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Fehler 1. und 2. Art berechnen

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42732012
Beurteile die folgenden Aussagen im Kontext von Hypothesentests auf ihre Korrektheit und begründe deine Entscheidung kurz. a) „Wählt man für einen Test ein kleineres Signifikanzniveau \(\alpha\), so verringert sich bei gleichbleibendem Stichprobenumfang stets auch die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art.“ b) „Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art entspricht bei diskreten Verteilungen (wie der Binomialverteilung) in der Regel nicht exakt dem vorgegebenen Signifikanzniveau \(\alpha\).“ c) „Durch eine Vergrößerung des Stichprobenumfangs \(n\) lassen sich bei konstantem Signifikanzniveau beide Fehlertypen (Fehler erster und zweiter Art) gleichzeitig minimieren.“

Denkanstöße

- Überlege dir, wie sich der Ablehnungsbereich verschiebt, wenn man strengere Anforderungen an die Beweislast stellt. - Denk an das Histogramm einer Binomialverteilung – kannst du jede beliebige Fläche unter den Balken exakt treffen? - Was passiert mit der Genauigkeit einer Schätzung, wenn man mehr Daten sammelt?

Lösung

1. Aussage a) ist falsch. Ein kleineres \(\alpha\) führt zu einem kleineren Ablehnungsbereich. Dadurch wird es schwieriger, die Nullhypothese abzulehnen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Nullhypothese beizubehalten, obwohl sie falsch ist (Fehler zweiter Art \(\beta\)). Es besteht typischerweise ein Zielkonflikt: \(\alpha\) runter \(\implies \beta\) rauf. 2. Aussage b) ist wahr. Da die Binomialverteilung diskret ist, springen die kumulierten Wahrscheinlichkeiten in Stufen. Man sucht das größte \(k\) (oder kleinste \(k\)), sodass die Irrtumswahrscheinlichkeit noch unterhalb von \(\alpha\) liegt. Meistens wird dieser Wert \(\alpha\) nicht genau getroffen, sondern unterschritten. 3. Aussage c) ist wahr. Eine größere Stichprobe liefert mehr Informationen und führt zu einer schmaleren Verteilung der Testgröße. Dadurch kann der Ablehnungsbereich so angepasst werden, dass die Trennschärfe des Tests steigt, wodurch \(\beta\) sinkt, während das Risiko \(\alpha\) kontrolliert bleibt (oder sogar ebenfalls sinkt, falls gewünscht).

Antwort

a) Falsch. Eine Senkung von \(\alpha\) vergrößert im Allgemeinen den Fehler zweiter Art \(\beta\). b) Wahr. Aufgrund der Sprungstellen der diskreten Binomialverteilung wird \(\alpha\) meist nur unterschritten, aber nicht exakt erreicht. c) Wahr. Ein größerer Stichprobenumfang verbessert die Testgüte und ermöglicht die gleichzeitige Reduktion beider Fehlerrisiken.
43105712
Ein Hersteller von Rauchmeldern behauptet, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Fehlalarm bei seinen Geräten höchstens \(1\,\%\) beträgt. Ein Verbraucherschutzverein vermutet jedoch, dass die Quote der Fehlalarme in Wirklichkeit höher ist, und führt eine statistische Untersuchung an einer Stichprobe von \(200\) Geräten durch. a) Formuliere die Nullhypothese \(H_0\) und die Alternativhypothese \(H_1\) aus der Sicht des Verbraucherschutzvereins. b) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. c) Erläutere, welche praktischen Konsequenzen die beiden Fehlerarten für den Hersteller und die Verbraucher haben könnten.

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Aussage als „Status Quo“ oder zu schützende Behauptung gilt. - Was passiert, wenn du eine richtige Behauptung irrtümlich ablehnst? - Was passiert, wenn du eine falsche Behauptung irrtümlich akzeptierst? - Denke an die wirtschaftlichen Folgen für die Firma und die Alltagserfahrungen der Nutzer.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Die Nullhypothese repräsentiert die Behauptung des Herstellers, also \(H_0: p \le 0{,}01\). Die Alternativhypothese des Skeptikers lautet \(H_1: p > 0{,}01\). 2. Beschreibung des Fehlers 1. Art: Man schließt fälschlicherweise auf eine zu hohe Fehlalarmquote (\(H_1\)), obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit höchstens \(1\,\%\) beträgt (\(H_0\) ist wahr). 3. Beschreibung des Fehlers 2. Art: Man erkennt eine erhöhte Fehlalarmquote nicht (\(H_0\) wird beibehalten), obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit in Wirklichkeit über \(1\,\%\) liegt (\(H_1\) ist wahr). 4. Konsequenzen: Ein Fehler 1. Art führt zu einer ungerechtfertigten Rufschädigung des Herstellers und eventuellen Kosten für unnötige Prüfverfahren. Ein Fehler 2. Art belastet die Verbraucher mit unzuverlässigen Geräten, was zu Frustration durch Fehlalarme oder im Extremfall zum Ignorieren echter Alarme führen kann.

Antwort

a) \(H_0: p \le 0{,}01\); \(H_1: p > 0{,}01\) b) Fehler 1. Art: Die Fehlalarmquote wird als zu hoch eingestuft, obwohl sie innerhalb der Herstellerangabe liegt. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich zu hohe Fehlalarmquote wird nicht entdeckt. c) Fehler 1. Art: Rufschädigung für den Hersteller. Fehler 2. Art: Unzuverlässige Geräte für den Verbraucher.
43124612
Ein Smartphone-Hersteller gibt an, dass mindestens \(90\,\%\) der Akkus nach 500 Ladezyklen noch eine Kapazität von über \(80\,\%\) besitzen. Ein Technikmagazin testet diese Angabe mit einer Stichprobe von \(n = 100\) Geräten. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}90\). a) Beschreibe im Sachzusammenhang, welche Fehlentscheidung bei einem Fehler 1. Art und welche bei einem Fehler 2. Art getroffen wird. b) Das Magazin legt fest, dass die Werbebehauptung als widerlegt gilt, wenn höchstens 84 Geräte die versprochene Kapazität aufweisen. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art für diese Entscheidungsregel.

Denkanstöße

- Ein Fehler 1. Art passiert immer dann, wenn die Nullhypothese wahr ist, aber abgelehnt wird. - Überlege dir genau, was die Nullhypothese im Sinne des Herstellers bedeutet. - Für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit musst du den ungünstigsten Fall der Nullhypothese betrachten (den Randwert). - Welche Werte für die Anzahl der funktionierenden Akkus führen dazu, dass man die Behauptung des Herstellers ablehnt?

Lösung

1. Interpretation der Fehlerarten: Ein Fehler 1. Art (\(\alpha\)-Fehler) liegt vor, wenn man fälschlicherweise davon ausgeht, dass weniger als \(90\,\%\) der Akkus die Kapazität halten, obwohl die Herstellerangabe eigentlich korrekt ist (Irrtum zuungunsten des Herstellers). Ein Fehler 2. Art (\(\beta\)-Fehler) liegt vor, wenn man die Angabe des Herstellers akzeptiert, obwohl in Wirklichkeit weniger als \(90\,\%\) der Akkus die Kapazität besitzen (Irrtum zuungunsten der Kunden). 2. Berechnung des Fehlers 1. Art: Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der Akkus mit ausreichender Kapazität. Es gilt \(X \sim B(100; 0{,}90)\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{0, 1, \dots, 84\}\). Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art ist \(P(X \le 84)\) unter der Annahme \(p = 0{,}90\). Mithilfe der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \le 84) \approx 0{,}0399\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: Die Angabe wird als falsch eingestuft, obwohl sie wahr ist. Fehler 2. Art: Die Angabe wird nicht beanstandet, obwohl sie falsch ist. b) \(\alpha = P_{0{,}90}(X \le 84) \approx 0{,}0399\) (bzw. \(3{,}99\,\%\))
42721712
Ein Hersteller von Computerchips gibt an, dass der Anteil defekter Chips in der Produktion höchstens \(5\,\%\) beträgt. Ein Großabnehmer vermutet jedoch eine höhere Fehlerquote und führt eine Qualitätsprüfung an einer Stichprobe von \(200\) Chips durch. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in einer Stichprobe von \(200\) Chips (1) genau der erste und der zweite Chip defekt sind, während alle anderen einwandfrei sind, (2) genau \(8\) Chips defekt sind, unter der Annahme, dass die Angabe des Herstellers mit \(p = 0{,}05\) exakt stimmt. b) Der Abnehmer entscheidet sich für folgenden Signifikanztest: Erhöht sich die Anzahl der defekten Chips in der Stichprobe auf \(15\) oder mehr, so wird die gesamte Lieferung reklamiert. (1) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. (2) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Fehlerquote in Wahrheit \(10\,\%\) beträgt. c) Ermittle, wie viele Chips mindestens geprüft werden müssen, damit mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens \(99\,\%\) mindestens ein defekter Chip gefunden wird, wenn man von einer Fehlerquote von \(5\,\%\) ausgeht.

Denkanstöße

- Unterscheide bei Wahrscheinlichkeiten zwischen einer festen Reihenfolge und einer beliebigen Anordnung. - Überlege dir genau, welche Hypothese beim Fehler 1. Art und welche beim Fehler 2. Art als wahr angenommen wird. - Der Fehler 1. Art bezieht sich auf das fälschliche Ablehnen der Nullhypothese. - Bei der Suche nach einem Mindestumfang hilft oft das Gegenereignis „kein Treffer“. - Denk daran, dass sich bei Ungleichungen das Relationszeichen umkehrt, wenn du durch den Logarithmus einer Zahl kleiner als 1 dividierst.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für Aufgabenteil a: (1) Die Wahrscheinlichkeit für die spezifische Sequenz (defekt, defekt, 198-mal intakt) bei \(p = 0{,}05\) ist \(P = 0{,}05^2 \cdot 0{,}95^{198} \approx 9{,}71 \cdot 10^{-8}\). (2) Mit der Binomialverteilung \(B(200; 0{,}05; 8)\) ergibt sich \(P(X=8) = \binom{200}{8} \cdot 0{,}05^8 \cdot 0{,}95^{192} \approx 0{,}1137\). 2. Analyse des Signifikanztests für Aufgabenteil b: (1) Der Fehler 1. Art ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X \ge 15\) unter der Bedingung \(p = 0{,}05\). \(P(X \ge 15) = 1 - P(X \le 14) \approx 1 - 0{,}9219 = 0{,}0781\). (2) Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(X \le 14\) unter der Bedingung \(p = 0{,}10\). \(P(X \le 14) \approx 0{,}0929\). 3. Bestimmung des Stichprobenumfangs für Aufgabenteil c: Gesucht ist das kleinste \(n\) mit \(P(X \ge 1) \ge 0{,}99\), also \(1 - 0{,}95^n \ge 0{,}99\). Dies führt zu \(0{,}95^n \le 0{,}01\). Logarithmieren ergibt \(n \cdot \ln(0{,}95) \le \ln(0{,}01)\), woraus \(n \ge \frac{\ln(0{,}01)}{\ln(0{,}95)} \approx 89{,}78\) folgt. Somit müssen mindestens \(90\) Chips geprüft werden.

Antwort

a) (1) \(\approx 9{,}71 \cdot 10^{-8}\); (2) \(\approx 11{,}37\,\%\) b) (1) \(\approx 7{,}81\,\%\); (2) \(\approx 9{,}29\,\%\) c) Mindestens \(90\) Chips.
42723112
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln behauptet, dass höchstens \(2\,\%\) seiner Produkte innerhalb der ersten zwei Jahre ausfallen. Ein Baumarkt möchte diese Behauptung prüfen und entnimmt eine Stichprobe von \(500\) LEDs. Es wird vereinbart, die Behauptung des Herstellers (Nullhypothese) abzulehnen, wenn mehr als \(15\) LEDs in der Stichprobe vorzeitig ausfallen. a) Definiere die Testgröße und stelle die Nullhypothese sowie die Gegenhypothese mathematisch auf. b) Gib den Ablehnungsbereich für diesen Test an. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Behauptung des Herstellers irrtümlich abgelehnt wird, obwohl sie mit einer Ausfallrate von genau \(2\,\%\) wahr ist.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welches Ereignis als Erfolg gezählt wird und wie groß die Wahrscheinlichkeit dafür laut Hersteller ist. - Die Nullhypothese ist meistens die Behauptung, die man im Zweifel beibehalten möchte. - Der Ablehnungsbereich enthält alle Werte der Testgröße, die gegen die Nullhypothese sprechen. - Erinnere dich daran, wie man die Wahrscheinlichkeit für einen Bereich von Werten bei der Binomialverteilung mit dem Gegenereignis berechnet.

Lösung

1. Definition der Testgröße \(X\): Anzahl der vorzeitig ausgefallenen LEDs in der Stichprobe (\(n = 500\)). 2. Aufstellen der Hypothesen: Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}02\), die Gegenhypothese \(H_1: p > 0{,}02\). 3. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Da die Behauptung bei mehr als \(15\) Ausfällen abgelehnt wird, ist der Ablehnungsbereich \(K = \{16, 17, \dots, 500\}\). 4. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art: Unter der Annahme \(p = 0{,}02\) ist \(X\) binomialverteilt mit \(B(500; 0{,}02)\). Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ist \(P(X \ge 16) = 1 - P(X \le 15)\). 5. Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \le 15) \approx 0{,}9530\). 6. Die Wahrscheinlichkeit für die irrtümliche Ablehnung beträgt somit \(1 - 0{,}9530 = 0{,}0470\), also ca. \(4{,}70\,\%\).

Antwort

a) \(X\): Anzahl der defekten LEDs; \(H_0: p \le 0{,}02\); \(H_1: p > 0{,}02\) b) \(K = \{16, 17, \dots, 500\}\) c) \(P(X \ge 16) \approx 0{,}0470 = 4{,}70\,\%\)
42723312
Ein Hersteller von Bio-Limonade behauptet, dass mindestens \(30\,\%\) der Konsumenten seine neue Sorte „Zisch-Zitrone“ gegenüber dem Marktführer bevorzugen. Um diese Werbebehauptung kritisch zu prüfen, wird eine Blindverkostung mit \(n = 80\) zufällig ausgewählten Personen durchgeführt. Als Nullhypothese wird die skeptische Sichtweise eingenommen, dass der Anteil derer, die „Zisch-Zitrone“ bevorzugen, höchstens \(30\,\%\) beträgt (\(p_0 = 0{,}3\)). Die Nullhypothese soll abgelehnt werden, wenn mindestens \(32\) Personen die neue Sorte wählen. a) Begründe, unter welchen Bedingungen die Anzahl der Testpersonen, die sich für die neue Sorte entscheiden, als binomialverteilt angesehen werden kann. b) Gib die Nullhypothese \(H_0\) und die Gegenhypothese \(H_1\) sowie den Ablehnungsbereich des Tests an. Handelt es sich um einen linksseitigen oder einen rechtsseitigen Test? c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. Interpretiere diesen Fehler im Sachzusammenhang. d) Nimm Stellung dazu, ob das Testergebnis verallgemeinert werden kann, wenn die Stichprobe ausschließlich vor einem Fitnessstudio erhoben wurde.

Denkanstöße

- Welche Eigenschaften müssen für eine Bernoullikette erfüllt sein? - In welche Richtung weist der Ablehnungsbereich, wenn die Gegenhypothese einen „größeren“ Anteil vermutet? - Der Fehler 1. Art tritt ein, wenn man die Nullhypothese ablehnt, obwohl sie wahr ist. - Überlege, ob die Gruppe vor dem Fitnessstudio den typischen Durchschnittsbürger widerspiegelt.

Lösung

1. Die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl der Personen, die die neue Sorte wählen) ist binomialverteilt, wenn die Versuche unabhängig voneinander sind (die Entscheidung einer Person beeinflusst nicht die der anderen) und die Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) für jede Person konstant bleibt. 2. Hypothesen: \(H_0: p \le 0{,}3\) gegen \(H_1: p > 0{,}3\). Ablehnungsbereich: \(K = \{32; 33; \dots; 80\}\). Es handelt sich um einen rechtsseitigen Test, da große Werte von \(X\) gegen die Nullhypothese sprechen. 3. Fehler 1. Art: \(\alpha = P_{p=0{,}3}(X \ge 32) = 1 - P_{p=0{,}3}(X \le 31)\). Unter Verwendung der Binomialverteilung mit \(n = 80\) und \(p = 0{,}3\) ergibt sich \(P(X \le 31) \approx 0{,}9640\), also \(\alpha \approx 1 - 0{,}9640 = 0{,}0360 \approx 3{,}60\,\%\). Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass man fälschlicherweise davon ausgeht, die Limonade sei beliebter als \(30\,\%\), obwohl sie es in Wahrheit nicht ist. 4. Die Stichprobe ist vermutlich nicht repräsentativ, da Besucher eines Fitnessstudios eine spezifische Zielgruppe (gesundheitsbewusst, sportlich) darstellen, deren Geschmacksvorlieben von der Gesamtbevölkerung abweichen können.

Antwort

a) Unabhängigkeit der Einzelentscheidungen und konstante Trefferwahrscheinlichkeit. b) \(H_0: p \le 0{,}3\); \(H_1: p > 0{,}3\); \(K = \{32; \dots; 80\}\); rechtsseitiger Test. c) \(\alpha = P(X \ge 32) \approx 3{,}60\,\%\). d) Nicht repräsentativ aufgrund von Selektionseffekten (spezielle Zielgruppe).
42723712
Ein Weinsommelier behauptet, er könne eine bestimmte Rebsorte blind aus zwei angebotenen Sorten (Sorte A und Sorte B) herausschmecken. In einer Testreihe mit \(n = 20\) Durchgängen soll diese Behauptung geprüft werden. Bei jedem Durchgang bekommt er zwei Gläser serviert und muss das Glas mit Sorte A identifizieren. a) Begründe, warum es sich hierbei um einen rechtsseitigen Test handelt, wenn man die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}5\) („Der Sommelier rät nur“) untersucht. b) Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). c) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art für den in Teil b) bestimmten Bereich. d) Erläutere die Bedeutung des Fehlers 2. Art in diesem Sachzusammenhang. e) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der Sommelier in Wahrheit eine Trefferquote von \(p = 0{,}8\) hat?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Werte der Testgröße für die Behauptung des Sommeliers sprechen würden. - Für den Ablehnungsbereich musst du die kumulierte Wahrscheinlichkeit der Binomialverteilung nutzen. - Was passiert, wenn man eine falsche Entscheidung trifft? Unterscheide zwischen den beiden möglichen Fehlentscheidungen. - Der Fehler 2. Art wird immer unter einer konkreten Annahme für die Gegenhypothese berechnet.

Lösung

1. Da der Sommelier behauptet, besser als durch bloßes Raten (\(p = 0{,}5\)) abzuschneiden, liegt die Gegenhypothese \(H_1: p > 0{,}5\) im Bereich größerer Werte. Daher handelt es sich um einen rechtsseitigen Test. 2. Gesucht ist der kleinste Wert \(k\), für den \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) unter der Annahme \(p = 0{,}5\) gilt. Dies entspricht \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\). Aus der Binomialverteilung für \(n = 20\) und \(p = 0{,}5\) ergibt sich: \(P(X \le 13) \approx 0{,}9423\) und \(P(X \le 14) \approx 0{,}9793\). Somit ist \(k-1 = 14\), also \(k = 15\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{15, 16, \dots, 20\}\). 3. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist das tatsächliche Signifikanzniveau: \(P(X \ge 15) = 1 - P(X \le 14) \approx 1 - 0{,}9793 = 0{,}0207\). 4. Ein Fehler 2. Art bedeutet hier, dass man die Nullhypothese fälschlicherweise beibehält. Im Sachkontext: Die Fähigkeit des Sommeliers wird nicht statistisch nachgewiesen, obwohl seine Trefferwahrscheinlichkeit tatsächlich über \(0{,}5\) liegt. 5. Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn das Ergebnis nicht im Ablehnungsbereich liegt, also \(X \le 14\). Für \(p = 0{,}8\) ergibt sich: \(P_{20; 0{,}8}(X \le 14) \approx 0{,}1958\).

Antwort

a) Rechtsseitig, da \(H_1: p > 0{,}5\). b) \(K = \{15, 16, \dots, 20\}\). c) \(\alpha_{\text{tatsächlich}} \approx 2{,}07\,\%\). d) Die Fähigkeit des Sommeliers wird fälschlicherweise nicht statistisch nachgewiesen. e) \(\beta \approx 19{,}58\,\%\).
42723912
Ein Pharmaunternehmen prüft eine neue Charge von Schmerzmittel-Tabletten auf ihren Wirkstoffgehalt. Eine Tablette gilt als „mangelhaft“, wenn der Wirkstoffgehalt außerhalb der Toleranzgrenzen liegt. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}04\), wobei \(p\) die Wahrscheinlichkeit für eine mangelhafte Tablette beschreibt. Zur Prüfung wird eine Stichprobe von \(n = 100\) Tabletten entnommen. Die Charge wird abgelehnt, wenn mehr als 7 Tabletten mangelhaft sind. a) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. c) Die tatsächliche Fehlerquote der Charge liege bei \(p = 0{,}12\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art. d) Beurteile, welcher der beiden Fehler aus Sicht des Pharmaunternehmens schwerwiegender ist, wenn eine Ablehnung der Charge hohe Entsorgungskosten verursacht, während mangelhafte Tabletten die Reputation gefährden.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, was die Nullhypothese \(H_0\) in Worten bedeutet und wann sie fälschlicherweise abgelehnt oder beibehalten wird. - Erinnere dich daran, dass der Fehler 1. Art immer unter der Annahme berechnet wird, dass die Nullhypothese gerade noch wahr ist (Grenzfall). - Für den Fehler 2. Art musst du die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Ergebnis im Nicht-Ablehnungsbereich liegt, obwohl ein alternativer Wert für \(p\) gilt. - Wäge bei der Beurteilung die wirtschaftlichen Kosten gegen Sicherheitsrisiken ab.

Lösung

1. Fehler 1. Art: Die Charge wird abgelehnt (mehr als 7 mangelhafte Tabletten in der Stichprobe), obwohl die tatsächliche Fehlerquote höchstens \(4\,\%\) beträgt (\(H_0\) ist wahr). 2. Fehler 2. Art: Die Charge wird angenommen (höchstens 7 mangelhafte Tabletten), obwohl die tatsächliche Fehlerquote über \(4\,\%\) liegt (\(H_0\) ist falsch). 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Unter der Annahme \(p = 0{,}04\) ist die Anzahl der mangelhaften Tabletten \(X\) binomialverteilt mit \(B_{100; 0{,}04}\). Gesucht ist \(P(X > 7) = 1 - P(X \le 7)\). Mit \(P(X \le 7) \approx 0{,}9525\) ergibt sich \(\alpha \approx 1 - 0{,}9525 = 0{,}0475\), also ca. \(4{,}75\,\%\). 4. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art (\(\beta\)): Unter der Annahme \(p = 0{,}12\) ist \(X\) binomialverteilt mit \(B_{100; 0{,}12}\). Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Charge fälschlicherweise angenommen wird: \(P(X \le 7)\). Mit der Binomialverteilung ergibt sich \(\beta \approx 0{,}0761\), also ca. \(7{,}61\,\%\). 5. Beurteilung: Der Fehler 2. Art ist schwerwiegender, da mangelhafte Tabletten die Gesundheit der Patienten gefährden und zu massiven Reputationsschäden sowie rechtlichen Konsequenzen führen können, während der Fehler 1. Art „nur“ finanzielle Verluste durch unnötige Entsorgung bedeutet.

Antwort

a) Fehler 1. Art: Charge wird abgelehnt, obwohl sie gut ist (\(p \le 0{,}04\)). Fehler 2. Art: Charge wird angenommen, obwohl sie schlecht ist (\(p > 0{,}04\)). b) \(\alpha = P_{100; 0{,}04}(X \ge 8) \approx 0{,}0475\). c) \(\beta = P_{100; 0{,}12}(X \le 7) \approx 0{,}0761\). d) Der Fehler 2. Art ist aufgrund der Gesundheitsrisiken und Reputationsschäden schwerwiegender.
42724312
Ein Pharmaunternehmen untersucht die Nebenwirkungsrate eines neuen Medikaments. Die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}15\) (Nebenwirkungsrate) soll gegen die Alternative \(H_1: p < 0{,}15\) geprüft werden. In einer Stichprobe von \(n = 100\) Personen wird das Medikament verabreicht. Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn höchstens \(k\) Personen Nebenwirkungen zeigen. a) Begründe, ob es sich um einen links- oder einen rechtsseitigen Test handelt. b) Berechne für die Ablehnungsbereiche \(A_1 = \{0; \dots; 8\}\) und \(A_2 = \{0; \dots; 11\}\) jeweils die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art \(\alpha\). c) Bestimme für beide Ablehnungsbereiche die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art \(\beta\) unter der Annahme, dass die tatsächliche Nebenwirkungsrate nur bei \(p = 0{,}08\) liegt. d) Erläutere anhand deiner Ergebnisse den Zusammenhang zwischen der Wahl des kritischen Wertes \(k\) und den Wahrscheinlichkeiten \(\alpha\) und \(\beta\).

Denkanstöße

- Überlege dir, in welche Richtung die Abweichung von der Nullhypothese zeigt, um die Testart zu bestimmen. - Der Fehler 1. Art tritt ein, wenn die Nullhypothese gilt, aber das Ergebnis im Ablehnungsbereich landet. - Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn die Alternative gilt, aber das Ergebnis im Annahmebereich landet. - Vergleiche die berechneten Werte: Wenn ein Fehler kleiner wird, was passiert dann mit dem anderen?

Lösung

1. Es handelt sich um einen linksseitigen Test, da die Alternative \(H_1: p < 0{,}15\) Werte kleiner als der hypothetische Wert \(p_0\) betrachtet und der Ablehnungsbereich links im Histogramm der Binomialverteilung liegt. 2. Fehler 1. Art \(\alpha = P(X \in A | p=0{,}15)\): Für \(k = 8\): \(\alpha_1 = P_{100; 0{,}15}(X \le 8) \approx 0{,}0275\). Für \(k = 11\): \(\alpha_2 = P_{100; 0{,}15}(X \le 11) \approx 0{,}1635\). 3. Fehler 2. Art \(\beta = P(X \notin A | p=0{,}08)\): Für \(k = 8\): \(\beta_1 = P_{100; 0{,}08}(X > 8) = 1 - P_{100; 0{,}08}(X \le 8) \approx 1 - 0{,}5927 = 0{,}4073\). Für \(k = 11\): \(\beta_2 = P_{100; 0{,}08}(X > 11) = 1 - P_{100; 0{,}08}(X \le 11) \approx 1 - 0{,}8972 = 0{,}1028\). 4. Mit steigendem kritischen Wert \(k\) vergrößert sich der Ablehnungsbereich. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit \(\alpha\) für den Fehler 1. Art (fälschliches Ablehnen von \(H_0\)), während die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für den Fehler 2. Art (fälschliches Beibehalten von \(H_0\)) sinkt.

Antwort

a) Linksseitiger Test, da \(H_1: p < 0{,}15\). b) Für \(k=8\): \(\alpha \approx 0{,}0275\); für \(k=11\): \(\alpha \approx 0{,}1635\). c) Für \(k=8\): \(\beta \approx 0{,}4073\); für \(k=11\): \(\beta \approx 0{,}1028\). d) Ein größerer Ablehnungsbereich führt zu einem größeren \(\alpha\) und einem kleineren \(\beta\).
42724512
Ein Hersteller von Solarmodulen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Module kleine Kratzer aufweisen. Um diese Behauptung zu prüfen, wird eine Stichprobe von \(n = 80\) Modulen entnommen. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}05\). Der Ablehnungsbereich für einen rechtsseitigen Test wird auf \(K = \{8; 9; \dots; 80\}\) festgelegt. a) Beschreibe den Fehler erster Art im Sachzusammenhang. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art. c) Angenommen, die tatsächliche Fehlerquote der Module liegt bei \(15\,\%\). Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art.

Denkanstöße

- Wann wird eine Entscheidung getroffen, die im Widerspruch zur Realität steht? - Überlege dir, welche Werte der Zufallsvariablen dazu führen, dass man die ursprüngliche Behauptung verwirft. - Der Fehler zweiter Art bezieht sich immer auf die Annahme, dass eine alternative Wahrscheinlichkeit vorliegt. - Welche Werte liegen außerhalb des Ablehnungsbereichs?

Lösung

1. Ein Fehler erster Art tritt auf, wenn die Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}05\) abgelehnt wird, obwohl sie wahr ist. Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass die Lieferung fälschlicherweise als mangelhaft eingestuft wird (mehr als \(5\,\%\) Kratzer vermutet), obwohl die tatsächliche Quote der Module mit Kratzern höchstens \(5\,\%\) beträgt. 2. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art entspricht \(P(X \in K)\) unter der Annahme \(p = 0{,}05\). Berechnung: \(P(X \ge 8) = 1 - P(X \le 7)\). Mit \(n = 80\) und \(p = 0{,}05\) ergibt sich \(P(X \le 7) \approx 0{,}9534\). Somit ist \(\alpha = 1 - 0{,}9534 = 0{,}0466\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(4{,}66\,\%\). 3. Der Fehler zweiter Art tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}15\) beträgt. Das Ereignis „Nicht-Ablehnen“ entspricht der Zufallsgröße \(X \le 7\). Berechnung für \(p = 0{,}15\): \(P(X \le 7) \approx 0{,}0727\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art beträgt somit ca. \(7{,}27\,\%\).

