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Mathe-Arbeitsblätter Klasse 13

Stellen Sie aus mehr als 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Sigma-Regeln

Lernziele

  • Wendet die Ein-, Zwei- und Drei-Sigma-Regel an.
  • Schätzt Wahrscheinlichkeiten und Wertebereiche.
  • Bestimmt Parameter aus Sigma-Intervallen.
  • Nutzt Symmetrie für einseitige Wahrscheinlichkeiten.
  • Unterscheidet Näherungen und genauere Berechnungen.

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Sigma-Regeln 1
Ordne die drei zentralen Wahrscheinlichkeiten den passenden Sigma-Umgebungen einer Normalverteilung zu. Wahrscheinlichkeiten: \(68{,}3\,\%\), \(95{,}4\,\%\), \(99{,}7\,\%\) Sigma-Umgebungen: \([\mu-\sigma;\mu+\sigma]\), \([\mu-2\sigma;\mu+2\sigma]\), \([\mu-3\sigma;\mu+3\sigma]\)

Denkanstöße

- Erinnere dich an die drei klassischen Sigma-Regeln in ihrer Reihenfolge von der schmalsten zur breitesten Umgebung. - Mit wachsender Intervallbreite muss auch die enthaltene Wahrscheinlichkeit wachsen.

Lösung

Nach den Sigma-Regeln gehören etwa \(68{,}3\,\%\) zur \(1\sigma\)-Umgebung, \(95{,}4\,\%\) zur \(2\sigma\)-Umgebung und \(99{,}7\,\%\) zur \(3\sigma\)-Umgebung.

Antwort

\(68{,}3\,\%\leftrightarrow[\mu-\sigma;\mu+\sigma]\) \(95{,}4\,\%\leftrightarrow[\mu-2\sigma;\mu+2\sigma]\) \(99{,}7\,\%\leftrightarrow[\mu-3\sigma;\mu+3\sigma]\)
Sigma-Regeln 2
Nach der \(2\sigma\)-Regel liegen etwa \(95{,}4\,\%\) der Wahrscheinlichkeit zwischen \(-2\) und \(2\). Wie groß ist näherungsweise die Wahrscheinlichkeit in den beiden nicht markierten Randbereichen zusammen?
Abbildung zur Aufgabe 551606

Denkanstöße

- Vergleiche den markierten zentralen Anteil mit der gesamten Wahrscheinlichkeit. - Gesucht sind beide äußeren Bereiche zusammen, nicht jeder Randbereich einzeln.

Lösung

Die gesamte Wahrscheinlichkeit beträgt \(100\,\%\). Außerhalb des zentralen \(2\sigma\)-Bereichs liegen daher etwa \(100\,\%-95{,}4\,\%=4{,}6\,\%\).

Antwort

etwa \(4{,}6\,\%\)
Sigma-Regeln 3
Bei einer normalverteilten Zufallsgröße \(X\) mit Erwartungswert \(\mu\) und Standardabweichung \(\sigma\) ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit für das Intervall \([\mu - 2\sigma; \mu + 2\sigma]\) etwa \(0{,}954\) beträgt. Ermittle unter Verwendung der Symmetrie der Normalverteilung Näherungswerte für die folgenden Wahrscheinlichkeiten: a) \(P(X \le \mu - 2\sigma)\) b) \(P(X \le \mu + 2\sigma)\) c) \(P(X \ge \mu + 2\sigma)\)

Denkanstöße

- Skizziere eine Glockenkurve und markiere den Bereich um den Erwartungswert. - Was kannst du über die Flächen links und rechts von den Intervallgrenzen sagen? - Wie viel Prozent der Gesamtfläche bleiben übrig, wenn man das gegebene Intervall abzieht? - Bedenke, dass die Kurve symmetrisch zu ihrem Zentrum verläuft.

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wert außerhalb des Intervalls \([\mu - 2\sigma; \mu + 2\sigma]\) liegt, beträgt \(1 - 0{,}954 = 0{,}046\). 2. Aufgrund der Symmetrie der Glockenkurve zum Erwartungswert \(\mu\) verteilt sich diese Restwahrscheinlichkeit zu gleichen Teilen auf die beiden äußeren Ränder. 3. Für a) ergibt sich somit \(P(X \le \mu - 2\sigma) = 0{,}046 : 2 = 0{,}023\). 4. Für c) gilt analog \(P(X \ge \mu + 2\sigma) = 0{,}046 : 2 = 0{,}023\). 5. Für b) addiert man die Wahrscheinlichkeit des Intervalls und des linken Randes: \(P(X \le \mu + 2\sigma) = 0{,}954 + 0{,}023 = 0{,}977\) (alternativ: \(1 - 0{,}023 = 0{,}977\)).

Antwort

a) \(\approx 0{,}023\) b) \(\approx 0{,}977\) c) \(\approx 0{,}023\)
Sigma-Regeln 4
Für eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) mit dem Erwartungswert \(\mu = 450\) und der Standardabweichung \(\sigma = 40\) sollen mithilfe der Sigma-Regeln folgende Aufgaben gelöst werden: a) Bestimme ein um \(\mu\) symmetrisches Intervall \(I\), in dem die Werte von \(X\) mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. \(68{,}3\,\%\) liegen. b) Bestimme ein um \(\mu\) symmetrisches Intervall \(I\), für das \(P(X \in I) \approx 0{,}954\) gilt. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit \(P(X \le 330)\) näherungsweise unter Verwendung der Sigma-Regeln.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welches Vielfache der Standardabweichung zu den gesuchten Wahrscheinlichkeiten gehört. - Erinnere dich an die Symmetrie der Normalverteilung um den Erwartungswert. - Wie hängen die Wahrscheinlichkeiten für Intervalle mit den Wahrscheinlichkeiten für die Randbereiche zusammen? - Prüfe, wie oft die Standardabweichung in den Abstand zwischen dem Erwartungswert und dem gegebenen Wert passt.

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit \(68{,}3\,\%\) gehört zur \(1\sigma\)-Regel. Daher ist \(I=[\mu-\sigma;\mu+\sigma]=[410;490]\). 2. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}954\) entspricht der \(2\sigma\)-Regel \([\mu - 2\sigma; \mu + 2\sigma]\): \(450 - 2 \cdot 40 = 370\) und \(450 + 2 \cdot 40 = 530\). Das Intervall ist \(I = [370; 530]\). 3. Der Wert \(330\) entspricht \(\mu - 3\sigma\), da \(450 - 3 \cdot 40 = 330\). Nach der \(3\sigma\)-Regel liegen ca. \(99{,}7\,\%\) der Werte im Intervall \([\mu - 3\sigma; \mu + 3\sigma]\). Die Wahrscheinlichkeit außerhalb dieses Intervalls beträgt näherungsweise \(1 - 0{,}997 \approx 0{,}003\). Aufgrund der Symmetrie entfällt auf den linken Randbereich \(P(X \le \mu - 3\sigma) \approx \frac{0{,}003}{2} \approx 0{,}0015\).

Antwort

a) \(I=[410;490]\) b) \(I=[370;530]\) c) \(P(X\le330)\approx0{,}0015\)
Sigma-Regeln 5
Die Lebensdauer einer speziellen Sorte von LED-Leuchtmitteln ist näherungsweise normalverteilt mit einem Erwartungswert von \(\mu=15\,000\,\text{h}\) und einer Standardabweichung von \(\sigma=800\,\text{h}\). Bestimme jeweils das zum Erwartungswert symmetrische Intervall \([\mu-k\sigma;\mu+k\sigma]\), in dem die Lebensdauer mit der folgenden Wahrscheinlichkeit liegt: 1. \(68{,}3\,\%\) 2. \(95{,}4\,\%\) 3. \(99{,}7\,\%\)

Denkanstöße

- Welche ganzzahligen Vielfachen von \(\sigma\) gehören zu den drei Sigma-Regeln? - Setze das passende \(k\) in \([\mu-k\sigma;\mu+k\sigma]\) ein. - Prüfe, ob beide Grenzen jeweils denselben Abstand von \(\mu\) besitzen.

Lösung

1. Zur \(1\sigma\)-Regel gehört näherungsweise \(68{,}3\,\%\). Die Untergrenze ist \(15\,000\,\text{h}-800\,\text{h}=14\,200\,\text{h}\), die Obergrenze \(15\,000\,\text{h}+800\,\text{h}=15\,800\,\text{h}\). 2. Zur \(2\sigma\)-Regel gehört näherungsweise \(95{,}4\,\%\). Die Untergrenze ist \(15\,000\,\text{h}-1600\,\text{h}=13\,400\,\text{h}\), die Obergrenze \(15\,000\,\text{h}+1600\,\text{h}=16\,600\,\text{h}\). 3. Zur \(3\sigma\)-Regel gehört näherungsweise \(99{,}7\,\%\). Die Untergrenze ist \(15\,000\,\text{h}-2400\,\text{h}=12\,600\,\text{h}\), die Obergrenze \(15\,000\,\text{h}+2400\,\text{h}=17\,400\,\text{h}\).

Antwort

1. von \(14\,200\,\text{h}\) bis \(15\,800\,\text{h}\) 2. von \(13\,400\,\text{h}\) bis \(16\,600\,\text{h}\) 3. von \(12\,600\,\text{h}\) bis \(17\,400\,\text{h}\)
Sigma-Regeln 6
Ein Getränkehersteller füllt Limonade in Flaschen ab. Die Füllmenge ist normalverteilt mit \(\mu=750\,\text{mL}\) und \(\sigma=5\,\text{mL}\). Bestimme unter Verwendung der \(\sigma\)-Regeln näherungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig kontrollierte Flasche mehr als \(760\,\text{mL}\) enthält.

