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Stellen Sie aus rund 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Axiome der Wahrscheinlichkeit

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55215312
Für den Ergebnisraum \(\Omega=\{a,b,c\}\) werden zwei Wahrscheinlichkeitszuordnungen vorgeschlagen: Modell A: \(P(a)=0{,}2\), \(P(b)=0{,}5\), \(P(c)=0{,}3\). Modell B: \(P(a)=0{,}4\), \(P(b)=0{,}7\), \(P(c)=-0{,}1\). Entscheide, welches Modell eine gültige Wahrscheinlichkeitsverteilung sein kann.

Denkanstöße

- Welche zwei grundlegenden Bedingungen müssen die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse erfüllen? - Prüfe sowohl die Summe als auch die Vorzeichen der angegebenen Werte.

Lösung

1. Bei Modell A sind alle Wahrscheinlichkeiten nichtnegativ und ihre Summe ist \(0{,}2+0{,}5+0{,}3=1\). Modell A ist gültig. 2. Bei Modell B ist zwar die Summe \(0{,}4+0{,}7-0{,}1=1\), aber \(P(c)=-0{,}1<0\). Eine Wahrscheinlichkeit darf nicht negativ sein. 3. Daher ist nur Modell A gültig.

Antwort

Nur Modell A ist gültig.
55215412
Drei Ereignisse \(A\), \(B\) und \(C\) bilden eine Zerlegung des Ergebnisraums: Genau eines der drei Ereignisse tritt ein. Es gilt \(P(A)=0{,}25\) und \(P(B)=0{,}35\). Bestimme \(P(C)\).

Denkanstöße

- Welche Gesamtwahrscheinlichkeit hat der vollständige Ergebnisraum? - Wie kannst du den fehlenden Anteil aus den beiden bekannten Anteilen bestimmen?

Lösung

1. Da \(A\), \(B\) und \(C\) den Ergebnisraum vollständig und ohne Überschneidung zerlegen, gilt \(P(A)+P(B)+P(C)=1\). 2. Daher ist \(P(C)=1-0{,}25-0{,}35=0{,}40\).

Antwort

\(P(C)=0{,}40\)
42716312
Ein fünfseitiger Kreisel mit den Flächen \(S_1\), \(S_2\), \(S_3\), \(S_4\) und \(S_5\) wird gedreht. Die Wahrscheinlichkeiten der Flächen sollen sich wie \(2:1:4:2:3\) verhalten. a) Bestimme mithilfe des Normierungsaxioms \(P(S_1)\) bis \(P(S_5)\). b) Gegeben sind \(A=\{S_1;S_2;S_3\}\) und \(B=\{S_3;S_4;S_5\}\). Bestimme \(P(A)\), \(P(B)\), \(P(A\cap B)\) und \(P(A\cup B)\). Gib jeweils an, welche Axiomfolge oder Regel du verwendest. c) Überprüfe abschließend, dass die fünf Elementarwahrscheinlichkeiten die drei Kolmogorow-Axiome für dieses endliche Modell erfüllen.

Denkanstöße

- Welches Axiom legt die Summe aller Elementarwahrscheinlichkeiten fest? - Warum darfst du für \(P(A)\) die Wahrscheinlichkeiten der enthaltenen Einzelergebnisse addieren? - Welche Korrektur braucht \(P(A)+P(B)\), wenn \(A\) und \(B\) sich überschneiden? - Prüfe für c) die drei Axiome getrennt und beziehe sie auf dieses endliche Modell.

Lösung

1. Nach dem Normierungsaxiom muss die Summe der fünf Elementarwahrscheinlichkeiten \(1\) sein. Das Verhältnis enthält insgesamt \(2+1+4+2+3=12\) Anteile. Daher ist \(P(S_1)=\frac16\), \(P(S_2)=\frac1{12}\), \(P(S_3)=\frac13\), \(P(S_4)=\frac16\) und \(P(S_5)=\frac14\). 2. Da die Elementarereignisse paarweise disjunkt sind, folgt aus der Additivität \(P(A)=\frac16+\frac1{12}+\frac13=\frac7{12}\) und \(P(B)=\frac13+\frac16+\frac14=\frac34\). 3. Es ist \(A\cap B=\{S_3\}\), also \(P(A\cap B)=\frac13\). 4. Mit der allgemeinen Additionsregel als Folge der Axiome gilt \(P(A\cup B)=P(A)+P(B)-P(A\cap B)=\frac7{12}+\frac34-\frac13=1\). 5. Alle fünf Elementarwahrscheinlichkeiten sind nichtnegativ. Ihre Summe ist \(1\), also ist das Normierungsaxiom erfüllt. Für disjunkte Ereignisse entstehen die Ereigniswahrscheinlichkeiten als Summen der zugehörigen Elementarwahrscheinlichkeiten; damit ist auch die Additivität erfüllt.

Antwort

a) \(P(S_1)=\frac16\), \(P(S_2)=\frac1{12}\), \(P(S_3)=\frac13\), \(P(S_4)=\frac16\), \(P(S_5)=\frac14\) b) \(P(A)=\frac7{12}\), \(P(B)=\frac34\), \(P(A\cap B)=\frac13\), \(P(A\cup B)=1\); verwendet werden Additivität für disjunkte Elementarereignisse und die daraus folgende allgemeine Additionsregel. c) Nichtnegativität, Normierung und Additivität für disjunkte Ereignisse sind erfüllt.
42716712
Ein Zufallsexperiment besitzt den Ergebnisraum \(\Omega = \{x_1, x_2, x_3, x_4\}\). Die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse \(x_1\) und \(x_2\) sind bekannt: \(P(x_1) = 0{,}12\) und \(P(x_2) = 0{,}28\). Zudem ist das Ergebnis \(x_3\) genau dreimal so wahrscheinlich wie das Ergebnis \(x_4\). Bestimme die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse \(x_3\) und \(x_4\) sowie die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E = \{x_1, x_3\}\).

Denkanstöße

- Was weißt du über die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Ergebnisraum? - Kannst du die Beziehung zwischen den beiden unbekannten Ergebnissen mathematisch ausdrücken? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses, wenn die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse bekannt sind?

Lösung

1. Aufstellen der Summenbedingung für die Wahrscheinlichkeiten: \(P(x_1) + P(x_2) + P(x_3) + P(x_4) = 1\). 2. Einsetzen der bekannten Werte und der Relation \(P(x_3) = 3 \cdot P(x_4)\): \(0{,}12 + 0{,}28 + 3 \cdot P(x_4) + P(x_4) = 1\). 3. Zusammenfassen und Lösen nach \(P(x_4)\): \(0{,}40 + 4 \cdot P(x_4) = 1 \Rightarrow 4 \cdot P(x_4) = 0{,}60 \Rightarrow P(x_4) = 0{,}15\). 4. Berechnung von \(P(x_3)\): \(P(x_3) = 3 \cdot 0{,}15 = 0{,}45\). 5. Berechnung der Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E\): \(P(E) = P(x_1) + P(x_3) = 0{,}12 + 0{,}45 = 0{,}57\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(x_3) = 0{,}45\) und \(P(x_4) = 0{,}15\). Die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses \(E\) beträgt \(P(E) = 0{,}57\).
42718012
In der Stochastik werden verschiedene Zugänge zu Wahrscheinlichkeiten genutzt. a) Ein fairer sechsseitiger Würfel wird geworfen. Welche Laplace-Wahrscheinlichkeit hat das Ereignis \(A\): „Die Augenzahl ist eine Primzahl“? b) Ein gezinkter sechsseitiger Würfel hat die Ergebnismenge \(\Omega=\{1,2,3,4,5,6\}\). Die Wahrscheinlichkeit, eine \(6\) zu würfeln, ist genau dreimal so groß wie die Wahrscheinlichkeit für jede der anderen Augenzahlen. Bestimme die Wahrscheinlichkeitsverteilung der sechs Elementarereignisse mithilfe der Kolmogorow-Axiome.

Denkanstöße

- Welche Augenzahlen eines fairen Würfels sind Primzahlen? - Welche Voraussetzung macht die Rechnung in a) zu einer Laplace-Wahrscheinlichkeit? - Drücke in b) die fünf gleich großen Wahrscheinlichkeiten durch eine Variable aus. - Welches Axiom bestimmt anschließend den Wert dieser Variablen?

Lösung

1. Beim fairen Würfel sind die sechs Ergebnisse gleich wahrscheinlich. Die Primzahlen sind \(2,3,5\). Daher ist \(P(A)=\frac36=0{,}5\). Dies ist eine Laplace-Wahrscheinlichkeit. 2. Sei \(x\) die Wahrscheinlichkeit jeder der Augenzahlen \(1\) bis \(5\). Dann ist \(P(6)=3x\). Nach dem Normierungsaxiom gilt \(5x+3x=1\), also \(x=0{,}125\). 3. Damit ist \(P(1)=P(2)=P(3)=P(4)=P(5)=0{,}125\) und \(P(6)=0{,}375\). Alle Werte sind nichtnegativ; zusammen ergeben sie \(1\).

Antwort

a) \(P(A)=0{,}5\); Laplace-Wahrscheinlichkeit. b) \(P(1)=P(2)=P(3)=P(4)=P(5)=0{,}125\), \(P(6)=0{,}375\)
42718512
Die Ereignisse \(A\), \(B\), \(C\) und \(D\) bilden eine Zerlegung der Ergebnismenge \(\Omega\). Es ist bekannt, dass \(P(A) = 0{,}15\) und \(P(B) = 2 \cdot P(A)\) gilt. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(C\) um \(0{,}1\) größer als die für das Ereignis \(D\). a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(B)\), \(P(C)\) und \(P(D)\). b) Gib die Wahrscheinlichkeiten \(P(A \cup B \cup C)\) und \(P(B \cap D)\) an.

Denkanstöße

- Was bedeutet es für die Summe der Wahrscheinlichkeiten, wenn Ereignisse eine Zerlegung des gesamten Ergebnisraums bilden? - Wie kannst du die Information über den Zusammenhang zwischen zwei Wahrscheinlichkeiten mathematisch ausdrücken? - Überlege dir, wie groß die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Eintreten zweier Ereignisse ist, die sich gegenseitig ausschließen. - Kannst du eine Gleichung aufstellen, in der nur noch eine unbekannte Wahrscheinlichkeit vorkommt?

Lösung

1. Berechnung von \(P(B)\) über den gegebenen Faktor: \(P(B) = 2 \cdot 0{,}15 = 0{,}3\). 2. Aufstellen der Summenbedingung für eine Zerlegung: \(P(A) + P(B) + P(C) + P(D) = 1\). 3. Einsetzen der bekannten Werte und der Beziehung \(P(C) = P(D) + 0{,}1\): \(0{,}15 + 0{,}3 + (P(D) + 0{,}1) + P(D) = 1\). 4. Zusammenfassen und Lösen der linearen Gleichung: \(0{,}55 + 2 \cdot P(D) = 1 \Rightarrow 2 \cdot P(D) = 0{,}45 \Rightarrow P(D) = 0{,}225\). 5. Berechnung von \(P(C)\): \(P(C) = 0{,}225 + 0{,}1 = 0{,}325\). 6. Berechnung der Wahrscheinlichkeit der Vereinigung disjunkter Ereignisse: \(P(A \cup B \cup C) = P(A) + P(B) + P(C) = 0{,}15 + 0{,}3 + 0{,}325 = 0{,}775\). 7. Bestimmung des Schnitts: Da die Ereignisse eine Zerlegung bilden, sind sie paarweise disjunkt, woraus \(P(B \cap D) = 0\) folgt.

