Eine Schneiderin benötigt für ein Projekt viele kleine Stoffbänder, die jeweils genau \(20\,\text{cm}\) lang sein müssen. Sie findet in ihrem Korb zwei Stoffreste mit den Längen \(50\,\text{cm}\) und \(75\,\text{cm}\).
Um zu berechnen, wie viele Bänder sie zuschneiden kann, rechnet sie:
\((50\,\text{cm} + 75\,\text{cm}) : 20\,\text{cm} = 6\,\text{Rest}\,5\,\text{cm}\).
Sie freut sich über \(6\) Bänder. Erkläre, warum die Schneiderin beim Zuschneiden enttäuscht sein wird und wie viele Bänder sie tatsächlich erhält.
Denkanstöße
- Stell dir vor, du hast die zwei Stoffstücke vor dir liegen. Wie viele Bänder kannst du aus dem ersten Stück schneiden? Und wie viele aus dem zweiten?
- Kannst du aus den kleinen Resten, die beim Schneiden übrig bleiben, noch ein ganzes Band machen?
- Was berechnet die Schneiderin eigentlich, wenn sie die Längen zuerst addiert?
Lösung
1. Ermittlung der tatsächlichen Anzahl: Aus dem \(50\,\text{cm}\)-Stück erhält sie \(50\,\text{cm} : 20\,\text{cm} = 2\,\text{Rest}\,10\,\text{cm}\), also \(2\) Bänder. Aus dem \(75\,\text{cm}\)-Stück erhält sie \(75\,\text{cm} : 20\,\text{cm} = 3\,\text{Rest}\,15\,\text{cm}\), also \(3\) Bänder. Insgesamt erhält sie nur \(2 + 3 = 5\) Bänder.
2. Analyse des Fehlers: Die Rechnung der Schneiderin addiert zuerst die Längen. Dabei werden die Reste von \(10\,\text{cm}\) und \(15\,\text{cm}\) rechnerisch zu \(25\,\text{cm}\) kombiniert, was theoretisch für ein sechstes Band von \(20\,\text{cm}\) reichen würde. In der Praxis kann man die beiden getrennten Stoffreste jedoch nicht ohne Naht zu einem durchgehenden Band zusammensetzen.
Antwort
Sie erhält tatsächlich nur \(5\) Bänder. Ihre Rechnung beschreibt die Zuschnittsituation nicht korrekt, weil sie die getrennten Reststücke von \(10\,\text{cm}\) und \(15\,\text{cm}\) rechnerisch zusammensetzt.