Denkanstöße

- Wie viele Standardabweichungen liegt \(760\,\text{mL}\) über dem Erwartungswert? - Welche zentrale Wahrscheinlichkeit liefert die passende \(\sigma\)-Regel? - Wie verteilt sich die Restwahrscheinlichkeit wegen der Symmetrie auf beide Randbereiche?

Lösung

1. Es gilt \(760=750+2\cdot5=\mu+2\sigma\). 2. Nach der \(2\sigma\)-Regel liegen etwa \(95{,}4\,\%\) der Werte in \([\mu-2\sigma;\mu+2\sigma]\). Außerhalb liegen somit etwa \(4{,}6\,\%\). 3. Wegen der Symmetrie entfällt die Hälfte auf den rechten Randbereich. Daher \(P(X>760)\approx4{,}6\,\%:2=2{,}3\,\%\).

Antwort

\(P(X>760)\approx2{,}3\,\%\).
Sigma-Regeln 7
Eine Zufallsgröße \(X\) ist normalverteilt mit dem Erwartungswert \(\mu = 50\). Es ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit für Werte im Intervall \([44; 56]\) etwa \(0{,}9973\) beträgt. Bestimme die zugehörige Standardabweichung \(\sigma\).

Denkanstöße

- Überprüfe zuerst, ob das angegebene Intervall symmetrisch um den Erwartungswert liegt. - Welche der bekannten Sigma-Regeln (\(1\sigma\), \(2\sigma\) oder \(3\sigma\)) passt zu dem Wahrscheinlichkeitswert \(0{,}9973\)? - Wenn du weißt, wie viele Standardabweichungen die Intervallgrenze vom Mittelwert entfernt ist, kannst du eine einfache Gleichung aufstellen.

Lösung

1. Das Intervall \([44; 56]\) liegt symmetrisch um den Erwartungswert \(\mu = 50\), da \(50 - 44 = 6\) und \(56 - 50 = 6\). 2. Der Wahrscheinlichkeitswert \(0{,}9973\) ist das Kennzeichen für das \(3\sigma\)-Intervall der Normalverteilung (\(3\sigma\)-Regel). 3. Daraus ergibt sich der Zusammenhang \(3\sigma = 6\). 4. Durch Division durch 3 erhält man \(\sigma = 2\).

Antwort

\(\sigma = 2\)
Sigma-Regeln 8
Bestimme die Standardabweichung \(\sigma\) einer normalverteilten Zufallsgröße \(X\) mit dem Erwartungswert \(\mu = 150\), für die gilt: \(P(130 \le X \le 170) \approx 0{,}9544\).

Denkanstöße

- Wie viel Prozent der Werte liegen bei einer Normalverteilung innerhalb von einer, zwei oder drei Standardabweichungen um den Mittelwert? - Kannst du die Grenzen des gegebenen Intervalls mithilfe von \(\mu\) und einem Vielfachen von \(\sigma\) ausdrücken? - Ist das Intervall symmetrisch zum Erwartungswert?

Lösung

1. Identifikation der Sigma-Regel: Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}9544\) für ein zum Erwartungswert symmetrisches Intervall entspricht der \(2\sigma\)-Regel der Normalverteilung, da \(P(\mu - 2\sigma \le X \le \mu + 2\sigma) \approx 0{,}9544\). 2. Aufstellen der Gleichung für die Intervallgrenzen: Aus dem Vergleich folgt \(170 = \mu + 2\sigma\) (oder analog \(130 = \mu - 2\sigma\)). 3. Einsetzen des gegebenen Erwartungswerts \(\mu = 150\): \(170 = 150 + 2\sigma\), woraus \(20 = 2\sigma\) folgt. 4. Berechnung des Ergebnisses: \(\sigma = 10\).

Antwort

\(\sigma = 10\)
Sigma-Regeln 9
Die Länge \(X\) von in einer Fabrik hergestellten Metallstiften ist normalverteilt mit \(\mu=40\,\text{mm}\) und \(\sigma=0{,}02\,\text{mm}\). Berechne mithilfe der Sigma-Regeln die Wahrscheinlichkeiten für die folgenden Ereignisse: a) Ein Stift liegt im Intervall \(I_1=[39{,}98\,\text{mm};40{,}02\,\text{mm}]\). b) Ein Stift liegt im Intervall \(I_2=[39{,}96\,\text{mm};40{,}04\,\text{mm}]\). c) Die Länge eines Stiftes weicht um mehr als \(0{,}06\,\text{mm}\) vom Erwartungswert ab.

Denkanstöße

- Vergleiche jeweils den Abstand einer Intervallgrenze von \(\mu\) mit der Standardabweichung \(\sigma\). - Ordne die symmetrischen Intervalle der \(1\sigma\)-, \(2\sigma\)- oder \(3\sigma\)-Regel zu. - Bei Teilaufgabe c) ist die Wahrscheinlichkeit außerhalb eines Sigma-Intervalls gesucht; nutze daher die Gegenwahrscheinlichkeit.

Lösung

1. Das Intervall \(I_1\) reicht von \(\mu-\sigma\) bis \(\mu+\sigma\). Nach der \(1\sigma\)-Regel gilt daher \(P(X\in I_1)\approx0{,}683\). 2. Das Intervall \(I_2\) reicht von \(\mu-2\sigma\) bis \(\mu+2\sigma\). Nach der \(2\sigma\)-Regel gilt daher \(P(X\in I_2)\approx0{,}954\). 3. Eine Abweichung um mehr als \(0{,}06\,\text{mm}\) bedeutet, dass \(X\) außerhalb von \([\mu-3\sigma;\mu+3\sigma]\) liegt. Nach der \(3\sigma\)-Regel beträgt die Gegenwahrscheinlichkeit näherungsweise \(1-0{,}997\approx0{,}003\).

Antwort

a) \(P(X\in I_1)\approx0{,}683\) b) \(P(X\in I_2)\approx0{,}954\) c) \(P(|X-\mu|>0{,}06\,\text{mm})\approx0{,}003\)
Sigma-Regeln 10
Ein Werkzeughersteller produziert Metallstifte, deren Durchmesser als normalverteilt mit dem Erwartungswert \(\mu\) und der Standardabweichung \(\sigma\) modelliert wird. Bei einer Qualitätskontrolle werden \(400\) Stifte vermessen. a) Welche Anzahl liegt nach der \(1\sigma\)-Regel erwartungsgemäß innerhalb der \(1\sigma\)-Umgebung des Erwartungswerts? b) Bestimme die erwartete Anzahl außerhalb der \(2\sigma\)-Umgebung. c) Bestimme die erwartete Anzahl im Intervall \([\mu-3\sigma;\mu+3\sigma]\).

Denkanstöße

- Ordne jedem Teil zuerst die passende Sigma-Regel oder Gegenwahrscheinlichkeit zu. - Eine erwartete Anzahl erhältst du, indem du die Gesamtzahl mit der zugehörigen Wahrscheinlichkeit multiplizierst. - Eine erwartete Anzahl muss nicht ganzzahlig sein; sie beschreibt einen Mittelwert über viele vergleichbare Kontrollen.

Lösung

1. Nach der \(1\sigma\)-Regel liegt die Wahrscheinlichkeit näherungsweise bei \(0{,}683\). Die erwartete Anzahl ist \(400\cdot0{,}683=273{,}2\). 2. Innerhalb der \(2\sigma\)-Umgebung liegen etwa \(0{,}954\) der Werte, also außerhalb etwa \(0{,}046\). Die erwartete Anzahl ist \(400\cdot0{,}046=18{,}4\). 3. Nach der \(3\sigma\)-Regel liegen etwa \(0{,}997\) der Werte im angegebenen Intervall. Die erwartete Anzahl ist \(400\cdot0{,}997=398{,}8\).

Antwort

a) erwartungsgemäß \(273{,}2\) Stifte b) erwartungsgemäß \(18{,}4\) Stifte c) erwartungsgemäß \(398{,}8\) Stifte
Sigma-Regeln 11
Der Graph ist die Dichte einer normalverteilten Zufallsgröße \(X\). a) Bestimme den Erwartungswert \(\mu\) und schätze die Standardabweichung \(\sigma\) auf eine ganze Zahl. b) Begründe ohne Rechnung, welchen Wert \(P(X\le3)\) besitzt. c) Ermittle mithilfe einer Sigma-Regel näherungsweise \(P(2\le X\le4)\) und gib das Ergebnis in Prozent auf eine Dezimalstelle an.
Abbildung zur Aufgabe 432754

Denkanstöße

- Welche sichtbaren Merkmale des Graphen helfen dir, Mittelpunkt und Streuung zu schätzen? - Nutze für b) die Symmetrie des Modells am Mittelpunkt. - Vergleiche \([2;4]\) mit einer bekannten Sigma-Umgebung.

Lösung

1. Der Hochpunkt und die Symmetrieachse liegen bei \(x=3\), also ist \(\mu=3\). Der sichtbare Krümmungswechsel liegt ungefähr bei \(x=2\) und \(x=4\). Daher ist \(\sigma\approx1\). 2. Wegen der Symmetrie liegt genau die Hälfte der Gesamtwahrscheinlichkeit links vom Erwartungswert. Somit ist \(P(X\le3)=0{,}5\). 3. Das Intervall \([2;4]\) entspricht näherungsweise \([\mu-\sigma;\mu+\sigma]\). Nach der \(1\sigma\)-Regel beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa \(68{,}3\,\%\).

