In einem Regenrückhaltebecken wird der Zu- und Abfluss von Wasser während eines starken Regenschauers über einen Zeitraum von \(10\) Stunden untersucht. Die Funktion \(f\) mit der Gleichung \(f(t) = -(t-2)\cdot(t-8)\) beschreibt für \(0 \le t \le 10\) die momentane Änderungsrate des Wasservolumens im Becken (in Kubikmeter pro Stunde, \(\text{m}^3/\text{h}\)), wobei \(t\) die Zeit in Stunden (\(\text{h}\)) seit Beginn der Messung ist.
Der zugehörige Graph \(G_f\) ist in der folgenden Abbildung dargestellt. Positive Werte von \(f(t)\) bedeuten einen Nettozufluss (das Wasservolumen steigt), negative Werte bedeuten einen Nettoabfluss (das Wasservolumen sinkt).
a) Welche Bedeutung hat der Flächeninhalt eines einzelnen Kästchens im Koordinatensystem im gegebenen Sachzusammenhang? Bestimme diesen Wert inklusive Einheit.
b) Zu welchen Zeitpunkten im Intervall \([0; 10]\) nimmt das Wasservolumen im Becken am schnellsten zu bzw. am schnellsten ab? Bestimme zudem den Zeitpunkt im Zeitraum \([2; 8]\), an dem das Wasservolumen im Becken maximal ist, und begründe deine Entscheidung.
c) Berechne das Integral \(\int_2^8 f(t) \,\text{d}t\) und erläutere seine Bedeutung im Sachzusammenhang.

Denkanstöße
- Überlege zuerst, welche Einheiten auf den beiden Achsen aufgetragen sind.
- Wie berechnet sich der Flächeninhalt eines Rechtecks, wenn die Seitenlängen durch die Einheiten der Achsen gegeben sind?
- Wann wächst eine Größe am schnellsten? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit und der momentanen Änderungsrate?
- Was sagt das Vorzeichen der Änderungsrate über das Steigen oder Fallen des Bestands aus?
- Erinnere dich daran, wie man das bestimmte Integral einer Funktion mithilfe einer Stammfunktion berechnet.
Lösung
1. Bedeutung des Kästchen-Flächeninhalts:
Die Breite eines Kästchens entspricht \(1\,\text{h}\). Die Höhe eines Kästchens entspricht \(2\,\text{m}^3/\text{h}\). Der Flächeninhalt eines Kästchens entspricht somit \(1\,\text{h} \cdot 2\,\text{m}^3/\text{h} = 2\,\text{m}^3\). Dies stellt ein Wasservolumen von \(2\,\text{m}^3\) dar.
2. Zeitpunkte maximaler Zunahme und Abnahme:
- Die Zunahme des Wasservolumens ist am schnellsten, wenn die Änderungsrate \(f(t)\) maximal ist. Der Scheitelpunkt der Parabel liegt bei \(t = 5\,\text{h}\) mit \(f(5) = 9\,\text{m}^3/\text{h}\). Das Volumen nimmt also bei \(t = 5\,\text{h}\) am schnellsten zu.
- Die Abnahme ist am schnellsten, wenn die Änderungsrate minimal ist. An den Rändern des Intervalls bei \(t = 0\,\text{h}\) und \(t = 10\,\text{h}\) ist \(f(t) = -16\,\text{m}^3/\text{h}\) minimal. Das Volumen nimmt also bei \(t = 0\,\text{h}\) und \(t = 10\,\text{h}\) am schnellsten ab.
- Maximales Wasservolumen im Zeitraum \([2; 8]\): Da \(f(t) > 0\) für alle \(t \in (2; 8)\), fließt in diesem gesamten Zeitraum Wasser in das Becken. Das Wasservolumen steigt also kontinuierlich an und erreicht sein Maximum am Ende des Zuflusszeitraums, also bei \(t = 8\,\text{h}\).
3. Berechnung des Integrals:
Ausmultiplizieren der Funktion ergibt \(f(t) = -t^2 + 10t - 16\).
Eine Stammfunktion ist \(F(t) = -\frac{1}{3}t^3 + 5t^2 - 16t\).
Das bestimmte Integral berechnet sich über:
\(\int_2^8 f(t) \,\text{d}t = F(8) - F(2) = \left(-\frac{512}{3} + 320 - 128\right) - \left(-\frac{8}{3} + 20 - 32\right) = \frac{64}{3} - \left(-\frac{44}{3}\right) = \frac{108}{3} = 36\).
Bedeutung im Sachzusammenhang: Das Integral gibt die Gesamtänderung des Wasservolumens im Zeitraum von \(t = 2\,\text{h}\) bis \(t = 8\,\text{h}\) an. In diesem Zeitraum fließen insgesamt \(36\,\text{m}^3\) Wasser in das Becken.
Antwort
a) Ein Kästchen im Koordinatensystem entspricht einem Wasservolumen von \(2\,\text{m}^3\).
b) Das Wasservolumen nimmt bei \(t = 5\,\text{h}\) am schnellsten zu und bei \(t = 0\,\text{h}\) sowie \(t = 10\,\text{h}\) am schnellsten ab. Im Zeitraum \([2; 8]\) ist das Wasservolumen bei \(t = 8\,\text{h}\) maximal, da in diesem gesamten Intervall ein Nettozufluss stattfindet.
c) \(\int_2^8 f(t) \,\text{d}t = 36\). Dies bedeutet, dass im Zeitraum von \(t = 2\,\text{h}\) bis \(t = 8\,\text{h}\) insgesamt \(36\,\text{m}^3\) Wasser zusätzlich in das Becken geflossen sind.