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Mathe-Arbeitsblätter Klasse 12

Stellen Sie aus mehr als 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Übergangsprozesse

Lernziele

  • Modelliert Übergänge durch Zustandsvektoren und Übergangsmatrizen.
  • Prüft stochastische Übergangsmatrizen anhand der vereinbarten Konvention.
  • Berechnet Zustände nach mehreren Übergängen.
  • Rekonstruiert frühere Zustände bei invertierbaren Prozessen.
  • Bestimmt und deutet stationäre Zustände.
  • Erkennt absorbierende Zustände.
  • Bestimmt Absorptionswahrscheinlichkeiten in einfachen Übergangsprozessen.

Klicken Sie auf Aufgaben, um sie zum Drucken auszuwählen.

Übergangsprozesse 1
Die Kundinnen und Kunden eines Mobilfunkanbieters nutzen entweder den Tarif Basis oder den Tarif Plus. Die monatlichen Wechselanteile werden durch eine Übergangsmatrix \(M=(m_{ij})\) beschrieben. Dabei gibt \(m_{ij}\) den Anteil an, der vom Tarif \(j\) in den Tarif \(i\) übergeht; die Reihenfolge ist Basis, Plus. Gegeben ist \(M=\begin{pmatrix}0{,}7&0{,}25\\0{,}3&0{,}75\end{pmatrix}\). Interpretiere den Eintrag \(m_{12}=0{,}25\) im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Welcher der beiden Indizes bezeichnet laut Definition den Ausgangszustand? - Ordne den zweiten Index dem Ausgangstarif und den ersten Index dem Zieltarif zu. - Formuliere den Dezimalwert anschließend als Anteil im beschriebenen Monatswechsel.

Lösung

1. Beim Eintrag \(m_{12}\) bezeichnet der zweite Index den Ausgangstarif Plus und der erste Index den Zieltarif Basis. Daher bedeutet \(m_{12}=0{,}25\), dass in einem Monat \(25\,\%\) der Kundinnen und Kunden aus Plus in Basis wechseln.

Antwort

In einem Monat wechseln \(25\,\%\) der Kundinnen und Kunden aus dem Tarif Plus in den Tarif Basis.
Übergangsprozesse 2
Ein Mobilfunkanbieter hat die Tarife Basis und Plus. Die Tabelle zeigt die monatlichen Übergangsanteile. Die Spalten geben den Ausgangstarif und die Zeilen den Zieltarif an. <table><thead><tr><th>Ziel / Ausgang</th><th>Basis</th><th>Plus</th></tr></thead><tbody><tr><td>Basis</td><td>\(80\,\%\)</td><td>\(30\,\%\)</td></tr><tr><td>Plus</td><td>\(20\,\%\)</td><td>\(70\,\%\)</td></tr></tbody></table> Stelle die Übergangsmatrix \(M\) in der Reihenfolge Basis, Plus auf. Dabei bezeichnet \(m_{ij}\) den Anteil, der vom Zustand \(j\) in den Zustand \(i\) übergeht.

Denkanstöße

- Nutze die im Text festgelegte Bedeutung von Zeilen und Spalten. - Beginne mit einem Ausgangstarif und übertrage seine beiden Anteile gemeinsam in die Matrix. - Kontrolliere am Ende, ob jeder Ausgangstarif vollständig auf die beiden Zieltarife verteilt ist.

Lösung

1. Die erste Spalte enthält die Übergänge aus Basis: \(0{,}8\) nach Basis und \(0{,}2\) nach Plus. 2. Die zweite Spalte enthält die Übergänge aus Plus: \(0{,}3\) nach Basis und \(0{,}7\) nach Plus. 3. Daher ist \(M=\begin{pmatrix}0{,}8&0{,}3\\0{,}2&0{,}7\end{pmatrix}\).

Antwort

\(M=\begin{pmatrix}0{,}8&0{,}3\\0{,}2&0{,}7\end{pmatrix}\)
Übergangsprozesse 3
In einem Pendlerverbund wechseln Personen monatlich zwischen Bus und Bahn. In der Reihenfolge Bus, Bahn gilt \(M=\begin{pmatrix}0{,}75&0{,}2\\0{,}25&0{,}8\end{pmatrix}\) mit der Spaltenkonvention \(v_1=Mv_0\). Zu Beginn fahren \(60\) Personen mit dem Bus und \(40\) mit der Bahn. Berechne die Verteilung nach einem Monat und interpretiere das Ergebnis im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Schreibe die Anfangsverteilung zuerst als Vektor in der angegebenen Reihenfolge. - Welche Rechenoperation beschreibt laut Aufgabenstellung genau einen Übergangsschritt? - Ordne die beiden Komponenten des Ergebnisvektors wieder Bus und Bahn zu.

Lösung

1. Der Anfangsvektor ist \(v_0=\begin{pmatrix}60\\40\end{pmatrix}\). 2. Es folgt \(v_1=Mv_0=\begin{pmatrix}0{,}75\cdot60+0{,}2\cdot40\\0{,}25\cdot60+0{,}8\cdot40\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}53\\47\end{pmatrix}\). 3. Nach einem Monat fahren somit \(53\) Personen mit dem Bus und \(47\) mit der Bahn.

Antwort

\(v_1=\begin{pmatrix}53\\47\end{pmatrix}\). Nach einem Monat fahren \(53\) Personen mit dem Bus und \(47\) mit der Bahn.
Übergangsprozesse 4
Ein Übergangsprozess zwischen drei Zuständen wird durch \(P=\begin{pmatrix} 0{,}5&0{,}3&0{,}2\\ x&0{,}4&y\\ 0{,}2&0{,}3&0{,}5 \end{pmatrix}\) beschrieben. Dabei bedeutet \(p_{ij}\): Anteil, der in einem Schritt vom Zustand \(j\) in den Zustand \(i\) übergeht. Bei dieser Konvention muss jede Spalte einer Übergangsmatrix die Summe \(1\) haben. a) Bestimme \(x\) und \(y\), sodass \(P\) eine Übergangsmatrix ist. b) Zu Beginn befinden sich \(100\) Einheiten im ersten Zustand und keine in den beiden anderen Zuständen. Berechne den Zustandsvektor nach einem Übergang. c) Erkläre an der ersten Spalte, was die Spaltensumme \(1\) im Übergangsprozess bedeutet.

Denkanstöße

- Betrachte für \(x\) und \(y\) jeweils die Spalte, in der die unbekannte Zahl steht. - Prüfe nach dem Ergänzen auch, ob alle Einträge als Anteile möglich sind. - Welche Spalte von \(P\) bestimmt das Ergebnis, wenn anfangs nur der erste Zustand besetzt ist? - Verbinde in Teil c) die Einträge einer Spalte mit einem festen Ausgangszustand.

Lösung

1. Aus der ersten Spaltensumme folgt \(0{,}5+x+0{,}2=1\), also \(x=0{,}3\). Aus der dritten Spaltensumme folgt \(0{,}2+y+0{,}5=1\), also \(y=0{,}3\). Die zweite Spalte hat bereits die Summe \(1\); alle Einträge sind nichtnegativ. 2. Mit \(v_0=\begin{pmatrix}100\\0\\0\end{pmatrix}\) gilt \(v_1=Pv_0=\begin{pmatrix}50\\30\\20\end{pmatrix}\). 3. Die erste Spalte beschreibt alle Anteile, die vom ersten Zustand ausgehen. Ihre Einträge addieren sich zu \(1\), also werden \(100\,\%\) der Einheiten dieses Ausgangszustands auf die drei Zielzustände verteilt.

Antwort

a) \(x=0{,}3\), \(y=0{,}3\) b) \(v_1=\begin{pmatrix}50\\30\\20\end{pmatrix}\) c) Die erste Spalte verteilt den gesamten Anteil des ersten Ausgangszustands auf die drei Zielzustände; ihre Summe ist deshalb \(1\).
Übergangsprozesse 5
In einem Pendlerverbund entscheiden sich insgesamt \(120\) Personen täglich zwischen Bus und Bahn. Die Wechselanteile werden in der Reihenfolge Bus, Bahn durch \(M=\begin{pmatrix}0{,}9&0{,}2\\0{,}1&0{,}8\end{pmatrix}\) beschrieben. Es gilt die Spaltenkonvention \(v_{n+1}=Mv_n\). Bestimme einen Fixvektor \(v=\begin{pmatrix}b\\z\end{pmatrix}\) mit \(b+z=120\), für den \(Mv=v\) gilt. Erkläre, was dieser Fixvektor im Sachzusammenhang bedeutet.