Antwort

a) Es wird fälschlicherweise angenommen, dass zu viele Module Kratzer aufweisen, und die Lieferung wird als mangelhaft eingestuft, obwohl die Kratzerquote höchstens \(5\,\%\) beträgt. b) \(\alpha = P_{0{,}05}(X \ge 8) \approx 0{,}0466\) c) \(\beta = P_{0{,}15}(X \le 7) \approx 0{,}0727\)
42724612
Ein Pharmaunternehmen testet die Wirksamkeit eines neuen Medikaments bei einer bestimmten Krankheit. Die bisherige Standardbehandlung hat eine Heilungsrate von \(60\,\%\). Es soll geprüft werden, ob das neue Medikament eine höhere Heilungsrate erzielt. Dazu wird die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}6\) gegen die Alternative \(H_1: p > 0{,}6\) an einer Gruppe von \(n = 40\) Patienten getestet. Der Test lehnt \(H_0\) ab, wenn mindestens \(30\) Patienten geheilt werden. a) Erläutere, was ein Fehler zweiter Art in dieser medizinischen Studie bedeutet. b) Berechne das Signifikanzniveau dieses Tests. c) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Verbesserung durch das Medikament nicht erkannt wird, wenn die tatsächliche Heilungsrate bei \(80\,\%\) liegt?

Denkanstöße

- Was wäre für die Patienten schlimmer: Ein Medikament zu Unrecht für besser zu halten oder eine echte Verbesserung zu übersehen? - Das Signifikanzniveau ist die maximale Wahrscheinlichkeit, die Nullhypothese fälschlicherweise abzulehnen. - Nutze für die Berechnungen die kumulierte Binomialverteilung. - Achte darauf, welche Wahrscheinlichkeit \(p\) für welchen Fehlertyp verwendet werden muss.

Lösung

1. Ein Fehler zweiter Art bedeutet, dass die Nullhypothese \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl das Medikament in Wahrheit besser ist (Heilungsrate \(> 60\,\%\)). Im Sachzusammenhang wird ein wirksameres Medikament fälschlicherweise nicht als Fortschritt erkannt. 2. Das Signifikanzniveau ist die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art: \(P(X \ge 30)\) unter \(p = 0{,}6\). Berechnung: \(P(X \ge 30) = 1 - P(X \le 29)\). Mit \(n = 40\) und \(p = 0{,}6\) ergibt sich \(P(X \le 29) \approx 0{,}9648\). Das Signifikanzniveau ist \(\alpha = 1 - 0{,}9648 = 0{,}0352\), also ca. \(3{,}52\,\%\). 3. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Verbesserung nicht erkannt wird, ist die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art \(\beta = P(X \le 29)\) unter der Bedingung \(p = 0{,}8\). Mit \(n = 40\) und \(p = 0{,}8\) ergibt sich \(\beta \approx 0{,}1608\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(16{,}08\,\%\).

Antwort

a) Ein Fehler zweiter Art liegt vor, wenn das Medikament fälschlicherweise als nicht besser eingestuft wird, obwohl seine Heilungsrate tatsächlich höher als \(60\,\%\) ist. b) \(\alpha = P_{0{,}6}(X \ge 30) \approx 0{,}0352\) c) \(\beta = P_{0{,}8}(X \le 29) \approx 0{,}1608\)
42724712
Ein Saatgutproduzent behauptet, dass höchstens \(70\,\%\) der Samen einer neuen Sorte unter schwierigen Bedingungen keimen (\(H_0\)). Ein Forscher vermutet, dass die Sorte robuster ist und die Keimrate höher liegt. In einem Test werden \(n = 80\) Samen unter diesen Bedingungen gepflanzt. Die Nullhypothese soll verworfen werden, wenn mindestens \(63\) Samen keimen. a) Definiere die Testgröße und die Hypothesen mathematisch. Gib den Ablehnungsbereich an. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Beschreibe den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang und berechne seine Wahrscheinlichkeit für den Fall, dass die tatsächliche Keimrate \(85\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Welches Ereignis führt dazu, dass wir die Behauptung des Produzenten ablehnen? - Überlege dir, welche der beiden Hypothesen im Falle eines Fehlers 1. Art fälschlicherweise abgelehnt wird. - Für den Fehler 2. Art musst du die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Testergebnis im Nicht-Ablehnungsbereich landet, obwohl die Alternative wahr ist. - Achte beim Ablesen oder Berechnen der Binomialverteilung genau auf die Parameter \(n\) und \(p\).

Lösung

1. Definition der Testgröße \(X\): Anzahl der keimenden Samen (binomialverteilt). Hypothesen: \(H_0: p \le 0{,}7\) gegen \(H_1: p > 0{,}7\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{63, 64, \dots, 80\}\). 2. Berechnung des Fehlers 1. Art: \(\alpha = P_{p=0{,}7}(X \ge 63) = 1 - P_{p=0{,}7}(X \le 62)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(\alpha \approx 0{,}0531\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(5{,}31\,\%\). 3. Beschreibung Fehler 2. Art: Man geht fälschlicherweise davon aus, dass die Keimrate höchstens \(70\,\%\) beträgt, obwohl sie in Wahrheit bei \(85\,\%\) liegt. Die Sorte wird also nicht als robuster erkannt. 4. Berechnung des Fehlers 2. Art: \(\beta = P_{p=0{,}85}(X \le 62)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung mit \(n=80\) und \(p=0{,}85\) ergibt sich \(\beta \approx 0{,}0480\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(4{,}80\,\%\).

Antwort

a) \(X\): Anzahl keimender Samen; \(H_0: p \le 0{,}7\); \(H_1: p > 0{,}7\); \(K = \{63, \dots, 80\}\). b) \(\alpha \approx 5{,}31\,\%\). c) Die Sorte wird fälschlicherweise nicht als robuster eingestuft. \(\beta \approx 4{,}80\,\%\).
42724812
Ein Pharmaunternehmen geht davon aus, dass ein Standardmedikament bei mindestens \(40\,\%\) der Patienten eine bestimmte Nebenwirkung verursacht (\(H_0\)). Ein Arzt vermutet, dass die Nebenwirkungsrate bei einer neuen Zusammensetzung geringer ist. Er führt eine Studie mit \(n = 100\) Patienten durch und vereinbart, die Nullhypothese abzulehnen, wenn höchstens \(32\) Patienten Nebenwirkungen zeigen. a) Berechne das Signifikanzniveau \(\alpha\) dieses Tests. b) Erläutere, welche Fehlentscheidung ein Fehler 1. Art in diesem Kontext darstellt und welche Folgen dies für die Patienten haben könnte. c) Wie groß ist das Risiko, die verbesserte Verträglichkeit des Medikaments zu übersehen (Fehler 2. Art), wenn die tatsächliche Nebenwirkungsrate nur \(25\,\%\) beträgt?

Denkanstöße

- Was ist der Unterschied zwischen der Nullhypothese und der Vermutung des Arztes? - Das Signifikanzniveau entspricht der maximalen Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. - Stell dir vor, du bist ein Patient: Welcher Fehler wäre für dich schlimmer – ein Medikament zu nehmen, das schlechter ist als versprochen, oder ein gutes Medikament gar nicht erst zu bekommen? - Benutze für die Berechnung des Fehlers 2. Art die neue, tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p=0{,}25\).

Lösung

1. Bestimmung des Signifikanzniveaus: Es handelt sich um einen linksseitigen Test mit \(n=100\) und \(p_0=0{,}4\). Die Nullhypothese wird bei \(X \le 32\) abgelehnt. \(\alpha = P_{p=0{,}4}(X \le 32)\). Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung folgt \(\alpha \approx 0{,}0615\). Das Signifikanzniveau liegt bei ca. \(6{,}15\,\%\). 2. Fehler 1. Art: Die Nullhypothese (Rate \(\ge 40\,\%\)) wird abgelehnt, obwohl sie wahr ist. Man glaubt also fälschlicherweise, das Medikament sei verträglicher. Folge: Patienten erhalten ein Medikament mit der Erwartung weniger Nebenwirkungen, die jedoch tatsächlich häufiger auftreten. 3. Fehler 2. Art: Die Nullhypothese wird nicht abgelehnt, obwohl die tatsächliche Rate \(p=0{,}25\) beträgt. \(\beta = P_{p=0{,}25}(X > 32) = 1 - P_{p=0{,}25}(X \le 32)\). 4. Berechnung: Mit \(n=100\) und \(p=0{,}25\) ergibt sich \(P_{p=0{,}25}(X \le 32) \approx 0{,}9554\). Somit ist \(\beta \approx 1 - 0{,}9554 = 0{,}0446\). Das Risiko beträgt ca. \(4{,}46\,\%\).

Antwort

a) \(\alpha \approx 6{,}15\,\%\). b) Man hält das Medikament fälschlicherweise für verträglicher. Patienten könnten unerwartet häufig Nebenwirkungen erleiden. c) \(\beta \approx 4{,}46\,\%\).
42724912
Ein Pharmaunternehmen behauptet, dass eine neue Salbe bei höchstens \(20\,\%\) der Patienten Hautrötungen verursacht. Zur Überprüfung dieser Behauptung wird eine Studie mit \(150\) Testpersonen durchgeführt. Die Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}2\) soll abgelehnt werden, wenn mindestens \(40\) Personen Hautrötungen aufweisen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Erläutere den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang und berechne dessen Wahrscheinlichkeit für den Fall, dass die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für Hautrötungen \(30\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, für welche Werte von \(X\) die Nullhypothese abgelehnt wird. - Was bedeutet es allgemein, wenn man einen Fehler 1. Art begeht? Welche Hypothese ist dann wahr und welche Entscheidung wird getroffen? - Für den Fehler 2. Art musst du die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Ergebnis im Nicht-Ablehnungsbereich liegt, obwohl die alternative Wahrscheinlichkeit gilt.

Lösung

1. Identifikation der Parameter: Stichprobenumfang \(n = 150\), Trefferwahrscheinlichkeit unter der Nullhypothese \(p_0 = 0{,}2\), Ablehnungsbereich \(A = \{40, 41, \dots, 150\}\). 2. Berechnung des Fehlers 1. Art: \(\alpha = P_{0{,}2}(X \ge 40) = 1 - P_{0{,}2}(X \le 39)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(\alpha \approx 1 - 0{,}9707 = 0{,}0293\). Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(2{,}93\,\%\). 3. Beschreibung des Fehlers 2. Art: Man geht fälschlicherweise davon aus, dass die Salbe bei höchstens \(20\,\%\) der Patienten Hautrötungen verursacht, obwohl die tatsächliche Rate höher liegt (z. B. bei \(30\,\%\)). Die Behauptung des Unternehmens wird also fälschlicherweise nicht abgelehnt. 4. Berechnung des Fehlers 2. Art für \(p = 0{,}3\): \(\beta = P_{0{,}3}(X \le 39)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(\beta \approx 0{,}1636\). Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(16{,}36\,\%\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(2{,}93\,\%\). b) Ein Fehler 2. Art bedeutet hier, dass die Salbe als verträglich eingestuft wird (höchstens \(20\,\%\) Rötungen), obwohl sie in Wirklichkeit bei mehr Patienten (hier \(30\,\%\)) Rötungen verursacht. Die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt ca. \(16{,}36\,\%\).
42725112
Ein Statistiker diskutiert mit einem Kollegen über die Risiken bei einem Signifikanztest (Nullhypothese \(H_0\) gegen Alternativhypothese \(H_1\)). Der Kollege stellt folgende Behauptung auf: „Wenn wir den Ablehnungsbereich \(K\) so definieren, dass er alle möglichen Ergebnisse der Stichprobe umfasst (also die gesamte Ergebnismenge \(S\)), dann kann uns kein Fehler 2. Art mehr unterlaufen. Gleichzeitig wird dadurch auch das Risiko für einen Fehler 1. Art minimiert, da wir uns ja eindeutig für die Ablehnung von \(H_0\) entscheiden.“ 1. Beurteile die Korrektheit der Aussage bezüglich des Fehlers 2. Art. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)), wenn der Ablehnungsbereich die gesamte Ergebnismenge umfasst. 3. Erläutere kurz, warum man in der Praxis einen Kompromiss zwischen den Wahrscheinlichkeiten für Fehler 1. Art und Fehler 2. Art wählen muss, anstatt einen der Fehler auf Null zu setzen.

Denkanstöße

- Was bedeutet es für die Entscheidung, wenn jedes mögliche Ergebnis im Ablehnungsbereich liegt? - Wie sind die Fehler 1. und 2. Art mathematisch definiert? - Überlege, wie sich die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art verändert, wenn man den Ablehnungsbereich immer weiter vergrößert. - Kann ein Test sinnvoll sein, wenn das Ergebnis der Stichprobe gar keinen Einfluss auf die Entscheidung hat?

Lösung

1. Die Aussage bezüglich des Fehlers 2. Art ist korrekt. Der Fehler 2. Art (\(\beta\)) tritt ein, wenn \(H_0\) fälschlicherweise nicht abgelehnt wird. Wenn der Ablehnungsbereich \(K\) die gesamte Ergebnismenge \(S\) umfasst, wird \(H_0\) bei jedem Stichprobenergebnis abgelehnt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, \(H_0\) nicht abzulehnen, gleich null: \(\beta = P(X \notin K | H_1 \text{ wahr}) = P(X \in \emptyset) = 0\). 2. Der Fehler 1. Art (\(\alpha\)) tritt ein, wenn \(H_0\) abgelehnt wird, obwohl sie wahr ist. Da \(H_0\) bei jedem Ergebnis abgelehnt wird (\(K = S\)), ist die Wahrscheinlichkeit dafür maximal: \(\alpha = P(X \in K | H_0 \text{ wahr}) = P(X \in S) = 1\). Der Fehler tritt also sicher ein. 3. Bei festem Stichprobenumfang \(n\) führt die Verkleinerung des einen Fehlers zwangsläufig zur Vergrößerung des anderen. Würde man einen Fehler auf Null setzen (z. B. durch \(K = \emptyset\) oder \(K = S\)), wäre der jeweils andere Fehler maximal (\(100\,\%\)), wodurch der Test seine Aussagekraft verliert, da die Entscheidung unabhängig von den Daten der Stichprobe getroffen würde.

Antwort

1. Die Aussage ist korrekt, da bei \(K = S\) die Nullhypothese immer abgelehnt wird und somit nie fälschlicherweise beibehalten werden kann (\(\beta = 0\)). 2. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist \(\alpha = 1\), da \(H_0\) in jedem Fall abgelehnt wird, auch wenn sie wahr ist. 3. Da sich \(\alpha\) und \(\beta\) gegenläufig verhalten, würde die Minimierung eines Fehlers auf Null den anderen Fehler auf \(1\) maximieren. Ein sinnvoller Test muss beide Risiken gegeneinander abwägen.
42725212
Ein Glücksrad mit 10 gleich großen Feldern soll auf seine Fairness geprüft werden. Es wird vermutet, dass ein bestimmtes Feld (Ereignis Treffer) häufiger als erwartet auftritt. \(H_0: p = 0{,}1\) gegen \(H_1: p = 0{,}3\). Das Rad wird \(n = 20\)-mal gedreht. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der Treffer. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)) und den Fehler 2. Art (\(\beta\)), wenn der Ablehnungsbereich \(K = \{5, 6, \dots, 20\}\) gewählt wird. 2. Angenommen, man wählt als Ablehnungsbereich die leere Menge \(K = \emptyset\). Bestimme für diesen Fall \(\alpha\) und \(\beta\). Interpretiere das Ergebnis für \(\beta\) im Sachzusammenhang. 3. Wie müsste der Ablehnungsbereich \(K\) gewählt werden, damit die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art exakt \(\beta = 0\) beträgt? Gib für diesen Fall die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art an.

Denkanstöße

- Nutze die Binomialverteilung zur Berechnung der Wahrscheinlichkeiten. - Was bedeutet \(K = \emptyset\) für die Entscheidung über die Nullhypothese? - Bedenke, dass der Fehler 2. Art die Wahrscheinlichkeit ist, im Nichtablehnungsbereich zu landen, obwohl die Alternativhypothese wahr ist. - Wann ist die Wahrscheinlichkeit, ein Ergebnis außerhalb einer Menge zu erhalten, gleich Null?

Lösung

1. Fehler 1. Art: \(\alpha = P(X \ge 5 | p = 0{,}1) = 1 - P(X \le 4 | p = 0{,}1) \approx 1 - 0{,}9568 = 0{,}0432\). Fehler 2. Art: \(\beta = P(X \le 4 | p = 0{,}3) \approx 0{,}2375\). 2. Wenn \(K = \emptyset\), wird \(H_0\) niemals abgelehnt. \(\alpha = P(X \in \emptyset) = 0\). \(\beta = P(X \notin \emptyset | p = 0{,}3) = P(X \in \{0, \dots, 20\} | p = 0{,}3) = 1\). Interpretation: Wenn man \(H_0\) nie ablehnt, erkennt man eine tatsächliche Abweichung (gezinktes Rad mit \(p=0{,}3\)) mit Sicherheit nicht. 3. Damit \(\beta = 0\) gilt, muss der Nichtablehnungsbereich \(\bar{K}\) die leere Menge sein. Somit muss der Ablehnungsbereich alle möglichen Ergebnisse umfassen: \(K = \{0, 1, \dots, 20\}\). In diesem Fall ist \(\alpha = P(X \in \{0, \dots, 20\} | p = 0{,}1) = 1\).

Antwort

1. \(\alpha \approx 0{,}0432\) (bzw. \(4{,}32\,\%\)); \(\beta \approx 0{,}2375\) (bzw. \(23{,}75\,\%\)). 2. \(\alpha = 0\); \(\beta = 1\). Das bedeutet, dass ein gezinktes Rad niemals als solches erkannt wird, da man sich immer für \(H_0\) entscheidet. 3. \(K = \{0, 1, \dots, 20\}\); der Fehler 1. Art beträgt dann \(\alpha = 1\).
42725312
Ein Saatgutproduzent behauptet, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Samenkörner keimen. Ein Großhändler möchte diese Behauptung prüfen und führt einen Signifikanztest mit einer Stichprobe von \(n = 50\) Körnern durch. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}9\). Er entscheidet sich für folgende Entscheidungsregel: Wenn höchstens \(41\) Körner keimen, wird die Sendung reklamiert (Ablehnung von \(H_0\)). a) Erläutere im Sachzusammenhang, was man unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art für den Fall \(p = 0{,}9\). c) Angenommen, die tatsächliche Keimrate beträgt nur \(80\,\%\). Berechne für diesen Fall die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Entscheidung getroffen wird und welcher reale Zustand dazu im Widerspruch steht. - Welche Werte der Zufallsgröße führen zur Ablehnung der Nullhypothese? - Verwende für die Berechnung die kumulierte Binomialverteilung. - Beachte beim Fehler 2. Art, dass die Gegenhypothese mit einem konkreten Wert für \(p\) betrachtet werden muss.

Lösung

1. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Sendung fälschlicherweise reklamiert wird, obwohl die Keimrate tatsächlich mindestens \(90\,\%\) beträgt. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Sendung angenommen wird, obwohl die tatsächliche Keimrate unter \(90\,\%\) liegt. 2. Die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl keimender Körner) ist unter der Annahme \(p = 0{,}9\) binomialverteilt mit \(n = 50\). Der Ablehnungsbereich ist \(A = \{0, 1, \dots, 41\}\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist \(P_{0{,}9}(X \le 41) = \sum_{k=0}^{41} \binom{50}{k} \cdot 0{,}9^k \cdot 0{,}1^{50-k} \approx 0{,}0579\). 3. Ein Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}8\) gilt. Dies geschieht, wenn \(X \in \{42, 43, \dots, 50\}\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P_{0{,}8}(X \ge 42) = 1 - P_{0{,}8}(X \le 41) = 1 - \sum_{k=0}^{41} \binom{50}{k} \cdot 0{,}8^k \cdot 0{,}2^{50-k} \approx 0{,}3073\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: Irrtümliche Reklamation bei guter Qualität; Fehler 2. Art: Irrtümliche Annahme bei schlechter Qualität. b) \(\alpha \approx 5{,}79\,\%\) c) \(\beta \approx 30{,}73\,\%\)
42725412
Beurteile die folgenden Aussagen im Kontext der statistischen Testtheorie (Signifikanztests) auf ihre Richtigkeit und begründe deine Entscheidung kurz. 1. „Das Signifikanzniveau \(\alpha\) gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der die Nullhypothese wahr ist, wenn sie durch den Test abgelehnt wurde.“ 2. „Bei einem festen Stichprobenumfang \(n\) führt eine Verkleinerung des Ablehnungsbereichs stets dazu, dass die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art sinkt, während die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art steigt.“ 3. „Durch eine Erhöhung des Stichprobenumfangs \(n\) ist es theoretisch möglich, sowohl die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art als auch die für den Fehler 2. Art gleichzeitig zu verringern.“

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Definition des Signifikanzniveaus: Welche Bedingung wird vorausgesetzt? - Stell dir die Verteilungen unter der Null- und Gegenhypothese vor. Was passiert mit den Flächeninhalten unter den Kurven, wenn man die Grenze verschiebt? - Welchen Einfluss hat die Stichprobengröße auf die Genauigkeit einer Schätzung? - Unterscheide klar zwischen der Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis und der „Wahrscheinlichkeit“, dass eine feste Behauptung stimmt.

Lösung

1. Die Aussage ist falsch. Das Signifikanzniveau \(\alpha\) ist eine bedingte Wahrscheinlichkeit \(P(\text{Ablehnung } H_0 | H_0 \text{ ist wahr})\). Es macht keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit der Hypothese selbst (die Hypothese ist entweder wahr oder falsch, nicht zufällig). 2. Die Aussage ist wahr. Ein kleinerer Ablehnungsbereich bedeutet, dass seltener abgelehnt wird. Dadurch sinkt das Risiko, eine wahre Nullhypothese fälschlich abzulehnen (\(\alpha\)). Gleichzeitig steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, im Annahmebereich zu landen, obwohl die Alternative wahr ist (\(\beta\)). 3. Die Aussage ist wahr. Ein größerer Stichprobenumfang führt zu einer schmaleren Verteilung der Teststatistik (geringere Standardabweichung des Anteilswertes). Dadurch lassen sich die Verteilungen unter \(H_0\) und \(H_1\) besser trennen, was eine gleichzeitige Reduktion beider Fehlertypen ermöglicht.

Antwort

1. Falsch; \(\alpha\) ist die Wahrscheinlichkeit für die Ablehnung unter der Bedingung, dass \(H_0\) wahr ist. 2. Wahr; es besteht ein direkter Zielkonflikt zwischen beiden Fehlern bei konstantem \(n\). 3. Wahr; mehr Information (größeres \(n\)) erlaubt eine präzisere Trennung der Hypothesen.
42725512
Ein Hersteller von Blumensamen gibt an, dass die Keimrate seiner Sonnenblumensamen höchstens \(75\,\%\) beträgt. Ein Gärtner vermutet jedoch, dass die tatsächliche Keimrate durch ein neues Zuchtverfahren höher ist. Um dies zu prüfen, wird ein Signifikanztest mit der Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}75\) durchgeführt. a) Der Gärtner sät \(100\) Samen aus. Die Nullhypothese wird verworfen, wenn mindestens \(83\) Samen keimen. Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art für den Fall, dass die tatsächliche Keimrate in Wirklichkeit \(85\,\%\) beträgt. c) Erläutere kurz, warum es problematisch für die Aussagekraft des Tests sein könnte, wenn alle \(100\) Samen derselben Samentüte entnommen wurden.

Denkanstöße

- Welche Verteilung liegt vor, wenn man eine feste Anzahl von Versuchen mit zwei möglichen Ausgängen hat? - Was bedeutet der Fehler erster Art im Sachzusammenhang? Wann wird die Nullhypothese fälschlicherweise abgelehnt? - Was bedeutet der Fehler zweiter Art? Wann wird die Gegenhypothese fälschlicherweise nicht erkannt? - Überlege, ob die Samen in einer Tüte wirklich als unabhängige Stichprobe für die gesamte Produktion gelten können.

Lösung

1. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der keimenden Samen und ist unter \(H_0\) binomialverteilt mit \(n = 100\) und \(p = 0{,}75\). 2. Der Fehler erster Art tritt auf, wenn \(H_0\) abgelehnt wird, obwohl \(p \leq 0{,}75\) gilt. Die maximale Wahrscheinlichkeit hierfür ergibt sich bei \(p = 0{,}75\). 3. Berechnung: \(P_{0{,}75}(X \geq 83) = 1 - P_{0{,}75}(X \leq 82) \approx 0{,}0376\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art beträgt ca. \(3{,}76\,\%\). 4. Der Fehler zweiter Art tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}85\) gilt. Dies ist der Fall, wenn \(X \leq 82\). 5. Berechnung: \(P_{0{,}85}(X \leq 82) \approx 0{,}2367\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art beträgt ca. \(23{,}67\,\%\). 6. Die Entnahme aus nur einer Tüte verletzt die Unabhängigkeit oder Repräsentativität der Stichprobe, da Produktions- oder Lagerungsbedingungen nur dieser einen Tüte (z. B. Feuchtigkeit) das Ergebnis verfälschen könnten.

Antwort

a) \(\alpha \approx 3{,}76\,\%\) b) \(\beta \approx 23{,}67\,\%\) c) Die Stichprobe ist möglicherweise nicht repräsentativ für die gesamte Produktion, da alle Samen denselben (eventuell untypischen) Bedingungen in dieser einen Tüte ausgesetzt waren.
42725612
In einer Fabrik für Präzisionsschrauben betrug der Anteil fehlerhafter Teile bisher mindestens \(4\,\%\). Durch eine Modernisierung der Maschinen soll dieser Anteil gesenkt werden. Zur Überprüfung wird eine Stichprobe von \(400\) Schrauben untersucht. Es wird ein linksseitiger Hypothesentest mit der Nullhypothese \(H_0: p \geq 0{,}04\) durchgeführt. a) Bestimme einen möglichst großen Ablehnungsbereich für die Nullhypothese, sodass die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art höchstens \(5\,\%\) beträgt. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art, wenn der tatsächliche Ausschussanteil nach der Modernisierung nur noch \(2\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Wann spricht ein Ergebnis in der Stichprobe für die Vermutung, dass der Anteil gesunken ist? - Nutze die Tabellen der Binomialverteilung oder die entsprechende Funktion deines Taschenrechners. - Achte beim Fehler zweiter Art darauf, welches Ereignis eintritt, wenn man die Nullhypothese fälschlicherweise beibehält.

Lösung

1. Die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl defekter Schrauben) ist binomialverteilt mit \(n = 400\) und \(p = 0{,}04\). 2. Gesucht ist die größte Zahl \(k\), für die gilt: \(P_{0{,}04}(X \leq k) \leq 0{,}05\). 3. Mithilfe der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich: \(P_{0{,}04}(X \leq 9) \approx 0{,}0403\) und \(P_{0{,}04}(X \leq 10) \approx 0{,}0733\). 4. Somit ist \(k = 9\). Der Ablehnungsbereich ist \(A = \{0, 1, \dots, 9\}\). 5. Der Fehler zweiter Art tritt auf, wenn bei einer tatsächlichen Trefferquote von \(p = 0{,}02\) das Ergebnis nicht im Ablehnungsbereich liegt, also wenn \(X \geq 10\). 6. Berechnung: \(P_{0{,}02}(X \geq 10) = 1 - P_{0{,}02}(X \leq 9) \approx 0{,}2821\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art beträgt ca. \(28{,}21\,\%\).

Antwort

a) Ablehnungsbereich: \(\{0, 1, \dots, 9\}\) b) \(\beta \approx 28{,}21\,\%\)
42725712
Ein Hersteller von Bauteilen behauptet, dass der Anteil fehlerhafter Stücke in seiner Produktion höchstens \(5\,\%\) beträgt. Ein Kunde möchte dies überprüfen und führt einen Signifikanztest mit einer Stichprobe von \(n = 50\) Bauteilen durch. Die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}05\) soll abgelehnt werden, wenn in der Stichprobe mehr als \(5\) Bauteile defekt sind. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. 2. Erläutere die Bedeutung des Fehlers 2. Art in diesem Sachzusammenhang. 3. Wie verändert sich die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art, wenn man die Entscheidungsregel so anpasst, dass die Nullhypothese erst bei mehr als \(6\) defekten Bauteilen abgelehnt wird? Begründe deine Antwort ohne erneute Rechnung.

Denkanstöße

- Was bedeutet es mathematisch, wenn eine Nullhypothese „irrtümlich“ abgelehnt wird? - Welche Verteilung beschreibt die Anzahl der defekten Teile in einer Stichprobe? - Stelle dir vor, die Ware ist schlechter als behauptet, aber der Test bemerkt es nicht – welcher Fehler ist das? - Überlege dir, wie sich die Größe des Ablehnungsbereichs auf die Trefferwahrscheinlichkeit in diesem Bereich auswirkt.

Lösung

1. Der Fehler 1. Art tritt auf, wenn \(H_0\) wahr ist (\(p=0{,}05\)), aber abgelehnt wird. Die Zufallsgröße \(X\) ist binomialverteilt mit \(n=50\) und \(p=0{,}05\). Die Ablehnung erfolgt für \(X \geq 6\). Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich als \(P(X \geq 6) = 1 - P(X \leq 5)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \leq 5) \approx 0{,}9622\). Damit ist \(\alpha = 1 - 0{,}9622 = 0{,}0378\), also ca. \(3{,}78\,\%\). 2. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese beibehalten wird, obwohl sie in Wirklichkeit falsch ist. Im Sachzusammenhang bedeutet dies: Der Kunde akzeptiert die Lieferung bzw. die Behauptung des Herstellers, obwohl der tatsächliche Anteil defekter Bauteile über \(5\,\%\) liegt. 3. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art verkleinert sich. Da der Ablehnungsbereich \(K = \{k+1, \dots, n\}\) durch die Erhöhung des kritischen Wertes verkleinert wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ergebnis in diesen Bereich fällt, wenn \(H_0\) wahr ist.

