theoretischen Wert ist \(\left|0{,}75-0{,}625\right|=0{,}125\), also \(12{,}5\) Prozentpunkte. Der Zahlenvergleich allein legt nicht fest, ab welcher Abweichung das Modell als unvereinbar gelten soll; dafür wäre ein zusätzliches Beurteilungskriterium nötig.

Antwort

a) \((1;2;4;3)\), \((1;4;3;2)\), \((1;3;2;4)\), \((4;2;3;1)\), \((3;2;1;4)\), \((2;1;3;4)\), \((1;2;3;4)\) b) \(P(\text{mindestens einer richtig})=\frac58=0{,}625\) c) Drei richtige Zuordnungen erzwingen auch die vierte richtige Zuordnung. d) \(h=0{,}75\); absolute Abweichung: \(0{,}125\) bzw. \(12{,}5\) Prozentpunkte. Ohne zusätzliches Beurteilungskriterium folgt daraus kein eindeutiges Modellurteil.
43092912
Für ein Modell einer großen Universität werden insgesamt \(24\,500\) Studierende betrachtet. Davon belegen \(8330\) ein MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Insgesamt sind \(12\,740\) der Studierenden weiblich. Unter den MINT-Studierenden befinden sich \(2499\) Frauen. Berechne für eine zufällig ausgewählte Person die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ereignisse: 1. Die Person studiert kein MINT-Fach. 2. Die Person ist männlich und studiert ein MINT-Fach. 3. Die Person ist weiblich und studiert kein MINT-Fach.

Denkanstöße

- Welche Gesamtzahl dient bei der zufälligen Auswahl als Nenner? - Ordne die Angaben gegebenenfalls in einer Vierfeldertafel. - Welche Differenz liefert die Zahl der männlichen MINT-Studierenden? - Welche Differenz liefert die Zahl der weiblichen Nicht-MINT-Studierenden?

Lösung

1. Die Zahl der Nicht-MINT-Studierenden ist \(24\,500-8330=16\,170\). Daher ist \(P(\text{kein MINT})=\frac{16170}{24500}=0{,}66\). 2. Unter den \(8330\) MINT-Studierenden sind \(8330-2499=5831\) Männer. Daher ist \(P(\text{männlich}\cap\text{MINT})=\frac{5831}{24500}\approx0{,}238\). 3. Von den \(12\,740\) Frauen studieren \(2499\) ein MINT-Fach. Daher studieren \(12\,740-2499=10\,241\) Frauen kein MINT-Fach und \(P(\text{weiblich}\cap\text{kein MINT})=\frac{10241}{24500}\approx0{,}418\).

Antwort

1. \(P=0{,}66\) 2. \(P\approx0{,}238\) 3. \(P\approx0{,}418\)
43093012
Für einen Modelltagesbestand in einem Logistikzentrum gelten folgende Daten: Insgesamt werden \(15\,000\) Pakete betrachtet. Davon sind \(10\,800\) für den Inlandsversand bestimmt, der Rest geht ins Ausland. Genau \(5\,\%\) aller Pakete sind beschädigt; unter den Auslandspaketen sind genau \(126\) beschädigt. Ein Paket wird für eine Qualitätskontrolle zufällig ausgewählt. 1. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist das Paket für das Ausland bestimmt? 2. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paket für den Inlandsversand bestimmt und beschädigt ist? 3. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist ein zufällig ausgewähltes Paket für den Inlandsversand bestimmt und unbeschädigt?

Denkanstöße

- Bestimme zunächst die absolute Zahl der Auslandspakete. - Übersetze den gegebenen Prozentsatz in eine absolute Zahl beschädigter Pakete. - Ordne die Pakete gedanklich in die vier Gruppen Inland/Ausland und beschädigt/unbeschädigt ein. - Beziehe jede gesuchte Wahrscheinlichkeit auf die Gesamtzahl von \(15\,000\) Paketen.

Lösung

1. Die Zahl der Auslandspakete ist \(15\,000-10\,800=4200\). Daher ist \(P(\text{Ausland})=\frac{4200}{15000}=0{,}28\). 2. Insgesamt sind \(0{,}05\cdot15\,000=750\) Pakete beschädigt. Davon entfallen \(750-126=624\) auf den Inlandsversand. Somit ist \(P(\text{Inland}\cap\text{beschädigt})=\frac{624}{15000}=0{,}0416\). 3. Unbeschädigte Inlandspakete: \(10\,800-624=10\,176\). Daher ist \(P(\text{Inland}\cap\text{unbeschädigt})=\frac{10176}{15000}=0{,}6784\).

Antwort

1. \(P=0{,}28\) 2. \(P=0{,}0416\) 3. \(P=0{,}6784\)
43093112
Eine Gruppe von Jugendlichen vergleicht ihre Geburtsmonate. Zur Vereinfachung wird angenommen, dass die Geburtsmonate der Personen unabhängig voneinander sind und jeder der \(12\) Monate mit der gleichen Wahrscheinlichkeit \(p=\frac{1}{12}\) auftritt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufällig zusammengestellten Gruppe von \(4\) Personen mindestens zwei Personen im gleichen Monat Geburtstag haben. b) Bestimme die kleinste Personenzahl \(n\), für die die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens zwei Personen im gleichen Monat Geburtstag haben, größer als \(50\,\%\) ist. c) Erkläre, warum die Ergebnisse aus a) und b) nicht unverändert auf eine reale Population übertragen werden dürfen, wenn die Geburtsmonate dort nicht gleich wahrscheinlich sind. Nenne die Modellannahme, die dann verletzt ist.

Denkanstöße

- Betrachte das Gegenereignis, dass alle Personen unterschiedliche Geburtsmonate haben. - Prüfe für b) die kleinsten Gruppengrößen um die Schwelle von \(50\,\%\). - Welche Rolle spielt in der Rechnung die Annahme, dass jeder Monat dieselbe Wahrscheinlichkeit besitzt? - Was passiert mit der Gleichwahrscheinlichkeit der Monatsfolgen, wenn diese Annahme entfällt?

