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Ein Smartphonehersteller gibt an, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Akkus nach \(500\) Ladezyklen noch mehr als \(80\,\%\) ihrer ursprünglichen Kapazität besitzen. Ein Technikmagazin wählt zufällig \(100\) Akkus aus der relevanten Produktion aus und testet sie unter einheitlichen Bedingungen; die Ergebnisse werden als unabhängig modelliert. Die Nullhypothese lautet \(H_0:p\geq0{,}90\).
a) Beschreibe im Sachzusammenhang den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art.
b) Das Magazin verwirft die Herstellerangabe, wenn höchstens \(84\) Akkus die versprochene Kapazität aufweisen. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert \(p=0{,}90\).
Denkanstöße
- Ein Fehler 1. Art bedeutet, dass eine wahre Nullhypothese verworfen wird.
- Verwende für die maximale Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit den Randwert \(p=0{,}90\).
- Ablehnung einer Hypothese bedeutet statistische Evidenz gegen sie, nicht einen logischen Beweis ihrer Falschheit.
Lösung
1. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Herstellerangabe verworfen wird, obwohl mindestens \(90\,\%\) der Akkus die Kapazitätsanforderung erfüllen. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Angabe nicht verworfen wird, obwohl der tatsächliche Anteil unter \(90\,\%\) liegt.
2. Die Zufallsgröße \(X\) zählt die Akkus, die die Kapazitätsanforderung erfüllen. Der Ablehnungsbereich ist \(A=\{0,1,\dots,84\}\). Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p=0{,}90\) am größten.
3. Daher ist \(\alpha=P_{0{,}90}(X\leq84)\approx0{,}0399\). Ein Ergebnis im Ablehnungsbereich liefert statistische Evidenz gegen die Herstellerangabe, widerlegt sie aber nicht logisch mit Sicherheit.
Antwort
a) Fehler 1. Art: Die Angabe wird verworfen, obwohl sie gilt. Fehler 2. Art: Die Angabe wird nicht verworfen, obwohl tatsächlich weniger als \(90\,\%\) die Anforderung erfüllen.
b) \(\alpha\approx3{,}99\,\%\).
