Ein Viereck \(ABCD\) im dreidimensionalen Raum ist durch die Ortsvektoren seiner Ecken \(\vec{a}, \vec{b}, \vec{c}\) und \(\vec{d}\) gegeben. Die Mittelpunkte der Seiten \(AB, BC, CD\) und \(DA\) werden nacheinander mit \(P, Q, R\) und \(S\) bezeichnet.
1. Drücke den Vektor \(\vec{PQ}\) durch die Ortsvektoren der Ecken aus und zeige, dass \(\vec{PQ} = \frac{1}{2}(\vec{c} - \vec{a})\) gilt.
2. Beweise vektoriell, dass das Viereck \(PQRS\) ein Parallelogramm ist, indem du zeigst, dass \(\vec{PQ} = \vec{SR}\).
3. Begründe kurz, warum das Viereck \(PQRS\) immer in einer Ebene liegen muss, selbst wenn die Punkte \(A, B, C, D\) ein nicht-ebenes Raumviereck bilden.
4. Untersuche, was mit dem Parallelogramm passiert, wenn die Punkte \(A\) und \(C\) zusammenfallen.
Denkanstöße
- Wie berechnet man den Mittelpunkt einer Strecke zwischen zwei Punkten mit Vektoren?
- Erinnere dich an die Definition eines Parallelogramms über seine Seitenvektoren.
- Überlege, welche geometrische Bedeutung der Vektor \(\vec{c} - \vec{a}\) für das ursprüngliche Viereck hat.
- Was bedeutet es für eine Figur, wenn ein Seitenvektor den Wert Null hat?
Lösung
1. Die Ortsvektoren der Mittelpunkte sind \(\vec{p} = \frac{1}{2}(\vec{a}+\vec{b})\) und \(\vec{q} = \frac{1}{2}(\vec{b}+\vec{c})\). Der Verbindungsvektor ist \(\vec{PQ} = \vec{q} - \vec{p} = \frac{1}{2}\vec{b} + \frac{1}{2}\vec{c} - \frac{1}{2}\vec{a} - \frac{1}{2}\vec{b} = \frac{1}{2}(\vec{c} - \vec{a})\).
2. Analog gilt für die gegenüberliegende Seite \(\vec{s} = \frac{1}{2}(\vec{a}+\vec{d})\) und \(\vec{r} = \frac{1}{2}(\vec{c}+\vec{d})\). Der Vektor \(\vec{SR} = \vec{r} - \vec{s} = \frac{1}{2}\vec{c} + \frac{1}{2}\vec{d} - \frac{1}{2}\vec{a} - \frac{1}{2}\vec{d} = \frac{1}{2}(\vec{c} - \vec{a})\). Da \(\vec{PQ} = \vec{SR}\) gilt, sind die Seiten parallel und gleich lang, das Viereck ist somit ein Parallelogramm.
3. Die Punkte \(P\), \(Q\) und \(S\) liegen stets in mindestens einer gemeinsamen Ebene. Aus \(\vec{SR} = \vec{PQ}\) folgt \(R = S + \vec{PQ}\), also liegt auch \(R\) in dieser Ebene. Sind die maßgeblichen Vektoren linear abhängig, ist die Figur entsprechend entartet, aber weiterhin eben.
4. Wenn \(A = C\), dann ist \(\vec{a} = \vec{c}\) und somit \(\vec{PQ} = \frac{1}{2}(\vec{a} - \vec{a}) = \vec{0}\). Dies bedeutet \(P = Q\) und \(S = R\). Das Viereck entartet damit zu höchstens einer Strecke \(PS\); falls zusätzlich \(P = S\) gilt, entartet es zu einem Punkt.
Antwort
1. \(\vec{PQ} = \vec{q} - \vec{p} = \frac{1}{2}(\vec{b}+\vec{c}) - \frac{1}{2}(\vec{a}+\vec{b}) = \frac{1}{2}(\vec{c}-\vec{a})\).
2. \(\vec{SR} = \vec{r} - \vec{s} = \frac{1}{2}(\vec{c}+\vec{d}) - \frac{1}{2}(\vec{a}+\vec{d}) = \frac{1}{2}(\vec{c}-\vec{a})\). Da \(\vec{PQ} = \vec{SR}\), ist \(PQRS\) ein Parallelogramm.
3. Die vier Punkte liegen in einer gemeinsamen Ebene; bei linear abhängigen Seitenvektoren ist das Parallelogramm entartet.
4. Das Viereck entartet zu höchstens einer Strecke (\(P=Q\) und \(S=R\)); fallen auch \(P\) und \(S\) zusammen, entsteht ein Punkt.