Lösung

1. Für vier Personen ist das Gegenereignis, dass alle Geburtsmonate verschieden sind. Daher ist \(P(\text{alle verschieden})=\frac{12\cdot11\cdot10\cdot9}{12^4}=\frac{55}{96}\) und somit \(P(\text{mindestens eine Übereinstimmung})=\frac{41}{96}\). 2. Für \(n=4\) ist \(\frac{41}{96}<\frac12\). Für \(n=5\) ist \(P(\text{alle verschieden})=\frac{12\cdot11\cdot10\cdot9\cdot8}{12^5}=\frac{55}{144}\), also \(P(\text{mindestens eine Übereinstimmung})=\frac{89}{144}>\frac12\). Damit ist \(n=5\) minimal. 3. Die Rechnungen setzen voraus, dass jeder Monat dieselbe Wahrscheinlichkeit \(\frac1{12}\) besitzt und die Personen unabhängig voneinander betrachtet werden. Sind die Monate in einer realen Population unterschiedlich häufig, sind die \(12^n\) Monatsfolgen nicht mehr gleich wahrscheinlich. Dann ist das verwendete Laplace-Zählen nicht unverändert anwendbar.

Antwort

a) \(\frac{41}{96}\) b) \(n=5\) c) Die Rechnung setzt gleich wahrscheinliche Geburtsmonate voraus. Bei ungleichen Monatswahrscheinlichkeiten sind die Monatsfolgen nicht gleich wahrscheinlich, sodass das Laplace-Modell aus a) und b) nicht unverändert passt.
43093712
Ein sechsseitiger Würfel wird in einer Versuchsreihe insgesamt \(1200\)-mal geworfen. Dabei wird festgestellt, dass die Augenzahl „6“ genau \(246\)-mal eintritt. a) Berechne die relative Häufigkeit für das Ergebnis „6“ und vergleiche diesen Wert mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit, die man unter der Laplace-Annahme erwarten würde. b) Bestimme die absolute Abweichung zwischen relativer Häufigkeit und Laplace-Wahrscheinlichkeit. Erläutere unter Bezug auf das Gesetz der großen Zahlen, warum sich aus dieser Abweichung allein ohne ein zusätzliches Beurteilungskriterium kein eindeutiges Urteil darüber ableiten lässt, ob der Würfel fair ist. c) Gehe nun für ein Modell davon aus, dass die in der Stichprobe ermittelte relative Häufigkeit der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit \(p\) für das Werfen einer „6“ entspricht und aufeinanderfolgende Würfe unabhängig sind. Berechne die Wahrscheinlichkeit, bei drei aufeinanderfolgenden Würfen mindestens einmal die Augenzahl „6“ zu erhalten.

Denkanstöße

- Vergleiche in a) den beobachteten Anteil mit der Wahrscheinlichkeit einer einzelnen Seite eines idealen Würfels. - Trenne in b) die Größe der Abweichung von der Frage, nach welchem Kriterium sie beurteilt werden soll. - Welches Gegenereignis vereinfacht in c) „mindestens einmal“?

Lösung

1. Die relative Häufigkeit ist \(h(6)=\frac{246}{1200}=\frac{41}{200}\). Unter der Laplace-Annahme gilt \(P(6)=\frac16\); die beobachtete relative Häufigkeit ist größer. 2. Die absolute Abweichung beträgt \(\left|\frac{41}{200}-\frac16\right|=\frac{23}{600}\). Das Gesetz der großen Zahlen beschreibt langfristige Stabilisierung, legt für eine einzelne endliche Versuchsreihe aber keine Entscheidungsgrenze fest. Ohne zusätzliches Kriterium folgt daraus deshalb kein eindeutiges Urteil über die Fairness. 3. Für \(p=\frac{41}{200}\) und unabhängige Würfe gilt exakt \(P(\text{mindestens eine 6})=1-\left(\frac{159}{200}\right)^3\).

Antwort

a) \(h(6)=\frac{41}{200}\); Laplace-Modell: \(P(6)=\frac16\) b) Absolute Abweichung: \(\frac{23}{600}\); ohne zusätzliches Beurteilungskriterium folgt daraus kein eindeutiges Urteil über die Fairness. c) \(1-\left(\frac{159}{200}\right)^3\)
43094112
Die Spieleentwicklerin Imani möchte das Werfen eines fairen zwölfseitigen Würfels mit den Zahlen \(1\) bis \(12\) simulieren. Zur Verfügung stehen nur faire Münzen, reguläre Tetraeder mit den Zahlen \(1\) bis \(4\) und faire Standardwürfel mit den Zahlen \(1\) bis \(6\). Alle gemeinsam oder nacheinander verwendeten Zufallsgeräte werden unabhängig voneinander eingesetzt. 1. Untersuche, ob die Summe der Augenzahlen eines Tetraeders und eines Standardwürfels eine geeignete Simulation für einen zwölfseitigen Würfel darstellt. Begründe deine Entscheidung. 2. Beschreibe zwei verschiedene Möglichkeiten, wie mit den vorhandenen Hilfsmitteln ein Laplace-Experiment mit den \(12\) Ausgängen \(1,2,\dots,12\) konstruiert werden kann.

Denkanstöße

- Prüfe bei der Summenidee zuerst, welche Werte überhaupt erreichbar sind. - Für eine exakte Simulation müssen alle \(12\) Zielwerte dieselbe Wahrscheinlichkeit besitzen. - Suche nach unabhängigen Stufen, deren Anzahlen gleich wahrscheinlicher Ergebnisse sich zu \(12\) multiplizieren. - Ein sechsseitiger Würfel kann durch Zusammenfassen gleich großer Gruppen auch zwei oder drei gleich wahrscheinliche Ergebnisse liefern.

Lösung

1. Die Summe eines Tetraeders mit Werten \(1\) bis \(4\) und eines Standardwürfels mit Werten \(1\) bis \(6\) ist nicht geeignet. Die kleinste Summe ist \(2\), die größte \(10\); es entstehen nur neun verschiedene Summen. Außerdem sind diese Summen nicht gleich wahrscheinlich, weil unterschiedlich viele der \(4\cdot6=24\) gleich wahrscheinlichen geordneten Paare zu ihnen führen. 2. Möglichkeit A: Wirf unabhängig eine Münze und einen Standardwürfel. Bei Kopf wird die Augenzahl \(1\) bis \(6\) übernommen, bei Zahl wird \(6\) addiert. Jedes Ergebnis von \(1\) bis \(12\) hat dann die Wahrscheinlichkeit \(\frac12\cdot\frac16=\frac1{12}\). 3. Möglichkeit B: Wirf unabhängig einen Tetraeder und einen Standardwürfel. Fasse den Standardwürfel zu drei gleich wahrscheinlichen Klassen zusammen: \(\{1,2\}\mapsto1\), \(\{3,4\}\mapsto2\), \(\{5,6\}\mapsto3\). Mit \(3(T-1)+H\), wobei \(T\in\{1,2,3,4\}\) und \(H\in\{1,2,3\}\), entstehen \(12\) gleich wahrscheinliche Werte von \(1\) bis \(12\).