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(3{,}78\,\%\). 2. Der Fehler 2. Art bedeutet hier, dass die Qualität der Produktion als ausreichend (\(\leq 5\,\%\) Defekte) eingestuft wird, obwohl sie in der Realität schlechter ist. 3. Die Wahrscheinlichkeit sinkt, da der Ablehnungsbereich kleiner wird.
42726112
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Produktion fehlerhaft sind. Ein Qualitätsprüfer entnimmt eine Stichprobe von \(60\) Stück. Er legt folgende Entscheidungsregel fest: Wenn mehr als \(6\) Leuchtmittel defekt sind, wird die Behauptung des Herstellers abgelehnt. a) Gib die Testgröße an und formuliere die Nullhypothese \(H_0\), die Gegenhypothese \(H_1\) sowie den Ablehnungsbereich \(K\) und den Nichtablehnungsbereich \(\bar{K}\) mathematisch. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. Bestimme zudem die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art unter der Annahme, dass in Wahrheit \(15\,\%\) der Produktion fehlerhaft sind. c) Der Ablehnungsbereich wird nun so geändert, dass er bereits bei mehr als \(5\) defekten Leuchtmitteln beginnt. Bestimme für diesen Fall erneut die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art (unter der Annahme einer tatsächlichen Fehlerquote von \(15\,\%\)). Beschreibe allgemein, wie sich die Vergrößerung des Ablehnungsbereichs auf die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten auswirkt.

Denkanstöße

- Welche Größe wird hier gezählt und wie ist sie verteilt? - Was bedeutet es für die Entscheidung, wenn die Grenze des Ablehnungsbereichs verschoben wird? - Achte darauf, ob der Test links- oder rechtsseitig durchgeführt wird. - Wie hängen die Ereignisse für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art mit dem Ablehnungsbereich zusammen?

Lösung

1. Testgröße \(X\): Anzahl der defekten Leuchtmittel in der Stichprobe. Für einen festen Wert von \(p\) gilt \(X \sim B(60; p)\); zur Berechnung des maximalen Fehlers 1. Art wird der Randwert \(p = 0{,}05\) verwendet. 2. Hypothesen: \(H_0: p \le 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\). 3. Bereiche: Ablehnungsbereich \(K = \{7, 8, \dots, 60\}\); Nichtablehnungsbereich \(\bar{K} = \{0, 1, \dots, 6\}\). 4. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): \(P(X \ge 7) = 1 - P(X \le 6; p=0{,}05) \approx 1 - 0{,}9703 = 0{,}0297\). 5. Fehler 2. Art (\(\beta\)): \(P(X \le 6; p=0{,}15) \approx 0{,}1848\). 6. Neuer Ablehnungsbereich \(K_{neu} = \{6, 7, \dots, 60\}\). 7. Neuer Fehler 1. Art: \(P(X \ge 6) = 1 - P(X \le 5; p=0{,}05) \approx 1 - 0{,}9213 = 0{,}0787\). 8. Neuer Fehler 2. Art: \(P(X \le 5; p=0{,}15) \approx 0{,}0968\). 9. Allgemeiner Zusammenhang: Durch die Vergrößerung des Ablehnungsbereichs steigt die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)), während die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art (\(\beta\)) sinkt.

Antwort

a) \(X\): Anzahl defekter Leuchtmittel; \(H_0: p \le 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\); \(K = \{7, \dots, 60\}\); \(\bar{K} = \{0, \dots, 6\}\). b) Fehler 1. Art: \(\alpha \approx 2{,}97\,\%\); Fehler 2. Art: \(\beta \approx 18{,}48\,\%\). c) Neuer Fehler 1. Art: \(\alpha_{neu} \approx 7{,}87\,\%\); Neuer Fehler 2. Art: \(\beta_{neu} \approx 9{,}68\,\%\). Vergrößerung des Ablehnungsbereichs führt zu größerem \(\alpha\) und kleinerem \(\beta\).
42726312
Ein Pharmahersteller behauptet, dass sein neues Mittel gegen Kopfschmerzen in \(50\,\%\) der Fälle eine Linderung innerhalb von 15 Minuten bewirkt. Ein Forscherteam vermutet, dass die Erfolgsquote sogar höher liegt. Um dies zu prüfen, wird ein rechtsseitiger Hypothesentest mit der Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}5\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\) durchgeführt. a) In einer Studie mit \(n = 40\) Probanden wird die Anzahl der Personen gezählt, bei denen eine schnelle Linderung eintritt. Ermittle den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese. b) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. c) Angenommen, das Medikament hat in Wahrheit eine Erfolgsquote von \(p = 75\,\%\). Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, ab welcher Anzahl an Erfolgen die Vermutung des Forscherteams gestützt wird. - Erinnere dich daran, dass das Signifikanzniveau die maximal zulässige Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art angibt. - Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn man die Nullhypothese fälschlicherweise beibehält. - Nutze für die Berechnungen die kumulierte Binomialverteilung.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist der kleinste Wert \(k\), für den bei \(n = 40\) und \(p = 0{,}5\) gilt: \(P(X \ge k) \le 0{,}05\). Dies ist gleichbedeutend mit \(P(X \le k - 1) \ge 0{,}95\). Durch Tabellen oder Taschenrechner ergibt sich für \(k - 1 = 25\) die Wahrscheinlichkeit \(P(X \le 25) \approx 0{,}9597\). Somit ist \(k = 26\). Der Ablehnungsbereich ist \(\overline{A} = \{26; 27; \dots; 40\}\). 2. Fehler 1. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Testgröße im Ablehnungsbereich landet, obwohl \(H_0\) wahr ist. \(\alpha_{\text{tats}} = P_{0{,}5}(X \ge 26) = 1 - P_{0{,}5}(X \le 25) \approx 1 - 0{,}9597 = 0{,}0403\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(4{,}03\,\%\). 3. Fehler 2. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Testgröße im Annahmebereich \(A = \{0; 1; \dots; 25\}\) landet, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}75\) beträgt. \(\beta = P_{0{,}75}(X \le 25) \approx 0{,}0544\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(5{,}44\,\%\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(\overline{A} = \{26; 27; \dots; 40\}\). b) Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(4{,}03\,\%\). c) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(5{,}44\,\%\).
42726412
Ein Saatgutproduzent gibt an, dass höchstens \(10\,\%\) der Samen einer bestimmten Sorte nicht keimen. Ein Gärtner vermutet eine höhere Nicht-Keim-Quote und testet dies mit einer Stichprobe von \(n = 100\) Samen. Er führt einen rechtsseitigen Signifikanztest für die Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}1\) auf dem Niveau \(\alpha = 5\,\%\) durch. a) Bestimme die zugehörige Entscheidungsregel für diesen Test. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass der Gärtner die Behauptung des Produzenten fälschlicherweise nicht ablehnt, falls die tatsächliche Nicht-Keim-Quote \(20\,\%\) beträgt. c) Erkläre, wie sich das Risiko für den Fehler 2. Art qualitativ verändert, wenn der Gärtner das Signifikanzniveau von \(5\,\%\) auf \(10\,\%\) heraufsetzt.

Denkanstöße

- Formuliere die Entscheidungsregel in der Form: „Lehne die Nullhypothese ab, wenn...“ - Welche Werte der Zufallsgröße gehören zum Annahmebereich der Nullhypothese? - Überlege dir den Zusammenhang zwischen der Größe des Ablehnungsbereichs und den beiden Fehlertypen. - Der Fehler 2. Art bezieht sich immer auf eine konkrete alternative Wahrscheinlichkeit.

Lösung

1. Entscheidungsregel: Gesucht ist die kritische Zahl \(k\), sodass \(P_{0{,}1}(X \ge k) \le 0{,}05\). Mit \(n = 100\) und \(p = 0{,}1\) liefert der Taschenrechner für \(P(X \le k - 1) \ge 0{,}95\) den Wert \(k - 1 = 15\) (da \(P(X \le 15) \approx 0{,}9601\) und \(P(X \le 14) \approx 0{,}9274\)). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn mindestens 16 Samen nicht keimen. 2. Fehler 2. Art: Der Annahmebereich ist \(A = \{0; 1; \dots; 15\}\). Die Wahrscheinlichkeit, bei \(p = 0{,}2\) in diesem Bereich zu landen, ist \(\beta = P_{0{,}2}(X \le 15) \approx 0{,}1285\). Das Risiko beträgt ca. \(12{,}85\,\%\). 3. Einfluss des Signifikanzniveaus: Wenn \(\alpha\) vergrößert wird, wird der Ablehnungsbereich größer und der Annahmebereich kleiner. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, ein Ergebnis im Annahmebereich zu erhalten, wenn die tatsächliche Quote höher ist. Das Risiko für den Fehler 2. Art nimmt also ab.

Antwort

a) Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn 16 oder mehr Samen nicht keimen. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(12{,}85\,\%\). c) Das Risiko für den Fehler 2. Art würde sinken, da der Ablehnungsbereich größer wird.
42728112
Ein Pharmaunternehmen behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) der Patienten Nebenwirkungen bei einem neuen Medikament zeigen. Ein Forscherteam testet diese Behauptung mit einer Stichprobe von \(n = 80\) Patienten auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). a) Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}1\). b) Ein Mitglied des Teams stellt fest, dass die Wahrscheinlichkeit für genau \(12\) Patienten mit Nebenwirkungen unter der Annahme \(p = 0{,}1\) nur etwa \(4{,}7\,\%\) beträgt. Da dies kleiner als \(\alpha = 5\,\%\) ist, schlägt es vor, die Nullhypothese bei einem Ergebnis von \(12\) Treffern abzulehnen. Beurteile diesen Vorschlag. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (tatsächliches Signifikanzniveau) sowie die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art für den Fall, dass der wahre Anteil der Patienten mit Nebenwirkungen in Wirklichkeit \(p = 0{,}2\) beträgt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, ob es sich um einen linksseitigen, rechtsseitigen oder beidseitigen Test handelt. - Welche Werte für die Anzahl der Treffer sprechen gegen die Nullhypothese? - Bei der Entscheidung über die Ablehnung zählt nicht das Eintreffen eines exakten Wertes, sondern wie extrem das Gesamtergebnis im Vergleich zur Erwartung ist. - Was bedeutet es für die Fehlerwahrscheinlichkeit, wenn man die Grenze des Ablehnungsbereichs verschiebt? - Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn man die Nullhypothese beibehält, obwohl sie eigentlich falsch ist.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs (\(H_0: p \leq 0{,}1\), rechtsseitiger Test): Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}1}^{80}(X \geq k) \leq 0{,}05\) gilt. Dies ist gleichbedeutend mit \(P_{0{,}1}^{80}(X \leq k-1) \geq 0{,}95\). Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung folgt für \(n=80, p=0{,}1\): \(P(X \leq 12) \approx 0{,}9462\) und \(P(X \leq 13) \approx 0{,}9733\). Somit ist \(k-1 = 13\), also \(k = 14\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{14, 15, \dots, 80\}\). 2. Beurteilung des Vorschlags: Die Argumentation ist falsch, da bei einem Signifikanztest nicht die Einzelwahrscheinlichkeit \(P(X=k)\), sondern die Wahrscheinlichkeit des gesamten rechten Randes (die Überschreitungswahrscheinlichkeit \(P(X \geq k)\)) betrachtet werden muss. Würde man bereits bei \(12\) Treffern ablehnen, müsste man konsequenterweise auch bei allen Werten größer als \(12\) ablehnen. Die Irrtumswahrscheinlichkeit wäre dann \(P(X \geq 12) = P(X \geq 13) + P(X=12) \approx 0{,}0538 + 0{,}0466 = 0{,}1004\), also rund \(10\,\%\), was das Signifikanzniveau von \(5\,\%\) deutlich überschreitet. 3. Fehler 1. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X\) im Ablehnungsbereich liegt, obwohl \(p=0{,}1\) gilt: \(P_{0{,}1}^{80}(X \geq 14) = 1 - P_{0{,}1}^{80}(X \leq 13) \approx 1 - 0{,}9733 = 0{,}0267\). 4. Fehler 2. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X\) im Nicht-Ablehnungsbereich \(\bar{K} = \{0, \dots, 13\}\) liegt, obwohl \(p=0{,}2\) gilt: \(P_{0{,}2}^{80}(X \leq 13) \approx 0{,}2470\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{14, 15, \dots, 80\}\). b) Der Vorschlag ist falsch, da für die Testentscheidung die kumulierte Wahrscheinlichkeit \(P(X \geq 12)\) maßgeblich ist. Diese liegt mit ca. \(10{,}04\,\%\) über dem Signifikanzniveau von \(5\,\%\). c) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(2{,}67\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art bei \(p = 0{,}2\) beträgt ca. \(24{,}70\,\%\).
42728212
Eine Online-Plattform gibt an, dass mindestens \(80\,\%\) der Nutzer mit dem neuen Design zufrieden sind. Um dies zu überprüfen, werden \(n = 60\) zufällig ausgewählte Nutzer befragt. Es wird ein Signifikanztest für die Nullhypothese \(H_0: p \geq 0{,}8\) auf dem Signifikanzniveau \(\alpha = 10\,\%\) durchgeführt. a) Ermittle den Ablehnungsbereich des Tests. b) Erläutere im Sachzusammenhang, was man unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art unter der Annahme, dass in Wahrheit nur \(65\,\%\) der Nutzer zufrieden sind.

Denkanstöße

- Welche Stichprobenergebnisse (viele oder wenige zufriedene Nutzer) würden dich dazu bringen, an der Behauptung „mindestens \(80\,\%\)“ zu zweifeln? - Achte darauf, dass bei einem linksseitigen Test der Ablehnungsbereich bei den kleinen Werten liegt. - Formuliere die Fehlerarten immer nach dem Schema: „Die Nullhypothese ist eigentlich wahr/falsch, aber man entscheidet sich für...“ - Für den Fehler 2. Art musst du die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Ergebnis im Annahmebereich landet, obwohl der neue Wert \(p = 0{,}65\) gilt.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs (\(H_0: p \geq 0{,}8\), linksseitiger Test): Gesucht ist die größte Zahl \(g\), für die \(P_{0{,}8}^{60}(X \leq g) \leq 0{,}10\) gilt. Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung für \(n=60, p=0{,}8\) ergibt sich: \(P(X \leq 42) \approx 0{,}0427\), \(P(X \leq 43) \approx 0{,}0772\) sowie \(P(X \leq 44) \approx 0{,}1306\). Die größte Zahl, die die Bedingung erfüllt, ist \(g = 43\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(K = \{0, 1, \dots, 43\}\). 2. Fehler 1. Art: Man lehnt die Behauptung der Plattform ab (weniger als \(80\,\%\) zufrieden), obwohl in Wirklichkeit mindestens \(80\,\%\) der Nutzer zufrieden sind. 3. Fehler 2. Art: Man lehnt die Behauptung der Plattform nicht ab, obwohl in Wirklichkeit weniger als \(80\,\%\) der Nutzer zufrieden sind (hier konkret am Beispiel \(p=0{,}65\)). 4. Berechnung des Fehlers 2. Art für \(p = 0{,}65\): Der Fehler tritt auf, wenn das Ergebnis im Nicht-Ablehnungsbereich \(\bar{K} = \{44, 45, \dots, 60\}\) liegt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist \(P_{0{,}65}^{60}(X \geq 44) = 1 - P_{0{,}65}^{60}(X \leq 43)\). Mit \(P_{0{,}65}^{60}(X \leq 43) \approx 0{,}8899\) ergibt sich \(1 - 0{,}8899 = 0{,}1101\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{0, 1, \dots, 43\}\). b) Fehler 1. Art: Die Plattform hat recht (\(p \geq 0{,}8\)), aber man weist ihre Behauptung fälschlicherweise zurück. Fehler 2. Art: Die Plattform hat nicht recht (\(p < 0{,}8\)), aber man erkennt dies nicht und behält die Nullhypothese bei. c) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art bei \(p = 0{,}65\) beträgt ca. \(11{,}01\,\%\).
42729512
Ein Pharmaunternehmen behauptet, dass höchstens \( 20\,\% \) der Anwender eines neuen Medikaments Nebenwirkungen verspüren. Ein Forschungsinstitut vermutet eine höhere Quote und führt einen Signifikanztest mit einem Stichprobenumfang von \( n = 50 \) auf einem Signifikanzniveau von \( \alpha = 5\,\% \) durch. Die Nullhypothese lautet \( H_0: p \le 0{,}2 \). a) Bestimme den Ablehnungsbereich der Nullhypothese und berechne die exakte Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art, falls die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen \( p = 0{,}35 \) beträgt.

Denkanstöße

- Welche Art von Test liegt vor: linksseitig, rechtsseitig oder beidseitig? - Was bedeutet der Fehler erster Art im Sachkontext? - Wie ist der Ablehnungsbereich definiert, wenn das Signifikanzniveau vorgegeben ist? - Wann tritt ein Fehler zweiter Art auf und welche Wahrscheinlichkeit wird dafür zur Berechnung genutzt?

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist das kleinste \( k \), für das bei \( X \sim B_{50; 0{,}2} \) gilt: \( P(X \ge k) \le 0{,}05 \). Dies ist äquivalent zu \( 1 - P(X \le k-1) \le 0{,}05 \) bzw. \( P(X \le k-1) \ge 0{,}95 \). Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich für \( n=50, p=0{,}2 \): \( P(X \le 14) \approx 0{,}9393 \) und \( P(X \le 15) \approx 0{,}9692 \). Somit ist \( k-1 = 15 \), also \( k = 16 \). Der Ablehnungsbereich ist \( A = \{16, 17, \dots, 50\} \). 2. Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art: Die exakte Wahrscheinlichkeit ist \( P_{p=0{,}2}(X \ge 16) = \sum_{i=16}^{50} \binom{50}{i} \cdot 0{,}2^i \cdot 0{,}8^{50-i} \); numerisch gilt \( P_{p=0{,}2}(X \ge 16) \approx 0{,}0308 \). 3. Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art: Der Nicht-Ablehnungsbereich ist \( \bar{A} = \{0, 1, \dots, 15\} \). Für die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \( p = 0{,}35 \) berechnet man \( \beta = P_{p=0{,}35}(X \le 15) \). Unter Verwendung der Binomialverteilung \( B_{50; 0{,}35} \) ergibt sich \( \beta \approx 0{,}2801 \).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \( A = \{16, 17, \dots, 50\} \). Die exakte Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art ist \(\sum_{i=16}^{50} \binom{50}{i} \cdot 0{,}2^i \cdot 0{,}8^{50-i}\); numerisch beträgt sie ca. \(3{,}08\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art beträgt ca. \( 28{,}01\,\% \).
42730712
Eine Musikexpertin behauptet, sie könne allein am Anschlag erkennen, ob ein kurzes Klavierstück von Frédéric Chopin oder von Franz Liszt stammt. Um dies zu prüfen, werden ihr 25 zufällig ausgewählte Musikstücke vorgespielt. Sie erkennt in 17 Fällen den Komponisten richtig. a) Stelle die Nullhypothese und die Gegenhypothese auf. Bestimme den kritischen Bereich für den Test auf einem Signifikanzniveau von \( 5\,\% \). b) Entscheide auf Basis des Testergebnisses, ob die Behauptung der Expertin statistisch belegt werden kann. c) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art.

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Trefferquote zu erwarten wäre, wenn die Expertin nur raten würde. - Bei einem rechtsseitigen Test suchst du die Werte im oberen Bereich der Verteilung, die so unwahrscheinlich sind, dass sie gegen den Zufall sprechen. - Vergleiche die Anzahl der richtigen Treffer mit der Grenze des Ablehnungsbereichs. - Der Fehler erster Art tritt ein, wenn man sich fälschlicherweise für die Gegenhypothese entscheidet, obwohl die Nullhypothese wahr ist.

Lösung

1. Festlegung der Hypothesen: Die Nullhypothese entspricht dem zufälligen Raten, also \( H_0: p = 0{,}5 \). Die Gegenhypothese besagt, dass die Expertin überzufällig häufig richtig liegt, also \( H_1: p > 0{,}5 \). 2. Bestimmung des kritischen Bereichs: Für einen rechtsseitigen Test wird das kleinste \( k \) gesucht, für das \( P_{0{,}5}(X \geq k) \leq 0{,}05 \) gilt. Bei \( n = 25 \) ergibt sich \( P(X \geq 17) = 1 - P(X \leq 16) \approx 1 - 0{,}9461 = 0{,}0539 \) und \( P(X \geq 18) = 1 - P(X \leq 17) \approx 1 - 0{,}9784 = 0{,}0216 \). Damit ist der kritische Bereich \( K = \{18; 19; \dots; 25\} \). 3. Statistische Entscheidung: Da der beobachtete Wert \( 17 \) nicht im kritischen Bereich \( K \) liegt, wird die Nullhypothese nicht abgelehnt. Die Fähigkeit der Expertin ist statistisch nicht signifikant nachgewiesen. 4. Berechnung des Fehlers erster Art: Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art ist die Wahrscheinlichkeit, bei geltender Nullhypothese ein Ergebnis im kritischen Bereich zu erzielen: \( P_{0{,}5}(X \geq 18) \approx 0{,}0216 \).

Antwort

a) \( H_0: p = 0{,}5 \); \( H_1: p > 0{,}5 \); Kritischer Bereich \( K = \{18; 19; \dots; 25\} \). b) Die Behauptung kann nicht belegt werden, da \( 17 \notin K \). c) \( \alpha_{\text{tats}} \approx 0{,}0216 \) (bzw. \( 2{,}16\,\% \)).
42731512
Eine Verbraucherschutzorganisation möchte die Angabe eines Müsliherstellers prüfen, wonach mindestens \( 95\,\% \) der Packungen das angegebene Mindestgewicht von \( 500\,\text{g} \) erreichen. Dazu werden \( 250 \) Packungen zufällig ausgewählt und gewogen. a) Stelle die Nullhypothese und die Gegenhypothese auf, um die Behauptung des Herstellers zu prüfen. Begründe, warum es sich hierbei um einen linksseitigen Test handelt. b) Bestimme den Ablehnungsbereich der Nullhypothese für ein Signifikanzniveau von \( \alpha = 5\,\% \). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. d) Ermittle die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art, falls in Wahrheit nur \( 90\,\% \) der Packungen das Mindestgewicht erreichen.

Denkanstöße

- Überlege dir, bei welchen Ergebnissen der Stichprobe die Behauptung des Herstellers unglaubwürdig erscheint. - Die Nullhypothese enthält meistens das Gleichheitszeichen und entspricht der Annahme, die man im Zweifelsfall beibehalten möchte. - Der Ablehnungsbereich wird immer so gewählt, dass seine Gesamtwahrscheinlichkeit unter der Nullhypothese das Signifikanzniveau nicht überschreitet. - Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn das Testergebnis im Annahmebereich liegt, obwohl die Gegenhypothese mit einem spezifischen Wert wahr ist.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da die Behauptung „mindestens \( 95\,\% \)“ geprüft werden soll, lautet die Nullhypothese \( H_0: p \ge 0{,}95 \) und die Gegenhypothese \( H_1: p < 0{,}95 \). Da Abweichungen nach unten (kleine Werte von \( X \)) zur Ablehnung von \( H_0 \) führen, handelt es sich um einen linksseitigen Test. 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Unter der Annahme der Trefferwahrscheinlichkeit \( p = 0{,}95 \) wird ein \( k \) gesucht, für das \( P(X \le k) \le 0{,}05 \) gilt. Mit \( n = 250 \) ergibt sich \( P(X \le 231) \approx 0{,}0474 \) und \( P(X \le 232) \approx 0{,}0788 \). Der Ablehnungsbereich ist somit \( K = \{0, 1, \dots, 231\} \). 3. Fehler 1. Art: Die Wahrscheinlichkeit, \( H_0 \) abzulehnen, obwohl \( p = 0{,}95 \) gilt, entspricht dem tatsächlichen Signifikanzniveau: \( P(X \le 231) \approx 4{,}74\,\% \). 4. Fehler 2. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, \( H_0 \) nicht abzulehnen, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \( p = 0{,}90 \) beträgt. Gesucht ist \( P(X > 231) \) für \( p = 0{,}90 \). Es gilt \( P(X > 231) = 1 - P(X \le 231) \approx 1 - 0{,}9192 = 0{,}0808 \). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt etwa \( 8{,}08\,\% \).

Antwort

a) \( H_0: p \ge 0{,}95 \); \( H_1: p < 0{,}95 \). Linksseitig, da nur signifikant kleine Werte gegen \( H_0 \) sprechen. b) \( K = \{0, 1, \dots, 231\} \) c) \( P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 4{,}74\,\% \) d) \( P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 8{,}08\,\% \)
42731912
Ein Hersteller von LED-Leuchten behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) seiner Produkte fehlerhaft sind. Ein Großabnehmer möchte dies mit einer Stichprobe von \(n = 50\) Leuchten bei einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\) überprüfen. Er wählt die Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}1\). a) Bestimme den Ablehnungsbereich für diesen rechtsseitigen Signifikanztest. b) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art. Erläutere kurz, in welchem Verhältnis dieser Wert zum Signifikanzniveau steht. c) Angenommen, die tatsächliche Fehlerquote liegt bei \(p = 0{,}2\). Berechne für diesen Fall die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art.

Denkanstöße

- Welche Verteilung liegt bei einer Stichprobe mit einer festen Trefferwahrscheinlichkeit vor? - Erinnere dich daran, dass das Signifikanzniveau eine Obergrenze für das Risiko darstellt, eine wahre Nullhypothese abzulehnen. - Was bedeutet ein Fehler zweiter Art inhaltlich? Man behält die Nullhypothese bei, obwohl in Wirklichkeit die Alternative gilt. - Welche Werte von \(X\) führen dazu, dass wir uns für die Alternative entscheiden?

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Unter der Annahme \(p = 0{,}1\) ist die Anzahl der fehlerhaften Leuchten \(X\) binomialverteilt mit \(B(50; 0{,}1)\). Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) bzw. \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\) gilt. Aus der Tabelle oder dem Taschenrechner ergibt sich \(P(X \le 8) \approx 0{,}9422\) und \(P(X \le 9) \approx 0{,}9755\). Somit ist \(k-1 = 9\), also \(k = 10\). Der Ablehnungsbereich ist \(\mathcal{A} = \{10; 11; \dots; 50\}\). 2. Fehler erster Art: Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, \(H_0\) fälschlicherweise abzulehnen, ist \(P(X \ge 10) = 1 - P(X \le 9) \approx 1 - 0{,}9755 = 0{,}0245\), also ca. \(2{,}45\,\%\). Dieser Wert ist kleiner als \(\alpha = 5\,\%\), da aufgrund der Diskretion der Binomialverteilung das Signifikanzniveau meist nicht exakt ausgeschöpft werden kann. 3. Fehler zweiter Art: Bei einer tatsächlichen Trefferquote von \(p = 0{,}2\) wird \(H_0\) nicht abgelehnt, wenn \(X\) im Nicht-Ablehnungsbereich \(\overline{\mathcal{A}} = \{0; 1; \dots; 9\}\) liegt. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist \(P(X \le 9)\) für \(B(50; 0{,}2)\). Die Berechnung ergibt \(P(X \le 9) \approx 0{,}4437\), also ca. \(44{,}37\,\%\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(\mathcal{A} = \{10; 11; \dots; 50\}\). b) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art beträgt \(P(X \ge 10) \approx 0{,}0245\). Sie ist kleiner als das vorgegebene Signifikanzniveau \(\alpha = 0{,}05\). c) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art beträgt \(\beta = P(X \le 9) \approx 0{,}4437\) bei \(p = 0{,}2\).
43104312
Ein Hersteller von Computerchips hat bisher eine Ausschussquote von \(10\,\%\). Ein Ingenieurteam hat das Produktionsverfahren überarbeitet und behauptet, die Fehlerquote auf \(2\,\%\) gesenkt zu haben. Um dies zu prüfen, wird eine Stichprobe von \(n = 40\) Chips untersucht. Es wird folgende Entscheidungsregel für den Hypothesentest festgelegt: Wenn höchstens ein Chip defekt ist (\(X \le 1\)), wird \(H_0\) verworfen und die Verbesserung als statistisch belegt angesehen (\(H_1: p = 0{,}02\)). Andernfalls bleibt man bei der alten Annahme (\(H_0: p = 0{,}10\)). a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. Beschreibe kurz, was dieser Fehler in diesem Sachzusammenhang bedeutet. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Welche Hypothese wird als Nullhypothese \(H_0\) (der bisherige Zustand) und welche als Gegenhypothese \(H_1\) (die Neuerung) betrachtet? - Überlege dir, bei welchem Ergebnis der Stichprobe welche Hypothese fälschlicherweise abgelehnt wird. - Erinnere dich an die Formel für die kumulierte Binomialverteilung. - Was passiert, wenn du ein Ergebnis erhältst, das im Ablehnungsbereich von \(H_0\) liegt, obwohl \(H_0\) in Wirklichkeit zutrifft?