Denkanstöße

- Übersetze die Bedingung „unverändert nach einem Schritt“ direkt in eine Matrixgleichung. - Nutze zusätzlich, dass insgesamt \(120\) Personen auf die beiden Verkehrsmittel verteilt sind. - Prüfe die gefundene Verteilung durch erneute Multiplikation mit \(M\) und formuliere die Bedeutung anschließend mit Bus und Bahn.

Lösung

1. Mit \(z=120-b\) liefert die erste Komponente von \(Mv=v\) die Gleichung \(0{,}9b+0{,}2(120-b)=b\). 2. Daraus folgt \(0{,}7b+24=b\), also \(b=80\) und \(z=40\). 3. Es gilt \(M\begin{pmatrix}80\\40\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}80\\40\end{pmatrix}\). Wenn an einem Tag \(80\) Personen den Bus und \(40\) die Bahn nutzen, bleibt diese Verteilung nach dem nächsten Übergang und damit auch an allen weiteren Tagen unverändert.

Antwort

\(v=\begin{pmatrix}80\\40\end{pmatrix}\). Bei \(80\) Bus- und \(40\) Bahnfahrenden bleibt die Verteilung unter dem Übergangsprozess unverändert.
Übergangsprozesse 6
Ein gerichteter Übergangsgraph mit den Zuständen A und B wird durch folgende vollständige Kantenliste beschrieben: \(A\to A:0{,}7\), \(A\to B:0{,}3\), \(B\to A:0{,}2\), \(B\to B:0{,}8\). Für Übergangsmatrizen gilt die Konvention: Spalten sind Ausgangszustände, Zeilen sind Zielzustände. a) Stelle aus dem Übergangsgraphen die Übergangsmatrix \(M\) in der Reihenfolge A, B auf und prüfe die Spaltensummen. b) Für \(N=\begin{pmatrix}0{,}6&0{,}1\\0{,}4&0{,}9\end{pmatrix}\) gib umgekehrt die vollständige gerichtete Kantenliste des zugehörigen Übergangsgraphen an.

Denkanstöße

- Bei einer gerichteten Kante ist der Zustand vor dem Pfeil die Quelle und der Zustand danach das Ziel. - Die Spaltenkonvention ordnet alle von demselben Zustand ausgehenden Kanten derselben Matrixspalte zu. - Arbeite in Teil b) rückwärts: Jede Matrixspalte beschreibt alle gerichteten Kanten, die von ihrem Ausgangszustand starten.

Lösung

1. Von A führen die Kanten mit Anteilen \(0{,}7\) nach A und \(0{,}3\) nach B. Daher ist die erste Spalte \(\begin{pmatrix}0{,}7\\0{,}3\end{pmatrix}\). Von B führen \(0{,}2\) nach A und \(0{,}8\) nach B. Die zweite Spalte ist \(\begin{pmatrix}0{,}2\\0{,}8\end{pmatrix}\). 2. Somit ist \(M=\begin{pmatrix}0{,}7&0{,}2\\0{,}3&0{,}8\end{pmatrix}\). Beide Spalten summieren sich zu \(1\). 3. Für \(N\) lauten die gerichteten Kanten \(A\to A:0{,}6\), \(A\to B:0{,}4\), \(B\to A:0{,}1\) und \(B\to B:0{,}9\).

Antwort

a) \(M=\begin{pmatrix}0{,}7&0{,}2\\0{,}3&0{,}8\end{pmatrix}\); beide Spaltensummen sind \(1\). b) \(A\to A:0{,}6\), \(A\to B:0{,}4\), \(B\to A:0{,}1\), \(B\to B:0{,}9\).
Übergangsprozesse 7
Für die Übergangsmatrix \(M=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}2&0{,}4\\0{,}3&0{,}7&0{,}1\\0{,}2&0{,}1&0{,}5\end{pmatrix}\) gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände, Zeilen = Zielzustände“ für die Zustände A, B und C. Mina beschreibt den zugehörigen Übergangsgraphen so: \(A\to A:0{,}5\), \(A\to B:0{,}2\), \(A\to C:0{,}4\); \(B\to A:0{,}3\), \(B\to B:0{,}7\), \(B\to C:0{,}1\); \(C\to A:0{,}2\), \(C\to B:0{,}1\), \(C\to C:0{,}5\). a) Erkläre den systematischen Fehler in Minas Kantenliste. b) Gib die vollständige korrigierte gerichtete Kantenliste mit Gewichten an. c) Nenne eine schnelle Kontrolle am Übergangsgraphen, mit der Minas Fehler bereits auffällt, und führe sie für die von A ausgehenden Kanten durch.

Denkanstöße

- Kläre zuerst, ob eine Zeile oder eine Spalte alle Übergänge von einem festen Ausgangszustand enthält. - Vergleiche Minas Kanten nicht einzeln ohne System, sondern suche nach einem einheitlichen Zuordnungsfehler. - Ein gültiger Übergangsgraph muss die Erhaltung der gesamten Anteile an jedem Ausgangszustand widerspiegeln.

Lösung

1. Mina liest die Matrixzeilen als Ausgangszustände. Nach der vorgegebenen Konvention muss jedoch jede Matrixspalte als Menge der Übergänge von einem Ausgangszustand gelesen werden. 2. Die korrekte Kantenliste lautet: \(A\to A:0{,}5\), \(A\to B:0{,}3\), \(A\to C:0{,}2\); \(B\to A:0{,}2\), \(B\to B:0{,}7\), \(B\to C:0{,}1\); \(C\to A:0{,}4\), \(C\to B:0{,}1\), \(C\to C:0{,}5\). 3. Bei einem Übergangsprozess müssen die Gewichte aller von einem Zustand ausgehenden Kanten die Summe \(1\) haben. Minas A-Kanten ergeben \(0{,}5+0{,}2+0{,}4=1{,}1\) und können daher nicht stimmen. In der korrigierten Liste ist die Summe \(0{,}5+0{,}3+0{,}2=1\).

Antwort

a) Mina liest Zeilen statt Spalten als Ausgangszustände. b) \(A\to A:0{,}5\), \(A\to B:0{,}3\), \(A\to C:0{,}2\); \(B\to A:0{,}2\), \(B\to B:0{,}7\), \(B\to C:0{,}1\); \(C\to A:0{,}4\), \(C\to B:0{,}1\), \(C\to C:0{,}5\). c) Ausgehende Gewichte müssen sich zu \(1\) summieren. Bei Mina ergibt A \(1{,}1\), korrekt ist \(1\).
Übergangsprozesse 8
Der abgebildete gerichtete Übergangsgraph beschreibt Übergänge zwischen den Zuständen A, B und C. Die Zahlen an den Pfeilen sind die jeweiligen Übergangsanteile. Für die Übergangsmatrix gilt die Konvention: Spalten sind Ausgangszustände, Zeilen sind Zielzustände; die Reihenfolge ist A, B, C. a) Stelle die Übergangsmatrix \(M\) allein aus dem dargestellten Übergangsgraphen auf. b) Prüfe die drei Spaltensummen und erkläre, was diese Kontrolle im Übergangsgraphen bedeutet.
Abbildung zur Aufgabe 556864

Denkanstöße

- Lies für jede Matrixspalte zuerst nur die Pfeile, die von einem einzigen Ausgangszustand starten. - Unterscheide sorgfältig zwischen Pfeilrichtung und räumlicher Lage der Zustände im Bild. - Die Summenkontrolle betrifft alle ausgehenden Pfeile eines Zustands gemeinsam.