Antwort

a) \(\mu=3\), \(\sigma\approx1\) b) \(P(X\le3)=0{,}5\), weil die Normalverteilung symmetrisch um \(\mu=3\) ist. c) \(P(2\le X\le4)\approx68{,}3\,\%\)
Sigma-Regeln 12
Das Gewicht von frisch gebackenen Broten einer Großbäckerei ist annähernd normalverteilt mit \(\mu=1000\,\text{g}\) und \(\sigma=20\,\text{g}\). Drücke bei b) bis d) die jeweiligen Grenzen zunächst in der Form \(\mu\pm k\sigma\) aus und beantworte dann die Fragen mit Symmetrie und den Sigma-Regeln. a) Welcher Prozentsatz der Brote wiegt mehr als \(1000\,\text{g}\)? b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für ein Gewicht zwischen \(980\,\text{g}\) und \(1020\,\text{g}\)? c) Schätze den Anteil der Brote mit weniger als \(960\,\text{g}\). d) Gib das symmetrische Intervall um den Erwartungswert an, in dem etwa \(99{,}7\,\%\) der Brotgewichte liegen.

Denkanstöße

- Wie weit liegen die angegebenen Massen jeweils vom Erwartungswert entfernt? - Drücke diese Abstände als Vielfache von \(\sigma\) aus. - Nutze bei einseitigen Wahrscheinlichkeiten die Symmetrie. - Welche zentralen Wahrscheinlichkeiten gehören zu den drei Sigma-Regeln?

Lösung

1. Wegen der Symmetrie zum Erwartungswert gilt \(P(X>1000)=50\,\%\). 2. Es ist \(980=\mu-\sigma\) und \(1020=\mu+\sigma\). Nach der \(1\sigma\)-Regel beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa \(68{,}3\,\%\). 3. Es ist \(960=\mu-2\sigma\). Außerhalb des \(2\sigma\)-Intervalls liegen etwa \(4{,}6\,\%\). Wegen der Symmetrie gilt \(P(X<960)\approx2{,}3\,\%\). 4. Zur \(3\sigma\)-Regel gehört \([\mu-3\sigma;\mu+3\sigma]=[940\,\text{g};1060\,\text{g}]\).

Antwort

a) \(50\,\%\) b) \([980;1020]=[\mu-\sigma;\mu+\sigma]\); etwa \(68{,}3\,\%\) c) \(960=\mu-2\sigma\); etwa \(2{,}3\,\%\) d) \([940\,\text{g};1060\,\text{g}]\)
Sigma-Regeln 13
Bestimme mithilfe der Sigma-Regeln näherungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass \(Z\) in einem der beiden markierten Bereiche liegt. Wie groß ist wegen der Symmetrie die Wahrscheinlichkeit in nur einem der beiden Bereiche?
Abbildung zur Aufgabe 553551

Denkanstöße

- Zwischen welchen Sigma-Grenzen liegen die beiden markierten Bereiche? - Welche beiden Sigma-Regeln liefern Wahrscheinlichkeiten für die zugehörigen zentralen Bereiche? - Nutze die Symmetrie erst, nachdem du die Wahrscheinlichkeit beider markierter Bereiche zusammen bestimmt hast.

Lösung

1. Im zentralen \(2\sigma\)-Intervall liegen etwa \(95{,}4\,\%\), im zentralen \(1\sigma\)-Intervall etwa \(68{,}3\,\%\). 2. Die beiden markierten Bereiche zusammen enthalten daher etwa \(95{,}4\,\%-68{,}3\,\%=27{,}1\,\%\). 3. Wegen der Symmetrie entfällt auf jeden der beiden Bereiche die Hälfte, also etwa \(13{,}55\,\%\).

Antwort

Beide Bereiche zusammen: etwa \(27{,}1\,\%\) Ein Bereich: etwa \(13{,}55\,\%\)
Sigma-Regeln 14
Der markierte zentrale Bereich soll mindestens \(68{,}28\,\%\) der Gesamtwahrscheinlichkeit enthalten. Für die Standardnormalverteilung gilt \(\Phi(1)\approx0{,}84134\). a) Gib den markierten Bereich als Ereignis für \(Z\) an. b) Entscheide mit der \(1\sigma\)-Regel \(68{,}3\,\%\), ob mindestens \(68{,}28\,\%\) erreicht werden. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit mit \(\Phi(1)\) genauer und entscheide erneut. d) Erkläre, warum die beiden Entscheidungen verschieden ausfallen und was das für die Verwendung der Sigma-Regel nahe an einem Grenzwert bedeutet.
Abbildung zur Aufgabe 558434

Denkanstöße

- Ordne die Grenzen im Bild einer der Sigma-Regeln zu. - Für die genauere Rechnung kann die Symmetrie der Standardnormalverteilung helfen. - Vergleiche erst nach der Rechnung mit dem Grenzwert und achte auf die Rundung.

Lösung

1. Der markierte Bereich reicht von \(-1\) bis \(1\), also ist das Ereignis \(-1\le Z\le1\). 2. Mit der \(1\sigma\)-Regel erhält man näherungsweise \(68{,}3\,\%\). Da \(68{,}3\,\%>68{,}28\,\%\), würde man die Grenze damit als erreicht ansehen. 3. Genauer gilt wegen der Symmetrie \(P(-1\le Z\le1)=2\Phi(1)-1\approx2\cdot0{,}84134-1=0{,}68268=68{,}268\,\%\). Damit ist \(68{,}268\,\%<68{,}28\,\%\); die Grenze wird nicht erreicht. 4. Die Sigma-Regel verwendet einen gerundeten Näherungswert. Liegt ein Entscheidungsgrenzwert sehr nahe an diesem Wert, kann die Rundung die Entscheidung verändern. Dann ist eine genauere Berechnung mit \(\Phi\) nötig.

Antwort

a) \(-1\le Z\le1\) b) Mit der \(1\sigma\)-Regel: erfüllt. c) Genauer: \(68{,}268\,\%\); damit nicht erfüllt. d) Nahe an einem Grenzwert kann der gerundete Wert der Sigma-Regel zu einer anderen Entscheidung führen als die genauere Berechnung mit \(\Phi\).
Sigma-Regeln 15
Die Zufallsgröße \(X\) ist normalverteilt mit \(\mu=100\) und \(\sigma=10\). Entscheide für jedes Ereignis, ob eine Sigma-Regel – wenn nötig zusammen mit Symmetrie – eine Näherung liefert oder ob du für eine genaue Berechnung \(\Phi\) brauchst. Begründe jeweils kurz. a) \(90\le X\le110\) b) \(X\le80\) c) \(93\le X\le112\) d) \(85\le X\le115\)

Denkanstöße

- Markiere gedanklich \(\mu\), \(\mu\pm\sigma\), \(\mu\pm2\sigma\) und \(\mu\pm3\sigma\). - Prüfe, ob das Ereignis genau zu einem solchen Bereich passt oder sich mit Symmetrie daraus gewinnen lässt.

Lösung

1. a) Die Grenzen sind \(\mu-\sigma\) und \(\mu+\sigma\). Die \(1\sigma\)-Regel liefert direkt eine Näherung. 2. b) Es ist \(80=\mu-2\sigma\). Mit der \(2\sigma\)-Regel und der Symmetrie lässt sich die linke Randwahrscheinlichkeit direkt näherungsweise bestimmen. 3. c) Die Grenzen entsprechen \(-0{,}7\sigma\) und \(+1{,}2\sigma\) relativ zu \(\mu\). Keine der Sigma-Regeln passt direkt; für eine genaue Berechnung braucht man \(\Phi\). 4. d) Die Grenzen entsprechen \(\mu-1{,}5\sigma\) und \(\mu+1{,}5\sigma\). Auch dafür gibt es keine der drei klassischen Sigma-Regeln; für eine genaue Berechnung braucht man \(\Phi\).

Antwort

a) Sigma-Regel: Die Grenzen sind \(\mu-\sigma\) und \(\mu+\sigma\). b) Sigma-Regel mit Symmetrie: \(80=\mu-2\sigma\); der linke Randbereich lässt sich aus dem zentralen \(2\sigma\)-Bereich ableiten. c) \(\Phi\): Die Grenzen liegen bei \(-0{,}7\sigma\) und \(+1{,}2\sigma\); dazu passt keine Sigma-Regel. d) \(\Phi\): Die Grenzen liegen bei \(\mu\pm1{,}5\sigma\); auch dazu passt keine der drei Sigma-Regeln.
Sigma-Regeln 16
Gegeben ist eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) mit dem Erwartungswert \(\mu = 500\) und der Standardabweichung \(\sigma = 50\). Bestimme die folgenden Wahrscheinlichkeiten unter Verwendung der Sigma-Regeln: a) \(P(450 \le X \le 550)\) b) \(P(400 \le X \le 500)\) c) \(P(450 \le X \le 650)\)

Denkanstöße

- Wie viele Standardabweichungen liegen die gegebenen Grenzen vom Erwartungswert entfernt? - Nutze die Symmetrie der Normalverteilung um den Erwartungswert herum. - Kannst du ein asymmetrisches Intervall in zwei Teile zerlegen, die jeweils am Erwartungswert beginnen oder enden? - Welche Prozentwerte ordnen die Sigma-Regeln den Bereichen um den Mittelwert zu?