Antwort

1. Nein. Es entstehen nur die Summen \(2\) bis \(10\), und diese sind nicht gleich wahrscheinlich. 2. Zum Beispiel: unabhängige Münze plus Standardwürfel für zwei Blöcke zu je sechs Zahlen; oder unabhängiger Tetraeder plus ein zu drei gleich wahrscheinlichen Klassen zusammengefasster Standardwürfel.
43094212
Bei einer vereinfachten Lotterie „3 aus 12“ werden aus einer Urne mit 12 nummerierten Kugeln drei Kugeln ohne Zurücklegen gezogen. Die Reihenfolge der Ziehung spielt keine Rolle. 1. Bestimme die Anzahl der möglichen verschiedenen Gewinnkombinationen. 2. Zur Simulation einer einzelnen Ziehung stehen dir nur ein fairer Standardwürfel und eine faire Münze zur Verfügung. Münz- und Würfelwürfe sowie alle Wiederholungen werden unabhängig voneinander durchgeführt. Erläutere ein Verfahren, mit dem du eine vollständige Ziehung von drei Gewinnzahlen für dieses Lottospiel simulieren kannst.

Denkanstöße

- Für Teil 1 ist eine Auswahl ohne Reihenfolge zu zählen. - Überlege, wie Münze und Würfel gemeinsam 12 gleichwahrscheinliche Ergebnisse erzeugen können. - Bei einer Ziehung ohne Zurücklegen darf innerhalb derselben simulierten Ziehung keine Zahl doppelt vorkommen. - Formuliere eine Regel dafür, was bei einer Wiederholung einer bereits erzeugten Zahl geschieht.

Lösung

1. Da drei Zahlen aus zwölf ohne Beachtung der Reihenfolge ausgewählt werden, gibt es \(\binom{12}{3}=220\) mögliche Gewinnkombinationen. 2. Für eine gleichverteilte Zahl von 1 bis 12 wirft man unabhängig eine Münze und einen Standardwürfel. Bei Kopf übernimmt man die Augenzahl \(1\) bis \(6\), bei Zahl addiert man \(6\). So hat jede Zahl von 1 bis 12 die Wahrscheinlichkeit \(\frac12\cdot\frac16=\frac1{12}\). Dieses Verfahren wird unabhängig wiederholt. Tritt eine Zahl auf, die in derselben simulierten Ziehung bereits erzeugt wurde, wird sie verworfen und erneut erzeugt. Man setzt fort, bis drei verschiedene Zahlen vorliegen. Durch dieses Zurückweisen wiederholter Werte wird eine Ziehung ohne Zurücklegen simuliert.

Antwort

1. Es gibt \(\binom{12}{3}=220\) verschiedene Gewinnkombinationen. 2. Erzeuge mit unabhängiger Münze und unabhängigem Würfel gleichverteilte Zahlen von 1 bis 12 und wiederhole das Verfahren unabhängig, bis drei verschiedene Zahlen vorliegen; bereits erzeugte Zahlen werden bei Wiederholung verworfen.
43094412
Ein Computerprogramm generiert zufällig eine ganze Zahl zwischen \(1\) und \(200\) einschließlich, wobei jede Zahl die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzt. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit \(P(A)\) für das Ereignis \(A\): „Die Zahl ist eine Quadratzahl oder ein Vielfaches von \(30\)“. b) In einer Versuchsreihe mit \(n=500\) Durchgängen wurde das Ereignis \(A\) insgesamt \(42\)-mal beobachtet. Berechne die relative Häufigkeit \(h(A)\), vergleiche sie mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit \(P(A)\) und bestimme außerdem die absolute Differenz zwischen der beobachteten Trefferzahl und dem theoretisch erwarteten Wert.

Denkanstöße

- Liste die Quadratzahlen und die Vielfachen von \(30\) bis \(200\) auf und prüfe eine mögliche Überschneidung. - Wie berechnest du die relative Häufigkeit aus \(42\) Treffern und \(500\) Durchgängen? - Vergleiche den beobachteten Anteil ausdrücklich mit \(P(A)\). - Welche Trefferzahl ergibt sich rechnerisch aus \(500\cdot P(A)\)?

Lösung

1. Es gibt \(14\) Quadratzahlen von \(1^2\) bis \(14^2=196\). Die Vielfachen von \(30\) bis \(200\) sind \(30,60,90,120,150,180\), also sechs Zahlen. Keine dieser sechs Zahlen ist eine Quadratzahl. Daher ist \(P(A)=\frac{14+6}{200}=0{,}1\). 2. Die relative Häufigkeit beträgt \(h(A)=\frac{42}{500}=0{,}084\). Sie liegt um \(0{,}016\) unter der theoretischen Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\). 3. Bei \(500\) unabhängigen Wiederholungen mit Modellwahrscheinlichkeit \(0{,}1\) werden rechnerisch \(500\cdot0{,}1=50\) Treffer erwartet. Beobachtet wurden \(42\), also \(8\) weniger als dieser Erwartungswert.

Antwort

a) \(P(A)=0{,}1\) b) \(h(A)=0{,}084\); damit ist \(h(A)<P(A)\) und die Differenz beträgt \(0{,}016\). Beobachtet wurden \(42\) statt rechnerisch erwarteter \(50\) Treffer, also \(8\) weniger.
43094612
Ein Kurs besteht aus \(20\) Personen: \(10\) Frauen, \(7\) Männer und \(3\) Personen, die sich als divers identifizieren. Für ein Projekt werden \(3\) Personen zufällig ausgelost. Berechne die Wahrscheinlichkeit für folgende Fälle: 1. Es werden ausschließlich Frauen ausgewählt. 2. Aus jeder der drei Gruppen wird genau eine Person ausgewählt.