Antwort

a) \(P(B) = 0{,}3\); \(P(C) = 0{,}325\); \(P(D) = 0{,}225\) b) \(P(A \cup B \cup C) = 0{,}775\); \(P(B \cap D) = 0\)
43084912
Ein Glücksrad mit 100 gleich großen Feldern ist mit den Zahlen von 1 bis 100 beschriftet. Das Rad wird einmal gedreht, wobei jedes Feld mit der gleichen Wahrscheinlichkeit stehen bleibt. Betrachtet werden die folgenden Ereignisse: \(A\): Die Zahl ist ein Vielfaches von 6. \(B\): Die Zahl ist ein Vielfaches von 8. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\) und \(P(B)\). b) Ermittle die Wahrscheinlichkeit für das Schnittereignis \(A \cap B\). c) Berechne mithilfe der Summenregel die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl durch 6 oder durch 8 teilbar ist. d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogene Zahl weder durch 6 noch durch 8 teilbar ist?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Zahlen im Bereich von 1 bis 100 die jeweilige Bedingung erfüllen. - Was bedeutet es mathematisch, wenn eine Zahl durch zwei verschiedene Zahlen gleichzeitig teilbar sein muss? - Erinnere dich an die Formel, die die Wahrscheinlichkeit von „Ereignis A oder Ereignis B“ mit ihren Einzelwahrscheinlichkeiten und ihrer Schnittmenge verknüpft. - Wenn du die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis kennst, wie berechnest du dann die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis gerade nicht eintritt?

Lösung

1. Berechnung von \(P(A)\): Im Bereich von 1 bis 100 gibt es \(\lfloor 100 : 6 \rfloor = 16\) Vielfache von 6. Somit ist \(P(A) = \frac{16}{100} = 0{,}16\). 2. Berechnung von \(P(B)\): Es gibt \(\lfloor 100 : 8 \rfloor = 12\) Vielfache von 8. Somit ist \(P(B) = \frac{12}{100} = 0{,}12\). 3. Berechnung von \(P(A \cap B)\): Eine Zahl ist durch 6 und 8 teilbar, wenn sie durch das kleinste gemeinsame Vielfache \(\text{kgV}(6, 8) = 24\) teilbar ist. Es gibt \(\lfloor 100 : 24 \rfloor = 4\) solche Zahlen (24, 48, 72, 96). Somit ist \(P(A \cap B) = \frac{4}{100} = 0{,}04\). 4. Anwendung der Summenregel: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}16 + 0{,}12 - 0{,}04 = 0{,}24\). 5. Berechnung des Komplementärereignisses: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl weder durch 6 noch durch 8 teilbar ist, entspricht \(P(\overline{A \cup B}) = 1 - P(A \cup B) = 1 - 0{,}24 = 0{,}76\).

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}16\); \(P(B) = 0{,}12\) b) \(P(A \cap B) = 0{,}04\) c) \(P(A \cup B) = 0{,}24\) d) \(P(\overline{A \cup B}) = 0{,}76\)
55710212
Sei \(P\) eine Wahrscheinlichkeitsfunktion auf einem Ergebnisraum \(\Omega\). Leite aus den Kolmogorow-Axiomen her, dass \(P(\emptyset)=0\) gilt. Verwende dazu die disjunkte Zerlegung \(\Omega=\Omega\cup\emptyset\).

Denkanstöße

- Welche beiden Mengen werden in der vorgegebenen Zerlegung vereinigt? - Sind sie disjunkt? - Welche beiden Axiome liefern Aussagen über \(P(\Omega)\) und über die Wahrscheinlichkeit einer disjunkten Vereinigung?

Lösung

1. Die Mengen \(\Omega\) und \(\emptyset\) sind disjunkt. 2. Nach der Additivität gilt \(P(\Omega\cup\emptyset)=P(\Omega)+P(\emptyset)\). 3. Da \(\Omega\cup\emptyset=\Omega\) und nach der Normierung \(P(\Omega)=1\) gilt, folgt \(1=1+P(\emptyset)\). 4. Daher ist \(P(\emptyset)=0\).

Antwort

\(P(\emptyset)=0\)
55710312
Für Ereignisse \(A\subseteq B\) gilt die disjunkte Zerlegung \(B=A\cup(B\setminus A)\). Leite daraus mit den Kolmogorow-Axiomen die Monotonie \(P(A)\le P(B)\) her.

Denkanstöße

- Warum darfst du auf die angegebene Zerlegung die Additivität anwenden? - Welche Aussage liefert das Nichtnegativitätsaxiom für \(P(B\setminus A)\)? - Was folgt dann aus \(P(B)=P(A)+P(B\setminus A)\)?

Lösung

1. Die Mengen \(A\) und \(B\setminus A\) sind disjunkt. 2. Nach der Additivität gilt \(P(B)=P(A)+P(B\setminus A)\). 3. Nach der Nichtnegativität ist \(P(B\setminus A)\ge0\). 4. Daher folgt \(P(B)\ge P(A)\), also \(P(A)\le P(B)\).

Antwort

\(P(A)\le P(B)\)
55713912
Sei \(A\) ein Ereignis und \(\overline{A}\) sein Gegenereignis. Leite aus den Kolmogorow-Axiomen die Gegenereignisregel \(P(\overline{A})=1-P(A)\) her. Verwende, dass \(A\) und \(\overline{A}\) disjunkt sind und zusammen \(\Omega\) ergeben.

Denkanstöße

- Welche Beziehung besteht zwischen einem Ereignis und seinem Gegenereignis? - Welches Axiom darfst du bei disjunkten Ereignissen anwenden? - Welchen Wert hat \(P(\Omega)\)?

Lösung

1. Es gilt \(A\cap\overline{A}=\emptyset\) und \(A\cup\overline{A}=\Omega\). 2. Nach der Additivität für disjunkte Ereignisse ist \(P(A\cup\overline{A})=P(A)+P(\overline{A})\). 3. Wegen der Normierung gilt \(P(\Omega)=1\). 4. Damit ist \(1=P(A)+P(\overline{A})\), also \(P(\overline{A})=1-P(A)\).

Antwort

\(P(\overline{A})=1-P(A)\)
55714012
Jana notiert vier Aussagen über Wahrscheinlichkeiten: I. Für jedes Ereignis \(A\) gilt \(P(A)\ge0\). II. \(P(\Omega)=1\). III. Für disjunkte Ereignisse \(A\) und \(B\) gilt \(P(A\cup B)=P(A)+P(B)\). IV. Für jedes Ereignis \(A\) gilt \(P(\overline{A})=1-P(A)\). Welche Aussagen sind Kolmogorow-Axiome und welche ist eine daraus abgeleitete Folgerung? Begründe die Einordnung von IV kurz.

Denkanstöße

- Welche drei Grundforderungen definieren eine Wahrscheinlichkeitsfunktion? - Ist die Gegenereignisregel selbst eine Grundforderung oder lässt sie sich aus Grundforderungen herleiten? - Nutze für IV die Zerlegung von \(\Omega\) in \(A\) und \(\overline{A}\).

Lösung

1. I ist das Nichtnegativitätsaxiom. 2. II ist das Normierungsaxiom. 3. III ist das Additivitätsaxiom für disjunkte Ereignisse. 4. IV ist kein zusätzliches Axiom. Da \(A\) und \(\overline{A}\) disjunkt sind und \(A\cup\overline{A}=\Omega\) gilt, folgt aus III und II: \(P(A)+P(\overline{A})=1\). Daher ist \(P(\overline{A})=1-P(A)\).

Antwort

I, II und III sind Kolmogorow-Axiome. IV ist eine daraus abgeleitete Folgerung.
42716412
Ein Zufallsexperiment hat die Ergebnismenge \(\Omega = \{e_1; e_2; e_3; e_4\}\). Es ist bekannt, dass das Ergebnis \(e_1\) mit der Wahrscheinlichkeit \(P(e_1) = 0{,}2\) eintritt. Die Wahrscheinlichkeiten der übrigen Ergebnisse stehen im Verhältnis \(P(e_2) : P(e_3) : P(e_4) = 1 : 2 : 5\). a) Ermittle die Wahrscheinlichkeitsverteilung für diesen Ergebnisraum. b) Bestimme für die Ereignisse \(E = \{e_1; e_3\}\) und \(F = \{e_2; e_3\}\) die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\), \(P(F)\), \(P(E \cap F)\) und \(P(E \cup F)\).

Denkanstöße

- Denk daran, dass die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Zufallsexperiment immer genau 1 sein muss. - Berechne zuerst, wie viel Wahrscheinlichkeit für die restlichen Ergebnisse übrig bleibt, nachdem du den bekannten Wert abgezogen hast. - Wie kannst du diesen Restbetrag fair auf die Anteile im Verhältnis aufteilen? - Für die Mengenoperationen: Welche Elemente liegen in beiden Mengen, und welche liegen in mindestens einer der beiden Mengen?

Lösung

1. Da die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben muss, beträgt die Summe für die verbleibenden Ergebnisse: \(P(e_2) + P(e_3) + P(e_4) = 1 - 0{,}2 = 0{,}8\). 2. Aufteilung der restlichen \(0{,}8\) gemäß dem Verhältnis \(1 : 2 : 5\). Die Summe der Verhältnisanteile ist \(1 + 2 + 5 = 8\). 3. Wert eines Anteils: \(0{,}8 : 8 = 0{,}1\). 4. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten: \(P(e_2) = 1 \cdot 0{,}1 = 0{,}1\) \(P(e_3) = 2 \cdot 0{,}1 = 0{,}2\) \(P(e_4) = 5 \cdot 0{,}1 = 0{,}5\) 5. Berechnung der Ereigniswahrscheinlichkeiten: \(P(E) = P(e_1) + P(e_3) = 0{,}2 + 0{,}2 = 0{,}4\) \(P(F) = P(e_2) + P(e_3) = 0{,}1 + 0{,}2 = 0{,}3\) 6. Schnittmenge \(E \cap F = \{e_3\}\): \(P(E \cap F) = 0{,}2\). 7. Vereinigungsmenge \(E \cup F = \{e_1; e_2; e_3\}\): \(P(E \cup F) = 0{,}2 + 0{,}1 + 0{,}2 = 0{,}5\).

Antwort

a) \(P(e_1) = 0{,}2\); \(P(e_2) = 0{,}1\); \(P(e_3) = 0{,}2\); \(P(e_4) = 0{,}5\) b) \(P(E) = 0{,}4\); \(P(F) = 0{,}3\); \(P(E \cap F) = 0{,}2\); \(P(E \cup F) = 0{,}5\)
42716612
Ein spezieller sechsseitiger Würfel ist so gezinkt, dass die Augenzahl \(6\) doppelt so wahrscheinlich ist wie jede der anderen fünf Augenzahlen. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis \(6\) unter Verwendung der Kolmogorow-Axiome. 2. Begründe, warum eine Laplace-Wahrscheinlichkeit für die Bestimmung dieses Werts nicht geeignet ist.

Denkanstöße

- Was fordert das Normierungsaxiom für die Summe aller sechs Einzelwahrscheinlichkeiten? - Wie kannst du die fünf gleich großen Wahrscheinlichkeiten und die doppelt so große Wahrscheinlichkeit der \(6\) mit einer Variablen ausdrücken? - Welche Voraussetzung braucht eine Laplace-Wahrscheinlichkeit?

Lösung

1. Sei \(p\) die Wahrscheinlichkeit für jede der Augenzahlen \(1\) bis \(5\). Für die Augenzahl \(6\) gilt dann die Wahrscheinlichkeit \(2p\). Nach dem Normierungsaxiom ist \(5p+2p=1\). Daher ist \(p=\frac17\) und somit \(P(6)=\frac27\approx0{,}2857\). 2. Eine Laplace-Wahrscheinlichkeit setzt gleich wahrscheinliche Elementarereignisse voraus. Beim gezinkten Würfel ist diese Voraussetzung ausdrücklich verletzt. Die Formel \(P(A)=\frac{|A|}{|\Omega|}\) ist daher für die Augenzahlen dieses Würfels nicht anwendbar.