Lösung

Zunächst werden die Intervallgrenzen als Vielfache der Standardabweichung \(\sigma = 50\) vom Erwartungswert \(\mu = 500\) ausgedrückt. Für Teilaufgabe a) entspricht das Intervall \([450; 550]\) genau \([\mu - \sigma; \mu + \sigma]\), woraus sich nach der \(1\sigma\)-Regel direkt \(P \approx 68{,}3\,\%\) ergibt. In b) liegt das Intervall \([400; 500]\) zwischen \(\mu - 2\sigma\) und \(\mu\); aufgrund der Symmetrie der Glockenkurve entspricht dies der Hälfte des \(2\sigma\)-Intervalls, also \(\frac{1}{2} \cdot 95{,}4\,\% = 47{,}7\,\%\). Für c) wird das Intervall \([450; 650]\) in die Abschnitte \([\mu - \sigma; \mu]\) und \([\mu; \mu + 3\sigma]\) zerlegt. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich somit als Summe der jeweiligen hälftigen Sigma-Intervalle: \(\frac{1}{2} \cdot 68{,}3\,\% + \frac{1}{2} \cdot 99{,}7\,\% = 34{,}15\,\% + 49{,}85\,\% = 84\,\%\).

Antwort

a) \(P(450 \le X \le 550) \approx 68{,}3\,\%\) b) \(P(400 \le X \le 500) \approx 47{,}7\,\%\) c) \(P(450 \le X \le 650) \approx 84\,\%\)
Sigma-Regeln 17
Eine Zufallsgröße \(Y\) folgt einer Normalverteilung mit \(\mu = 80\) und \(\sigma = 12\). Berechne die Wahrscheinlichkeiten für die folgenden Ereignisse mithilfe der Sigma-Regeln: a) \(P(56 \le Y \le 104)\) b) \(P(Y \ge 116)\) c) \(P(44 \le Y \le 68)\)

Denkanstöße

- Überlege dir, wie groß die Fläche unter der gesamten Kurve ist. - Wenn du die Wahrscheinlichkeit für einen Bereich außerhalb eines Intervalls suchst, denke an die Gegenwahrscheinlichkeit. - Skizziere dir im Kopf, welche Flächenstücke du voneinander abziehen oder addieren musst, um zum Zielintervall zu kommen. - Erinnere dich daran, dass die Fläche links und rechts vom Erwartungswert jeweils genau \(50\,\%\) beträgt.

Lösung

Die Grenzen werden in Einheiten von \(\sigma = 12\) bestimmt. Zu a): Da \(56 = \mu - 2\sigma\) und \(104 = \mu + 2\sigma\) gilt, entspricht dies dem \(2\sigma\)-Intervall mit \(P \approx 95{,}4\,\%\). Zu b): Der Wert \(116\) entspricht \(\mu + 3\sigma\). Da der Bereich außerhalb des \(3\sigma\)-Intervalls insgesamt \(100\,\% - 99{,}7\,\% = 0{,}3\,\%\) beträgt, entfallen aufgrund der Symmetrie auf den rechten Randbereich \(P(Y \ge \mu + 3\sigma) \approx 0{,}15\,\%\). Zu c): Die Grenzen liegen bei \(\mu - 3\sigma = 44\) und \(\mu - \sigma = 68\). Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus der Differenz der Flächenanteile von der Mitte aus: \(P(\mu - 3\sigma \le Y \le \mu) - P(\mu - \sigma \le Y \le \mu) \approx \frac{1}{2} \cdot 99{,}7\,\% - \frac{1}{2} \cdot 68{,}3\,\% = 49{,}85\,\% - 34{,}15\,\% = 15{,}7\,\%\).

Antwort

a) \(P(56 \le Y \le 104) \approx 95{,}4\,\%\) b) \(P(Y \ge 116) \approx 0{,}15\,\%\) c) \(P(44 \le Y \le 68) \approx 15{,}7\,\%\)
Sigma-Regeln 18
Ein Abfüllautomat für Mehl ist so eingestellt, dass die Masse der Packungen normalverteilt ist mit einem Erwartungswert von \(\mu = 400\,\text{g}\) und einer Standardabweichung von \(\sigma = 8\,\text{g}\). Bestimme mithilfe der Sigma-Regeln die Wahrscheinlichkeiten für folgende Ereignisse: a) Eine zufällig ausgewählte Packung wiegt zwischen \(392\,\text{g}\) und \(416\,\text{g}\). b) Eine Packung wiegt weniger als \(384\,\text{g}\). c) Die Masse der Packung weicht um mehr als \(8\,\text{g}\) vom Erwartungswert ab.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, wie viele Standardabweichungen die angegebenen Werte vom Erwartungswert entfernt liegen. - Nutze die Symmetrie der Glockenkurve um den Erwartungswert aus. - Das gesamte Gebiet unter der Kurve entspricht einer Wahrscheinlichkeit von \(100\,\%\). - Erinnere dich daran, dass Intervalle wie \([\mu - \sigma; \mu]\) genau die Hälfte des entsprechenden Sigma-Intervalls abdecken. - Was bedeutet „Abweichung vom Erwartungswert“ mathematisch für das Intervall?

Lösung

Gegeben sind \(\mu = 400\) und \(\sigma = 8\). Die Sigma-Regeln besagen: \(P(\mu - \sigma \le X \le \mu + \sigma) \approx 68{,}3\,\%\), \(P(\mu - 2\sigma \le X \le \mu + 2\sigma) \approx 95{,}4\,\%\) und \(P(\mu - 3\sigma \le X \le \mu + 3\sigma) \approx 99{,}7\,\%\). 1. Für Teilaufgabe a) gilt: \(392 = \mu - \sigma\) und \(416 = \mu + 2\sigma\). Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich als \(P(\mu - \sigma \le X \le \mu) + P(\mu \le X \le \mu + 2\sigma) = \frac{0{,}683}{2} + \frac{0{,}954}{2} = 0{,}3415 + 0{,}477 = 0{,}8185\). 2. Für Teilaufgabe b) gilt: \(384 = \mu - 2\sigma\). Die Wahrscheinlichkeit für den Bereich außerhalb des \(2\sigma\)-Intervalls ist \(1 - 0{,}954 = 0{,}046\). Da die Normalverteilung symmetrisch ist, entfällt auf den linken Randbereich (weniger als \(\mu - 2\sigma\)) die Hälfte davon: \(0{,}046 : 2 = 0{,}023\). 3. Für Teilaufgabe c) ist die Abweichung um mehr als \(8\,\text{g}\) gesucht, also \(|X - \mu| > \sigma\). Dies ist das Gegenereignis zum \(1\sigma\)-Intervall: \(1 - P(\mu - \sigma \le X \le \mu + \sigma) = 1 - 0{,}683 = 0{,}317\).

Antwort

a) \(81{,}85\,\%\) b) \(2{,}3\,\%\) c) \(31{,}7\,\%\)
Sigma-Regeln 19
Bei der Produktion von Metallstiften ist die Länge normalverteilt mit \(\mu = 10{,}00\,\text{cm}\) und \(\sigma = 0{,}05\,\text{cm}\). Bestimme unter Verwendung der Sigma-Regeln die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig ausgewählter Stift folgende Bedingungen erfüllt: a) Die Länge liegt im Intervall \([9{,}90\,\text{cm}; 10{,}10\,\text{cm}]\). b) Die Länge liegt zwischen \(10{,}10\,\text{cm}\) und \(10{,}15\,\text{cm}\). c) Der Stift ist mindestens \(10{,}05\,\text{cm}\) lang.

Denkanstöße

- Skizziere dir die Glockenkurve und markiere die gesuchten Bereiche. - Prüfe für jeden Grenzwert, ob er ein Vielfaches von \(\sigma\) vom Mittelwert entfernt ist. - Wie viel Prozent der Fläche liegen jeweils rechts und links vom Erwartungswert? - Kombiniere die bekannten Sigma-Prozentsätze durch Addition oder Subtraktion, um Teilbereiche zu bestimmen.

Lösung

Gegeben sind \(\mu = 10{,}00\) und \(\sigma = 0{,}05\). 1. Teilaufgabe a): Das Intervall \([9{,}90; 10{,}10]\) entspricht \([\mu - 2\sigma; \mu + 2\sigma]\). Nach der \(2\sigma\)-Regel beträgt die Wahrscheinlichkeit hierfür etwa \(95{,}4\,\%\). 2. Teilaufgabe b): Der Bereich liegt zwischen \(\mu + 2\sigma = 10{,}10\) und \(\mu + 3\sigma = 10{,}15\). Die Wahrscheinlichkeit ist die Differenz der Flächen von \(\mu\) bis zu den jeweiligen Grenzen: \(P(\mu \le X \le \mu + 3\sigma) - P(\mu \le X \le \mu + 2\sigma) = \frac{0{,}997}{2} - \frac{0{,}954}{2} = 0{,}4985 - 0{,}477 = 0{,}0215\). 3. Teilaufgabe c): Gesucht ist \(P(X \ge 10{,}05)\), wobei \(10{,}05 = \mu + \sigma\). Da die Fläche rechts von \(\mu\) genau \(0{,}5\) beträgt, subtrahiert man den Teilbereich zwischen \(\mu\) und \(\mu + \sigma\): \(0{,}5 - P(\mu \le X \le \mu + \sigma) = 0{,}5 - \frac{0{,}683}{2} = 0{,}5 - 0{,}3415 = 0{,}1585\).

Antwort

a) \(95{,}4\,\%\) b) \(2{,}15\,\%\) c) \(15{,}85\,\%\)
Sigma-Regeln 20
Gegeben ist eine Zufallsgröße \(X\), die normalverteilt mit \(\mu = 1200\) und \(\sigma = 150\) ist. a) Gib ein um den Erwartungswert symmetrisches Intervall an, in dem ca. \(68{,}3\,\%\) der Werte liegen. b) Ermittle mithilfe der Sigma-Regeln die Wahrscheinlichkeit \(P(X > 1650)\). c) Bestimme einen Wert \(c\), sodass \(P(X \le c) \approx 0{,}977\) gilt.