Denkanstöße

- Handelt es sich hier um ein Ziehen mit oder ohne Zurücklegen? - Wie viele Möglichkeiten gibt es insgesamt, eine dreiköpfige Gruppe aus 20 Personen zu bilden? - Überlege für den ersten Teil, wie viele Möglichkeiten es gibt, die 3 Personen nur aus dem Pool der 10 Frauen zu wählen. - Für den zweiten Teil hilft das Zählprinzip: Wie viele Kombinationen entstehen, wenn du jeweils eine Person aus den drei disjunkten Mengen kombinierst?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der Kombinationen bei der Auswahl von \(3\) aus \(20\) Personen: \(\binom{20}{3} = \frac{20 \cdot 19 \cdot 18}{6} = 1140\). Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) Frauen aus \(10\) auszuwählen: \(\binom{10}{3} = \frac{10 \cdot 9 \cdot 8}{6} = 120\). Wahrscheinlichkeit \(P(\text{nur Frauen}) = \frac{120}{1140} = \frac{2}{19} \approx 0{,}1053\). 2. Anzahl der Möglichkeiten, genau eine Person aus jeder Gruppe zu wählen: \(10 \cdot 7 \cdot 3 = 210\). Wahrscheinlichkeit \(P(\text{eine pro Gruppe}) = \frac{210}{1140} = \frac{7}{38} \approx 0{,}1842\).

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{2}{19} \approx 10{,}5\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{7}{38} \approx 18{,}4\,\%\).
43094812
Beim klassischen Zahlenlotto „6 aus 49“ werden sechs Gewinnzahlen aus \(49\) durchnummerierten Kugeln gezogen. 1. Bestimme die theoretische Wahrscheinlichkeit für das Ereignis, genau drei Richtige zu erzielen. Gib sie als Prozentsatz auf vier Nachkommastellen an. 2. In einer computergestützten Simulation wurden \(1\,000\,000\) Ziehungen durchgeführt. Dabei traten in \(17\,612\) Fällen genau drei Richtige auf. Berechne die relative Häufigkeit und die absolute Differenz zur theoretischen Wahrscheinlichkeit. Gib die Differenz in Prozentpunkten auf fünf Nachkommastellen an. 3. Erläutere kurz den Zusammenhang zwischen der relativen Häufigkeit aus der Simulation und dem theoretischen Wert im Hinblick auf das Gesetz der großen Zahlen.

Denkanstöße

- Wie viele Ziehungen enthalten genau drei der sechs getippten Zahlen und drei andere Zahlen? - Vergleiche die simulierte relative Häufigkeit direkt mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit. - Das Gesetz der großen Zahlen ist eine langfristige Aussage, keine Garantie für einen einzelnen Simulationslauf.

Lösung

1. Insgesamt gibt es \(\binom{49}{6}=13\,983\,816\) Ziehungen. Für genau drei Richtige sind \(\binom{6}{3}\binom{43}{3}=246\,820\) Ziehungen günstig. Daher gilt \(P=\frac{246820}{13983816}\approx1{,}7650\,\%\). 2. Die relative Häufigkeit ist \(h=\frac{17612}{1000000}=1{,}7612\,\%\). Die absolute Differenz beträgt etwa \(0{,}00384\) Prozentpunkte. 3. Die beobachtete relative Häufigkeit liegt nahe am theoretischen Wert und ist damit mit der langfristigen Stabilisierung aus dem Gesetz der großen Zahlen vereinbar. Eine einzelne Simulation bestätigt das Gesetz jedoch nicht.

Antwort

1. \(1{,}7650\,\%\) 2. Relative Häufigkeit: \(1{,}7612\,\%\); absolute Differenz: \(0{,}00384\) Prozentpunkte 3. Die Simulation ist mit der langfristigen Stabilisierung relativer Häufigkeiten vereinbar, bestätigt sie aber nicht durch einen einzelnen Lauf.
43096012
Bei einem Zufallsexperiment werden zwei ideale sechsseitige Würfel unabhängig voneinander geworfen und die Augensumme \(S\) gebildet. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Augensumme höchstens \(4\) oder mindestens \(10\) beträgt. b) Ermittle die Wahrscheinlichkeit des Gegenereignisses zum Ereignis \(E\): „Die Augensumme ist größer als \(3\) und kleiner als \(11\)“.

Denkanstöße

- Überlege, warum die 36 geordneten Würfelpaare gleichwahrscheinlich sind. - Notiere für jede relevante Augensumme die Anzahl der zugehörigen Würfelpaare. - Übersetze die Bedingung \(3<S<11\) zuerst in eine Menge möglicher Summen. - Das Gegenereignis enthält genau die Summen, die nicht zum ursprünglichen Ereignis gehören.

Lösung

1. Wegen Idealität und Unabhängigkeit sind die \(6\cdot6=36\) geordneten Ergebnisse gleichwahrscheinlich. 2. Für \(S\le4\) gibt es \(1+2+3=6\) günstige Ergebnisse, für \(S\ge10\) ebenfalls \(3+2+1=6\). Die Ereignisse sind disjunkt. Daher ist \(P(S\le4\;\text{oder}\;S\ge10)=\frac{12}{36}=\frac13\). 3. Das Ereignis \(E\) entspricht \(S\in\{4,5,6,7,8,9,10\}\). Sein Gegenereignis ist \(\bar E:\;S\in\{2,3,11,12\}\). Dafür gibt es \(1+2+2+1=6\) günstige Ergebnisse, also \(P(\bar E)=\frac6{36}=\frac16\).

Antwort

a) \(P=\frac13\) b) \(P(\bar E)=\frac16\)
43096312
Beim gleichzeitigen Werfen von drei idealen Würfeln wird die Augensumme \(X\) untersucht. Leandro vermutet, dass die Wahrscheinlichkeiten für die Augensummen \(9\) und \(10\) identisch sein müssen. Er begründet dies damit, dass es für beide Summen genau sechs Möglichkeiten gibt, sie als Summe von drei Zahlen zwischen \(1\) und \(6\) darzustellen, wenn die Reihenfolge nicht beachtet wird. 1. Überprüfe die Behauptung zur Anzahl der ungeordneten Zahlentripel, indem du alle möglichen Zerlegungen für die Summen \(9\) und \(10\) systematisch auflistest. 2. Berechne die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten \(P(X=9)\) und \(P(X=10)\) im Laplace-Modell mit \(6^3\) gleich wahrscheinlichen geordneten Ergebnissen. 3. Erläutere, warum die reine Anzahl ungeordneter Zerlegungen kein geeignetes Maß für die Wahrscheinlichkeit der Augensummen ist.