Lösung

1. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Ablehnung von \(H_0\), obwohl \(H_0\) wahr ist. Berechnung über die Binomialverteilung mit \(n = 40\) und \(p = 0{,}10\): \(P_{0{,}10}(X \le 1) = \binom{40}{0} \cdot 0{,}1^0 \cdot 0{,}9^{40} + \binom{40}{1} \cdot 0{,}1^1 \cdot 0{,}9^{39} \approx 0{,}0148 + 0{,}0657 = 0{,}0805\). Bedeutung: Man geht fälschlicherweise von einer Verbesserung aus, obwohl die Fehlerquote noch bei \(10\,\%\) liegt. 2. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Beibehalten von \(H_0\), obwohl \(H_1\) wahr ist. Berechnung mit \(n = 40\) und \(p = 0{,}02\): \(P_{0{,}02}(X \ge 2) = 1 - P_{0{,}02}(X \le 1)\). 3. Berechnung: \(P_{0{,}02}(X \le 1) = \binom{40}{0} \cdot 0{,}02^0 \cdot 0{,}98^{40} + \binom{40}{1} \cdot 0{,}02^1 \cdot 0{,}98^{39} \approx 0{,}4457 + 0{,}3638 = 0{,}8095\). 4. Daraus folgt \(\beta = 1 - 0{,}8095 = 0{,}1905\).

Antwort

a) \(\alpha \approx 8{,}05\,\%\). Der Fehler 1. Art bedeutet, dass die Produktion als verbessert eingestuft wird, obwohl sie es nicht ist. b) \(\beta \approx 19{,}05\,\%\).
43104712
Ein Hersteller von hochwertigen Akkumulatoren behauptet, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Produkte eine Lebensdauer von über \(1\,000\) Ladezyklen erreichen. Ein Prüflabor testet diese Behauptung mit einer Stichprobe von \(n = 50\) Akkumulatoren. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}9\). Als Entscheidungsregel wird festgelegt: Die Behauptung wird abgelehnt, wenn höchstens 42 der getesteten Akkus die Marke von \(1\,000\) Ladezyklen erreichen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)-Fehler) unter der Annahme \(p = 0{,}9\). b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art (\(\beta\)-Fehler), falls die tatsächliche Quote der langlebigen Akkus nur bei \(80\,\%\) liegt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst genau, welche Werte von \(X\) zur Ablehnung der Behauptung führen und welche zur Annahme. - Was bedeutet es im Sachkontext, wenn man die Behauptung fälschlicherweise ablehnt? - Für den Fehler 2. Art musst du davon ausgehen, dass die neue (schlechtere) Wahrscheinlichkeit gilt, aber das Ergebnis trotzdem im Annahmebereich der ursprünglichen Hypothese landet. - Nutze für die Berechnungen die kumulierte Binomialverteilung.

Lösung

1. Definition der Zufallsgröße: \(X\) ist die Anzahl der Akkumulatoren mit über \(1\,000\) Ladezyklen. Unter der Nullhypothese ist \(X\) binomialverteilt mit \(n = 50\) und \(p = 0{,}9\). 2. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Ablehnung von \(H_0\), obwohl sie wahr ist. Der Ablehnungsbereich ist \(A = \{0; 1; \dots; 42\}\). 3. Berechnung von \(\alpha = P_{0{,}9}(X \le 42) = \sum_{k=0}^{42} \binom{50}{k} \cdot 0{,}9^k \cdot 0{,}1^{50-k} \approx 0{,}1221\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(12{,}21\,\%\). 4. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Nicht-Ablehnung von \(H_0\), obwohl die Alternative \(p = 0{,}8\) wahr ist. Der Annahmebereich ist \(\bar{A} = \{43; 44; \dots; 50\}\). 5. Berechnung von \(\beta = P_{0{,}8}(X \ge 43) = 1 - P_{0{,}8}(X \le 42) = 1 - \sum_{k=0}^{42} \binom{50}{k} \cdot 0{,}8^k \cdot 0{,}2^{50-k} \approx 1 - 0{,}8096 = 0{,}1904\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(19{,}04\,\%\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(12{,}21\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(19{,}04\,\%\).
43104912
Ein Qualitätscheck für Akkus wird mit einem Stichprobenumfang von \(n = 40\) durchgeführt. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p = 0{,}7\) (Anteil einwandfreier Akkus), während als Alternative \(H_1: p = 0{,}5\) betrachtet wird. Die Entscheidungsregel besagt: Die Nullhypothese wird angenommen, wenn die Anzahl der einwandfreien Akkus \(X \ge 25\) ist. Berechne die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Was bedeuten die Begriffe „Fehler 1. Art“ und „Fehler 2. Art“ im Bezug auf die Nullhypothese? - Welche Werte von \(X\) führen dazu, dass man die Behauptung des Herstellers ablehnt? - Welche Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) musst du jeweils verwenden, um die beiden Fehlerarten zu berechnen? - Denk daran, wie man Wahrscheinlichkeiten für Bereiche wie „mindestens“ oder „höchstens“ mit der kumulierten Binomialverteilung berechnet.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs \(K\) und des Annahmebereichs \(\bar{K}\) der Nullhypothese: Da \(H_0\) für \(X \ge 25\) angenommen wird, ist der Annahmebereich \(\bar{K} = \{25, 26, \dots, 40\}\) und der Ablehnungsbereich \(K = \{0, 1, \dots, 24\}\). 2. Berechnung des Fehlers 1. Art (\(\alpha\)): Wahrscheinlichkeit, dass \(X\) im Ablehnungsbereich liegt, obwohl \(p = 0{,}7\) gilt: \(\alpha = P_{0{,}7}(X \le 24) = \sum_{k=0}^{24} \binom{40}{k} \cdot 0{,}7^k \cdot 0{,}3^{40-k} \approx 0{,}1151\). 3. Berechnung des Fehlers 2. Art (\(\beta\)): Wahrscheinlichkeit, dass \(X\) im Annahmebereich liegt, obwohl \(p = 0{,}5\) gilt: \(\beta = P_{0{,}5}(X \ge 25) = 1 - P_{0{,}5}(X \le 24) = 1 - \sum_{k=0}^{24} \binom{40}{k} \cdot 0{,}5^k \cdot 0{,}5^{40-k} \approx 1 - 0{,}9231 = 0{,}0769\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(11{,}51\,\%\) (\(\alpha \approx 0{,}1151\)). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(7{,}69\,\%\) (\(\beta \approx 0{,}0769\)).
43105012
Bei einem Signifikanztest wird die Hypothese \(H_0: p = 0{,}4\) gegen \(H_1: p = 0{,}55\) bei einem Stichprobenumfang von \(n = 100\) geprüft. Man lehnt \(H_0\) ab, wenn mindestens \(50\) Treffer erzielt werden. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Notiere dir zuerst genau, bei welchen Ergebnissen die Nullhypothese abgelehnt wird. - Überlege dir, welche Hypothese bei welchem Fehler als „wahr“ angenommen wird. - Wie kannst du eine „mindestens“-Wahrscheinlichkeit mit der Verteilungsfunktion deines Taschenrechners bestimmen? - Achte darauf, bei der Berechnung des Fehlers 2. Art die Erfolgswahrscheinlichkeit der Alternative zu nutzen.

Lösung

1. Festlegung der Bereiche: Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{50, 51, \dots, 100\}\), der Annahmebereich ist \(\bar{K} = \{0, 1, \dots, 49\}\). 2. Berechnung des Fehlers 1. Art (\(\alpha\)): Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X \ge 50\) unter der Annahme \(p = 0{,}4\). Berechnung über das Gegenereignis: \(\alpha = P_{0{,}4}(X \ge 50) = 1 - P_{0{,}4}(X \le 49) \approx 1 - 0{,}9729 = 0{,}0271\). 3. Berechnung des Fehlers 2. Art (\(\beta\)): Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X \le 49\) unter der Annahme \(p = 0{,}55\). Berechnung mittels der kumulierten Binomialverteilung: \(\beta = P_{0{,}55}(X \le 49) \approx 0{,}1346\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(2{,}71\,\%\) (\(\alpha \approx 0{,}0271\)). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(13{,}46\,\%\) (\(\beta \approx 0{,}1346\)).
43105112
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln gibt an, dass höchstens \(4\,\%\) seiner Lampen defekt sind. Ein Großabnehmer möchte diese Angabe prüfen und führt eine Stichprobenkontrolle mit \(n = 80\) Lampen durch. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}04\). Die Lieferung wird abgelehnt, wenn in der Stichprobe mehr als 6 defekte Lampen gefunden werden. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art (Produzentenrisiko) unter der Annahme, dass die tatsächliche Defektrate genau \(4\,\%\) beträgt. b) Tatsächlich ist die Charge schlechter als behauptet und weist eine Defektrate von \(10\,\%\) auf. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art (Konsumentenrisiko).

Denkanstöße

- Wann wird die Nullhypothese fälschlicherweise abgelehnt? - Überlege dir, welche Werte der Zufallsgröße dazu führen, dass man sich gegen die Behauptung des Herstellers entscheidet. - Welches Ereignis tritt ein, wenn man eine falsche Behauptung irrtümlich für wahr hält? - Achte darauf, für jede Teilaufgabe den richtigen Wert für die Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) zu verwenden.

Lösung

1. Definition der Zufallsgröße \(X\) als Anzahl der defekten Lampen, wobei \(X\) binomialverteilt ist mit \(n = 80\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs der Nullhypothese: \(K = \{7, 8, \dots, 80\}\). 3. Berechnung des Fehlers 1. Art für \(p = 0{,}04\): \(\alpha = P(X \ge 7) = 1 - P(X \le 6)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(0{,}0412\). Das Produzentenrisiko beträgt somit ca. \(4{,}1\,\%\). 4. Berechnung des Fehlers 2. Art für \(p = 0{,}10\): \(\beta = P(X \le 6)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung mit \(p = 0{,}10\) ergibt sich \(\beta \approx 0{,}3005\). Das Konsumentenrisiko beträgt somit ca. \(30{,}1\,\%\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(0{,}0412\) (bzw. \(4{,}1\,\%\)). b) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(0{,}3005\) (bzw. \(30{,}1\,\%\)).
43105512
Ein Hersteller von LED-Modulen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Produkte defekt sind (\(H_0: p \leq 0{,}05\)). Ein Großabnehmer prüft diese Angabe mit einer Stichprobe von \(n = 100\) Modulen. Er vereinbart folgende Entscheidungsregel: Werden \(10\) oder mehr defekte Module gefunden, wird die Lieferung abgelehnt und die Nullhypothese verworfen. a) Erläutere, was man in diesem Sachzusammenhang unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn in Wahrheit \(12\,\%\) der Module defekt sind?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Entscheidung getroffen wird, wenn die Nullhypothese wahr ist, man sie aber fälschlicherweise ablehnt. - Was passiert umgekehrt, wenn die Nullhypothese falsch ist, man sie aber beibehält? - Nutze für die Berechnungen die kumulierte Binomialverteilung. Achte dabei genau darauf, welche Werte von \(k\) zum Ablehnungsbereich gehören. - Erinnere dich an den Zusammenhang \(P(X \geq k) = 1 - P(X \leq k-1)\).

Lösung

1. Fehler 1. Art: Die Lieferung wird abgelehnt, obwohl höchstens \(5\,\%\) der Module defekt sind (irrtümliche Ablehnung einer guten Lieferung). 2. Fehler 2. Art: Die Lieferung wird angenommen, obwohl mehr als \(5\,\%\) (hier konkret \(12\,\%\)) der Module defekt sind (irrtümliche Annahme einer schlechten Lieferung). 3. Berechnung Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Unter der Annahme \(p = 0{,}05\) ist die Anzahl der defekten Module \(X\) binomialverteilt mit \(B(100; 0{,}05)\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{10, 11, \dots, 100\}\). \(\alpha = P(X \geq 10) = 1 - P(X \leq 9) \approx 1 - 0{,}9718 = 0{,}0282\). 4. Berechnung Fehler 2. Art (\(\beta\)): Unter der Annahme \(p = 0{,}12\) ist \(X\) binomialverteilt mit \(B(100; 0{,}12)\). Der Nicht-Ablehnungsbereich ist \(\bar{K} = \{0, 1, \dots, 9\}\). \(\beta = P(X \leq 9) \approx 0{,}2257\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: Ablehnung einer guten Lieferung (\(p \leq 0{,}05\)). Fehler 2. Art: Annahme einer schlechten Lieferung (\(p > 0{,}05\)). b) \(\alpha \approx 2{,}82\,\%\) c) \(\beta \approx 22{,}57\,\%\)
43105912
Ein Produktionsleiter prüft eine Maschine, deren Ausschussanteil erfahrungsgemäß entweder bei \(p = 0{,}05\) (Normalbetrieb) oder bei \(p = 0{,}15\) (Störfall) liegt. Zur Kontrolle wird eine Stichprobe vom Umfang \(n = 60\) entnommen. Die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}05\) wird abgelehnt, wenn in der Stichprobe mindestens 6 defekte Teile gefunden werden. Berechne die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)) und den Fehler 2. Art (\(\beta\)).

Denkanstöße

- Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, einen Fehler 1. Art zu begehen? - Welche Verteilung liegt vor, wenn wir eine feste Anzahl von Bauteilen auf ein Merkmal prüfen? - Wie hängen der Ablehnungsbereich und die Fehlerwahrscheinlichkeiten zusammen? - Überlege dir, welche Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) du für die Berechnung von \(\beta\) verwenden musst.

Lösung

1. Definition der Zufallsgröße: \(X\) beschreibt die Anzahl der defekten Teile in der Stichprobe. Unter der Nullhypothese \(H_0\) ist \(X\) binomialverteilt mit \(n = 60\) und \(p_0 = 0{,}05\). 2. Berechnung des Fehlers 1. Art (\(\alpha\)): Gemäß Entscheidungsregel wird \(H_0\) abgelehnt, wenn \(X \ge 6\). \(\alpha = P(X \ge 6) = 1 - P(X \le 5) \approx 1 - 0{,}9213 = 0{,}0787\). 3. Definition der Zufallsgröße unter der Alternativhypothese \(H_1: p = 0{,}15\): \(X\) ist binomialverteilt mit \(n = 60\) und \(p_1 = 0{,}15\). 4. Berechnung des Fehlers 2. Art (\(\beta\)): Ein Fehler 2. Art tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(H_1\) wahr ist, also wenn \(X \le 5\). \(\beta = P(X \le 5) = \sum_{k=0}^{5} \binom{60}{k} \cdot 0{,}15^k \cdot 0{,}85^{60-k} \approx 0{,}0968\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt \(\alpha \approx 0{,}0787\) (bzw. \(7{,}87\,\%\)). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt \(\beta \approx 0{,}0968\) (bzw. \(9{,}68\,\%\)).
43106012
Ein Pharmaunternehmen führt eine Studie mit \(n = 30\) Probanden durch, um die Wirksamkeit eines neuen Präparats zu testen. Es wird davon ausgegangen, dass die Heilungschance entweder \(p = 0{,}4\) (Standardwert) oder \(p = 0{,}7\) (erhoffter Wert) beträgt. Als Entscheidungsregel wird festgelegt: Die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}4\) wird verworfen, falls mehr als 16 Probanden geheilt werden. Bestimme die Wahrscheinlichkeit \(\alpha\) für den Fehler 1. Art und die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für den Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Welche Werte von \(X\) führen dazu, dass man sich fälschlicherweise gegen die Nullhypothese entscheidet? - Achte genau auf die Formulierung „mehr als 16“. Welcher kleinste ganzzahlige Wert gehört somit zum Ablehnungsbereich? - Kannst du die Wahrscheinlichkeiten mithilfe einer Tabelle für die kumulierte Binomialverteilung bestimmen?

Lösung

1. Modellierung: Die Anzahl der geheilten Probanden \(X\) ist binomialverteilt. Unter \(H_0\) gilt \(X \sim B(30; 0{,}4)\), unter \(H_1\) gilt \(X \sim B(30; 0{,}7)\). 2. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Ablehnung von \(H_0\), obwohl \(p = 0{,}4\) gilt. Der Ablehnungsbereich ist \(X > 16\), also \(X \ge 17\). \(\alpha = P_{0{,}4}(X \ge 17) = 1 - P_{0{,}4}(X \le 16) \approx 1 - 0{,}9519 = 0{,}0481\). 3. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Annahme von \(H_0\), obwohl \(p = 0{,}7\) gilt. Dies geschieht, wenn \(X \le 16\). \(\beta = P_{0{,}7}(X \le 16) \approx 0{,}0401\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist \(\alpha \approx 0{,}0481\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art ist \(\beta \approx 0{,}0401\).
43106112
Ein Saatguthersteller gibt an, dass die Keimquote seiner Samen bei \(p = 0{,}8\) liegt (\(H_0\)). Ein Landwirt vermutet eine schlechtere Qualität und nimmt \(p = 0{,}7\) als Gegenhypothese (\(H_1\)) an. Er führt eine Stichprobe mit \(n = 50\) Samen durch. Die Nullhypothese wird verworfen, wenn höchstens \(36\) Samen keimen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)) und den Fehler 2. Art (\(\beta\)).

Denkanstöße

- Welche Werte für die Anzahl der keimenden Samen führen zur Ablehnung der Herstellerangabe? - Was bedeutet es für die Entscheidung, wenn die tatsächliche Keimquote niedriger ist als behauptet? - Wie berechnet man die Gegenwahrscheinlichkeit bei einer Binomialverteilung? - Überlege dir genau, welche Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) du für welchen Fehler verwenden musst.

Lösung

1. Identifikation der Verteilungen: Die Anzahl der keimenden Samen \(X\) ist unter der Nullhypothese \(B(50; 0{,}8)\)-verteilt und unter der Gegenhypothese \(B(50; 0{,}7)\)-verteilt. 2. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(H_0\) abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}8\) wahr ist. Der Ablehnungsbereich ist \(X \le 36\). Berechnung: \(\alpha = P_{0{,}8}(X \le 36) \approx 0{,}1106\). 3. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(H_0\) beibehalten wird, obwohl \(p = 0{,}7\) wahr ist. Der Annahmebereich ist \(X \ge 37\). Berechnung: \(\beta = P_{0{,}7}(X \ge 37) = 1 - P_{0{,}7}(X \le 36) \approx 1 - 0{,}6721 = 0{,}3279\).

Antwort

\(\alpha \approx 0{,}1106\) (bzw. \(11{,}06\,\%\)) \(\beta \approx 0{,}3279\) (bzw. \(32{,}79\,\%\))
43106312
Ein Hersteller von Bio-Saatgut behauptet, dass seine Sonnenblumensamen eine Keimfähigkeit von mindestens \(90\,\%\) haben (\(p = 0{,}9\)). Ein Gärtner vermutet hingegen, dass die Keimrate tatsächlich nur bei \(75\,\%\) liegt (\(p = 0{,}75\)). Um dies zu prüfen, führt er einen Test mit \(n = 40\) Samen durch. a) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang bezüglich der Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}9\). b) Als Entscheidungsregel wird festgelegt: Die Behauptung des Herstellers wird verworfen, wenn höchstens 32 Samen keimen. Berechne für diese Regel die Wahrscheinlichkeiten \(\alpha\) für den Fehler 1. Art und \(\beta\) für den Fehler 2. Art. c) Wie verändern sich \(\alpha\) und \(\beta\), wenn der Verwerfungsbereich für \(H_0\) auf \(X \le 30\) verkleinert wird? Bestimme die neuen Werte.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst genau, welche Entscheidung getroffen wird, wenn die Nullhypothese wahr ist, und welche, wenn sie falsch ist. - Was bedeutet es für die Fehlerwahrscheinlichkeit, wenn du die Grenze für eine Ablehnung strenger oder lockerer wählst? - Nutze für die Berechnungen die kumulierte Binomialverteilung.

Lösung

1. Beschreibung der Fehler: Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Keimrate tatsächlich \(90\,\%\) beträgt, man sie aber aufgrund des Testergebnisses fälschlicherweise als zu niedrig ablehnt. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Keimrate in Wahrheit nur \(75\,\%\) beträgt, man aber aufgrund des Testergebnisses die Hypothese \(p = 0{,}9\) fälschlicherweise beibehält. 2. Berechnung für \(X \le 32\): \(\alpha = P_{p=0{,}9}(X \le 32) = \sum_{k=0}^{32} \binom{40}{k} \cdot 0{,}9^k \cdot 0{,}1^{40-k} \approx 0{,}0419\). \(\beta = P_{p=0{,}75}(X \ge 33) = 1 - P_{p=0{,}75}(X \le 32) \approx 0{,}1820\). 3. Berechnung für \(X \le 30\): \(\alpha = P_{p=0{,}9}(X \le 30) \approx 0{,}0051\). \(\beta = 1 - P_{p=0{,}75}(X \le 30) \approx 0{,}4395\). Durch die Verkleinerung des Verwerfungsbereichs sinkt das Risiko für einen Fehler 1. Art deutlich, während das Risiko für einen Fehler 2. Art stark ansteigt.

Antwort

a) Fehler 1. Art: Man verwirft die Keimrate von \(90\,\%\), obwohl sie stimmt. Fehler 2. Art: Man verwirft die Keimrate von \(90\,\%\) nicht, obwohl sie tatsächlich nur \(75\,\%\) beträgt. b) \(\alpha \approx 4{,}19\,\%\) und \(\beta \approx 18{,}20\,\%\). c) \(\alpha \approx 0{,}51\,\%\) und \(\beta \approx 43{,}95\,\%\).
43106412
Bei der Qualitätskontrolle von LED-Leuchten wird die Hypothese \(H_0: p = 0{,}05\) (Ausschussanteil) gegen die Alternative \(H_1: p = 0{,}15\) getestet. Es wird eine Stichprobe von \(n = 50\) Leuchten untersucht. a) Erläutere die Bedeutung des Fehlers 1. Art und des Fehlers 2. Art für den Hersteller. b) Die Entscheidungsregel lautet: Übersteigt die Anzahl der defekten Leuchten den Wert 5, wird \(H_0\) abgelehnt. Berechne die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)) und den Fehler 2. Art (\(\beta\)). c) Berechne \(\alpha\) und \(\beta\), falls die Entscheidungsregel dahingehend geändert wird, dass \(H_0\) erst bei mehr als 7 defekten Leuchten abgelehnt wird.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob nach „mehr als“ oder „mindestens“ gefragt wird, um die richtige Grenze für die Summe zu finden. - Welcher Fehler ist für den Käufer der Leuchten wohl problematischer, und welcher für den Verkäufer? - Wie verhalten sich die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten zueinander, wenn man die Grenze verschiebt?

Lösung

1. Bedeutung der Fehler: Ein Fehler 1. Art bedeutet, dass eine Charge mit \(5\,\%\) Ausschuss fälschlicherweise beanstandet wird (Produzentenrisiko). Ein Fehler 2. Art bedeutet, dass eine schlechte Charge (Ausschuss \(15\,\%\)) fälschlicherweise als gut akzeptiert wird (Konsumentenrisiko). 2. Berechnung für \(X > 5\): \(\alpha = P_{p=0{,}05}(X \ge 6) = 1 - P_{p=0{,}05}(X \le 5) \approx 1 - 0{,}9622 = 0{,}0378\). \(\beta = P_{p=0{,}15}(X \le 5) \approx 0{,}2194\). 3. Berechnung für \(X > 7\): \(\alpha = P_{p=0{,}05}(X \ge 8) = 1 - P_{p=0{,}05}(X \le 7) \approx 1 - 0{,}9968 = 0{,}0032\). \(\beta = P_{p=0{,}15}(X \le 7) \approx 0{,}5188\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: Eine gute Charge wird fälschlich abgelehnt. Fehler 2. Art: Eine schlechte Charge wird fälschlich akzeptiert. b) \(\alpha \approx 3{,}78\,\%\) und \(\beta \approx 21{,}94\,\%\). c) \(\alpha \approx 0{,}32\,\%\) und \(\beta \approx 51{,}88\,\%\).
43107312
Ein Elektronikhersteller behauptet, dass der Anteil defekter Bauteile in seiner Produktion höchstens \(p = 0{,}02\) beträgt. Ein Großabnehmer vermutet eine höhere Fehlerquote von \(p = 0{,}10\) und führt eine Qualitätskontrolle mit einer Stichprobe von \(n = 100\) Bauteilen durch. Er entscheidet sich, die Behauptung des Herstellers (\(H_0: p = 0{,}02\)) abzulehnen, wenn er 5 oder mehr defekte Bauteile findet. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art sowie die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art unter der Annahme, dass die tatsächliche Fehlerquote bei \(10\,\%\) liegt.

Denkanstöße

- Welches Ereignis beschreibt den Fehler 1. Art in Worten? - Wie berechnest du die Gegenwahrscheinlichkeit bei einer Binomialverteilung? - Welche Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\) musst du für den Fehler 2. Art verwenden? - Was bedeutet der Ablehnungsbereich für die Entscheidung über die Hypothese?

Lösung

1. Definition der Zufallsgröße \(X\): Anzahl der defekten Bauteile, wobei \(X\) binomialverteilt ist mit \(n = 100\). 2. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}02\) wird fälschlicherweise abgelehnt. Dies geschieht, wenn \(X \ge 5\), obwohl \(p = 0{,}02\) gilt: \(\alpha = P_{0{,}02}(X \ge 5) = 1 - P_{0{,}02}(X \le 4) \approx 1 - 0{,}9492 = 0{,}0508\). 3. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Die Nullhypothese \(H_0\) wird fälschlicherweise beibehalten, obwohl die Alternative \(H_1: p = 0{,}10\) wahr ist. Dies geschieht, wenn \(X \le 4\), obwohl \(p = 0{,}10\) gilt: \(\beta = P_{0{,}10}(X \le 4) \approx 0{,}0237\).

Antwort

Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(5{,}08\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(2{,}37\,\%\).
43118712
Ein Hersteller von Blumensamen gibt an, dass die Keimrate seiner Samen \(90\,\%\) beträgt. Ein Konkurrent behauptet hingegen, die Keimrate liege bei lediglich \(75\,\%\). Um dies zu untersuchen, wird eine Stichprobe von \(80\) Samen gepflanzt. Es wird folgende Entscheidungsregel festgelegt: Wenn höchstens \(66\) Samen keimen, wird die Behauptung des Konkurrenten akzeptiert, andernfalls bleibt man bei der Angabe des Herstellers. 1. Beschreibe die beiden Fehlerarten, die bei dieser Entscheidung auftreten können, im Sachkontext. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten dieser beiden Fehler unter der Annahme, dass jeweils eine der beiden Behauptungen exakt zutrifft.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Aussage als Nullhypothese \(H_0\) und welche als Alternativhypothese \(H_1\) fungiert. - Was bedeutet es für den Hersteller oder den Konkurrenten, wenn man eine Fehlentscheidung trifft? - Verwende für die Berechnungen die kumulierte Binomialverteilung. - Achte beim Fehler 2. Art darauf, welches Ereignis genau zur Beibehaltung der Herstellerangabe führt.

Lösung

1. Der Fehler 1. Art tritt auf, wenn die Keimrate tatsächlich \(90\,\%\) beträgt (\(H_0\)), man sich aber aufgrund von höchstens \(66\) gekeimten Samen für die Behauptung des Konkurrenten entscheidet. Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn die Keimrate tatsächlich nur \(75\,\%\) beträgt (\(H_1\)), man aber aufgrund von mehr als \(66\) gekeimten Samen bei der Angabe des Herstellers bleibt. 2. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der gekeimten Samen. Fehler 1. Art: \(\alpha = P_{p=0{,}9}(X \le 66)\). Mit der Binomialverteilung \(B(80; 0{,}9)\) ergibt sich \(\alpha = \sum_{i=0}^{66} \binom{80}{i} \cdot 0{,}9^i \cdot 0{,}1^{80-i} \approx 0{,}0267\). Fehler 2. Art: \(\beta = P_{p=0{,}75}(X > 66) = 1 - P_{p=0{,}75}(X \le 66)\). Mit der Binomialverteilung \(B(80; 0{,}75)\) ergibt sich \(P_{p=0{,}75}(X \le 66) \approx 0{,}9579\), woraus folgt \(\beta \approx 1 - 0{,}9579 = 0{,}0421\).

Antwort

1. Fehler 1. Art: Die Keimrate ist \(90\,\%\), es wird aber fälschlicherweise die Konkurrenzaussage (\(75\,\%\)) angenommen. Fehler 2. Art: Die Keimrate ist \(75\,\%\), es wird aber fälschlicherweise die Herstellerangabe (\(90\,\%\)) beibehalten. 2. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(2{,}67\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(4{,}21\,\%\).
43124512
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Lampen eine Betriebsdauer von weniger als \(10\,000\) Stunden haben. Ein Verbraucherschutzverein vermutet jedoch eine höhere Fehlerquote und führt eine Stichprobe an \(n = 200\) Lampen durch. a) Formuliere die Nullhypothese \(H_0\) und die Alternativhypothese \(H_1\) aus Sicht des Verbraucherschutzvereins. b) Bestimme den Ablehnungsbereich der Nullhypothese für ein Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\). c) Angenommen, die tatsächliche Fehlerquote beträgt \(10\,\%\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art bei dem in Teil b) ermittelten Test.

Denkanstöße

- Welches Ereignis möchte der Verbraucherschutzverein beweisen? Das sollte in der Alternativhypothese stehen. - Überlege, ob extrem große oder extrem kleine Werte der Stichprobe gegen die Nullhypothese sprechen. - Was bedeutet es im Sachzusammenhang, wenn man die Nullhypothese fälschlicherweise beibehält? - Welche Erfolgswahrscheinlichkeit musst du für die Berechnung des Fehlers 2. Art verwenden?

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da der Verein eine höhere Fehlerquote vermutet, ist die Nullhypothese die Behauptung des Herstellers: \(H_0: p \le 0{,}05\) und die Alternativhypothese \(H_1: p > 0{,}05\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Es liegt ein rechtsseitiger Test vor. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) unter der Annahme \(p = 0{,}05\) gilt. Dies ist äquivalent zu \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\). Mit \(n = 200\) und \(p = 0{,}05\) ergibt sich aus der Binomialverteilungstabelle \(P(X \le 15) \approx 0{,}9558\). Somit ist \(k-1 = 15\), also \(k = 16\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{16, 17, \dots, 200\}\). 3. Berechnung des Fehlers 2. Art: Der Fehler 2. Art (\(\beta\)-Fehler) tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}10\) gilt. Dies entspricht der Wahrscheinlichkeit \(P(X \le 15)\) für \(B(200; 0{,}10)\). Unter Verwendung der Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \le 15) \approx 0{,}1431\).