Denkanstöße

- Nutze die bekannten Sigma-Werte für die Standardwahrscheinlichkeiten. - Skizziere dir bei Wahrscheinlichkeiten für einseitige Bereiche, wie diese aus den Intervallwahrscheinlichkeiten berechnet werden können. - Überlege bei Teilaufgabe c), welche Fläche unter der Glockenkurve links von \(c\) liegen muss und wie sich diese aus einem symmetrischen Intervall und einer Hälfte des Restes zusammensetzt.

Lösung

1. Die \(1\sigma\)-Regel liefert das Intervall \([\mu-\sigma;\mu+\sigma]\). Mit \(\mu=1200\) und \(\sigma=150\) ergibt sich \([1050;1350]\). 2. Der Wert \(1650\) liegt genau \(3\sigma\) über dem Mittelwert, denn \(1200+3\cdot150=1650\). Nach der \(3\sigma\)-Regel liegen etwa \(99{,}7\,\%\) der Werte im zentralen Intervall. Außerhalb liegen etwa \(0{,}3\,\%\), wegen der Symmetrie also etwa \(0{,}15\,\%\) im rechten Randbereich. Somit ist \(P(X>1650)\approx0{,}0015\). 3. Nach der \(2\sigma\)-Regel gilt \(P(\mu-2\sigma\le X\le\mu+2\sigma)\approx0{,}954\). Links von \(\mu-2\sigma\) liegen wegen der Symmetrie etwa \(0{,}023\). Daher ist \(P(X\le\mu+2\sigma)\approx0{,}023+0{,}954\approx0{,}977\). Also gilt \(c=1200+2\cdot150=1500\).

Antwort

a) \([1050;1350]\) b) \(P(X>1650)\approx0{,}0015\) c) \(c=1500\)
Sigma-Regeln 21
Eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) besitzt den Erwartungswert \(\mu = 60\) und die Standardabweichung \(\sigma\). Bestimme in den folgenden unabhängigen Fällen jeweils den Wert von \(\sigma\) unter Verwendung der Sigma-Regeln: a) \(P(X \le 72) \approx 0{,}841\) b) \(P(54 \le X \le 66) \approx 0{,}954\)

Denkanstöße

- Überlege, welcher Anteil der Fläche unter der Glockenkurve links vom Erwartungswert liegt. - Wie hängen die Prozentangaben der Sigma-Regeln mit den Grenzen des Intervalls zusammen? - Skizziere die Glockenkurve und markiere die gegebenen Wahrscheinlichkeiten. - Unterscheide zwischen einseitigen und beidseitigen Intervallen.

Lösung

1. Für a): Die Wahrscheinlichkeit \(P(X \le \mu + 1\sigma)\) entspricht etwa \(0{,}5 + \frac{0{,}683}{2} \approx 0{,}8415\). Der Wert \(72\) entspricht somit der Grenze \(\mu + \sigma\). Mit \(60 + \sigma = 72\) ergibt sich \(\sigma = 12\). 2. Für b): Die Wahrscheinlichkeit \(P(\mu - 2\sigma \le X \le \mu + 2\sigma)\) beträgt etwa \(0{,}954\). Das gegebene Intervall \([54; 66]\) ist symmetrisch um \(\mu = 60\) mit einer halben Intervallbreite von \(6\). Es gilt also \(2\sigma = 6\), woraus \(\sigma = 3\) folgt.

Antwort

a) \(\sigma = 12\) b) \(\sigma = 3\)
Sigma-Regeln 22
Die Zufallsgröße \(Y\) ist normalverteilt mit dem Erwartungswert \(\mu = 100\). Ermittle die Standardabweichung \(\sigma\) mithilfe der Sigma-Regeln für die folgenden Fälle: a) Die Wahrscheinlichkeit, dass \(Y\) um mehr als \(15\) vom Erwartungswert abweicht, beträgt etwa \(0{,}003\). b) \(P(Y \ge 110) \approx 0{,}159\)

Denkanstöße

- Was bedeutet eine Abweichung vom Erwartungswert mathematisch für das Intervall? - Nutze die Symmetrie der Normalverteilung, um Wahrscheinlichkeiten für halbe Intervalle zu finden. - Welches Vielfache von \(\sigma\) gehört zu einer Wahrscheinlichkeit von \(99{,}7\,\%\) im symmetrischen Intervall? - Wie viel Prozent der Werte liegen außerhalb der Sigma-Bereiche?

Lösung

1. Für a): Die Bedingung \(P(|Y - \mu| > d) \approx 0{,}003\) ist äquivalent zu \(P(\mu - d \le Y \le \mu + d) \approx 0{,}997\). Gemäß der \(3\sigma\)-Regel entspricht dies dem Intervall \([\mu - 3\sigma; \mu + 3\sigma]\). Mit \(3\sigma = 15\) ergibt sich \(\sigma = 5\). 2. Für b): Da die Normalverteilung symmetrisch ist, gilt \(P(Y \ge \mu + \sigma) = 0{,}5 - P(\mu \le Y \le \mu + \sigma) \approx 0{,}5 - 0{,}341 = 0{,}159\). Der Wert \(110\) entspricht also \(\mu + \sigma\). Mit \(100 + \sigma = 110\) folgt \(\sigma = 10\).

Antwort

a) \(\sigma = 5\) b) \(\sigma = 10\)
Sigma-Regeln 23
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln gibt die Lebensdauer \(T\) (in Stunden) als normalverteilt mit \(\mu = 1200\) und \(\sigma = 100\) an. Ermittle unter Verwendung der Sigma-Regeln (\(1\sigma \approx 68{,}3\,\%\); \(2\sigma \approx 95{,}4\,\%\); \(3\sigma \approx 99{,}7\,\%\)) die Wahrscheinlichkeiten für die folgenden Fälle: a) Eine LED hält länger als \(1400\) Stunden. b) Die Lebensdauer beträgt höchstens \(1100\) Stunden. c) Die Lebensdauer liegt im Bereich zwischen \(1000\) und \(1300\) Stunden.

Denkanstöße

- Bestimme für jeden Wert den Abstand zum Erwartungswert in Einheiten von \(\sigma\). - Skizziere dir gedanklich die Glockenkurve, um zu entscheiden, ob du Flächen addieren oder von der Gesamtfläche abziehen musst. - Denke daran, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Hälfte der Verteilung (links oder rechts von \(\mu\)) immer \(50\,\%\) beträgt.

Lösung

1. Parameter: \(\mu = 1200\) und \(\sigma = 100\). 2. Zu a): \(1400 = \mu + 2\sigma\). Gesucht ist die Fläche im rechten Randbereich. \(P(T > \mu + 2\sigma) = \frac{100\,\% - 95{,}4\,\%}{2} = 2{,}3\,\%\). 3. Zu b): \(1100 = \mu - \sigma\). Gesucht ist \(P(T \le \mu - \sigma)\). Unter Ausnutzung der Symmetrie gilt: \(P(T \le \mu - \sigma) = \frac{100\,\% - 68{,}3\,\%}{2} = 15{,}85\,\%\). 4. Zu c): Das Intervall \([1000; 1300]\) entspricht \([\mu - 2\sigma; \mu + \sigma]\). Berechnung über die halben Sigma-Bereiche: \(P(\mu - 2\sigma \le T \le \mu) = \frac{95{,}4\,\%}{2} = 47{,}7\,\%\) und \(P(\mu \le T \le \mu + \sigma) = \frac{68{,}3\,\%}{2} = 34{,}15\,\%\). Summe: \(47{,}7\,\% + 34{,}15\,\% = 81{,}85\,\%\).

Antwort

a) \(\approx 2{,}3\,\%\) b) \(\approx 15{,}85\,\%\) c) \(\approx 81{,}85\,\%\)
Sigma-Regeln 24
Gegeben ist eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) mit dem Erwartungswert \(\mu=100\) und unbekannter Standardabweichung \(\sigma\). Bestimme \(\sigma\) mithilfe der Sigma-Regeln so, dass die folgenden Wahrscheinlichkeiten näherungsweise erfüllt sind. a) \(P(X \in [94;106])\approx0{,}954\) b) \(P(X \in [109;+\infty[)\approx0{,}0015\)

Denkanstöße

- Welcher Anteil der Fläche unter der Glockenkurve liegt innerhalb einer \(1\sigma\)-, \(2\sigma\)- oder \(3\sigma\)-Umgebung? - Kannst du die Wahrscheinlichkeit für einen einseitigen Bereich (den Randbereich der Verteilung) aus den symmetrischen Sigma-Regeln herleiten? - Überlege, wie weit die Intervallgrenzen vom Erwartungswert \(\mu\) entfernt sind. - Wie viel Prozent der Fläche liegen außerhalb der \(3\sigma\)-Umgebung und wie verteilt sich dieser Rest auf die beiden Seiten?

Lösung

1. Zuordnung der Sigma-Regel für Teilaufgabe a): Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}954\) entspricht dem Bereich der \(2\sigma\)-Umgebung um den Erwartungswert \(\mu = 100\). 2. Aufstellen der Gleichung: Da das Intervall \([100 - 6; 100 + 6]\) gegeben ist, gilt \(2\sigma = 6\). 3. Berechnung von \(\sigma\): Aus \(2\sigma = 6\) folgt \(\sigma = 3\). 4. Zuordnung der Sigma-Regel für Teilaufgabe b): Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}0015\) entspricht näherungsweise der Fläche im rechten Randbereich außerhalb der \(3\sigma\)-Umgebung, da \(1 - 0{,}997 \approx 0{,}003\) und \(\frac{0{,}003}{2} \approx 0{,}0015\). 5. Aufstellen der Gleichung: Die Grenze liegt bei \(\mu + 3\sigma\). Mit \(100 + 3\sigma = 109\) ergibt sich \(3\sigma = 9\). 6. Berechnung von \(\sigma\): Aus \(3\sigma = 9\) folgt \(\sigma = 3\).