Lösung

1. Vom Zustand A führen die Pfeile mit Anteil \(0{,}4\) nach B und mit Anteil \(0{,}6\) nach C. Daher lautet die erste Spalte \(\begin{pmatrix}0\\0{,}4\\0{,}6\end{pmatrix}\). 2. Vom Zustand B führt der einzige Pfeil mit Anteil \(1\) nach C. Die zweite Spalte ist \(\begin{pmatrix}0\\0\\1\end{pmatrix}\). 3. Vom Zustand C führt der einzige Pfeil mit Anteil \(1\) nach A. Die dritte Spalte ist \(\begin{pmatrix}1\\0\\0\end{pmatrix}\). 4. Somit ist \(M=\begin{pmatrix}0&0&1\\0{,}4&0&0\\0{,}6&1&0\end{pmatrix}\). Die Spaltensummen sind jeweils \(1\). Im Übergangsgraphen bedeutet dies, dass sich die Gewichte aller von einem festen Ausgangszustand ausgehenden Pfeile jeweils zu \(1\) addieren.

Antwort

a) \(M=\begin{pmatrix}0&0&1\\0{,}4&0&0\\0{,}6&1&0\end{pmatrix}\) b) Alle drei Spaltensummen sind \(1\); entsprechend summieren sich an jedem Zustand die Gewichte der ausgehenden Pfeile zu \(1\).
Übergangsprozesse 9
Bei allen Übergängen gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände, Zeilen = Zielzustände“. a) Für \(M=\begin{pmatrix}0{,}75&0{,}20\\0{,}25&0{,}80\end{pmatrix}\) und \(\vec{v}_n=\begin{pmatrix}b_n\\z_n\end{pmatrix}\) schreibe den Übergang \(\vec{v}_{n+1}=M\vec{v}_n\) als zwei lineare Gleichungen. b) Umgekehrt sei ein Prozess durch \(u_{n+1}=0{,}6u_n+0{,}1v_n\) und \(v_{n+1}=0{,}4u_n+0{,}9v_n\) beschrieben. Stelle die Übergangsmatrix auf.

Denkanstöße

- Jede Komponente des neuen Zustands entspricht einer Zeile des Matrixprodukts. - Beim Rückweg von Gleichungen zur Matrix musst du die vorgegebene Spaltenkonvention beachten. - Kontrolliere deine Zuordnung mit den Spaltensummen.

Lösung

1. Aus der ersten Matrixzeile folgt \(b_{n+1}=0{,}75b_n+0{,}20z_n\), aus der zweiten \(z_{n+1}=0{,}25b_n+0{,}80z_n\). 2. Die Koeffizienten von \(u_n\) bilden die erste Spalte und die Koeffizienten von \(v_n\) die zweite Spalte. Daher ist \(N=\begin{pmatrix}0{,}6&0{,}1\\0{,}4&0{,}9\end{pmatrix}\). 3. In beiden Darstellungen summieren sich die Ausgangsspalten zu \(1\).

Antwort

a) \(b_{n+1}=0{,}75b_n+0{,}20z_n\), \(z_{n+1}=0{,}25b_n+0{,}80z_n\) b) \(N=\begin{pmatrix}0{,}6&0{,}1\\0{,}4&0{,}9\end{pmatrix}\)
Übergangsprozesse 10
Für die Übergangsmatrix \(M=\begin{pmatrix}0{,}6&0{,}2&0{,}1\\0{,}3&0{,}5&0{,}4\\0{,}1&0{,}3&0{,}5\end{pmatrix}\) gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände, Zeilen = Zielzustände“ für die Zustände A, B und C. a) Übertrage die Übergänge in die folgende Tabelle. <table><tr><th>von</th><th>nach A</th><th>nach B</th><th>nach C</th></tr><tr><td>A</td><td>?</td><td>?</td><td>?</td></tr><tr><td>B</td><td>?</td><td>?</td><td>?</td></tr><tr><td>C</td><td>?</td><td>?</td><td>?</td></tr></table> b) Schreibe für einen Zustandsvektor \(\vec{v}_n=\begin{pmatrix}a_n\\b_n\\c_n\end{pmatrix}\) die Gleichung für \(b_{n+1}\) auf.

Denkanstöße

- Eine Matrixspalte enthält bei der vorgegebenen Konvention alle Ziele eines Ausgangszustands. - Die Tabelle ist nach Ausgangszuständen in den Zeilen organisiert; achte deshalb beim Übertragen auf die Orientierung. - Für \(b_{n+1}\) benötigst du die Matrixzeile des Zielzustands B.

Lösung

1. Die erste Matrixspalte beschreibt die Übergänge von A: nach A \(0{,}6\), nach B \(0{,}3\), nach C \(0{,}1\). Entsprechend liefert die zweite Spalte für B die Werte \(0{,}2\), \(0{,}5\), \(0{,}3\) und die dritte Spalte für C die Werte \(0{,}1\), \(0{,}4\), \(0{,}5\). 2. Die zweite Matrixzeile liefert \(b_{n+1}=0{,}3a_n+0{,}5b_n+0{,}4c_n\).

Antwort

a) <table><tr><th>von</th><th>nach A</th><th>nach B</th><th>nach C</th></tr><tr><td>A</td><td>\(0{,}6\)</td><td>\(0{,}3\)</td><td>\(0{,}1\)</td></tr><tr><td>B</td><td>\(0{,}2\)</td><td>\(0{,}5\)</td><td>\(0{,}3\)</td></tr><tr><td>C</td><td>\(0{,}1\)</td><td>\(0{,}4\)</td><td>\(0{,}5\)</td></tr></table> b) \(b_{n+1}=0{,}3a_n+0{,}5b_n+0{,}4c_n\)
Übergangsprozesse 11
Ein Prozess hat die Zustände T und Z. Zustand Z ist absorbierend. Mit der Konvention „Spalten = Ausgangszustände“ gilt \(M=\begin{pmatrix}0{,}6&0\\0{,}4&1\end{pmatrix}\), und zu Beginn ist \(\vec{v}_0=\begin{pmatrix}100\\0\end{pmatrix}\). a) Begründe an der Matrix, warum Z absorbierend ist. b) Berechne \(\vec{v}_1\), \(\vec{v}_2\), \(\vec{v}_3\) und \(\vec{v}_4\). c) Gib an, welcher Anteil nach vier Schritten in Z angekommen ist, und beschreibe die beobachtete Entwicklung.

Denkanstöße

- Welche Matrixspalte beschreibt, was mit einem bereits in Z befindlichen Anteil geschieht? - Führe die Übergänge schrittweise aus; jede neue Verteilung ist der Ausgang für den nächsten Schritt. - Beobachte besonders die erste Komponente über mehrere Schritte hinweg.

Lösung

1. Die zweite Spalte ist \(\begin{pmatrix}0\\1\end{pmatrix}\). Wer in Z ist, bleibt daher mit Anteil \(1\) in Z. 2. Es ergibt sich \(\vec{v}_1=\begin{pmatrix}60\\40\end{pmatrix}\), \(\vec{v}_2=\begin{pmatrix}36\\64\end{pmatrix}\), \(\vec{v}_3=\begin{pmatrix}21{,}6\\78{,}4\end{pmatrix}\) und \(\vec{v}_4=\begin{pmatrix}12{,}96\\87{,}04\end{pmatrix}\). 3. Nach vier Schritten sind \(87{,}04\,\%\) in Z. Der Anteil in T wird in jedem Schritt mit \(0{,}6\) multipliziert und nimmt daher weiter ab; entsprechend wächst der absorbierte Anteil.

Antwort

a) Z ist absorbierend, weil die Z-Spalte \(\begin{pmatrix}0\\1\end{pmatrix}\) ist. b) \(\vec{v}_1=\begin{pmatrix}60\\40\end{pmatrix}\), \(\vec{v}_2=\begin{pmatrix}36\\64\end{pmatrix}\), \(\vec{v}_3=\begin{pmatrix}21{,}6\\78{,}4\end{pmatrix}\), \(\vec{v}_4=\begin{pmatrix}12{,}96\\87{,}04\end{pmatrix}\) c) \(87{,}04\,\%\) befinden sich nach vier Schritten in Z; der Anteil nähert sich weiter \(100\,\%\).
Übergangsprozesse 12
Ein Übergangsprozess mit zwei Zuständen wird durch \(M=\begin{pmatrix}0{,}8&0{,}3\\0{,}2&0{,}7\end{pmatrix}\) beschrieben. Es gilt \(v_1=Mv_0\). Die inverse Matrix ist \(M^{-1}=\begin{pmatrix}1{,}4&-0{,}6\\-0{,}4&1{,}6\end{pmatrix}\). Nach einem Übergang ist \(v_1=\begin{pmatrix}70\\30\end{pmatrix}\). a) Rekonstruiere den Anfangszustand \(v_0\). b) Prüfe dein Ergebnis durch Vorwärtsrechnen mit \(M\).