Denkanstöße

- Wie viele Anordnungen besitzt ein Tripel aus drei verschiedenen Zahlen? - Wie ändert sich diese Zahl, wenn zwei oder drei Augenzahlen gleich sind? - Welche Ergebnisse bilden im eigentlichen Laplace-Modell die gleich wahrscheinlichen Elementarereignisse?

Lösung

1. Für die Summe \(9\) gibt es die ungeordneten Tripel \((1;2;6)\), \((1;3;5)\), \((1;4;4)\), \((2;2;5)\), \((2;3;4)\), \((3;3;3)\). Für die Summe \(10\) gibt es \((1;3;6)\), \((1;4;5)\), \((2;2;6)\), \((2;3;5)\), \((2;4;4)\), \((3;3;4)\). Es sind jeweils sechs ungeordnete Zerlegungen. 2. Insgesamt gibt es \(216\) gleich wahrscheinliche geordnete Tripel. Für Summe \(9\) liefern drei Tripel mit drei verschiedenen Zahlen jeweils \(6\) Anordnungen, zwei Tripel mit zwei gleichen Zahlen jeweils \(3\) Anordnungen und \((3;3;3)\) eine Anordnung. Daher ist \(P(X=9)=\frac{3\cdot6+2\cdot3+1}{216}=\frac{25}{216}\approx0{,}1157\). 3. Für Summe \(10\) liefern drei Tripel mit drei verschiedenen Zahlen jeweils \(6\) Anordnungen und drei Tripel mit zwei gleichen Zahlen jeweils \(3\) Anordnungen. Daher ist \(P(X=10)=\frac{3\cdot6+3\cdot3}{216}=\frac{27}{216}=0{,}125\). 4. Die ungeordneten Zerlegungen repräsentieren unterschiedlich viele geordnete Würfelergebnisse. Deshalb sind sie selbst nicht gleich wahrscheinlich und dürfen nicht einfach gleich gewichtet werden.

Antwort

1. Beide Summen besitzen jeweils sechs ungeordnete Zerlegungen. 2. \(P(X=9)=\frac{25}{216}\approx0{,}1157\); \(P(X=10)=\frac{27}{216}=0{,}125\) 3. Die ungeordneten Zerlegungen sind nicht gleich wahrscheinlich, weil sie unterschiedlich viele geordnete Würfelergebnisse repräsentieren.
43097412
Zwei faire sechsseitige Würfel werden gleichzeitig geworfen. Die Zufallsgröße \(S\) gibt die Augensumme der beiden Würfel an. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für die folgenden Ereignisse und drücke das Ereignis jeweils formal unter Verwendung von \(S\) aus: a) Die Augensumme liegt im Intervall \([5; 8]\). b) Die Augensumme ist ungerade und gleichzeitig größer als 8. c) Die Augensumme ist weder 7 noch 11.

Denkanstöße

- Was bedeutet die Intervallschreibweise \([5; 8]\) für die möglichen Werte von \(S\)? - Bei Teilaufgabe b) müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Welche Summen erfüllen beide? - Manchmal ist es einfacher, die Fälle zu zählen, die NICHT eintreten sollen, und das Ergebnis von 1 abzuziehen. - Erinnere dich daran, dass die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Summe \(k\) beim zweifachen Würfeln zunimmt, bis sie bei der Summe 7 ihr Maximum erreicht, und danach wieder abnimmt.

Lösung

1. Die Gesamtzahl der möglichen Ergebnisse beim Wurf zweier Würfel ist \(n = 36\). 2. Ereignis a): \(5 \le S \le 8\). Die günstigen Augensummen sind \(5\), \(6\), \(7\) und \(8\). Die Anzahlen der Möglichkeiten für diese Summen lauten: \(S=5\) (4), \(S=6\) (5), \(S=7\) (6), \(S=8\) (5). Gesamtzahl günstiger Fälle: \(4 + 5 + 6 + 5 = 20\). Wahrscheinlichkeit: \(P(5 \le S \le 8) = \frac{20}{36} = \frac{5}{9}\). 3. Ereignis b): \(S \in \{9, 11\}\). Die ungeraden Summen größer als \(8\) sind \(9\) und \(11\). Möglichkeiten für \(S=9\): \((3; 6)\), \((4; 5)\), \((5; 4)\), \((6; 3)\) (also 4). Möglichkeiten für \(S=11\): \((5; 6)\), \((6; 5)\) (also 2). Gesamtzahl: \(4 + 2 = 6\). Wahrscheinlichkeit: \(P(S > 8 \land S \text{ ungerade}) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6}\). 4. Ereignis c): \(S \neq 7 \land S \neq 11\). Am einfachsten rechnet man über das Gegenereignis \(S \in \{7, 11\}\). Für die Summe \(7\) gibt es 6 Möglichkeiten, für die Summe \(11\) gibt es 2. Zusammen sind das 8 Möglichkeiten. Es gilt \(P(S \in \{7, 11\}) = \frac{8}{36} = \frac{2}{9}\). Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ist \(1 - \frac{2}{9} = \frac{7}{9}\).

Antwort

a) \(P(5 \le S \le 8) = \frac{5}{9}\) b) \(P(S > 8 \land S \text{ ungerade}) = \frac{1}{6}\) c) \(P(S \notin \{7, 11\}) = \frac{7}{9}\)
43111912
Ein Computerprogramm soll eine zufällige Folge der Buchstaben \(A\) und \(B\) erzeugen. Die Zeichen werden unabhängig voneinander erzeugt, und beide Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich. Es wurde die folgende Kette mit 20 Zeichen ausgegeben: \(A,B,B,A,B,A,A,B,A,B,B,A,B,B,A,A,B,A,B,B\) 1. Bestimme die relativen Häufigkeiten der Ergebnisse \(A\) und \(B\). 2. Untersuche die Folge auf Paare aufeinanderfolgender Buchstaben. Bestimme die absoluten und relativen Häufigkeiten aller vier möglichen Paarkombinationen. 3. Bei diesem idealen Zufallsgenerator beträgt die Wahrscheinlichkeit für jedes Paar \(0{,}25\). Berechne die erwarteten absoluten Häufigkeiten der Paare für eine Kette dieser Länge und vergleiche sie mit deinen Ergebnissen.