Antwort

1. \(P(6)=\frac27\approx0{,}2857\) 2. Eine Laplace-Wahrscheinlichkeit ist nicht anwendbar, weil die sechs Elementarereignisse nicht gleich wahrscheinlich sind.
42716812
Gegeben ist ein Ergebnisraum \(\Omega = \{\omega_1, \omega_2, \omega_3\}\). Für die Ereignisse \(A = \{\omega_1, \omega_2\}\) und \(B = \{\omega_2, \omega_3\}\) sind die Wahrscheinlichkeiten \(P(A) = 0{,}55\) und \(P(B) = 0{,}75\) bekannt. Berechne die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse und gib alle möglichen Ereignisse \(E \subseteq \Omega\) mit ihren jeweiligen Wahrscheinlichkeiten an.

Denkanstöße

- Nutze die Eigenschaft, dass die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller Ergebnisse immer 1 ergibt. - Überlege, welches Ergebnis nicht in Ereignis A enthalten ist. Wie hängen deren Wahrscheinlichkeiten zusammen? - Wie viele Teilmengen hat eine Menge mit drei Elementen? - Ein Ereignis ist eine Teilmenge des Ergebnisraums. Addiere einfach die Wahrscheinlichkeiten der enthaltenen Ergebnisse.

Lösung

1. Anwendung der Axiome: \(P(\omega_1) + P(\omega_2) + P(\omega_3) = 1\). 2. Bestimmung von \(P(\omega_3)\) über das Komplement von \(A\): \(P(\omega_3) = 1 - P(A) = 1 - 0{,}55 = 0{,}45\). 3. Bestimmung von \(P(\omega_1)\) über das Komplement von \(B\): \(P(\omega_1) = 1 - P(B) = 1 - 0{,}75 = 0{,}25\). 4. Berechnung von \(P(\omega_2)\): \(P(\omega_2) = 1 - 0{,}25 - 0{,}45 = 0{,}30\). 5. Auflistung aller Teilmengen von \(\Omega\) und Summation der entsprechenden Elementarwahrscheinlichkeiten: \(\emptyset \to 0\) \(\{\omega_1\} \to 0{,}25\) \(\{\omega_2\} \to 0{,}30\) \(\{\omega_3\} \to 0{,}45\) \(\{\omega_1, \omega_2\} \to 0{,}55\) \(\{\omega_1, \omega_3\} \to 0{,}25 + 0{,}45 = 0{,}70\) \(\{\omega_2, \omega_3\} \to 0{,}75\) \(\{\omega_1, \omega_2, \omega_3\} \to 1\)

Antwort

Die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse sind: \(P(\omega_1) = 0{,}25\); \(P(\omega_2) = 0{,}30\); \(P(\omega_3) = 0{,}45\). Alle möglichen Ereignisse und ihre Wahrscheinlichkeiten sind: \(P(\emptyset) = 0\) \(P(\{\omega_1\}) = 0{,}25\) \(P(\{\omega_2\}) = 0{,}30\) \(P(\{\omega_3\}) = 0{,}45\) \(P(\{\omega_1, \omega_2\}) = 0{,}55\) \(P(\{\omega_1, \omega_3\}) = 0{,}70\) \(P(\{\omega_2, \omega_3\}) = 0{,}75\) \(P(\Omega) = 1\)
42717312
In der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie nach Laplace wird bei einem Experiment mit \(n\) gleich wahrscheinlichen Ergebnissen die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses \(A\) durch den Quotienten \(P(A) = \frac{|A|}{n}\) definiert. Damit diese Definition mathematisch konsistent ist, muss sie die Axiome von Kolmogorow erfüllen. Weise allgemein nach, dass dieser Laplace-Ansatz für einen endlichen Ergebnisraum \(\Omega\) mit \(|\Omega| = n\) die folgenden drei Axiome erfüllt: 1. Nichtnegativität: \(P(A) \ge 0\) für jedes Ereignis \(A \subseteq \Omega\). 2. Normierung: \(P(\Omega) = 1\). 3. Additivität: Für zwei unvereinbare Ereignisse \(A, B \subseteq \Omega\) gilt \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\).

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Werte die Anzahl der Elemente einer Teilmenge \(|A|\) im Vergleich zur Gesamtmenge \(n\) annehmen kann. - Was passiert mit der Anzahl der günstigen Ergebnisse, wenn du das sichere Ereignis \(\Omega\) betrachtest? - Wenn zwei Mengen keine gemeinsamen Elemente haben, wie berechnet man dann die Anzahl der Elemente in ihrer Vereinigung?

Lösung

1. Nichtnegativität: Da die Mächtigkeit einer Menge \(|A|\) stets eine natürliche Zahl oder Null ist (\(|A| \in \{0, 1, \dots, n\}\)) und die Gesamtzahl der Ergebnisse \(n > 0\) ist, folgt für den Quotienten unmittelbar \(P(A) = \frac{|A|}{n} \ge 0\). 2. Normierung: Setzt man für das Ereignis den gesamten Ergebnisraum ein (\(A = \Omega\)), so gilt \(|A| = n\). Daraus ergibt sich \(P(\Omega) = \frac{n}{n} = 1\). 3. Additivität: Sind \(A\) und \(B\) unvereinbar (\(A \cap B = \emptyset\)), so enthält die Vereinigungsmenge genau die Summe der Elemente der Einzelmengen, also \(|A \cup B| = |A| + |B|\). Einsetzen in die Laplace-Formel liefert \(P(A \cup B) = \frac{|A| + |B|}{n} = \frac{|A|}{n} + \frac{|B|}{n} = P(A) + P(B)\).

Antwort

Die Laplace-Wahrscheinlichkeit erfüllt die Axiome, da: 1. \(|A| \ge 0 \implies \frac{|A|}{n} \ge 0\). 2. \(|\Omega| = n \implies \frac{n}{n} = 1\). 3. \(|A \cup B| = |A| + |B|\) für disjunkte Mengen direkt zur Summe der Brüche führt.
42717412
Nach \(N\) Wiederholungen eines Zufallsexperiments bezeichnet \(h_N(A)=\frac{H_N(A)}{N}\) die beobachtete relative Häufigkeit eines Ereignisses \(A\). Relative Häufigkeiten sind die Datenbasis des frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriffs. Zeige für eine feste Versuchsreihe rechnerisch, dass die Funktion \(h_N\) formal die drei Kolmogorow-Axiome erfüllt: Nichtnegativität \(h_N(A)\ge0\), Normierung \(h_N(\Omega)=1\) und Additivität \(h_N(A\cup B)=h_N(A)+h_N(B)\) für unvereinbare Ereignisse \(A\) und \(B\). Erkläre anschließend kurz, warum \(h_N(A)\) trotz dieser Eigenschaften eine beobachtete relative Häufigkeit und nicht automatisch die zugrunde liegende Modellwahrscheinlichkeit ist.

Denkanstöße

- Welche Werte kann eine absolute Häufigkeit annehmen? - Wie oft tritt bei \(N\) Durchführungen irgendein Ergebnis aus \(\Omega\) ein? - Was bedeutet „unvereinbar“ für das Zählen derselben Versuchsdurchführung? - Worin unterscheidet sich ein beobachteter Wert aus endlich vielen Versuchen von einem Parameter des Wahrscheinlichkeitsmodells?

Lösung

1. Die absolute Häufigkeit \(H_N(A)\) ist nichtnegativ. Für \(N>0\) folgt daher \(h_N(A)=\frac{H_N(A)}{N}\ge0\). 2. Bei jeder der \(N\) Durchführungen tritt ein Ergebnis aus \(\Omega\) ein. Daher ist \(H_N(\Omega)=N\) und somit \(h_N(\Omega)=1\). 3. Sind \(A\) und \(B\) unvereinbar, kann kein Versuch gleichzeitig zu beiden Ereignissen zählen. Deshalb ist \(H_N(A\cup B)=H_N(A)+H_N(B)\). Nach Division durch \(N\) folgt \(h_N(A\cup B)=h_N(A)+h_N(B)\). 4. Die Funktion \(h_N\) erfüllt damit für die konkrete Versuchsreihe dieselben formalen Regeln. Ihre Werte stammen jedoch aus endlich vielen Beobachtungen. Im frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff wird die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit über das langfristige Verhalten relativer Häufigkeiten interpretiert; ein einzelner endlicher Wert \(h_N(A)\) ist daher ein Datenwert beziehungsweise Schätzwert, nicht automatisch die Modellwahrscheinlichkeit selbst.

Antwort

\(h_N(A)\ge0\), weil \(H_N(A)\ge0\); \(h_N(\Omega)=1\), weil \(H_N(\Omega)=N\); und für unvereinbare \(A,B\) folgt aus \(H_N(A\cup B)=H_N(A)+H_N(B)\) nach Division durch \(N\) die Additivität. Trotzdem ist \(h_N(A)\) zunächst eine beobachtete relative Häufigkeit und nicht automatisch die zugrunde liegende Modellwahrscheinlichkeit.
42717712
Gegeben ist ein Wahrscheinlichkeitsraum \((\Omega, \mathcal{E}, P)\). a) Leite aus den Axiomen von Kolmogorow die Formel für die Wahrscheinlichkeit des Komplementärereignisses \(P(\overline{A}) = 1 - P(A)\) her. b) Es seien \(A\) und \(B\) zwei Ereignisse mit \(A \subseteq B\). Begründe mithilfe der Axiome, dass die Beziehung \(P(B) = P(A) + P(B \setminus A)\) gelten muss. Folgere daraus die Monotonie der Wahrscheinlichkeit, also dass \(P(A) \le P(B)\) ist.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie man den gesamten Ergebnisraum mithilfe eines Ereignisses und seines Gegenteils ausdrücken kann. - Welches Axiom macht eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des gesamten Ergebnisraums? - Wenn eine Menge in einer anderen enthalten ist, wie kannst du die größere Menge in zwei disjunkte (überschneidungsfreie) Teile zerlegen? - Welches Axiom garantiert, dass Wahrscheinlichkeiten niemals negativ sind?

Lösung

1. Zerlegung des Ergebnisraums: Da \(A \cup \overline{A} = \Omega\) und \(A \cap \overline{A} = \emptyset\) (disjunkt), folgt aus dem Additivitätsaxiom (Axiom 3): \(P(A \cup \overline{A}) = P(A) + P(\overline{A})\). 2. Anwendung der Normiertheit: Nach Axiom 2 ist \(P(\Omega) = 1\). Durch Gleichsetzen erhält man \(P(A) + P(\overline{A}) = 1\), woraus durch Umformung \(P(\overline{A}) = 1 - P(A)\) folgt. 3. Zerlegung von \(B\): Wenn \(A \subseteq B\), kann \(B\) als Vereinigung der disjunkten Mengen \(A\) und \(B \setminus A\) dargestellt werden: \(B = A \cup (B \setminus A)\). 4. Anwendung von Axiom 3: Es gilt \(P(B) = P(A) + P(B \setminus A)\). 5. Schlussfolgerung: Da nach Axiom 1 (Nichtnegativität) stets \(P(B \setminus A) \ge 0\) gilt, muss \(P(B) \ge P(A)\) sein.