Denkanstöße

- Betrachte \(v_1=Mv_0\) als Gleichung für den unbekannten Vektor \(v_0\). - Welche Rolle spielt die angegebene inverse Matrix, wenn die Wirkung von \(M\) rückgängig gemacht werden soll? - Achte bei der Matrix-Vektor-Multiplikation darauf, welche Matrixzeile die jeweilige Komponente des Ergebnisvektors liefert.

Lösung

1. Aus \(v_1=Mv_0\) folgt wegen der Invertierbarkeit \(v_0=M^{-1}v_1\). 2. Damit ist \(v_0=\begin{pmatrix}1{,}4&-0{,}6\\-0{,}4&1{,}6\end{pmatrix}\begin{pmatrix}70\\30\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}80\\20\end{pmatrix}\). 3. Kontrolle: \(Mv_0=\begin{pmatrix}0{,}8\cdot80+0{,}3\cdot20\\0{,}2\cdot80+0{,}7\cdot20\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}70\\30\end{pmatrix}=v_1\).

Antwort

a) \(v_0=\begin{pmatrix}80\\20\end{pmatrix}\) b) \(Mv_0=\begin{pmatrix}70\\30\end{pmatrix}=v_1\)
Übergangsprozesse 13
Ein Übergangsprozess mit den Zuständen A, B und C wird durch \(M=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}25&0\\0{,}5&0{,}5&0{,}25\\0&0{,}25&0{,}75\end{pmatrix}\) beschrieben. Es gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände“. Insgesamt befinden sich \(100\) Einheiten im System. Bestimme einen stationären Zustandsvektor \(v=\begin{pmatrix}x\\y\\z\end{pmatrix}\) mit \(x+y+z=100\), für den \(Mv=v\) gilt. Deute das Ergebnis.

Denkanstöße

- Schreibe aus \(Mv=v\) zunächst nur die erste und die dritte Komponentengleichung heraus. - Versuche daraus Beziehungen zwischen \(x\), \(y\) und \(z\) zu gewinnen, bevor du die Gesamtsumme benutzt. - Wozu brauchst du anschließend die Bedingung \(x+y+z=100\)? - Formuliere am Ende in Worten, was \(Mv=v\) für die Verteilung nach einem weiteren Übergang bedeutet.

Lösung

1. Aus der ersten Komponente von \(Mv=v\) folgt \(0{,}5x+0{,}25y=x\). Daraus ergibt sich \(y=2x\). 2. Aus der dritten Komponente folgt \(0{,}25y+0{,}75z=z\). Daraus ergibt sich \(z=y\). 3. Mit \(x+y+z=100\) folgt \(x+2x+2x=100\), also \(x=20\), \(y=40\) und \(z=40\). 4. Probe: \(M\begin{pmatrix}20\\40\\40\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}20\\40\\40\end{pmatrix}\). 5. Diese Verteilung bleibt nach einem weiteren Übergang unverändert.

Antwort

\(v=\begin{pmatrix}20\\40\\40\end{pmatrix}\). Bei dieser Verteilung bleiben die Bestände in A, B und C nach jedem Übergang unverändert.
Übergangsprozesse 14
Bei einem einfachen Spiel gibt es die Zustände S („Spiel läuft“), G („Gewinn“) und V („Verlust“). Es gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände“ und \(M=\begin{pmatrix}0{,}3&0&0\\0{,}5&1&0\\0{,}2&0&1\end{pmatrix}\). Der Prozess startet in S. a) Begründe, warum G und V absorbierende Zustände sind. b) Sei \(p\) die Wahrscheinlichkeit, bei Start in S irgendwann in G zu enden. Stelle mithilfe des ersten Übergangs eine Gleichung für \(p\) auf und bestimme \(p\). c) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, irgendwann in V zu enden, und begründe, warum sich beide Absorptionswahrscheinlichkeiten zu \(1\) ergänzen.

Denkanstöße

- Lies für einen absorbierenden Zustand die gesamte zugehörige Spalte der Matrix. - Zerlege die Gewinnwahrscheinlichkeit danach, was im ersten Schritt aus S geschehen kann. - Wenn der erste Schritt zurück nach S führt, steht anschließend wieder dieselbe Gewinnfrage an. - Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, nach mehreren Schritten immer noch in S zu sein?

Lösung

1. Die Spalten zu G und V sind \(\begin{pmatrix}0\\1\\0\end{pmatrix}\) beziehungsweise \(\begin{pmatrix}0\\0\\1\end{pmatrix}\). Wer G oder V erreicht, bleibt dort mit Wahrscheinlichkeit \(1\). 2. Vom Zustand S geht der Prozess mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\) sofort nach G, mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}3\) zurück nach S und mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}2\) nach V. Daher gilt \(p=0{,}5+0{,}3p\). 3. Somit ist \(0{,}7p=0{,}5\) und daher \(p=\frac{5}{7}\). 4. Nach \(n\) Schritten beträgt die Wahrscheinlichkeit, noch in S zu sein, \(0{,}3^n\). Diese geht gegen \(0\). Daher endet der Prozess mit Wahrscheinlichkeit \(1\) in G oder V. 5. Die Verlustwahrscheinlichkeit ist folglich \(1-\frac{5}{7}=\frac{2}{7}\).

Antwort

a) Die Spalte zu G ist \(\begin{pmatrix}0\\1\\0\end{pmatrix}\), die Spalte zu V ist \(\begin{pmatrix}0\\0\\1\end{pmatrix}\). Daher bleibt der Prozess nach Erreichen von G oder V dort mit Wahrscheinlichkeit \(1\); beide Zustände sind absorbierend. b) \(p=0{,}5+0{,}3p\), also \(P(G)=\frac{5}{7}\). c) \(P(V)=\frac{2}{7}\). Da \(0{,}3^n\to 0\), wird S schließlich mit Wahrscheinlichkeit \(1\) verlassen und die beiden Absorptionswahrscheinlichkeiten summieren sich zu \(1\).
Übergangsprozesse 15
Drei konkurrierende Carsharing-Anbieter \(A\), \(B\) und \(C\) teilen sich den Markt in einer Großstadt. Die wöchentlichen Wanderungsbewegungen der Kunden werden durch die Übergangsmatrix \(M\) beschrieben. Dabei gibt der Eintrag \(m_{ij}\) den Anteil der Kunden an, die von Anbieter \(j\) zu Anbieter \(i\) wechseln bzw. bei ihm bleiben. \(M = \begin{pmatrix} 0{,}8 & 0{,}1 & 0{,}05 \\ 0{,}1 & 0{,}7 & 0{,}15 \\ 0{,}1 & 0{,}2 & 0{,}8 \end{pmatrix}\) Zu Beginn eines Monats (Woche 0) verteilen sich die \(20\,000\) Kunden wie folgt: Anbieter \(A\) hat \(10\,000\) Kunden, Anbieter \(B\) hat \(6000\) Kunden und Anbieter \(C\) hat \(4000\) Kunden. 1. Bestimme die Kundenverteilung nach einer Woche. 2. Berechne die Kundenverteilung nach zwei Wochen.

Denkanstöße

- Wie stellst du die aktuelle Verteilung als mathematisches Objekt dar? - Welche Rechenoperation verknüpft die Übergangsmatrix mit dem Zustandsvektor? - Wie kannst du das Ergebnis der ersten Woche nutzen, um die Verteilung für die darauffolgende Woche zu finden? - Achte darauf, dass die Spaltensummen der Matrix und die Summe der Kunden im Vektor jeweils konstant bleiben sollten.