Antwort

a) \(\sigma = 3\) b) \(\sigma = 3\)
Sigma-Regeln 25
Eine Zufallsgröße \(X\) ist normalverteilt mit dem Erwartungswert \(\mu=400\) und unbekannter Standardabweichung \(\sigma\). Ermittle \(\sigma\) unter Verwendung der Sigma-Regeln für die folgenden unabhängigen Bedingungen. a) \(P(|X-400|<40)\approx0{,}954\) b) \(P(X\le340)\approx0{,}0015\)

Denkanstöße

- Welche der drei kanonischen Sigma-Regeln passt jeweils zur angegebenen Wahrscheinlichkeit? - Was bedeutet die Schreibweise \(|X-\mu|<d\) für die Lage des Intervalls? - Wie verteilt sich die kleine Restwahrscheinlichkeit außerhalb der \(3\sigma\)-Umgebung auf beide Seiten? - Vergleiche den Abstand der gegebenen Grenze vom Erwartungswert mit \(\sigma\).

Lösung

1. Der Ausdruck \(|X-400|<40\) beschreibt das zentrale Intervall \([400-40;400+40]\). Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}954\) gehört zur \(2\sigma\)-Regel. Daher gilt \(2\sigma=40\), also \(\sigma=20\). 2. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}0015\) entspricht näherungsweise dem linken Randbereich außerhalb der \(3\sigma\)-Umgebung. Daher liegt die Grenze bei \(\mu-3\sigma\). Aus \(400-3\sigma=340\) folgt \(3\sigma=60\) und damit \(\sigma=20\).

Antwort

a) \(\sigma=20\) b) \(\sigma=20\)
Sigma-Regeln 26
Für eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) gilt \(P(X < 60) = P(X > 100) \approx 0{,}0228\). Bestimme die Werte für den Erwartungswert \(\mu\) und die Standardabweichung \(\sigma\).

Denkanstöße

- Wo muss der Erwartungswert bei einer symmetrischen Glockenkurve liegen, wenn die Flächen links von 60 und rechts von 100 gleich groß sind? - Kennst du bestimmte Wahrscheinlichkeitswerte, die Vielfachen der Standardabweichung (Sigma-Regeln) zugeordnet sind? - Wie hängen die äußeren Randbereiche der Verteilung mit dem zentralen Sicherheitsintervall zusammen?

Lösung

1. Aufgrund der Symmetrie der Normalverteilung liegt der Erwartungswert \(\mu\) genau in der Mitte der beiden Grenzen: \(\mu = \frac{60 + 100}{2} = 80\). 2. Die Wahrscheinlichkeit \(P(X < \mu - k\sigma) \approx 0{,}0228\) entspricht nach der \(2\sigma\)-Regel dem Bereich außerhalb von zwei Standardabweichungen (da \(P(\mu - 2\sigma \le X \le \mu + 2\sigma) \approx 0{,}9545\) und \(\frac{1 - 0{,}9545}{2} \approx 0{,}02275\)). 3. Es gilt also \(\mu - 2\sigma = 60\). 4. Einsetzen von \(\mu = 80\) ergibt \(80 - 2\sigma = 60\), woraus \(2\sigma = 20\) und somit \(\sigma = 10\) folgt.

Antwort

\(\mu = 80\); \(\sigma = 10\)
Sigma-Regeln 27
Die Füllmenge von Kaffeebohnen-Packungen einer Rösterei ist annähernd normalverteilt mit \(\mu=500\,\text{g}\) und \(\sigma=5\,\text{g}\). Die Packungen werden in folgende Kategorien eingeteilt: <table> <tr> <td>Kategorie</td> <td>Mindergewicht</td> <td>Standard</td> <td>Übergewicht</td> </tr> <tr> <td>Masse \(m\) in \(\text{g}\)</td> <td>\(m<490\)</td> <td>\(490\le m<510\)</td> <td>\(510\le m\)</td> </tr> </table> a) Bestimme mit den Sigma-Regeln näherungsweise die Wahrscheinlichkeit für „Standard“ und „Übergewicht“. b) Bestimme mithilfe von \(\Phi\) den genaueren Anteil der Packungen mit Mindergewicht auf zwei Nachkommastellen in Prozent. Vergleiche ihn mit dem aus den Sigma-Regeln folgenden Näherungswert und gib die Abweichung in Prozentpunkten an.

Denkanstöße

- Welche Vielfachen von \(\sigma\) entsprechen den beiden Klassengrenzen? - Nutze in Teil a) die Symmetrie der Normalverteilung für die beiden Randbereiche. - Für Teil b) brauchst du nicht die gerundete Sigma-Regel, sondern den Wert der Standardnormalverteilung an der passenden standardisierten Grenze. - Vergleiche zum Schluss zwei Prozentangaben; ihre Differenz wird in Prozentpunkten angegeben.

Lösung

1. Die Grenzen \(490\,\text{g}\) und \(510\,\text{g}\) sind \(\mu-2\sigma\) bzw. \(\mu+2\sigma\). Nach der \(2\sigma\)-Regel gilt daher \(P(\text{Standard})\approx95{,}4\,\%\). 2. Außerhalb des zentralen Intervalls liegen etwa \(4{,}6\,\%\). Wegen der Symmetrie ist \(P(\text{Übergewicht})\approx2{,}3\,\%\). Derselbe Näherungswert gilt für Mindergewicht. 3. Genauer gilt \(P(X<490)=\Phi(-2)\approx0{,}0227501\), also etwa \(2{,}28\,\%\). 4. Gegenüber dem Sigma-Näherungswert \(2{,}3\,\%\) beträgt die Abweichung etwa \(0{,}02\) Prozentpunkte.

Antwort

a) \(P(\text{Standard})\approx95{,}4\,\%\); \(P(\text{Übergewicht})\approx2{,}3\,\%\) b) etwa \(2{,}28\,\%\); Abweichung vom Sigma-Näherungswert etwa \(0{,}02\) Prozentpunkte
Sigma-Regeln 28
Bestimme für eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) mit der Standardabweichung \(\sigma = 50\) mithilfe der Sigma-Regeln in den folgenden unabhängigen Fällen den Erwartungswert \(\mu\) so, dass die jeweilige Aussage gilt. a) \(P(X\in[\mu;600])\approx0{,}477\) b) \(P(X\in[350;\mu])\approx0{,}3415\) c) \(P(X\in[750;+\infty[)\approx0{,}0015\)

Denkanstöße

- Welche Wahrscheinlichkeiten ordnen die Sigma-Regeln den Intervallen \([\mu - \sigma; \mu + \sigma]\), \([\mu - 2\sigma; \mu + 2\sigma]\) und \([\mu - 3\sigma; \mu + 3\sigma]\) zu? - Nutze die Symmetrie der Glockenkurve um den Erwartungswert \(\mu\), um Wahrscheinlichkeiten für einseitige Intervalle zu bestimmen. - Überlege, wie viele Standardabweichungen die Intervallgrenze vom Erwartungswert entfernt sein muss, um die gegebene Wahrscheinlichkeit zu erreichen. - Skizziere dir die Glockenkurve und markiere die gegebenen Bereiche.

Lösung

1. Nach der \(2\sigma\)-Regel gilt \(P(\mu \le X \le \mu + 2\sigma) \approx 0{,}477\). Durch Vergleich mit dem Intervall \([\mu; 600]\) folgt \(\mu + 2\sigma = 600\). Mit \(\sigma = 50\) ergibt sich \(\mu + 100 = 600\), also \(\mu = 500\). 2. Die Hälfte der zentralen \(1\sigma\)-Wahrscheinlichkeit beträgt näherungsweise \(0{,}683:2 \approx 0{,}3415\). Daher folgt aus \(P(X \in [350; \mu]) \approx 0{,}3415\), dass \(\mu - \sigma = 350\). Mit \(\sigma = 50\) ergibt sich \(\mu = 400\). 3. Der rechte Randbereich außerhalb der \(3\sigma\)-Umgebung hat nach der Sigma-Regel näherungsweise die Wahrscheinlichkeit \(0{,}0015\). Daher gilt \(\mu + 3\sigma = 750\). Mit \(\sigma = 50\) ergibt sich \(\mu + 150 = 750\), also \(\mu = 600\).

Antwort

a) \(\mu = 500\) b) \(\mu = 400\) c) \(\mu = 600\)
Sigma-Regeln 29
Die Zufallsgröße \(X\) ist normalverteilt mit der Standardabweichung \(\sigma=20\). Ermittle unter Verwendung der Sigma-Regeln den Erwartungswert \(\mu\) für die folgenden unabhängigen Fälle: a) \(P(X\le160)\approx0{,}1585\) b) \(P(X\le250)\approx0{,}9985\) c) \(P(X\ge170)\approx0{,}977\)

Denkanstöße

- Ordne jede gegebene Wahrscheinlichkeit einer Grenze der \(1\sigma\)-, \(2\sigma\)- oder \(3\sigma\)-Umgebung zu. - Beachte bei einseitigen Ereignissen, wie sich die Restwahrscheinlichkeit außerhalb eines symmetrischen Sigma-Intervalls auf beide Seiten verteilt. - Überlege für jeden Fall, ob die angegebene Grenze links oder rechts von \(\mu\) liegen muss. - Drücke die jeweilige Grenze anschließend als \(\mu\pm k\sigma\) aus.