Denkanstöße

- Zähle zuerst, wie oft jedes einzelne Zeichen vorkommt. - Bei \(n\) Zeichen entstehen \(n-1\) benachbarte Paare. - Welche Paarwahrscheinlichkeit folgt aus Unabhängigkeit und den Einzelwahrscheinlichkeiten \(0{,}5\)? - Vergleiche die vier beobachteten Paarzahlen mit demselben Erwartungswert.

Lösung

1. In der Folge treten \(9\)-mal \(A\) und \(11\)-mal \(B\) auf. Daher gilt \(h(A)=\frac{9}{20}\) und \(h(B)=\frac{11}{20}\). 2. Bei 20 Zeichen gibt es 19 benachbarte Paare. Die Auszählung ergibt \(H(AA)=2\), \(H(AB)=7\), \(H(BA)=6\) und \(H(BB)=4\). Die relativen Häufigkeiten sind entsprechend \(\frac{2}{19}\), \(\frac{7}{19}\), \(\frac{6}{19}\) und \(\frac{4}{19}\). 3. Jedes Paar hat im Modell die Wahrscheinlichkeit \(0{,}25\). Die erwartete absolute Häufigkeit je Paar beträgt daher \(19\cdot0{,}25=4{,}75\). In der vorliegenden Folge liegen \(AB\) und \(BA\) über, \(AA\) und \(BB\) unter diesem Erwartungswert.

Antwort

1. \(h(A)=\frac{9}{20}\), \(h(B)=\frac{11}{20}\) 2. \(H(AA)=2\), \(H(AB)=7\), \(H(BA)=6\), \(H(BB)=4\); relative Häufigkeiten: \(\frac{2}{19}\), \(\frac{7}{19}\), \(\frac{6}{19}\), \(\frac{4}{19}\) 3. Erwartete absolute Häufigkeit je Paar: \(4{,}75\); \(AB\) und \(BA\) liegen darüber, \(AA\) und \(BB\) darunter.
43112012
Mia soll eine zufällige Folge von \(24\) Münzwürfen (K: Kopf, Z: Zahl) simulieren, ohne tatsächlich eine Münze zu werfen. Sie notiert: \(K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z, K, Z\) 1. Bestimme die relativen Häufigkeiten für Kopf und Zahl in dieser Folge. 2. Analysiere die Häufigkeiten der Paare \(KK\), \(KZ\), \(ZK\) und \(ZZ\). 3. Für eine faire Münze werden unabhängige Würfe angenommen. Berechne den Erwartungswert für die Anzahl der Paare \(KK\) und \(ZZ\). Bestimme zusätzlich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Folge von \(24\) Würfen vollständig abwechselnd verläuft. Nutze beide Ergebnisse, um die notierte Folge zu beurteilen.

Denkanstöße

- Betrachte für die Paarhäufigkeiten jeweils zwei benachbarte Würfe und achte darauf, wie viele Startpositionen möglich sind. - Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Zweierpaares bei zwei unabhängigen fairen Münzwürfen? - Welche vollständig abwechselnden Folgen der geforderten Länge sind überhaupt möglich? - Unterscheide zwischen einem Erwartungswert für eine Zählgröße und der Wahrscheinlichkeit eines konkret beobachteten Musters.

Lösung

1. In der Folge treten \(12\)-mal \(K\) und \(12\)-mal \(Z\) auf. Daher gilt \(h(K)=\frac{12}{24}=0{,}5\) und \(h(Z)=\frac{12}{24}=0{,}5\). 2. Bei \(24\) Zeichen gibt es \(23\) benachbarte Paare. Es gilt \(H(KZ)=12\), \(H(ZK)=11\), \(H(KK)=0\) und \(H(ZZ)=0\). 3. Für jeden Startplatz eines Paares gilt bei unabhängigen fairen Würfen \(P(KK)=P(ZZ)=0{,}25\). Daher beträgt der Erwartungswert für die Anzahl der Paare \(KK\) ebenso wie für \(ZZ\) jeweils \(23\cdot0{,}25=5{,}75\). Eine vollständig abwechselnde Folge kann nur mit \(K\) oder mit \(Z\) beginnen; von den \(2^{24}\) gleich wahrscheinlichen Folgen sind daher genau \(2\) vollständig abwechselnd. Somit gilt \(P(\text{vollständig abwechselnd})=\frac{2}{2^{24}}=\frac{1}{2^{23}}\approx0{,}0000001192\). Die notierte Folge ist unter dem Modell unabhängiger fairer Münzwürfe also möglich, aber äußerst selten; diese Aussage folgt hier aus der direkt berechneten Wahrscheinlichkeit des beobachteten Strukturmerkmals und nicht allein aus dem Erwartungswert der Paarzahlen.

Antwort

1. \(h(K)=0{,}5\); \(h(Z)=0{,}5\) 2. \(H(KZ)=12\); \(H(ZK)=11\); \(H(KK)=0\); \(H(ZZ)=0\) 3. Für \(KK\) und \(ZZ\) beträgt der Erwartungswert jeweils \(5{,}75\). Die Wahrscheinlichkeit einer vollständig abwechselnden Folge der Länge \(24\) ist \(\frac{1}{2^{23}}\approx0{,}0000001192\). Die Folge ist damit unter dem Modell möglich, aber äußerst selten.
43128912
In einem Oberstufenkurs mit \(30\) Personen befinden sich \(18\) Schülerinnen und \(12\) Schüler. Für eine anonyme Umfrage werden zufällig \(4\) Personen aus diesem Kurs ausgewählt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Auswahlgruppe ausschließlich aus Schülern besteht. b) Das Auswahlverfahren wird in \(500\) verschiedenen Kursen mit exakt derselben Zusammensetzung durchgeführt. Gib eine Prognose ab, in wie vielen dieser Kurse eine reine Schüler-Gruppe ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, ob es sich um ein Ziehen mit oder ohne Zurücklegen handelt. - Wie viele verschiedene Möglichkeiten gibt es insgesamt, eine Gruppe dieser Größe zusammenzustellen? - Wie viele dieser Möglichkeiten erfüllen die Bedingung, dass nur Personen einer bestimmten Teilgruppe gewählt werden? - Wenn du die Wahrscheinlichkeit für einen Kurs kennst, wie kannst du diese auf eine große Anzahl von Kursen hochrechnen?