Lösung

1. Die Kundenverteilung nach einer Woche wird durch das Produkt der Übergangsmatrix \(M\) mit dem Startvektor \(\vec{v}_0 = \begin{pmatrix} 10\,000 \\ 6000 \\ 4000 \end{pmatrix}\) berechnet: \(\vec{v}_1 = M \cdot \vec{v}_0 = \begin{pmatrix} 0{,}8 \cdot 10\,000 + 0{,}1 \cdot 6000 + 0{,}05 \cdot 4000 \\ 0{,}1 \cdot 10\,000 + 0{,}7 \cdot 6000 + 0{,}15 \cdot 4000 \\ 0{,}1 \cdot 10\,000 + 0{,}2 \cdot 6000 + 0{,}8 \cdot 4000 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 8800 \\ 5800 \\ 5400 \end{pmatrix}\). Nach einer Woche hat Anbieter \(A\) \(8800\) Kunden, Anbieter \(B\) \(5800\) Kunden und Anbieter \(C\) \(5400\) Kunden. 2. Die Verteilung nach zwei Wochen ergibt sich aus \(\vec{v}_2 = M \cdot \vec{v}_1\): \(\vec{v}_2 = \begin{pmatrix} 0{,}8 \cdot 8800 + 0{,}1 \cdot 5800 + 0{,}05 \cdot 5400 \\ 0{,}1 \cdot 8800 + 0{,}7 \cdot 5800 + 0{,}15 \cdot 5400 \\ 0{,}1 \cdot 8800 + 0{,}2 \cdot 5800 + 0{,}8 \cdot 5400 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 7890 \\ 5750 \\ 6360 \end{pmatrix}\). Nach zwei Wochen hat Anbieter \(A\) \(7890\) Kunden, Anbieter \(B\) \(5750\) Kunden und Anbieter \(C\) \(6360\) Kunden.

Antwort

1. Nach einer Woche: \(A: 8800\), \(B: 5800\), \(C: 5400\). 2. Nach zwei Wochen: \(A: 7890\), \(B: 5750\), \(C: 6360\).
Übergangsprozesse 16
Ein dynamisches System wird durch \(M=\begin{pmatrix}0{,}6&0{,}2\\0{,}4&0{,}8\end{pmatrix}\) modelliert. a) Weise nach, dass \(A=\begin{pmatrix}2&-0{,}5\\-1&1{,}5\end{pmatrix}\) die inverse Matrix \(M^{-1}\) ist. b) Bestimme den Zustandsvektor zum Zeitpunkt \(t_0\), wenn nach einem Zeitschritt \(\vec{v}_1=\begin{pmatrix}40\\60\end{pmatrix}\) vorliegt.

Denkanstöße

- Welche Produktbeziehung definiert zwei inverse Matrizen im hier verwendeten Unterrichtskontext? - Wie lässt sich ein bereits ausgeführter Übergang mit einer inversen Matrix rückgängig machen? - Kontrolliere, ob der rekonstruierte Anfangszustand durch Multiplikation mit \(M\) wieder \(\vec{v}_1\) ergibt.

Lösung

1. Es ist \(MA=\begin{pmatrix}1&0\\0&1\end{pmatrix}\). 2. Ebenso ist \(AM=\begin{pmatrix}1&0\\0&1\end{pmatrix}\). Damit ist nach der zweiseitigen Inversendefinition \(A=M^{-1}\). 3. Der Anfangszustand ist \(\vec{v}_0=M^{-1}\vec{v}_1=A\begin{pmatrix}40\\60\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}50\\50\end{pmatrix}\).

Antwort

a) \(MA=AM=E_2\), also \(A=M^{-1}\). b) \(\vec{v}_0=\begin{pmatrix}50\\50\end{pmatrix}\)
Übergangsprozesse 17
Ein dynamisches System wird durch die Zustandsgrößen \(x_n\) und \(y_n\) beschrieben, wobei gilt: \(x_{n+1}=x_n+y_n\) \(y_{n+1}=x_n\) mit den Startwerten \(x_0=1\) und \(y_0=0\). a) Stelle das System in der Form \(\begin{pmatrix}x_{n+1}\\y_{n+1}\end{pmatrix}=A\begin{pmatrix}x_n\\y_n\end{pmatrix}\) dar und gib die Matrix \(A\) an. b) Berechne die ersten sechs Glieder der Folge \((x_n)\). Welche bekannte Zahlenfolge verbirgt sich hinter dieser Folge? c) Berechne \(A^2\) und \(A^3\). Erkläre anschließend, warum \(A^n\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}\) den Zustand nach \(n\) Schritten liefert, und überprüfe damit den Wert \(x_3\) aus Teilaufgabe b).

Denkanstöße

- Welche Koeffizienten von \(x_n\) und \(y_n\) stehen in den beiden Rekursionsgleichungen? - Führe die Rekursion für die ersten Schritte parallel für beide Zustandsgrößen aus. - Überlege, was ein einmaliges Multiplizieren mit \(A\) für den Zustandsvektor bedeutet. - Wie lässt sich derselbe Übergang mehrfach hintereinander mithilfe einer Matrixpotenz schreiben?

Lösung

1. Aus den Rekursionsgleichungen folgt \(A=\begin{pmatrix}1&1\\1&0\end{pmatrix}\). 2. Es gilt \(x_0=1\), \(x_1=1\), \(x_2=2\), \(x_3=3\), \(x_4=5\) und \(x_5=8\). Dies sind die ersten Glieder der Fibonacci-Folge mit dem hier gewählten Startwert \(x_0=1\). 3. Durch Matrixmultiplikation erhält man \(A^2=\begin{pmatrix}2&1\\1&1\end{pmatrix}\) und \(A^3=\begin{pmatrix}3&2\\2&1\end{pmatrix}\). 4. Jeder Faktor \(A\) führt genau einen weiteren Schritt des Systems aus. Daher beschreibt \(A^n\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}\) den Zustandsvektor nach \(n\) Schritten. 5. Für \(n=3\) ist \(A^3\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}3\\2\end{pmatrix}\). Damit ist insbesondere \(x_3=3\), wie in Teilaufgabe b) berechnet.

Antwort

a) \(A=\begin{pmatrix}1&1\\1&0\end{pmatrix}\) b) \(x_0=1\), \(x_1=1\), \(x_2=2\), \(x_3=3\), \(x_4=5\), \(x_5=8\); Fibonacci-Folge. c) Jede Multiplikation mit \(A\) führt einen weiteren Schritt aus; deshalb liefert \(A^n\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}\) den Zustand nach \(n\) Schritten. Es gilt \(A^2=\begin{pmatrix}2&1\\1&1\end{pmatrix}\), \(A^3=\begin{pmatrix}3&2\\2&1\end{pmatrix}\) und \(A^3\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}3\\2\end{pmatrix}\), also \(x_3=3\).
Übergangsprozesse 18
Ein Bestand mit den Zuständen \(A\) und \(B\) entwickelt sich nach \(v_{n+1}=Mv_n\) mit \(M=\begin{pmatrix}0{,}75&0{,}25\\0{,}25&0{,}75\end{pmatrix}\) und \(v_0=\begin{pmatrix}1000\\0\end{pmatrix}\). a) Berechne \(M^2\) und damit \(v_2\). b) Bestimme \(M^4\) geschickt aus \(M^2\) und berechne \(v_4\). c) Schreibe \(v_n=\begin{pmatrix}a_n\\b_n\end{pmatrix}\) und setze \(d_n=a_n-b_n\). Zeige, dass \(d_{n+1}=\frac{1}{2}d_n\) gilt, und begründe damit das langfristige Verhalten des Prozesses.

Denkanstöße

- Eine Matrixpotenz beschreibt mehrere aufeinanderfolgende Schritte desselben Prozesses. - Kannst du eine bereits berechnete Matrixpotenz für den nächsten geforderten Exponenten wiederverwenden? - Bilde für Teil c) die Differenz der beiden Komponenten nach einem Übergang und fasse die Terme zusammen. - Welche Folgerung hat eine geometrisch kleiner werdende Differenz, wenn die Summe beider Komponenten konstant \(1000\) bleibt?