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}1585\) entspricht dem linken Randbereich unterhalb von \(\mu-\sigma\). Daher gilt \(160=\mu-\sigma\). Mit \(\sigma=20\) folgt \(\mu=180\). 2. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}9985\) entspricht näherungsweise der Fläche links von \(\mu+3\sigma\). Daher gilt \(250=\mu+3\sigma\). Mit \(\sigma=20\) folgt \(250=\mu+60\), also \(\mu=190\). 3. Die Wahrscheinlichkeit \(P(X\ge170)\approx0{,}977\) bedeutet \(P(X<170)\approx0{,}023\). Nach der \(2\sigma\)-Regel liegt diese linke Restwahrscheinlichkeit unterhalb von \(\mu-2\sigma\). Daher gilt \(170=\mu-2\sigma\). Mit \(\sigma=20\) folgt \(\mu=210\).

Antwort

a) \(\mu=180\) b) \(\mu=190\) c) \(\mu=210\)
Sigma-Regeln 30
Die normalverteilte Zufallsgröße \(X\) hat die Dichtefunktion \(\varphi\) mit \(\varphi(x) = \frac{1}{\sqrt{72\pi}} \cdot e^{-\frac{(x-40)^2}{72}}\). a) Bestimme mithilfe der Sigma-Regeln die Wahrscheinlichkeit \(P(X \le 34)\). b) Gib die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass die Werte der Zufallsgröße \(X\) um höchstens eine Standardabweichung vom Erwartungswert abweichen.

Denkanstöße

- Welche Parameter \(\mu\) und \(\sigma\) kannst du aus der Funktionsgleichung ablesen? - Wie hängen die Grenzen im Aufgabenteil a) mit dem Erwartungswert und der Standardabweichung zusammen? - Erinnere dich an die Prozentwerte für die \(1\sigma\)-, \(2\sigma\)- und \(3\sigma\)-Intervalle. - Skizziere dir zur Not die Glockenkurve, um die Symmetrie für den einseitigen Bereich in a) zu nutzen.

Lösung

1. Vergleich der gegebenen Funktion \(\varphi(x) = \frac{1}{\sqrt{72\pi}} \cdot e^{-\frac{(x-40)^2}{72}}\) mit der allgemeinen Form \(\frac{1}{\sigma\sqrt{2\pi}} \cdot e^{-\frac{(x-\mu)^2}{2\sigma^2}}\) ergibt \(\mu = 40\) und \(2\sigma^2 = 72\), also \(\sigma^2 = 36\) bzw. \(\sigma = 6\). 2. Zu a): Der Wert \(34\) entspricht \(\mu - \sigma = 40 - 6\). Nach der \(1\sigma\)-Regel liegen ca. \(68{,}3\,\%\) der Werte im Intervall \([\mu - \sigma; \mu + \sigma]\). Die Wahrscheinlichkeit für den linken Randbereich berechnet sich durch \(P(X \le \mu - \sigma) = \frac{1 - 0{,}683}{2} = 0{,}1585\). 3. Zu b): Die Abweichung um höchstens eine Standardabweichung entspricht dem Intervall \([\mu - \sigma; \mu + \sigma]\). Gemäß der \(1\sigma\)-Regel beträgt diese Wahrscheinlichkeit \(0{,}683\).

Antwort

a) \(P(X \le 34) \approx 15{,}85\,\%\) b) \(P(34 \le X \le 46) \approx 68{,}3\,\%\)
Sigma-Regeln 31
Gegeben ist eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) mit der Wahrscheinlichkeitsdichte \(\varphi(x) = \frac{1}{\sqrt{50\pi}} \cdot e^{-\frac{(x+5)^2}{50}}\). a) Berechne unter Verwendung der Sigma-Regeln die Wahrscheinlichkeit \(P(X > 10)\). b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass \(X\) einen Wert annimmt, der um mindestens zwei Standardabweichungen vom Erwartungswert abweicht.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst \(\mu\) und \(\sigma\) aus dem Exponenten und dem Vorfaktor der Dichtefunktion. - Drücke die Zahl \(10\) als Vielfaches von \(\sigma\) ausgehend von \(\mu\) aus. - Was bedeutet „um mindestens zwei Standardabweichungen abweichen“ für die Lage der Werte im Vergleich zum \(2\sigma\)-Intervall? - Nutze die Symmetrie der Normalverteilung aus.

Lösung

1. Bestimmung der Parameter durch Koeffizientenvergleich mit der Standardform: \(\mu = -5\) und \(2\sigma^2 = 50 \Rightarrow \sigma = 5\). 2. Zu a): Der Wert \(10\) entspricht \(\mu + 3\sigma = -5 + 3 \cdot 5\). Die \(3\sigma\)-Regel besagt, dass \(P(\mu - 3\sigma \le X \le \mu + 3\sigma) \approx 0{,}997\). Der gesuchte Bereich \(P(X > \mu + 3\sigma)\) ist die Hälfte der verbleibenden Restwahrscheinlichkeit: \(\frac{1 - 0{,}997}{2} = 0{,}0015\). 3. Zu b): Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit außerhalb des \(2\sigma\)-Intervalls: \(P(|X - \mu| \ge 2\sigma) = 1 - P(\mu - 2\sigma \le X \le \mu + 2\sigma)\). Mit der \(2\sigma\)-Regel (\(95{,}4\,\%\)) ergibt sich \(1 - 0{,}954 = 0{,}046\).

Antwort

a) \(P(X > 10) \approx 0{,}15\,\%\) b) \(P(|X + 5| \ge 10) \approx 4{,}6\,\%\)
Sigma-Regeln 32
Eine normalverteilte Zufallsgröße \(Y\) hat den Erwartungswert \(\mu=250\). Bestimme mithilfe der Sigma-Regeln in den folgenden unabhängigen Fällen die Standardabweichung \(\sigma\), sodass gilt: a) \(P(Y\in[220;280])\approx0{,}683\), b) \(P(Y\le274)\approx0{,}977\).

Denkanstöße

- Prüfe zuerst, ob das gegebene Intervall symmetrisch um den Erwartungswert liegt. - Überlege bei der einseitigen Wahrscheinlichkeit, welche rechte Grenze eines zentralen Sigma-Intervalls ungefähr \(97{,}7\,\%\) der Gesamtfläche links von sich hat. - Schreibe die jeweilige Grenze als \(\mu+k\sigma\) und löse anschließend nach \(\sigma\) auf.

Lösung

1. Das Intervall \([220;280]\) liegt symmetrisch um \(\mu=250\) und hat den Radius \(30\). Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}683\) entspricht der \(1\sigma\)-Regel. Daher ist \(\sigma=30\). 2. Nach der \(2\sigma\)-Regel liegen etwa \(95{,}4\,\%\) im zentralen Intervall. Zusammen mit der linken Randfläche von etwa \(2{,}3\,\%\) liegen somit etwa \(97{,}7\,\%\) links von \(\mu+2\sigma\). 3. Daher gilt \(274=250+2\sigma\). Aus \(24=2\sigma\) folgt \(\sigma=12\).

Antwort

a) \(\sigma=30\) b) \(\sigma=12\)
Sigma-Regeln 33
Gegeben ist eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) mit dem Erwartungswert \(\mu=40\) und der Standardabweichung \(\sigma=4\). Bestimme unter Verwendung der Sigma-Regeln den Wert \(c\in\mathbb{R}^+\) für die folgenden Wahrscheinlichkeiten: a) \(P(X\le c)\approx0{,}1585\) b) \(P(X\in[32;c])\approx0{,}954\) c) \(P(X\ge c)\approx0{,}0015\)

Denkanstöße

- Ordne jede Wahrscheinlichkeit einer Grenze der \(1\sigma\)-, \(2\sigma\)- oder \(3\sigma\)-Umgebung zu. - Nutze die Symmetrie der Normalverteilung, um zentrale Wahrscheinlichkeiten auf die beiden Randbereiche aufzuteilen. - Prüfe bei Teilaufgabe b), welche Sigma-Grenze bereits durch die linke Intervallgrenze festgelegt ist. - Entscheide jeweils, ob \(c\) links oder rechts vom Erwartungswert liegen muss.

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}1585\) entspricht näherungsweise dem linken Randbereich unterhalb von \(\mu-\sigma\), denn \(0{,}5-0{,}683:2\approx0{,}1585\). Daher ist \(c=\mu-\sigma=36\). 2. Es gilt \(32=\mu-2\sigma\). Da das zentrale \(2\sigma\)-Intervall die Wahrscheinlichkeit \(0{,}954\) besitzt, muss \(c=\mu+2\sigma=48\) gelten. 3. Nach der \(3\sigma\)-Regel liegen etwa \(0{,}3\,\%\) außerhalb des zentralen Intervalls, also etwa \(0{,}15\,\%\) im rechten Rand. Daher ist \(c=\mu+3\sigma=52\).

Antwort

a) \(c=36\) b) \(c=48\) c) \(c=52\)
Sigma-Regeln 34
Eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) hat den Erwartungswert \(\mu=150\) und die Standardabweichung \(\sigma=10\). Ermittle mithilfe der Sigma-Regeln den Wert \(c\in\mathbb{R}^+\), sodass folgende Bedingungen erfüllt sind: a) \(P(X\in[c;150])\approx0{,}4985\) b) \(P(X\le c)\approx0{,}8415\) c) \(P(X\in[140;c])\approx0{,}8185\)

Denkanstöße

- Skizziere die Glockenkurve und markiere, welche Teilflächen durch die angegebenen Wahrscheinlichkeiten beschrieben werden. - Nutze bei einseitigen Wahrscheinlichkeiten die Hälfte der zentralen Sigma-Fläche zusammen mit der linken Hälfte der Gesamtfläche. - Prüfe in Teilaufgabe c), welche Sigma-Grenze bereits durch \(140\) festgelegt ist und welche zusätzliche Teilfläche noch benötigt wird. - Entscheide jeweils, ob \(c\) links oder rechts von \(\mu\) liegen muss.

