Ein Messsystem puffert Sensordaten. Der Pufferinhalt wird durch \(B(t)\) in Gigabyte beschrieben. Zu Beginn befinden sich \(40\,\text{GB}\) im Datenpuffer. Die Modelle verwenden jeweils eine einzige vorzeichenbehaftete Datenrate: Positive Werte bedeuten, dass Daten in den Puffer geschrieben werden, negative Werte, dass Daten aus dem Puffer übertragen und dabei aus dem Puffer entfernt werden. Gleichzeitiges Schreiben und Übertragen wird im Modell nicht berücksichtigt.
Modell A:
\(r_A(t)=3\) für \(0\le t\le2\),
\(r_A(t)=-4\) für \(2<t\le3\),
\(r_A(t)=2\) für \(3<t\le4\),
\(r_A(t)=-4\) für \(4<t\le5\).
Modell B:
\(r_B(t)=3\) für \(0\le t\le2\) und
\(r_B(t)=-2\) für \(2<t\le5\).
Dabei ist \(t\) in Stunden und die Datenrate in \(\frac{\text{GB}}{\text{h}}\) angegeben. Beobachtet wurden ein Pufferinhalt von \(46\,\text{GB}\) bei \(t=2\), ein Pufferinhalt von \(40\,\text{GB}\) bei \(t=5\) und insgesamt \(16\,\text{GB}\), die im gesamten Zeitraum in den Puffer geschrieben oder aus ihm übertragen wurden.
a) Prüfe beide Modelle gegen alle drei Beobachtungen und entscheide, welches Modell mit den Daten vereinbar ist.
b) Beurteile die Aussage: „Da beide Modelle die gemessenen Pufferinhalte bei \(t=2\) und \(t=5\) treffen, kann man sie mit den Beobachtungen nicht unterscheiden.“
Denkanstöße
- Vergleiche die vorzeichenbehafteten Änderungen zunächst mit den angegebenen Pufferinhalten.
- Halte Nettoänderung und die insgesamt geschriebene oder übertragene Datenmenge gedanklich getrennt.
- Welche Beobachtung enthält Information über die Aktivität zwischen den beiden Pufferstandsmessungen?
- Reichen gleiche Pufferinhalte an einigen Zeitpunkten aus, um zwei Änderungsraten als gleichwertig zu beurteilen?
Lösung
1. Für Modell A beträgt die Nettoänderung auf \([0;2]\) \(3\cdot2=6\,\text{GB}\). Daher ist der Pufferinhalt bei \(t=2\) gleich \(40+6=46\,\text{GB}\).
2. Von \(t=2\) bis \(t=5\) ergeben die drei Beiträge \(-4\cdot1+2\cdot1-4\cdot1=-6\,\text{GB}\). Somit ist der Pufferinhalt bei \(t=5\) wieder \(40\,\text{GB}\).
3. Weil im Modell nie gleichzeitig geschrieben und übertragen wird, ist die insgesamt bewegte Datenmenge die Summe der Beträge der Teilbeiträge. Für Modell A beträgt sie \(6+4+2+4=16\,\text{GB}\). Modell A erfüllt damit alle drei Beobachtungen.
4. Modell B liefert auf \([0;2]\) ebenfalls die Änderung \(6\,\text{GB}\) und damit \(46\,\text{GB}\). Danach ist die Änderung \(-2\cdot3=-6\,\text{GB}\), also beträgt der Pufferinhalt bei \(t=5\) ebenfalls \(40\,\text{GB}\).
5. Die insgesamt geschriebene oder übertragene Datenmenge beträgt bei Modell B jedoch nur \(6+6=12\,\text{GB}\). Modell B widerspricht deshalb der dritten Beobachtung.
6. Die Aussage ist falsch: Pufferinhalte an einzelnen Zeitpunkten bestimmen die zwischenzeitliche Datenaktivität nicht. Die zusätzliche Beobachtung zur insgesamt bewegten Datenmenge unterscheidet die Modelle.
Antwort
a) Beide Modelle liefern \(B(2)=46\,\text{GB}\) und \(B(5)=40\,\text{GB}\). Modell A beschreibt insgesamt \(16\,\text{GB}\) geschriebene oder übertragene Daten, Modell B nur \(12\,\text{GB}\). Daher ist nur Modell A mit allen drei Beobachtungen vereinbar.
b) Die Aussage ist falsch. Gleiche Pufferinhalte an den beiden Messzeitpunkten schließen unterschiedliche zwischenzeitliche Datenaktivität nicht aus; die Beobachtung der insgesamt bewegten Datenmenge unterscheidet die Modelle.