Lösung

1. Es ist \(M^2=\begin{pmatrix}0{,}625&0{,}375\\0{,}375&0{,}625\end{pmatrix}\). 2. Damit folgt \(v_2=M^2v_0=\begin{pmatrix}625\\375\end{pmatrix}\). 3. Aus \(M^4=(M^2)^2\) ergibt sich \(M^4=\begin{pmatrix}0{,}53125&0{,}46875\\0{,}46875&0{,}53125\end{pmatrix}\) und somit \(v_4=\begin{pmatrix}531{,}25\\468{,}75\end{pmatrix}\). 4. Aus \(a_{n+1}=0{,}75a_n+0{,}25b_n\) und \(b_{n+1}=0{,}25a_n+0{,}75b_n\) folgt \(d_{n+1}=a_{n+1}-b_{n+1}=0{,}5(a_n-b_n)=\frac{1}{2}d_n\). 5. Daher gilt \(d_n=1000\left(\frac{1}{2}\right)^n\to 0\). Zugleich bleibt \(a_n+b_n=1000\). Somit gilt \(a_n\to 500\) und \(b_n\to 500\), also \(v_n\to\begin{pmatrix}500\\500\end{pmatrix}\).

Antwort

a) \(M^2=\begin{pmatrix}0{,}625&0{,}375\\0{,}375&0{,}625\end{pmatrix}\), \(v_2=\begin{pmatrix}625\\375\end{pmatrix}\) b) \(M^4=\begin{pmatrix}0{,}53125&0{,}46875\\0{,}46875&0{,}53125\end{pmatrix}\), \(v_4=\begin{pmatrix}531{,}25\\468{,}75\end{pmatrix}\) c) \(d_{n+1}=\frac{1}{2}d_n\), also \(d_n\to0\) und damit \(v_n\to\begin{pmatrix}500\\500\end{pmatrix}\).
Übergangsprozesse 19
Ein Übergangsprozess wird durch \(M=\begin{pmatrix}0{,}7&0{,}2\\0{,}3&0{,}8\end{pmatrix}\) beschrieben. Der Anfangszustand ist \(\vec{v}_0=\begin{pmatrix}800\\200\end{pmatrix}\). Verwende ein geeignetes digitales Werkzeug, um \(M^{20}\) auf vier Nachkommastellen zu bestimmen. Berechne daraus \(\vec{v}_{20}\) und runde die Komponenten auf ganze Einheiten. Interpretiere das Ergebnis im Hinblick auf die langfristige Verteilung.

Denkanstöße

- Nutze für die hohe Potenz bewusst die Matrixpotenz-Funktion eines geeigneten digitalen Werkzeugs. - Multipliziere die berechnete Potenz anschließend mit dem Anfangsvektor. - Vergleiche die Spalten der hohen Matrixpotenz, um die langfristige Wirkung verschiedener Anfangszustände zu beurteilen.

Lösung

1. Ein digitales Werkzeug liefert \(M^{20}\approx\begin{pmatrix}0{,}4000&0{,}4000\\0{,}6000&0{,}6000\end{pmatrix}\). 2. Mit höherer interner Genauigkeit ergibt \(\vec{v}_{20}=M^{20}\vec{v}_0\approx\begin{pmatrix}400{,}0004\\599{,}9996\end{pmatrix}\), gerundet also \(\begin{pmatrix}400\\600\end{pmatrix}\). 3. Nach vielen Übergängen stabilisiert sich die Verteilung näherungsweise bei \(40\,\%\) im ersten und \(60\,\%\) im zweiten Zustand.

Antwort

\(M^{20}\approx\begin{pmatrix}0{,}4000&0{,}4000\\0{,}6000&0{,}6000\end{pmatrix}\), \(\vec{v}_{20}\approx\begin{pmatrix}400\\600\end{pmatrix}\). Langfristig ergibt sich näherungsweise eine \(40{:}60\)-Verteilung.
Übergangsprozesse 20
Die Fibonacci-Folge sei durch \(F_1=1\), \(F_2=1\) und \(F_{n+2}=F_{n+1}+F_n\) definiert. Außerdem sei \(Q=\begin{pmatrix}1&1\\1&0\end{pmatrix}\). a) Zeige durch Matrixmultiplikation, dass für \(\vec{v}_n=\begin{pmatrix}F_{n+1}\\F_n\end{pmatrix}\) stets \(\vec{v}_{n+1}=Q\vec{v}_n\) gilt. b) Berechne \(Q^4\) und bestimme damit aus \(\vec{v}_1=\begin{pmatrix}1\\1\end{pmatrix}\) die Werte \(F_5\) und \(F_6\). c) Für die Fibonacci-Folge wurde an anderer Stelle die Aussage \(F_1+F_2+\dots+F_n=F_{n+2}-1\) mit vollständiger Induktion bewiesen. Überprüfe die Aussage mithilfe deiner Matrixwerte für \(n=5\) und erkläre, warum diese Überprüfung den Induktionsbeweis für alle \(n\) nicht ersetzt.

Denkanstöße

- Multipliziere in Teil a) die Matrix zunächst symbolisch mit dem Fibonacci-Vektor und verwende erst danach die Rekursionsvorschrift. - Für Teil b) soll die Matrixpotenz die wiederholte Rekursion bündeln. - Unterscheide in Teil c) zwischen dem Prüfen eines konkreten Index und einer Aussage über unendlich viele Indizes.

Lösung

1. Es gilt \(Q\vec{v}_n=\begin{pmatrix}1&1\\1&0\end{pmatrix}\begin{pmatrix}F_{n+1}\\F_n\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}F_{n+1}+F_n\\F_{n+1}\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}F_{n+2}\\F_{n+1}\end{pmatrix}=\vec{v}_{n+1}\). 2. Durch Matrixmultiplikation erhält man \(Q^2=\begin{pmatrix}2&1\\1&1\end{pmatrix}\) und \(Q^4=\begin{pmatrix}5&3\\3&2\end{pmatrix}\). Daher ist \(Q^4\vec{v}_1=\begin{pmatrix}8\\5\end{pmatrix}\). Somit gilt \(F_6=8\) und \(F_5=5\). 3. Es ist \(F_1+F_2+F_3+F_4+F_5=1+1+2+3+5=12\) und \(F_7-1=13-1=12\). Die Aussage stimmt also für \(n=5\). Eine einzelne Überprüfung zeigt jedoch nur einen konkreten Fall; der Induktionsbeweis begründet die Aussage für alle natürlichen \(n\) im angegebenen Bereich.

Antwort

a) \(Q\vec{v}_n=\begin{pmatrix}F_{n+2}\\F_{n+1}\end{pmatrix}=\vec{v}_{n+1}\) b) \(Q^4=\begin{pmatrix}5&3\\3&2\end{pmatrix}\), \(F_5=5\), \(F_6=8\) c) Für \(n=5\) gilt links \(12\) und rechts \(F_7-1=12\). Das bestätigt nur diesen Einzelfall; erst ein allgemeiner Beweis wie die vollständige Induktion deckt alle \(n\) ab.
Übergangsprozesse 21
Ein Übergangsprozess hat die Zwischenzustände A und B sowie die absorbierenden Endzustände G und V. Es gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände“. Die Reihenfolge der Zustände ist A, B, G, V und \(M=\begin{pmatrix}0&0{,}5&0&0\\0{,}5&0&0&0\\0{,}5&0{,}25&1&0\\0&0{,}25&0&1\end{pmatrix}\). Sei \(g_A\) die Wahrscheinlichkeit, bei Start in A irgendwann in G absorbiert zu werden, und \(g_B\) die entsprechende Wahrscheinlichkeit bei Start in B. a) Stelle durch Betrachtung des jeweils ersten Übergangs zwei Gleichungen für \(g_A\) und \(g_B\) auf. b) Löse das Gleichungssystem. c) Gib für einen Start in A und für einen Start in B auch die endgültige Verlustwahrscheinlichkeit an. Begründe, warum du jeweils zur Gewinnwahrscheinlichkeit ergänzen darfst.