Antwort

a) \(P(\overline{A}) = 1 - P(A)\) b) \(P(B) = P(A) + P(B \setminus A)\), woraus wegen \(P(B \setminus A) \ge 0\) folgt: \(P(A) \le P(B)\).
42717912
Ein Zufallsexperiment hat die Ergebnismenge \(\Omega = \{e_1, e_2, e_3\}\). Es werden folgende Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse vorgeschlagen: 1. \(P(\{e_1, e_2\}) = 0{,}3\) 2. \(P(\{e_2, e_3\}) = 0{,}6\) Untersuche unter expliziter Verwendung der Axiome von Kolmogorow, ob eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung existieren kann. Bestimme dazu die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse und prüfe die Axiome.

Denkanstöße

- Was besagen die drei Axiome von Kolmogorow über die Summe aller Wahrscheinlichkeiten und über die Vorzeichen einzelner Wahrscheinlichkeiten? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten von Teilmengen mit den Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse zusammen? - Kannst du ein Gleichungssystem aufstellen, um die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ergebnisse zu berechnen? - Überprüfe am Ende, ob alle berechneten Werte im erlaubten Bereich liegen.

Lösung

1. Nach dem Normiertheitsaxiom gilt \(P(\Omega) = P(\{e_1, e_2, e_3\}) = 1\). 2. Da die Elementarereignisse disjunkt sind, gilt nach dem Additivitätsaxiom \(P(\{e_1, e_2\}) + P(\{e_3\}) = P(\Omega)\). 3. Einsetzen der gegebenen Werte ergibt \(0{,}3 + P(\{e_3\}) = 1\), woraus \(P(\{e_3\}) = 0{,}7\) folgt. 4. Analog gilt \(P(\{e_2, e_3\}) = P(\{e_2\}) + P(\{e_3\})\). Einsetzen ergibt \(0{,}6 = P(\{e_2\}) + 0{,}7\), woraus \(P(\{e_2\}) = -0{,}1\) folgt. 5. Aus \(P(\{e_1, e_2\}) = P(\{e_1\}) + P(\{e_2\})\) folgt \(0{,}3 = P(\{e_1\}) - 0{,}1\), also \(P(\{e_1\}) = 0{,}4\). 6. Das Axiom der Nichtnegativität besagt, dass für jedes Ereignis \(A\) gelten muss: \(P(A) \geq 0\). 7. Da \(P(\{e_2\}) = -0{,}1 < 0\), ist dieses Axiom verletzt. Eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung kann daher nicht existieren.

Antwort

Eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung kann nicht existieren. Die Berechnung der Elementarereignisse ergibt \(P(\{e_1\}) = 0{,}4\), \(P(\{e_2\}) = -0{,}1\) und \(P(\{e_3\}) = 0{,}7\). Da \(P(\{e_2\}) < 0\) ist, wird das Axiom der Nichtnegativität verletzt.
42718112
Ein Glücksrad ist in drei Sektoren unterteilt: Gold, Silber und Bronze. Bei einer Drehung wird genau einer dieser Sektoren bestimmt; die Ereignisse \(G\) (Gold), \(S\) (Silber) und \(B\) (Bronze) sind somit paarweise unvereinbar. Folgende Wahrscheinlichkeiten für kombinierte Ereignisse sind bekannt: Die Wahrscheinlichkeit für „Gold oder Silber“ beträgt \(P(G \cup S) = 0{,}35\). Die Wahrscheinlichkeit für „Silber oder Bronze“ beträgt \(P(S \cup B) = 0{,}85\). Die Wahrscheinlichkeit für „Gold oder Bronze“ beträgt \(P(G \cup B) = 0{,}80\). Berechne die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Sektoren \(P(G)\), \(P(S)\) und \(P(B)\).

Denkanstöße

- Was bedeutet es für die Berechnung der Wahrscheinlichkeiten, wenn Ereignisse unvereinbar sind? - Kannst du ein Gleichungssystem mit den drei gesuchten Wahrscheinlichkeiten aufstellen? - Überlege, was passiert, wenn du alle gegebenen Gleichungen addierst. - Wie hängen die Summen von zwei Ereignissen mit der Summe aller drei Ereignisse zusammen?

Lösung

1. Da die Ereignisse paarweise unvereinbar sind, gilt nach dem Additivitätsaxiom: \(P(G) + P(S) = 0{,}35\), \(P(S) + P(B) = 0{,}85\) und \(P(G) + P(B) = 0{,}80\). 2. Durch Addition der drei Gleichungen erhält man \(2 \cdot (P(G) + P(S) + P(B)) = 0{,}35 + 0{,}85 + 0{,}80 = 2{,}00\). 3. Daraus folgt für die Gesamtwahrscheinlichkeit der drei Sektoren: \(P(G \cup S \cup B) = P(G) + P(S) + P(B) = 1{,}00\). 4. Die Einzelwahrscheinlichkeiten ergeben sich durch Subtraktion der gegebenen Summen von der Gesamtsumme: \(P(B) = 1{,}00 - 0{,}35 = 0{,}65\) \(P(G) = 1{,}00 - 0{,}85 = 0{,}15\) \(P(S) = 1{,}00 - 0{,}80 = 0{,}20\)

Antwort

\(P(G) = 0{,}15\); \(P(S) = 0{,}20\); \(P(B) = 0{,}65\)
42718212
Für drei paarweise unvereinbare Ereignisse \(A\), \(B\) und \(C\) sind folgende Informationen gegeben: Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines dieser Ereignisse eintritt, liegt bei \(90\,\%\). Das Ereignis \(A\) tritt mit einer halb so großen Wahrscheinlichkeit ein wie das Ereignis \(B\). Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von \(B\) oder \(C\) beträgt \(70\,\%\). Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\).

Denkanstöße

- Übersetze die textlichen Formulierungen (wie „halb so groß“ oder „mindestens eines“) in mathematische Gleichungen. - Nutze die Eigenschaft der Unvereinbarkeit, um die Wahrscheinlichkeit von Vereinigungen als Summen zu schreiben. - Versuche, eine Unbekannte nach der anderen durch Einsetzen zu bestimmen.

Lösung

1. Aufgrund der paarweisen Unvereinbarkeit gilt: \(P(A) + P(B) + P(C) = 0{,}90\). 2. Aus den weiteren Bedingungen ergeben sich die Gleichungen \(P(A) = 0{,}5 \cdot P(B)\) und \(P(B) + P(C) = 0{,}70\). 3. Setzt man die dritte Gleichung in die erste ein, erhält man \(P(A) + 0{,}70 = 0{,}90\), woraus \(P(A) = 0{,}20\) folgt. 4. Mit der Bedingung \(P(A) = 0{,}5 \cdot P(B)\) ergibt sich \(0{,}20 = 0{,}5 \cdot P(B)\), also \(P(B) = 0{,}40\). 5. Einsetzen in \(P(B) + P(C) = 0{,}70\) liefert \(0{,}40 + P(C) = 0{,}70\), woraus \(P(C) = 0{,}30\) folgt.

Antwort

\(P(A) = 0{,}20\); \(P(B) = 0{,}40\); \(P(C) = 0{,}30\)
42718312
Zwei Ereignisse \(A\) und \(B\) eines Zufallsexperiments besitzen die Wahrscheinlichkeiten \(P(A) = 0{,}7\) und \(P(B) = 0{,}4\). 1. Begründe, warum die Ereignisse \(A\) und \(B\) nicht unvereinbar sein können. 2. Bestimme das Intervall aller möglichen Werte für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung \(P(A \cup B)\).

Denkanstöße

- Was weißt du über den maximalen Wert, den eine Wahrscheinlichkeit annehmen kann? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung zweier Ereignisse, wenn sie sich überschneiden? - Überlege dir, wie die Mengen zueinander liegen müssen, damit die Vereinigung so klein wie möglich wird. - Kann die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten größer als die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung sein?

Lösung

1. Nach der Additionsregel gilt \(P(A\cup B)=P(A)+P(B)-P(A\cap B)\). Da \(P(A\cup B)\leq1\), folgt \(1{,}1-P(A\cap B)\leq1\) und damit \(P(A\cap B)\geq0{,}1\). Die Schnittwahrscheinlichkeit ist also positiv; daher können \(A\) und \(B\) nicht unvereinbar sein. 2. Der größte mögliche Wert von \(P(A\cup B)\) ist \(1\), entsprechend der kleinsten möglichen Schnittwahrscheinlichkeit \(0{,}1\). Der kleinste Wert der Vereinigung ist \(0{,}7\); er tritt ein, wenn \(B\subseteq A\) und somit \(P(A\cap B)=0{,}4\) gilt. Daher ist \(P(A\cup B)\in[0{,}7;1]\).

Antwort

1. Die Summe \(P(A) + P(B) = 1{,}1\) übersteigt den maximal zulässigen Wert \(1\) für \(P(A \cup B)\). Da \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) \le 1\) gelten muss, folgt \(P(A \cap B) \ge 0{,}1\). Somit sind die Ereignisse nicht unvereinbar. 2. Das Intervall ist \([0{,}7; 1]\).
42718412
Gegeben sind zwei beliebige Ereignisse \(E_1\) und \(E_2\). Leite die Ungleichung \(P(E_1 \cup E_2) \le P(E_1) + P(E_2)\) her, indem du das Axiom für die Wahrscheinlichkeit unvereinbarer Ereignisse (Additivität) nutzt. Hinweis: Zerlege die Menge \(E_1 \cup E_2\) in zwei disjunkte (unvereinbare) Teilmengen, von denen eine \(E_1\) ist.

Denkanstöße

- Erinnere dich an das Axiom für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung von Mengen, die keine gemeinsamen Elemente haben. - Wie kannst du die Fläche von zwei überlappenden Kreisen so aufteilen, dass du nur nicht-überlappende Teile hast? - Welche Beziehung besteht zwischen der Wahrscheinlichkeit einer Teilmenge und der Wahrscheinlichkeit der gesamten Menge?

Lösung

1. Die Vereinigungsmenge lässt sich als Vereinigung zweier disjunkter Mengen darstellen: \(E_1 \cup E_2 = E_1 \cup (E_2 \setminus E_1)\). Dabei ist \(E_2 \setminus E_1\) die Menge aller Ergebnisse, die in \(E_2\), aber nicht in \(E_1\) liegen. 2. Nach dem Axiom für unvereinbare Ereignisse gilt: \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2 \setminus E_1)\). 3. Außerdem gilt die disjunkte Zerlegung \(E_2 = (E_2 \setminus E_1) \mathbin{\dot\cup} (E_1 \cap E_2)\). Mit Additivität und Nichtnegativität folgt \(P(E_2) = P(E_2 \setminus E_1) + P(E_1 \cap E_2) \ge P(E_2 \setminus E_1)\). 4. Durch Ersetzen im Term aus Schritt 2 erhält man die gesuchte Beziehung: \(P(E_1 \cup E_2) \le P(E_1) + P(E_2)\).

Antwort

Durch die disjunkte Zerlegung \(E_1 \cup E_2 = E_1 \cup (E_2 \cap \overline{E_1})\) folgt mit dem Additivitätsaxiom \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2 \cap \overline{E_1})\). Da \(E_2 = (E_2 \cap \overline{E_1}) \mathbin{\dot\cup} (E_1 \cap E_2)\) gilt, folgt aus Additivität und Nichtnegativität \(P(E_2 \cap \overline{E_1}) \le P(E_2)\). Einsetzen ergibt \(P(E_1 \cup E_2) \le P(E_1) + P(E_2)\).
42718612
Ein Zufallsexperiment hat die Ergebnismenge \(\Omega\), die durch die Ereignisse \(E_1\), \(E_2\) und \(E_3\) vollständig und überschneidungsfrei zerlegt wird. Die Wahrscheinlichkeit für \(E_1\) beträgt \(0{,}25\). Zudem ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit von \(E_2\) genau zwei Drittel der Wahrscheinlichkeit von \(E_3\) entspricht. a) Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_2)\) und \(P(E_3)\). b) Erläutere, warum es sich bei diesem Zufallsexperiment nicht um ein Laplace-Experiment handeln kann, falls \(E_1, E_2\) und \(E_3\) die einzigen möglichen Ergebnisse (Elementarereignisse) des Experiments sind. c) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_1 \cup E_2)\) und \(P(E_2 \cap E_3)\).