Antwort

a) \(H_0: p \le 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\) b) \(K = \{16, 17, \dots, 200\}\) c) \(\beta = P_{0{,}10}(X \le 15) \approx 0{,}1431\) (bzw. \(14{,}31\,\%\))
43124712
Ein Hersteller von Solarzellen behauptet, dass mindestens \(90\,\%\) der produzierten Zellen die volle Leistung erbringen. Ein Prüfingenieur ist skeptisch und möchte diese Behauptung bei einer Lieferung von \(n = 100\) Zellen auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\) testen. a) Stelle die Nullhypothese und die Alternativhypothese aus Sicht des Ingenieurs auf. b) Ermittle den Ablehnungsbereich für diesen Test. c) Erläutere den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Welche Vermutung möchte der Prüfingenieur statistisch absichern? - In welche Richtung (links oder rechts) zeigt die Abweichung, die gegen die Behauptung spricht? - Überlege dir, welche Entscheidung getroffen wird und ob diese im jeweiligen Fall der Realität entspricht.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da der Ingenieur die Behauptung \(p \geq 0{,}9\) widerlegen möchte, wählt er die Nullhypothese \(H_0: p \geq 0{,}9\) und die Alternativhypothese \(H_1: p < 0{,}9\) (linksseitiger Test). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist der größte Wert \(k\), für den bei einer Binomialverteilung mit \(n = 100\) und \(p = 0{,}9\) gilt: \(P(X \leq k) \leq 0{,}05\). Aus der Tabelle oder dem Taschenrechner ergibt sich \(P(X \leq 84) \approx 0{,}0399\) und \(P(X \leq 85) \approx 0{,}0726\). Somit liegt der Ablehnungsbereich bei \(K = \{0; 1; \dots; 84\}\). 3. Fehler 1. Art: Man entscheidet sich gegen die Behauptung des Herstellers (die Qualität ist angeblich schlechter), obwohl diese in Wirklichkeit wahr ist (mindestens \(90\,\%\) sind einwandfrei). 4. Fehler 2. Art: Man behält die Nullhypothese bei und akzeptiert die Lieferung als gut, obwohl die tatsächliche Quote der einwandfreien Zellen unter \(90\,\%\) liegt.

Antwort

a) \(H_0: p \geq 0{,}9\); \(H_1: p < 0{,}9\) b) Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{0; 1; \dots; 84\}\). c) Fehler 1. Art: Die Lieferung wird fälschlicherweise als mangelhaft eingestuft, obwohl mindestens \(90\,\%\) der Zellen einwandfrei sind. Fehler 2. Art: Eine mangelhafte Lieferung (weniger als \(90\,\%\) einwandfrei) wird fälschlicherweise nicht beanstandet.
43125512
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Produkte eine Betriebsdauer von weniger als \(10\,000\) Stunden aufweisen. Ein Großabnehmer möchte diese Behauptung prüfen und führt eine Stichprobenuntersuchung an \(n = 200\) zufällig ausgewählten Leuchtmitteln durch. a) Formuliere die Nullhypothese und die Alternativhypothese aus der Sicht des Großabnehmers, der die Werbebehauptung widerlegen möchte. b) Bestimme die Entscheidungsregel für diesen Test auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\). c) Erläutere im Sachzusammenhang, was man unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht.

Denkanstöße

- Was möchte der Großabnehmer beweisen? Die Gegenbehauptung ist oft die Alternativhypothese. - Überlege dir, ob große oder kleine Werte der Stichprobe gegen die Behauptung des Herstellers sprechen. - Der Fehler 1. Art tritt ein, wenn man sich fälschlicherweise gegen die Nullhypothese entscheidet. - Der Fehler 2. Art ist das „Übersehen“ einer Abweichung von der Norm.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da der Großabnehmer die Behauptung \(p \leq 0{,}05\) widerlegen möchte, lautet die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}05\) und die Alternativhypothese \(H_1: p > 0{,}05\). Es handelt sich um einen rechtsseitigen Signifikanztest. 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Unter der Annahme der Trefferwahrscheinlichkeit \(p = 0{,}05\) wird die Zufallsvariable \(X\) (Anzahl der defekten Leuchtmittel) als binomialverteilt mit \(n = 200\) angenommen. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P(X \geq k) \leq 0{,}05\) gilt, was äquivalent zu \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}95\) ist. 3. Berechnung mit der Binomialverteilung: Für \(n = 200\) und \(p = 0{,}05\) ergibt sich \(P(X \leq 15) \approx 0{,}9553\) und \(P(X \leq 14) \approx 0{,}9219\). Somit ist \(k-1 = 15\), woraus \(k = 16\) folgt. Der Ablehnungsbereich ist \(V = \{16; 17; \dots; 200\}\). 4. Fehler 1. Art: Die Nullhypothese wird abgelehnt, obwohl sie wahr ist. Im Sachkontext: Der Großabnehmer glaubt fälschlicherweise, dass mehr als \(5\,\%\) der Leuchtmittel die versprochene Dauer nicht erreichen, obwohl die Qualität des Herstellers eigentlich den Anforderungen entspricht. 5. Fehler 2. Art: Die Nullhypothese wird nicht abgelehnt, obwohl sie falsch ist. Im Sachkontext: Der Großabnehmer akzeptiert die Behauptung des Herstellers, obwohl in Wirklichkeit mehr als \(5\,\%\) der Leuchtmittel eine zu geringe Betriebsdauer haben.

Antwort

a) \(H_0: p \leq 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\) b) Ablehnungsbereich \(V = \{16; 17; \dots; 200\}\). Die Behauptung wird abgelehnt, wenn mindestens \(16\) Leuchtmittel eine zu geringe Betriebsdauer haben. c) Fehler 1. Art: Ein einwandfreies Los wird fälschlicherweise beanstandet (Risiko für den Produzenten). Fehler 2. Art: Ein mangelhaftes Los wird fälschlicherweise akzeptiert (Risiko für den Abnehmer).
43125712
Ein Hersteller von Gemüsesamen gibt auf der Verpackung an, dass die Keimrate seiner Tomatensamen bei mindestens \(80\,\%\) liegt. Ein Hobbygärtner zweifelt diese Angabe an und führt einen Test mit \(100\) zufällig ausgewählten Samen durch. Er möchte die Nullhypothese \(H_0: p \geq 0{,}80\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\) prüfen. a) Bestimme die zugehörige Entscheidungsregel für diesen linksseitigen Test. b) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Angenommen, die wahre Keimrate beträgt in Wirklichkeit nur \(70\,\%\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art bei dieser Entscheidungsregel.

Denkanstöße

- Welche Seite des Tests ist hier relevant? Achte auf die Formulierung „mindestens“. - Überlege dir, wie die Zufallsgröße verteilt ist und welche Parameter sie hat. - Wann wird die Nullhypothese abgelehnt und wann wird sie beibehalten? - Was bedeutet ein Fehler 2. Art in diesem konkreten Sachzusammenhang? - Wie verändert sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung, wenn wir von einem anderen Parameter \(p\) ausgehen?

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: \(H_0: p \geq 0{,}80\) und \(H_1: p < 0{,}80\). Testgröße \(X\) ist die Anzahl der keimenden Samen, wobei unter \(H_0\) gilt: \(X \sim B(100; 0{,}80)\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs \(K = \{0; \dots; k\}\) durch \(P(X \leq k) \leq 0{,}05\). Aus der Binomialverteilungstabelle oder durch Berechnung ergibt sich \(P(X \leq 72) \approx 0{,}0342\) und \(P(X \leq 73) \approx 0{,}0558\). Somit ist \(k = 72\). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn höchstens \(72\) Samen keimen. 3. Der Fehler 1. Art tritt ein, wenn \(H_0\) fälschlicherweise abgelehnt wird. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(\alpha_{\text{tatsächlich}} = P(X \leq 72) \approx 0{,}0342 = 3{,}42\,\%\). 4. Der Fehler 2. Art (\(\beta\)-Fehler) tritt ein, wenn \(H_0\) fälschlicherweise nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}70\) gilt. Es wird berechnet: \(P(X > 72) = 1 - P(X \leq 72)\) für \(X \sim B(100; 0{,}70)\). Mit \(P(X \leq 72) \approx 0{,}7036\) folgt \(\beta = 1 - 0{,}7036 = 0{,}2964 \approx 29{,}64\,\%\).

Antwort

a) Ablehnungsbereich \(K = \{0; 1; \dots; 72\}\). \(H_0\) wird abgelehnt, wenn \(72\) oder weniger Samen keimen. b) \(P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 3{,}42\,\%\) c) \(P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 29{,}64\,\%\)
43129512
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln gibt an, dass höchstens \(2\,\%\) seiner Produkte defekt sind. Ein Großabnehmer vermutet jedoch, dass die Fehlerquote in einer neuen Lieferung höher liegt. Um dies zu prüfen, wird eine Stichprobe von \(500\) LEDs entnommen und auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. 1. Formuliere die Nullhypothese und die Alternativhypothese für einen Signifikanztest auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). 2. Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese. Gehe dabei davon aus, dass die Anzahl der defekten LEDs binomialverteilt ist. 3. Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Fehlerquote in der Lieferung bei \(5\,\%\) liegt. 4. Erläutere im Sachzusammenhang, welche Konsequenzen ein Fehler 1. Art in dieser Situation für den Hersteller und den Großabnehmer hätte.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, welche Seite der Verteilung für den Abnehmer kritisch ist: Wann wird er die Behauptung des Herstellers anzweifeln? - Welche Verteilung beschreibt die Anzahl der defekten LEDs in einer Stichprobe? - Beachte beim Ablehnungsbereich, dass die Wahrscheinlichkeit im Ablehnungsbereich höchstens so groß wie das Signifikanzniveau sein darf. - Der Fehler 2. Art bezieht sich immer auf eine spezifische Gegenhypothese.

Lösung

1. Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}02\), Alternativhypothese \(H_1: p > 0{,}02\). 2. Unter der Annahme \(p = 0{,}02\) ist \(X\) binomialverteilt mit \(n = 500\). Gesucht ist die kleinste Zahl \(k\), für die \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) gilt, was äquivalent zu \(P(X \le k-1) > 0{,}95\) ist. Mit den Werten der Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \le 15) \approx 0{,}9530\) und \(P(X \le 14) \approx 0{,}9186\). Somit ist \(k-1 = 15\), also \(k = 16\). Der Ablehnungsbereich ist \(\{16; 17; \dots; 500\}\). 3. Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}05\) gilt. Es ist \(P_{0{,}05}(X \le 15)\) zu berechnen. Mit \(n = 500\) und \(p = 0{,}05\) ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von ca. \(0{,}0199\). 4. Ein Fehler 1. Art bedeutet, dass die Lieferung fälschlicherweise als mangelhaft eingestuft wird, obwohl die Fehlerquote höchstens \(2\,\%\) beträgt. Dies führt zu unberechtigten Reklamationen, Kosten für Rücksendungen oder Imageverlust für den Hersteller sowie unnötigem Prüfaufwand für den Abnehmer.

Antwort

1. \(H_0: p \le 0{,}02\); \(H_1: p > 0{,}02\) 2. Ablehnungsbereich \(K = \{16; 17; \dots; 500\}\) 3. \(\beta \approx 0{,}0199\) (\(1{,}99\,\%\)) 4. Der Hersteller wird zu Unrecht beschuldigt, mangelhafte Ware geliefert zu haben (falsch-positiver Alarm).
43129912
Ein Schokoladenhersteller behauptet, dass mindestens \(70\,\%\) der Kunden die neue Sorte „Meersalz-Karamell“ mögen. Ein Marktforschungsinstitut vermutet jedoch eine geringere Beliebtheit. Zur Überprüfung dieser Vermutung wird eine Stichprobe von \(100\) Personen befragt. 1. Formuliere die Nullhypothese \(H_0\) und die Alternativhypothese \(H_1\) aus Sicht des Marktforschungsinstituts. 2. Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). 3. Erläutere im Sachzusammenhang, was man unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht.

Denkanstöße

- Welche Behauptung soll durch den Test widerlegt werden? Das ist meistens die Nullhypothese. - Überlege, ob kleine oder große Werte der Testgröße gegen die Behauptung des Herstellers sprechen. - Der Fehler 1. Art passiert, wenn man eine richtige Behauptung ablehnt. - Der Fehler 2. Art passiert, wenn man eine falsche Behauptung nicht erkennt.

Lösung

1. Da das Institut eine geringere Beliebtheit vermutet, lauten die Hypothesen für einen linksseitigen Test: \(H_0: p \ge 0{,}7\) und \(H_1: p < 0{,}7\). 2. Die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl der Personen, die die Sorte mögen) ist unter \(H_0\) binomialverteilt mit \(n = 100\) und \(p = 0{,}7\). Gesucht ist das größte \(k\), für das \(P(X \le k) \le 0{,}05\) gilt. Aus der Tabelle der Binomialverteilung oder per Taschenrechner ergibt sich: \(P(X \le 61) \approx 0{,}0340\) und \(P(X \le 62) \approx 0{,}0522\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(K = \{0, 1, \dots, 61\}\). 3. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn mindestens \(70\,\%\) der Kunden die Sorte mögen (\(H_0\) wahr), die Umfrage aber fälschlicherweise ein Ergebnis im Ablehnungsbereich liefert und man daher von einer geringeren Beliebtheit ausgeht. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn tatsächlich weniger als \(70\,\%\) der Kunden die Sorte mögen (\(H_0\) falsch), das Umfrageergebnis aber nicht im Ablehnungsbereich liegt und man daher fälschlicherweise an der Behauptung des Herstellers festhält.

Antwort

1. \(H_0: p \ge 0{,}7\); \(H_1: p < 0{,}7\) 2. \(K = \{0, 1, \dots, 61\}\) 3. Fehler 1. Art: \(H_0\) wird abgelehnt, obwohl sie wahr ist. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird beibehalten, obwohl sie falsch ist.
43130112
In einem großen Entbindungskrankenhaus werden jährlich etwa \(4\,000\) Geburten verzeichnet. Statistisch gesehen liegt der Anteil an Zwillingsgeburten bei \(0{,}5\,\%\). Ein Biologe vermutet, dass dieser Anteil aufgrund von Umweltfaktoren zugenommen hat. a) Formuliere die Nullhypothese und die Alternativhypothese für einen Signifikanztest. b) Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). Gehe davon aus, dass die Anzahl der Zwillingsgeburten binomialverteilt ist. c) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im vorliegenden Sachzusammenhang. d) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der tatsächliche Anteil der Zwillingsgeburten auf \(0{,}8\,\%\) gestiegen ist.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, welche Vermutung die Forschungshypothese (Alternativhypothese) darstellt. - Der Ablehnungsbereich bei einem rechtsseitigen Test umfasst die ungewöhnlich hohen Werte. - Erinnere dich daran, dass der Fehler 2. Art nur unter einer konkreten Alternativwahrscheinlichkeit berechnet werden kann. - Nutze für den Fehler 2. Art die Wahrscheinlichkeit, dass die Testgröße im Nicht-Ablehnungsbereich landet.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da eine Zunahme vermutet wird, handelt es sich um einen rechtsseitigen Test mit \(H_0: p \leq 0{,}005\) und \(H_1: p > 0{,}005\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist das kleinste \(k\), für das unter der Annahme \(p = 0{,}005\) gilt: \(P(X \geq k) \leq 0{,}05\). Dies ist äquivalent zu \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}95\). 3. Aus der Binomialverteilungstabelle für \(n = 4\,000\) und \(p = 0{,}005\) ergibt sich: \(P(X \leq 27) \approx 0{,}9480\) und \(P(X \leq 28) \approx 0{,}9660\). Somit ist \(k-1 = 28\), also \(k = 29\). Der Ablehnungsbereich ist \(\{29, 30, \dots, 4\,000\}\). 4. Fehlerbeschreibung: Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn man fälschlicherweise eine Zunahme der Zwillingsrate feststellt, obwohl diese weiterhin bei \(0{,}5\,\%\) liegt. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn eine tatsächliche Erhöhung der Rate (z. B. auf \(0{,}8\,\%\)) durch den Test nicht erkannt wird. 5. Berechnung des Fehlers 2. Art: Die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für den Fehler 2. Art bei \(p_1 = 0{,}008\) ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis nicht im Ablehnungsbereich liegt: \(\beta = P_{4000; 0{,}008}(X \leq 28)\). 6. Berechnung: \(\beta \approx 0{,}2732\).

Antwort

a) \(H_0: p \leq 0{,}005\); \(H_1: p > 0{,}005\) b) Ablehnungsbereich: \(\{29, 30, \dots, 4\,000\}\) c) Fehler 1. Art: Man schließt fälschlicherweise auf eine erhöhte Rate. Fehler 2. Art: Man erkennt eine tatsächliche Erhöhung der Rate nicht. d) \(\beta \approx 27{,}32\,\%\)
43130312
Ein Bio-Hof behauptet, dass mindestens \(80\,\%\) seiner Kunden mit der Qualität der Produkte „sehr zufrieden“ sind. Ein Verbraucherschutzverein vermutet, dass der tatsächliche Anteil geringer ist, und führt eine Umfrage unter \(150\) zufällig ausgewählten Kunden durch. 1. Erläutere, warum in dieser Situation ein linksseitiger Signifikanztest angemessen ist. 2. Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). 3. Beschreibe, was ein Fehler 1. Art in diesem Sachzusammenhang bedeutet.

Denkanstöße

- Überlege, welche Vermutung der Verein überprüfen möchte und ob Abweichungen in beide Richtungen oder nur in eine Richtung relevant sind. - Welche Verteilung beschreibt die Anzahl der zufriedenen Kunden in der Stichprobe? - Wie ist der Fehler 1. Art allgemein definiert und wie lässt sich das auf die Rollen von Bio-Hof und Verein übertragen?

Lösung

1. Ein einseitiger (linksseitiger) Test ist angemessen, da der Verbraucherschutzverein nur eine Abweichung von der Behauptung in eine Richtung vermutet (nämlich nach unten). Es soll nur geprüft werden, ob der Anteil der zufriedenen Kunden signifikant kleiner als \(80\,\%\) ist. 2. Nullhypothese \(H_0: p \ge 0{,}8\); Gegenhypothese \(H_1: p < 0{,}8\). Testgröße \(X\) ist die Anzahl der sehr zufriedenen Kunden, unter \(H_0\) gilt \(X \sim B(150; 0{,}8)\). Gesucht ist das größte \(k\), für das \(P(X \le k) \le 0{,}05\) gilt. Berechnete Werte: \(P(X \le 111) \approx 0{,}0446\) und \(P(X \le 112) \approx 0{,}0659\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(\mathcal{A} = \{0, 1, \dots, 111\}\). 3. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese abgelehnt wird, obwohl sie wahr ist. Im Sachkontext: Man kommt fälschlicherweise zu dem Schluss, dass weniger als \(80\,\%\) der Kunden sehr zufrieden sind, obwohl die Behauptung des Bio-Hofs in Wirklichkeit zutrifft.

Antwort

1. Es wird nur eine Abweichung nach unten untersucht (Anteil geringer als behauptet). 2. Der Ablehnungsbereich ist \(\{0, 1, \dots, 111\}\). 3. Der Fehler 1. Art bedeutet, dass man die Behauptung des Hofes fälschlicherweise als widerlegt ansieht, obwohl mindestens \(80\,\%\) der Kunden sehr zufrieden sind.
43130712
Ein Hersteller von Bio-Limonade behauptet, dass mindestens \(60\,\%\) der Konsumenten die neue Sorte „Ingwer-Zitrone“ gegenüber der klassischen Sorte bevorzugen. Ein Marktforschungsinstitut vermutet jedoch, dass die Beliebtheit geringer ist, und führt eine Befragung unter \(n = 100\) zufällig ausgewählten Personen durch. 1. Formuliere die Nullhypothese sowie die Alternativhypothese und bestimme die Entscheidungsregel für einen Signifikanztest auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). 2. Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. 3. Erläutere im Sachkontext, welche Fehlentscheidung durch den Fehler 1. Art beschrieben wird.

Denkanstöße

- Welche Seite des Tests ist relevant, wenn eine Vermutung „geringer als“ lautet? - Wie ist der Fehler 1. Art im Hinblick auf die Nullhypothese definiert? - Denk daran, dass bei diskreten Verteilungen das vorgegebene Signifikanzniveau oft nicht exakt erreicht wird.

Lösung

1. Es liegt ein linksseitiger Signifikanztest vor. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}6\), die Alternativhypothese \(H_1: p < 0{,}6\). Die Testgröße \(X\) (Anzahl der Personen, die die neue Sorte bevorzugen) ist unter der Annahme \(p = 0{,}6\) binomialverteilt mit \(n = 100\). Gesucht ist der größte Wert \(k\), für den gilt: \(P(X \le k) \le 0{,}05\). Durch Nachschlagen in der Tabelle oder Berechnung ergibt sich für \(k = 51\): \(P(X \le 51) \approx 0{,}0423\) und für \(k = 52\): \(P(X \le 52) \approx 0{,}0606\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(K = \{0, 1, \dots, 51\}\). Die Entscheidungsregel lautet: Übersteigt die Anzahl der Befürworter den Wert \(51\) nicht, wird die Behauptung des Herstellers abgelehnt. 2. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (das tatsächliche Signifikanzniveau) entspricht \(P_{p=0{,}6}(X \le 51) \approx 0{,}0423\), also ca. \(4{,}23\,\%\). 3. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn das Institut die Behauptung des Herstellers fälschlicherweise ablehnt, obwohl in Wahrheit mindestens \(60\,\%\) der Konsumenten die neue Sorte bevorzugen.

Antwort

1. \(H_0: p \ge 0{,}6\); \(H_1: p < 0{,}6\). Ablehnungsbereich \(K = \{0, 1, \dots, 51\}\). 2. \(P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 4{,}23\,\%\). 3. Die Behauptung des Herstellers wird irrtümlich als falsch zurückgewiesen.
43130912
Ein Hersteller von LED-Modulen behauptet, dass der Anteil defekter Module höchstens \(5\,\%\) beträgt. Ein Großabnehmer vermutet jedoch eine höhere Fehlerquote und führt einen Signifikanztest mit einer Stichprobe von \(n = 80\) Modulen durch. a) Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}05\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\). b) Erläutere im Sachzusammenhang, worin der Fehler 1. Art und der Fehler 2. Art bei diesem Test bestehen. c) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Fehlerquote \(p = 12\,\%\) beträgt?

Denkanstöße

- Welche Vermutung des Abnehmers soll durch den Test gestützt werden? Das hilft dir bei der Wahl der Gegenhypothese. - Überlege dir, wie die Wahrscheinlichkeiten für die Fehler 1. und 2. Art definiert sind: Geht es um das Ablehnen oder das Beibehalten der Nullhypothese? - Der Ablehnungsbereich liegt bei diesem einseitigen Test am rechten Rand der Verteilung. - Für die Berechnung des Fehlers 2. Art musst du die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Ergebnis im Nicht-Ablehnungsbereich liegt, unter der Bedingung, dass ein neuer Wert für \(p\) gilt.

Lösung

1. Aufstellen der Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}05\) und der Gegenhypothese \(H_1: p > 0{,}05\). Die Teststatistik \(X\) ist unter \(H_0\) binomialverteilt mit \(n = 80\) und \(p = 0{,}05\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs \(\{k, \dots, 80\}\): Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P(X \geq k) \leq 0{,}05\) gilt, was äquivalent zu \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}95\) ist. Durch Tabellen oder Berechnung ergibt sich \(P(X \leq 7) \approx 0{,}9547\) und \(P(X \leq 8) \approx 0{,}9827\). Da \(P(X \geq 8) = 1 - P(X \leq 7) \approx 0{,}0453 \leq 0{,}05\), ist der Ablehnungsbereich \(\{8, \dots, 80\}\). 3. Definition der Fehler: Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese abgelehnt wird (der Abnehmer geht von einer hohen Fehlerquote aus), obwohl sie wahr ist (höchstens \(5\,\%\) defekt). Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese beibehalten wird (der Abnehmer glaubt dem Hersteller), obwohl sie falsch ist (Fehlerquote liegt über \(5\,\%\)). 4. Berechnung des Fehlers 2. Art für \(p = 0{,}12\): \(\beta = P_{p=0{,}12}(X \leq 7)\). Unter der Annahme \(B(80; 0{,}12)\) ergibt sich \(\beta \approx 0{,}2415\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(\{8, \dots, 80\}\). b) Fehler 1. Art: Die Module werden als zu fehlerhaft eingestuft, obwohl sie die Vorgabe (\(\leq 5\,\%\)) erfüllen. Fehler 2. Art: Die Module werden als gut akzeptiert, obwohl die Fehlerquote tatsächlich über \(5\,\%\) liegt. c) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt etwa \(24{,}15\,\%\).
43131312
Ein Hersteller von Mehrwegflaschen behauptet, dass höchstens \(4\,\%\) seiner Flaschen Mängel am Verschluss aufweisen. Ein Abfüllbetrieb vermutet jedoch eine höhere Fehlerquote und führt eine Qualitätsprüfung an einer Stichprobe von \(200\) Flaschen durch. Er entscheidet sich für einen Signifikanztest auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\). 1. Formuliere die Nullhypothese sowie die Alternativhypothese und bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese. 2. Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. 3. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Fehlerquote bei \(10\,\%\) liegt?

Denkanstöße

- Überlege zuerst, welche Seite des Tests untersucht werden muss: Möchte man belegen, dass ein Wert überschritten wird? - Die Nullhypothese ist immer die Annahme, die man im Zweifelsfall beibehalten möchte oder die den Status quo beschreibt. - Der Ablehnungsbereich wird so festgelegt, dass die Irrtumswahrscheinlichkeit unter dem vorgegebenen Niveau liegt. - Erinnere dich daran, was die Begriffe Fehler 1. Art (fälschliches Ablehnen) und Fehler 2. Art (fälschliches Beibehalten) bedeuten.

Lösung

1. Es handelt sich um einen rechtsseitigen Test. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}04\), die Alternativhypothese \(H_1: p > 0{,}04\). Unter der Annahme der Trefferwahrscheinlichkeit \(p = 0{,}04\) ist die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl mangelhafter Flaschen) binomialverteilt mit \(n = 200\). Gesucht ist die kleinste natürliche Zahl \(k\), für die \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) bzw. \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\) gilt. Mit \(n = 200\) und \(p = 0{,}04\) ergibt sich laut Tabelle oder Taschenrechner \(P(X \le 12) \approx 0{,}9401\) und \(P(X \le 13) \approx 0{,}9688\). Somit ist \(k-1 = 13\), also \(k = 14\). Der Ablehnungsbereich ist \(A = \{14; 15; \dots; 200\}\). 2. Der Fehler 1. Art tritt ein, wenn \(X\) im Ablehnungsbereich liegt, obwohl \(p = 0{,}04\) gilt. Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P_{0{,}04}(X \ge 14) = 1 - P_{0{,}04}(X \le 13) \approx 1 - 0{,}9688 = 0{,}0312\). 3. Ein Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(X\) nicht im Ablehnungsbereich liegt, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}10\) beträgt. Die Wahrscheinlichkeit ist \(P_{0{,}10}(X \le 13) \approx 0{,}0566\).

Antwort

1. \(H_0: p \le 0{,}04\); \(H_1: p > 0{,}04\); Ablehnungsbereich \(A = \{14; 15; \dots; 200\}\). 2. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(3{,}12\,\%\). 3. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(5{,}66\,\%\).
43131512
Ein Streaming-Dienst behauptet, dass mindestens \(35\,\%\) seiner Abonnenten mindestens einmal pro Woche eine Dokumentation ansehen. Ein Marktforschungsinstitut vermutet jedoch, dass dieser Anteil geringer ist, und führt eine Befragung unter \(150\) zufällig ausgewählten Abonnenten durch. a) Stelle die Nullhypothese und die Alternativhypothese für einen Signifikanztest aus Sicht des Marktforschungsinstituts auf. b) Bestimme den Ablehnungsbereich der Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. d) Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der tatsächliche Anteil der Dokumentations-Zuschauer nur bei \(25\,\%\) liegt?

Denkanstöße

- Welche Vermutung soll durch den Test gestützt werden? Diese bildet meist die Alternativhypothese. - Überlege, ob kleine oder große Werte der Testgröße gegen die Behauptung des Streaming-Dienstes sprechen. - Wie hängen der Ablehnungsbereich und die beiden Fehlerarten zusammen? - Denke daran, dass der Fehler 2. Art immer für eine spezifische Wahrscheinlichkeit aus der Alternativhypothese berechnet wird.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da das Institut vermutet, dass der Anteil geringer ist, wird ein linksseitiger Test durchgeführt. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}35\), die Alternativhypothese \(H_1: p < 0{,}35\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Unter der Annahme der Trefferwahrscheinlichkeit \(p = 0{,}35\) und dem Stichprobenumfang \(n = 150\) wird die größte Zahl \(k\) gesucht, für die \(P(X \le k) \le 0{,}05\) gilt. Aus der Tabelle der Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \le 42) \approx 0{,}0417\) und \(P(X \le 43) \approx 0{,}0636\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(K = \{0; 1; \dots; 42\}\). 3. Fehler 1. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Nullhypothese fälschlicherweise abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}35\) gilt. Dies entspricht dem tatsächlichen Signifikanzniveau \(P(X \le 42) \approx 0{,}0417\) bzw. \(4{,}17\,\%\). 4. Fehler 2. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Nullhypothese beibehalten wird (\(X > 42\)), obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}25\) beträgt. \(\beta = P(X \ge 43) = 1 - P(X \le 42) \approx 1 - 0{,}8276 = 0{,}1724\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(17{,}24\,\%\).