Denkanstöße

- Welche Zielzustände sind nach genau einem Schritt von A aus möglich, und wie beeinflussen sie die spätere Gewinnchance? - Wenn der erste Schritt in den anderen Zwischenzustand führt, hängt die restliche Gewinnchance vom dortigen \(g\)-Wert ab. - Nach dem Aufstellen der beiden Gleichungen kannst du eine Variable durch Einsetzen beseitigen. - Wie groß kann die Wahrscheinlichkeit sein, nach \(n\) Schritten noch immer zwischen A und B zu wechseln?

Lösung

1. Bei Start in A geht der Prozess mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\) sofort nach G und mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\) nach B. Daher gilt \(g_A=0{,}5+0{,}5g_B\). 2. Bei Start in B geht der Prozess mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}25\) nach G, mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}25\) nach V und mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\) nach A. Daher gilt \(g_B=0{,}25+0{,}5g_A\). 3. Einsetzen der zweiten Gleichung in die erste liefert \(g_A=0{,}5+0{,}5(0{,}25+0{,}5g_A)=0{,}625+0{,}25g_A\). Also ist \(0{,}75g_A=0{,}625\) und damit \(g_A=\frac{5}{6}\). Dann folgt \(g_B=0{,}25+0{,}5\cdot\frac{5}{6}=\frac{2}{3}\). 4. Solange der Prozess in A oder B bleibt, muss er bei jedem Schritt den Übergang zum jeweils anderen Zwischenzustand wählen. Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt jeweils \(0{,}5\). Daher ist die Wahrscheinlichkeit, nach \(n\) Schritten noch nicht absorbiert zu sein, höchstens \((0{,}5)^n\) und geht gegen \(0\). 5. Somit erfolgt schließlich mit Wahrscheinlichkeit \(1\) eine Absorption in G oder V. Bei Start in A ist daher \(P(V)=1-\frac{5}{6}=\frac{1}{6}\), bei Start in B ist \(P(V)=1-\frac{2}{3}=\frac{1}{3}\).

Antwort

a) \(g_A=0{,}5+0{,}5g_B\), \(g_B=0{,}25+0{,}5g_A\) b) \(g_A=\frac{5}{6}\), \(g_B=\frac{2}{3}\) c) Start in A: \(P(G)=\frac{5}{6}\), \(P(V)=\frac{1}{6}\). Start in B: \(P(G)=\frac{2}{3}\), \(P(V)=\frac{1}{3}\). Die Ergänzung ist zulässig, weil die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft in A oder B zu bleiben, gegen \(0\) geht.
Übergangsprozesse 22
Für Übergangsprozesse wird hier die Konvention verwendet, dass \(p_{ij}\) den Anteil beschreibt, der in einem Schritt vom Zustand \(j\) in den Zustand \(i\) übergeht. Daher haben Übergangsmatrizen Spaltensumme \(1\). Gegeben ist \(P = \begin{pmatrix} 0{,}6 & 0{,}2 \\ 0{,}4 & 0{,}8 \end{pmatrix}\). a) Bestimme alle Matrizen \(Q = \begin{pmatrix} x & y \\ z & w \end{pmatrix}\), die mit \(P\) kommutieren, sodass \(P Q = Q P\) gilt. b) Bestimme diejenigen Matrizen \(Q\) aus Teilaufgabe a), die selbst Übergangsmatrizen sind, also nichtnegative Einträge und in jeder Spalte die Summe \(1\) besitzen.

Denkanstöße

- Vergleiche die entsprechenden Einträge der beiden Produkte \(P Q\) und \(Q P\). - Welche Variablen bleiben nach dem Lösen der Kommutationsbedingungen frei? - Übertrage die festgelegte Übergangskonvention konsequent auf die Spaltensummen von \(Q\). - Welche zusätzlichen Einschränkungen entstehen durch die Nichtnegativität aller Einträge?

Lösung

1. Es gilt \(P Q = \begin{pmatrix} 0{,}6x + 0{,}2z & 0{,}6y + 0{,}2w \\ 0{,}4x + 0{,}8z & 0{,}4y + 0{,}8w \end{pmatrix}\) und \(Q P = \begin{pmatrix} 0{,}6x + 0{,}4y & 0{,}2x + 0{,}8y \\ 0{,}6z + 0{,}4w & 0{,}2z + 0{,}8w \end{pmatrix}\). 2. Der Vergleich der Einträge liefert \(z = 2y\) und \(w = x + y\). Die übrigen Gleichungen führen auf dieselben Bedingungen. 3. Damit haben alle mit \(P\) kommutierenden Matrizen die Form \(Q = \begin{pmatrix} x & y \\ 2y & x+y \end{pmatrix}\) mit \(x,y \in \mathbb{R}\). 4. Für eine Übergangsmatrix müssen die Spaltensummen \(1\) sein. Beide Spalten liefern \(x+2y=1\), also \(x=1-2y\). Aus der Nichtnegativität folgt \(0 \le y \le \frac{1}{2}\). 5. Somit gilt \(Q = \begin{pmatrix} 1-2y & y \\ 2y & 1-y \end{pmatrix}\) mit \(0 \le y \le \frac{1}{2}\).

Antwort

a) \(Q = \begin{pmatrix} x & y \\ 2y & x+y \end{pmatrix}\) mit \(x,y \in \mathbb{R}\) b) \(Q = \begin{pmatrix} 1-2y & y \\ 2y & 1-y \end{pmatrix}\) mit \(0 \le y \le \frac{1}{2}\)
Übergangsprozesse 23
Ein Glücksspiel hat die Zwischenzustände \(A\) und \(B\) sowie die Endzustände \(G\) für Gewinn und \(V\) für Verlust. Mit der Spaltenkonvention \(v_{n+1}=Mv_n\) gilt \(M=\begin{pmatrix}0{,}4&0{,}2&0&0\\0{,}3&0{,}4&0&0\\0{,}2&0{,}1&1&0\\0{,}1&0{,}3&0&1\end{pmatrix}\), wobei die Reihenfolge der Zustände \(A,B,G,V\) ist. a) Begründe anhand der Matrix, warum \(G\) und \(V\) absorbierende Zustände sind. b) Das Spiel startet in \(A\). Berechne die Zustandsverteilung nach zwei Schritten. c) Sei \(g_A\) die Wahrscheinlichkeit, bei Start in \(A\) irgendwann in \(G\) absorbiert zu werden, und \(g_B\) die entsprechende Wahrscheinlichkeit bei Start in \(B\). Stelle mithilfe des jeweils ersten Übergangs ein lineares Gleichungssystem für \(g_A\) und \(g_B\) auf und löse es. d) Begründe, dass die Wahrscheinlichkeit, nach \(n\) Schritten noch in einem der Zwischenzustände zu sein, gegen \(0\) geht. Gib anschließend für einen Start in \(A\) die endgültigen Wahrscheinlichkeiten für Gewinn beziehungsweise Verlust an.

Denkanstöße

- Lies bei einem absorbierenden Zustand die gesamte zugehörige Spalte der Übergangsmatrix. - Für zwei Schritte musst du dieselbe Übergangsvorschrift zweimal anwenden. - Zerlege die endgültige Gewinnwahrscheinlichkeit nach dem ersten möglichen Übergang aus dem jeweiligen Zwischenzustand. - Vergleiche für Teil d) die Wahrscheinlichkeit, in den Zwischenzuständen zu bleiben, mit einem festen Faktor kleiner als \(1\). - Erst wenn die verbleibende Zwischenzustandswahrscheinlichkeit gegen \(0\) geht, darfst du Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeit zu \(1\) ergänzen.