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft müssen die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse in einem Laplace-Experiment erfüllen? - Wenn du weißt, dass eine Menge eine andere zu einem Ganzen ergänzt, wie hängen ihre Wahrscheinlichkeiten zusammen? - Wie verhält sich die Wahrscheinlichkeit der Schnittmenge, wenn zwei Ereignisse keine gemeinsamen Ergebnisse haben? - Versuche, alle unbekannten Wahrscheinlichkeiten durch eine einzige Variable auszudrücken.

Lösung

1. Nutzung der Axiome von Kolmogorow für die Zerlegung: \(P(E_1) + P(E_2) + P(E_3) = 1\). 2. Einsetzen von \(P(E_1) = 0{,}25\) und der Relation \(P(E_2) = \frac{2}{3} \cdot P(E_3)\) in die Summenformel: \(0{,}25 + \frac{2}{3} \cdot P(E_3) + P(E_3) = 1\). 3. Vereinfachen der Gleichung: \(\frac{5}{3} \cdot P(E_3) = 0{,}75\). 4. Berechnung von \(P(E_3)\): \(P(E_3) = 0{,}75 \cdot \frac{3}{5} = \frac{3}{4} \cdot \frac{3}{5} = \frac{9}{20} = 0{,}45\). 5. Berechnung von \(P(E_2)\): \(P(E_2) = \frac{2}{3} \cdot 0{,}45 = 0{,}3\). 6. Bewertung bzgl. Laplace: Ein Laplace-Experiment setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleichwahrscheinlich sind. Da \(P(E_1) = 0{,}25\), \(P(E_2) = 0{,}3\) und \(P(E_3) = 0{,}45\) verschieden sind, ist diese Bedingung nicht erfüllt. 7. Berechnung der Vereinigung disjunkter Ereignisse: \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2) = 0{,}25 + 0{,}3 = 0{,}55\). 8. Da die Ereignisse eine Zerlegung bilden, gilt für den Schnitt disjunkter Mengen \(P(E_2 \cap E_3) = 0\).

Antwort

a) \(P(E_2) = 0{,}3\); \(P(E_3) = 0{,}45\) b) Es liegt kein Laplace-Experiment vor, da die Wahrscheinlichkeiten der Elementarereignisse nicht identisch sind (\(0{,}25 \neq 0{,}3 \neq 0{,}45\)). c) \(P(E_1 \cup E_2) = 0{,}55\); \(P(E_2 \cap E_3) = 0\)
42719012
Betrachte die folgenden drei Aussagen zur Wahrscheinlichkeit: I: „Die Wahrscheinlichkeit, bei einem fairen Tetraederwürfel mit den Zahlen \(1\) bis \(4\) eine Primzahl zu werfen, beträgt \(0{,}5\).“ II: „Aus langjährigen Produktionsdaten einer Maschine ergibt sich eine Defektquote von \(0{,}02\), die als Schätzwert für die Defektwahrscheinlichkeit verwendet wird.“ III: „Eine Funktion \(P\), die jedem Ereignis \(A\) eines Zufallsexperiments eine Zahl zuordnet, heißt Wahrscheinlichkeitsmaß, wenn \(P(\Omega)=1\), \(P(A)\ge0\) und die Additivität für unvereinbare Ereignisse gilt.“ a) Ordne I und II jeweils dem passenden Wahrscheinlichkeitsbegriff zu: Laplace-Wahrscheinlichkeit, frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff oder subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff. Begründe kurz. b) Erläutere, welche Rolle III, also der axiomatische Wahrscheinlichkeitsbegriff nach Kolmogorow, im Verhältnis zu den praktischen Zugängen aus I und II einnimmt.

Denkanstöße

- Entsteht der Zahlenwert durch Gleichwahrscheinlichkeit oder durch beobachtete Daten? - Welche Rolle spielen langfristige relative Häufigkeiten im frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff? - Aussage III beschreibt keine Methode zur Schätzung eines Zahlenwerts, sondern Bedingungen an jede Wahrscheinlichkeitsfunktion.

Lösung

1. Aussage I verwendet eine Laplace-Wahrscheinlichkeit. Beim fairen Tetraeder sind die vier Seiten gleich wahrscheinlich; die Primzahlen \(2\) und \(3\) liefern daher \(P=\frac24=0{,}5\). 2. Aussage II gehört zum frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff. Der Zahlenwert wird aus langfristig beobachteten relativen Häufigkeiten gewonnen und als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet. 3. Aussage III beschreibt den axiomatischen Rahmen. Die Kolmogorow-Axiome legen fest, welche formalen Eigenschaften jede Wahrscheinlichkeitsfunktion erfüllen muss, unabhängig davon, ob konkrete Werte durch Symmetrie, Daten oder eine andere Modellierung motiviert werden.

Antwort

a) I: Laplace-Wahrscheinlichkeit; II: frequentistischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. b) Die Kolmogorow-Axiome bilden den formalen mathematischen Rahmen, dem jede Wahrscheinlichkeitsfunktion genügen muss, unabhängig von der Herkunft ihrer konkreten Werte.
43082812
Ein Spiel nutzt ausschließlich die 8 Pik-Karten eines Skatspiels (7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass). Es besteht der Verdacht, dass die Karten aufgrund von Abnutzung nicht mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen werden. a) Die Wahrscheinlichkeiten für die Karten ohne Bild (7, 8, 9, 10) seien jeweils \(p\). Die Wahrscheinlichkeiten für die übrigen Karten (Bube, Dame, König, Ass) seien jeweils \(1{,}5 \cdot p\). Bestimme den Wert von \(p\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow. b) Berechne unter der in a) genannten Annahme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Es wird eine Bildkarte (Bube, Dame oder König) gezogen“. c) Vergleiche die berechnete Wahrscheinlichkeit für \(E\) mit der Wahrscheinlichkeit, die sich in einem klassischen Laplace-Modell für diesen Stapel ergeben würde.

Denkanstöße

- Was muss für die Summe aller Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Einzelergebnisse in einem Zufallsexperiment immer gelten? - Stelle eine Gleichung auf, in der du alle Karten und ihre jeweiligen Wahrscheinlichkeiten berücksichtigst. - Welche Karten gehören genau zur Menge der „Bildkarten“? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses im Laplace-Fall?

Lösung

1. Anwendung der Normierungsbedingung (Axiom von Kolmogorow): Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten im Ergebnisraum muss 1 ergeben. Es gilt \(4 \cdot p + 4 \cdot (1{,}5 \cdot p) = 1\). Dies vereinfacht sich zu \(4 \cdot p + 6 \cdot p = 10 \cdot p = 1\), woraus \(p = 0{,}1\) folgt. 2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit von \(E\): Das Ereignis \(E\) umfasst die Karten Bube, Dame und König. Jede dieser Karten hat nach der Gewichtung die Wahrscheinlichkeit \(1{,}5 \cdot 0{,}1 = 0{,}15\). Somit ist \(P(E) = 3 \cdot 0{,}15 = 0{,}45\). 3. Vergleich mit Laplace: Im Laplace-Modell hat jede der 8 Karten die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{8} = 0{,}125\). Die Wahrscheinlichkeit für die drei Bildkarten beträgt dort \(P_L(E) = \frac{3}{8} = 0{,}375\). Das gewichtete Modell liefert eine um \(0{,}075\) höhere Wahrscheinlichkeit für Bildkarten.

Antwort

a) \(p = 0{,}1\) b) \(P(E) = 0{,}45\) c) Im Laplace-Modell ist \(P_L(E) = 0{,}375\). Die Wahrscheinlichkeit im gewichteten Modell ist somit höher (\(45\,\%\) gegenüber \(37{,}5\,\%\)).
43082912
Ein fairer 12-seitiger Würfel (ein regelmäßiger Dodekaeder) mit den Augenzahlen von 1 bis 12 wird einmal geworfen. Wir betrachten die folgenden Ereignisse: \(A\): Die Augenzahl ist eine Primzahl. \(B\): Die Augenzahl ist ein Teiler von 12. \(C\): Die Augenzahl ist größer als 8. 1. Gib die Ergebnismengen für die Ereignisse \(A\), \(B\) und \(C\) an. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\) unter der Annahme eines Laplace-Experiments. 3. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „\(A\) oder \(C\)“ (\(A \cup C\)) sowie für das Ereignis „\(B\) und nicht \(C\)“ (\(B \cap \bar{C}\)).

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Zahlen zwischen 1 und 12 die jeweiligen Bedingungen erfüllen. - Bei einem Laplace-Experiment ist die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses das Verhältnis der Anzahl der günstigen Ergebnisse zur Anzahl der möglichen Ergebnisse. - „Oder“ bedeutet in der Mengenlehre die Vereinigung, also alle Elemente, die in mindestens einer der Mengen enthalten sind. - „Und nicht“ bedeutet, dass du die Schnittmenge mit dem Komplementärereignis bildest.

Lösung

1. Ergebnismengen bestimmen: \(A = \{2; 3; 5; 7; 11\}\) (5 Elemente) \(B = \{1; 2; 3; 4; 6; 12\}\) (6 Elemente) \(C = \{9; 10; 11; 12\}\) (4 Elemente) 2. Laplace-Wahrscheinlichkeiten (\(|\Omega| = 12\)): \(P(A) = \frac{5}{12} \approx 0{,}417\) \(P(B) = \frac{6}{12} = 0{,}5\) \(P(C) = \frac{4}{12} = \frac{1}{3} \approx 0{,}333\) 3. Verknüpfte Ereignisse: \(A \cup C = \{2; 3; 5; 7; 9; 10; 11; 12\}\) (8 Elemente), daraus folgt \(P(A \cup C) = \frac{8}{12} = \frac{2}{3} \approx 0{,}667\). \(\bar{C} = \{1; 2; 3; 4; 5; 6; 7; 8\}\). Die Schnittmenge \(B \cap \bar{C}\) enthält alle Teiler von 12, die nicht größer als 8 sind: \(\{1; 2; 3; 4; 6\}\) (5 Elemente). Somit ist \(P(B \cap \bar{C}) = \frac{5}{12} \approx 0{,}417\).

Antwort

1. \(A = \{2; 3; 5; 7; 11\}\), \(B = \{1; 2; 3; 4; 6; 12\}\), \(C = \{9; 10; 11; 12\}\) 2. \(P(A) = \frac{5}{12}\), \(P(B) = \frac{1}{2}\), \(P(C) = \frac{1}{3}\) 3. \(P(A \cup C) = \frac{2}{3}\), \(P(B \cap \bar{C}) = \frac{5}{12}\)
43084712
In einem Modell einer Marktumfrage geben \(45\,\%\) der Befragten an, regelmäßig das Getränk „Lumo“ zu kaufen (Ereignis \(A\)); \(35\,\%\) kaufen regelmäßig das Getränk „Vela“ (Ereignis \(B\)). 1. Bestimme das Intervall \([p_{\min};p_{\max}]\), in dem \(P(A\cup B)\) liegen muss. 2. Interpretiere die untere und die obere Grenze im Sachkontext. Welche Beziehung zwischen den beiden Käufergruppen führt jeweils zu diesen Extremwerten?