Antwort

a) \(H_0: p \ge 0{,}35\); \(H_1: p < 0{,}35\) b) Ablehnungsbereich \(K = \{0; 1; \dots; 42\}\) c) \(P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 4{,}17\,\%\) d) \(P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 17{,}24\,\%\)
42537812
Die Brenndauer \(X\) einer bestimmten Sorte von LED-Modulen ist normalverteilt mit \(\mu = 20\,000\,\text{h}\) und \(\sigma = 800\,\text{h}\). a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewähltes Modul eine Brenndauer von weniger als \(19\,000\,\text{h}\) aufweist. b) Ein Qualitätskontrolleur entnimmt einer großen Lieferung eine Stichprobe von \(n = 100\) Modulen. Er geht davon aus, dass höchstens \(8\,\%\) der Module eine Brenndauer von weniger als \(19\,000\,\text{h}\) haben. Er legt folgende Entscheidungsregel fest: Wenn mehr als \(10\) Module in der Stichprobe die Brenndauer von \(19\,000\,\text{h}\) nicht erreichen, wird die gesamte Lieferung beanstandet. (1) Erläutere im Sachzusammenhang, was man in dieser Situation unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht. (2) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Lieferung nicht beanstandet wird, falls die Produktion tatsächlich exakt den Parametern aus Teilaufgabe a) entspricht.

Denkanstöße

- Nutze für den ersten Teil die Standardisierung der Normalverteilung. - Überlege dir beim Fehler 1. Art: Was ist die Nullhypothese und wann wird sie fälschlicherweise abgelehnt? - Welche Verteilung beschreibt die Anzahl der „Treffer“ in einer Stichprobe mit fester Größe \(n\)? - Achte darauf, ob nach „nicht beanstandet“ oder „beanstandet“ gefragt ist.

Lösung

1. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für eine kurze Brenndauer: \(P(X < 19\,000) = \Phi\left(\frac{19\,000 - 20\,000}{800}\right) = \Phi(-1{,}25) = 1 - \Phi(1{,}25) \approx 1 - 0{,}8944 = 0{,}1056\). Die Wahrscheinlichkeit für eine Brenndauer unter \(19\,000\,\text{h}\) beträgt ca. \(10{,}56\,\%\). 2. Fehlerarten im Sachzusammenhang: Fehler 1. Art: Die Lieferung wird beanstandet (mehr als 10 Module mit zu kurzer Brenndauer), obwohl der wahre Anteil der Module mit kurzer Brenndauer höchstens \(8\,\%\) beträgt (die Lieferung ist eigentlich gut). Fehler 2. Art: Die Lieferung wird nicht beanstandet (höchstens 10 Module mit zu kurzer Brenndauer), obwohl der wahre Anteil der Module mit kurzer Brenndauer über \(8\,\%\) liegt (die Lieferung ist eigentlich schlecht). 3. Wahrscheinlichkeit für „keine Beanstandung“: Gegeben ist \(n = 100\) und die Erfolgswahrscheinlichkeit \(p \approx 0{,}1056\) (aus Aufgabenteil a). Die Zufallsgröße \(Y\) (Anzahl der Module mit Brenndauer \(< 19\,000\,\text{h}\)) ist binomialverteilt: \(Y \sim B(100; 0{,}1056)\). Gesucht ist \(P(Y \le 10) = \sum_{k=0}^{10} \binom{100}{k} \cdot 0{,}1056^k \cdot (1 - 0{,}1056)^{100-k}\). Unter Verwendung eines Taschenrechners oder der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(P(Y \le 10) \approx 0{,}509\). Die Wahrscheinlichkeit, dass die Lieferung nicht beanstandet wird, beträgt ca. \(50{,}9\,\%\).

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(10{,}56\,\%\). b) (1) Fehler 1. Art: Eine gute Lieferung (\(p \le 0{,}08\)) wird fälschlich beanstandet. Fehler 2. Art: Eine schlechte Lieferung (\(p > 0{,}08\)) wird fälschlich nicht beanstandet. (2) Die Wahrscheinlichkeit für keine Beanstandung beträgt ca. \(50{,}9\,\%\).
42723412
Ein Spielehersteller wird verdächtigt, dass seine Würfel nicht ideal sind und die Augenzahl Sechs seltener als erwartet auftritt. Um dies zu untersuchen, führt ein Prüfer einen Signifikanztest mit \(n = 150\) Würfen durch. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p = \frac{1}{6}\). Der Ablehnungsbereich für die Anzahl der Sechsen wird auf \(K = \{0; 1; \dots; 16\}\) festgelegt. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Angenommen, der Würfel ist tatsächlich manipuliert und die wahre Wahrscheinlichkeit für eine Sechs beträgt nur \(p = 0{,}1\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. Erläutere die Bedeutung dieses Fehlers in dieser Situation. c) Wie müsste man den Ablehnungsbereich verändern, wenn das Signifikanzniveau (die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art) auf \(1\,\%\) gesenkt werden soll?

Denkanstöße

- Der Fehler 1. Art wird immer unter der Annahme berechnet, dass die Nullhypothese \(H_0\) stimmt. - Der Fehler 2. Art wird unter einer spezifischen Annahme über die tatsächliche Wahrscheinlichkeit berechnet. - Was passiert mit der Wahrscheinlichkeit, eine Sechs zu erhalten, wenn der Würfel "gegen" die Sechs manipuliert ist? - Wenn das Signifikanzniveau strenger (kleiner) wird, muss der Ablehnungsbereich kleiner oder größer werden?

Lösung

1. Fehler 1. Art: \(\alpha = P_{p=1/6}(X \le 16)\). Mit \(n = 150\) und \(p = \frac{1}{6}\) ergibt sich \(\alpha \approx 0{,}0264 \approx 2{,}64\,\%\). 2. Fehler 2. Art: \(\beta = P_{p=0{,}1}(X > 16) = 1 - P_{p=0{,}1}(X \le 16)\). Mit \(n = 150\) und \(p = 0{,}1\) ergibt sich \(P(X \le 16) \approx 0{,}6694\), also \(\beta \approx 1 - 0{,}6694 = 0{,}3306 \approx 33{,}06\,\%\). Das bedeutet, die Manipulation wird in ca. \(33\,\%\) der Fälle nicht entdeckt, obwohl sie vorliegt. 3. Für \(\alpha \le 0{,}01\) sucht man den größten Wert \(k\), sodass \(P_{1/6}(X \le k) \le 0{,}01\). Durch systematisches Probieren oder Tabellenwerte: \(P(X \le 14) \approx 0{,}0075\) und \(P(X \le 15) \approx 0{,}0145\). Der neue Ablehnungsbereich wäre somit \(K_{neu} = \{0; 1; \dots; 14\}\).

Antwort

a) \(\alpha \approx 2{,}64\,\%\). b) \(\beta \approx 33{,}06\,\%\). Die Manipulation wird nicht erkannt. c) \(K = \{0; 1; \dots; 14\}\).
42723812
Ein Hersteller von Solarmodulen gibt an, dass höchstens \(10\,\%\) der produzierten Zellen optische Mängel aufweisen. Ein Großabnehmer möchte dies prüfen und führt einen Signifikanztest an einer Stichprobe von \(n = 100\) Zellen durch. Er lehnt die Angabe des Herstellers ab, wenn mehr als \(15\) Zellen Mängel aufweisen. a) Stelle die Nullhypothese und die Gegenhypothese auf und benenne die Testgröße. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art für diesen Test. c) Erläutere, wer durch den Fehler 1. Art und wer durch den Fehler 2. Art in diesem Szenario potenziell benachteiligt wird. d) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art unter der Annahme, dass in Wirklichkeit \(20\,\%\) der Zellen Mängel aufweisen. e) Nenne zwei Gründe, warum die Annahme einer Binomialverteilung (Bernoulli-Kette) hier problematisch sein könnte.

Denkanstöße

- Welche Behauptung soll geschützt werden? Das ist meist die Nullhypothese. - Achte bei der Berechnung der Wahrscheinlichkeit genau auf die Grenze des Ablehnungsbereichs. - Überlege dir, welche Konsequenzen eine Fehlentscheidung für den Käufer und den Verkäufer hat. - Erinnere dich an die Bedingungen einer Bernoulli-Kette: Konstante Wahrscheinlichkeit und Unabhängigkeit.

Lösung

1. Die Testgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der mangelhaften Zellen in der Stichprobe. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}1\) (Angabe des Herstellers), die Gegenhypothese \(H_1: p > 0{,}1\). 2. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn \(H_0\) abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}1\) gilt. Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{16, 17, \dots, 100\}\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P_{100; 0{,}1}(X \ge 16) = 1 - P(X \le 15) \approx 1 - 0{,}9601 = 0{,}0399\). 3. Fehler 1. Art: Der Hersteller wird benachteiligt, da seine den Herstellerangaben entsprechende Lieferung fälschlicherweise als mangelhaft eingestuft wird. Fehler 2. Art: Der Abnehmer wird benachteiligt, da er eine Lieferung mit zu vielen Mängeln fälschlicherweise akzeptiert. 4. Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(X \le 15\) unter der Bedingung \(p = 0{,}2\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(P_{100; 0{,}2}(X \le 15) \approx 0{,}1285\). 5. Mögliche Probleme: Die Trefferwahrscheinlichkeit könnte sich ändern (z. B. durch Serienfehler in der Produktion, wodurch Mängel gehäuft auftreten), oder die Ziehungen sind nicht unabhängig (z. B. wenn Zellen direkt nacheinander vom selben Band genommen werden).

Antwort

a) \(H_0: p \le 0{,}1\); \(H_1: p > 0{,}1\); \(X\): Anzahl mangelhafter Zellen. b) \(P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 3{,}99\,\%\). c) Fehler 1. Art: Hersteller; Fehler 2. Art: Abnehmer. d) \(P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 12{,}85\,\%\). e) Mögliche Abhängigkeit der Mängel oder schwankende Produktionsqualität.
42724012
Ein Hersteller von Sicherheitssensoren behauptet, dass mindestens \(95\,\%\) seiner Sensoren im Ernstfall korrekt auslösen. Ein Prüfinstitut testet diese Behauptung mit einer Stichprobe von \(n = 200\) Sensoren. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}95\). Das Institut legt fest, dass die Behauptung verworfen wird, wenn höchstens 184 Sensoren korrekt funktionieren. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Zuverlässigkeit nur bei \(p = 0{,}90\) liegt. c) Diskutiere die Auswirkungen beider Fehlerarten im Hinblick auf die Sicherheit der Endnutzer und die wirtschaftlichen Interessen des Herstellers.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob es sich um einen linksseitigen oder rechtsseitigen Test handelt, um den Ablehnungsbereich korrekt zu identifizieren. - Der Fehler 1. Art bezieht sich auf das irrtümliche Ablehnen der Herstellerangabe. - Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn ein schlechteres Produkt (hier \(p=0{,}90\)) den Test fälschlicherweise besteht. - Was passiert, wenn ein Alarmsystem nicht zuverlässig ist, man es aber für sicher hält?

Lösung

1. Definition des Ablehnungsbereichs: Die Nullhypothese \(H_0: p \ge 0{,}95\) wird abgelehnt, wenn die Anzahl der funktionierenden Sensoren \(X\) im Bereich \(\{0, 1, \dots, 184\}\) liegt. 2. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Die Wahrscheinlichkeit, dass \(X \le 184\) unter der Annahme \(p = 0{,}95\). Mit \(n = 200\) und \(p = 0{,}95\) ergibt sich \(P(X \le 184) \approx 0{,}0444\). Das Signifikanzniveau beträgt somit ca. \(4{,}44\,\%\). 3. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Die Wahrscheinlichkeit, dass \(X > 184\) unter der Annahme \(p = 0{,}90\). Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Behauptung des Herstellers nicht verworfen wird, obwohl sie falsch ist. Mit \(n = 200\) und \(p = 0{,}90\) ergibt sich \(P(X \ge 185) = 1 - P(X \le 184) \approx 1 - 0{,}8569 = 0{,}1431\), also ca. \(14{,}31\,\%\). 4. Diskussion: Ein Fehler 1. Art schadet dem Ruf des Herstellers zu Unrecht und führt zu unnötigen Nachbesserungen (wirtschaftlicher Schaden). Ein Fehler 2. Art gefährdet die Endnutzer, da ein unsicheres System als sicher eingestuft wird (Sicherheitsrisiko). Im Kontext von Sicherheitssensoren ist der Fehler 2. Art kritischer zu bewerten.

Antwort

a) \(\alpha = P_{200; 0{,}95}(X \le 184) \approx 0{,}0444\). b) \(\beta = P_{200; 0{,}90}(X \ge 185) \approx 0{,}1431\). c) Der Fehler 1. Art belastet den Hersteller wirtschaftlich; der Fehler 2. Art stellt ein hohes Sicherheitsrisiko für die Nutzer dar.
42724412
Ein Energieversorger behauptet, dass höchstens \(40\,\%\) der Haushalte in einer Region Ökostrom beziehen. Ein Kritiker vermutet jedoch, dass der Anteil höher ist (\(H_1: p > 0{,}4\)). Zur Überprüfung wird eine Stichprobe von \(n = 80\) Haushalten befragt. Die Nullhypothese \(H_0: p = 0{,}4\) soll abgelehnt werden, wenn die Anzahl der Ökostrom-Nutzer \(X\) mindestens einen kritischen Wert \(g\) erreicht. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art für die kritischen Werte \(g = 38\) und \(g = 42\). b) Angenommen, der tatsächliche Anteil beträgt \(p = 0{,}55\). Berechne für beide kritischen Werte die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für den Fehler zweiter Art. c) Beurteile, welche der beiden Entscheidungsregeln (\(g=38\) oder \(g=42\)) besser geeignet ist, wenn das Risiko, die Behauptung des Versorgers irrtümlich zurückzuweisen, höchstens \(5\,\%\) betragen darf.

Denkanstöße

- Achte beim rechtsseitigen Test darauf, wie man die Wahrscheinlichkeit „mindestens \(g\)“ mit der kumulierten Verteilungsfunktion berechnet. - Was bedeutet „irrtümlich zurückweisen“ im Kontext der Fehlerarten? - Vergleiche deine Ergebnisse für \(\alpha\) mit der Grenze von \(0{,}05\).

Lösung

1. Berechnung von \(\alpha = P_{80; 0{,}4}(X \ge g) = 1 - P_{80; 0{,}4}(X \le g-1)\): Für \(g = 38\): \(\alpha_1 = 1 - P_{80; 0{,}4}(X \le 37) \approx 1 - 0{,}8947 = 0{,}1053\). Für \(g = 42\): \(\alpha_2 = 1 - P_{80; 0{,}4}(X \le 41) \approx 1 - 0{,}9842 = 0{,}0158\). 2. Berechnung von \(\beta = P_{80; 0{,}55}(X \le g-1)\): Für \(g = 38\): \(\beta_1 = P_{80; 0{,}55}(X \le 37) \approx 0{,}0724\). Für \(g = 42\): \(\beta_2 = P_{80; 0{,}55}(X \le 41) \approx 0{,}2864\). 3. Beurteilung: Die Bedingung lautet \(\alpha \le 0{,}05\). Da \(\alpha_1 \approx 10{,}53\,\%\) und \(\alpha_2 \approx 1{,}58\,\%\) ist, erfüllt nur die Entscheidungsregel mit \(g = 42\) die Vorgabe eines Signifikanzniveaus von \(5\,\%\).

Antwort

a) Für \(g = 38\): \(\alpha \approx 0{,}1053\); für \(g = 42\): \(\alpha \approx 0{,}0158\). b) Für \(g = 38\): \(\beta \approx 0{,}0724\); für \(g = 42\): \(\beta \approx 0{,}2864\). c) Die Regel mit \(g = 42\) ist besser geeignet, da nur hier \(\alpha \le 0{,}05\) gilt.
42725012
Eine Stadtverwaltung geht davon aus, dass mindestens \(80\,\%\) der Bürger mit der Gestaltung des neuen Stadtparks zufrieden sind. Um dies zu prüfen, werden \(60\) zufällig ausgewählte Bürger befragt. Es wird ein Signifikanztest auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\) durchgeführt. a) Bestimme die zugehörige Entscheidungsregel für die Nullhypothese \(H_0: p \ge 0{,}8\) und gib die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art an. b) Beschreibe den Fehler 1. Art im Sachzusammenhang. Berechne zudem die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls in Wirklichkeit nur \(65\,\%\) der Bürger zufrieden sind.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob es sich um einen linksseitigen oder rechtsseitigen Test handelt, um den Ablehnungsbereich korrekt zu bestimmen. - Das Signifikanzniveau gibt die Obergrenze für die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 1. Art an. - Der Fehler 2. Art bezieht sich immer auf den Annahmebereich der Nullhypothese unter einer neuen Wahrscheinlichkeit.

Lösung

1. Aufstellen des Tests: Linksseitiger Test mit \(n = 60\), \(p_0 = 0{,}8\) und \(\alpha = 0{,}05\). Der Ablehnungsbereich hat die Form \(A = \{0, 1, \dots, k\}\). 2. Bestimmung von \(k\): Gesucht ist das größte \(k\), für das \(P_{0{,}8}(X \le k) \le 0{,}05\) gilt. Durch Tabellen oder Taschenrechner ermittelt man \(P_{0{,}8}(X \le 41) \approx 0{,}0221\) und \(P_{0{,}8}(X \le 42) \approx 0{,}0427\), während \(P_{0{,}8}(X \le 43) \approx 0{,}0772\). Somit ist \(k = 42\). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn höchstens \(42\) Personen zufrieden sind. 3. Tatsächlicher Fehler 1. Art: \(\alpha_{\text{tats}} = P_{0{,}8}(X \le 42) \approx 0{,}0427\). 4. Fehler 1. Art im Kontext: Die Stadtverwaltung kommt zu dem Schluss, dass weniger als \(80\,\%\) der Bürger zufrieden sind, obwohl die Zufriedenheit in Wirklichkeit bei mindestens \(80\,\%\) liegt. 5. Fehler 2. Art für \(p = 0{,}65\): Die Nullhypothese wird nicht abgelehnt, wenn \(X > 42\). \(\beta = P_{0{,}65}(X \ge 43) = 1 - P_{0{,}65}(X \le 42) \approx 1 - 0{,}8279 = 0{,}1721\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(17{,}21\,\%\).

Antwort

a) Die Entscheidungsregel lautet: Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn die Anzahl der zufriedenen Bürger höchstens \(42\) beträgt. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist \(4{,}27\,\%\). b) Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn man fälschlicherweise davon ausgeht, dass die Zufriedenheit unter \(80\,\%\) liegt, obwohl sie tatsächlich mindestens \(80\,\%\) beträgt. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art bei \(p = 0{,}65\) beträgt ca. \(17{,}21\,\%\).
42725812
Ein Sommelier behauptet, eine bestimmte Rebsorte blind von einer anderen unterscheiden zu können. Um dies statistisch zu untermauern, werden ihm in \(15\) Durchgängen jeweils zwei Weinproben vorgesetzt, bei denen er jeweils die gesuchte Sorte identifizieren muss. Als Nullhypothese wird angenommen, dass er lediglich rät (\(H_0: p = 0{,}5\)). Die Gegenhypothese lautet, dass er über tatsächliche Kenntnisse verfügt (\(H_1: p > 0{,}5\)). Die Nullhypothese wird verworfen, wenn er mindestens \(12\) richtige Zuordnungen trifft. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art dieses Tests. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art unter der Annahme, dass der Sommelier die Sorte tatsächlich mit einer Wahrscheinlichkeit von \(p = 0{,}8\) erkennt. 3. Beurteile, ob dieser Test gut geeignet ist, um einen Sommelier mit einer tatsächlichen Erfolgsquote von \(80\,\%\) als Experten zu bestätigen.

Denkanstöße

- Welche Werte für \(X\) führen dazu, dass wir dem Sommelier glauben? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für genau \(k\) Treffer bei einer festen Grundwahrscheinlichkeit? - Bedenke, dass der Fehler 2. Art immer eine spezifische Wahrscheinlichkeit aus der Gegenhypothese benötigt. - Was sagt eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art über die Zuverlässigkeit aus, einen Experten auch wirklich zu erkennen?

Lösung

1. Fehler 1. Art: \(H_0\) wird abgelehnt, obwohl \(p=0{,}5\). Ablehnungsbereich \(X \in \{12, 13, 14, 15\}\). Berechnung über die Binomialverteilung \(B_{15; 0{,}5}\): \(P(X \geq 12) = \binom{15}{12} \cdot 0{,}5^{15} + \binom{15}{13} \cdot 0{,}5^{15} + \binom{15}{14} \cdot 0{,}5^{15} + \binom{15}{15} \cdot 0{,}5^{15} = (455 + 105 + 15 + 1) \cdot 0{,}5^{15} = 576 \cdot \frac{1}{32\,768} \approx 0{,}0176\). Das Signifikanzniveau beträgt ca. \(1{,}76\,\%\). 2. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird beibehalten, obwohl \(p=0{,}8\). Annahmebereich \(X \in \{0, \dots, 11\}\). Berechnung über \(B_{15; 0{,}8}\): \(\beta = P(X \leq 11) = 1 - P(X \geq 12)\). \(P(X=12) \approx 0{,}2501\), \(P(X=13) \approx 0{,}2309\), \(P(X=14) \approx 0{,}1319\), \(P(X=15) \approx 0{,}0352\). Summe \(P(X \geq 12) \approx 0{,}6482\). Somit \(\beta = 1 - 0{,}6482 = 0{,}3518\), also ca. \(35{,}2\,\%\). 3. Der Test hat ein strenges Signifikanzniveau (wenig „falsches Lob“), aber ein Fehler 2. Art von ca. \(35\,\%\) ist relativ hoch. Das bedeutet, dass mehr als jeder dritte echte Experte durch den Test fallen würde. Für eine sichere Bestätigung ist die Stichprobe eher zu klein oder die Hürde zu hoch.

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(1{,}76\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(35{,}2\,\%\). 3. Der Test ist nur bedingt geeignet, da die Gefahr groß ist (\(35{,}2\,\%\)), einen tatsächlichen Experten nicht als solchen zu erkennen.
42726212
Ein Pharmaunternehmen gibt an, dass die Heilungsquote eines neuen Medikaments bei mindestens \(75\,\%\) liegt. Um diese Angabe zu prüfen, wird das Medikament an \(120\) Patientinnen und Patienten getestet. a) Stelle die Nullhypothese und die Gegenhypothese für einen linksseitigen Signifikanztest auf. b) Bestimme den größtmöglichen Ablehnungsbereich für die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von \(1\,\%\). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art für den in b) ermittelten Test, falls die tatsächliche Heilungsquote nur \(60\,\%\) beträgt. d) Erläutere kurz, welchen Einfluss eine Erhöhung des Stichprobenumfangs auf die Wahrscheinlichkeiten beider Fehlerarten hätte, wenn das Signifikanzniveau und die alternative Heilungsquote (\(60\,\%\)) gleich bleiben.

Denkanstöße

- Wann ist die Behauptung „mindestens \(75\,\%\)“ gefährdet? Das hilft dir bei der Wahl der Hypothesen. - Für den Ablehnungsbereich suchst du die Grenze, bis zu der die kumulierte Wahrscheinlichkeit unter \(H_0\) das Signifikanzniveau gerade noch nicht überschreitet. - Überlege beim Fehler 2. Art genau, in welchem Bereich die Nullhypothese fälschlicherweise beibehalten wird. - Was passiert mit der Standardabweichung der Binomialverteilung, wenn man den Stichprobenumfang vergrößert?

Lösung

1. Hypothesen: \(H_0: p \ge 0{,}75\) (Annahme des Herstellers); \(H_1: p < 0{,}75\) (Zweifel an der Quote). 2. Testgröße \(X\): Anzahl der geheilten Personen (\(X \sim B(120; 0{,}75)\)). 3. Ablehnungsbereich bestimmen: Suche maximales \(k\), sodass \(P(X \le k; p=0{,}75) \le 0{,}01\). 4. Aus Tabellenwerk oder Taschenrechner: \(P(X \le 78) \approx 0{,}0093\) und \(P(X \le 79) \approx 0{,}0169\). 5. Ergebnis Ablehnungsbereich: \(K = \{0, 1, \dots, 78\}\). 6. Fehler 2. Art (\(\beta\)): \(P(X \ge 79; p=0{,}60) = 1 - P(X \le 78; p=0{,}60) \approx 1 - 0{,}8877 = 0{,}1123\). 7. Einfluss Stichprobenumfang: Bei größerem \(n\) bleibt das vorgegebene Signifikanzniveau und damit die Obergrenze für die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 1. Art gleich. Zugleich sinkt für die feste alternative Heilungsquote von \(60\,\%\) in der Regel die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art, da die Testkraft steigt.

Antwort

a) \(H_0: p \ge 0{,}75\); \(H_1: p < 0{,}75\). b) Ablehnungsbereich \(K = \{0, 1, \dots, 78\}\). c) Fehler 2. Art: \(\beta \approx 11{,}23\,\%\). d) Bei größerem Stichprobenumfang bleibt die Obergrenze für den Fehler 1. Art durch das konstante Signifikanzniveau gleich; die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art sinkt in der Regel.
42730812
Ein Gärtner testet ein neues Düngemittel an 40 Pflanzen. Er geht davon aus, dass die Blührate unter Standardbedingungen bei \( 25\,\% \) liegt. Er möchte nachweisen, dass das neue Mittel die Rate verbessert. a) Bestimme den kritischen Bereich für einen Signifikanztest auf dem \( 5\,\% \)-Niveau. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler zweiter Art, falls die tatsächliche Blührate durch das Düngemittel auf \( 40\,\% \) (bzw. \( 50\,\% \)) gesteigert wurde.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst, ab wie vielen blühenden Pflanzen man von einer signifikanten Verbesserung sprechen kann. - Der Fehler zweiter Art bedeutet, dass die Verbesserung nicht erkannt wird, obwohl sie vorhanden ist. - Für die Berechnung des Fehlers zweiter Art musst du die neue Wahrscheinlichkeit \( p \) verwenden, aber den alten Annahmebereich beibehalten. - Wie ändert sich die Fehlerwahrscheinlichkeit, wenn das Düngemittel noch effektiver ist?

Lösung

1. Hypothesen und Testart: Es liegt ein rechtsseitiger Test mit \( H_0: p \leq 0{,}25 \) und \( H_1: p > 0{,}25 \) vor. 2. Ermittlung des kritischen Bereichs: Gesucht ist \( k \), sodass \( P_{0{,}25}(X \geq k) \leq 0{,}05 \). Bei \( n = 40 \) liefert die Binomialverteilung \( P(X \geq 15) \approx 0{,}0544 \) und \( P(X \geq 16) \approx 0{,}0262 \). Der kritische Bereich ist \( K = \{16; 17; \dots; 40\} \). 3. Definition des Nicht-Ablehnungsbereichs: Die Nullhypothese wird beibehalten, wenn das Ergebnis im Bereich \( \bar{K} = \{0; 1; \dots; 15\} \) liegt. 4. Fehler zweiter Art für \( p = 0{,}4 \): Die Wahrscheinlichkeit, dass trotz einer tatsächlichen Rate von \( 0{,}4 \) die Nullhypothese nicht abgelehnt wird, ist \( \beta = P_{0{,}4}(X \leq 15) \approx 0{,}4402 \). 5. Fehler zweiter Art für \( p = 0{,}5 \): Analog ergibt sich für eine tatsächliche Rate von \( 0{,}5 \) die Wahrscheinlichkeit \( \beta = P_{0{,}5}(X \leq 15) \approx 0{,}0769 \).

Antwort

a) Kritischer Bereich \( K = \{16; 17; \dots; 40\} \). b) Für \( p = 0{,}4 \): \( \beta \approx 0{,}4402 \) (bzw. \( 44{,}02\,\% \)). Für \( p = 0{,}5 \): \( \beta \approx 0{,}0769 \) (bzw. \( 7{,}69\,\% \)).
42731612
Ein Samenhändler behauptet, dass der Anteil nicht keimender Samen nach einer neuen Behandlung auf höchstens \( 2\,\% \) gesunken ist. Ein Gärtner möchte dies überprüfen und sät \( 400 \) Samen unter kontrollierten Bedingungen aus. a) Nenne eine Voraussetzung für die Stichprobe, damit die Anzahl der nicht keimenden Samen als binomialverteilt angesehen werden kann. b) Stelle die Hypothesen für einen rechtsseitigen Test auf dem Signifikanzniveau \( \alpha = 10\,\% \) auf und bestimme den Ablehnungsbereich. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. d) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Gärtner die Angabe des Händlers nicht verwirft, obwohl die tatsächliche Nicht-Keimungsrate bei \( 5\,\% \) liegt?

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Merkmale eines Bernoulli-Experiments. - Bei einem rechtsseitigen Test liegen die extremen Werte, die zur Ablehnung führen, im oberen Bereich der Verteilung. - Beachte den Zusammenhang zwischen \( P(X \ge k) \) und der kumulierten Verteilungsfunktion \( P(X \le k-1) \). - Der Fehler 2. Art kann nur berechnet werden, wenn ein konkreter Alternativwert für \( p \) gegeben ist.