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}4985\) ist die Hälfte der zentralen \(3\sigma\)-Wahrscheinlichkeit. Da das Intervall bei \(\mu=150\) endet, ist \(c=\mu-3\sigma=150-30=120\). 2. Nach der \(1\sigma\)-Regel liegen etwa \(68{,}3\,\%\) zwischen \(\mu-\sigma\) und \(\mu+\sigma\). Daher liegen näherungsweise \(50\,\%+34{,}15\,\%\approx84{,}15\,\%\) links von \(\mu+\sigma\). Somit ist \(c=150+10=160\). 3. Es gilt \(140=\mu-\sigma\). Von \(\mu-\sigma\) bis \(\mu\) liegen etwa \(0{,}3415\), von \(\mu\) bis \(\mu+2\sigma\) etwa \(0{,}477\). Zusammen ergibt das \(0{,}8185\). Daher ist \(c=\mu+2\sigma=170\).

Antwort

a) \(c=120\) b) \(c=160\) c) \(c=170\)
Sigma-Regeln 35
Der Graph ist die Dichte einer normalverteilten Zufallsgröße \(X\). a) Bestimme den Erwartungswert \(\mu\) und schätze die Standardabweichung \(\sigma\) auf eine ganze Zahl. Begründe kurz. b) Gib mit deinen Werten aus a) die numerischen Grenzen der \(1\sigma\)- und der \(2\sigma\)-Umgebung um \(\mu\) an. Bestimme jeweils mit einer Sigma-Regel die zugehörige Wahrscheinlichkeit in Prozent auf eine Dezimalstelle. c) Bestimme mit deinen Werten aus a) den Grenzwert \(c=\mu+\sigma\) und näherungsweise \(P(X\ge c)\) in Prozent auf eine Dezimalstelle.
Abbildung zur Aufgabe 432751

Denkanstöße

- Welche sichtbaren Merkmale des Graphen helfen dir, Mittelpunkt und Streuung zu schätzen? - Berechne die Intervallgrenzen erst mit deinen Werten aus a). - Für den einseitigen Randbereich in c) hilft die Symmetrie der beiden äußeren Restflächen.

Lösung

1. Der Hochpunkt liegt bei \(x=4\), also ist \(\mu=4\). Der sichtbare Krümmungswechsel liegt ungefähr bei \(x=3\) und \(x=5\); daher ist \(\sigma\approx1\). 2. Die \(1\sigma\)-Umgebung ist damit näherungsweise \([3;5]\). Nach der \(1\sigma\)-Regel beträgt ihre Wahrscheinlichkeit ungefähr \(68{,}3\,\%\). 3. Die \(2\sigma\)-Umgebung ist näherungsweise \([2;6]\). Nach der \(2\sigma\)-Regel beträgt ihre Wahrscheinlichkeit ungefähr \(95{,}4\,\%\). 4. Es ist \(c=\mu+\sigma\approx5\). Rechts von \(\mu+\sigma\) liegt wegen der Symmetrie die Hälfte der Wahrscheinlichkeit außerhalb der \(1\sigma\)-Umgebung. Somit gilt \(P(X\ge c)\approx15{,}9\,\%\).

Antwort

a) \(\mu=4\), weil dort die Symmetrieachse und der Hochpunkt liegen; \(\sigma\approx1\), weil die Krümmungswechsel etwa eine Einheit links und rechts davon liegen. b) \(1\sigma\)-Umgebung: ungefähr \([3;5]\), \(68{,}3\,\%\); \(2\sigma\)-Umgebung: ungefähr \([2;6]\), \(95{,}4\,\%\) c) \(c\approx5\), \(P(X\ge c)\approx15{,}9\,\%\)
Sigma-Regeln 36
In einer Molkerei ist die Füllmenge \(X\) einer Milchflasche normalverteilt mit \(\mu=500\,\text{mL}\) und \(\sigma=5\,\text{mL}\). a) Ordne das Intervall \([495\,\text{mL};505\,\text{mL}]\) relativ zu \(\mu\) und \(\sigma\) ein und bestimme mit einer Sigma-Regel näherungsweise seine Wahrscheinlichkeit. b) Ordne das Ereignis \(X<490\,\text{mL}\) relativ zu \(\mu\) und \(\sigma\) ein. Schätze die Wahrscheinlichkeit mit einer Sigma-Regel und der Symmetrie und vergleiche dein Ergebnis mit \(2{,}5\,\%\).

Denkanstöße

- Drücke die angegebenen Füllmengen als \(\mu\pm k\sigma\) aus. - Welche zentrale Wahrscheinlichkeit gehört zur \(2\sigma\)-Umgebung? - Wie verteilt sich die Restwahrscheinlichkeit außerhalb eines symmetrischen Intervalls auf die beiden Seiten?

Lösung

1. Die Grenzen in a) sind \(\mu-\sigma=495\,\text{mL}\) und \(\mu+\sigma=505\,\text{mL}\). Daher gilt nach der \(1\sigma\)-Regel \(P(495\le X\le505)\approx68{,}3\,\%\). 2. Es ist \(490=\mu-2\sigma\). Das Ereignis \(X<490\) ist damit der linke Randbereich außerhalb der \(2\sigma\)-Umgebung. 3. Außerhalb der \(2\sigma\)-Umgebung liegen nach der Sigma-Regel ungefähr \(100\,\%-95{,}4\,\%=4{,}6\,\%\). Wegen der Symmetrie entfällt die Hälfte auf die linke Seite, also \(P(X<490)\approx2{,}3\,\%<2{,}5\,\%\).

Antwort

a) \([495;505]=[\mu-\sigma;\mu+\sigma]\); \(P(495\le X\le505)\approx68{,}3\,\%\) b) \(490=\mu-2\sigma\); \(P(X<490)\approx2{,}3\,\%\), also nach der Sigma-Regel unter \(2{,}5\,\%\).
Sigma-Regeln 37
Theo schreibt: „Nach der \(2\sigma\)-Regel gilt exakt \(P(-2\le Z\le2)=0{,}954\). Deshalb ist auch \(\Phi(2)=0{,}977\) exakt.“ Beurteile die Aussage. Gib die beiden Werte mit fünf Dezimalstellen an und erkläre den Unterschied zwischen einer Sigma-Regel und einer Berechnung mit \(\Phi\).

Denkanstöße

- Achte besonders auf das Wort „exakt“ in Theos Behauptung. - Wie hängt die zentrale Wahrscheinlichkeit zwischen \(-2\) und \(2\) mit \(\Phi(2)\) zusammen? - Vergleiche den gerundeten Sigma-Regel-Wert mit einer genaueren Auswertung der Standardnormalverteilungsfunktion.

Lösung

1. Die Sigma-Regeln liefern Näherungswerte; die Angabe \(95{,}4\,\%\) ist nicht exakt. 2. Mit der Standardnormalverteilungsfunktion gilt \(\Phi(2)\approx0{,}97725\). 3. Daher ist \(P(-2\le Z\le2)=2\Phi(2)-1\approx0{,}95450\). 4. Theos gerundete Werte sind als Näherungen brauchbar, aber die Behauptung „exakt“ ist falsch.

Antwort

Theos Aussage ist falsch. \(\Phi(2)\approx0{,}97725\) \(P(-2\le Z\le2)\approx0{,}95450\) Die Sigma-Regel ist eine gerundete Faustregel, keine exakte Gleichheit.
Sigma-Regeln 38
Eine normalverteilte Zufallsgröße \(X\) hat die Standardabweichung \(\sigma=100\). Bestimme mithilfe der Sigma-Regeln in den folgenden unabhängigen Fällen alle möglichen Werte für den Erwartungswert \(\mu\), sodass gilt: a) \(P(X\in[900;1200])\approx0{,}4985\), b) \(P(X\le551)\approx0{,}0015\).

Denkanstöße

- Vergleiche die gegebenen Wahrscheinlichkeiten mit den zentralen Flächen der \(1\sigma\)-, \(2\sigma\)- und \(3\sigma\)-Regel und mit den zugehörigen Randflächen. - Prüfe in Teilaufgabe a), ob die Intervallbreite zu einem ganzzahligen Vielfachen von \(\sigma\) passt. - Überlege in Teilaufgabe b), welcher Sigma-Grenze eine sehr kleine linke Randwahrscheinlichkeit entspricht. - Drücke die jeweilige Intervallgrenze anschließend als \(\mu\pm k\sigma\) aus.

Lösung

1. Die Wahrscheinlichkeit \(0{,}4985\) ist näherungsweise die Hälfte der zentralen \(3\sigma\)-Wahrscheinlichkeit, denn \(0{,}997:2\approx0{,}4985\). Das Intervall \([900;1200]\) muss daher von \(\mu\) bis \(\mu+3\sigma\) oder von \(\mu-3\sigma\) bis \(\mu\) reichen. 2. Wegen \(3\sigma=300\) und der Intervallbreite \(300\) ist \(\mu\) eine der beiden Grenzen. Somit gilt \(\mu=900\) oder \(\mu=1200\). 3. Nach der \(3\sigma\)-Regel liegen etwa \(0{,}3\,\%\) außerhalb des zentralen Intervalls, also etwa \(0{,}15\,\%\) im linken Rand. Daher entspricht \(P(X\le551)\approx0{,}0015\) der Grenze \(\mu-3\sigma\). 4. Es gilt \(551=\mu-300\), also \(\mu=851\).

Antwort

a) \(\mu=900\) oder \(\mu=1200\) b) \(\mu=851\)

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