Denkanstöße

- Welche allgemeine Additionsregel verknüpft \(P(A\cup B)\) mit der Schnittwahrscheinlichkeit? - Wie groß kann \(P(A\cap B)\) höchstens sein? - Wann überdecken sich die beiden Gruppen maximal und wann gar nicht?

Lösung

1. Es ist \(P(A)=0{,}45\) und \(P(B)=0{,}35\). Mit \(P(A\cup B)=P(A)+P(B)-P(A\cap B)\) ist die Vereinigung am kleinsten, wenn \(B\subseteq A\). Dann ist \(P(A\cup B)=0{,}45\). Sie ist am größten, wenn \(A\cap B=\emptyset\). Dann ist \(P(A\cup B)=0{,}45+0{,}35=0{,}80\). 2. Die untere Grenze bedeutet: Alle Vela-Käufer gehören zugleich zur Lumo-Käufergruppe. Die obere Grenze bedeutet: Niemand gehört zu beiden Käufergruppen.

Antwort

1. \([0{,}45;0{,}80]\) 2. Untere Grenze: \(B\subseteq A\). Obere Grenze: \(A\cap B=\emptyset\).
43084812
Für zwei beliebige Ereignisse \(A\) und \(B\) eines Zufallsexperiments gilt stets die Beziehung: \(P(A) \le P(A \cup B) \le P(A) + P(B)\) 1. Begründe die linke Ungleichung \(P(A) \le P(A \cup B)\) mithilfe der Definition der Vereinigungsmenge und den Axiomen von Kolmogorow. 2. Erkläre, unter welcher mengentheoretischen Bedingung die rechte Gleichheit \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\) eintritt. 3. Zeige, dass die rechte Ungleichung \(P(A \cup B) \le P(A) + P(B)\) unmittelbar aus dem allgemeinen Additionssatz für Wahrscheinlichkeiten folgt.

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Beziehung zwischen einer Menge und ihrer Vereinigung mit einer anderen Menge. - Welche grundlegende Eigenschaft müssen Ereignisse haben, damit man ihre Wahrscheinlichkeiten einfach addieren darf? - Wie lautet die Formel für \(P(A \cup B)\), wenn die Ereignisse nicht disjunkt sind? - Welches Vorzeichen hat die Wahrscheinlichkeit eines Schnittereignisses immer?

Lösung

1. Nach der Definition der Vereinigung gilt \(A \subseteq (A \cup B)\). Es gilt die disjunkte Zerlegung \(A \cup B = A \mathbin{\dot\cup} (B \setminus A)\). Nach Additivität und Nichtnegativität ist \(P(A \cup B) = P(A) + P(B \setminus A) \ge P(A)\). 2. Die Gleichheit \(P(A \cup B) = P(A) + P(B)\) ist insbesondere dann erfüllt, wenn die Ereignisse \(A\) und \(B\) unvereinbar (disjunkt) sind, also \(A \cap B = \emptyset\). Allgemein genügt dafür \(P(A \cap B)=0\); Disjunktheit ist die passende mengentheoretische Bedingung. 3. Der allgemeine Additionssatz lautet \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\). Da Wahrscheinlichkeiten nicht negativ sind (\(P(A \cap B) \ge 0\)), wird von der Summe \(P(A) + P(B)\) entweder Null oder ein positiver Wert subtrahiert, woraus \(P(A \cup B) \le P(A) + P(B)\) folgt.

Antwort

1. Aus \(A \cup B = A \mathbin{\dot\cup} (B \setminus A)\), der Additivität und \(P(B \setminus A) \ge 0\) folgt \(P(A) \le P(A \cup B)\). 2. Eine ausreichende mengentheoretische Bedingung ist \(A \cap B = \emptyset\) (Disjunktheit); allgemein reicht \(P(A \cap B)=0\). 3. Aus \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\) und \(P(A \cap B) \ge 0\) folgt die Behauptung.
43085012
In einem Wahrscheinlichkeitsraum sind zwei Ereignisse \(E\) und \(F\) gegeben. Es ist bekannt, dass \(P(E) = 0{,}65\) und \(P(F) = 0{,}55\). a) Begründe unter Verwendung der Axiome der Wahrscheinlichkeitsrechnung, warum die Ereignisse \(E\) und \(F\) nicht unvereinbar (disjunkt) sein können. b) Bestimme den kleinstmöglichen Wert, den die Wahrscheinlichkeit für das Schnittereignis \(P(E \cap F)\) annehmen kann. c) Angenommen, die Wahrscheinlichkeit für das Oder-Ereignis beträgt \(P(E \cup F) = 0{,}85\). Berechne für diesen Fall \(P(E \cap F)\). d) Berechne für den Fall aus Teilaufgabe c) die Wahrscheinlichkeit, dass keines der beiden Ereignisse eintritt.

Denkanstöße

- Welche Obergrenze gibt es für die Wahrscheinlichkeit eines beliebigen Ereignisses? - Nutze die allgemeine Summenregel \(P(E \cup F) = P(E) + P(F) - P(E \cap F)\), um Zusammenhänge zwischen den Werten herzustellen. - Überlege dir, wie groß die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten im Vergleich zum maximal möglichen Wert 1 ist. - Das Ereignis „keines von beiden“ ist das Gegenteil von „mindestens eines von beiden“.

Lösung

1. Prüfung auf Unvereinbarkeit: Wären \(E\) und \(F\) unvereinbar, müsste laut Additionsaxiom \(P(E \cup F) = P(E) + P(F)\) gelten. Hier wäre \(0{,}65 + 0{,}55 = 1{,}20\). Da Wahrscheinlichkeiten maximal 1 betragen können (\(P(E \cup F) \le 1\)), ist dies unmöglich. Die Ereignisse müssen also eine Schnittmenge besitzen. 2. Minimaler Wert für \(P(E \cap F)\): Da \(P(E \cup F) = P(E) + P(F) - P(E \cap F)\) und \(P(E \cup F) \le 1\), folgt \(P(E \cap F) \ge P(E) + P(F) - 1\). Einsetzen ergibt \(0{,}65 + 0{,}55 - 1 = 0{,}20\). 3. Berechnung von \(P(E \cap F)\) bei \(P(E \cup F) = 0{,}85\): Umstellen der Summenregel ergibt \(P(E \cap F) = P(E) + P(F) - P(E \cup F) = 0{,}65 + 0{,}55 - 0{,}85 = 0{,}35\). 4. Wahrscheinlichkeit des Komplementärereignisses: Die Wahrscheinlichkeit, dass weder \(E\) noch \(F\) eintritt, ist \(P(\overline{E \cup F}) = 1 - P(E \cup F) = 1 - 0{,}85 = 0{,}15\).

Antwort

a) Wären sie unvereinbar, wäre \(P(E \cup F) = 1{,}2 > 1\), was den Axiomen widerspricht. b) \(P(E \cap F)_{\min} = 0{,}20\) c) \(P(E \cap F) = 0{,}35\) d) \(P(\text{keines}) = 0{,}15\)
43085212
Ein idealer Ikosaeder (ein reguläres Polyeder mit 20 Flächen, beschriftet von 1 bis 20) wird einmal geworfen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die Augenzahl durch 4 oder durch 6 teilbar ist. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass die Augenzahl weder durch 3 noch durch 5 teilbar ist. c) Angenommen, der Würfel ist nicht ideal (gezinkt). Die Wahrscheinlichkeiten für die Zahlen 1 bis 19 sind alle gleich groß, während die Wahrscheinlichkeit für die Zahl 20 genau \(0{,}1\) beträgt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis „1“ unter dieser Bedingung.

Denkanstöße

- Achte bei der Teilbarkeit darauf, ob es Zahlen gibt, die in beiden Gruppen vorkommen. - „Weder noch“ lässt sich als Gegenereignis zu „mindestens eine der beiden Bedingungen“ auffassen. - Nutze die Eigenschaft, dass die Summe aller Wahrscheinlichkeiten in einem Zufallsexperiment immer 1 ergeben muss.

Lösung

1. Für a) sei \(A\) das Ereignis „teilbar durch 4“ (\(\{4, 8, 12, 16, 20\}\), \(|A|=5\)) und \(B\) „teilbar durch 6“ (\(\{6, 12, 18\}\), \(|B|=3\)). Die Schnittmenge ist \(A \cap B = \{12\}\) (\(|A \cap B|=1\)). Nach dem Additionssatz: \(P(A \cup B) = \frac{5 + 3 - 1}{20} = \frac{7}{20} = 0{,}35\). 2. Für b) sei \(C\) „teilbar durch 3“ (\(\{3, 6, 9, 12, 15, 18\}\), \(|C|=6\)) und \(D\) „teilbar durch 5“ (\(\{5, 10, 15, 20\}\), \(|D|=4\)). Die Schnittmenge ist \(C \cap D = \{15\}\) (\(|C \cap D|=1\)). Die Mächtigkeit der Vereinigung ist \(6 + 4 - 1 = 9\). Das gesuchte Ereignis ist das Komplement dazu: \(20 - 9 = 11\) günstige Ergebnisse. \(P = \frac{11}{20} = 0{,}55\). 3. Für c) gilt nach den Axiomen von Kolmogorow: \(\sum P(\omega_i) = 1\). Mit \(P(1) = \dots = P(19) = x\) und \(P(20) = 0{,}1\) folgt: \(19x + 0{,}1 = 1\). Daraus ergibt sich \(19x = 0{,}9\), also \(x = \frac{0{,}9}{19} = \frac{9}{190}\).

Antwort

a) \(P = \frac{7}{20} = 0{,}35\) b) \(P = \frac{11}{20} = 0{,}55\) c) \(P(1) = \frac{9}{190} \approx 0{,}0474\)
43085712
In einer Lostrommel befinden sich \(100\) ansonsten baugleiche Kugeln, die von \(1\) bis \(100\) durchnummeriert sind. Es wird eine Kugel zufällig gezogen. Betrachte die folgenden Ereignisse: \(A\): Die gezogene Zahl ist ein Vielfaches von \(8\). \(B\): Die gezogene Zahl ist ein Vielfaches von \(12\). a) Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\) und \(P(B)\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit \(P(A \cup B)\) unter Verwendung des Additionssatzes für allgemeine Ereignisse. c) Begründe kurz, warum die Annahme eines Laplace-Experiments in diesem Kontext gerechtfertigt ist.

Denkanstöße

- Wie viele Zahlen zwischen 1 und 100 sind durch 8 teilbar? - Gibt es Zahlen, die sowohl in Ereignis A als auch in Ereignis B vorkommen? - Welche Formel hilft dir, wenn sich zwei Ereignisse überschneiden? - Wann spricht man in der Stochastik von einem Laplace-Experiment?

Lösung

1. Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(A\): Die Vielfachen von \(8\) bis \(100\) sind \(8, 16, \dots, 96\). Da \(100 : 8 = 12{,}5\), gibt es \(|A| = 12\) günstige Ergebnisse. Somit ist \(P(A) = \frac{12}{100} = 0{,}12\). 2. Anzahl der günstigen Ergebnisse für \(B\): Die Vielfachen von \(12\) bis \(100\) sind \(12, 24, \dots, 96\). Da \(100 : 12 \approx 8{,}33\), gibt es \(|B| = 8\) günstige Ergebnisse. Somit ist \(P(B) = \frac{8}{100} = 0{,}08\). 3. Schnittmenge \(A \cap B\): Gesucht sind die Vielfachen des kleinsten gemeinsamen Vielfachen von \(8\) und \(12\), also von \(24\). Dies sind \(\{24, 48, 72, 96\}\). Es gilt \(|A \cap B| = 4\) und \(P(A \cap B) = \frac{4}{100} = 0{,}04\). 4. Anwendung des Additionssatzes: \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}12 + 0{,}08 - 0{,}04 = 0{,}16\). 5. Begründung Laplace: Ein Laplace-Experiment liegt vor, wenn alle Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben. Dies ist hier gerechtfertigt, da die Kugeln in Form und Gewicht identisch sind und der Ziehungsprozess rein zufällig erfolgt.