Lösung

1. Voraussetzung: Die Keimung der einzelnen Samen muss voneinander unabhängig sein und die Wahrscheinlichkeit für das Nicht-Keimen muss für jeden Samen konstant sein (Bernoulli-Kette). 2. Hypothesen und Ablehnungsbereich: Die Nullhypothese lautet \( H_0: p \le 0{,}02 \), die Gegenhypothese \( H_1: p > 0{,}02 \). Gesucht ist das kleinste \( k \), sodass \( P(X \ge k) \le 0{,}10 \) unter der Annahme \( p = 0{,}02 \). Dies ist äquivalent zu \( P(X \le k-1) \ge 0{,}90 \). Für \( n = 400 \) liefert die Tabelle/der Rechner: \( P(X \le 11) \approx 0{,}8911 \) und \( P(X \le 12) \approx 0{,}9381 \). Somit ist \( k-1 = 12 \), also \( k = 13 \). Der Ablehnungsbereich ist \( K = \{13, 14, \dots, 400\} \). 3. Fehler 1. Art: \( P(X \ge 13) = 1 - P(X \le 12) \approx 1 - 0{,}9381 = 0{,}0619 \). Das Risiko beträgt ca. \( 6{,}19\,\% \). 4. Fehler 2. Art: Die Wahrscheinlichkeit, dass \( X \) im Annahmebereich \( \{0, \dots, 12\} \) liegt, falls \( p = 0{,}05 \) gilt: \( P(X \le 12) \) für \( B(400; 0{,}05) \). Die Berechnung ergibt \( P(X \le 12) \approx 0{,}0355 \). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \( 3{,}55\,\% \).

Antwort

a) Unabhängigkeit der Keimvorgänge (Bernoulli-Bedingung). b) \( H_0: p \le 0{,}02 \); \( H_1: p > 0{,}02 \); \( K = \{13, 14, \dots, 400\} \) c) \( P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 6{,}19\,\% \) d) \( P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 3{,}55\,\% \)
42733112
Ein Hersteller von Mikrochips behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner produzierten Chips defekt sind. Ein Prüfingenieur vermutet eine höhere Fehlerquote und führt einen Signifikanztest mit einer Stichprobe von \(n = 500\) Chips auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\) durch. Dabei soll die Nullhypothese so gewählt werden, dass die fälschliche Behauptung einer zu hohen Fehlerquote vermieden wird. a) Formuliere die Nullhypothese und die Alternativhypothese für diesen Test. b) Bestimme den Ablehnungsbereich der Nullhypothese. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Fehlerquote bei \(8\,\%\) liegt. d) Angenommen, der Test wird an 50 verschiedenen Chargen durchgeführt, bei denen die Fehlerquote in Wirklichkeit exakt \(5\,\%\) beträgt. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass bei mindestens einem dieser 50 Tests die Nullhypothese fälschlicherweise abgelehnt wird. Verwende dabei die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art aus Aufgabenteil b). e) Beurteile kritisch die Praxis, so lange Tests an unabhängigen Stichproben zu wiederholen, bis ein signifikantes Ergebnis vorliegt.

Denkanstöße

- Welche Vermutung soll durch den Test gestützt werden? Diese landet meist in der Alternativhypothese. - Überlege dir, ob ein großer oder ein kleiner Wert der Testgröße gegen die Nullhypothese spricht. - Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn man sich für die Nullhypothese entscheidet, obwohl sie falsch ist. In welchem Bereich landen dann die Stichprobenwerte? - Bei der Mehrfachdurchführung kannst du das Problem als ein neues Bernoulli-Experiment betrachten, bei dem ein „Erfolg“ ein signifikantes Testergebnis ist.

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: \(H_0: p \le 0{,}05\) und \(H_1: p > 0{,}05\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) unter der Annahme \(p = 0{,}05\) gilt. Dies entspricht \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\). Aus der Binomialverteilung mit \(n=500\) und \(p=0{,}05\) folgt \(P(X \le 33) \approx 0{,}9546\). Somit ist \(k-1 = 33\), also \(k = 34\). Der Ablehnungsbereich ist \(A = \{34, 35, \dots, 500\}\). 3. Fehler 2. Art: Die Wahrscheinlichkeit \(\beta\), \(H_0\) nicht abzulehnen, obwohl \(p = 0{,}08\) gilt, ist \(P(X \le 33)\) für \(B(500; 0{,}08)\). Ergebnis: \(\beta \approx 0{,}1410\). 4. Mehrfachtestung: Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art pro Test ist \(\alpha_{\text{real}} = P(X \ge 34) = 1 - 0{,}9546 = 0{,}0454\). Die Wahrscheinlichkeit für mindestens ein signifikantes Ergebnis bei 50 Tests ist \(1 - (1 - 0{,}0454)^{50} \approx 1 - 0{,}0979 = 0{,}9021\). 5. Bewertung: Das Vorgehen ist problematisches multiples Testen (sogenanntes P-Hacking). Bei ausreichend vielen Wiederholungen wird ein signifikantes Ergebnis rein zufällig fast sicher, selbst wenn die Nullhypothese wahr ist. Dies führt zu wissenschaftlich wertlosen oder irreführenden Aussagen.

Antwort

a) \(H_0: p \le 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\) b) \(A = \{34, 35, \dots, 500\}\) c) \(\beta \approx 14{,}10\,\%\) d) \(P \approx 90{,}21\,\%\) e) Die Strategie ist ohne Korrektur für multiples Testen methodisch unzulässig, da sie das Signifikanzniveau untergräbt und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu falsch positiven Ergebnissen führt.
42733212
Ein Lieferdienst wirbt damit, dass mindestens \(80\,\%\) aller Sendungen pünktlich zugestellt werden. Eine Verbraucherschutzorganisation vermutet, dass die tatsächliche Quote niedriger ist, und untersucht eine Stichprobe von \(n = 250\) Sendungen bei einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 1\,\%\). a) Bestimme die Entscheidungsregel für diesen Signifikanztest. b) Erläutere im gegebenen Sachzusammenhang, worin der Fehler 2. Art besteht. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn die tatsächliche Pünktlichkeitsrate nur \(75\,\%\) beträgt. d) Untersuche rechnerisch, wie sich die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art (bei einer tatsächlichen Rate von \(75\,\%\)) verändert, wenn der Stichprobenumfang auf \(n = 500\) erhöht wird, das Signifikanzniveau jedoch bei \(1\,\%\) bleibt.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob es sich um einen links- oder rechtsseitigen Test handelt. Werden kleine oder große Werte kritisch gesehen? - Verwende für die Bestimmung des Ablehnungsbereichs immer den Wert aus der Nullhypothese. - Der Fehler 2. Art berechnet sich immer mit der Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen (alternativen) Quote über den Bereich, in dem die Nullhypothese NICHT abgelehnt wird. - Wie wirkt sich eine größere Datenbasis allgemein auf die Genauigkeit eines Tests aus?

Lösung

1. Entscheidungsregel: \(H_0: p \ge 0{,}80\) gegen \(H_1: p < 0{,}80\). Gesucht ist das größte \(k\), für das \(P(X \le k) \le 0{,}01\) unter \(p = 0{,}80\) gilt. Bei \(n = 250\) liefert die Binomialverteilung \(P(X \le 184) \approx 0{,}0086\) und \(P(X \le 185) \approx 0{,}0127\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(A = \{0, 1, \dots, 184\}\). Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn höchstens 184 Sendungen pünktlich sind. 2. Fehler 2. Art: Man geht fälschlicherweise davon aus, dass die Pünktlichkeitsrate mindestens \(80\,\%\) beträgt (behält \(H_0\) bei), obwohl sie in Wahrheit geringer ist. 3. Berechnung \(\beta\) für \(n = 250, p = 0{,}75\): Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(X\) im Nicht-Ablehnungsbereich \(\bar{A} = \{185, \dots, 250\}\) liegt. \(\beta = P(X \ge 185) = 1 - P(X \le 184)\) für \(B(250; 0{,}75)\). Ergebnis: \(\beta \approx 1 - 0{,}3271 = 0{,}6729\). 4. Erhöhung auf \(n = 500\): Neuer Ablehnungsbereich für \(p = 0{,}80\): \(P(X \le 378) \approx 0{,}0092\) und \(P(X \le 379) \approx 0{,}0123\). Also \(A_{neu} = \{0, \dots, 378\}\). Fehler 2. Art für \(p = 0{,}75\): \(\beta_{neu} = P(X \ge 379) = 1 - P(X \le 378)\) für \(B(500; 0{,}75)\). Ergebnis: \(\beta_{neu} \approx 1 - 0{,}6383 = 0{,}3617\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art sinkt deutlich von ca. \(67{,}3\,\%\) auf ca. \(36{,}2\,\%\).

Antwort

a) Ablehnungsbereich \(A = \{0, 1, \dots, 184\}\). b) Die Werbeaussage des Lieferdienstes wird nicht verworfen, obwohl die tatsächliche Pünktlichkeitsrate niedriger ist als behauptet. c) \(\beta \approx 67{,}29\,\%\) d) Bei \(n = 500\) sinkt die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art auf \(\beta \approx 36{,}17\,\%\).
43104412
Ein Saatguthersteller gibt für eine bestimmte Sorte eine Keimfähigkeit von \(75\,\%\) an. Durch eine neue Beschichtung soll die Keimrate auf \(90\,\%\) gesteigert worden sein. Ein Gärtner testet dies an \(n = 25\) Samen. Er entscheidet sich für folgende Regel: Keimen mindestens 22 Samen (\(X \ge 22\)), glaubt er an die Steigerung (\(p = 0{,}90\)). Keimen weniger als 22 Samen, bleibt er skeptisch und geht weiterhin von \(p = 0{,}75\) aus. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Gärtner die Wirksamkeit der Beschichtung irrtümlich ablehnt (Fehler 2. Art). b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er der neuen Beschichtung vertraut, obwohl sie die Keimrate gar nicht verbessert hat?

Denkanstöße

- Identifiziere zuerst, welches Ereignis zum Fehler 2. Art führt: Die neue Rate stimmt, aber das Testergebnis ist zu niedrig. - Für den Fehler 1. Art: Die alte Rate stimmt noch, aber das Testergebnis ist zufällig so hoch, dass man an die neue Rate glaubt. - Nutze die Gegenwahrscheinlichkeit, um Berechnungen mit vielen Summanden zu verkürzen. - Achte darauf, welche Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) du für welchen Fehler einsetzen musst.

Lösung

1. Hypothesen: \(H_0: p = 0{,}75\) und \(H_1: p = 0{,}90\). Entscheidungsregel: \(X \ge 22 \implies H_1\); \(X \le 21 \implies H_0\). 2. Fehler 2. Art (\(\beta\)): \(H_1\) ist wahr, aber das Ergebnis fällt in den Annahmebereich von \(H_0\). Berechnung für \(n = 25, p = 0{,}90\): \(P_{0{,}90}(X \le 21)\). 3. \(\beta = \sum_{k=0}^{21} \binom{25}{k} \cdot 0{,}9^k \cdot 0{,}1^{25-k} = 1 - P_{0{,}90}(X \ge 22) = 1 - (P(X=22) + P(X=23) + P(X=24) + P(X=25))\). 4. Einzelwahrscheinlichkeiten für \(p=0{,}9\): \(P(X=22) \approx 0{,}2265\); \(P(X=23) \approx 0{,}2659\); \(P(X=24) \approx 0{,}1994\); \(P(X=25) \approx 0{,}0718\). Summe \(\approx 0{,}7636\). Damit ist \(\beta = 1 - 0{,}7636 = 0{,}2364\). 5. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): \(H_0\) ist wahr, aber das Ergebnis fällt in den Ablehnungsbereich von \(H_0\) (Annahmebereich von \(H_1\)). Berechnung für \(n = 25, p = 0{,}75\): \(P_{0{,}75}(X \ge 22)\). 6. Einzelwahrscheinlichkeiten für \(p=0{,}75\): \(P(X=22) \approx 0{,}0641\); \(P(X=23) \approx 0{,}0251\); \(P(X=24) \approx 0{,}0063\); \(P(X=25) \approx 0{,}0008\). Summe \(\alpha \approx 0{,}0962\).

Antwort

a) \(\beta \approx 23{,}64\,\%\) b) \(\alpha \approx 9{,}62\,\%\)
43104812
Ein Pharmaunternehmen testet ein neues Medikament, von dem behauptet wird, dass es bei \(70\,\%\) der Patienten wirkt (\(H_0: p = 0{,}7\)). In einer klinischen Studie mit \(n = 100\) Probanden soll die Wirksamkeit überprüft werden. Es werden zwei verschiedene Entscheidungsregeln diskutiert: Regel 1: Lehne \(H_0\) nicht ab, wenn mindestens 65 Patienten geheilt werden. Regel 2: Lehne \(H_0\) nicht ab, wenn mindestens 62 Patienten geheilt werden. a) Berechne für beide Regeln das Signifikanzniveau (die maximale Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art). b) Angenommen, das Medikament wirkt in Wahrheit nur bei \(60\,\%\) der Patienten. Berechne für beide Regeln die Wahrscheinlichkeit, diesen Umstand nicht zu erkennen (Fehler 2. Art). c) Beurteile kurz, wie sich die Änderung der Entscheidungsregel von Regel 1 zu Regel 2 auf die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten auswirkt.

Denkanstöße

- Was passiert mit dem Ablehnungsbereich, wenn man die Grenze für das „Nicht-Ablehnen“ verschiebt? - Wird es bei Regel 2 schwieriger oder leichter, die Hypothese des Herstellers abzulehnen? - Denke an den Zusammenhang: Wenn ein Fehler seltener wird, erkauft man sich das meist durch eine Erhöhung des anderen Fehlers. - Achte beim Ablesen oder Berechnen der Werte darauf, ob du \(P(X \le k)\) oder \(P(X \ge k)\) benötigst.

Lösung

1. Zufallsgröße \(X\): Anzahl der geheilten Patienten. Unter \(H_0\) gilt \(X \sim B(100; 0{,}7)\). 2. Signifikanzniveau Regel 1: \(\alpha_1 = P_{0{,}7}(X < 65) = P_{0{,}7}(X \le 64) \approx 0{,}1161\). 3. Signifikanzniveau Regel 2: \(\alpha_2 = P_{0{,}7}(X < 62) = P_{0{,}7}(X \le 61) \approx 0{,}0340\). 4. Fehler 2. Art (\(\beta\)) bei \(p = 0{,}6\): Regel 1: \(\beta_1 = P_{0{,}6}(X \ge 65) = 1 - P_{0{,}6}(X \le 64) \approx 1 - 0{,}8206 = 0{,}1794\). Regel 2: \(\beta_2 = P_{0{,}6}(X \ge 62) = 1 - P_{0{,}6}(X \le 61) \approx 1 - 0{,}6178 = 0{,}3822\). 5. Vergleich: Durch die Senkung der kritischen Zahl von 65 auf 62 verringert sich die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\) sinkt), aber die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art steigt deutlich an (\(\beta\) wächst).

Antwort

a) Regel 1: \(\alpha_1 \approx 11{,}61\,\%\); Regel 2: \(\alpha_2 \approx 3{,}40\,\%\). b) Regel 1: \(\beta_1 \approx 17{,}94\,\%\); Regel 2: \(\beta_2 \approx 38{,}22\,\%\). c) Durch die Änderung von Regel 1 zu Regel 2 sinkt die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art, während die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art steigt.
43105612
Ein Pharmaunternehmen hat ein Standardmedikament, das bei \(60\,\%\) der Patienten wirkt. Es wird vermutet, dass eine neue Zusammensetzung die Heilungschance verbessert (\(H_1: p > 0{,}6\)). In einer Studie mit \(n = 80\) Probanden soll die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}6\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\) getestet werden. a) Bestimme den kritischen Wert und den daraus resultierenden Ablehnungsbereich für diesen rechtsseitigen Test. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Heilungschance der neuen Zusammensetzung bei \(75\,\%\) liegt.

Denkanstöße

- Handelt es sich um einen linksseitigen, rechtsseitigen oder beidseitigen Test? Das bestimmt, in welche Richtung der Ablehnungsbereich liegt. - Der kritische Wert ist die Grenze, ab der das Ergebnis als „signifikant“ gilt. - Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art wird immer unter einer konkreten Gegenhypothese (hier \(p = 0{,}75\)) berechnet. - Achte beim Ablesen aus der Tabelle darauf, ob du \(P(X \leq k)\) oder \(P(X = k)\) betrachtest.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist das kleinste \(k\), für das unter \(H_0\) (\(p = 0{,}6\)) gilt: \(P(X \geq k) \leq 0{,}05\). Dies entspricht \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}95\). 2. Tabellenwerk oder Taschenrechner für \(B(80; 0{,}6)\) liefern: \(P(X \leq 54) \approx 0{,}9352\) und \(P(X \leq 55) \approx 0{,}9583\). 3. Somit ist \(k-1 = 55\), woraus der kritische Wert \(k = 56\) folgt. Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{56, 57, \dots, 80\}\). 4. Fehler 2. Art (\(\beta\)): Wahrscheinlichkeit, im Nicht-Ablehnungsbereich \(\bar{K} = \{0, 1, \dots, 55\}\) zu landen, obwohl \(p = 0{,}75\) gilt. 5. \(\beta = P_{0{,}75}(X \leq 55)\). Mit \(B(80; 0{,}75)\) ergibt sich \(\beta \approx 0{,}1239\).

Antwort

a) Der kritische Wert ist \(k = 56\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{56, 57, \dots, 80\}\). b) \(\beta \approx 12{,}39\,\%\)
43106212
Ein Unternehmen möchte prüfen, ob der Bekanntheitsgrad eines neuen Produkts bei \(40\,\%\) liegt (\(H_0: p = 0{,}4\)). Es wird vermutet, dass er tatsächlich bereits \(50\,\%\) beträgt (\(H_1: p = 0{,}5\)). Zur Überprüfung werden \(100\) Personen befragt. Die Nullhypothese wird abgelehnt, falls mehr als \(45\,\%\) der befragten Personen das Produkt kennen. Berechne die Wahrscheinlichkeit \(\alpha\), die Nullhypothese irrtümlich abzulehnen, sowie die Wahrscheinlichkeit \(\beta\), die Nullhypothese fälschlicherweise beizubehalten.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst, ab welcher absoluten Anzahl von Personen die Nullhypothese verworfen wird. - Der Fehler 1. Art bezieht sich immer auf die Situation, in der die Nullhypothese eigentlich stimmt. - Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn man sich für die Nullhypothese entscheidet, obwohl die Alternative wahr ist. - Nutze für die Berechnung von Werten wie \(P(X \ge k)\) die Gegenwahrscheinlichkeit.

Lösung

1. Festlegen der Parameter: Stichprobenumfang \(n = 100\), Nullhypothese \(p_0 = 0{,}4\), Gegenhypothese \(p_1 = 0{,}5\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Mehr als \(45\,\%\) von \(100\) bedeutet \(X > 45\), also \(X \in \{46, 47, \dots, 100\}\). 3. Berechnung von \(\alpha\): Wahrscheinlichkeit für den Ablehnungsbereich unter der Annahme \(p_0 = 0{,}4\). \(\alpha = P_{0{,}4}(X \ge 46) = 1 - P_{0{,}4}(X \le 45) \approx 1 - 0{,}8689 = 0{,}1311\). 4. Berechnung von \(\beta\): Wahrscheinlichkeit für den Annahmebereich (\(X \le 45\)) unter der Annahme \(p_1 = 0{,}5\). \(\beta = P_{0{,}5}(X \le 45) \approx 0{,}1841\).

Antwort

\(\alpha \approx 0{,}1311\) (bzw. \(13{,}11\,\%\)) \(\beta \approx 0{,}1841\) (bzw. \(18{,}41\,\%\))
43106612
Ein Hersteller von Computerchips gibt an, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Produkte defekt sind (\(p_0 = 0{,}05\)). Ein Großabnehmer vermutet eine höhere Defektquote und führt eine Qualitätskontrolle an einer Stichprobe von \(n = 200\) Chips durch. a) Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}05\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit \(\beta\), dass die Nullhypothese irrtümlich beibehalten wird, falls die tatsächliche Defektquote bei \(10\,\%\) liegt.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst, ob es sich um einen linksseitigen, rechtsseitigen oder beidseitigen Test handelt. - Der Ablehnungsbereich muss so gewählt werden, dass die Wahrscheinlichkeit, unter der Nullhypothese darin zu landen, höchstens \(\alpha\) beträgt. - Für den Fehler 2. Art musst du berechnen, wie wahrscheinlich das Ergebnis im Annahmebereich ist, wenn die alternative Quote gilt. - Nutze für die Bestimmung von \(k\) eine Tabelle oder die entsprechende Funktion deines Taschenrechners.

Lösung

1. Die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl defekter Chips) ist unter \(H_0\) binomialverteilt mit \(n = 200\) und \(p_0 = 0{,}05\). Es handelt sich um einen rechtsseitigen Test. 2. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das gilt: \(P_{0{,}05}(X \ge k) \le 0{,}05\). Dies entspricht \(1 - P_{0{,}05}(X \le k-1) \le 0{,}05\) bzw. \(P_{0{,}05}(X \le k-1) \ge 0{,}95\). 3. Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung für \(n=200, p=0{,}05\) ergibt sich: \(P(X \le 14) \approx 0{,}9218\) und \(P(X \le 15) \approx 0{,}9556\). 4. Also muss \(k-1 = 15\) sein, woraus \(k = 16\) folgt. Der Ablehnungsbereich ist \(\mathcal{A} = \{16, 17, \dots, 200\}\). 5. Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(X\) im Annahmebereich \(\{0, 1, \dots, 15\}\) liegt, obwohl \(p = 0{,}10\) gilt: \(\beta = P_{0{,}10}(X \le 15)\). 6. Berechnung mit der Binomialverteilung für \(n=200, p=0{,}10\): \(\beta \approx 0{,}1431 \approx 14{,}31\,\%\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich lautet \(\mathcal{A} = \{16, 17, \dots, 200\}\). b) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt \(\beta \approx 14{,}31\,\%\).
43107412
Ein Saatguthersteller testet ein neues Verfahren, um die Keimungsrate seiner Samen von bisher \(60\,\%\) (\(H_0: p = 0{,}6\)) auf \(80\,\%\) (\(H_1: p = 0{,}8\)) zu steigern. Es wird eine Stichprobe von \(n = 50\) Samen untersucht. Die Nullhypothese \(H_0\) wird abgelehnt, wenn die Anzahl der gekeimten Samen einen kritischen Wert \(k\) erreicht oder überschreitet. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art für die folgenden Fälle: a) \(k = 35\) b) \(k = 37\) Vergleiche die Ergebnisse und erläutere kurz die Auswirkung der Erhöhung des kritischen Wertes auf beide Fehlerarten.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst für jeden Fall, bei welchen Werten von \(X\) die Nullhypothese abgelehnt wird. - Erinnere dich daran, dass der Fehler 2. Art immer auf der Basis der Alternativhypothese berechnet wird. - Wie verändert sich die Größe des Ablehnungsbereichs, wenn \(k\) größer wird? - Welche Auswirkung hat ein strengeres Kriterium für die Ablehnung auf die Gefahr, eine richtige Hypothese abzulehnen?

Lösung

1. Modellierung: Die Anzahl gekeimter Samen \(X\) ist binomialverteilt mit \(n = 50\). 2. Fall a) \(k = 35\): Fehler 1. Art: \(\alpha = P_{0{,}6}(X \ge 35) = 1 - P_{0{,}6}(X \le 34) \approx 1 - 0{,}9045 = 0{,}0955\). Fehler 2. Art: \(\beta = P_{0{,}8}(X \le 34) \approx 0{,}0308\). 3. Fall b) \(k = 37\): Fehler 1. Art: \(\alpha = P_{0{,}6}(X \ge 37) = 1 - P_{0{,}6}(X \le 36) \approx 1 - 0{,}9720 = 0{,}0280\). Fehler 2. Art: \(\beta = P_{0{,}8}(X \le 36) \approx 0{,}1106\). 4. Vergleich: Durch die Erhöhung des kritischen Wertes \(k\) von 35 auf 37 sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art, während die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art ansteigt. Der Ablehnungsbereich wird kleiner, was es schwieriger macht, \(H_0\) abzulehnen.

Antwort

a) Für \(k = 35\): \(\alpha \approx 9{,}55\,\%\) und \(\beta \approx 3{,}08\,\%\). b) Für \(k = 37\): \(\alpha \approx 2{,}80\,\%\) und \(\beta \approx 11{,}06\,\%\). Durch die Erhöhung von \(k\) sinkt das Risiko für einen Fehler 1. Art (\(\alpha\)), aber das Risiko für einen Fehler 2. Art (\(\beta\)) steigt an.
43117412
In einer Qualitätskontrolle soll eine Lieferung von Bauteilen geprüft werden. Der Lieferant behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) der Teile defekt sind (\(H_0: p_0 = 0{,}1\)). Ein Prüfer vermutet jedoch eine deutlich höhere Fehlerquote von \(30\,\%\) (\(H_1: p_1 = 0{,}3\)). Es wird eine Stichprobe von \(n = 50\) Teilen entnommen. a) Bestimme den kleinstmöglichen kritischen Wert \(k\), ab dem die Nullhypothese abgelehnt wird, sodass das Signifikanzniveau \(\alpha = 0{,}05\) nicht überschritten wird. b) Berechne für den in Teilaufgabe a) ermittelten Ablehnungsbereich die Wahrscheinlichkeit, dass die Lieferung fälschlicherweise für gut befunden wird, obwohl die Fehlerquote tatsächlich \(30\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Erinnere dich daran, dass das Signifikanzniveau die maximal zulässige Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art angibt. - Suche in der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung für \(n=50\) und \(p=0{,}1\) den ersten Wert, der die Bedingung erfüllt. - Der Annahmebereich ist das Komplement des Ablehnungsbereichs. - Was genau wird berechnet, wenn man wissen will, ob eine Lieferung fälschlicherweise akzeptiert wurde?

Lösung

1. Modellierung: \(X\) ist die Anzahl defekter Bauteile, \(n=50\). Unter \(H_0\) gilt \(p_0=0{,}1\). 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{50; 0{,}1}(X \ge k) \le 0{,}05\) gilt. Dies ist gleichbedeutend mit \(1 - P_{50; 0{,}1}(X \le k-1) \le 0{,}05\) bzw. \(P_{50; 0{,}1}(X \le k-1) \ge 0{,}95\). 3. Tabellenwerte prüfen: Für \(k-1=9\) ist \(P(X \le 9) \approx 0{,}9755\). Für \(k-1=8\) ist \(P(X \le 8) \approx 0{,}9421\). Also muss \(k-1 = 9\) sein, woraus \(k = 10\) folgt. Der Ablehnungsbereich ist \(\{10, 11, \dots, 50\}\). 4. Fehler 2. Art berechnen: Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(X\) im Annahmebereich \(\{0, 1, \dots, 9\}\) liegt, obwohl \(p_1 = 0{,}3\) wahr ist. \(\beta = P_{50; 0{,}3}(X \le 9) \approx 0{,}0402\).

Antwort

a) Der kritische Wert liegt bei \(k = 10\) (Ablehnung ab 10 defekten Teilen). b) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(4{,}02\,\%\).
43118812
Ein Software-Unternehmen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) der Nutzer mit der neuen Benutzeroberfläche unzufrieden sind. Ein Marktforschungsinstitut vermutet jedoch einen höheren Anteil und geht von \(12\,\%\) Unzufriedenen aus. Zur Überprüfung wird eine Stichprobe von \(120\) Nutzern befragt. 1. Bestimme eine Entscheidungsregel für einen Signifikanztest auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\), um die Behauptung des Unternehmens zu prüfen. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der tatsächliche Anteil der Unzufriedenen bei \(12\,\%\) liegt.

Denkanstöße

- Formuliere zuerst die Nullhypothese. Werden hier eher zu viele oder zu wenige unzufriedene Nutzer zur Ablehnung der Behauptung führen? - Das Signifikanzniveau gibt die maximale Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art an. - Der Fehler 2. Art berechnet sich immer unter der Annahme einer konkreten Alternative für die Wahrscheinlichkeit. - Wie hängen der Ablehnungsbereich von \(H_0\) und der Annahmebereich von \(H_0\) zusammen?

Lösung

1. Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}05\); Alternativhypothese \(H_1: p > 0{,}05\). Es handelt sich um einen rechtsseitigen Test. Gesucht ist die kleinste Zahl \(k\), für die gilt: \(P_{p=0{,}05}(X \ge k) \le 0{,}05\), was äquivalent zu \(P_{p=0{,}05}(X \le k-1) \ge 0{,}95\) ist. In der Tabelle der Binomialverteilung für \(n=120\) und \(p=0{,}05\) findet man: \(P(X \le 10) \approx 0{,}9616\). Daraus folgt \(k-1 = 10\), also \(k = 11\). Entscheidungsregel: Wenn \(11\) oder mehr Nutzer unzufrieden sind, wird die Behauptung des Unternehmens abgelehnt. 2. Der Fehler 2. Art (\(\beta\)) tritt auf, wenn \(H_1\) wahr ist (\(p=0{,}12\)), man sich aber für \(H_0\) entscheidet (also \(X \le 10\)). \(\beta = P_{p=0{,}12}(X \le 10) = \sum_{i=0}^{10} \binom{120}{i} \cdot 0{,}12^i \cdot 0{,}88^{120-i} \approx 0{,}1344\).