Lösung

1. Berechnung der Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(4\) Personen aus \(30\) auszuwählen, mit dem Binomialkoeffizienten: \(\binom{30}{4} = 27\,405\). 2. Berechnung der günstigen Möglichkeiten (Auswahl von \(4\) Schülern aus den \(12\) vorhandenen): \(\binom{12}{4} = 495\). 3. Bestimmung der Wahrscheinlichkeit \(p\) durch Division der günstigen durch die möglichen Fälle: \(p = \frac{495}{27405} \approx 0{,}0181\) (bzw. \(1{,}81\,\%\)). 4. Berechnung des Erwartungswerts für \(n = 500\) Durchführungen: \(E = n \cdot p = 500 \cdot \frac{495}{27405} \approx 9{,}03\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(1{,}81\,\%\) (exakt \(\frac{11}{609}\)). b) Es ist zu erwarten, dass dies in etwa \(9\) Kursen der Fall ist.
43129012
Beim Lottospiel „6 aus 45“ werden sechs verschiedene Zahlen aus der Menge \(\{1,2,\dots,45\}\) gezogen. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass bei einer Ziehung alle sechs Gewinnzahlen kleiner oder gleich \(15\) sind. b) In einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten finden \(5000\) Ziehungen statt. Wie oft ist das unter Teilaufgabe a) beschriebene Ereignis theoretisch in diesem Zeitraum zu erwarten?

Denkanstöße

- Wie viele 6er-Auswahlen gibt es insgesamt? - Wie viele günstige 6er-Auswahlen liegen vollständig unter den ersten \(15\) Zahlen? - Für b) wird die Einzelwahrscheinlichkeit mit der Zahl der Ziehungen multipliziert.

Lösung

1. Insgesamt gibt es \(\binom{45}{6}\) mögliche Ziehungen. Günstig sind \(\binom{15}{6}\) Ziehungen. 2. Daher gilt \(P(A)=\frac{\binom{15}{6}}{\binom{45}{6}}=\frac{13}{21156}\). 3. Für \(5000\) Ziehungen beträgt die erwartete Anzahl \(5000\cdot\frac{13}{21156}=\frac{16250}{5289}\). Das sind etwas mehr als drei Ereignisse im langjährigen Durchschnitt.

Antwort

a) \(\frac{13}{21156}\) b) Erwartete Anzahl: \(\frac{16250}{5289}\), also etwas mehr als \(3\)
42693612
Bei einer Preisverleihung stellen sich die 10 Nominierten, darunter die Favoriten Anna und Bernd, für ein Foto zufällig in einer Reihe auf. a) Bestimme die Anzahl der Aufstellungen, bei denen zwischen Anna und Bernd genau eine weitere Person steht. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Anna und Bernd entweder beide auf den ersten drei Plätzen (ganz links) oder beide auf den letzten drei Plätzen (ganz rechts) stehen.

Denkanstöße

- Wie viele feste Positionspaare gibt es, die die Bedingung des Abstands erfüllen? - Vergiss nicht, dass die Personen innerhalb ihrer zugewiesenen Plätze die Plätze tauschen können. - Überlege dir, wie viele Möglichkeiten es gibt, zwei bestimmte Personen auf drei verfügbare Plätze zu verteilen. - Kannst du den Bruch am Ende durch Kürzen von Fakultäten vereinfachen?

Lösung

1. Anzahl der Aufstellungen mit genau einer Person zwischen Anna und Bernd: Es gibt 8 mögliche Positionspaare für Anna und Bernd (1 und 3, 2 und 4, ..., 8 und 10). Für jedes Paar gibt es \(2!\) Anordnungen (Anna links oder Bernd links). Die restlichen 8 Personen können auf \(8!\) Arten angeordnet werden. Gesamtzahl: \(8 \cdot 2 \cdot 8! = 16 \cdot 40\,320 = 645\,120\). 2. Wahrscheinlichkeit für die Positionierung am Rand: Gesamtzahl der Aufstellungen ist \(10!\). 3. Günstige Fälle für „beide unter den ersten drei“: Es gibt \(\binom{3}{2} = 3\) Paare von Positionen. Auf jedem Paar können Anna und Bernd auf \(2!\) Arten stehen. Die restlichen 8 Personen verteilen sich auf \(8!\) Arten. Das ergibt \(3 \cdot 2 \cdot 8! = 6 \cdot 8!\) Möglichkeiten. 4. Da die Ereignisse „beide vorne“ und „beide hinten“ disjunkt sind, verdoppelt sich die Anzahl der günstigen Fälle: \(12 \cdot 8!\). 5. Berechnung der Wahrscheinlichkeit: \(P = \frac{12 \cdot 8!}{10!} = \frac{12}{10 \cdot 9} = \frac{12}{90} = \frac{2}{15} \approx 0{,}1333\).

Antwort

a) Es gibt \(645\,120\) mögliche Aufstellungen. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\frac{2}{15} \approx 13{,}3\,\%\).
42695012
Ein Computerprogramm erzeugt bei jedem Aufruf unabhängig von den anderen Aufrufen zufällig eine ganze Zahl von \(1\) bis \(n\). Jede Zahl ist gleich wahrscheinlich. Das Programm wird viermal aufgerufen. a) Berechne für \(n=6\) die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier erzeugten Zahlen verschieden sind. b) Weise für \(n\ge4\) nach, dass die Wahrscheinlichkeit für „Mindestens zwei der vier Zahlen sind gleich“ durch \(1-\frac{(n-1)(n-2)(n-3)}{n^3}\) gegeben ist. c) Bestimme \(n\), wenn die Wahrscheinlichkeit dafür, dass alle vier erzeugten Zahlen gleich sind, genau \(0{,}8\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Wie viele gleich wahrscheinliche Folgen gibt es bei vier unabhängigen Aufrufen? - Für „alle verschieden“ wird die Auswahlmöglichkeit bei jedem weiteren Aufruf kleiner. - Für „alle vier gleich“ kannst du günstige und mögliche Folgen direkt zählen.