Antwort

a) \(P(A) = 0{,}12\); \(P(B) = 0{,}08\) b) \(P(A \cup B) = 0{,}16\) c) Die Annahme ist gerechtfertigt, da alle Kugeln identisch sind und somit die gleiche Chance haben, gezogen zu werden (Gleichwahrscheinlichkeit der Elementarereignisse).
43086112
In einem Behälter befinden sich \(120\) Lose, die von \(1\) bis \(120\) durchnummeriert sind. Ein Los wird zufällig gezogen. Es wird das Ereignis \(E\) betrachtet, dass die gezogene Nummer sowohl durch \(4\) als auch durch \(6\) teilbar ist. Bestimme das Gegenereignis \(\overline{E}\) in Worten sowie die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\) und \(P(\overline{E})\).

Denkanstöße

- Wann ist eine Zahl gleichzeitig durch zwei verschiedene Zahlen teilbar? - Was bedeutet das Wort „Gegenereignis“ für die logische Beschreibung einer Bedingung? - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses und seines Gegenereignisses mathematisch zusammen? - Wie viele Zahlen in deinem Bereich erfüllen die kombinierte Teilbarkeitsregel?

Lösung

1. Identifikation der Bedingungen für \(E\): Eine Zahl ist genau dann durch \(4\) und \(6\) teilbar, wenn sie ein Vielfaches des kleinsten gemeinsamen Vielfachen \(\operatorname{kgV}(4; 6) = 12\) ist. 2. Bestimmung der Mächtigkeit von \(E\): Die Vielfachen von \(12\) im Bereich von \(1\) bis \(120\) sind \(12, 24, 36, 48, 60, 72, 84, 96, 108, 120\). Es gibt somit \(|E| = 10\) günstige Ergebnisse. 3. Berechnung von \(P(E)\): Da es sich um ein Laplace-Experiment mit \(|\Omega| = 120\) handelt, gilt \(P(E) = \frac{10}{120} = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\). 4. Definition des Gegenereignisses \(\overline{E}\): Die gezogene Nummer ist nicht durch \(4\) oder nicht durch \(6\) teilbar (bzw. nicht durch \(12\) teilbar). 5. Berechnung von \(P(\overline{E})\): Über die Komplementärregel ergibt sich \(P(\overline{E}) = 1 - P(E) = 1 - \frac{1}{12} = \frac{11}{12} \approx 0{,}9167\).

Antwort

Das Gegenereignis \(\overline{E}\) lautet: „Die Zahl ist nicht durch \(12\) teilbar“ (oder: „Die Zahl ist nicht sowohl durch \(4\) als auch durch \(6\) teilbar“). Die Wahrscheinlichkeiten betragen \(P(E) = \frac{1}{12} \approx 0{,}0833\) und \(P(\overline{E}) = \frac{11}{12} \approx 0{,}9167\).
43086212
Aus einer Menge von Karten mit den Aufschriften \(1\) bis \(50\) wird eine Karte zufällig ausgewählt. Das Ereignis \(E\) ist definiert als: „Die Zahl auf der Karte ist eine Primzahl oder eine Quadratzahl“. Formuliere das Gegenereignis \(\overline{E}\) und berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E)\) und \(P(\overline{E})\).

Denkanstöße

- Erstelle eine Liste aller Zahlen, die die eine oder die andere Bedingung erfüllen. - Achte darauf, ob es Zahlen gibt, die eventuell beide Bedingungen gleichzeitig erfüllen könnten. - Ist die Zahl \(1\) eine Primzahl? - Wie lautet die Verneinung von „A oder B“?

Lösung

1. Auflistung der Primzahlen bis \(50\): \(2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 23, 29, 31, 37, 41, 43, 47\). Das sind \(15\) Zahlen. 2. Auflistung der Quadratzahlen bis \(50\): \(1, 4, 9, 16, 25, 36, 49\). Das sind \(7\) Zahlen. 3. Prüfung auf Schnittmengen: Da \(1\) keine Primzahl ist und alle anderen Quadratzahlen \(n^2\) für \(n > 1\) zusammengesetzte Zahlen sind, gibt es keine Überschneidungen. 4. Bestimmung der Mächtigkeit von \(E\): \(|E| = 15 + 7 = 22\). 5. Berechnung von \(P(E)\): Bei \(|\Omega| = 50\) ist \(P(E) = \frac{22}{50} = 0{,}44\). 6. Definition von \(\overline{E}\): Die Zahl ist weder eine Primzahl noch eine Quadratzahl. 7. Berechnung von \(P(\overline{E})\): \(P(\overline{E}) = 1 - 0{,}44 = 0{,}56\).

Antwort

Das Gegenereignis \(\overline{E}\) lautet: „Die Zahl ist weder eine Primzahl noch eine Quadratzahl“. Die Wahrscheinlichkeiten sind \(P(E) = 0{,}44\) und \(P(\overline{E}) = 0{,}56\).
43086312
Aus einer Urne mit 150 gleichartigen, von 1 bis 150 nummerierten Kugeln wird eine Kugel zufällig gezogen. Es werden die folgenden Ereignisse betrachtet: \(E_1\): Die gezogene Zahl ist durch 6 teilbar. \(E_2\): Die gezogene Zahl ist durch 10 teilbar. a) Berechne die Wahrscheinlichkeiten \(P(E_1)\) und \(P(E_2)\). b) Bestimme die Ergebnismenge des Ereignisses \(E_1 \cap E_2\) und gib die zugehörige Wahrscheinlichkeit an. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E_1 \cup E_2\). d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gezogene Zahl durch 6, aber nicht durch 10 teilbar ist?

Denkanstöße

- Überlege zuerst, wie viele Zahlen im Bereich bis 150 jeweils die geforderte Eigenschaft erfüllen. - Wie findet man Zahlen, die gleichzeitig durch zwei verschiedene Werte teilbar sind? - Erinnere dich an den Additionssatz für die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung zweier Ereignisse. - Wenn ein Ereignis eintreten soll, ein anderes aber nicht, kannst du das über die Differenz der Mengen betrachten.

Lösung

1. Berechnung von \(P(E_1)\) und \(P(E_2)\): Da es sich um ein Laplace-Experiment handelt, gilt \(P(E) = \frac{|E|}{|\Omega|}\). Mit \(|\Omega| = 150\) ergeben sich \(|E_1| = 150 : 6 = 25\) und \(|E_2| = 150 : 10 = 15\). Somit ist \(P(E_1) = \frac{25}{150} = \frac{1}{6}\) und \(P(E_2) = \frac{15}{150} = \frac{1}{10} = 0{,}1\). 2. Bestimmung von \(E_1 \cap E_2\): Eine Zahl ist genau dann durch 6 und 10 teilbar, wenn sie durch das kleinste gemeinsame Vielfache \(\text{kgV}(6, 10) = 30\) teilbar ist. Die Ergebnismenge ist \(E_1 \cap E_2 = \{30; 60; 90; 120; 150\}\). Es gilt \(|E_1 \cap E_2| = 5\), also \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{5}{150} = \frac{1}{30}\). 3. Berechnung von \(P(E_1 \cup E_2)\): Nach dem Additionssatz gilt \(P(E_1 \cup E_2) = P(E_1) + P(E_2) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{25}{150} + \frac{15}{150} - \frac{5}{150} = \frac{35}{150} = \frac{7}{30}\). 4. Wahrscheinlichkeit für \(E_1 \setminus E_2\): Gesucht ist \(P(E_1 \cap \bar{E_2}) = P(E_1) - P(E_1 \cap E_2) = \frac{25}{150} - \frac{5}{150} = \frac{20}{150} = \frac{2}{15}\).

Antwort

a) \(P(E_1) = \frac{1}{6}\); \(P(E_2) = \frac{1}{10}\) b) \(E_1 \cap E_2 = \{30; 60; 90; 120; 150\}\); \(P(E_1 \cap E_2) = \frac{1}{30}\) c) \(P(E_1 \cup E_2) = \frac{7}{30}\) d) \(P = \frac{2}{15}\)
43086912
In einem Modell einer Umfrage unter \(500\) Personen treiben \(42\,\%\) der Befragten regelmäßig Sport (Ereignis \(S\)), während \(35\,\%\) regelmäßig Bücher lesen (Ereignis \(L\)). Für das Modell gilt außerdem \(P(\overline{S}\cap\overline{L})=0{,}38\). a) Berechne \(P(S\cap L)\). b) Bestimme \(P(L\cap\overline{S})\).

Denkanstöße

- Welches Ereignis ist das Gegenereignis zu „weder Sport noch Lesen“? - Welche Additionsregel verknüpft \(P(S\cup L)\), \(P(S)\), \(P(L)\) und \(P(S\cap L)\)? - Wie zerfällt das Ereignis \(L\) in die beiden disjunkten Fälle mit und ohne \(S\)?

Lösung

1. Aus dem Gegenereignis folgt \(P(S\cup L)=1-P(\overline{S}\cap\overline{L})=1-0{,}38=0{,}62\). 2. Mit dem Additionssatz \(P(S\cup L)=P(S)+P(L)-P(S\cap L)\) erhält man \(P(S\cap L)=0{,}42+0{,}35-0{,}62=0{,}15\). 3. Für Teil b gilt \(P(L\cap\overline{S})=P(L)-P(S\cap L)=0{,}35-0{,}15=0{,}20\).

Antwort

a) \(P(S\cap L)=0{,}15\) b) \(P(L\cap\overline{S})=0{,}20\)
43087112
In einer Lostrommel befinden sich \(100\) Lose mit den Nummern \(1\) bis \(100\). Ein Los wird zufällig gezogen. Es werden die folgenden Ereignisse betrachtet: \(A\): Die gezogene Zahl ist durch \(5\) teilbar. \(B\): Die gezogene Zahl ist durch \(8\) teilbar. \(C\): Die gezogene Zahl ist durch \(20\) teilbar. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten \(P(A)\), \(P(B)\) und \(P(C)\). Berechne anschließend die Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse \(A \cup B\) („Die Zahl ist durch \(5\) oder durch \(8\) teilbar“) und \(A \cap C\) („Die Zahl ist durch \(5\) und durch \(20\) teilbar“).

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, wie viele Zahlen zwischen 1 und 100 die jeweilige Bedingung erfüllen. - Was bedeutet das Wort „oder“ in der Mengenlehre für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit? - Gibt es Zahlen, die in beiden Mengen gleichzeitig vorkommen? - Wie hängen die Bedingungen „durch 5 teilbar“ und „durch 20 teilbar“ logisch zusammen?