Lösung

1. In der Spalte zu \(G\) steht nur in der Zeile \(G\) der Wert \(1\), und in der Spalte zu \(V\) nur in der Zeile \(V\) der Wert \(1\). Nach dem Erreichen eines dieser Zustände bleibt das Spiel dort. 2. Für \(v_0=\begin{pmatrix}1\\0\\0\\0\end{pmatrix}\) ist \(v_1=\begin{pmatrix}0{,}4\\0{,}3\\0{,}2\\0{,}1\end{pmatrix}\) und \(v_2=Mv_1=\begin{pmatrix}0{,}22\\0{,}24\\0{,}31\\0{,}23\end{pmatrix}\). 3. Nach dem ersten Übergang gilt \(g_A=0{,}4g_A+0{,}3g_B+0{,}2\) und \(g_B=0{,}2g_A+0{,}4g_B+0{,}1\). Dies ist äquivalent zu \(0{,}6g_A-0{,}3g_B=0{,}2\) und \(-0{,}2g_A+0{,}6g_B=0{,}1\). 4. Das Gleichungssystem liefert \(g_A=\frac{1}{2}\) und \(g_B=\frac{1}{3}\). 5. Von Zustand \(A\) bleiben nach einem Schritt höchstens \(0{,}7\) der Wahrscheinlichkeit in den Zwischenzuständen, von Zustand \(B\) höchstens \(0{,}6\). Daher ist die gesamte Wahrscheinlichkeit, nach \(n\) Schritten noch in \(A\) oder \(B\) zu sein, höchstens \(0{,}7^n\) und geht gegen \(0\). Somit erfolgt schließlich mit Wahrscheinlichkeit \(1\) eine Absorption in \(G\) oder \(V\). 6. Bei Start in \(A\) ist die endgültige Gewinnwahrscheinlichkeit \(g_A=\frac{1}{2}\). Die Verlustwahrscheinlichkeit beträgt daher \(1-g_A=\frac{1}{2}\).

Antwort

a) \(G\) und \(V\) sind absorbierend, weil ein einmal erreichter Endzustand mit Wahrscheinlichkeit \(1\) erhalten bleibt. b) \(v_2=\begin{pmatrix}0{,}22\\0{,}24\\0{,}31\\0{,}23\end{pmatrix}\) c) \(g_A=0{,}4g_A+0{,}3g_B+0{,}2\), \(g_B=0{,}2g_A+0{,}4g_B+0{,}1\); daraus \(g_A=\frac{1}{2}\), \(g_B=\frac{1}{3}\) d) Die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib in \(A\) oder \(B\) ist höchstens \(0{,}7^n\) und geht gegen \(0\). Bei Start in \(A\) gilt daher \(P(G)=\frac{1}{2}\) und \(P(V)=\frac{1}{2}\).
Übergangsprozesse 24
Ein Übergangsprozess besitzt die Zustände A, B und C. Es gilt die Konvention „Spalten = Ausgangszustände, Zeilen = Zielzustände“. Bekannt ist: - Von A gehen \(40\,\%\) nach C; die übrigen \(60\,\%\) verteilen sich auf A und B. - Von C gehen \(10\,\%\) nach A; die übrigen \(90\,\%\) verteilen sich auf B und C. - Die Verteilung der Übergänge von B ist unbekannt. - \(\vec{v}=\begin{pmatrix}20\\30\\40\end{pmatrix}\) ist ein Fixvektor. - Für \(\vec{w}=\begin{pmatrix}50\\20\\30\end{pmatrix}\) wird nach einem Übergang \(\vec{w}'=\begin{pmatrix}32\\25\\43\end{pmatrix}\) beobachtet. a) Führe vier geeignete Variablen ein und stelle die allgemein mögliche Übergangsmatrix einschließlich der Bedingungen auf, die ihre Einträge als Übergangsanteile erfüllen müssen. b) Leite aus der Fixvektorbedingung und aus \(M\vec{w}=\vec{w}'\) vier unabhängige Gleichungen für deine Variablen her. Erkläre, warum die jeweils dritte Komponentengleichung keine zusätzliche unabhängige Information liefert. c) Bestimme die Übergangsmatrix \(M\) eindeutig und prüfe beide gegebenen Vektorbedingungen. d) Angenommen, bei \(\vec{w}'\) wäre nur die A-Komponente \(32\) bekannt, die B-Komponente \(25\) dagegen nicht. Zeige durch zwei verschiedene gültige Übergangsmatrizen, dass die Rekonstruktion dann nicht mehr eindeutig wäre.

Denkanstöße

- Nutze die Spaltensummen schon beim Aufstellen der allgemeinen Matrix, damit nicht für jeden Eintrag eine eigene Variable nötig ist. - Prüfe zusätzlich, welche Ungleichungen aus der Bedeutung der Matrixeinträge als Übergangsanteile folgen. - Aus jeder Vektorgleichung reichen wegen der erhaltenen Gesamtsumme zwei unabhängige Komponentengleichungen. - Löse die vier unabhängigen linearen Gleichungen erst, bevor du die Matrix vollständig einsetzt und prüfst. - Für Teil d) genügt es nicht zu behaupten, dass eine Gleichung fehlt: Konstruiere zwei verschiedene stochastische Matrizen, die alle verbleibenden Angaben tatsächlich erfüllen.

Lösung

1. Setze \(a=A\to A\), \(b=B\to A\), \(c=B\to B\) und \(d=C\to B\). Aus den Spaltensummen folgt \(M=\begin{pmatrix}a&b&0{,}1\\0{,}6-a&c&d\\0{,}4&1-b-c&0{,}9-d\end{pmatrix}\). Damit alle Einträge Übergangsanteile sind, gelten \(0\le a\le0{,}6\), \(b\ge0\), \(c\ge0\), \(b+c\le1\) und \(0\le d\le0{,}9\). 2. Aus \(M\vec{v}=\vec{v}\) liefern die ersten beiden Komponenten \(20a+30b+4=20\) und \(20(0{,}6-a)+30c+40d=30\). Aus \(M\vec{w}=\vec{w}'\) liefern die ersten beiden Komponenten \(50a+20b+3=32\) und \(50(0{,}6-a)+20c+30d=25\). Da jede Spalte von \(M\) die Summe \(1\) hat, bleibt die Gesamtsumme eines Zustandsvektors erhalten. Sobald zwei Komponenten und die Gesamtsumme feststehen, ist die dritte Komponente bestimmt; deshalb ist die jeweilige dritte Gleichung abhängig. 3. Aus den Gleichungen folgt \(a=0{,}5\), \(b=0{,}2\), \(c=0{,}4\), \(d=0{,}4\). Damit \(M=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}2&0{,}1\\0{,}1&0{,}4&0{,}4\\0{,}4&0{,}4&0{,}5\end{pmatrix}\). Es gilt tatsächlich \(M\vec{v}=\begin{pmatrix}20\\30\\40\end{pmatrix}\) und \(M\vec{w}=\begin{pmatrix}32\\25\\43\end{pmatrix}\). 4. Fehlt die B-Komponente von \(\vec{w}'\), ergeben die verbleibenden Bedingungen \(a=0{,}5\), \(b=0{,}2\) und \(c=\frac{14}{15}-\frac43d\). Beispielsweise sind sowohl \(M_1=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}2&0{,}1\\0{,}1&0{,}4&0{,}4\\0{,}4&0{,}4&0{,}5\end{pmatrix}\) als auch \(M_2=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}2&0{,}1\\0{,}1&0{,}6&0{,}25\\0{,}4&0{,}2&0{,}65\end{pmatrix}\) gültige Übergangsmatrizen. Beide erfüllen \(M\vec{v}=\vec{v}\) und liefern für \(M\vec{w}\) die A-Komponente \(32\), sind aber verschieden. Die Rekonstruktion wäre also nicht eindeutig.

Antwort

a) \(M=\begin{pmatrix}a&b&0{,}1\\0{,}6-a&c&d\\0{,}4&1-b-c&0{,}9-d\end{pmatrix}\) mit \(0\le a\le0{,}6\), \(b,c\ge0\), \(b+c\le1\) und \(0\le d\le0{,}9\). b) \(20a+30b+4=20\), \(20(0{,}6-a)+30c+40d=30\), \(50a+20b+3=32\), \(50(0{,}6-a)+20c+30d=25\). Die dritten Komponentengleichungen sind wegen der erhaltenen Gesamtsumme abhängig. c) \(M=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}2&0{,}1\\0{,}1&0{,}4&0{,}4\\0{,}4&0{,}4&0{,}5\end{pmatrix}\); beide Vektorbedingungen werden erfüllt. d) Zum Beispiel sind bei fehlender B-Komponente sowohl \(M_1=M\) als auch \(M_2=\begin{pmatrix}0{,}5&0{,}2&0{,}1\\0{,}1&0{,}6&0{,}25\\0{,}4&0{,}2&0{,}65\end{pmatrix}\) möglich. Daher ist die Rekonstruktion nicht eindeutig.

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