Lösung

1. Für \(n=6\) gibt es \(6^4\) gleich wahrscheinliche Folgen. Für vier verschiedene Zahlen gibt es \(6\cdot5\cdot4\cdot3\) Folgen. Daher ist \(P=\frac{360}{1296}=\frac{5}{18}\approx0{,}2778\). 2. Allgemein ist \(P(\text{alle verschieden})=1\cdot\frac{n-1}{n}\cdot\frac{n-2}{n}\cdot\frac{n-3}{n}=\frac{(n-1)(n-2)(n-3)}{n^3}\). 3. „Mindestens zwei gleich“ ist das Gegenereignis, also ergibt sich der angegebene Term. 4. Für vier gleiche Zahlen gibt es \(n\) günstige Folgen unter \(n^4\) Folgen. Daher ist \(P=\frac{1}{n^3}\). 5. Aus \(\frac{1}{n^3}=0{,}008\) folgt \(n^3=125\), also \(n=5\).

Antwort

a) \(\frac{5}{18}\approx0{,}2778\) b) Nachweis über das Gegenereignis „alle vier verschieden“. c) \(n=5\)
42697712
In einem Online-Sammelkartenspiel erhält man beim Öffnen eines digitalen Pakets eine von \(n\) verschiedenen Karten eines Sets. Die Paketinhalte werden unabhängig voneinander erzeugt; jede Karte ist in jedem Paket mit der gleichen Wahrscheinlichkeit enthalten. Mira öffnet nacheinander drei Pakete. a) Berechne für den Fall \(n=10\) die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Mira drei verschiedene Karten erhält. b) Zeige für \(n\ge3\), dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens zwei der drei Karten identisch sind, durch den Term \(\frac{3n-2}{n^2}\) beschrieben werden kann. c) Bestimme, wie groß \(n\) mindestens sein muss, damit die Wahrscheinlichkeit für drei verschiedene Karten größer als \(98\,\%\) ist.

Denkanstöße

- Wie verändert sich die Zahl zulässiger Karten beim zweiten und dritten Paket, wenn alle drei verschieden sein sollen? - Nutze für b) das Gegenereignis. - Formuliere für c) die geforderte Wahrscheinlichkeit als Ungleichung in \(n\). - Prüfe am Ende die kleinste natürliche Zahl oberhalb der algebraischen Grenze.

Lösung

1. Für \(n=10\) ist die Wahrscheinlichkeit für drei verschiedene Karten \(\frac{10}{10}\cdot\frac{9}{10}\cdot\frac{8}{10}=0{,}72\). 2. Für \(n\ge3\) ist \(P(\text{drei verschiedene Karten})=\frac{n(n-1)(n-2)}{n^3}=\frac{(n-1)(n-2)}{n^2}\). Das Gegenereignis hat daher die Wahrscheinlichkeit \(1-\frac{(n-1)(n-2)}{n^2}=\frac{3n-2}{n^2}\). 3. Für c) gilt \(\frac{(n-1)(n-2)}{n^2}>0{,}98\). Dies ist äquivalent zu \(0{,}02n^2-3n+2>0\). Die zugehörige quadratische Gleichung hat näherungsweise die Lösungen \(n\approx0{,}67\) und \(n\approx149{,}33\). Für natürliche Zahlen mit \(n\ge3\) ist die Ungleichung daher ab \(n=150\) erfüllt.

Antwort

a) \(P=0{,}72\) b) \(1-\frac{(n-1)(n-2)}{n^2}=\frac{3n-2}{n^2}\) für \(n\ge3\) c) \(n\ge150\)
43092512
Zwei ideale 12-seitige Würfel, deren Seiten von \(1\) bis \(12\) durchnummeriert sind, werden unabhängig voneinander gleichzeitig geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit für die folgenden Ereignisse: 1. Die Summe der beiden Augenzahlen ist genau \(15\). 2. Das Produkt der beiden Augenzahlen ist eine Quadratzahl. 3. Die Differenz der Augenzahlen (größere minus kleinere Zahl) beträgt mindestens \(10\). 4. Die Summe der beiden Augenzahlen ist eine Primzahl.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst die Anzahl der gleichwahrscheinlichen geordneten Paare. - Organisiere die günstigen Paare für jede Teilaufgabe systematisch, statt nur einzelne Beispiele zu suchen. - Bei Produktbedingungen kann eine Zerlegung der Zahlen nach ihren Primfaktoren helfen. - Für Summenbedingungen kann eine Tabelle der möglichen Summen hilfreich sein.

Lösung

1. Wegen Idealität und Unabhängigkeit sind die \(12\cdot12=144\) geordneten Paare gleichwahrscheinlich. Für die Summe \(15\) gibt es 10 günstige Paare. Daher ist \(P=\frac{10}{144}=\frac{5}{72}\approx0{,}0694\). 2. Für ein quadratisches Produkt gibt es 22 günstige geordnete Paare. Daher ist \(P=\frac{22}{144}=\frac{11}{72}\approx0{,}1528\). 3. Eine Differenz von mindestens \(10\) liefern die sechs Paare \((1,11),(1,12),(2,12),(11,1),(12,1),(12,2)\). Somit ist \(P=\frac{6}{144}=\frac{1}{24}\approx0{,}0417\). 4. Als Primzahlsummen kommen \(2,3,5,7,11,13,17,19,23\) vor. Die zugehörigen Anzahlen geordneter Paare sind \(1,2,4,6,10,12,8,6,2\), insgesamt also 51. Daher ist \(P=\frac{51}{144}=\frac{17}{48}\approx0{,}3542\).

Antwort

1. \(P=\frac{5}{72}\approx0{,}0694\) 2. \(P=\frac{11}{72}\approx0{,}1528\) 3. \(P=\frac{1}{24}\approx0{,}0417\) 4. \(P=\frac{17}{48}\approx0{,}3542\)

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