Lösung

1. Bestimmung der Mächtigkeiten der Ereignisse im Ergebnisraum \(S = \{1, 2, \dots, 100\}\): \(|A| = \lfloor 100 : 5 \rfloor = 20\) \(|B| = \lfloor 100 : 8 \rfloor = 12\) \(|C| = \lfloor 100 : 20 \rfloor = 5\) 2. Berechnung der Einzelwahrscheinlichkeiten (Laplace-Experiment): \(P(A) = \frac{20}{100} = 0{,}2\) \(P(B) = \frac{12}{100} = 0{,}12\) \(P(C) = \frac{5}{100} = 0{,}05\) 3. Schnittmenge \(A \cap B\): Zahlen, die durch \(\text{kgV}(5, 8) = 40\) teilbar sind: \(\{40, 80\}\). Somit \(|A \cap B| = 2\). 4. Additionssatz für \(P(A \cup B)\): \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B) = 0{,}2 + 0{,}12 - \frac{2}{100} = 0{,}32 - 0{,}02 = 0{,}3\) 5. Schnittmenge \(A \cap C\): Da jede durch \(20\) teilbare Zahl auch durch \(5\) teilbar ist, gilt \(C \subset A\), also \(A \cap C = C\). \(P(A \cap C) = P(C) = 0{,}05\)

Antwort

\(P(A) = 0{,}2\); \(P(B) = 0{,}12\); \(P(C) = 0{,}05\); \(P(A \cup B) = 0{,}3\); \(P(A \cap C) = 0{,}05\)
43087312
In einem Modell einer Befragung nutzen \(75\,\%\) der Personen regelmäßig einen Video-Streaming-Dienst (Ereignis \(S\)); \(65\,\%\) besitzen ein Abonnement für eine Musik-App (Ereignis \(M\)). Eine Person aus dieser Modellgruppe wird zufällig ausgewählt. Bestimme jeweils die kleinst- und die größtmögliche Wahrscheinlichkeit dafür, dass die ausgewählte Person 1. beide Dienste nutzt, 2. mindestens einen der beiden Dienste nutzt.

Denkanstöße

- Wie groß kann der gemeinsame Anteil zweier Gruppen höchstens sein, wenn ihre Einzelanteile feststehen? - Welche Bedingung folgt aus \(P(S\cup M)\le1\) für den kleinstmöglichen Schnitt? - Wie verändert sich \(P(S\cup M)\), wenn der Schnitt größer oder kleiner wird?

Lösung

1. Für den Schnitt gilt höchstens \(P(S\cap M)\le\min(0{,}75;0{,}65)=0{,}65\). 2. Wegen \(P(S\cup M)\le1\) und \(P(S\cup M)=P(S)+P(M)-P(S\cap M)\) gilt \(P(S\cap M)\ge0{,}75+0{,}65-1=0{,}40\). Damit ist \(0{,}40\le P(S\cap M)\le0{,}65\). 3. Für die Vereinigung gilt \(P(S\cup M)=1{,}40-P(S\cap M)\). Beim größtmöglichen Schnitt erhält man die kleinste Vereinigung \(0{,}75\); beim kleinstmöglichen Schnitt die größte Vereinigung \(1\).

Antwort

1. \(0{,}40\le P(S\cap M)\le0{,}65\) 2. \(0{,}75\le P(S\cup M)\le1\)
43088012
In einer Urne befinden sich \(10\) Kugeln, die von \(1\) bis \(10\) durchnummeriert sind. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln ohne Zurücklegen gezogen. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel mit der Nummer \(1\) unter den gezogenen Kugeln ist. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine der beiden Kugeln mit den Nummern \(1\) oder \(2\) gezogen wird. c) Ben behauptet: „Wenn die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Kugel \(3\cdot\frac{1}{10}\) ist, dann muss die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine von zwei bestimmten Kugeln dabei ist, logischerweise \(3\cdot\frac{2}{10}=0{,}6\) sein.“ Überprüfe diese Aussage mithilfe deiner Ergebnisse und erkläre den Denkfehler.

Denkanstöße

- Wie viele Möglichkeiten gibt es, \(3\) Kugeln aus \(10\) zu wählen? - Welche Auswahlen gehören nicht zum Ereignis „mindestens eine der beiden Kugeln“? - Wann darf man Wahrscheinlichkeiten von zwei Ereignissen einfach addieren? - Überlege dir, ob es möglich ist, dass beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.

Lösung

1. Wahrscheinlichkeit für Kugel \(1\): Die Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) aus \(10\) Kugeln zu ziehen, ist \(\binom{10}{3}=120\). Die günstigen Fälle (Kugel \(1\) ist dabei) sind \(\binom{1}{1}\cdot\binom{9}{2}=36\). Damit gilt \(P(\text{Kugel } 1)=\frac{36}{120}=\frac{3}{10}=0{,}3\). 2. Wahrscheinlichkeit für mindestens eine aus \(\{1,2\}\): Berechnung über das Gegenereignis (weder \(1\) noch \(2\) wird gezogen). Die Anzahl der Möglichkeiten, \(3\) Kugeln aus den restlichen \(8\) zu ziehen, ist \(\binom{8}{3}=56\). Die Wahrscheinlichkeit für das Gegenereignis ist \(\frac{56}{120}=\frac{7}{15}\). Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ist \(P(\text{mind. eine})=1-\frac{7}{15}=\frac{8}{15}\approx0{,}533\). 3. Analyse des Denkfehlers: Bens Behauptung ist falsch, da \(0{,}533\neq0{,}6\). Der Fehler liegt darin, dass die Ereignisse „Kugel \(1\) wird gezogen“ und „Kugel \(2\) wird gezogen“ nicht unvereinbar (disjunkt) sind. Es ist möglich, dass beide Kugeln gleichzeitig gezogen werden. Die einfache Addition der Wahrscheinlichkeiten (oder die Verdopplung) zählt den Fall, in dem beide Kugeln in der Auswahl enthalten sind, doppelt.

Antwort

a) \(P=0{,}3\) b) \(P=\frac{8}{15}\approx0{,}533\) c) Die Aussage ist falsch. Der Denkfehler liegt in der Annahme, dass die Ereignisse disjunkt seien; die Schnittmenge (beide Kugeln werden gezogen) wird bei Bens Rechnung fälschlicherweise doppelt gezählt.
43096012
Bei einem Zufallsexperiment werden zwei ideale sechsseitige Würfel unabhängig voneinander geworfen und die Augensumme \(S\) gebildet. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Augensumme höchstens \(4\) oder mindestens \(10\) beträgt. b) Ermittle die Wahrscheinlichkeit des Gegenereignisses zum Ereignis \(E\): „Die Augensumme ist größer als \(3\) und kleiner als \(11\)“.

Denkanstöße

- Überlege, warum die 36 geordneten Würfelpaare gleichwahrscheinlich sind. - Notiere für jede relevante Augensumme die Anzahl der zugehörigen Würfelpaare. - Übersetze die Bedingung \(3<S<11\) zuerst in eine Menge möglicher Summen. - Das Gegenereignis enthält genau die Summen, die nicht zum ursprünglichen Ereignis gehören.

Lösung

1. Wegen Idealität und Unabhängigkeit sind die \(6\cdot6=36\) geordneten Ergebnisse gleichwahrscheinlich. 2. Für \(S\le4\) gibt es \(1+2+3=6\) günstige Ergebnisse, für \(S\ge10\) ebenfalls \(3+2+1=6\). Die Ereignisse sind disjunkt. Daher ist \(P(S\le4\;\text{oder}\;S\ge10)=\frac{12}{36}=\frac13\). 3. Das Ereignis \(E\) entspricht \(S\in\{4,5,6,7,8,9,10\}\). Sein Gegenereignis ist \(\bar E:\;S\in\{2,3,11,12\}\). Dafür gibt es \(1+2+2+1=6\) günstige Ergebnisse, also \(P(\bar E)=\frac6{36}=\frac16\).

Antwort

a) \(P=\frac13\) b) \(P(\bar E)=\frac16\)
42717812
In der axiomatischen Definition der Wahrscheinlichkeit wird die Additivität nur für disjunkte Ereignisse vorausgesetzt. a) Begründe mithilfe der Axiome von Kolmogorow, dass für zwei beliebige Ereignisse \(A\) und \(B\) die Gleichung \(P(A) = P(A \cap B) + P(A \cap \overline{B})\) gilt. b) Nutze die Zerlegung \(A \cup B = (A \cap \overline{B}) \cup B\), um die allgemeine Additionsregel \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\) herzuleiten.

Denkanstöße

- Versuche, ein Ereignis so darzustellen, dass es aus zwei Teilen besteht: dem Teil, der eine bestimmte Bedingung erfüllt, und dem Teil, der sie nicht erfüllt. - Warum sind die Mengen \(A \cap B\) und \(A \cap \overline{B}\) disjunkt? - Wie kannst du die Wahrscheinlichkeit \(P(A \cap \overline{B})\) mithilfe von \(P(A)\) und \(P(A \cap B)\) ausdrücken? - Nutze eine geschickte Zerlegung von \(A \cup B\), bei der eine der Teilmengen bereits das gesamte Ereignis \(B\) ist.

Lösung

1. Disjunkte Zerlegung von \(A\): Das Ereignis \(A\) lässt sich als Vereinigung der Teilmengen schreiben, die entweder in \(B\) liegen oder nicht in \(B\) liegen: \(A = (A \cap B) \cup (A \cap \overline{B})\). Da \((A \cap B) \cap (A \cap \overline{B}) = \emptyset\), sind diese disjunkt. 2. Anwendung von Axiom 3: Es folgt unmittelbar \(P(A) = P(A \cap B) + P(A \cap \overline{B})\). 3. Disjunkte Zerlegung von \(A \cup B\): Die Menge \(A \cup B\) besteht aus allen Elementen von \(B\) und jenen Elementen von \(A\), die nicht in \(B\) liegen. Es gilt \(A \cup B = (A \cap \overline{B}) \cup B\) mit \((A \cap \overline{B}) \cap B = \emptyset\). 4. Anwendung von Axiom 3: \(P(A \cup B) = P(A \cap \overline{B}) + P(B)\). 5. Substitution: Aus der Gleichung in Schritt 2 folgt \(P(A \cap \overline{B}) = P(A) - P(A \cap B)\). 6. Finale Herleitung: Einsetzen in die Gleichung aus Schritt 4 ergibt \(P(A \cup B) = P(A) - P(A \cap B) + P(B)\), was der allgemeinen Additionsregel entspricht.

Antwort

a) \(P(A) = P(A \cap B) + P(A \cap \overline{B})\) b) \(P(A \cup B) = P(A) + P(B) - P(A \cap B)\)
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In einem Modell einer Qualitätskontrolle erfüllt ein Bauteil mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}90\) das Kriterium \(A\), mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}85\) das Kriterium \(B\) und mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}80\) das Kriterium \(C\). Bestimme die kleinst- und die größtmögliche Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig ausgewähltes Bauteil alle drei Kriterien gleichzeitig erfüllt. Begründe beide Grenzen.

Denkanstöße

- Welches Einzelereignis begrenzt den gemeinsamen Schnitt nach oben? - Formuliere das Gegenereignis zu \(A\cap B\cap C\) mit den drei Gegenereignissen. - Wie kannst du die Wahrscheinlichkeit einer Vereinigung nach oben abschätzen? - Wann wären die drei Fehlerereignisse so angeordnet, dass diese Abschätzung genau erreicht wird?

Lösung

1. Für die obere Grenze gilt \(P(A\cap B\cap C)\le\min(P(A),P(B),P(C))=0{,}80\). Diese Grenze ist erreichbar, wenn \(C\subseteq B\subseteq A\) gilt. 2. Die Gegenereignisse haben die Wahrscheinlichkeiten \(P(\overline{A})=0{,}10\), \(P(\overline{B})=0{,}15\) und \(P(\overline{C})=0{,}20\). 3. Mit \(\overline{A\cap B\cap C}=\overline{A}\cup\overline{B}\cup\overline{C}\) und der Vereinigungsabschätzung gilt \(P(\overline{A}\cup\overline{B}\cup\overline{C})\le0{,}10+0{,}15+0{,}20=0{,}45\). Daher ist \(P(A\cap B\cap C)\ge1-0{,}45=0{,}55\). 4. Auch diese untere Grenze ist erreichbar, wenn die drei Fehlerereignisse paarweise unvereinbar sind. Somit liegt die gesuchte Wahrscheinlichkeit genau im Intervall \([0{,}55;0{,}80]\).

Antwort

\(0{,}55\le P(A\cap B\cap C)\le0{,}80\)

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