Antwort

1. Die Behauptung des Unternehmens wird abgelehnt, wenn in der Stichprobe mindestens \(11\) Nutzer unzufrieden sind. 2. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(13{,}44\,\%\).
43124812
Ein neues Verfahren zur Wasseraufbereitung soll die Schadstoffbelastung in mehr als \(60\,\%\) der Proben unter einen kritischen Grenzwert senken. Um dies statistisch zu belegen, werden \(n = 50\) Proben untersucht. a) Formuliere die Hypothesen für einen rechtsseitigen Signifikanztest bei einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}05\). b) Bestimme die zugehörige Entscheidungsregel für die Anzahl \(X\) der erfolgreichen Proben. c) Angenommen, das Verfahren ist tatsächlich so effektiv, dass die Erfolgsquote bei \(80\,\%\) liegt. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Was ist die Zielsetzung der Untersuchung? Soll eine Verbesserung nachgewiesen werden? - Wann wird die Nullhypothese zugunsten der neuen Methode verworfen? - Wie ist der Fehler 2. Art definiert, wenn die tatsächliche Wahrscheinlichkeit von der in der Nullhypothese angenommenen abweicht?

Lösung

1. Hypothesenfestlegung: Um die Wirksamkeit zu belegen, wird die gegenteilige Annahme als Nullhypothese gewählt: \(H_0: p \leq 0{,}6\) und \(H_1: p > 0{,}6\). 2. Entscheidungsregel: Gesucht ist der kleinste Wert \(k\), für den \(P(X \geq k) \leq 0{,}05\) unter der Annahme \(p = 0{,}6\) gilt. Dies entspricht \(1 - P(X \leq k-1) \leq 0{,}05\) bzw. \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}95\). Mit \(n = 50\) und \(p = 0{,}6\) ergibt sich \(P(X \leq 35) \approx 0{,}9460\) und \(P(X \leq 36) \approx 0{,}9741\). Also ist \(k-1 = 36\) und damit \(k = 37\). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn \(X \geq 37\). 3. Fehler 2. Art: Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(H_1\) wahr ist. Bei einer tatsächlichen Erfolgsquote von \(p = 0{,}8\) berechnet sich die Wahrscheinlichkeit für den Nicht-Ablehnungsbereich \(X \leq 36\) zu \(\beta = P(X \leq 36)\) mit \(n = 50\) und \(p = 0{,}8\). Dies ergibt \(\beta \approx 0{,}1106\).

Antwort

a) \(H_0: p \leq 0{,}6\); \(H_1: p > 0{,}6\) b) Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn mindestens \(37\) Proben erfolgreich sind (\(X \in \{37; \dots; 50\}\)). c) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt etwa \(11{,}06\,\%\).
43125612
Ein Abfüllbetrieb behauptet, dass bei einer bestimmten Abfüllanlage der Anteil der Flaschen mit einer Unterfüllung höchstens \(8\,\%\) beträgt. Zur Qualitätsüberprüfung wird eine Stichprobe von \(n = 150\) Flaschen entnommen. Es wird ein Signifikanztest auf dem Niveau \(\alpha = 0{,}10\) durchgeführt. a) Ermittle die Entscheidungsregel für die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}08\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der tatsächliche Anteil der unterfüllten Flaschen in der Produktion \(p = 0{,}15\) beträgt.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst, ab welchem Wert die Abweichung so groß ist, dass die Nullhypothese nicht mehr haltbar ist. - Nutze für den Ablehnungsbereich das gegebene Signifikanzniveau. - Beim Fehler 2. Art musst du mit der neuen, tatsächlichen Wahrscheinlichkeit rechnen, aber die alte Entscheidungsregel beibehalten. - Überlege genau, welche Werte der Zufallsvariable zum Annahmebereich gehören.

Lösung

1. Festlegen des Tests: Es liegt ein rechtsseitiger Test vor mit \(n = 150\), \(p_0 = 0{,}08\) und \(\alpha = 0{,}10\). 2. Bestimmung des kritischen Wertes \(k\): Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P(X \geq k) \leq 0{,}10\) gilt, also \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}90\). Bei \(n = 150\) und \(p = 0{,}08\) liefert die Binomialverteilung \(P(X \leq 16) \approx 0{,}9078\) und \(P(X \leq 15) \approx 0{,}8536\). Damit ist \(k-1 = 16\), also \(k = 17\). Der Ablehnungsbereich ist \(V = \{17; 18; \dots; 150\}\). 3. Berechnung des Fehlers 2. Art (\(\beta\)-Fehler): Ein Fehler 2. Art tritt auf, wenn das Ergebnis der Stichprobe im Annahmebereich \(\bar{V} = \{0; 1; \dots; 16\}\) liegt, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}15\) ist. 4. Berechnung: \(\beta = P_{150; 0{,}15}(X \leq 16)\). Unter Verwendung der Binomialverteilung für diese Parameter ergibt sich \(\beta \approx 0{,}0807\).

Antwort

a) Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn mehr als \(16\) Flaschen unterfüllt sind (\(X \geq 17\)). b) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt etwa \(8{,}1\,\%\) (genauer \(0{,}0807\)).
43125812
Ein Abfüllbetrieb für Schokoladenriegel behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) der Riegel ein Gewicht unter dem Sollwert haben. Eine Verbraucherschutzorganisation möchte dies überprüfen und entnimmt eine Stichprobe von \(80\) Riegeln. Es wird ein Signifikanztest mit der Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}10\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 10\,\%\) durchgeführt. a) Ermittle den Ablehnungsbereich für diesen Test. b) Beschreibe im Sachkontext, worin der Fehler 1. Art und der Fehler 2. Art bestehen. c) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Verbraucherschutzorganisation die Behauptung des Betriebs fälschlicherweise nicht beanstandet, wenn die tatsächliche Quote der Untergewichtigen bei \(15\,\%\) liegt?

Denkanstöße

- Überlege genau, welche Werte der Zufallsgröße gegen die Behauptung des Betriebs sprechen. - Erinnere dich daran, dass bei einem rechtsseitigen Test der Ablehnungsbereich am oberen Ende der Skala liegt. - Wie hängen das Signifikanzniveau und die kumulierte Wahrscheinlichkeit zusammen, wenn man den kritischen Wert sucht? - Mache dir klar, welche Entscheidung getroffen wird, wenn der Test nicht signifikant ist.

Lösung

1. Hypothesen: \(H_0: p \leq 0{,}10\) und \(H_1: p > 0{,}10\). Testgröße \(X\) ist die Anzahl der untergewichtigen Riegel mit \(X \sim B(80; 0{,}10)\) unter der Grenze von \(H_0\). 2. Rechtsseitiger Test: Suche kleinstes \(k\), sodass \(P(X \geq k) \leq 0{,}10\), was äquivalent zu \(P(X \leq k-1) \geq 0{,}90\) ist. Aus Tabellenwerten folgt \(P(X \leq 11) \approx 0{,}8996\) und \(P(X \leq 12) \approx 0{,}9462\). Somit ist \(k-1 = 12\), also \(k = 13\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{13; 14; \dots; 80\}\). 3. Fehler 1. Art: Dem Betrieb wird fälschlicherweise eine zu hohe Fehlerquote unterstellt, obwohl seine Behauptung wahr ist. Fehler 2. Art: Die zu hohe Fehlerquote des Betriebs wird nicht entdeckt, und seine Behauptung wird fälschlicherweise nicht beanstandet. 4. Berechnung des Fehlers 2. Art für \(p = 0{,}15\): \(P(X < 13) = P(X \leq 12)\) für \(X \sim B(80; 0{,}15)\). Mit der Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \leq 12) \approx 0{,}5762\).

Antwort

a) Ablehnungsbereich \(K = \{13; 14; \dots; 80\}\). b) Fehler 1. Art: Der Betrieb wird zu Unrecht kritisiert (Behauptung ist wahr, wird aber abgelehnt). Fehler 2. Art: Die zu hohe Fehlerquote bleibt unentdeckt (Behauptung ist falsch, wird aber beibehalten). c) Die Wahrscheinlichkeit für diesen Fehler 2. Art beträgt ca. \(57{,}62\,\%\).
43129612
Ein Pharmaunternehmen behauptet, dass eine bestimmte Nebenwirkung bei einem neuen Medikament bei genau \(10\,\%\) der Patienten auftritt. Eine Verbraucherschutzorganisation vermutet jedoch, dass die tatsächliche Quote höher liegt. Es wird eine Studie mit \(200\) Probanden durchgeführt. Die Organisation legt fest, dass die Behauptung des Unternehmens abgelehnt wird, wenn bei mindestens \(28\) Probanden die Nebenwirkung auftritt. 1. Bestimme das Signifikanzniveau, auf dem dieser Test durchgeführt wird. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den Fall, dass die Nebenwirkung tatsächlich bei \(18\,\%\) der Patienten auftritt. 3. Wie müsste man den kritischen Wert \(k = 28\) verändern, um die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art zu verringern? Welche Auswirkung hätte dies auf den Fehler 1. Art? Begründe deine Antwort ohne Rechnung.

Denkanstöße

- Das Signifikanzniveau ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis im Ablehnungsbereich landet, obwohl die Nullhypothese stimmt. - Der Fehler 2. Art ist die Wahrscheinlichkeit, dass man im Annahmebereich landet, obwohl die Alternativhypothese mit einem bestimmten Wert gilt. - Überlege dir den Zusammenhang zwischen den beiden Fehlerarten: Wenn man strenger prüft, entdeckt man mehr Fehler (kleinerer \(\beta\)-Fehler), aber wie oft klagt man dann Unschuldige an?

Lösung

1. Der Fehler 1. Art (Signifikanzniveau \(\alpha\)) ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Nullhypothese \(p = 0{,}10\) abgelehnt wird, obwohl sie wahr ist. Der Ablehnungsbereich ist \(X \ge 28\). Mit \(n = 200\) und \(p = 0{,}10\) berechnet man \(P_{0{,}10}(X \ge 28) = 1 - P_{0{,}10}(X \le 27) \approx 1 - 0{,}9566 = 0{,}0434\). Das Signifikanzniveau beträgt also ca. \(4{,}34\,\%\). 2. Der Fehler 2. Art (\(\beta\)) tritt auf, wenn \(H_0\) beibehalten wird (\(X < 28\)), obwohl \(p = 0{,}18\) wahr ist. Man berechnet \(P_{0{,}18}(X \le 27)\) mit \(n = 200\). Dies ergibt ca. \(0{,}0551\). 3. Um den Fehler 2. Art zu verringern, muss der Annahmebereich von \(H_0\) verkleinert werden. Der kritische Wert \(k\) müsste also gesenkt werden (z. B. auf \(27\) oder \(26\)), damit die Gegenhypothese schneller angenommen wird. Da dadurch der Ablehnungsbereich größer wird, steigt zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art an, da man nun bereits bei weniger beobachteten Nebenwirkungen die Nullhypothese ablehnt.

Antwort

1. \(\alpha \approx 4{,}34\,\%\) 2. \(\beta \approx 5{,}51\,\%\) 3. Der kritische Wert \(k\) müsste verringert werden. Dadurch steigt der Fehler 1. Art (\(\alpha\)), da der Ablehnungsbereich größer wird.
43130012
Ein Saatguthersteller gibt an, dass die Keimrate seiner Tomatensamen mindestens \(90\,\%\) beträgt. Ein Gärtner vermutet eine geringere Qualität und sät \(200\) Samen aus. Er testet die Nullhypothese \(H_0: p \ge 0{,}90\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 10\,\%\). 1. Ermittle die zugehörige Entscheidungsregel (Ablehnungsbereich). 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Keimrate nur \(85\,\%\) beträgt. 3. Wie ändert sich das Risiko für einen Fehler 2. Art qualitativ, wenn man das Signifikanzniveau \(\alpha\) verkleinert? Begründe deine Antwort ohne weitere Rechnung.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst die Verteilung unter der Annahme, dass die Herstellerangabe genau stimmt. - Der Fehler 2. Art berechnet sich immer unter einer konkreten alternativen Wahrscheinlichkeit. - Überlege dir, wie sich der Ablehnungsbereich verschiebt, wenn du strengere Anforderungen an die Irrtumswahrscheinlichkeit stellst. - Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Größe des Ablehnungsbereichs und der Wahrscheinlichkeit, im Annahmebereich zu landen?

Lösung

1. \(X\) ist die Anzahl der keimenden Samen, \(X \sim B(200; 0{,}9)\). Für einen linksseitigen Test wird \(k\) gesucht, sodass \(P(X \le k) \le 0{,}10\). Es gilt \(P(X \le 173) \approx 0{,}0672\) und \(P(X \le 174) \approx 0{,}1014\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{0, 1, \dots, 173\}\). Die Entscheidungsregel lautet: Falls höchstens \(173\) Samen keimen, wird \(H_0\) abgelehnt. 2. Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}85\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(\beta = P_{p=0{,}85}(X > 173) = 1 - P_{p=0{,}85}(X \le 173)\). Mit \(n = 200\) und \(p = 0{,}85\) ergibt sich \(P(X \le 173) \approx 0{,}7520\), also \(\beta \approx 1 - 0{,}7520 = 0{,}2480\). 3. Wenn \(\alpha\) verkleinert wird, verkleinert sich der Ablehnungsbereich (der kritische Wert \(k\) sinkt). Dadurch wird es schwieriger, die Nullhypothese abzulehnen. Dies führt dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, eine falsche Nullhypothese fälschlicherweise beizubehalten (Fehler 2. Art), zunimmt.

Antwort

1. Ablehnungsbereich \(K = \{0, 1, \dots, 173\}\). 2. \(\beta \approx 24{,}80\,\%\) 3. Das Risiko für einen Fehler 2. Art nimmt zu, da der Ablehnungsbereich kleiner wird.
43130212
Ein Samenhändler gibt für eine bestimmte Sorte Grassamen eine Keimfähigkeit von \(90\,\%\) an. Ein Kunde vermutet, dass die tatsächliche Keimrate niedriger ist, und führt einen Test mit \(200\) zufällig ausgewählten Samen durch. a) Ermittle eine Entscheidungsregel für diesen linksseitigen Signifikanztest auf einem Signifikanzniveau von \(10\,\%\). b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die geringere Keimfähigkeit unentdeckt bleibt, wenn die wahre Keimrate in Wirklichkeit nur \(85\,\%\) beträgt?

Denkanstöße

- Bei einem linksseitigen Test liegen die kritischen Werte im unteren Bereich der Verteilung. - Achte darauf, dass beim Signifikanztest die Wahrscheinlichkeit für den Ablehnungsbereich das Niveau \(\alpha\) nicht überschreiten darf. - Der Fehler 2. Art bedeutet hier: Der Test liefert ein Ergebnis im Annahmebereich, obwohl die Keimrate tatsächlich schlechter ist.

Lösung

1. Hypothesenfestlegung: \(H_0: p \geq 0{,}9\) gegen \(H_1: p < 0{,}9\). Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der keimenden Samen und ist unter \(H_0\) \(B(200; 0{,}9)\)-verteilt. 2. Bestimmung der kritischen Zahl: Gesucht ist das größte \(k\), sodass \(P(X \leq k) \leq 0{,}10\). 3. Werte der Binomialverteilung: \(P(X \leq 173) \approx 0{,}0672\) und \(P(X \leq 174) \approx 0{,}1005\). Da die Wahrscheinlichkeit den Wert \(0{,}10\) nicht überschreiten darf, ist die kritische Zahl \(k = 173\). 4. Entscheidungsregel: Falls höchstens \(173\) Samen keimen, wird die Nullhypothese abgelehnt. Andernfalls wird sie beibehalten. 5. Berechnung des Fehlers 2. Art: Gesucht ist \(\beta = P(X > 173)\) unter der Bedingung \(p = 0{,}85\). 6. Rechnung: \(\beta = 1 - P_{200; 0{,}85}(X \leq 173) \approx 1 - 0{,}7520 = 0{,}2480\).

Antwort

a) Ablehnungsbereich: \(X \leq 173\). Die Nullhypothese wird verworfen, wenn \(173\) oder weniger Samen keimen. b) \(\beta \approx 24{,}80\,\%\)
43130412
In einer Gemeinde heizten bisher \(20\,\%\) der Haushalte mit Holz. Die Gemeinde vermutet, dass dieser Anteil gesunken ist, und führt eine Stichprobe bei \(100\) Haushalten durch. Es soll ein Signifikanztest für die Nullhypothese \(H_0: p \ge 0{,}20\) auf dem \(10\,\%\)-Niveau durchgeführt werden. 1. Ermittle die zugehörige Entscheidungsregel für diesen Test. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der tatsächliche Anteil der Holzheizungen in der Gemeinde nur noch \(12\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Die Entscheidungsregel legt fest, ab welchem Ergebnis in der Stichprobe die Vermutung der Gemeinde als statistisch gesichert gilt. - Beachte, dass der Fehler 2. Art das Eintreten eines Ergebnisses im Nicht-Ablehnungsbereich unter einer neuen, alternativen Wahrscheinlichkeit beschreibt. - Nutze für die Berechnung des Fehlers 2. Art die Gegenwahrscheinlichkeit, um die kumulierte Binomialverteilung effizient einzusetzen.

Lösung

1. Die Testgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der Holzheizungen in der Stichprobe (\(n=100\)). Unter der Annahme der Grenze von \(H_0\) (\(p=0{,}2\)) ist \(X\) binomialverteilt mit \(B(100; 0{,}2)\). Gesucht ist der kritische Wert \(k\), sodass \(P(X \le k) \le 0{,}10\). Es gilt \(P(X \le 14) \approx 0{,}0804\) und \(P(X \le 15) \approx 0{,}1285\). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn höchstens \(14\) Haushalte in der Stichprobe mit Holz heizen. Der Nicht-Ablehnungsbereich ist \(\bar{\mathcal{A}} = \{15, 16, \dots, 100\}\). 2. Ein Fehler 2. Art tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}12\) ist. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist \(\beta = P_{0{,}12}(X \ge 15) = 1 - P_{0{,}12}(X \le 14)\). Mit der Binomialverteilung für \(p=0{,}12\) ergibt sich \(P_{0{,}12}(X \le 14) \approx 0{,}7840\). Damit ist \(\beta = 1 - 0{,}7840 = 0{,}2160\). Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt etwa \(21{,}6\,\%\).

Antwort

1. Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn in der Stichprobe \(14\) oder weniger Haushalte mit Holz heizen. 2. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(21{,}6\,\%\).
43130612
Ein Hersteller von Solarmodulen garantiert seinen Kunden, dass mindestens \(95\,\%\) der ausgelieferten Module die volle Nennleistung erbringen. Ein Prüfinstitut vermutet eine höhere Fehlerquote und testet eine Stichprobe von \(100\) Modulen auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). 1. Lege die Hypothesen fest und bestimme die zugehörige Entscheidungsregel für den Test der Behauptung des Herstellers. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art (tatsächliches Signifikanzniveau), wenn man davon ausgeht, dass die Angabe des Herstellers mit genau \(p = 0{,}95\) zutrifft. 3. Angenommen, in einer Produktionscharge erbringen in Wahrheit nur \(90\,\%\) der Module die volle Leistung. Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird dieser Mangel durch den Test der Stichprobe nicht entdeckt? Wie nennt man diesen Fehler?

Denkanstöße

- Bei einem linksseitigen Test liegt der Ablehnungsbereich bei kleinen Werten der Testgröße. - Beachte, dass das tatsächliche Signifikanzniveau aufgrund der Diskretion der Binomialverteilung oft kleiner als das vorgegebene Niveau \(\alpha\) ist. - Der Fehler 2. Art berechnet sich als Wahrscheinlichkeit des Annahmebereichs unter der Bedingung einer alternativen Wahrscheinlichkeit \(p\).

Lösung

1. Da die Behauptung des Herstellers (\(p \geq 0{,}95\)) geschützt werden soll, lauten die Hypothesen \(H_0: p \geq 0{,}95\) und \(H_1: p < 0{,}95\) (linksseitiger Test). Die Testgröße \(X\) ist die Anzahl der Module mit voller Leistung. Gesucht ist der größte Wert \(k\), für den \(P_{0{,}95}(X \leq k) \leq 0{,}05\) gilt. Aus der Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \leq 90) \approx 0{,}0282\) und \(P(X \leq 91) \approx 0{,}0631\). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn \(X \leq 90\). 2. Der Fehler 1. Art ist die Wahrscheinlichkeit, \(H_0\) abzulehnen, obwohl \(p = 0{,}95\) gilt. Dies entspricht \(P_{0{,}95}(X \leq 90) \approx 0{,}0282\) bzw. \(2{,}82\,\%\). 3. Der gesuchte Fehler ist der Fehler 2. Art (\(\beta\)-Fehler). Er tritt ein, wenn \(X\) im Nicht-Ablehnungsbereich liegt, also \(X \geq 91\), obwohl \(p = 0{,}9\) gilt. Berechnung: \(\beta = P_{0{,}9}(X \geq 91) = 1 - P_{0{,}9}(X \leq 90) \approx 1 - 0{,}5487 = 0{,}4513\). Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(45{,}13\,\%\).

Antwort

1. \(H_0: p \geq 0{,}95\); \(H_1: p < 0{,}95\); Ablehnungsbereich: \(X \in \{0, \dots, 90\}\). 2. \(\alpha_{\text{tatsächlich}} \approx 0{,}0282\). 3. Fehler 2. Art; \(\beta \approx 0{,}4513\).
43131012
Ein Pharmaunternehmen gibt an, dass ein neues Medikament bei mindestens \(80\,\%\) der Patienten wirksam ist (\(H_0: p \geq 0{,}8\)). Um dies zu prüfen, wird das Medikament an \(n = 60\) Patienten getestet. Die Nullhypothese soll abgelehnt werden, wenn die Anzahl der Patienten, bei denen das Medikament wirkt, \(42\) oder weniger beträgt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art für diesen Test. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Heilungsrate nur bei \(65\,\%\) liegt. c) Wie müsste man die Entscheidungsregel (den kritischen Wert) ändern, um das Risiko eines Fehlers 1. Art zu verringern? Welche Auswirkung hat dies auf das Risiko eines Fehlers 2. Art?

Denkanstöße

- Wann genau wird die Nullhypothese in diesem Beispiel abgelehnt? - Erinnere dich daran, dass die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art meist am Rand des durch \(H_0\) beschriebenen Bereichs berechnet wird. - Der Fehler 2. Art ist die Wahrscheinlichkeit, dass man fälschlicherweise im Bereich landet, in dem \(H_0\) nicht abgelehnt wird. - Überlege dir den Zusammenhang zwischen den beiden Fehlerarten: Wenn man vorsichtiger beim Ablehnen wird, was passiert dann mit der Erkennung von falschen Behauptungen?

Lösung

1. Berechnung des Fehlers 1. Art: Der Fehler 1. Art tritt auf, wenn \(H_0\) abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}8\) (Extremfall der Nullhypothese). Dies entspricht \(P_{p=0{,}8}(X \leq 42)\) bei \(n = 60\). Mit der Binomialverteilung ergibt sich \(\alpha \approx 0{,}0427\). 2. Berechnung des Fehlers 2. Art: Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \(p = 0{,}65\) ist. Der Nicht-Ablehnungsbereich ist \(\{43, \dots, 60\}\). Zu berechnen ist \(P_{p=0{,}65}(X \geq 43) = 1 - P_{p=0{,}65}(X \leq 42)\). Mit der Binomialverteilung ergibt sich \(\beta \approx 0{,}1721\). 3. Analyse der Entscheidungsregel: Um das Risiko eines Fehlers 1. Art (\(\alpha\)) zu verringern, muss der Ablehnungsbereich verkleinert werden. Der kritische Wert (hier 42) müsste also gesenkt werden (z. B. Ablehnung bei \(X \leq 40\)). Dies führt jedoch zwangsläufig dazu, dass der Nicht-Ablehnungsbereich größer wird, wodurch die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art (\(\beta\)) ansteigt.

Antwort

a) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt etwa \(4{,}27\,\%\). b) Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt etwa \(17{,}21\,\%\). c) Der kritische Wert müsste gesenkt werden (z. B. auf 41 oder 40). Dadurch sinkt das Risiko für einen Fehler 1. Art, aber das Risiko für einen Fehler 2. Art steigt an.
43131412
Ein Verkehrsunternehmen gibt an, dass mindestens \(75\,\%\) der Fahrgäste mit der Pünktlichkeit der Busse zufrieden sind. Ein Fahrgastverband bezweifelt dies und befragt \(100\) zufällig ausgewählte Personen. Die Nullhypothese \(H_0: p \ge 0{,}75\) soll auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 0{,}10\) getestet werden. 1. Ermittle die Entscheidungsregel für diesen Test. 2. Erläutere im Sachzusammenhang, welche Fehlentscheidung man bei einem Fehler 2. Art trifft. 3. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls in Wahrheit nur \(60\,\%\) der Fahrgäste zufrieden sind.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst, ob es sich um einen linksseitigen oder rechtsseitigen Test handelt, indem du schaust, welche Abweichung von der Behauptung kritisch ist. - Verwende für die Berechnung des Fehlers 2. Art die Gegenwahrscheinlichkeit zum Ablehnungsbereich unter der neuen Wahrscheinlichkeit. - Stelle dir die Situation bildlich vor: Wann wird fälschlicherweise geglaubt, dass alles in Ordnung ist?

Lösung

1. Dies ist ein linksseitiger Test mit \(n = 100\) und \(p = 0{,}75\). Gesucht ist der Annahmebereich und der Ablehnungsbereich \(A = \{0; 1; \dots; k\}\), sodass \(P(X \le k) \le 0{,}10\). Mit \(n = 100\) und \(p = 0{,}75\) liefert die Binomialverteilung \(P(X \le 67) \approx 0{,}0446\) und \(P(X \le 68) \approx 0{,}0693\) sowie \(P(X \le 69) \approx 0{,}1038\). Der kritische Wert ist somit \(k = 68\). Die Entscheidungsregel lautet: Lehne \(H_0\) ab, wenn höchstens \(68\) Personen zufrieden sind. 2. Ein Fehler 2. Art bedeutet hier, dass die Nullhypothese beibehalten wird (man geht weiterhin von mindestens \(75\,\%\) Zufriedenheit aus), obwohl die tatsächliche Zufriedenheitsquote geringer ist. Das Verkehrsunternehmen wird also nicht zu Verbesserungen gedrängt, obwohl die Fahrgäste unzufriedener sind als behauptet. 3. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis im Annahmebereich \(\bar{A} = \{69; 70; \dots; 100\}\) liegt, falls \(p = 0{,}60\). Es gilt \(P_{0{,}60}(X \ge 69) = 1 - P_{0{,}60}(X \le 68) \approx 0{,}0398\).

Antwort

1. Ablehnungsbereich \(A = \{0; 1; \dots; 68\}\). \(H_0\) wird abgelehnt, wenn \(68\) oder weniger Personen zufrieden sind. 2. Man hält an der Behauptung von \(75\,\%\) Zufriedenheit fest, obwohl diese in Wirklichkeit niedriger ist. 3. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art beträgt ca. \(3{,}98\,\%\).
43131612
Ein Hersteller von Akkumulatoren behauptet, dass höchstens \(12\,\%\) seiner Produkte nach einem Jahr intensiver Nutzung eine deutlich verringerte Kapazität aufweisen. Ein Testlabor vermutet eine höhere Fehlerquote und prüft daher \(250\) zufällig ausgewählte Akkus nach einem Jahr. a) Formuliere die Nullhypothese und die Alternativhypothese. b) Ermittle die Entscheidungsregel für diesen Test auf einem Signifikanzniveau von \(5\,\%\). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. d) Angenommen, der reale Anteil der defekten Akkus beträgt \(18\,\%\). Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird die Nullhypothese in diesem Fall fälschlicherweise nicht abgelehnt?

Denkanstöße

- Wann würdest du die Behauptung des Herstellers anzweifeln – bei vielen oder bei wenigen defekten Akkus? - Die Entscheidungsregel gibt an, ab welchem Ergebnis die Nullhypothese verworfen wird. - Der Fehler 1. Art bezieht sich immer auf die Grenze des Bereichs, der durch die Nullhypothese abgedeckt wird. - Überlege für den Fehler 2. Art genau, welche Ergebnisse zur Beibehaltung der Nullhypothese führen.

Lösung

1. Hypothesen: Da eine höhere Quote vermutet wird, liegt ein rechtsseitiger Test vor. \(H_0: p \le 0{,}12\); \(H_1: p > 0{,}12\). 2. Entscheidungsregel: Gesucht ist der kleinste Wert \(k\), für den \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) gilt (bzw. \(1 - P(X \le k-1) \le 0{,}05\)). Für \(n = 250\) und \(p = 0{,}12\) liefert die Tabelle \(P(X \le 38) \approx 0{,}9476\) (also \(P(X \ge 39) \approx 0{,}0524\)) und \(P(X \le 39) \approx 0{,}9639\) (also \(P(X \ge 40) \approx 0{,}0361\)). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{40; 41; \dots; 250\}\). Die Nullhypothese wird abgelehnt, wenn mindestens \(40\) Akkus defekt sind. 3. Fehler 1. Art: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei \(p = 0{,}12\) mindestens \(40\) Defekte auftreten, beträgt \(P(X \ge 40) \approx 0{,}0361\) bzw. \(3{,}61\,\%\). 4. Fehler 2. Art: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei \(p = 0{,}18\) die Nullhypothese beibehalten wird (\(X \le 39\)), beträgt \(\beta = P(X \le 39) \approx 0{,}1834\). Dies entspricht einer Wahrscheinlichkeit von ca. \(18{,}34\,\%\).

Antwort

a) \(H_0: p \le 0{,}12\); \(H_1: p > 0{,}12\) b) Ablehnung von \(H_0\), wenn die Anzahl der defekten Akkus \(X \ge 40\) ist. c) \(P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 3{,}61\,\%\) d) \(P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 18{,}34\,\%\)

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